Kamera-Schnittstellen
Wie kommt das Bild
von der Kamera in die Software?
Schnittstellen-Fragen
Schnittstellen
Physische Verbindung Kamera-Rechner (Kabel) = Kupfer oder LWL, Anzahl Adern,
Stecker, …
Physisches Ende im Rechner: Onboard oder eigener Framegrabber (Einsteckkarte)
Kommunikationsprotokoll = Geräteadressierung / -erkennung, Datenpakete,
isochroner Modus, Datenprüfung / -korrektur, Uplink-/Downlink-kanäle
Ggf. zusätzliche Protokollschicht für Kameras, Bild-/Videodaten
Programmierschnittstelle: Bereitstellung Videodaten (Formate), Kommunikation
mit Kamera (Steuerung=Parametrierung, Trigger, …)
Besondere Anforderungen: große Datenmengen in garantierter Bandbreite,
Datenintegrität, zeitkritische Trigger, Zeitstempel, Taktsynchronisierung
verschiedener Geräte im Bus, Parametrierung/Steuerung der Kameras
2
Schnittstellen-Fragen
3
Leitungen
Netzwerk-Topologie: Punkt-Punkt oder komplexer?
(beides Vor-/Nachteile, z.B. bei Netzwerken: Anmeldung von Kameras Plug & Play)
Datenrate / Bandbreite?
Länge?
Kupfer oder Lichtleiter ("LWL", als Glas-/Kunststofffaser)? Repeater?
Steckervarianten?
Anzahl Datenleitungen (Teilparallelisierung)?
Steuerung der Kamera (Kameraparameter, Trigger, …) über gleiche Leitung !
Kamera-Stromversorgung gleich mit über gleiches Kabel?
Bildquelle: Wikipedia
Schnittstellen-Fragen
>> Ich höre immer nur Datenraten? <<
Beispiel
• Inspektion einer Papierbahn 2m Breite, 10m/s Geschwindigkeit
• Zu finden sind Defekt ab >0.2mm Größe
Entscheidung: notwendige Auflösung 100µm x 100µm
Wahl: Zeilenkamera
• Auflösung quer zur Bahn 2m / 100µm = 20k Pixel
m
• Auflösung längs der Bahn 10 s / 100µm = 100kHz Zeilenfrequenz
• 1 Byte / Pixel Grauwertauflösung
2 GHz Pixelclock = 2 GB/s = 16 Gb/s = 16 GHz Datenrate
+ RBG …, 12bit…
4
Schnittstellen-Fragen
Im Rechner
HW
Datentransport verschiedene interne Bus-Systeme.
Potentielle Konflikte?
Potentielle Flaschenhälse / Busse:
North-/Southbridge (Chipsatz), CPU, CPU-FSB,
Speicher (RAM)
Erweiterungskarten (Framegrabber)
•
•
•
•
Vorwiegend über Peripheral Component Interconnect (PCI)
Aktuelle Version PCI-Express (PCIe): bis zu 1GB/s pro Lane
Datentransport per Direct Memory Access (DMA)
Achtung: Über Bus laufen auch Interrupts
Es gibt nicht nur (Intel-basierte) PCs! (z.B. embedded Systeme)
Framegrabber: Nur bei Analogvideo noch die urspr. "Grabbing" Funktion (ADC),
ansonsten Digitalvideo Systembus + Pufferspeicher, ggf. Vorverarbeitung (FPGAs)
Bildquelle: www.hardwaregrundlagen.de
5
Schnittstellen-Fragen
SW
OS
• Windows, Windows CE
• Linux, Linux-Derivate (RTLinux, …)
• ….
• Auswahlkriterien: HW-Plattform, Echtzeitfähigkeit, verfügbare Software (SDKs),
OS-Support / Updates (Fluch und Segen!),
sowie ggf.: Kundenvorgaben, weitere Anwendungen auf gleichem Rechner, …
• Es gibt nicht nur Intel-PCs:
Embedded Systeme (Smart Cameras …), FPGA (eigene Programmiersprache), …
Programmierung
• Von wem bekomme ich die Bilddaten?
