Uni und Stadt planen die Zukunft

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Nr. 1 | Februar 2016
Nr. 1 | Februar 2016
Die Zeitung der Universität Siegen
IN DIESER AUSGABE
NRW Ministerinnen zu Gast
Schulministerin Sylvia Löhrmann und Wissenschaftsministerin Svenja Schulze
besuchten die Wochen der
Studienorientierung.
Seite 5
10 Jahre Jobvermittlung
Vom Babysitter bis zum Bauzeichner: Andrea Henzeschulz
findet für jeden den passenden
Nebenjob.
Seite 11
Kamera läuft?
Der Goldene Monaco geht in die
nächste Runde. Alle Studierenden können mitmachen und ihren Film drehen.
Seite 12
EDITORIAL
Die 1. Hochschulkonferenz an der Univeristät Siegen stieß auf großes Interesse.
Uni und Stadt planen die Zukunft
1. Hochschulkonferenz zur baulichen Entwicklung auf dem Haardter Berg und in der Innenstadt
Premiere auf dem Haardter Berg:
Bei der ersten Hochschulkonferenz
der Universität Siegen informierte
das Rektorat gemeinsam mit Bürgermeister Steffen Mues und Landrat Andreas Müller über die bauliche Entwicklung der Uni und den
Landeshochschulentwicklungsplan
in Nordrhein-Westfalen. Als erste
Hochschule in NRW hat die Uni Siegen gemäß des neuen Hochschulgesetzes eine solche Konferenz einberufen. „Es ist ein Element der
Partizipation und ein Moment der
Transparenz. Wir möchten die gesamte Hochschule einbinden“, so
Rektor Prof. Dr. Holger Burckhart.
Das Rektorat nutzte das neue Format, um über die Ideen, Pläne und
Möglichkeiten zu informieren.
Was steht zur Diskussion?
Mit dem Campus Unteres Schloss
ist die Uni in der Stadt angekommen. Doch dabei soll es nicht bleiben. „Auf dem Ortsschild soll nicht
nur Universitätsstadt stehen, es soll
auch Universitätsstadt drin sein.
Eine Fakultät ist schon in der Stadt –
es können gerne noch mehr werden.
Das ist mein Appell“, sagte Bürgermeister Steffen Mues. „Universitäre
Bauten haben immer auch eine gesellschaftliche Relevanz. Das ist eine
Aufgabe, der sich Stadt und Universität stellen. Möchten die Menschen
in Siegen die Uni als Teil des Stadtlebens oder am Rand?“, sagte Prof.
Burckhart. Der Rektor betonte, dass
die Uni nur vom Standort Unteres
Schloss aus wachsen könne. „Die
Fakultäten in der ganzen Stadt verteilt – das geht nicht.“
Was ist sicher?
Im Sommer 2016 wird die Universität das Untere Schloss beziehen.
Das angrenzende Karstadt-Gebäude wird wie geplant einen Teil des
neuen Campus bilden. Die Universität wird das oberste Geschoss
nutzen. Hier sollen drei Hörsäle
und mehrere Seminarräume entstehen. Geplant ist außerdem, das
Dach für den Bau eines großen
Hörsaals zu öffnen. „Wir können
hier deutlich größer bauen und
die Etage optimal nutzen“, sagte
Kanzler Ulf Richter. Karstadt wird
im Gebäude bleiben. In der neuen Planung ist vorgesehen, eine
Mensa in unmittelbarer Nähe zum
Campus Unteres Schloss einzurichten. Die Universität prüft die
Möglichkeit, interimsweise Gebäude für Veranstaltungen bis zur
Fertigstellung des Karstadt-Umbaus anzumieten.
zu bündeln. 2015 führte die Universität ein Werkstattverfahren durch,
in dem mehrere Teams mit Architekten und Stadtplanern mögliche Entwicklungsoptionen aufzeigten. Bis
zum Ende des Jahres 2016 soll der
Entwurf stehen. „Das ist eine große Herausforderung. Es gibt attraktive Möglichkeiten, dass sich die Uni
weiter in die Stadt entwickeln kann,
das werden wir genau prüfen und in
den Masterplan integrieren“, sagte
Kanzler Ulf Richter.
Zum Masterplan gehört auch der
Bau eines Science Campus im Norden des Haardter Bergs. Hier soll ein
Forschungsgebäude mit einer Größe von 9.000 Quadratmetern entstehen. „Wir können so noch gezielter interdisziplinär forschen
und arbeiten, vor allem an unseren
Schwerpunkten Sensorik und NanoAnalytik. Die Infrastruktur für Forschung ist hier zusammengefasst“,
sagte Prof. Dr. Peter Haring Bolívar,
Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs. Außerdem
sollen vier Gebäude auf einer Fläche
von 25.000 Quadratmetern entstehen, in denen universitätsnahe Unternehmen angesiedelt werden. Die
Kosten dafür tragen die Unternehmen. Es handelt sich um Ausgründungen der Universität Siegen.
Sicher ist auch die Sanierung der
Gebäudeteile AR-K und H, der
Mensa und der Universitätsbibliothek auf dem Campus Adolf-Reichwein-Straße. 65 Millionen Euro
stehen der Universität dafür zur
Verfügung. 2017 sollen die Bauarbeiten beginnen. Dabei werden für
die Mensa, die Bibliothek und alle
Büros Interimsflächen geschaffen.
Bis Ende 2019 soll die Sanierung
abgeschlossen sein. Die Universität wird das Gebäude am Herrengarten auch weiterhin nutzen,
nachdem im Januar 2016 ein Teil
der Verwaltung in das neue Allgemeine Verfügungszentrum (AVZ)
auf den Haardter Berg gezogen ist.
Forscherinnen und Forscher des Was wäre möglich?
neuen DFG-Sonderforschungsbereichs „Medien der Kooperation“ Den Blick in eine mögliche Zukunft
am Haardter Berg zeigte Jörg Weswerden hier arbeiten.
sendorf, als er einen Entwurf der Architekturbüros Loidl und WessenWas ist geplant?
dorf vorstellte. Die Uni könnte den
Mehr Uni in der Stadt – das be- Campus Adolf-Reichwein-Straße
trifft auch den neuen Masterplan erweitern – mit neuen Gebäuden,
der Universität Siegen. Der Master- einer „grünen Mitte“ und unterirplan soll die baulichen Entwicklun- dischen Parkflächen. Die Idee ließ
gen der Universität bündeln. Bereits die zahlreichen Zuhörerinnen und
2011 hatte die Uni begonnen, einen Zuhörer im Audimax aufhorchen.
Hochschulstandortentwicklungs- Reicht der Platz überhaupt? Würplan (HSEP) aufzustellen. Die Emp- de es dann auch vernünftige Fußfehlung der Gutachter damals lau- und Radwege zu diesem Bergcamtete, die zahlreichen Uni-Standorte pus geben? Wie wäre es mit einer
mit regenerativer Energie betriebenen Seilbahn? Es gab reichlich Fragen und Diskussionsbedarf. Rektor Burckhart stellte klar: „Es geht
erst einmal darum, zu entscheiden
in welche Richtung man weiterdenken soll.“
Was ist der Landeshochschulentwicklungsplan?
Rektor Prof. Burckhart stellte außerdem den Landeshochschulentwicklungsplan (LHEP) zwischen dem
Land NRW und den Hochschulen
vor. Der Plan erfasst eine Zeitspanne der nächsten fünf Jahre und enthält sieben Grundsätze des Landes
und der Hochschulen. Diese lauten:
1. Differenzierung der Hochschulen nach Aufgaben und Schwerpunk-
ten
2. Stärkung der Fachhochschulen
3. Bewahrung der Fächervielfalt an den Hochschulen
4. Verbesserung der strukturellen Voraussetzungen für den Studienerfolg
5. Steigerung der Studienqualität; Stärkung von Studium & Lehre
6. Ausrichtung der Forschung an
zentralen gesellschaftlichen Her-
ausforderungen
7. Vertiefung der Zusammenarbeit der Hochschulen
Zum Grundsatz „Stärkung der Fachhochschulen“ erläuterte Prof. Burckhart, dass das Verhältnis der Mittelzuteilung auf Universitäten und
Hochschulen verändert wird. Künftig erhalten Fachhochschulen 40
Prozent der Mittel, Universitäten 60
Prozent. Der Rektor warnte mit Blick
auf den Grundsatz „Ausrichtung der
Forschung an zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen“ vor einem Instrument der Steuerung durch
das Land. „Ich wünsche mir, mit Ihnen allen über diese Grundsätze zu
diskutieren“, sagte Prof. Burckhart.
zepp
Bagger gehen, Bagger kommen.
