Ganz einfach mobil

Ganz einfach mobil
Inhalt
Inhalt
5 Vorwort
6 Stadtplanung: Würde eine Großstadt ohne ÖPNV überhaupt funktionieren?
8 Geschichte: Seit wann fahren Busse und Bahnen durch München?
10 Tram: Warum sind in München so viele neue Trambahnen zu sehen?
12 Bus: Wie schaffen es die Busse, meist pünktlich zu sein?
14 U-Bahn: Warum gibt es bei den neuen U-Bahnen keine Waggons mehr?
16 Betriebszentrum: Wie behält man bei so vielen Verbindungen den Überblick?
18 Betriebshöfe: Warum fahren die U-Bahnen nachts für wenige Stunden nicht?
20 Service: Wie erfährt man, wie es in München am besten von A nach B geht?
22 Sicherheit: Was wird für die Sicherheit der Fahrgäste getan?
24 Großevents: Wiesn-Zeit ist in München Ausnahmezeit – auch bei der MVG?
26 Umweltschutz: Was macht die MVG für Umwelt- und Klimaschutz?
28 Nachhaltigkeit: Welche Bedeutung hat nachhaltiges Handeln für die MVG?
30 Angebot: Warum gibt es jedes Jahr einen neuen Fahrplan?
32 Zukunft: München wächst und wächst. Das Streckennetz auch?
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Vorwort
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Liebe Leserinnen und Leser,
München wächst und wächst und die Münchner Verkehrsgesellschaft mbH (MVG) leistet
einen wesentlichen Beitrag dazu, dass unsere Stadt mobil bleibt. Wir bieten alles, was Sie
brauchen, um sicher, pünktlich und umweltfreundlich von A nach B zu kommen.
Über die Jahre haben wir uns dabei vom traditionellen Nahverkehrsunternehmen zu einem
modernen Mobilitätsdienstleister entwickelt. Aus diesem Grund lautet unser neues Motto
»MVG – Ganz einfach mobil«. Denn bei uns bekommen Sie mehr als nur die Fahrt mit U-Bahn,
Bus, Tram oder Rad.
Vorwort
Damit Sie optimal vorankommen, investieren wir laufend in neue Fahrzeuge, Streckener­
weiterungen und -optimierungen und erweitern unser Angebot im Bereich CarSharing.
Seit diesem Jahr können MVG Kunden zudem direkt aufs MVG Rad umsteigen. In unseren
Kundencentern beraten wir Sie persönlich und auch im Internet, den sozialen Medien und
mit unserer MVG Fahrinfo App halten wir Sie auf dem Laufenden. Beliebt bei Schülern und
Senioren sind unsere Trainings für sichere Mobilität in jedem Alter. Viele Möglichkeiten haben
Sie auch beim Fahrscheinkauf: ob am Automaten, als Abonnement, als HandyTicket aufs
Smartphone oder als PrintTicket vom heimischen Rechner – Hauptsache, ganz einfach mobil!
Sie, unsere Kunden, wissen dieses zeitgemäße Komplettpaket schon lange zu schätzen. Jahr
für Jahr bekommen wir von Ihnen Topnoten für unsere Leistung und auch im europäischen
Vergleich nimmt unser Angebot einen Spitzenplatz ein.
Mit dieser Broschüre möchten wir Sie einladen, einen Blick hinter unsere Kulissen zu werfen.
Dort wird viel getan, damit Sie ganz einfach mobil sein können! Unsere Mitarbeiter beantworten Fragen, die sich wohl jeder Fahrgast schon mal gestellt hat. Oder hätten Sie gewusst,
warum es jedes Jahr einen neuen Fahrplan gibt oder was genau in der Leitstelle passiert?
Wir wünschen Ihnen eine informative und unterhaltsame Lektüre – und natürlich allzeit gute
und sichere Fahrt mit der MVG!
Ihre Münchner Verkehrsgesellschaft mbH (MVG)
Stadtplanung
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7
Mit München gewachsen
Der Karlsplatz im Herzen der Stadt, von
den Münchnern aus historischen Gründen
nur »Stachus« genannt. Der Platz ist ein
beliebter und belebter Treffpunkt.
■ Die Münchner Verkehrsgesellschaft mbH
(MVG) ist das größte rein kom­munale
Verkehrsunternehmen in Deutschland.
■ Rund 1,5 Millionen Menschen fahren
täglich mit U-Bahn, Bus und Tram –
Münchner, Pendler und Besucher.
■ Die MVG betreibt 95 Kilometer U-Bahn­strecken, 79 Kilometer Tramgleise und
ein 467 Kilometer langes Busnetz.
■ Damit der ÖPNV mit Münchens
Entwicklung Schritt halten kann,
investiert die MVG in neue Fahrzeuge,
Strecken, Infrastruktur und Angebots­
verbesserungen.
■ 2013 ergab eine Mobilitätserhebung,
dass 96 Prozent der Bewohner Münchens
U-Bahn, Bus und Tram nutzen.
■ Die MVG ist ein starker Partner im Mün­
chner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV).
Es gibt Kooperationen mit privaten Partnern, der S-Bahn München und weiteren
Unternehmen des regionalen Eisenbahnverkehrs.
Würde eine Großstadt ohne ÖPNV überhaupt funktionieren?
Irgendwie wahrscheinlich schon. Zumindest
eine Weile. Praktisch ausprobieren will das
aber niemand, der täglich von A nach B muss.
Ohne Bus und Bahn würden alle noch öfter und
noch länger im Stau stehen. Allein in München
nutzen jeden Tag rund 1,5 Millionen Menschen
Bus, Tram oder U-Bahn.
Kaum vorstellbar, wie es auf den Straßen aus­
sähe, wenn stattdessen alle mit dem Auto unterwegs wären. Ohne die öffentlichen Verkehrsmittel hätte man vermutlich keine Chance,
durch die Stadt zu kommen. Die MVG ist einfach ein Stück München und die historischen
Fahrzeuge im MVG Museum sind stumme Zeugen der Stadtgeschichte.
Die Landeshauptstadt ohne MVG
wäre wie eine Brezn ohne Salz
Der Volkssänger Weiß Ferdl widmete der
Münchner Tram sogar ein Lied. In »Ein Wagen
von der Linie 8« nimmt er das Tramfahren charmant-satirisch aufs Korn. Auch in Sketchen des
legendären Komikerpaares Karl Valentin und
Liesl Karlstadt spielte die Tram eine Rolle.
Die Entwicklung der Stadt München und die
Geschichte des öffentlichen Nahverkehrs sind
untrennbar miteinander verbunden. Der
öffent­liche Personennahverkehr (ÖPNV) gehört zu München wie das Salz auf die Brezn und
die Maß zur Wiesn. Die Münchner schimpfen
zwar manchmal über Bus und Bahn, aber sie
fahren gern mit »den Öffentlichen«. Und sie
tun es immer öfter! Seit einigen Jahren verzeichnet die MVG einen Fahrgastrekord nach
dem nächsten. Im Jahr 2014 waren 555 Millionen Menschen mit Bus und Bahn durch München unterwegs, das sind rund 11 Millionen
mehr als im Vorjahr.
Dafür gibt es viele Gründe: Die Ein­wohnerzahl
steigt, mehr Touristen kommen in die Stadt,
das Umweltbewusstsein hat sich verändert und
damit auch das Mobilitäts­verhalten. Wer mit
den öffentlichen Verkehrsmitteln fährt, tut der
Umwelt etwas Gutes – und München bleibt
nicht auf der Strecke.
Einfach ausgezeichnet
■ Testsieger: Bei einer Studie des ADAC
zum öffentlichen Personennahverkehr
in 23 europäischen Städten erhielt
München als einzige Stadt die Note
»sehr gut« und überzeugte bei Reisezeit, Komfort und Information.
■ Im deutschlandweiten Vergleich
zeigt sich, dass die Kunden der MVG
überdurchschnittlich zufrieden sind.
■ Bei der »MVG Kundenzufriedenheitsanalyse« wurden Pünktlichkeit, Erreichbarkeit der Haltestellen und Umweltfreundlichkeit besonders gut bewertet.
■ Nachhaltiges Wirtschaften und hohe
Umweltstandards sind für die MVG eine
Selbstverständlichkeit. Sie ist eines der
behindertenfreundlichsten Verkehrs­
unternehmen in Deutschland.
■ Auch für außergewöhnliche Architektur
wurde die MVG ausgezeichnet. Für den
neu gestalteten Verkehrsknotenpunkt
Münchner Freiheit wurde der inter­na­
tionale »Local Rail Award« verliehen.
Geschichte
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9
Reise in die Vergangenheit
Ein Blick zurück: der Stachus im Jahr 1925
– schon in den »Goldenen Zwanzigern« ein
stark frequentierter Verkehrsknoten im
Zentrum Münchens.
■ Im Oktober 2007 eröffnete das
MVG Museum in der Ständlerstraße
in München-Ramersdorf.