• An wen gebe ich Steuerbefehle für die Kamera ab?
• Spezielle Treiber / APIs / Libraries? Sehen die für jeden Kameratyp / jeden
Hersteller gleich aus? Variablennamen und Typen?
Besser wäre einheitliche Programmierschnittstelle
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Schnittstellen-Standards
Schnittstellen-Standards
Standards
Schnittstellen = Standardisierungsthema
Jede Kamera eigene Stecker, Kabel, Framegrabber, Treiber … nur Verlierer
Umfasst physische Implementierung (Signale, Kabel,…) und Datenprotokolle;
beim Aufsetzen auf andere Standards (Ethernet, USB,…) nur letzteres.
G3
AIA
Automated Imaging Association, USA, 330 Mitglieder,
seit 1984, www.visiononline.org
EMVA
European Machine Vision Association, EU, 126 Mitglieder,
seit 2003, www.emva.org
JIIA
Japan Industrial Imaging Association, JP, 51 Mitglieder,
seit 2006. www.jiia.org
Standardisierungskomitees (Industrievertreter). Standards als Marken ™ ®,
d.h. Hersteller benötigen Lizenzen, Konformität wird gesichert.
(Schöne Konsequenz: Produktsuchfunktion bei Standard-Verwaltern)
8
Schnittstellen-Standards
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Analog-Video
RS170/NTSC bzw. CCIR/PAL: Alle Informationen in einem Signal kodiert,
Bildsignal (s/w und Farbe), Zeilensprung, Bildwechsel, Austastung (Dunkel bei
Zeilenrücksprung) Composite Video / Farb-Bild-Austast-Synchron Signal (FBAS)
Signaltransport typisch über 75Ω Koaxialkabel,
oder S-Video (Luminanz und Chrominanz in separaten Leitungen
Formal keine Beschränkung in Kabellänge
Framegrabber (mit AD-Wandlung) notwendig
Alle weitere Signale (Kamerasteuerung, Trigger …)
über separate Leitungen / Stecker, nicht standardisiert
Bildquelle: Wikipedia
Schnittstellen-Standards
Camera Link ™
Seit 2000. Verwaltet von AIA. Letzte Version 2.0.
Standard umfasst Kabel, Stecker und Datenprotokolle.
Punkt-zu-Punkt Verbindung: Kamera – Framegrabber
Kameratiming und -kommunikation nicht definiert; stellt nur (mehrere) physische
Schnittstellen für Uplink (Kamerasteuerung, Trigger,…) bereit
Kabel typ. 10 … 15m möglich. Darüber hinaus Repeater oder Glasfaserkabel
Stromversorgung 12V / 4W möglich (Power over CameraLink, PoCl)
Basiert auf LVDS (Low Voltage Differential Swing) -Technologie.
Ein Chip(satz) stellt 28bit-Verbindung
über 5 Adern mit 240MB/s bereit
Option: mehrere Chips / Kabel parallel
Bildquelle: Stemmer Imaging
10
Schnittstellen-Standards
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Camera Link Konfigurationen
Konfig.
Chips
Kabel
Datenformate
Datenrate
Base
1
1
3 x 8bit, 2x 10/12bit, 1x 14/16bit, 1x24bit (RGB)
250 MB/s
Medium
2
2
4 x 8/10/12bit, 1x30/36bit (RGB)
510 MB/s
Full
3
2
8 x 8bit, …
675 MB/s
Seit 2012: Camera Link HS ™
Div. Verbesserungen, z.B.