Gerade erst sind die Büros im
neuen Allgemeinen Verfügungszentrum (AVZ) frisch bezogen,
da stellt sich die Frage, nach
den kommenden Baumaßnahmen. Im nächsten Jahr beginnen die Sanierungsarbeiten an
den Hauptgebäuden des AdolfReichwein-Campus. Gleichzeitig
geht es am Unteren Schloss zügig voran. Im Sommer kann die
Uni einziehen. Da liegt die Frage
auf der Hand: Wo geht es hin mit
unserer Hochschule? Verstärkt
in die Innenstadt oder mit neuen Gebäude weiter hoch auf den
Haardter Berg? Bei der 1. Hochschulkonferenz der Uni Siegen
wurden beide Möglichkeiten diskutiert.
Natürlich blieb es zu diesem Zeitpunkt bei „hätte, könnte, würde,
wäre wünschenswert“, aber diese Form der Aussprache für alle
Hochschulangehörigen, bei der
auch Bürgermeister und Landrat
mit auf dem Podium saßen, war
wichtig. Die Teilnehmer nutzten
die Chance für Fragen und Anmerkungen. Die Diskussionszeit
hätte ruhig länger sein können.
Das zeigt, dass die Hochschulkonferenz Sinn hat und ein Forum für persönliche An- und Aussprache bietet, die wir pflegen
sollten.
Viel Spaß beim Lesen des Querschnitts
wünscht
Sabine Nitz
Redakteurin der Unizeitung
Querschnitt
2
UMZUG
Nr. 1 | Februar 2016
Vom Herrengarten
auf den Haardter Berg
Nach dem Umzug überraschte Kanzler Ulf Richter
die Beschäftigten mit einer Einweihungsfeier
Die Verwaltung der Universität Siegen
ist in das Allgemeine Verfügungszentrum
(AVZ) auf dem Haardter Berg umgezogen. Die meisten Kartons sind mittlerweile ausgepackt und die Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter der Universitätsverwaltung haben sich in ihren neuen Büros eingerichtet. Nach erfolgtem Umzug hatte
Kanzler Ulf Richter zur „Besprechung“ in
das Foyer des Allgemeinen Verfügungszentrums eingeladen. Einen Crêpe- und
Getränke-Stand, Musik und Anekdoten
aus dem Herrengarten hatte er gleich
mit dazu gebracht. So wurde aus der
„Besprechung“ eine Einweihungs-Party
Herrengarten
der neuen Heimat der Universitätsverwaltung und gleichzeitig ein gebührender
Abschied vom alten Zuhause, dem Herrengarten. Richter präsentierte Fotos
vom Einzug der Uni in den Herrengarten
im Jahre 1982, Erinnerungen an besondere Ereignisse wie Studierendenproteste, Polizei-Einsätze bis hin zum Spatenstich des AVZ und der Umzugstage. Eine
ganz persönliche Erinnerung an den Herrengarten erhielten die MitarbeiterInnen
vor Ort: Wer wollte, konnte auf einer großen Herrengarten-Fotowand ein FotoPorträt mit sich und Kolleginnen und Kollegen machen lassen.
stich AVZ
20.03.2014 Spaten
FORSCHUNG & LEHRE
Nr. 1 | Februar 2016
Geschlechterfragen quer durch die Disziplinen
Zentrum für Gender Studies geht mit neuen Forschungsprojekten an den Start
Da musste Dr. Uta Fenske doch
kurz schlucken. „Gender – Realität oder Wahnsinn?“ hatte die
Junge Union NRW die Veranstaltung genannt, zu der die Wissenschaftlerin vom Zentrum für Gender Studies der Universität Siegen
eingeladen worden war. Positiv
überrascht, dass das Thema immer
öfter auch in konservativen Kreisen diskutiert wird, wunderte sich
Uta Fenske dann doch über den Titel. Sie sah sich schon vorab in die
Rolle der Ideologin gedrängt. Eine
Gender-Wahnsinnige eben. Eine,
die womöglich für transgender Toiletten in öffentlichen Gebäuden
kämpft. „Da spürt man dann die
Angst, dass Gender eine wie auch
immer geartete Gleichmacherei bedeutet“, meint Fenske. „Die
dachten vermutlich, dass ich mit
dem erhobenen Zeigefinger daher
komme.“ Sie schmunzelt. Die Veranstaltung sei trotzdem gut gelaufen, und es habe eine sehr interessante Diskussion gegeben. „Auch
wenn in Talkshows immer noch mit
einer gewissen Aggression oder mit
süffisantem Unterton darüber diskutiert wird – das Thema ist in der
Mitte der Gesellschaft angekommen“, sagt Uta Fenske.
turen der Geschlechterverhältnisse sowie den damit verbundenen
kulturellen, sozialen, historischen,
politischen, ökonomischen und
symbolischen Folgen. An der Universität Siegen wurde das Zentrum für Gender Studies 2007
gegründet. „Es geht darum, Forschung und Lehre zum Thema
Gender zu bündeln und zu koordinieren“, erklärt Nicole Pöppel,
als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Vorstand des Zentrums für
Gender Studies. Das Zentrum bieGender Studies beschäftigen sich tet Ringvorlesungen, Zertifikate
mit der Entstehung und den Struk- für Studierende, Workshops und
Tagungen an. Die Zahl der Forschungsthemen, die zum Bereich
Gender gehören sind – in der einen
Fakultät mehr, in der anderen weniger – groß. Das zeigte auch die
Resonanz auf den jüngsten Aufruf, Projektthemen einzureichen
(Call for Papers). 19 Exposés lagen
schließlich vor.
Daraus entstand die neue Projektgruppe „Queere Interventionen
in der (Populär-)Kultur? Zeitgenössische queere Texte aus Literatur, Film und Fernsehen zwischen
Kommerz und Subversion.“ „Queer
ist ein Begriff, der in den USA geprägt wurde“, erläutert Fenske. Ursprünglich abwertend als „schräg,
merkwürdig“ geltend, ist queer zum
selbstbewussten Schlagwort für Leben außerhalb von Heteronormativität geworden.
Außerdem hat sich aus dem Call
eine Gruppe Männlichkeitsforschung zum Thema „Transformationen vormoderner Männlichkeit“
zusammengefunden. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie vormoderne Männlichkeitstypen, wie der
Schelm, der Krieger oder der Heilige
heute dargestellt werden. Gender
Studies stehen zwar in der Tradition
feministischer Forschung, bleiben
aber nicht bei der Frauenforschung
haften. „Interessanterweise habe
wir in Siegen viele Projekte zur
Männerforschung“, so Fenske. „Dadurch fühlen sich auch Studenten
von Gender Studies angesprochen,
was wir sehr wichtig finden.“ Gender Kompetenzen sind mittlerweile auch bei Arbeitgebern gefragt.
Fenske: „Zertifikate vom Zentrum
für Gender Studies sind bei Bewerbungen von Vorteil – für Frauen
san
und Männer.“
„Monument Men“ damals und heute
Workshop über die Rettung von Kulturgütern im Forschungskolleg (FoKoS) der Universität Siegen
22.01.2016
04.03.2015 Richtfest
Einweihungsparty
„Kunstraub ist keine Besonderheit
des 20. Jahrhunderts“, erklärte Prof.
Dr. Paul Harris von der Auburn University im US-Staat Alabama. Der
Rechtsphilosoph Francis Lieber habe
bereits mit dem Lieber-Code ein frühes Kriegsvölkerrecht aufgesetzt,
das von Abraham Lincoln unterzeichnet im Amerikanischen Bürgerkrieg von 1861 bis 1865 galt. Harris sieht hierin einen Vorläufer der
Genfer Konventionen, in denen der
Schutz von Kulturgütern und Kultstätten im Kriegs- oder Konfliktfall bis heute Bestand hat. Dahinter
steht die Idee, dass mit der Vernichtung der Kulturgüter auch die kulturelle Identität vernichtet wird. Im
Zweiten Weltkrieg haben deutsche
Truppen geraubte Kunstschätze vor
dem Bombenkrieg in Sicherheit gebracht und an verschiedenen Orten
verborgen, auch in einer alten Kupfermine in Siegen.