■ Auf einer Ausstellungsfläche von mehr
als 5.000 Quadratmetern wird die über
150-jährige Geschichte des Münchner
Nahverkehrs lebendig.
■ Zu den Höhepunkten der Ausstellung
zählen mehrere historische Trambahnen, eine Schauwerkstatt mit einer
Schmiede aus den 1920er Jahren
und ein U-Bahn-Fahr­simulator.
■ In einer Untersuchungsgrube hat
man die seltene Gelegenheit, eine
Tram von unten zu betrachten.
■ Am interaktiven Netzplan können sich
Besucher das Tram- und U-Bahnnetz
vergangener Zeiten anzeigen lassen.
■ Rund 20.000 Interessierte be­­suchen
das MVG Museum jährlich an 22 Öffnungstagen.
■ Weitere Infos zur Aus­stellung und den
Öffnungszeiten: www.mvg.de/museum
Seit wann fahren Busse und Bahnen durch München?
Seitdem es das Telefon gibt. Kein Scherz! Zur
selben Zeit, als der Physiker Johann Philipp
Reis 1861 in Frankfurt seine Erfindung präsentierte, gelang in München dem Kutscher Michael Zechmeister ein anderer Durchbruch: Er
nahm die erste Buslinie in Betrieb. Dafür, dass
er seine von Pferden gezogenen Stellwagen als
»Stadt­omnibusse« durch die Münchner Altstadt
lenken durfte, hatte er eine Genehmigung von
oberster Polizeistelle. Es gab feste Routen,
einen Fahrplan und eine große Nachfrage.
Denn bis dahin holperten nur Fiaker durch die
100.000-Einwohner-Stadt. An einem Herbstsamstag im Jahr 1876 bekam der findige Bus­
unternehmer dann Konkurrenz: Die erste Tram
hatte ihre Jungfernfahrt. Pünktlich um 10 Uhr
setzte sie sich am Promenadeplatz in der Nähe
des Hotels »Bayerischer Hof« in Bewegung.
Erst privat, dann kommunal,
aber immer ein Münchner Kindl
Die blauen Waggons rumpelten über die Schienen zum Stachus und weiter zur Endstation, der
Haltestelle »Burgfrieden-Maillingerstraße«.
Vor dem Waggon trappelten Pferdehufe über
das Pflaster. Denn die erste Tram war eine Pferdebahn – mit einem »echten« PS. Der wichtigste Mann an Bord – der Wagenlenker – trug eine
schicke blaue Uniform und wurde von allen nur
»Conducteur« genannt. Auch die Tram war eine
Privatinitiative. Der bayerische »Märchen­
könig« Ludwig II. hatte dem Belgier Edouard
Otlet die Konzession erteilt. »Damals war Tramfahren ein teures Vergnügen«, weiß Hans Jürgen Öllinger vom MVG Museum. Aber die, die
es sich leisten konnten, saßen auf bequemen
Polstersitzen. Zwanzig Jahre später hielt die
elektrische Tram in München Einzug. Sie war
deutlich preis­werter, denn sie war mit sogenannten »amerikanischen Holzsitzen« ausgestattet. Die galten als modern, waren aber nicht
ganz so bequem, da ohne Polsterung.
Das Wachstum der Stadt erforderte eine Erweiterung des öffentlichen Personennahverkehrs.
Im Jahr 1898 gab es in München schon zwölf
Trambahnstrecken. Mittlerweile organisierte
die Stadt den Trambahnbetrieb. Im selben Jahr
rollte der erste motorisierte Bus auf Münchens
Straßen – auf Speichenrädern mit Vollgummibandagen. Acht Jahre später wurde die erste
städtische Buslinie eröffnet. Die 500.000
Münchner wurden immer mobiler.
Als die 1,3-Millionen-Metropole 1971 eine
U-Bahn bekam, waren sich viele sicher, dass
damit das Ende der Tram besiegelt sei. Aber bis
heute ist sie ein Münchner Kindl geblieben. Die
Tramverlängerung zum Pasinger Bahnhof feierten im Dezember 2013 mehr als 18.000 Münchner. Die Kombination aus Bus, Tram und U-Bahn
funktioniert. Das Beste: Heutzutage kann sich
jeder eine Fahrt auf Polstersitzen leisten.
Tram
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11
Immer ein Erlebnis
Eine Tram vom Typ Avenio auf ihrer
Fahrt nach Pasing. Im Hintergrund das
1874 erbaute Maximilianeum, der Sitz
des Bayerischen Landtags.
■ Die Münchner mögen ihre Tram.
Auf der Fahrt lassen sich entspannt
die Sehenswür­digkeiten der Stadt
genießen!
■ Die wahrscheinlich kultigste Stadt­rundfahrt der Landeshauptstadt ist die
historische »MünchenTram«. Sie fährt
von Mai bis Oktober durch die Stadt.
■ Seit 2007 ist die Münchner Tram
der Star der Sendung »Nachtlinie«
(Bayerisches Fernsehen).
■ Im Advent dreht die »ChristkindlTram«
ihre Runden durch das vorweihnacht­
liche München. Mit an Bord: Glühwein,
Kinderpunsch, Weihnachts­leckereien
und festliche Musik.
■ Die »Ois is Blues«-Tram bietet zur
»Langen Nacht der Musik« eine
musikalische Tour durch die Stadt.
■ Für private Anlässe wie Hochzeiten
und Geburtstage können historische
und moderne Fahrzeuge exklusiv
gemietet werden. Mehr über die
Tram-Sonderfahrten: www.mvg.de
Warum sind in München so viele neue Trambahnen zu sehen?
Ganz einfach: Zum einen werden kontinuierlich
neue Trambahnen beschafft, zum anderen sind
es aber auch alte Bahnen in neuem Gewand!
Seit 2010 wurden 50 Trambahnen vom Typ R
2.2 aus den 1990er Jahren erneuert. Von
»alten« Bahnen spricht Tobias Windmüller allerdings nicht so gern. »Alt ist relativ«, sagt der
MVG Ingenieur. »Die Fahrzeuge waren 15 Jah­re
lang in Betrieb und die Technik hat sich bewährt.« Das Motto beim Re-Design: Gutes übernehmen, aber das Fahrzeug weiter verbessern.
Die Modernisierung war aufwendig, aber preiswerter als eine Neubeschaffung – und nach­
haltiger. Statt nach und nach Verschleißteile
wie Böden und Sitze auszutauschen, wurde
die Tram quasi in einem Guss wieder auf Vorder-
mann gebracht. »Mit dem Re-Design wollen wir
die Laufzeiten der Fahrzeuge deutlich verlängern«, sagt Stefan Scherzl, Projektleiter im
Ressort Schiene. Nach der Modernisierung sind
die Trambahnen technisch auf dem neuesten
Stand und fit für weitere 15 Einsatzjahre.
Viel Beinfreiheit, indirektes Licht und wohlbekannte Farben
Bis aus einer »alten« beziehungsweise alt­
bewährten Tram eine neue wurde, dauerte es
vier Wochen. Bei einem Umbauspezialisten in
Leipzig wurden die Fahrzeuge entkernt und
frisch bestückt. Bis Ende 2013 wurden 50 Züge
erneuert. »Die neuen Trambahnen sind noch
komfortabler. Die Nachteile der alten Sitzordnung wurden aus­geglichen«, erklärt Wind­
müller. »Wegen der Niederflurkonstruktion
hatten Fahrgäste mit langen Beinen beim
Vis-à-vis-Sitzen bisher Probleme.« Jetzt gibt es
mehr Beinfreiheit. Insgesamt wurde die
Anordnung der Sitzreihen optimiert und störende Trennwände entfallen. Dadurch ist der
Innenraum geräumiger geworden. Es gibt einen neuen Boden, eine indirekte Beleuchtung
und Info-Monitore. Videokameras sorgen für
mehr Sicherheit. Auch »unter der Haube« wurde einiges modernisiert: Die Fahrzeuge sind
mit neuen elektronischen Komponenten ausgestattet. In modernem Weiß-Blau-Aluminium
wirken »die Neuen« vertraut und einladend.
Weichensteller mit Tradition
■ Das Tramnetz ist 79 km lang. Es gibt
55 km separate Tramtrassen. Alle Trambahnen fahren auf der »grünen Welle«.
Das sorgt für kurze Fahrzeiten, Pünktlichkeit und Stopps nur an Haltestellen.
■ Die Tram erschließt Stadtteile, hat
eine Zubringerfunktion und schafft
leistungsfähige Tangenten.
■ 166 Haltestellen werden von 13 Tramund vier Nachtlinien angefahren.
■ Im Jahr 2014 wurden 118 Millionen
Fahrgäste befördert.
■ Die MVG besitzt 110 Niederflurtrambahnen. Der Fuhrpark wächst stetig.
In den nächsten Jahren sollen auch längere, gekoppelte Züge hinzukommen.
■ Eine Kundenbefragung im Herbst 2013
ergab: 76 Prozent der MVG Kunden
sind für einen weiteren Ausbau des
Münchner Tramnetzes.