•
•
•
•
Höhere Datenrate, 300 MB/s … 16 GB/s
Fehlerkorrekturmechanismus (CRC Prüfwerte)
Verbessertes Triggering (Jitter im ns-Bereich)
Programmierschnittstelle angelehnt an GenICam, aber nicht konsequent
Vor-/Nachteile Camera Link
Generische Kamera-Schnittstelle
Schnell
Verbreitet
Framegrabber erforderlich, Spezialkabel ( Kosten)
Stromversorgung möglich ("PoCL")
Schnittstellen-Standards
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Gigabit Ethernet
Umfasst Stecker, Kabel und Netzwerk- / Datenprotokoll (in div. Schichten)
Erste Varianten in den 70ern. Vorgänger 10Base, 100Base.
Erst mit Gigabit Ethernet ausreichende Datenraten für unkomprimiertes Video.
Zukünftig 10- / 40- /100-Gb/s, 400 Gb/s und 1Tb/s in Planung
Physikalische Verbindung über Kupfer
(CAT5e oder CAT6, bis 100m) oder Glasfaser
Power over Ethernet (PoE): 48V, 350mA, ~15W
"Anarchische" Kommunikations-Organisation
(Carrier Sense Multiple Access/Collision Detection)
robust, aber eigentlich ungeeignet für zuverlässige
Verbindungen mit garantierter Bandbreite
Mit Hubs/Routern/Switches komplexere Netzwerktopologien realisierbar.
Multicast (one-to-many) möglich z.B. Parallelisierung der BV auf mehreren
Rechnern.
Weit verbreitete Technologie, günstige und zuverlässige HW verfügbar.
Als Industrial Ethernet Einzug in industrielle Produktionsumgebungen
Bildquelle: Wikipedia
Schnittstellen-Standards
GigE Vision ®
Seit 2006, verwaltet von AIA, letzte Version 2.0
Nicht auf Gigabit-Ethernet (GigE) beschränkt.
Basiert auf UDP/IP (statt TCP/IP): unsicherer, aber schneller
GigE Vision umfasst
• Device Discovery: automatische Suche nach Kameras, bzw. automatische
Anmeldung von Kameras
• GigE Vision Control Protocol (GVCP): Protokoll zur Kommunikation mit der
Kamera = Uplink- / Downlink Datenkanäle
• GigE Vision Streaming Protocol (GVSP): Video-Datenformate, Zerlegung des
Bildes in Datenpakete, Resend-Option, Komprimierung möglich
Verweist auf GenICam als Standard für Programmierschnittstelle
Treiber
• Moderne OS haben bereits ("Socket-") Treiber für Ethernet integriert: einfach,
aber eingeschränkte Performance. Alternativ: "Filtertreiber" (umgehen IP-Stack),
müssen extra installiert werden. Laufen im Kernel höhere Priorität
• Treiber-Unterschiede: Bilddaten werden von Netzwerkkarte oder von CPU aus
Datenstrom separiert
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Schnittstellen-Standards
GigE Vision ® ff
Seit Vers. 2.0 Prescision Time Protocol –PTP IEEE1588 möglich:
Präzisionsuhrsynchronisation = Synchronisierung der Taktgeneratoren in Kameras
auf einen Master (verbesserte Echtzeitfähigkeiten)
Vor-/Nachteile
Sehr kostengünstig, von allen OS unterstützt, Hardware meist onboard, gute
Verfügbarkeit von Komponenten und Zubehör (auch industrielle Qualität)
Große Kabellängen
Zukunftssicher
Netzwerke möglich, Plug & Play möglich
Option Stromversorgung
Ggf. vorhandenes Netzwerk nutzbar (Vorsicht!)