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und der Senatssaal zu fin
Teile der Verwaltung sind bereits seit Jahren
auf dem Haardter Berg zu Hause, dazu zählen
das Dezernat 5 (Bauangelegenheiten und Betriebstechnik) und die Abteilung 1.1 (Infrastrukturelles Gebäudemanagement und Sicherheit)
des Dezernats 1 im Hölderlin-Gebäude sowie
das Referat Studierendenservice im SSC auf
dem Campus Adolf-Reichwein-Straße.
Grunes Innenleben
2014 hatte man einen Durchbruch in den Verhandlungen erreicht. Staatspräsident Assad und
die oppositionellen Kräfte einigten
sich auf den Schutz der syrischen
Kulturgüter. „Das war das erste
Mal, dass die miteinander verhandelt haben“, erzählt Sabrine stolz.
Doch die Freude über den Erfolg
hielt nicht lange. Der aufkeimende „Islamische Staat“ nehme keine
Rücksicht auf diese Verhandlungen. Der IS zerstöre demonstrativ
alles, was ihnen zuwider ist.
Sie begaben sich mitten in die Wirren
des zerstörten Europas und suchten
nach Kunstschätzen, um diese ihren
rechtmäßigen Eigentümern zurückzugeben: Die „Monuments Men“. Sie
haben nicht nur Hollywood zu Filmstoff verholfen, sondern waren Thema des Workshops „Rettung historischer Kulturgüter vor Krieg und
Zerstörung – Vom Zweiten Weltkrieg bis Syrien“ unter der Leitung
von Dr. Uwe Hunger und Sascha
Krannich im Forschungskolleg „Zukunft menschlich gestalten“ (FoKoS)
der Universität Siegen.
Genau diese Verstecke und Sammlungen waren es, die von den „Monuments Men“ ausfindig gemacht
wurden. „Die 'Monuments Men' waren keine Soldaten, sondern Künstler oder Architekten“, erklärte Harris. So verwunderte es kaum, dass
unzählige Photographien und Texte
aus dieser Zeit existieren, beispiels-
Prof. Dr. Paul Harris (v.l.), Dr. Tanja Bernsau, Isber Sabrine und Dr. Uwe Hunger.
weise das Buch „Salt Mines and
Castles“, in dem der „Monuments
Man“ Thomas Howe 1946 seine Erlebnisse niederschrieb. „Es war ein
Wettrennen, um die Kunstschätze
zu retten“, beschrieb er die Situation. Dabei hatten die „Monuments
Men“ im zerstörten Deutschland
mit einer ganzen Reihe von Problemen zu kämpfen, allen voran die
Sicherung und Lagerung der geborgenen Kunstschätze. Es habe sich
laut Dr. Tanja Bernsau von der Universität Gießen um etwa 700.000
Kunstwerke gehandelt.
Point“ in Wiesbaden beauftragt,
um die Kunstschätze angemessen
unterzubringen.
„Es geht um die syrischen ‚Monuments Men’ von heute“, leitete der
Workshopleiter Dr. Uwe Hunger
den dritten Teil des Workshops mit
dem syrischen Archäologen Isber
Sabrine ein. Einige der syrischen
Städte zählen zu den ältesten der
Welt, so wie das rund 15.000 Jahre
alte Damaskus. „Wir als Archäologen sagen, Syrien ist ein Museum;
wohin man schaut, überall sind
historische Stätten“, erklärte Isber
Der Architekt und Kunstschutzof- Sabrine. Er arbeitete vor dem Syfizier Walter Farmer wurde mit der rien-Konflikt als Fremdenführer. In
Einrichtung des „Central Collecting Siegen zeigte Sabrine nun erschre-
Die einzige Waffe, die den Freiwilligen von „Heritage for Peace“ zur
Verfügung steht, um sich dem entgegenzustellen ist Information. Auf
www.heritageforpeace.org bieten
sie Infos für den Kulturgüterschutz
in Kriegszeiten. Zudem haben sie
mit der syrischen Generaldirektion für Altertümer und Museen eine
No-Strike-Liste für Aleppo herausgegeben. Zusammen mit dem Museum für islamische Kunst in Berlin bemüht sich Sabrine im „Syrian
Heritage Mapping Project“ um eine
möglichst vollständige Erfassung
der bekannten archäologischen
ckende Aufnahmen von illegalen Schätze in Syrien.
Ausgrabungsstätten in Aleppo.
Der Sandboden auf den Luftbil- Dabei kann Isber Sabrine den Mendern wirkte durchlöchert von den schen keinen Vorwurf machen, die
dunklen Flecken der illegalen für illegale Ausgrabungen in AlepSchatzgrabungen. Sabrine gründe- po verantwortlich sind. „Wenn die
te die Nicht-Regierungsorganisati- Menschen hungrig sind und Geld
on „Heritage for Peace“ mit rund brauchen, graben sie nach Schät150 Syrer vor Ort und mehr als 20 zen und verkaufen diese – auch an
internationalen Freiwilligen. Mit deutsche Kunstsammler“. Darum
den „Monuments Men“ vereint die sei es so wichtig aufzuklären und
Kunstschützer von „Heritage for zu dokumentieren, welche SchätPeace“, dass sie sich für die Ret- ze geraubt werden, erklärte er und
tung der Kultur einsetzen, dabei erntete vom sichtlich beeindruckist ihnen der Verhandlungspartner ten Workshopleiter Dr. Uwe Hunzweitrangig. „Wir arbeiten mit al- ger ein Kompliment, da sein Input
len Syrern; mit der Regierung und voller „Herzblut“ gewesen sei.
mit den Oppositionellen.“, stellte
Sabrine klar.
Text und Foto: Daniel Helmes
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FORSCHUNG & LEHRE
Nr. 1 | Februar 2016
Millionen-Förderung für Physiker
PERSONALIA
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligt 1,2 Millionen Euro für Forschung in der theoretischen Elementarteilchenphysik
Diese Post von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) freut
die Physiker der Universität Siegen.
Die DFG hat die Förderung der an
den Universitäten Dortmund und
Siegen angesiedelten Forschergruppe zur Quark-Flavourphysik und zu
Effektiven Feldtheorien um drei Jahre bis zum 31. Dezember 2018 verlängert. Die Bewilligungsbescheide
sind im Januar 2016 in Siegen eingetroffen. Die Förderung der Siegener Projekte umfasst insgesamt 1,2
Millionen Euro. „Ein toller Erfolg für
die Uni Siegen und ein Beweis für
die Leistungsstärke der Forschung“,
sagte Prof. Dr. Thomas Mannel,
Sprecher der Forschergruppe.
Der Bewilligung war eine Vor-OrtBegehung der Forschergruppe vorausgegangen, an der neben den
Vertretern der DFG auch eine international besetzte Gutachtergruppe
teilgenommen hatte. Das Fazit der
Begutachtung fiel außerordentlich
positiv aus: Sowohl die Arbeit der
ersten Forschungsperiode (2013
bis 2015) wie auch das Forschungsprogramm für die kommenden drei
Jahre wurden als hervorragend eingestuft, eine weitere Förderung in
vollem Umfang war die Empfehlung. Diese Gutachterempfehlung
wurde nun von den DFG-Gremien
bestätigt und die Bewilligung zugeschickt. Das Thema der Forschergruppe „Quark Flavour Physics and
Effective Field Theories“ umfasst
einen der Schwerpunkte der Forschung in der theoretischen Elementarteilchenphysik an der Uni
Siegen. Untersucht werden hierbei
die Eigenschaften der fundamentalen Bausteine der Materie, den
Quarks, von denen es nach unserer
heutigen Kenntnis sechs verschiedene Sorten (sog. „Flavours“) gibt.
Die sich daraus ergebenden phänomenologischen Implikationen reichen von der Interpretation der Daten von aktuellen Experimenten am
Large Hadron Collider (LHC) und sogenannten „Flavour-Fabriken“ bis zu
Antworten auf grundlegende physikalische Fragen, wie zum Beispiel
nach der Ursache für den beobachteten Überschuss von Materie (im
Vergleich zur Antimaterie) im Universum. Die Mitarbeiter in der theoretischen Elementarteilchenphysik in Siegen sehen nun gespannt
PD Dr. Mohamed Barakat
Fakultät IV
Reine Mathematik
Dr. Frank Gronwald
Fakultät IV
Zuverlässigkeit Technischer
Systeme und Elektrische
Messtechnik
Dr. Imke Niediek
Fakultät II
Erziehungswissenschaft
mit dem Schwerpunkt
„Inklusive Pädagogik für
Kinder und Jugendliche
in erschwerenden Lebenssituationen“
PROMOTIONEN
Fakultät I
Die Forschergruppe besteht aus diesen Wissenschaftlern (von links): Prof. Dr. Alexander Khodjamirian (Siegen), Prof. Dr. Guido Bell (Siegen), Prof.