■ Eine Tram ist rund 35 Jahre im Dienst
und legt in dieser Zeit etwa drei Millionen Kilometer zurück.
Bus
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13
Bus-Business auf einen Blick
Vorreiter in Deutschland: Bereits
seit 1987 fahren in München moderne
Niederflurbusse. Seit 2001 rollen sie
flächendeckend auf allen Linien.
■ 2014 sind 187 Millionen Menschen
mit dem Bus gefahren. Rekord!
■ Das Busnetz ist 467 Kilometer lang.
Es gibt 69 Bus- und 12 Nachtlinien.
■ Busse verbinden die Stadtviertel und
sind ein idealer Zubringer zur U-Bahn.
■ Der Abstand zwischen den 968 Haltestellen liegt bei durchschnittlich
482 Metern.
■ Im Busnetz sind in Spitzenzeiten rund
440 Busse im Einsatz, darunter immer
mehr flexible Buszüge.
■ Seit Herbst 2013 werden diese Bus­
züge auf Münchens Straßen eingesetzt.
Die 23 Meter langen Gefährte bestehen aus einem Solobus und einem
Anhänger. Sie bieten Platz für 133
Fahrgäste, das sind rund 30 Prozent
mehr als beim Gelenkbus.
■ Die Busflotte wird kontinuierlich
erneuert. Ein Bus ist rund zwölf Jahre
in Betrieb und legt in dieser Zeit
circa 800.000 Kilometer zurück.
Wie schaffen es die Busse, meist pünktlich zu sein?
Dahinter steckt ein ausgeklügeltes Konzept. Damit die Busse möglichst pünktlich ankommen
und abfahren, wurden verschiedene Maßnahmen umgesetzt. Einer der Gründe für pünkt­
liche(re) Busse sind separate Busspuren. In der
Landeshauptstadt fahren die Busse auf einer
Strecke von 22 Kilometern am Stau vorbei.
lichkeit«, erklärt Thomas Werner, Beschleunigungsexperte der MVG. Beim »Fahrplan-Einhalten« hilft auch die Gestaltung der Haltestellen.
Statt Busbuchten gibt es immer häufiger »Kap­
haltestellen« ohne separate Haltebucht. Dadurch, dass der Bus nicht mehr ein- und ausscheren muss, ist er dynamischer unterwegs.
Auch moderne Fahrzeuge sorgen dafür, dass
der Fahrplan eingehalten wird. Weil alle MVG
Busse mit Niederflurtechnik ausgestattet sind,
an den Haltestellen abgesenkt werden können
und die neueren Busse über eine zusätzliche
Tür verfügen, geht das Ein- und Aussteigen zügig. »Auch dass die Busfahrer seit 2002 keine
Fahrkarten mehr verkaufen, erhöht die Pünkt-
Die grüne Welle machts möglich:
flott durch die Stadt
Für die grüne Welle bei den Münchner Bussen
sorgt eine Vorrangschaltung an den Ampeln.
Sie verkürzt die Fahrzeit und erhöht die Pünktlichkeit. Die so genannte »Bus-Beschleunigung« wurde in München 1995 auf der heuti-
gen MetroBus-Linie 58 eingeführt. Mittlerweile
fahren 13 Buslinien beschleunigt. Nähert sich
ein Bus einer Kreuzung, sendet er einige hundert Meter zuvor per Funk ein Signal an die Ampel. Dadurch wird gewährleistet, dass Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer die Kreuzung
verlassen können, bevor die Ampel für den Bus
auf Grün schaltet. An 389 von 784 Ampeln in
München haben Busse Vorrang. Pro Jahr kommen circa 30 Ampeln hinzu. Aber: Ist das nicht
ungerecht für Autofahrer, wenn Busse immer
Grün bekommen? »Die Busbeschleunigung hat
keine negativen Auswirkungen auf Pkws, Radfahrer und Fußgänger«, sagt Valentin Seifert,
Fachbereichsleiter bei der MVG. Wenn Busfahren attraktiver wird, müssen weniger Menschen
mit dem Auto fahren und die Straßen werden
vom Autoverkehr entlastet. Für die Fahrgäste
verkürzt sich durch die Vorrangschaltung die
Fahrzeit pro Streckenabschnitt um 10 bis
20 Prozent. Diese Zeitersparnis wissen die
Kunden zu schätzen. Eine Befragung auf der
StadtBus-Linie 100 zeigte im Jahr 2012, dass
die Zufriedenheit in puncto Pünktlichkeit deutlich stieg – von 70 auf 88 Prozent. Na dann:
staufreie Fahrt!
Alle MVG Busse sind behindertengerecht aus­
gestattet. Zum Standard gehören Klapp­rampe,
Klimaanlage, Videoüberwachung für umfassende Sicherheit und Flachbildmonitore für die
Kundeninformation.
U-Bahn
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15
Vom Spätzünder zum Vorreiter
Hingucker an der Münchner Freiheit:
Der Nachfolger dieses C-Zuges wurde mit
drei renommierten Design-Preisen ausgezeichnet. Seine Spitzengeschwindigkeit
liegt bei 90 km/h.
■ Die U-Bahn ist in München ein Spätzünder. Jungfernfahrt war im Jahr
1971. Zum Vergleich: Die »London
Under­ground« gibt es schon seit 1863,
die New Yorker »Subway« seit 1904.
■ Seit der ersten Streckeneröffnung
hat sich viel getan. Damals gab es vier
Kilometer U-Bahnstrecke, 1989 galt
das Netz mit 55 Kilometern als aus­
gebaut. Heute sind es 95 Kilometer.
■ 562 U-Bahnwagen fahren auf acht
Linien 100 Bahnhöfe an.
■ Mit mehr als einer Million Fahrgästen
täglich ist die U-Bahn das meistge­
nutzte Verkehrsmittel in München.
Rund 390 Millionen Menschen
fahren pro Jahr!
■ Seit 1996 bildet die Münchner Verkehrsgesellschaft als eines der ersten
Unternehmen in Deutschland und
Europa das Fahrpersonal an einem
U-Bahn-Fahrsimulator aus. Mehr als
450 U-Bahnfahrer werden einmal
pro Jahr im Fahrsimulator geschult.
Warum gibt es bei den neuen U-Bahnen keine Waggons mehr?
Aus demselben Grund, aus dem es fast keine
Telefonzellen mehr gibt. Es gibt etwas Besseres,
das genau den gleichen Zweck erfüllt! Heute
hat fast jeder ein Handy in der Tasche. Was für
Telekommunikation gilt, gilt auch für Mobilität.
wagen oder Sehbehinderter – jeder soll sich in
der U-Bahn wohl und sicher fühlen. »Das Konzept des C-Zuges hat sich bewährt und ist in
weiterent­wickelter Form nach wie vor weg­
weisend«, sagt MVG Chef Herbert König.
mehr Platz für Kinderwagen und Rollstühle.
Video­kameras, Fahrgast-TV und Brandschutz­
einrichtungen sind Standard. Die direkte
Blickachse zum Fahrer erhöht das Gefühl der
Sicherheit.
Über die Jahre hat sich auch die U-Bahn weiterentwickelt. Der so genannte C-Zug, vor rund 15
Jahren beschafft, wurde gemeinsam mit dem
renommierten Designer Alexander Neumeister
entwickelt. Das neueste Modell, der wie sein
Vorgänger komplett durchgängige Gliederzug
vom Typ C2 hat den bekannten Design-Preis
»Red Dot Award« gewonnen, eine Auszeichnung für besonders gelungenes Produkt­
design. Ob Teenie, Senior, Mutter mit Kinder-
Keine U-Bahn ist so gut, als dass
sie nicht noch besser werden könnte
Lichtrondelle im Einstiegsbereich setzen besondere gestalterische Akzente und anders als
beim Vorgängermodell sind alle Sitze gepolstert. All diese Weiterentwicklungen machen die
Züge nicht nur komfortabler, sondern auch
wirtschaftlicher und ökologischer. Die Systeme
in den Zügen sind instandhaltungsarm. Da­
durch sind weniger Wartungen notwendig und
der Zug ist öfter verfügbar. Unser Ziel: weniger
überfüllte Züge und zufriedene Fahrgäste!
Beim C2-Zug verbessern breite Türen, LEDLeuchtbänder an den Türkanten und die Durchgängigkeit des Zuges den Fahrgastfluss. Dies
alles sorgt für schnelleres Ein- und Aussteigen
und damit für weniger Verspätungen. Durch
die geschickte Raumaufteilung passen mehr
Fahrgäste in den Zug und es gibt gleichzeitig
Investitionen mit Zukunft
■ Um das Angebot zu verbessern, wird in
neue U-Bahnen investiert. Die 21 Züge
vom Typ C2 kosten 185 Millionen Euro.
■ Künftig soll es 39 moderne sechsteilige
Züge geben, weitere Züge werden in
den nächsten Jahren angeschafft.
■ Der neue C2-Zug bietet Platz für 940
Per­sonen und ist bis zu 90 km/h schnell.