Keine generische Video-/Kamera-Schnittstelle,
Datenrate und Timing-Sicherheit können nicht zugesichert werden
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Schnittstellen-Standards
IEEE 1394
Auf Apple zurückgehender serieller Bus für PC-Peripherie: Firewire™
(= i.Link™ von Sony u.a. Markennamen)
IEEE 1394 : Offizieller Standard seit 1995, verwaltet von Institute of Electrical and
Electronics Engineers und 1394 Trade Association
Standard für Kabel/Stecker und Datenprotokoll
Versionen
• 1394(a) / FireWire 400: 100, 200 oder 400 Mb/s
• 1394b / FireWire 800 : Erweiterung um 800 Mb/s, neue Steckervarianten,
Option alternative Leitungen (Koax-, Ethernetkabel, Lichtleiter), …
• 1394c, 1394-2008 / Firewire S3200 : bis zu 3,2 Gbit/s verfügbar,
Kabellängen (zwischen 2 Geräten) hängen von Datenrate und Leitungstyp ab,
zwischen 4.5m (1394a) und >100m (CAT5, LWL)
Komplexere Netzwerktopologien möglich (<64 Geräte, bzw. 16 pro Daisy Chain),
darüber hinaus mit Brücken
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Schnittstellen-Standards
IEEE 1394 ff
Von Anfang an auch für Video- (und Audio-) Anwendungen konzipiert,
entsprechend hohe Verbreitung (Digitale Filmproduktionen, Camcorder …)
Isochroner Transfermodus = feste zugesicherte Bandbreite (bis 80% nominelle
Bandbreite), aber keine Resend bei korrupten Datenpaketen (alternativ
asynchroner Modus)
Zwei Datenleitungen für Voll-Duplex
DCAM (1394-based Digital Camera Specification) : eigenes Video Datenformat /
Standard zur Kamerasteuerung, von der IIDC (Instrumentation & Industrial Digital
Camera Working Group). Definiert auch Standard-Bildformate und –Bildraten.
Vor-/Nachteile
Seitens fast aller OS unterstützt, ggf. keine zusätzliche HW (Framegrabber)
notwendig
Netzwerke möglich, Plug & Play, Hot Plug
Stromversorgung möglich (8 … 33V, 1.5A bzw. 45W)
Generische Video-Schnittstelle, aber wahrscheinlich nicht mehr lange unterstützt
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Schnittstellen-Standards
USB
Allgemeine Computerperipherie (Maus, Drucker, ext. HDD…)
einfach und kostengünstig, zuerst keine Videoanwendungen
Versionen
•
•
•
•
USB 1.0: 1996 von Intel, 1.5 Mb/s (Lowspeed), 12 Mb/s (Fullspeed)
USB 2.0: 2000, bis 480 Mb/s (Hi-Speed)
USB 3.0; 2008, bis 4 Gb/s (Superspeed), neue Stecker
angekündigt USB 3.1, bis 10 Gb/s, neue Anschlüsse
1 Datenleitung (kein Vollduplex),
Stromversorgung möglich (5V, 500mA, bzw. 900mA bei USB 3.0)
Max. Kabellänge (in fast allen Versionen) ≤5m
Netzwerktopologie= Baumstruktur mittels Hubs, bis zu 127 Geräte
Isochroner Transfermodus (ohne Fehlerkorrektur) möglich
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Schnittstellen-Standards
USB Vision ™
SW-/Programmierschnittstelle,
Setzt auf USB 3.0 als Transport- und
GenICam als Programmierstandard auf
Seit 2013, Standard wird von AIA verwaltet
Erster (Machine-Vision- tauglicher) Videostandard für USB
• Hohe Bandbreite ~450 MB/s
• Echtes Plug & Play
• Kabel bis 5m, mit Stromversorgung
Sehr neu, baut auf zunehmende Verbreitung von USB 3.0,
noch wenige Kameras verfügbar
Vor-/Nachteile
Seitens fast aller OS unterstützt, oft keine zus. Hardware (Framegrabber) notwendig
Netzwerke möglich, Plug & Play, Hot Plug
Stromversorgung möglich (8 … 33V, 1.5A bzw. 45W)
Keine einheitliche SW-Schnittstelle gerätespezifischer Treiber
USB selbst ist keine generische Video-/Kamera-Schnittstellle
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Schnittstellen-Standards
CoaXpress ™ (CXP)
Seit 2009. Unterstützt von JIIA. Aktuelle Version 1.1. www.coaxpress.com
Standard für HW+SW: Datenprotokoll, Kabel, GenICam als Programmierschnittstelle
Bilddaten, Kamerasteuerung und Stromversorgung über ein einziges Koaxkabel,
Reine Punkt-zu-Punkt Verbindung Kamera-Framegrabber
Downlink (Bilddaten) bis 6.25 Gb/s (!), Uplink 20Mb/s
Verschiedene Varianten = Datenraten/Kabellängen.