Dr. Thomas Mannel (Siegen), Dr. Björn Lange (Siegen), Prof. Dr. Thorsten Feldmann (Siegen), Dr. Jan Piclum (Siegen), Dr. Tobias Huber (Siegen),
Jun.-Prof. Dr. Joachim Brod (Dortmund), Prof. Dr. Alexei Pivovarov (Siegen). Es fehlt: Prof. Dr. Gudrun Hiller (Dortmund).
und hoch motiviert der Arbeit in der weiterer Projektleiter in der Forzweiten Förderperiode entgegen.
schergruppe tätig sein. Zudem ist
die theoretische Teilchenphysik in
Zumal die Gruppe auch im vergan- Siegen seit Neuestem Mitglied eigenen Herbst durch einen neuen nes
Forschungsschwerpunktes
Kollegen, Prof. Dr. Guido Bell, ver- (FSP 105 LHCb) des Bundesminisstärkt wurde. Prof. Bell wird nun als teriums für Bildung und Forschung
Smart arbeiten ohne krank zu werden
Projekt SUGAR der Uni Siegen erforscht neue Arbeitsplätze für gesundes Arbeiten in einer digitalen Welt
Ziel des Forschungsprojektes ist
es, verschiedene Kommunikationsprofile zu erarbeiten, die die
vielfältigen und individuell unterschiedlichen
Anforderungen
der modernen Arbeit widerspie-
Gestalten
gestalten
36. Ausgabe DIAGONAL
E-Mails beim Frühstück lesen und
Termine während der Fahrt zur Arbeit regeln, das gehört für viele in
der heutigen Arbeitswelt längst
zum Alltag. Die technologischen
Möglichkeiten erlauben es, nahezu zeit- und ortsunabhängig zu arbeiten. Einerseits können dadurch
individuelle Vorlieben für die Arbeitszeit gewährt werden, andererseits führt die ständige Erreichbarkeit zu Stress und gefährdet
den Arbeits- und Gesundheitsschutz. Die bisherigen Ansätze,
beispielsweise die Kommunikation via E-Mail außerhalb der Kernarbeitszeiten zu sperren, lösen dieses Spannungsfeld nicht auf.
Hier setzt das Forschungsprojekt
SUGAR (smart und gesund Arbeiten) an. In diesem neuen Projekt an
der Universität Siegen werden innovative Konzepte zur Gestaltung
moderner Arbeitsplätze unter Berücksichtigung individueller Bedarfe bei gleichzeitiger Einhaltung des
Arbeits- und Gesundheitsschutzes
entwickelt. Im Rahmen des Projektes kooperiert das Team von Prof.
Dr. Dr. Björn Niehaves mit den Firmen Team Gesundheit (Essen),
EJOT (Bad Berleburg) und Transgourmet Deutschland (Riedstadt).
Das Projekt wird mit insgesamt ca.
1,8 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Bildung und
Forschung (BMBF) über eine Laufzeit von drei Jahren gefördert.
(BMBF), aus dem für die nächsten
drei Jahre Mittel im Umfang von
400.000 Euro für die unmittelbare
Zusammenarbeit mit den relevanten Experimenten am CERN, in Japan und in China zur Verfügung gestellt werden.
Termine
Stress
Immer online, immer erreichbar. Wie müssen moderne Arbeitsplätze gestaltet sein, damit sie nicht krank machen?
geln. Dazu zählen „mobile Arbeit“,
„Ganztagsarbeit mit privater Unterbrechung“ oder „interkontinentale Projektarbeit“. Der alleinerziehende Vater, der sein Kind um
15 Uhr aus der Schule abholen und
danach von 19 bis 21 Uhr die Arbeit nachholen will, soll sich in einem der Profile wiederfinden können. Den Beschäftigten stehen
diese Profile zur Auswahl, wodurch
direkter Einfluss auf Arbeits- und
Erreichbarkeitszeiten genommen
werden kann. Da alle Profile dem
Arbeits- und Gesundheitsschutz
entsprechen, leistet SUGAR einen direkten Beitrag zur Gesund-
heitsförderung in der betrieblichen sign (CRID) der Universität Siegen die Projektpartner in Bezug
Praxis.
auf ethische, rechtliche und gesellDas Forscherteam aus Siegen wird schaftliche Aspekte.
im Projekt SUGAR primär die An- Alle Arbeitsschritte werden unter
forderungsanalyse für die Ge- Gesichtspunkten der Datensicherstaltung moderner Arbeitsplät- heit sowie der Wahrung der Privatze unter der Berücksichtigung von sphäre ausgewertet und in die Löethischen Aspekten verantworten. sungsentwicklung eingebunden.
Dazu werden qualitative und quan- Das Forschungsprojekt SUGAR
titative Studien auf Seiten der Be- möchte so einen Beitrag zum Leitschäftigten und auf Seiten der Un- bild der Universität Siegen – „Zuternehmen durchgeführt. Über die kunft menschlich gestalten“ – leisgesamte Projektdauer hinweg be- ten, indem ein tragfähiges Konzept
gleiten der Lehrstuhl für Wirt- zur Ausgestaltung individueller
schaftsinformatik und das Center Kommunikationsmöglichkeiten erfor Responsible Innovation & De- arbeitet wird.
DIAGONAL ist die interdisziplinäre Hochschulzeitschrift der
Universität Siegen. Bereits der
Name signalisiert Querverbindungen zwischen wissenschaftlichen Disziplinen und Autoren aller Fakultäten. Die 36. Ausgabe
widmet sich dem Thema „Gestalten gestalten“. Die Frage danach,
wie wissenschaftliche Schöpfungen durch Prozesse der Gestaltung entstehen und wie sie in der
Gestaltung der Welt, im Guten
wie im Schlechten, zum Tragen
kommen, ist für manche Disziplinen zentral, für andere kann sie
eine sinnvolle Horizonterweiterung darstellen. Wie aber werden
in den Fächern gestalterische Probleme gelöst und wie wird das Gestalten selbst als ein Gegenstand
der Wissenschaft untersucht? Die
Themen betreffen die Gestaltung
als Zielsetzung, die Grenzen der
Gestaltbarkeit, die Evaluation von
Gestaltungsprozess und -ergebnis, die Gestaltungskompetenz
und ihre Förderung. Die Zeitschrift
zeigt, dass Gestalten selbst eine
Tätigkeit ist, die der Reflexion bedarf. Die Themen der Ausgabe betreffen Philosophie, Architektur,
Kunst, Musik, Wirtschaft, Arbeit,
Politik und Verantwortungsethik.
Verlag Van
denhoeck &
Ruprecht,
V&R unipress,
Göttingen,
182 Seiten, 15 Euro,
ISBN 978-3-8471-0503-9 (Print);
ISBN 978-3-8471-0503-2 (E-Book)
NRW-Ministerinnen besuchten Wochen der Studienorientierung
Svenja Schulze und Sylvia Löhrmann loben Siegener Konzept - Reibungslose Übergänge ermöglichen
RUF ANGENOMMEN
an die Universität Siegen
Ziel der Forschergruppe ist zum einen, das theoretische Verständnis von Prozessen, bei denen sich
Quarks mit verschiedenem „Flavour“ ineinander umwandeln, qualitativ und quantitativ zu verbessern. Die konzeptionelle Basis
bilden sogenannte effektive Quantenfeldtheorien, deren mathematische Auswertung sehr aufwändige
Rechenmethoden erfordert, welche im Rahmen der Forschergruppe ausgearbeitet und weiter entwickelt werden.
NAMEN & NOTIZEN
Nr. 1 | Februar 2016
Bettina Grimmer
Soziologie
„Folgsamkeit herstellen.
