März 2016 - Haus der Kulturen der Welt

HKW
Haus der Kulturen der Welt
März
2016
Die Menschen haben in den letzten
100 Jahren Strukturen geschaffen,
die sie heute weder begreifen noch
beherrschen. Digitale Infrastruk­
turen führen ein Eigenleben. Der
Nati­onalstaat ist als Ordnungssys­
tem an seine Grenzen gestoßen,
nichts anderes wird bei der „Flücht­
lingsfrage“ deutlich. Mit ­NERVÖSE
SYSTEME untersucht das HKW
mit künstlerischen und aktivisti­
schen Strategien, wie das Verhält­
nis von Mensch und Maschine
­unsere ­Gesellschaft bestimmt.
Beim ­Kongress ZIVILGESELLSCHAFT
4.0 – geflüchtete UND DIGITALE
­SELBSTORGANISATION geht es um
­Instrumente zur Herstellung von
Handlungsfähigkeit. Mit der Ausstel­
lung ZEIT DER UNRUHE und der
­Konferenz A HISTORY OF LIMITS wird
die Frage nach den Möglichkeiten
­gestellt, über nationale Geschichts­
schreibungen hinauszugehen.
Bernd Scherer, Intendant
existing canon-narratives?
Which models of narrating
art history have been
tested beyond the confines
of Western or national
historiography?
Highlights
MARCH 11–MAY 9
NERVOUS SYSTEMS
quantified life and the
social question: How
does the progressive
quantification of our
social behaviors through
technology and their
monetization change
these very behaviors?
An exhibition curated by
Stephanie Hankey and
Marek Tuszynski from
the Tactical Technology
Collective with Anselm
Franke.
MARCH 19–MAY 9
PAST DISQUIET
Narratives and ghosts: This
documentary and archival
exhibition stitches a
speculative history of the
International Art Exhibition
for Palestine, organized by
the PLO in Beirut in 1978.
It reveals ­anti-imperialist,
trans­national networks
of solidarity constituted by
artists and militants,
beyond the art historical
canon.
MARCH 4, 6, 13
CHAMISSOS SCHATTEN
Inspired by famous world
travelers such as Adelbert
von Chamisso, Ulrike
­Ottinger set her own sails
and transformed
MARCH 18–19
her experience into film,
A HISTORY OF LIMITS
connecting past and
on the ARCHITECTURE of present — as these belong
canon narratives: This
together, like a person
conference questions the and his or her shadow.
architecture of historical
Presented by the artist
narratives and the sources herself in three chapters.
of their authority. How can we
confront the challenges of
hkw.de/en
AUSSTELLUNG
Emma Charles, »Fragments on Machines«,
Production Still, 2013
100 Jahre Gegenwart
NERVÖSE SYSTEME
Quantifiziertes Leben und die soziale Frage 11.3.–9.5.
Wie verändert die massiv fortschreitende Quantifi­
zierung unseres Sozialverhaltens – und der damit
verbundene Versuch, es zu Geld zu machen – dieses
Verhalten? Wie beeinflusst die umfassende Daten­
erfassung Konzepte von Gesellschaft, Staat und
dem Selbst?
Jenseits immer neuer Enthüllungen
über die Massenüberwachung
der Geheimdienste bestimmt »Big
Data« die öffentliche Diskussion
über das zunehmend gläserne Kon­
sum-Individuum. Dem Verspre­
chen von gesellschaftlicher Teilhabe
stehen neue Formen der Kontrolle
und Modellierung von sozialem Ver­
halten in bisher ungekanntem Maß
gegenüber. Unzählige Sensoren
­digitaler und technologischer Infra­
strukturen verbinden Staat, Wirt­
schaft, Individuum und Technologie
zu immer komplexer werdenden
»nervösen Systemen«. Diese Nervo­
sität offenbart sich insbesondere
dort, wo die Verhältnisse von Macht
und Teilhabe ins Blickfeld geraten,
also entlang der »sozialen Frage«.