Er kann über 50 Prozent seiner Brems­
energie rückspeisen und nahezu alle
Einzelteile können re­cy­celt werden.
■ In der Technischen Basis der U-Bahn
entsteht ein neuer Werkstattkomplex
für die U-Bahn-Gliederzüge.
Betriebszentrum
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17
Hightech und Information
Im MVG Betriebszentrum sorgen moderne
Rechner- und Kommunikationstechnik für
einen reibungslosen Ablauf.
■ Das MVG Betriebszentrum ist täglich
24 Stunden besetzt.
■ Alle Fahrzeuge senden regelmäßig ihre
Positionsdaten zur Leitstelle. Die Leit­
systeme errechnen daraus u.a. die Abfahrtszeit an der nächsten Haltestelle.
■ Auf mehr als 1.000 Anzeigetafeln an
U-Bahn-, Bus- und Tramhaltestellen
werden die Abfahrtszeiten der Fahrzeuge im Minutentakt aktualisiert.
■ Das Betriebsleitsystem ITCS (engl.:
Intermodal Transport Control System)
ermöglicht die Beschleunigung von
Bus und Tram sowie eine rasche Fahrgastinformation.
■ Gerät der Fahrplan aufgrund einer
Störung durcheinander, koordiniert
ein Störungsmanager den Fahrzeugeinsatz, Schienenersatzverkehr und
die Fahrgast­information.
■ Seit 2009 wird vom MVG Betriebs­
zentrum aus der Schienenersatzver­kehr auch mit Taxen organisiert,
falls Trambahnen ausfallen.
Wie behält man bei so vielen Verbindungen den Überblick?
Das erfordert modernste Technik und Teamwork. Der Verkehr wird im MVG Betriebszentrum überwacht, koordiniert und wenn nötig
umgeleitet. Die etwa 150 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen haben in der Hauptverkehrszeit
ständig mehr als 80 U-Bahnen, über 90 Trambahnen und rund 400 Busse im Blick. Per Funk
sind sie mit den Fahrern und Fahrzeugen in
Kontakt. Wo genau welches Fahrzeug unterwegs ist, sehen sie auf großen Flachbildschirmen. Damit die Fahrgäste auch bei Stau und
Störungen pünktlich von A nach B kommen,
zählen Konzentration und Kommunikation.
Das MVG Betriebszentrum besteht aus zwei
Teams: der Leitstelle Oberfläche für Bus und
Tram sowie der U-Bahnbetriebszentrale. Meldet zum Beispiel ein Trambahnfahrer einen
Falschparker auf den Gleisen oder ein Busfahrer einen Unfall, wird im MVG Betriebszentrum
sofort gehandelt: Ersatzverkehr wird organisiert, an den Haltestellen werden Durchsagen
gemacht und weitere Schritte eingeleitet.
Schnelle Entscheidungen sind gefordert
und werden ständig getroffen
Pro Tag werden in der Leitstelle Oberfläche bis
zu 3.000 Funkgespräche geführt. »Die Kollegen kennen das Streckennetz im Schlaf«, sagt
Jens Wagner, Leiter der Betriebssteuerung.
Denn jeder Mitarbeiter ist ausgebildeter Bus-,
Trambahn- oder U-Bahnfahrer. Die Mitarbeiter
haben fünf bis acht Monitore gleichzeitig im
Blick. Angezeigt werden u. a. die Strecken, der
Fahrzeugstandort und die Fahrpläne.
Die Experten in der U-Bahnbetriebszentrale
koordinieren den unterirdischen Verkehr. Von
hier werden 2.022 Signale, 504 Weichen und
1.795 Fahrstraßen vollautomatisch ferngesteuert. Für zwei U-Bahnlinien sind jeweils vier
Mitarbeiter zuständig: zwei Stellwerker, ein
Mitarbeiter für die Fahrgastinformationen und
ein Disponent. Der Disponent überwacht die
Pünktlichkeit und die Anschlüsse. Kommt es zu
einer Störung, entscheidet er über Umleitungen und geänderte Zugeinsätze.
Zusätzlich zum Betrieb der U-Bahnen haben
die Mitarbeiter auch das Geschehen in den
U-Bahnhöfen im Blick – auf ihre Monitore werden die Bilder der Videokameras übertragen.
Für Notfälle gibt es Direkt­leitungen zu Polizei,
Feuerwehr und Rettungsleitstelle. Besondere
Herausforderungen sind Großevents. »Wenn
alles klappt, bekommen wir auch mal Lob«,
freut sich Jens Wagner. Richtig glücklich macht
das Betriebszentrum die Fahrgäste, wenn es
um Fundsachen geht. »Wenn jemand etwas
verloren hat und es dem Fahrer meldet,
machen wir schon mal eine Live-Durchsage an
alle Fahrer«, sagt Wagner. So fanden schon ein
Gebiss und ein Hund zurück zu ihrem Besitzer
– schnell und unkompliziert.
Betriebshöfe
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Hinter den Kulissen
Fachkundige Kontrolle: Bei der großen
Inspektion im Betriebshof der Technischen
Basis in Fröttmaning sitzt jeder Handgriff
an der 114 Meter langen und 164 Tonnen
schweren U-Bahn.
■ Die Wartung der Fahrzeuge und
Strecken ist die Hauptaufgabe der
Mit­arbeiter in den Betriebshöfen und
Werkstätten. Sie warten, reparieren
und erneuern aber auch Oberleitungen, Stromschienen, mehr als 170
Aufzüge, Haltestellen, FahrausweisAutomaten und Betriebsanlagen.
Außerdem werden Sattler- und
Polsterarbeiten erledigt.
■ U-Bahnen, Busse und Trambahnen
werden in der vollautomatischen
Waschstraße gereinigt. Es dauert
36 Minuten, bis eine 114 Meter lange
U-Bahn wieder blitzt, bei der Tram
sind es 15 Minuten, Busse sind schon
nach drei Minuten wieder sauber.
■ Die mehr als 400 Busse, die für die
MVG unterwegs sind, werden täglich
gewartet. Bevor die Fahrer ihre Tour
beginnen, stehen bei jedem Fahrzeug
Betankung, Ölkontrolle, Prüfung des
Kühlwasserstandes und eine Kontrolle
der Reifen auf dem Plan.
Warum fahren die U-Bahnen nachts für wenige Stunden nicht?
Weil nachts geputzt, gebaut und repariert wird,
damit es tagsüber möglichst reibungslos läuft.
Wenn die U-Bahnen nicht fahren, herrscht
Hochbetrieb bei den Mitarbeitern, die im Streckennetz unterwegs sind, um ihre Arbeiten zu
erledigen.
Nachts gibt es viel zu tun. Saubermachen zum
Beispiel. Ob alte Zeitungen oder leere Trinkbecher – tagsüber sammelt sich einiges an Müll
an im Gleisbett. Nacht für Nacht wird dieser
Unrat auch mit dem gigantischen Gleisstaubsauger »Schlucki« beseitigt. Mit zwei Kilometern pro Stunde tuckert der 1.000 PS-Koloss
über die Gleise und saugt pro Nacht eine Vierteltonne Müll auf.
Fachwissen und Sorgfalt – ohne das geht es nicht
Zwischen 1.30 Uhr und 4.30 Uhr fahren keine
U-Bahnen – am Wochenende beginnt die Pause sogar erst ab 2.30 Uhr. Für die Mitarbeiter
des Betriebshofes heißt das: wenig Zeit für viel
Arbeit. Denn nachts wird auch unterirdisch
Material vom Betriebshof zu Baustellen transportiert und es werden Gleisbau- und Instandhaltungsarbeiten in den Tunneln durchgeführt.
Neben der gründlichen Reinigung der Anlagen
und Fahrzeuge haben die Mitarbeiter in der
Technischen Basis für die U-Bahn am Fuße der
Allianz Arena in München-Fröttmaning noch
zahlreiche weitere Aufgaben. Wichtigstes Ziel
ihrer Arbeit: Betriebsstörungen vermeiden und
für die Sicherheit der Fahrgäste sorgen. Deshalb kommt jeder der 562 U-Bahnwagen, der
in München unterwegs ist, regelmäßig zur
Kontrolle. Alle fünf Wochen werden die Züge
gewartet, zweimal im Jahr ist Revision. Nach
500.000 Kilometern Laufleistung wird bei der
Inspektion von A wie Achse bis Z wie Zählwerk
alles geprüft. »Das ist wie beim Auto«, erklärt
Betriebs­hofmeister Günter Sommerfeld. »Es
gibt einen kleinen Kundendienst und einen
großen.« Die Fahrzeuge so gut und schnell wie
möglich wieder auf die Schiene zu bekommen,
ist das Ziel der Mechatroniker, Mechaniker,
Elektriker, Schweißer, Polsterer, Ingenieure und
Lagerarbeiter – sie alle arbeiten Hand in Hand.
Zahlen bitte!