Die Interaktionsordnung
von Jobcenter-Gesprächen“
Silvie Kruse
Anglistik
„Diatopische Varietäten im
Englischunterricht der Sekundarstufe II - Konzepte,
Unterrichtspraxis und Perspektiven der Beteiligten“
Margit Ernst-Habib
Evangelische Theologie
„Reformierte Identität
weltweit. Eine Interpretation neuerer Bekenntnisse
aus der reformierten
Tradition“
Atefeh Soleimani
Germanistik
„Goethes Persien-Bild. Eine
interkulturelle Studie zum
West-Östlichen Divan“
Alexander Drews
Evangelische Theologie
„Die Werke wirken: Eine
Untersuchung der Semantik und impliziten Ethik von
ἔργον und ἐργάζεσθαι im
Johannesevangelium“
Christiane Tjaden
Evangelische Theologie
„Politik im Gebet. Erträge
Dietrich Bonhoeffers und
Karl Barths für eine Theologie der Fürbitte für den
Staat“
Fakultät III
Kristin Grimm
Wirtschaftswissenschaften
„Lizenzketten im Urheberrecht – Zum Schicksal der
Unterlizenz nach Beendigung des Hauptlizenzvertrages“
Erika Cäcilia Zabanoff
Wirtschaftswissenschaften
„Nutzenorientierte Konsumvorstellungen Vierzehnjähriger als Potenzial ökonomischer Bildung – Eine
empirische Untersuchung“
Wissenschaftsministerin Svenja
Schulze und Schulministerin Sylvia
Löhrmann haben sich im Rahmen
der landesweiten „Wochen der Studienorientierung“ an der Universität Siegen über die dortigen Angebote zum Studieneinstieg und zur
Lehramtsausbildung
informiert.
Universitätsrektor Prof. Dr. Holger
Burckhart begrüßte die Ministerinnen sowie Dr. Bettina Wolf, Geschäftsführerin der Agenturen für
Arbeit in Siegen und Wuppertal-Solingen im neuen Allgemeinen Verfügungszentrum (AVZ) auf dem Campus Adolf-Reichwein-Straße.
Vorgestellt wurden die Programme „Brücken ins Studium“, „Fit fürs
Studium“ sowie „Lehramt studieren in Siegen“. Eine Präsentation
der Lernwerkstatt Lehrerbildung
und Workshops der Zentralen Studienberatung und des Zentrums
für Lehrerbildung boten Anregungen für Diskussionen. Dabei ging es
auch um die Frage, wie Ministerien,
Schulen, Hochschulen und Arbeitsagenturen ihre Zusammenarbeit
künftig gestalten, um die Angebote des Landesvorhabens „Kein Abschluss ohne Anschluss“ weiter voranzubringen. „Nur gemeinsam
können wir eine möglichst große
Zahl von Studieninteressierten erreichen. Die Universität Siegen bietet bereits bei der Studienorientierung umfangreiche Programme für
Interessierte an. Solche positiven
Beispiele greifen wir auf und bauen
die Angebote noch weiter aus, um
eine flächendeckende Studien- und
Berufsorientierung für alle Schülerinnen und Schüler sicherzustellen“, sagte Wissenschaftsministerin
Svenja Schulze.
Besuchten die Uni Siegen (von links): Sylvia Löhrmann, Svenja Schulze und Dr. Bettina Wolf, rechts Gastgeber Prof. Dr. Holger Burckhart.
Gute kommt: „In den Wochen der
Studienorientierung können sich
Jugendliche frühzeitig über das Studium informieren und sich ein eigenes Bild über die vielfältigen Angebote der Hochschulen machen. Das
Land NRW unterstützt die Berufsund Studienorientierung junger
Menschen mit der Landesinitiative ‚Kein Abschluss ohne Anschluss‘,
um Übergänge reibungslos zu gestalten und auf den jungen Menschen zugeschnittene Anschlüsse
Schulministerin Sylvia Löhrmann zu gewährleisten.“
betonte, dass die Zusammenarbeit
von Hochschulen, Schulen und Ar- Rektor Prof. Dr. Burckhart hob als
beitsagenturen den Schülern zu Gastgeber die Bedeutung der Zu-
sammenarbeit innerhalb des Beratungsnetzwerkes hervor: „Ich freue
mich über den Besuch der Ministerinnen und von Frau Dr. Wolf von
der Agentur für Arbeit und das damit verbundene Interesse an der
Arbeit der Kolleginnen und Kollegen unserer Universität und bin
überzeugt, dass die Konzeption
unser Beratung zielgenau bei den
Studieninteressierten ankommen
wird. Die bewährte Kooperation
mit der Bundesagentur für Arbeit,
aber auch mit der hiesigen IHK
wird hierzu wesentlich beitragen.“
„Zur Zusammenarbeit zwischen
der Hochschule und der Agentur
für Arbeit in Siegen gehört natürlich auch die Woche der Studienorientierung“, erläuterte Dr.
Bettina Wolf, Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Siegen:
„An dieser Stelle hören wir in Siegen-Wittgenstein aber mit unseren gemeinsamen Anstrengungen
nicht auf. Denn mit unserem Projekt NAVI bemühen sich alle Partner im Netzwerk, um kontinuierliche berufliche Orientierung.
So können wir den Studierenden
auch dann noch intensiv zur Seite stehen, wenn sich Berufs- oder
Studienwunsch noch einmal ändert.“
Neu an der Fakultät II:
Neuer ZIMT-Geschäftsführer:
Prof. Dr. Anna-Maria Hintz
Dieter Lehmann
Seit Dezember 2015 hat Prof. Dr. Anna-Maria Hintz die Professur Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Förderpädagogik (Lernen sowie
Emotionale und soziale Entwicklung)
inne. Zuvor vertrat sie für zwei Jahre
die Professur „Förderpädagogik und
schulische Inklusion“ an der Universität Siegen. Ihr Studium (Sonderpädagogik auf Lehramt sowie Pädagogik
auf Diplom) absolvierte die 34-Jährige an der Universität Oldenburg. Der
Zeit im Vorbereitungsdienst folgte die Tätigkeit als wissenschaftliche
Mitarbeiterin sowie als Lehrkraft für
besondere Aufgaben am Department Heilpädagogik und Rehabilitation der
Uni Köln. Dort schloss sie ihre Promotion 2012 erfolgreich ab.
Stipendien der Robert-Bosch-Stiftung und des DAAD sowie damit verbundene Forschungsaufenthalte an der Texas A&M University ermöglichten es
Anna-Maria Hintz, früh internationale Forschungserfahrungen zu sammeln.
Dieter Lehmann hat zum
1.1.2016 die Geschäftsführung
des Zentrums für Informationsund Medientechnologie (ZIMT)
übernommen. Zur Informationstechnologie (IT) kam der
48-Jährige über Umwege: zunächst Gärtner, dann Studium
Landespflege, danach Masterstudium in Salzburg Geographical Science & Systems.
Im Rahmen mehrerer Forschungsvorhaben beschäftigte er sich mit Datenkatalogen
und Methoden der Künstlichen
Intelligenz. Über die Forschung
entwickelte sich eine immer
höhere Affinität zur IT. Zuletzt
verantwortete Lehmann die ITNetzwerk und -Infrastruktur
der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen.
Als Geschäftsführer ZIMT empfindet er besonders die Kombination
zwischen der technischen Herausforderung und den dazugehörigen
Menschen und deren Anforderungen als sehr spannend. „Gerade in
dem Komplex der aktuellen Fragestellungen, wie die verschiedenen
Integrationsthemen sowie der Bauthemen, kann ich meine planerischen Grundlagen einbringen. Meine Stationen des Lebens können
mir hier durchaus behilflich sein.Ich weiß auch, wie man etwas anpackt.“ Um die Themen wie z.B. die Großgeräteanträge, die derzeit im
ZIMT bearbeitet werden, zu stemmen, ist eine querschnittsorientierte Sicht hilfreich, die Lehmann mit seiner langen Erfahrung an einer
kleineren Hochschule mitbringt. Und was macht der Geschäftsführer
in seiner Freizeit? „Natürlich Familie, meine drei Kinder. Zwei studieren, einer ist derzeit in einer Lehre. Ich fahre auch gerne Mountainbike
und engagiere mich in einem kleinen Laientheater.“
Der Schwerpunkt ihrer Forschung liegt auf Fragestellungen zur wirksamen Prävention von bzw. wirksamen Förderung bei Beeinträchtigungen
im Lernen und der sozial-emotionalen Entwicklung sowie damit assoziierten Themen. Im Rahmen ihrer Lehre widmet sich Prof. Dr. Hintz vor
allem den Lehramtsstudierenden, die sich durch das Studium der „Integrierten Förderpädagogik“ auf den adäquaten Umgang mit Lernbeeinträchtigungen oder Verhaltensauffälligkeiten vorbereiten wollen. Zukünftig wird sie sich ebenfalls in dem neuen Masterstudium „Lehramt
für sonderpädagogische Förderung“ engagieren, durch den Studierende nach Erwerb ihres ersten BA- und MA-Abschlusses auch die Lehrbefähigung für Sonderpädagogik mit den Schwerpunkten „Lernen“ sowie
„Emotionale und soziale Entwicklung“ erwerben können. Dies qualifiziert sie sowohl für den professionellen Einsatz als Förderlehrkraft als
auch in inklusiven schulischen Settings.