nervöse systeme geht der hochak­
tuellen Frage mit künstlerischen
­Arbeiten, Auftragsproduk­tionen und
medienwissenschaftlichen Ver­
tiefungen nach, die eben jene Ver­
wicklung von Staat, Wirtschaft,
Indivi­duum und Technologie thema­
tisieren. Die Ausstellung wird
von Stephanie Hankey und Marek
­Tuszynski vom Tactical Technology
Collective und Anselm Franke
­kuratiert. Tactical Tech unterstützt
weltweit Aktivist*innen durch
die krea­tive Anwendung von Infor­
mation und Kommunikation
beim ­Einsatz für gesellschaftlichen
und politischen Wandel. Auf
der parti­zipativen Plattform WHITE
ROOM zeigt Tactical Tech, wel­
che ­digi­talen Spuren im Geflecht
Ausstellung
Fr 11.3. — Mo 9.5.
Mi—Mo und feiertags 11—19h,
Fr 18.3.+ Sa 19.3. bis 22h
White Room Sessions:
Sa—Mo 12—18h
→ Eintritt: 6€ / 4€,
Mo Eintritt frei
Eröffnung
Do 10.3. 19h
→ Eintritt frei
Führungen und Workshops
s. Kulturelle Bildung
Eine Ausstellung des Hauses der Kulturen
der Welt in Zusammenarbeit mit dem
Tactical Technology Collective, co-kuratiert
von Stephanie Hankey, Marek Tuszynski
und Anselm Franke
Mit Unterstützung von Open Society
Foundations und Pro Helvetia, Schweizer
Kulturstiftung
Präsentiert von tip, taz.die tageszeitung,
Exberliner
Goldin+Senneby, »Nassau 6am« with
Johan Hjerpe (graphic designer), 2008
von Machtstrukturen entstehen:
Die ­begehbare Installa­tion lädt die
Besucher*innen ein, sich in direk­
tem Austausch mit ­Expert*innen mit
­ihrem persön­lichen digitalen
»Schatten« auseinanderzusetzen.
Mit künstlerischen Arbeiten von
Mari Bastashevski, Emma Charles,
Melanie Gilligan, Goldin + Senneby,
­Lawrence Abu Hamdan, On Kawara,
Henrik Olesen, Julien Prévieux,
Jon ­Rafman, Deborah Stratman und
­Beiträgen von Grégoire Chamayou,
Avery F. Gordon, Orit Halpern,
­Tung-Hui Hu u. a.
A HISTORY OF LIMITS
Zur Architektur von Kanon-Erzählungen 18.+19.3.
1989 trat das HKW an, den eurozentrischen Kanon
der Kunstgeschichte zu überschreiten. kanon-­fragen
kehrt an den Ausgangspunkt zurück, will aber mehr:
Statt die Diskussion um Ausschluss-Mechanismen
neu aufzulegen, geht es um die Fundamente der insti­
tutionellen Kanon-Bildung, um ihre Architektur.
Dierk Schmidt, aus: Broken Windows
2.0., 2013, Courtesy the artist
KONFERENZ
Kanon-Fragen
Welche Möglichkeiten gibt es, den
etablierten Kanon aufzubrechen?
Welche anderen Modelle stehen zur
Verfügung, um über eine west­
liche oder nationale Historiografie
­hinauszugehen? Zum Auftakt von
­kanon-fragen greift die Konferenz
Michel Foucaults Untersuchungen
moderner Institutionen auf. Kunstund Kulturgeschichte werden hier
als Geschichte der medialen Grenz­
ziehungen begriffen: Ausgehend
von der Ausstellung zeit der
­unruhe diskutiert die Konferenz
ideologische und geopolitische
Rahmen­bedingungen und die Zer­
brechlichkeit künstlerischer
­Sprachen. Im Ausblick auf zukünf­
tige Ausstellungsprogramme
liegt der Fokus der Konferenz auf
Konzeptionen des Unbewussten
in der Moderne und der »halluzina­
torischen« Dimen­sion von Kanon-­
Konstruktionen auf dem instabilen
Terrain untoter Geschichte(n).