■ Rund 500 Mitarbeiter in den Werk­
stätten sorgen dafür, dass jedes Jahr
meh­rere 100 Millionen Fahrgäste
sicher unterwegs sind.
■ Rund 1.000 Fahrzeuge, 175 Kilometer
Gleis­bett, 177 Aufzüge und 771 Roll­
treppen werden in regelmäßigen Abständen gewartet und repariert.
■ Nach etwa 30 Jahren, wenn eine Re­
paratur nicht mehr sinnvoll ist, wer­den die Rolltreppen ausgetauscht.
■ Die Fahrzeuge werden in zwei Busbetriebshöfen, einem Trambetriebshof,
einer Trambahn-Hauptwerkstätte und
der Technischen Basis U-Bahn regel­
mäßig kontrolliert.
■ Im Zentrallager in München-Fröttmaning gibt es in einem vollautomatischen
Hochregallager 12.000 verschiedene
Ersatzteile für alle Fahrzeuge.
■ Gute Wartung lohnt sich: Die U-Bahnen
sind 40 Jahre im Dienst, Trambahnen
35 und Busse rund zwölf Jahre.
Service
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21
Gute Beratung kommt an
Richtungsweisend: Trotz der technischen
Möglich­keiten von Internet, SmartphoneApp & Co. schätzen viele Fahrgäste eine
persönliche Beratung im Kundencenter.
■ Jeder dritte Kunde in einem der
MVG Kundencenter hat eine Frage
zum Fahrkartenkauf oder braucht
eine Verbindungsauskunft.
■ An der kostenlosen MVG Hotline
0800 344226600 werden pro Jahr
mehr als 50.000 Fragen rund um
das MVG Angebot beantwortet.
■ 220.000 Münchner haben ein
Abonnement bei der MVG.
■ An fünf U-Bahnhöfen gibt es MVG Info­
points. Dort bekommen Fahrgäste Fahr­plan- und Tarifauskünfte sowie Tickets
und können Fundsachen abgeben.
■ Wer in U-Bahn, Bus, Tram oder im
U-Bahnhof etwas verliert, kann sich
direkt an das MVG Fundbüro wenden.
■ Von praktischen Minifahrplänen über
Baustellen-Flyer bis zum persönlichen
Gespräch am Infomobil – die MVG
hält Sie auf dem Laufenden.
■ Das kostenlose Kundenmagazin »MVG
Info« und der »MVG Newsletter« informieren über Aktuelles und Spannendes
rund um Mobilität in München.
Wie erfährt man, wie es in München am besten von A nach B geht?
Für alle Münchner sind U-Bahn, Bus und Tram
eine gute Wahl und für den Weg zu den
Münchner U-Bahnhöfen bietet sich das Fahrrad
an. Die MVG verbindet auf über 600 Kilometern mehr als 1.200 Haltestellen. Das Streckennetz ist so groß, dass man schon mal den Überblick verlieren kann.
Aber kein Grund zur Sorge: Es gibt vielfältige
Möglichkeiten herauszufinden, wie man am
besten zum Ziel kommt. Die Mitarbeiter der
Kundencenter am Hauptbahnhof, am Marienplatz und am Sendlinger Tor, an den Info­points
und der MVG Hotline sind Experten, wenn es
um die schnellsten Verbindungen und preiswertesten Tickets geht.
Service à la carte: persönlich, telefonisch oder online
»Das Tarifsystem erscheint auf den ersten Blick
nicht einfach«, sagt Ulrich Winter, Leiter der
MVG Kundencenter. »Aber das sind Handytarife
auch nicht. Durch unser vielfältiges Angebot
findet jeder Fahrgast genau das Ticket, das er
braucht und das am günstigsten für ihn ist.«
Vor allem Pendler, München-Besucher und diejenigen, die mit dem Tarifsystem noch nicht so
vertraut sind, nutzen den persönlichen Beratungsservice sehr gern, wenn es um Route oder
Tarif geht. »I red hoid lieba mit am Menschn!«,
erklärt ein Kunde am Schalter.
Wer sich lieber durchklickt als durchfragt, bekommt auf www.mvg.de eine Verbindungsund Tarifauskunft. Vielfahrer können auch
direkt online im MVG Kundenportal ihr Abonnement bestellen (www.mvg-aboservice.de).
Wer unterwegs ist und sich informieren möchte, wie und wo der schnellste Weg zum Ziel
führt, dem hilft die App »MVG Fahrinfo München« weiter. Die Smartphone-Anwendung
zeigt auf einen Klick, wann und wie man am
besten von A nach B gelangt. Mehr als 500.000
aktive Nutzer der kostenlosen SmartphoneAnwendung für iPhone und Android-Geräte
gibt es bereits. Seit Dezember 2013 ist über die
App auch der HandyTicket-Kauf möglich.
■ Seit 2005 informieren MVG und Stadt
Neumünchner mit dem »Neubürger­
paket« zu nachhaltiger Mobilität.
»Aber digitale Angebote können die persön­
liche Beratung nicht ersetzen«, ist sich Ulrich
Winter sicher. Deshalb wird die persönliche
Kundenbetreuung ausgebaut.
Im modernisierten U-Bahnzwischengeschoss
am Hauptbahnhof hat 2014 ein neues Kundencenter eröffnet. Dort können alle Fahrgäste die
individuelle Beratung durch die MVG Mitarbeiter in Anspruch nehmen – und zwar auf Bayerisch, Hochdeutsch, Hindi oder neun weiteren
Sprachen. Außerdem bekommt man nicht nur
seinen persönlichen Fahr­plan ausgedruckt – es
gibt auch Souvenirs und für Schlechtwettertage
sehr stabile Schirme. Denn: Wir lassen niemanden im Regen stehen.
■ Betriebsstörungen mit längeren Be­
einträchtigungen melden wir Münchner
Rundfunk- und Online-Redaktionen.
■ Bei von uns zu vertretenden Verspä­
tungen ab 20 Minuten ersetzen wir den
Gegenwert einer Tageskarte für den Innenraum. Das ist die »MVG Garantie«.
■ Die MVG vernetzt mit www.mvg.de/
multimobil CarSharing und ÖPNV. MVG
Abokunden erhalten Sonderkonditionen
bei unseren CarSharing-Partnern.
■ Unter www.mvg-live.de können die
echten Abfahrtszeiten von U-Bahn,
Bus und Tram minutengenau abgefragt
werden. Bei www.mvg-zoom.de gibt es
für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste
Informationen, ob alle Fahr­treppen
und Lifte funktionieren.
■ Über unsere Social-Media-Angebote
auf Facebook, Google+, Twitter und
über den Blog halten wir die Fahrgäste
auf dem Laufenden und freuen uns
über ihr Feedback.
Sicherheit
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23
Durch München – aber sicher!
Sicher unterwegs: Umfangreiche Notfall­
einrichtungen und die persönliche Präsenz
der MVG Mitarbeiter sorgen dafür, dass
sich die Fahrgäste sicher fühlen können.
■ In Bahnhöfen, an Haltestellen und in
Fahrzeugen sind rund 4.000 Kameras
installiert. Die Aufnahmen werden vom
MVG Betriebszentrum überwacht.
■ Das Alkoholkonsumverbot in unseren
Fahrzeugen und Anlagen befürworten
mehr als 80 Prozent der Fahrgäste.
■ Die Münchner U-Bahnwache sorgt
zusammen mit der Polizei für Sicherheit
und ist bei Bedarf schnell zur Stelle.
■ An allen U-Bahnsteigen gibt es
Tastrillen, damit sich Blinde und
Seh­be­hinderte besser orientieren
können. Für sie bietet die MVG auch
Schu­lungen an.
■ Gute Beleuchtung in den U-Bahnhöfen und transparente Haltestellen
und Lifte tragen zum Wohlgefühl
der Fahrgäste bei.
■ Seit 2010 wird ein neues U-Bahn-Leit­
system eingeführt. Für die bessere und
schnellere Orientierung in den U-Bahn­
höfen werden Ausgänge zusätzlich
mit Buchstaben gekennzeichnet.
Was wird für die Sicherheit der Fahrgäste getan?
Jede Menge! Denn die Sicherheit unserer Fahrgäste steht an erster Stelle – egal, ob in der
U-Bahn und den U-Bahnhöfen, nachts an der
Bushaltestelle oder beim Einsteigen in die Tram.
Zusätzlich zu den zahlreichen Sicherheitsvorkehrungen (siehe Kasten rechts), die sowohl
die objektive Sicherheit erhöhen als auch das
Sicherheitsgefühl unserer Fahrgäste verbessern, bieten wir verschiedene Schulungen an,
damit jeder sicher mobil sein kann. Seit dem
Jahr 2000 gibt es in Zusammenarbeit mit
Münchner Schulen und Kindergärten die Schulprojekte der MVG. »Ziel ist, dass die Kinder und
Jugendlichen selbständig und sicher im Verkehr unterwegs sind«, erklärt Ruth Schawohl,
die das Projekt »Mobi-Race« koordiniert. Bei
diesem mehrtägigen Schulprojekt, das sich an
Viert- und Fünftklässler richtet, bekommen die
Schüler zuerst theoretisches Wissen vermittelt
und machen dann eine Rallye mit U-Bahn, Bus
und Tram quer durch die Stadt.