5
BÜCHER & NOTIZEN
Nr. 1 | Februar 2016
AUSGEZEICHNET
Nr. 1 | Februar 2016
Wenn die Helfer selber in Gefahr geraten
Feierliche Examensfeier im Audimax
Buch der Siegener Professorin Dr. Andrea Schneiker zeigt Sicherheitsstrategien für humanitäre Hilfsorganisationen
318 Absolventinnen und Absolventen der Fakultät Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsrecht verabschiedet
hen unter einem Wettbewerbsdruck
und scheuen sich davor, Geld in Sicherheit zu investieren. Dabei ist Sicherheit die Grundbedingung für
Projekte humanitärer Hilfsorganisationen.“
Sie möchten anderen Menschen
helfen. Doch immer häufiger werden die Menschen, die eigentlich nur
helfen wollen, selbst Opfer von Gewalt. Humanitäre Hilfsorganisationen, meist Nichtregierungsorganisationen (NGOs), arbeiten vermehrt in
Krisengebieten, in denen das Risiko
von bewaffneten Konflikten besteht.
Allein 2013 kam es zu gewaltsamen
Übergriffen auf 460 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter humanitärer
Hilfsorganisationen. Das geht aus
einem neuen Buch von Dr. Andrea
Schneiker, Juniorprofessorin für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt „Internationale Beziehungen"
an der Universität Siegen, hervor.
Jun.-Prof. Dr. Andrea Schneiker
Prof. Schneiker zeigt in ihrem Buch
„Humanitarian NGOs, (In)Security
and Identity: Epistemic Communities and Security Governance“ auf,
inwiefern Hilfsorganisationen sich
selbst bei der Vorbeugung von Sicherheitsgefahren im Wege stehen,
was Hilfsorganisationen schon unternommen haben, um ihre Mitarbeiter besser zu sichern und welche
Maßnahmen Hilfsorganisationen ergreifen können, um sich noch besser
vor Übergriffen zu schützen. „Dieses Buch ist ein Muss sowohl für
Praktiker als auch Wissenschaftler,
die verstehen möchten, wie das humanitäre System auf die wachsenden Sicherheitsherausforderungen
reagiert hat“, sagt Prof. Dr. Dennis Völkerrecht halten und die HilfsorDijkzeul von der Ruhr-Universität ganisationen nicht anerkennen. Oft
werden die Organisationen ganz beBochum.
wusst angegriffen, weil sie im KonDoch warum kommt es überhaupt text bewaffneter Konflikte als ein
zu solchen Übergriffen und wie kön- Teil westlicher Interventionen annen sich Organisationen dagegen gesehen werden. „Die NGOs müsschützen? Traditionell gehen hu- sen sich aktiv damit auseinandersetmanitäre Hilfsorganisationen da- zen, dass es nicht ausreicht, Gutes zu
von aus, dass sie bei ihren Hilfeleis- tun, um geschützt zu sein“, sagt Prof.
tungen sicher sind. Zum einen, weil Schneiker.
sie Gutes tun und zum anderen, weil
sie sich an die humanitären Prinzipi- Oft schrecken Mitarbeiter und
en Menschlichkeit, Neutralität, Un- Manager der Organisationen daabhängigkeit und Unparteilichkeit vor zurück, etwas gegen Angrifhalten. In der heutigen Zeit gibt es fe zu unternehmen oder sehen die
allerdings viele nicht-staatliche Ge- Notwendigkeit nicht. Prof. Schneiwaltakteure, die sich nicht an das ker: „Viele Hilfsorganisationen ste-
Es gibt auch Fälle, in denen Mitarbeiter davor zurückschrecken, Überfälle
zu melden. Sie haben Angst vor dem
Vorwurf, selbst schuld zu sein, oder
von Projekten abgezogen zu werden.
Aber häufig werden dadurch andere NGOs nicht vor Übergriffen gewarnt – und es gibt weitere Opfer
von Überfällen.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten,
mit der Gefahr umzugehen und die
Sicherheit zu erhöhen. Manche Organisationen richten sich auf einem
abgeschotteten Gelände ein, andere engagieren bewaffnetes oder unbewaffnetes Sicherheitspersonal.
Die Mitarbeiter anderer Organisationen erhalten
kugelsichere Westen oder gepanzerte Fahrzeuge. Manche NGOs operieren
undercover, ohne Logos oder andere Erkennungsmerkmale,
sodass sie in der Bevölkerung unsichtbar
werden. Andere wiede-
rum arbeiten nur noch mit lokalem
Personal oder ziehen sich komplett
zurück. Manche Organisationen
stellen Richtlinien oder Handbücher bereit, in denen beispielsweise
erläutert wird, wie eine Evakuierung
abläuft oder wie Informationen weiter zu geben sind. Auch werden Sicherheitstrainings angeboten.
Es gibt allerdings auch Hilfsorganisationen, die trotz der vielfältigen
Möglichkeiten keine Konzepte entwickelt haben und deren Mitarbeiter auf sich allein gestellt sind. Hier
tritt ein weiteres Problem auf. „Viele
NGOs sind bisher nicht in der Lage,
ihr Verhalten selbstkritisch zu reflektieren. Beispielsweise bedenken
sie ihr Verhältnis zu politischen Akteuren oft nicht genau. Es besteht
häufig keine strikte Trennung zwischen politischen und militärischen
Interventionen und humanitärer Hilfe. Diese ‚Zusammenarbeit‘ kann zu Gewaltangriffen
führen“, sagt Prof. Schneiker.
Alessa Risse
Dr. Andrea Schneiker
Humanitarian NGOs
(In) Security and Identity
Ashgate Publishing Limited 2015,
151 Seiten, 110 Euro,
ISBN 978-1472438072
NEU ERSCHIENEN
chen als auch kritische Anregungen
zum gegenwärtigen Zustand Griechenlands und Europas zu liefern.
Der interdisziplinäre Ansatz verfolgt
dabei verschiedene Theorie- und
Denktraditionen, die sich gegenseitig
ergänzen, um die komplexen griechischen und europäischen Wandlungsprozesse besser verstehen zu können. gen, beantworten sie differenziert
und vielfältig und geben Beispiele erprobter und für gut befundener
Vermittlungspraxis. So bietet dieser
Band dem Leser Impulse und Denkanstöße – auch zur Reflexion der eigenen Unterrichtspraxis.
•
Reihe: Wirtschafts- und Sozialordnung
Band 9
FRANZ-BÖHM-KOLLEG – Vorträge und Essays
Herausgegeben von Bodo Gemper
Tischgesellschaft 2
Guter Kunstunterricht: Wie geht
das?
Stefanie Marr (Hg.)
Athena Verlag 2015, 284 Seiten, 19,50 Euro,
ISBN 978-3-89896-614-6
Zehn Jahre nach der ersten Tischgesellschaft haben sich an der Universität Siegen erneut Kunstdidaktiker,
-lehrer und Künstler zusammengefunden, um den Bedingungen, Möglichkeiten und Unwägbarkeiten ihres
Faches außerhalb des gewohnten
Rahmens auf den Grund zu gehen.
Das Anliegen war, am runden Tisch
gemeinsam herauszuarbeiten, welche Qualitätsmerkmale gute Bilder
aufweisen und welche Unterrichtsvorgehen qualitätsvolle Arbeiten
entstehen lassen.
Braucht der Kunstunterricht etwa
Verbote wie „keine Herzen“ oder
„kein Glitzer“? Welche Mindeststandards sollten von den Schülern verlangt werden? Wie streng
darf oder muss die Lehrperson sein?
Was macht ein „gutes Ergebnis“ im
Kunstunterricht aus? Und wie viel
haben Schülerarbeiten eigentlich
mit Kunst zu tun?
Die Teilnehmer der Tischgesellschaft
stellen sich diesen und weiteren Fra-
Die Ausführungen des Präsidenten der Deutschen Bundesbank, Herrn Dr. Jens
Weidmann, die im Mittelpunkt dieser Dokumentation des ersten CampusForums
an der Universität Siegen stehen, werden ergänzt durch Manuskripte, die ihr
Augenmerk auf die Gestaltung einer Architektur für eine europäischen
Währungsunion richten, - bereichert um Überlegungen, die erkennen lassen,
dass ohne nachdenkliche, philosophische, wirtschaftswissenschaftliche, rechtswissenschaftliche und politische Denkanstöße, die aus umfassender humanistischer
Bildung gespeist sind, wie sie die Professoren, Herr Notar Dr. Frank Hartmann oder
Herr Dr. Volker Wulf liefern, keine zufrieden stellenden Lösungen denkbar sind,
die ein ,,Denken in Ordnungen” (Walter Eucken) im Dienste einer Erneuerung
des europäischen Einigungswerkes zulassen.