Mit den Künstler*innen Lene Berg,
Malak Helmy, Ho Tzu Nyen und Luis Jacob sowie den Kurator*innen und
Autor*innen Diedrich Diederichsen,
Ticio Escobar, Nida Ghouse, Tom
Holert, Lara Khaldi, Kristine Khouri,
Rasha Salti, Erhard Schüttpelz,
­Kerstin Stakemeier, ­David Teh, Mark
Wigley und Claudia Zaldívar;
­moderiert von Anselm Franke und
Paz Guevara
Fr 18.3. 20.30h
»The Museum in Exile«
Sa 19.3. 12h
»Frameworks and Narrative
Architectures«
15.30h
»Inversions / When Narratives
become Institutions«
18.30h
»Limits: Hallucinating
the Canon«
auf Englisch
→ Eintritt frei
Anmeldung erbeten unter
[email protected]
Eröffnung von Kanon-Fragen am 18.3.
mit freundlicher Unterstützung der Botschaft
der Republik Chile in Deutschland
Präsentiert von taz.die tageszeitung
ZEIT DER UNRUHE
Über die Internationale Kunstausstellung
für Palästina 1978 19.3.–9.5.
Ausgehend von der Internationalen Kunstausstellung
für Palästina von 1978 rekonstruiert Zeit der Unruhe
transnationale Netzwerke politisch engagierter
Kunst- und Ausstellungspraktiken.
Die Archiv- und Dokumentations­
ausstellung gründet auf intensiven
Recherchen zur Geschichte der
­Internationalen Kunstausstellung für
Palästina. Von der Palästinensi­
schen Befreiungsorganisation (PLO)
veran­staltet, eröffnete die Ausstel­
lung im Frühjahr 1978 an der Beirut
Arab University, Libanon. Ihre etwa
200 Werke waren Geschenke
aus fast 30 Ländern und verstanden
sich als Kern eines Museums im
Exil. In Form einer Wanderausstel­
lung sollte es durch die Welt reisen,
um schließlich nach Palästina heim­
geführt zu werden. Während der
­Belagerung Beiruts 1982 zerstörten
heftige Bombardements das Depot
der Sammlung ebenso wie sämt­
liche archivarischen und dokumen­
tarischen Spuren der Ausstellung.
Die Recherchen der Kuratorinnen
Kristine Khouri und Rasha Salti
­förderten ein engmaschiges Netz
international aktiver, anti-imperialis­
tisch engagierter Künstler*innen
der 1960er bis 80er Jahre zutage:
Aus Archivmaterial, Filmen und
Zeitzeugeninterviews entsteht eine
bisher kaum bekannte, Weltge­
genden und Zeiten verbindende
Landkarte jenseits der Kartografie
des Kalten Krieges – von der Ara­
bischen Welt bis Süd­afrika, von
­Europa bis Chile.
Sa 19.3.— Mo 9.5.
Mi—Mo und feiertags 11—19h
→ Eintritt: 4€ / 3€,
Mo Eintritt frei
Eröffnung Fr 18.3. 19h
→ Eintritt frei
ZEIT DER UNRUHE wird kuratiert von Kristine
Khouri und Rasha Salti und wurde 2015 vom
Museu d’Art Contemporani de Barcelona
(MACBA) konzipiert und präsentiert.
Die Berliner Version ist eine Produktion des
Hauses der Kulturen der Welt und des
MACBA. Recherche gefördert durch Rana
Sadik und Samer Younis, Sharjah Art
Foundation, The Arab Fund for Arts and
Culture (AFAC), ZedGrant und The A. M.
Qattan Foundation
Eröffnung von Kanon-Fragen am 18.3. mit
freundlicher Unterstützung der Botschaft
der Republik Chile in Deutschland
Präsentiert von zitty, taz.die tageszeitung,
frieze d/e
Einladungskarte für die Internationale
Kunstausstellung für Palästina, Beirut
1978, Courtesy Mona Saudi
AUSSTELLUNG
Kanon-Fragen
Lager der Meeresjäger, Inahpak
»Chamissos Schatten«, 2014
© ­Ulrike ­Ottinger
FILM, GESPRÄCH
ULRIKE OTTINGER: CHAMISSOS SCHATTEN Vorpremiere 4.3., 6.3., 13.3.