Großes Interesse an Projekten
bei Jungen und Junggebliebenen
Der Unterricht der besonderen Art ist sehr beliebt. Das Feedback der Kids: »Das hat voll
Spaß gemacht!« Neben dem richtigen Lesen
von Fahrplänen und dem Zusammenhang zwischen Verkehrsmittelwahl und Umwelt- und
Klimaschutz lernen die Kids auch jede Menge
über die Sicherheitseinrichtungen. Fast 300
Schulklassen mit mehr als 7.000 Schülern haben bereits mitgemacht. Für Senioren gibt es
seit 2010 das MVG Mobilitätstraining »Sicher
unterwegs mit U-Bahn, Bus & Tram«. Bei der
kostenlosen Veranstaltung bekommen Senioren Tipps für das sichere Ein- und Aussteigen
sowie die Nutzung von Rollatoren und Rollstühlen in den Fahrzeugen. Geübt wird ohne
Stress und Zeitdruck in einem Sonderbus, der
direkt in die Alten- und Servicezentren der
Stadt (ASZ) kommt. An einem Exkur­sionstag
wird das erlernte Wissen direkt angewendet.
»Endlich traue ich mir wieder zu, die Öffent­
lichen zu nutzen«, sagt eine Seniorin begeistert. So soll es sein: Mit Sicherheit mobil!
Helfen? Mit Sicherheit!
■ Die MVG besitzt ein dichtes Netz an
Notfalleinrichtungen. Wenn Gefahr
droht, kann jeder eingreifen.
■ Alle U-Bahnhöfe sind mit Notfallsäulen
ausgestattet, die sämtliche Sicherheitseinrichtungen bündeln. Insgesamt sind
454 dieser Säulen an Bahnsteigen und
in Zwischengeschossen installiert.
■ Auch alle Aufzüge sind mit einem
Notruf ausgestattet. Durch Drücken
wird man mit dem MVG Betriebszentrum verbunden.
■ In den U-Bahnzügen gibt es im
Eingangsbereich Notrufknöpfe. Sie
ver­binden direkt mit dem Fahrer.
■ In allen Fahrzeugen der MVG gibt es
Feuerlöscher und einen flächende­cken­
den Handyempfang.
■ Weltweit war die MVG das erste Verkehrsunternehmen, das automatisierte
Defibrillatoren im U-Bahnbereich bereitgestellt hat. So konnten schon über
20 Menschenleben gerettet werden.
Großevents
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Auf geht’s zur Wiesn!
In München ist immer etwas los: Ob Messe,
Festivals oder Fußballspiel, wenn München
auf Achse ist, dann mit uns. Denn Groß­
veranstaltungen sind unsere Spezialität.
■ Zur Wiesn fahren U-Bahn, Bus und
Tram viel öfter. 6.000 zusätzliche Fahrten legen die Busse und Bahnen der
MVG in den 16 Tagen zurück.
■ Im Jahr 2014 kamen knapp vier Mil­
lionen Wiesn-Besucher aus aller Welt
mit Bus und Bahn zum Oktoberfest.
■ Zum größten Volksfest der Welt ma­chen unsere Fahrer und Fahrerinnen
etwa 250 Extraschichten.
■ Allein im U-Bahnhof Theresienwiese
sorgen jeden Tag 60 zusätzliche Mit­ar­
beiter für die Sicherheit der Wiesn­
Besucher, in Spitzenzeiten sogar 75.
■ Zwischen Hauptbahn­hof und Theresien­
wiese werden zum Oktoberfest rund
viermal so viele Fahrgäste chauffiert
wie sonst zur Hauptverkehrszeit. Am
Hauptbahnhof fährt alle zwei Minuten
eine U-Bahn ein.
■ Damit es in den Bahnhöfen nicht
ausschaut wie hinterm Festzelt, sind
täglich zusätzlich bis zu 30 Reini­
gungskräfte im Einsatz.
Wiesn-Zeit ist in München Ausnahmezeit – auch bei der MVG?
Absolut! Immerhin ist das Oktoberfest das
größte Volksfest der Welt. Über sechs Millionen
Menschen strömen an den Wiesn-Tagen zur
Theresienwiese. Mehr als die Hälfte der Besucher nutzt den ÖPNV. Während es für WiesnFans aus nah und fern »Gaudi!« und »Oans,
zwoa, g’suffa!« heißt, gilt für die Mitarbeiter der
MVG: Urlaubssperre. Jeden Tag sind bis zu 200
zusätzliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im
Einsatz. Allein im U-Bahnhof Theresienwiese
sorgen 75 Mitarbeiter dafür, dass alle Fahrgäste
sicher zur Wiesn und wieder gut heim kommen.
Das klappt mit der Fahrgastlenkung: die Durchsagen am Bahnhof in bestem »Boarisch« sind
legendär. »Willkommen im Wiesn-Sonderex-
press!«, hallt es über die Lautsprecher aus der
erhöhten »Wiesn-Kanzel« am Bahnsteig.
Hier macht es allen Spaß: gute Stimmung
auf dem Weg zur Wiesn
»Kemman S’ zu mia in die Mitte, wenn S’ hier
einsteign, haben S’ garantiert a Sitzplatzl.« Ziel
ist es, die Züge schnell und sicher abzufertigen,
damit es keinen Stau gibt. Mit einer Prise
Humor funktioniert das erfahrungsgemäß besonders gut. Zum Oktoberfest wird das MVG
Team von Kollegen aus Verkehrsunternehmen
von Wien bis Berlin unterstützt. Außerdem
arbeiten Polizei, Rettungsdienste und U-Bahnwache eng zusammen. »Wir passen gut auf un-
sere Fahrgäste auf – grad weils so zugeht«, sagt
Reinhard Harpointner, der das Wiesn-Serviceteam am Hauptbahnhof leitet. Damit alles rund
läuft, werden vor der Wiesn Technik-Checks
durchgeführt und in und an den Bahnhöfen zusätzliche Wegweiser angebracht. Für externe
Mitarbeiter gibt es Schulungen und Wiesn-Neulingen helfen »Wiesn-Schaffner« vor Ort weiter
– auch auf Hochdeutsch. »95 Prozent wollen auf
der Wiesn einfach nur Spaß haben«, schätzt Einsatzleiterin Monika Reindl. Falls doch mal eine
Maß zu viel im Spiel war, versucht sie, zu de­
eskalieren: »Man muss nicht immer hart durchgreifen«, weiß sie aus Erfahrung. »Meist reicht
auch einfach a Gaudi.« In diesem Sinne: »Einsteigen, Achtung an den Türen – auf geht’s!«
Chauffeur der Extraklasse
■ Ob Fußballspiel, Papstbesuch, Öku­
menischer Kirchentag, Großmessen
oder Open-Air-Events – die MVG sorgt
bei Großveranstaltungen dafür, dass
alle sicher hinkommen und setzt zu­
sätzliche Busse und Bahnen ein.
■ Damit alles gut funktioniert, planen
wir vorausschauend, arbeiten mit den
Veranstaltern zusammen und passen
Werkstatttermine und Infrastrukturplanung an.
■ Bei Festivals, wie »Tollwood« im Olym­
piapark, setzen wir Sonderlinien ein.
■ Zu Messen fährt die U-Bahn in verkürzter Taktung. Mehrsprachige U-BahnHostessen helfen vor Ort weiter.
■ Zu einem Fußballspiel in der Allianz
Arena fahren 26.000 Fußballfans mit
der U-Bahn – in zwei Stunden!
■ Eine feste Größe im Münchner Nachtleben sind die MVG Nachtlinien. Vier
NachtTrams und zwölf NachtBuslinien
shutteln die Partygänger.
Umweltschutz
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Mobile Umweltschützer
ÖPNV ist Klimaschutz per se:
Mit unserem Angebot tragen wir
wesentlich dazu bei, dass München
lebenswert bleibt.
■ MVG Fahrzeuge stoßen im Durchschnitt
viermal weniger CO² aus als Pkws.
■ Seit einigen Jahren testet die MVG
alternative Antriebstechnologien wie
Hybrid- und Elektrobusse.
■ 75 Prozent des Waschwassers für
die Fahrzeuge wird aufgefangen,
auf­bereitet und wiederverwendet.
■ Rund 700 Tonnen Müll fallen jährlich
an den Haltestellen an. 57 Prozent
davon werden recycelt, der Rest wird
zur Energiegewinnung genutzt.
■ Seit 2013 sind Buszüge im Einsatz.
Die Fahrzeuge sind noch umweltfreundlicher, da sie 30 Prozent mehr
Fahrgästen Platz bieten.
■ Weil Busse an Ampelanlagen Vor­rang erhalten, müssen sie auch
seltener anfahren und bremsen –
das spart viel Energie.