Die Beiträge dieses Bandes vermitteln Anregungen zu ganzheitlichem wie auch zu
interdisziplinärem Denken und sie bieten gerade auch für junge Menschen in Gymnasien
und Hochschulen Grundkenntnisse, die geeignet sind, den Sinn für Stabilität und die
Wahrnehmung politischer Verantwortung zu begreifen.
Wir erfahren, was zur Lösung der stabilitätswirtschaftlichen Probleme im
europäischen Einigungsprozess getan werden kann und muss.
Prof. Dr. Dr. Bodo Gemper (Hrsg.)
Jens Weidmann • Stabilitätspolitische Herausforderungen von Notenbanken
Der Inhalt dieser Beiträge ist von ebenso aktueller
wie auch grundsätzlicher Bedeutung,
- und er ist von zeitloser Relevanz.
Stabilitätspolitische Herausforderungen
von Notenbanken:
Preisstabilität und/oder Finanzstabilität
Für eine bedachte Architektur einer Währungsunion
Mit Beiträgen von
Dr. rer. pol. Jens Weidmann,
Präsident der Deutschen Bundesbank,
Ulf Richter, M. B. A.,
Kanzler der Universität Siegen,
Prof. Dr. rer. nat. Volker Wulf,
Dekan der Fakultät III:
Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsinformatik,
Wirtschaftsrecht
Zielführende Antworten sind erkennbar und möglich.
Woran liegt es, dass die bereits überfälligen Entscheidungen und die dazu notwendigen
politisch erforderlichen Handlungen nicht folgen?
Lesen sie bitte nach!
Griechenland im europäischen
Kontext
Agridopoulos, Aristotelis / Papagiannopoulos, Ilias (Hg.)
Edition Ensis
ISBN 978-3-981 36 36-2-3
€ 9,00
Springer VS 2016, 344 Seiten, 39,99 Euro,
ISBN 3658072393
Dieser interdisziplinäre Sammelband
stellt aus verschiedenen Forschungsrichtungen aktuelle Krisen- und Diskursphänomene in Griechenland und
in Europa vor. Griechenland hat zwar
aufgrund der Staatsschulden- und
Eurokrise ein enormes Forschungsinteresse geweckt, trotz alledem hinkt
der deutsche sozialwissenschaftliche Forschungsstand aber hinter den
derzeitigen Entwicklungen und politischen Debatten in Griechenland
her. Das Anliegen des Sammelbandes ist es daher, einen ersten Schritt
in diese Richtung zu wagen, um sowohl dem deutschen Diskurs einen
anderen Einblick in die griechische
„Büchse der Pandora“ zu ermögli-
on richten, bereichert um Überlegungen, die erkennen lassen, dass
ohne nachdenkliche, philosophische, wirtschaftswissenschaftliche,
rechtswissenschaftliche und politische Denkanstöße, die aus umfassender humanistischer Bildung gespeist sind, wie sie die Professoren
Dr. Frank Hartmann oder Dr. Volker
Wulf liefern, keine zufrieden stellenden Lösungen denkbar sind, die
ein ,,Denken in Ordnungen” (Walter
Eucken) im Dienste einer Erneuerung
des europäischen Einigungswerkes
zulassen. Die Beiträge vermitteln
Anregungen zu ganzheitlichem wie
auch zu interdisziplinärem Denken und sie bieten für junge Menschen in Gymnasien und Hochschulen Grundkenntnisse, die geeignet
sind, den Sinn für Stabilität und die
Wahrnehmung politischer Verantwortung zu begreifen.
und
Gemper (Hrsg.)
6
Prof. Dr. jur. Frank Hartmann,
Notar in Dresden
EDITION
E NS I S
NETPHEN
Stabilitätspolitische Herausforderungen von Notenbanken: Preisstabilität und/oder Finanzstabilität
Für eine bedachte Architektur einer Währungsunion
Bodo Gemper (Hrsg.)
Siegen: UniPrint 2016, 68 Seiten, 9 Euro,
ISBN: 978-3-9813636-2-3
Mit Band 9 der Reihe Wirtschaftsund Sozialordnung legt der Siegener
Volkswirt Bodo Gemper das Ergebnis des ersten CampusForums der
Universität Siegen vor. Im Mittelpunkt stehen die Ausführungen des
Präsidenten der Deutschen Bundesbank, Dr. Jens Weidmann, die dieser
im Rahmen der Franz-Böhm-Kollegs an der Universität Siegen vorgetragen hat. Ergänzt durch Manuskripte, die ihr Augenmerk auf
die Gestaltung einer Architektur
für eine europäische Währungsuni-
Orgues et Imaginaires
In memoriam Hermann J. Busch
Textes réunis et présentés par MarieBernadette Dufourcet-Hakim avec
la collaboration de Cyril Pallaud et
de Sibylle Schwantag
Presses Universitaires de Bordeaux 2015,
299 Seiten, 20 Euro, ISBN 978-2-86781-933-9
Die Herausgeberin, Prof. Marie-Bernadette Dufourcet-Hakim, Inhaberin des Lehrstuhls für Musikwissenschaft an der Universität Michel de
Montaigne in Bordeaux, versammelt
in diesem Band die Beiträge der internationalen Tagung zur Orgelforschung ‚Orgues et Imaginaires‘, zu
der sie im Jahr 2010 nach Bordeaux
eingeladen hatte, an die Wirkungsstätte des Dom Bédos de Celles.
Hermann J. Busch stellte in Bordeaux
die Perspektive einer ‚Integrierten
Orgelforschung‘ dar, sein lebenslang verfolgtes Projekt, das - immer
auch verbunden mit künstlerischer
Praxis - einen ganzheitlichen Blick
auf das Instrument Orgel und seine
Musik richtet und damit thematisch
nicht nur verschiedene musikwissenschaftliche und organologische
Teildisziplinen zusammenführt, sondern auch transdisziplinär weitere Wissenschafts- und Kunstdisziplinen wie Geschichte, Theologie,
Kunstgeschichte und Architektur/
Baukunst beteiligt. Auf ebendiese
Weise hatte Busch auch die Tagungen der Walcker-Stiftung für Orgelwissenschaftliche Forschung‘ angelegt deren Vorsitzender er fast ein
Jahrzehnt lang war.
Eine kurze Darstellung der umfangreichen orgelwissenschaftlichen Bestände seiner privaten Forschungsbibliothek und des Bestandes der
Universitätsbibliothek Siegen ergänzten den Vortrag. Das Projekt
der ‚Integrierten Orgelforschung‘
stieß in Bordeaux auf großes Interesse. Ein Text von Prof. Martin Herchenröder und Sibylle Schwantag
(beide Universität Siegen) fügt dem
Band Überlegungen zu einer Weiterführung des Projektes in veränderter
Form bei. Entsprechend der internationalen Teilnehmerschaft enthält
der Band Beiträge in französischer,
englischer, italienischer und deutscher Sprache.
Die Fakultät III (Wirtschaftswissenschaften,
Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsrecht) der
Universität Siegen hat die Absolventinnen und Absolventen
mit einer feierlichen Examensfeier im Audimax der Universität verabschiedet. Insgesamt 318
Studierende schlossen im Sommersemester 2015 ihr Studium erfolgreich ab.
metzko, Assem Khussainova, Dominik Dussa, Marc Jara, Tamara
Staab, Michael Matejek, Katharina von Weschpfennig. Die Beste aller Master-Absolventinnen
und Absolventen erhielt darüber
hinaus den mit 500 Euro dotierten Preis des Fördervereins der Fakultät. Prof. Dr. Arnd Wiedemann
überreichte in seiner Eigenschaft
als neuer 2. Vorsitzender des Vorstands des Fördervereins diesen
nach dem Gründungsrektor der
Universität Siegen benannten Artur-Woll-Preis an Tamara Staab,
die den Master-Studiengang Human Computer Interaction mit
der Spitzennote 1,2 nach sechs Semestern absolvierte. Das Thema
ihrer Masterarbeit lautet: „Ein-
flussfaktoren zur selbstständigen
Nutzung von gesundheitsförderlicher IKT durch ältere Menschen
am Beispiel des Sturzpräventionsprogramms iStoppFalls“.