Im Beringmeer stoßen der eurasische und der ameri­
kanische Kontinent aufeinander, kreuzen sich ver­
wandte Ethnien und Kulturen, die von einer langen
Geschichte kolonialer Überformungen geprägt
sind und dennoch Teile ihrer indigenen Sprache und
ihres Wissens bewahrt haben. Und hier kolli­dieren
die wirtschaftlichen und geopolitischen Interessen der
Einwohner*innen mit der globalen Politik.
Angeregt von historischen Berichten
berühmter Forscher wie ­Alexander
von Humboldt, Georg Wilhelm
­Steller, Reinhold und Georg Forster
und insbesondere Adelbert von
Chamisso begab sich Ulrike Ottinger
auf die Reise. Mit dem ihr eigenen,
künstlerisch-ethnografischen Blick
verknüpft sie die historischen
­Berichte, Erkenntnisse und bild­
lichen Darstellungen mit ihren
persön­lichen Reisenotizen und Auf­
nahmen. So berühren sich Ver­
gangenheit und Gegenwart im Film,
werden historische und kulturelle
Veränderungen deutlich. Ein Span­
nungsverhältnis entsteht zwischen
damals und heute, das zeigt, wie
untrennbar beides zusammengehört.
Regie: Ulrike Ottinger,
D 2016, dt. Fassung
Fr 4.3. 19h
Kapitel 1: Alaska Aleuten,
190 min
Einführung: Ulrike Ottinger;
im Anschluss Gespräch mit
Ulrike Ottinger, Aleida
Assmann, Jan Assmann und
Michael Oppitz; Moderation:
Bernd Scherer
So 6.3. 16h
Kapitel 2: Tschukotka,
345 min (mit Pause und der
Möglichkeit, Snacks zu
erwerben)
Einführung: Ulrike Ottinger
So 13.3. 16h
Kapitel 3: Kamtschatka und
Beringinsel, 174 min
Einführung: Ulrike Ottinger;
im Anschluss Gespräch mit
Ulrike Ottinger und Bert
Rebhandl
→ Eintritt pro Abend 6€ / 4€
Kombiticket für alle 3 Teile
10€ / 8€
ZIVILGESELLSCHAFT 4.0
Geflüchtete und digitale Selbstorganisation 3.–5.3.
Für Tausende von Geflüchteten, die
in Deutschland ankommen, ist
Selbstorganisation besonders wich­
tig. Seit einigen Jahren kämpfen
Geflüchteten-Organisationen
für das Recht zu bleiben, für Bewe­
gungsfreiheit und ein Leben in
­Würde. Freiwillige und Unterstüt­
zer*innen engagieren sich, um
die Lebensbedingungen der Neu­
angekommenen zu verbessern.
­Gemeinsam bilden Geflüchtete,
Freiwillige und Unterstützer*innen
die neue Zivilgesellschaft. Für
die Selbstorganisation sind beson­
ders digitale Werkzeuge entschei­
dend. Was muss heute angepackt
werden? Welche Herausforderungen
müssen gemeistert werden? Der
Kongress Zivilgesellschaft 4.0. –
Geflüchtete und digitale Selbst­
organisation bringt Geflüchtete,
Aktivist*innen, Entwickler*innen,
Theoretiker *innen und Künstler*in­
nen zusammen, um Werkzeuge
und Strategien zu erarbeiten und
kritisch über die aktuelle Situation
zu reflektieren.
Do 3.3. 18—21h
Fr 4.3. + Sa 5.3. 11—19h
Do 3.3. 18h Eröffnung mit
Fatuma Musa, Vassilis
Tsianos, Brigitta Kuster
Anmeldung:
[email protected]
auf Englisch
→ Eintritt frei
In Kooperation mit Asyl-in.de, Chaos
Computer Club Berlin e. V., Refugee
Hackathon, Maptime Berlin, metroZones,
Migration Hub, Refugee Emancipation e. V.,
reboot.fm, We Are Born Free!