■ Der Grünflächenanteil der Stadt
wird durch 26 Kilometer Rasengleis
für Trambahnen erhöht.
Was macht die MVG für Umwelt- und Klimaschutz?
Ziemlich viel! ÖPNV ist an sich schon der wichtigste Beitrag zum Klimaschutz. Denn jeder,
der sich für Bus, Bahn, Fahrrad und CarSharing
und gegen die Fahrt mit seinem Auto entscheidet, sorgt dafür, dass weniger klimaschädliches
Kohlenstoffdioxid abgegeben wird.
Der umsichtige und nachhaltige Umgang mit
Ressourcen ist für die MVG ein zentrales Thema. »Die Einhaltung aller Umweltschutzbestimmungen ist ein enormer Aufwand, aber
sehr wichtig«, sagt Heinrich Geistlinger, Leiter
des Haus- und Anlagen-Service.
Das bundesdeutsche Kreislaufwirtschaftsgesetz
regelt beispielsweise den Umgang mit Müll.
Entsprechend recycelt die MVG Kunststoffe und
trennt Wertstoffe. Zudem gibt es eine spezielle
Sondermüllstelle. Ein Teil des anfallenden
Mülls wird zur Energiegewinnung genutzt.
Um Emissionen zu ver­ringern, setzt die MVG
auf innovative Technologien und trägt damit
kontinuierlich zur Reduzierung von Lärm und
Schadstoffen bei. »Hier haben wir seit jeher eine Vorreiterrolle«, betont Geistlinger. Die neuen Busse erfüllen bei ihrer Anschaffung jeweils
die höchsten Umwelt- und Abgasnormen, derzeit Euro 6. Alle Stadtbusse in München ver­
fügen zudem über Rußfilter, mit denen die
Feinstaubemissionen auf ein Minimum reduziert werden.
Energieeinsparung und
innovative Technologien
Der sparsame und ressourcenschonende Umgang mit Energie ist ein Leit­motiv der MVG Beschaffungspolitik. Verglichen mit den U-Bahnen aus den 1970er Jahren verbrauchen die
neuen Züge nur die Hälfte der Energie pro gefahrenem Kilometer. Auch die Auswahl der
Komponenten der neuen U-Bahnzüge erfolgte
nach Umweltgesichtspunkten. Die C2-Züge
sind zu über 95 Prozent recycelbar. Moderne
LED-Leuchten ersetzen Halogenstrahler. Bei
Trambahnen wird der Energieverbrauch durch
Leichtbautechnik und Rückspeisung der Brems­
energie gesenkt. Bis zu 40 Prozent der aufge-
nommenen Energie kann beim Bremsen ins
Netz eingespeist werden. Bei den neuen
U-Bahnen ist es noch mehr.
Auch bei der Infrastruktur wird der Energie­
verbrauch reduziert: Durch eine Grundwasser-Wärmepumpe an den U-Bahnstationen
Neuperlach Süd und Therese-Giehse-Allee
werden beim Beheizen der Bahnhöfe bis zu
90 Prozent der Energie gespart. Das Geothermie-Projekt wurde 2012 mit dem »Energy
Masters Award« ausgezeichnet. Daneben bietet
die MVG mit zahlreichen innovativen Mobilitätskonzepten umweltfreundliche Kombina­
tionsmöglichkeiten von individuellem und
öffent­lichem Personenverkehr.
Nachhaltigkeit
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29
Säulen der Nachhaltigkeit
In guter Gesellschaft: Ob jung oder alt,
ob Münchner oder Tourist – wer mit »den
Öffentlichen« fährt, schont die Umwelt
und seine Nerven.
■ Nachhaltiges Handeln umfasst drei
Bereiche: Wirtschaftlichkeit, Gesellschaft und Umweltschutz.
■ Qualitätsmanagement und Flotten­
modernisierung sorgen für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung.
■ Ihren Beitrag für die Gesellschaft und
die Lebensqualität in München leistet
die MVG unter anderem durch umfassenden Kundenservice, Barrierefreiheit
und die Sicherheit der Verkehrsmittel.
■ Im Mittelpunkt unseres ökologischen
Handelns steht der stetige Ausbau unseres Netzes und Angebots, der spar­
same Umgang mit Ressourcen und die
Verbesserung unserer Energieeffizienz.
■ Die MVG entwickelt sich stetig vom
reinen Verkehrsunternehmen zu dem
Mobilitätsdienstleister für München
weiter. Nach dem Neubürgerprojekt,
dem Ausbau von Bike & Ride sowie unseren CarSharing-Kooperationen bauen wir nun auch MVG Rad als Ergänzung zu U-Bahn, Bus und Tram auf.
Welche Bedeutung hat nachhaltiges Handeln für die MVG?
Die MVG will Maßstäbe für eine nachhaltige
Entwicklung setzen. Dabei stehen wir im engen
Austausch mit Entscheidungsträgern und Verbänden auf städtischer, nationaler und inter­
nationaler Ebene. Wir unterstützen die Stadt
München in ihrem Ziel, die städtischen CO²Emissionen massiv zu senken, die Effizienz der
bereits ergriffenen Maßnahmen weiter zu steigern und Synergien besser zu nutzen. Mit über
544 Millionen beförderten Personen pro Jahr
bietet die MVG eine umweltschonende Alter­
native zur Fahrt mit dem eigenen Pkw.
Die Erarbeitung einheitlicher Grundsätze einer
ressourcenschonenden und nachhaltigen Gestaltung der Verkehrssysteme ist auch ein wich-
tiges Ziel des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), in dem MVG Chef Herbert
König Vizepräsident und die MVG unter anderem aktives Mitglied im »Unterausschuss Nachhaltigkeit« ist.
Auch auf internationaler Ebene hat die MVG
ihre freiwillige Verpflichtung zu einer nachhaltigen Entwicklung unterstrichen. Herbert König,
auch Vizepräsident des Internationalen Verbands für Öffentliches Verkehrswesen (UITP),
verpflichtete sich in der UITP-Charta, die drei
Prinzipien nachhaltiger Entwicklung – soziale,
wirtschaftliche und ökologische Verträglichkeit
– als strategisches Ziel in der Geschäftspolitik zu
verankern. Seit 2013 ist Gunnar Heipp, Leiter
des Bereichs Strategische Planungsprojekte bei
der MVG, außerdem der Vorsitzende des UITPAusschusses für nachhaltige Entwicklung.
stellen muss. Denn wir gestalten die Zukunft
Münchens nachhaltig.« Global denken, lokal
handeln ist hier die Devise.
Vorausschauende Planung
und Verbesserung der Effizienz
Zu den Merkmalen der nachhaltigen Unternehmensführung zählt unter anderem eine vor­aus­
schauende Unternehmens­planung. Im Dialog
mit Kunden, Mitarbeitern und Öffentlichkeit
ermittelt die Münchner Verkehrsgesellschaft
Verbesserungspotenziale und bezieht verschiedene Interessengruppen aktiv in die Entscheidungsfindung ein. Für die ökologische Nachhaltigkeit sorgen wir mit umweltfreundlichen
Fahrzeugen und einem kontinuierlichen An­
gebotsausbau mit dem Ziel, den Autoverkehr in
München weiter zu reduzieren.
»Nachhaltige Mobilität für München bedeutet,
dass wir durch unser Angebot die Lebensqualität in München für alle langfristig steigern«,
sagt Juliane Pötzsch, Ansprechpartnerin für
Nachhaltigkeit und Qualitätsmanagement im
Bereich Strategische Planungsprojekte. »Unser
öffentlicher Personennahverkehr ist eine zen­
trale Antwort auf die Her­ausforderungen, denen sich München als wachsende Stadtregion
Angebot
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Gut geplant ist halb gespart
Gut vernetzt: Wir verbinden nicht nur
mehr als 1.200 Haltestellen, sondern
vor allem Menschen! Deutschlandweit
sind die Münchner Spitzenreiter bei
der Nutzung von Bus und Bahn.
■ Das Preis-Leistungs-Verhältnis im
Münchner ÖPNV ist überdurchschnittlich. Deutschlandweit stieg der TicketPreis in den vergangenen zehn Jahren
um 43 Prozent, in München nur um 31.
■ Die MVG arbeitet eigenwirtschaftlich.
Fahrgeldeinnahmen, Entgelte für Leis­
tungen außerhalb des Stadtgebiets
und gesetzliche Ausgleichszahlungen
müssen die Betriebskosten decken.
■ Bei der ÖPNV-Nutzung sind die
Münchner Spitzenreiter in Deutschland. Vielleicht liegt es daran, dass bei
uns alles aus einer Hand kommt. Von
der Planung über die Wartung bis zur
Ausbildung der Fahrer – wir machen
alles selbst, und zwar mit Begeisterung.
■ Der Energieverbrauch der neuen
U-Bahnzüge liegt um 60 Prozent unter
dem der Züge aus den 1970er Jahren.