CXP-1 (1.25Gb/s, >200m) … CXP-6 (6.25Gb/s, 68m)
Option: mehrere Links (Kabel) parallel
Zwar Prüfung der Datenintegrität (CRC), aber keine Resend-Option
Trigger: feste Latenz von 3.5µs, Jitter einige ns
Optionale Spannungsversorgung 24V, 13W
Vor-/Nachteile
Hohe Bandbreite
Preiswerte Kabel (Viele alte Analog-Systeme nutzen Koaxkabel)
Plug & Play
Framegrabber notwendig
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Schnittstellen-Standards
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Übersicht
Schnittstelle
Camera Link
Max. Datenrate (brutto)
680 MB/s
1)
Max. Kabellänge
(Kupfer)
Framegrabber
Power
over …
~10 m
Ja
Ja
GigE Vision
125 MB/s
>100 m
Nein
(Ja)
Firewire
400 MB/s
4.5 m … >100 m 2)
Nein
Ja
USB Vision
450 MB/s
5m
Nein
Ja
CoaXpress
600 MB/s … 3 GB/s 1)
68 m … >200 m 3)
Ja
Ja
Alle Angaben ca.
1) Mehrere Kabel parallel
2) Je nach Kabeltyp
3) Für höchste / niedrigste Datenrate
Mögliche Kabellänge immer abhängig von der Kabelqualität (Hersteller) und der
tatsächlichen Datenrate. Darüber hinaus Repeater oder Umsetzer auf LWL möglich.
Ausführlicher (nicht ganz aktueller) Vergleich auch unter www.ni.com/white-paper/5386/en/
Schnittstellen-Standards
Programmierschnittstellen
OS-native Programmierschnittstellen
z.B. Windows:
• DirectShow (ehem. DirectX)
• Video for Windows (VfW): eingeführt 1992 mit W3.1, heute obsolet
OS-übergreifend
TWAIN (urspr. für Scanner), für Windows, Linux, MacOS, Open Source
Bibliotheken wie OpenCV
Hersteller-spezifisch
Kamerahersteller stellen eigene APIs und Treiber bereit (für alle OS?)
Wunsch
Programmmierschnittstelle (und damit die eigene SW) unabhängig von
Kameratyp / Hersteller / OS
Volle Unterstützung von BV-relevanten Funktionen (Kamerasteuerung…)
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Schnittstellen-Standards
GenICam ™
Generic Interface for Cameras.
Seit 2006. Verwaltet von der GenICam Standard Group, betreut von EMVA.
www.genicam.org
Standardisierte Programmierschnittstelle (Kamerasteuerung), unabhängig von
verwendetem Datentransport (GigE, CameraLink, USB, …)
GenICam besteht aus mehreren Modulen (in unterschiedlichen Versionierungen)
• GenApi: Abfrage & Setzen der Kamerakonfiguration. Jede Kamera macht ihre
Features bekannt (in XML-Format)
• Standard Feature Naming Convention (SFNC): Konvention für Namen und
Datentypen der Kamera-Features
• GenTL: Transport Layer Interface, Finden und Adressieren von Kameras,
Bildaufnahme
• GenCP: Generic Control Protocol
• GenTL SFNC: Empfohlene Namen und Datentypen für Transport Layer Interface
• CLProtocol: GenICam-Implementierung für CameraLink
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Schnittstellen-Standards
23
Fazit Schnittstellen
Die großen Spieler
• CameraLink (-HS)
• GiGE Vision
• CoaXPress
USB Vision
IEEE 1394 (= Firewire)
standardisieren immer die physische Seite (Stecker, Kabel, Signalpegel und –raten, …)
und die Datencodierungen (Videoformate, Up-/Downlinkkanäle, …),
t.w. auch die Programmierschnittstelle.