Empowerment Radio
Refugee-Hackathon © Lionel-Kreglinger/
Berlin 2015
KONGRESS
100 Jahre Gegenwart
Kulturelle Bildung
Dierk Schmidt, VIEW IN EDITING ROOM, Detail aus
»Ich weiß was … was du nicht weißt—›When
opinion becomes an occasion for calculation‹«
© VG Bild-Kunst, Courtesy KOW, Berlin
NERVÖSE SYSTEME
Journalisten*innen, Kurator*innen,
Künstler*innen und Aktivist*innen
führen sonntags mit ihrer je eigenen
fachlichen E
­ xpertise durch die
­Ausstellung; im Anschluss Work­
shops für Erwachsene und Kinder:
Wie lässt sich die Kontrolle über
die ­eigenen Daten zurückgewinnen?
Und: Fotografieren als Spitzensport
­bietet der Fotomarathon.
a 12.3. 15h
S
Kurator*innenführung mit
Anselm Franke (HKW),
Stephanie Hankey und
Marek Tuszynski (Tactical
­Technology Collective)
So 13.3. 15h
Kurator*innenführung
16.30h
»Data Detox«
Workshop
So 20.3. 15h
»Data protection as a field
of ongoing power struggle
in European politics«
Expert*innenführung mit
Katarzyna Szymielewicz
(Anwältin, Aktivistin)
und Malte Spitz (Autor,
­Politiker)
16.30h
»Data Detox«
Workshop
Sa 26.3. 14h
»Fotomarathon«
Anmeldung:
[email protected]
Organisiert von: Verein für Ereignisse e. V.
So 27.3. 15h
»Politics of Data«
Führung und Gespräch
mit ­Stephanie Hankey
und Marek Tuszynski
16.30h
»Data Detox«
Workshop
Anmeldung zu »Data Detox«:
[email protected]
→
Eintritt:
Sonntagsführungen und Talks
3€ zzgl. Ausstellungsticket
»Data Detox«-Workshops frei
Fotomarathon 10€
Ausstellungsführungen für
Gruppen und Bildungs­
einrichtungen sowie kostenfreie Führungen für
Schulklassen auf Anfrage:
­
[email protected]
LES RENCONTRES INTERNATIONALES 15.–20.3.
mit ihren Werken vertreten: Adel
Abidin, Thom ­Andersen, Filipa
­César, ­Jasmina ­Cibic, Pedro Costa,
La ­Ribot, Lina Selander. Weitere
­Informationen und Programm unter
art-action.org
Di 15.3. 19h Eröffnung
Mi 16.3. — Sa 19.3.
­Screenings 15, 17, 19, 21h
So 20.3.
Screenings 13, 15, 17, 19h
→Eintritt frei
Dorothée Smith, »Spectrographies«
Mit einer Auswahl von mehr als
100 neuen, inter­nationalen Filmen
aus 40 Ländern, zum Großteil in
deutscher Erst­aufführung, eröffnen
die rencontres internationales eine kritische und zukunftsorien­
tierte Betrachtung aktueller Bild­
kultur. Gezeigt werden Werke welt­
weit b
­ ekannter Künstler*innen
und Filmemacher*innen ebenso wie
junger Talente, deren Arbeiten
zum ersten Mal in Berlin zu sehen
sind. Besonderes Highlight ist
die Deutschland-Premiere des neu­
en Films von Apichatpong
­Weerasethakul, vapour. Außerdem
sind u. a. folgende Künstler*innen
Laure Prouvost, »How To Make Money
Religiously«
FILME, DISKUSSIONEN, WORKSHOPS
In Kooperation
MIGRATING SPACES. Architektur und Identität im
Kontext türkischer Remigration 18.–20.3.
»Migrating Spaces«
© Stefanie Bürkle / VG Bild-Kunst, 2014
AUSSTELLUNG, PANEL, WORKSHOP
In Kooperation
Im aktuellen Diskurs um Migration
und Integration gibt es einen bis­
lang nur wenig beachteten Aspekt:
die Migration von Räumen. Mit
den Menschen wandern auch Räu­
me und Bilder, kulturelle Praktiken
und Lebensweisen. Am Beispiel von
Häusern der »Almancı«, der zurück­
gekehrten, ehemaligen türkischen
Gastarbeiter*innen, hat Stefanie
Bürkle das Beziehungsgeflecht zwi­
schen deutsch-türkischer Identi­
tät und gebautem Raum untersucht.