■ Durch die grüne Welle und die Op­
timierung der Fahr- und Dienstpläne
werden weniger Fahrzeuge auf einer
Linie benötigt. Die Fahrzeuge können
an anderer Stelle eingesetzt werden.
Warum gibt es jedes Jahr einen neuen Fahrplan?
Ganz klar: »Weil sich die Stadt ständig verändert und wir versuchen, den Fahrplan darauf
abzustimmen«, erklärt Thomas Nowak, An­ge­
bots­planer für U-Bahn und Tram bei der MVG.
Gemeinsam mit seinem Kollegen Thomas
Krauß, der für die Planung der Busse zuständig
ist, hat er sich seit 2009 mit dem Fahrplan für
das Jahr 2014 beschäftigt. »Um eine neue
U-Bahn einzusetzen, müssen wir sie drei bis
fünf Jahre vorher bestellen«, sagt Nowak. Die
neuen Fahrzeuge werden von den Fahrgästen
heiß ersehnt. Denn seit Jahren steigen die Fahr­
gastzahlen der U-Bahn stetig. Jedes Jahr wird
ein neuer Fahrgastrekord vermeldet. Dass der
ÖPNV boomt, ist gut für die Umwelt; die MVG
aber bringt es an ihre Kapazitätsgrenzen. »Wir
können keine längeren Züge einsetzen oder die
Anzahl der Plätze in den Zügen erhöhen«, so
Nowak. Deshalb bleiben nur Taktverdichtung
und geduldiges Warten auf die neuen Züge.
Die Nachfrage bestimmt das Angebot – Finanzierbarkeit vorausgesetzt
So bald wie möglich sollen die U-Bahnen im
Stadtzentrum erstmals planmäßig im 2-Minuten-Takt zwischen Hauptbahnhof, Sendlinger
Tor und Kolumbusplatz fahren. Dafür werden
vier neue Züge gebraucht. Kommen Wohn­
gebiete hinzu, wird eine Schule eröffnet oder
siedeln sich neue Firmen an, müssen oftmals
auch neue Bus­haltestellen gebaut werden. Da-
zu stimmt sich Thomas Krauß mit Bezirksausschüssen, Baureferat, Kreisverwaltungsreferat
und Polizei ab. Einen neuen Bus zu bestellen
und einzusetzen, dauert etwa ein Jahr. Seit
2014 ist der ExpressBus X30 auf Münchens
Straßen unterwegs. »Er hält seltener, ist dadurch wesentlich schneller unterwegs und für
die Fahrgäste attraktiver«, erklärt Krauß. In
München gibt es zehntausend Möglichkeiten
umzusteigen. »Wir analysieren laufend Millionen von Daten«, sagt Verkehrsplaner Nowak,
»und sorgen dafür, dass sich die Anschlussmöglichkeiten verbessern.« Falls in der Praxis
etwas nicht so klappt wie in der Theorie – im
nächsten Jahr gibt es wieder einen neuen Fahrplan. Garantiert!
Unser Ziel: schnell und pünktlich
■ 555 Millionen Fahrgäste nutzten
2014 das Angebot der MVG. Das sind
11 Millionen mehr als im Jahr zuvor –
der zehnte Fahrgastrekord in Folge.
■ Unser Angebot ist in den vergangenen
zehn Jahren um 20 Prozent gewachsen.
■ An einem Werktag führen wir rund
10.000 Busfahrten, 2.000 U-Bahnfahrten und 2.500 Trambahnfahrten durch.
■ Insgesamt sind bei der MVG rund
1.400 Bus-, Tram- und U-Bahnfahrer
im Einsatz, hinzu kommen die Busfahrer der privaten Kooperationspartner.
■ 2014 wurde das Angebot um über
vier Prozent erweitert.
■ Der ExpressBus X30 fährt auf direk­­tem Weg in kurzen Abständen zwischen
drei Stadtteilen und hält nur an neun
Verknüpfungspunkten zu U-/S-Bahn
oder Tram. Die tangen­tiale Linie schafft
damit eine schnelle Direktverbindung
und ist eine attraktive Alternative
zur U-Bahn.
Zukunft
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Fit für die Zukunft
Investitionen mit Weitblick: Immer
mehr Menschen wollen nachhaltig mobil
sein. Damit das langfristig funktioniert,
investieren wir in die Zukunft des ÖPNV.
■ Durch die »Angebotsoffensive 2010 –
2020« wuchs das Angebot der MVG
im Jahr 2014 um gut 4,5 Prozent.
■ Je größer die Flotte, desto mehr
quali­fizierte Fahrer werden benötigt.
2014 wurden rund 190 neue Mitarbeiter im Fahrdienst eingestellt. Weitere
160 Fahrer sollen 2015 dazukommen.
■ Das Platzangebot des U-Bahn-Fuhrparks steigt bis Ende 2018 um 19
Prozent. Bis 2016 werden 126 weitere
U-Bahnwagen folgen.
■ Das Tramnetz ist in den letzten 15 Jahren um 20 Prozent gewachsen. Mit der
geplanten Verlängerung nach Steinhausen kommen 2,7 Kilometer hinzu.
■ Um die Leistungsfähigkeit des U-Bahnsystems langfristig zu sichern, forciert
die MVG Planungen für eine U-Bahnneubaustrecke im Zentrum, die so genannte U9-Spange.
■ Nach dem Hauptbahnhof werden nun
auch die U-Bahnhöfe Marienplatz und
Send­linger Tor zeitgemäß umgestaltet.
München wächst und wächst. Das Streckennetz auch?
Natürlich! Denn dass Wohn-, Geschäfts- und
Gewerbestandorte mit dem ÖPNV erreicht werden, ist entscheidend für die Lebensqualität
einer Metropole. »Das Wachstum der Stadt
München bedingt auch das Angebot der MVG«,
sagt Natalie Knoch, Stadtplanerin und Mitarbeiterin des Bereichs Strategische Planungsprojekte bei der MVG. Jedes Jahr ziehen tausende Menschen in die Stadt, um hier zu le­ben, zu
arbeiten oder zu studieren. »Zusätzliche Siedlungsgebiete müssen dringend öffentlich
erschlossen werden«, erklärt Knoch. Laut der
aktuellen Bevölkerungsprognose der Landeshauptstadt München wird die Bevölkerung bis
zum Jahr 2030 um weitere 214.000 Einwohner
wachsen. Die Nachfrage nach ÖPNV boomt –
das Angebot aber auch. Beim Ausbau der Infrastruktur arbeitet die MVG unter anderem mit
dem Planungsreferat der Stadt zusammen.
kontinuierlich gewachsen. Aktuelle Aus- und
Neubauprojekte sind die Tramstrecke nach
Steinhausen und die Tram-Westtangente.
Mit neuen Strecken und neuen Fahrzeugen in die Zukunft
Die Busflotte wurde allein im Jahr 2014 um 53
Fahrzeuge vergrößert. Zum Fahrplanwechsel
2013 waren erstmals ExpressBusse und Bus­
züge unterwegs. Bereits seit September 2013
pendelt eine neue »Uni-Linie« zwischen den
Hochschulen. Zusätzliche und verlängerte
Buslinien sorgen für schnelle Anschlüsse und
die Entlastung der U-Bahn. Die U-Bahnhöfe
werden modernisiert und saniert, dichtere Zugfolgen sorgen für eine möglichst reibungslose
Mobilität. In einigen Jahren könnten auch Stre­
ckennetzerweiterungen wie die so genannte
»Eine frühzeitige, langfristige und aufeinander
abgestimmte Planung ist entscheidend«, betont Knoch. Zusätzlich zum Ausbau der Infrastruktur wird der Fuhrpark ständig erweitert.
Moderne Fahrzeuge, effiziente Fahrpläne und
Taktverdichtungen sorgen dafür, dass München
auch in Zukunft nicht auf der Strecke bleibt.
Das Tramnetz ist in den vergangenen Jahren
U9-Spange realisiert werden, um die Leistungsfähigkeit des U-Bahnnetzes zu sichern.
Auch aktuelle Mobilitätstrends werden bei
der Planung berücksichtigt. Zusätzlich zur
Mobilität durch Bus, Tram und U-Bahn möchte
die MVG ihren Fahrgästen in Zukunft noch
mehr Flexibilität ermöglichen. Dazu arbeiten
wir mit zahlreichen Anbietern im Bereich
CarSharing zusammen und bieten ein eigenes
Miet­rad­system, MVG Rad, an.
Wir wollen in München ein zentraler Ansprechpartner für komplette Mobilitätslösungen sein
und bündeln die entsprechenden Angebote.
Für eine nachhaltige Zukunft der Mobilität!
Impressum
Herausgeber: Münchner Verkehrsgesellschaft mbH (MVG)
Marketing
80287 München
Fotos:
Christian Bullinger, Heinz Gebhardt, Kerstin Groh,
Marcus Schlaf, Siemens AG und Archiv MVG
Gestaltung:
HOCH 3 . München
Druck:
Graphis-Druck GmbH
Stand: September 2015
Artikelnummer: 90168