Es gibt große Unterschiede in Leistungsfähigkeiten, Preis und verfügbaren Komponenten
Jeder Standard umfasst verschiedene Varianten: Stecker-/Kabeltypen, Konfigurationen …
Und: von jedem Standard gibt es verschiedene Versionen
Die Entwicklung ist schnell (demnächst: Thunderbolt ™?) ,
umkämpfter Markt
GenICam standardisiert die Programmier-Schnittstelle
Schnittstellen-Standards
Marktübersicht 2012
"Wie häufig werden Sie in 2 Jahren Kameras mit folgenden Schnittstellentypen
verkaufen?"
Aus: Marktumfrage „Kameras in der Professionellen Bildverarbeitung 2012“,
FRAMOS GmbH + Fachmagazin INSPECT
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Kabel
… und EMV
Kabel
Kabelanforderungen
Mechanische Belastbarkeit
• Flexibilität / Biegeradius, Biegewechselfestigkeit (Schleppketten)
• Verwindungsfestigkeit (Torsion, für Roboter)
Isolationsmaterial
•
•
•
•
Halogenfrei, wg. Brandverhalten (PVC ! ) und Umweltverträglichkeit
Ölbeständig
Silikonfrei (ggf. auch fettfrei): Lackierstraßen, Beschichtungsanlagen
Reinraum (oberflächenstabil), hier auch keine gelöteten Verbindungen
(Flussmittel)
Steckeranforderungen
• Analog zu Kabeln
• Zusätzlich: Arretierbar
26
Kabel
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Elektrische Eigenschaften
1Stk Kabel = RLC-Tiefpass
Digitalsignale enthalten Oberwellen,
d.h. höchste Frequenz > Datenrate
Zeitsignal
Spektrum
Amplitude
2
6
1.5
4
1
2
0.5
0
0
5
t
10
0
0
10
20
30
f
Je länger das Kabel, desto mehr werden hohe Frequenzen gedämpft
Beispiel:
Camera Link Kabel
Tatsächliche Dämpfung hängt von Kabelausführung (Isolationsmaterialien, …) ab
Kriterium für Kabelqualität
Bildquelle: Stemmer Imaging
EMV
Exkurs: EMV
Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV):
"Fähigkeit einer elektrischen Einrichtung, in ihrer elektromagnetischen Umgebung
zufriedenstellend zu funktionieren, ohne diese Umgebung, zu der auch andere
Einrichtungen gehören, unzulässig zu beeinflussen."
EMV & Kabel:
Unshielded Twisted Pair (UTP), Foiled Twisted Pair (FTP), Shielded Twisted Pair (STP)…?
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EMV
?
Einfache Verbindung
Kamera in Entfernung
von Rechner eingesetzt
Leitungen für Versorgungsspannung 𝑈𝑣 und Signal
𝑈𝑣𝑖𝑑𝑒𝑜
29
Kameraelektronik
?