Die Ergebnisse des dreijährigen
Forschungsprojektes geben, in einer
begehbaren Rauminstallation
aus Videos, Mappings, Bildern und
Collagen, facettenreiche und über­
raschende Einblicke in das Leben
und die geschaffenen Räume
der Rückkehrer*innen in die Türkei.
stefanie-buerkle.de
Fr 18.3. 20h Eröffnung
und Buchpräsentation
21h Screenings,
23h Party mit DJ
Sa 19.3. + So 20.3.
11—18h Ausstellung,
11—13h Panel, 14h Führung,
13—17h Workshop
→Eintritt frei
Ein Kunst- und Forschungsprojekt von
Stefanie Bürkle, TU Berlin
Gefördert von der VolkswagenStiftung
LESUNGEN, DISKUSSIONEN
100 Jahre Gegenwart
TATORT: SCHLACHTFELD 6.3., 20.3.
Gewaltfaszination und ­Verzweiflung
an der Sinnlosigkeit des Krieges –
in der bundesweiten Reihe lesen
Schauspieler*innen aus Tage­
büchern, Briefen und Romanen der
Jahre 1914–18. Diskussionen
mit Politiker*innen setzen damalige
­Positionen in Bezug zu aktuellen
Debatten.
Deutschlandweite Termine unter
hkw.de/tatort
So 6.3. 11h
Theater im Pfalzbau,
Ludwigshafen: Lesung und
Diskussion mit Nicole
Heesters, Andreas Hoppe,
Wolfgang S
­ chivelbusch und
Maria Böhmer, MdB (CDU)
So 20.3. 12h
Theater Freiburg: Lesung und
Diskussion mit Christian
Brückner, Pierre Besson und
Jörn Leonhard; Moderation:
Alexander Solloch (NDR)
Dokumentarische Praktiken erheben
kaum noch den – ohnehin unein­
lösbaren – Anspruch auf Objektivi­
tät. Im Unterschied zum Ansatz
­einer möglichst unvermittelten Be­
obachtung begreifen heutige
­Verfahren das Dokumentarische
nicht mehr als neutrales Abbild der
Wirklichkeit, sondern als eine Form
der Realitätsbewältigung durch
die Arbeit mit Bildern und Erzählun­
gen. Ausgehend von dieser Er­
kenntnis versammelt die Anthologie
Interventionen auf der Basis aktu­
eller Diskurse: was das Dokumentari­
sche ist, was es bedeutet und
was es heute leisten kann. Gleich­
zeitig unterzieht documentary
across disciplines historische
Praktiken einer Neubewertung im
Licht n
­ euer Entwicklungen.
Entstanden aus dem BERLIN
­DOCUMENTARY FORUM, mit Beiträgen
von Ariella Azoulay, Zach Blas,
Christa Blümlinger, ­Stella Bruzzi,
Lucien Castaing-Taylor und Véréna
Paravel im Gespräch mit Ben Rivers,
Kris Fallon, Evgenia Giannouri,
­Sylvère Lotringer, Ben Lerner, Sohrab
Mohebbi, Volker Pantenburg,
­Christopher Pinney, Eyal Sivan im
Gespräch mit ­Antonia Majaca
Haus der Kulturen der Welt, Berlin / The MIT
Press, März 2016, Englisch, 328 Seiten, 22€
Clemens von Wedemeyer, »Die Siedlung«
­Production Shot, 2004; Foto © Arthur Zalewski
BUCHVERÖFFENTLICHUNG
DOCUMENTARY ACROSS DISCIPLINES
Herausgegeben von Erika Balsom und Hila Peleg
Ready or not!? – KulTür auf!
Konferenz und politische Jam-Session 20.+ 21. Mai 2016
Mit kultureller Aktion gegen das
Erstarken der Rechten. Jugend­
liche, junge Künstler*innen,
­Wissenschaftler*innen, politische
Aktivist*innen, Initiativen und
Kulturinstitutionen sind einge­
laden zu Diskussion, Performance,
Film und der Verleihung der
KulTür auf! Awards.
Open Call für Beiträge und
­Teilnahme: k
­ ultuer-auf.de
Eine Veranstaltung von Jugendtheater­
Büro Berlin und KulTür auf!
KALENDER
11.3.–9.5.
NERVÖSE SYSTEME
Ausstellung
Mi–Mo und feiertags
11–19h, 18. + 19.3. bis 22h
White Room Sessions
Sa–Mo 12–18h
18.–20.3.
MIGRATING SPACES
Ausstellung
11–18h
19.3.–9.5.
ZEIT DER UNRUHE
Ausstellung
Mi–Mo und feiertags
11–19h
DONNERSTAG 3.3.
18h
ZIVILGESELLSCHAFT 4.0
Kongress-ERÖFFNUNG ∙ Fatuma Musa, Vassilis Tsianos,
Brigitta Kuster
FREITAG 4.3.
11–14h
ZIVILGESELLSCHAFT 4.0
Kongress ∙ Arbeitsgruppen Rechtsstatus, Gesundheit, Ankommen
15–18h
ZIVILGESELLSCHAFT 4.0
Kongress ∙ Arbeitsgruppen Arbeit,
Wohnen und Leben, Bildung
19h
CHAMISSOS SCHATTEN
Film ∙ Kapitel 1: Alaska Aleuten
R: Ulrike Ottinger, D 2016, 190 min,
dt. Fassung; Einführung: Ulrike
Ottinger; im Anschluss Gespräch
SAMSTAG 5.3.
11–14h
ZIVILGESELLSCHAFT 4.0
Kongress ∙ Arbeitsgruppen
Sprache und Kommunikation,
Soziales Leben, Internetzugang
15 – 18h
ZIVILGESELLSCHAFT 4.0
Kongress ∙ Arbeitsgruppen
Mapping, Sichtbarkeit und Narrative,
Städtischer und digitaler Raum
19h
ZIVILGESELLSCHAFT 4.0
ABSCHLUSSDISKUSSION
SONNTAG 6.3.
16h
CHAMISSOS SCHATTEN
Film ∙ Kapitel 2: Tschukotka
R: Ulrike Ottinger, D 2016, 345 min,
dt. Fassung; Einführung: Ulrike
Ottinger
DONNERSTAG 10.3.
19h
NERVÖSE SYSTEME
Eröffnung
SAMSTAG 12.3.
15h
NERVÖSE SYSTEME
Kurator*innenführung ∙ Anselm Franke (HKW), Stephanie
Hankey und Marek Tuszynski
(Tactical Technology Collective)
SONNTAG 13.3.
15h
NERVÖSE SYSTEME
Kurator*innenführung ∙ Anselm Franke (HKW), Stephanie
Hankey und Marek Tuszynski
(Tactical Technology Collective)
16h
CHAMISSOS SCHATTEN
Film ∙ Kapitel 3: Kamtschatka
und Beringinsel R: Ulrike Ottinger,
D 2016, 174 min, dt. Fassung;
Einführung: Ulrike Ottinger;
im Anschluss Gespräch
16.30h
NERVÖSE SYSTEME
Workshop · Data Detox
DIENSTAG 15.3.
19h
LES RENCONTRES
INTERNATIONALES
Eröffnung
MITTWOCH 16.3.–SAMSTAG 19.3.
15, 17, 19, 21h
LES RENCONTRES
INTERNATIONALES
Screenings
18.30h
A HISTORY OF LIMITS
Konferenz ∙ Limits: Hallucinating
the Canon Nida Ghouse, Malak
Helmy, Ho Tzu Nyen, Tom Holert,
Luis Jacob
SONNTAG 20.3.
11h
MIGRATING SPACES
Paneldiskussion ∙ Kunst, Raum
und Forschung
FREITAG 18.3.
19h
ZEIT DER UNRUHE
Eröffnung
13h
MIGRATING SPACES
Workshop
20h
MIGRATING SPACES
Ausstellungseröffnung, Buchpräsentation, Film-Screening, Party
13, 15, 17, 19h
LES RENCONTRES
INTERNATIONALES
Screenings
20.30h
A HISTORY OF LIMITS
Konferenz ∙ The Museum in Exile
Kristine Khouri, Rasha Salti,
Claudia Zaldívar
14h
MIGRATING SPACES
Ausstellungsführung
SAMSTAG 19.3.