Framegrabber
𝑈𝑣
Netzteil
𝑈𝑣𝑖𝑑𝑒𝑜
Ggf. weitere, parallel geführte Leitungen anderer Geräte und Anlagen
Naiver Aufbau: Gemeinsame Versorgungs- / Signalmasse
Netzstörungen
Andere Anlagen erzeugen Störungen auf den Netzleitungen (230V)
pflanzen sich über
interne Versorgungsspannung bis ins
KameraFrameVideosignal fort
elektronik
grabber
𝑈𝑣𝑖𝑑𝑒𝑜
Abhilfe: Netzfilter
𝑈𝑣
Netzteil
𝑈𝑠𝑡ö𝑟
EMV
30
Gemeinsame Masse
Interne Versorgungsströme
Spannungsabfall über
gemeinsamer Masse
𝑈𝑣𝑖𝑑𝑒𝑜
𝐼𝑣
Kameraelektronik
Framegrabber
𝑈𝑣𝑖𝑑𝑒𝑜
𝑈𝑣
Netzteil
𝑈𝑠𝑡ö𝑟
Vorsicht: Impedanz der
Masseleitungen für hohe
Frequenzen > ohmscher Widerstand (Leitungsinduktivitäten, Skineffekt)
Abhilfe Symmetrie
Symmetrische Signalübertragung, Signal =
Spannungsdifferenz
Erfordert 2 Adern
𝐼𝑣
Kameraelektronik
Framegrabber
𝑈𝑣𝑖𝑑𝑒𝑜
𝑈𝑠𝑡ö𝑟
𝑈𝑣
Netzteil
EMV
31
Einstreuung von elektrischen Feldern
Parallele Leitung führt
hohe Spannung
Kapazität paralleler
Leiter Einkopplung von
Störspannung
𝐸
?
Kameraelektronik
Framegrabber
𝑈!
𝑈𝑠𝑡ö𝑟
Abhilfe Abschirmung
Umkleidung der Signalleiter mit elektrisch leitendem Material (Faradayscher Käfig)
Ausführungen als Folie (Alu)
oder Schirmgeflecht (Kupfer)
Abschirmung an Masse
anschließen
?
𝐸
Kameraelektronik
Framegrabber
𝑈!
EMV
32
Einstreuung magnetischer Felder
Parallele Leitung führt
hohen Strom
Gegeninduktivität zwischen
parallelen Leitern / Signalleitungen bilden Schleife
induzierter Störstrom
?
Kameraelektronik
𝐵
𝐼!
Framegrabber
𝐼𝑠𝑡ö𝑟 → 𝑈𝑠𝑡ö𝑟
Abhilfe verdrillte Leiter
Richtung der Leiterschleife ständig wechseln
Summe der induzierten
Ströme hebt sich auf
Twisted Pair
?
Kameraelektronik
𝐵
Framegrabber
𝐼!
EMV
Einstreuung elektromagnetischer Felder
Leitungen in der Nähe führen
Wechselspannungen / -ströme
Abstrahlung elektromagnetischer Wellen
33
𝐻𝐹!
𝐸, 𝐵
Kameraelektronik
Framegrabber
Leitungen wirken als
Antennen
Abstrahl- und Einfangeffizienz ~𝑓 2 = 𝜆−2 besonders für HF- Signale (Oberwellen)
Antennenlänge ~ 𝜆 (1 GHz x 5. Harmonische = 5 GHz 𝜆~0.05 𝑚𝑚)
Rechtecksignale, Schaltvorgänge (steile Flanken) enthalten Oberwellen:
• geschaltete Motoren
• elektr. Funken, Schweißen
• Frequenzumrichter …
• + Sender (Mobilfunk)
Abhilfe:
Abschirmung, Einhausung !
Kameraelektronik
Framegrabber
EMV
Fazit EMV
EMV wird erreicht durch
• richtig abgeschirmte - / Twisted-Pair Kabel
• richtig abgeschirmte Gehäuse
Gute Abschirmung (metallische Hülle + richtiger Kontakt zur Masse) ist nicht trivial.
Öffnungen in Schirmung/Gehäuse < 𝜆/8
Gehäuse müssen oft auf (Schutz-)Erde liegen.
Gehäuse sind oft über die Befestigungen miteinander verbunden
unerwünschte Leiterschleifen
EM-Einstrahlung ist ein Grund für Verwendung digitaler Signale
Normen und Richtlinien: EMV-Richtlinie (CE), EN 61000 u.a.
34
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