11h
MIGRATING SPACES
Paneldiskussion ∙ Architektur,
Remigration und Identität
12h
A HISTORY OF LIMITS
Konferenz ∙ Frameworks and
Narrative Architectures
Lene Berg, Erhard Schüttpelz,
Kerstin ­Stakemeier, Mark Wigley
13h
MIGRATING SPACES
Workshop
14h
MIGRATING SPACES
Ausstellungsführung
15h
NERVÖSE SYSTEME
Expert*innenführung ∙ Data
protection as a field of ongoing
power struggle in European politics
Katarzyna Szymielewicz, Malte Spitz
16.30h
NERVÖSE SYSTEME
Workshop ∙ Data Detox
SAMSTAG 26.3.
14h
NERVÖSE SYSTEME
Workshop ∙ Fotomarathon
SONNTAG 27.3.
15h
NERVÖSE SYSTEME
Kurator*innenführung, ­Gespräch
Politics of Data Stephanie Hankey,
Marek Tuszynski
15.30h
16.30h
A HISTORY OF LIMITS
NERVÖSE SYSTEME
Konferenz ∙ Inversions / When
Workshop ∙ Data Detox
Narratives become Institutions
Diedrich Diederichsen, Ticio Escobar,
Lara Khaldi, David Teh
GLÜCKLICH IN BERLIN
Der Lebensfreude-Guide mit 400
Tipps und Adressen
zum Entspannen
· M
SS ·
Y OGA
A
O
·M
EDI
ER
RP
E · S W FO
LO
ESSEN
KÖ
T AT I O N ·
R
Jetzt im Handel oder versandkostenfrei
unter tip-berlin.de/shop
jahreskarte
unbegrenzt
Im richtigen Kino
en Film
bist Du nie im falsch
KINO
12 kinos · 350 filme im jahr
Das Yorck-Kinoabo:
1 Jahr Mindestlaufzeit,
danach monatlich kündbar.
Foto: Ammentorp / Fotolia
NE
AG
400 A DR
D
W
THER A PIE ·
E
LL
SS
BERLINS
BESTE
Das Haus der Kulturen der Welt
wird gefördert durch
PARTNER DES PROGRAMMS IM MÄRZ 2016
NERVÖSE SYSTEME
Mit Unterstützung von Open Society Foundations und Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung
Präsentiert von
ZEIT DER UNRUHE
Präsentiert von
A HISTORY OF LIMITS
ZIVILGESELLSCHAFT 4.0
In Kooperation mit
metroZones
Zentrum für städtische Angelegenheiten | Center for Urban Affairs
DOCUMENTARY ACROSS DISCIPLINES
The MIT Press, Cambridge, MA and London, England
KULTURELLE BILDUNG
Titelbild: Julien Prévieux, Patterns of Life (Film Still), 2015, Video HD/2K, 16’
Courtesy: Galerie Jousse Entreprise, Paris ∙ Gestaltung: NODE Berlin Oslo
Präsentiert von
ÖFFNUNGSZEITEN
täglich 10 – 19h
Ausstellungen dienstags geschlossen
HAUS DER KULTUREN DER WELT
John-Foster-Dulles-Allee 10
10557 Berlin
T: +49 (0) 30 – 397 871 75
[email protected]
hkw.de
SHOP
Mi–So 12–19h,
bei Ausstellungen Mi–Mo 12–19h
ANFAHRT
S+U Hauptbahnhof
S+U Brandenburger Tor
U Bundestag
Bus 100
Das Haus der Kulturen der Welt ist ein
Geschäftsbereich der Kultur­veranstaltungen
des Bundes in Berlin GmbH.
Intendant: Bernd Scherer
Kaufmännische Geschäftsführerin:
Charlotte Sieben
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Programmstand: 4.2.2016
Änderungen vorbehalten
KARTEN
T: +49 (0) 30 – 397 871 75
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RESTAURANT Auster
täglich 10 – 19h