Den mit 500 Euro dotierten Preis
für die Beste aller Bachelor-Absolventinnen und Absolventen erhielt
in diesem Jahr Raquel Sophie Bil-
ger, die den Bachelor-Studiengang
Betriebswirtschaftslehre mit der
Note 1,3 nach sechs Semestern in
Regelstudienzeit absolvierte. Sie
schrieb ihre Bachelor-Arbeit zum
Thema „Komplexitätscontrolling
unter Berücksichtigung des Kalkulationsproblems“.
PD Dr. Michael Gail
Die Urkunden und Zeugnisse wurden vom Dekan, Prof. Dr. Volker
Wulf, den Professoren Dr. Ulrich
Seidenberg und Dr. Rainer Schröder sowie von Dr. Anke Schüll als
den Vertretern der Prüfungsausschüsse sowie dem Leiter des Prüfungsamtes, Dr. Jürgen Ehlgen,
feierlich überreicht. Die besten
zehn Prozent eines jeden Studiengangs wurden zusätzlich mit einer
Ehrenurkunde ausgezeichnet. Den
Festvortrag hielt Prof. Dr. Rainer
Schröder.
In diesem Semester wurden bereits zum siebten Mal die jeweils
besten Absolventinnen und Absolventen jedes Bachelor- und jedes
Master-Studiengangs mit einem
Preis geehrt. Die Preise wurden
von der Fakultät gestiftet. Der Bachelor-Preis ist mit 200 Euro dotiert, der Master-Preis mit 300
Euro.
Die Preisträger sind: Raquel Sophie Bilger, Sebastian Schmidt,
Julian Quast, Alena Mildenberger, Florian Hermann, Felix Schy-
Auf dem Bild (v.l.): Assem Khussainova, Felix Schymetzko, Florian Hermann, Alena Mildenberger, Julian Quast, Raquel Sophie Bilger, Sebastian Schmidt.
Stipendien spornen an
Die Förderer
88 Studierende der Universität Siegen werden derzeit unterstützt – Talente fördern und die Region stärken
Herausragende Leistungen belohnen, Talente fördern, Region und
Hochschule stärken – all das ermöglichet ein Stipendium. Das
Stipendienprogramm an der Universität Siegen ist eine Erfolgsgeschichte, die sich auch 2015 fortgesetzt hat. Insgesamt erhalten 88
Studentinnen und Studenten der
Universität Siegen ein Stipendium.
„Die Qualität der Bewerbungen
war in diesem Jahr ungewöhnlich
hoch. Die Unterstützung durch ein
Stipendium ist der Lohn für herausragende Leistungen und stärkt
den Hochschulstandort Siegen“,
sagte Prof. Dr. Franz-Josef Klein,
Prorektor für Lehre, Lehrerbildung
und lebenslanges Lernen an der
Uni Siegen, bei der Übergabe der
Stipendien im Artur-Woll-Haus.
Das Deutschland-Stipendienprogramm startete zum Wintersemester 2009/2010 an der Uni Siegen.
Es belohnt hervorragende Leistungen und eröffnet durch die Förderung neue Möglichkeiten für junge
Menschen. Die monatliche Stipendienhöhe des Deutschlandstipendiums beträgt 300 Euro für mindestens zwei Semester. Die Summe
wird je zur Hälfte aus privaten und
öffentlichen Mitteln finanziert. Um
die Förderung durch Land/Bund zu
erhalten, ist es die Aufgabe der Universität Siegen, zunächst Fördergelder von Privaten, Stiftungen und
Wirtschaft einzuwerben.
licht in diesem Jahr 85 Studierenden ein Stipendium. Hinzu kommen
drei Studierende, die mit Stipendien und Förderungen aus dem hochschuleigenen Stipendienprogramm
des Studienförderfonds Siegen e.V.
unterstützt werden. Insgesamt können daher 88 Studierende unterstützt werden.
Bei der Stipendienvergabe gab Veronika Lichtenwald, Studentin des
Master-Studiengangs Medienkultur, einen Einblick in ihr Studium
und sagte: „Diese Förderung motiviert, spornt an und macht deutlich,
dass mein Tun sinnvoll ist und wertgeschätzt wird. Herzlichen Dank an
Diese Mittel werden von der öffent- alle Förderinnen und Förderer für ihr
lichen Hand aufgestockt. Das große Vertrauen.“ Auch Prof. Klein dankEngagement von Förderern ermög- te den Unterstützern: „Ihnen liegen
Studierenden und Förderer trafen sich im Artur-Woll Haus zur der Übergabe der Stipendien.
Foto: Andreas Wegener
das Stipendienprogramm, der Kontakt zu jungen Menschen und deren
Unterstützung am Herzen. Dieses
herausragende Engagement beeindruckt uns sehr. Sie leisten einen
entscheidenden Beitrag. Wir sehen
dies als Zeichen der Verbundenheit
mit der Universität Siegen.“ Den
fördernden Unternehmen bietet
das Stipendienprogramm Gelegenheit, sich nachhaltig für die Qualifizierung des Nachwuchses zu engagieren und Talente schon früh zu
fördern und kennenzulernen: eine
‚Win-Win-Situation‘ für beide Seiten. In Absprache mit den Hochschulen können sie sich zudem an
der Gestaltung des Programms beteiligen und beispielsweise Stipendien für besonders nachgefragte
Studiengänge ausloben.
Adam Opel AG
Alumni/Privatiers
Atto-Tec GmbH
Bürgerstiftung Siegen
Christian Goswin Stiftung
Deutsche Bank Siegen
EJOT HOLDING GmbH & Co. KG
Freunde und Förderer der Uni
Siegen
Gebr. Kemper GmbH & Co. KG
Georg Automation GmbH
Hagen Tschoeltsch Stiftung
Heinrich Georg GmbH –
Maschinenfabrik
IHK Siegen
i-soft GmbH
Johannes und Dorothea Ross
Stiftung
Klemm Bohrtechnik GmbH
Krah Unternehmensgruppe
Kreis Siegen-Wittgenstein
Matthias Bub Immobilien
Mennekes Elektrotechnik
GmbH & Co. KG
MUBEA – Muhr und Bender KG
S1 Siegerlandfonds
Schäfer Werke GmbH
Siegener Forum für Rechnungslegung, Prüfungswesen und
Steuerlehre e.V.
SMS Siemag AG
Sparkasse Siegen
Thomas Magnete
Verein der Freunde Rotary Siegen-Schloss
VIEGA GmbH
Volksbank Bigge-Lenne eG
Volksbanken Siegerland eG
Weber Maschinenbau GmbH
Breidenbach
Westnetz AG
Wolfgang-Dreger-Stiftung
ZONTA Club Siegen Area
7
8
CAMPUS
Nr. 1 | Februar 2016
Skypen
auf Spanisch
Projekt mit Gymnasium
Wie wäre ein Spanischunterricht, in dem man gleichaltrigen Spaniern begegnet und von
ihnen die Sprache lernt? Gut,
finden die Schüler der neunten
Klasse des Fürst-Johann-Moritz-Gymnasiums aus Siegen.
Sie haben mit ihrem Spanischlehrer Tobias Göbel an dem Projekt PROCASAL Proyecto castellano – alemán der Universität
Siegen teilgenommen. Während
der achtwöchigen Projektphase arbeiteten sie mit spanischen
Schülern der Deutschen Schule
Valencia in bi-nationalen Gruppen auf einer virtuellen Lernplattform.
Studierende übten sich im Schweißen
Die Bauingenieur-Studenten der Vertiefungsrichtung Fügetechnik/Schweißtechnik hatten zwei Tage die Möglichkeit, ihr theoretisches Wissen praktisch zu erleben. Den ersten Tag verbrachten sie im modernen LernWerk bei der SMS group GmbH in Hilchenbach. Nach der Begrüßung und Vorstellung
des Unternehmens durch Walter Six und kurzer theoretischer Einführung von Prof. Dr. Klaus Jürgen Hipp ging es in die Schweißwerkstatt von Dominik
Heinrich. Er ist verantwortlich für die schweißtechnische Ausbildung bei SMS. Die Studenten mussten nun selbst schweißen. Natürlich waren die ersten
Ergebnisse abenteuerlich. Aber nur durch die Praxis bekommt man ein Gefühl für die verschiedenen Verfahren: Gasschmelzschweißen, Metallschutzgasschweißen, Löten, Brenn- und Schmelz-Schneiden. Unter Anleitung von Dominik Heinrich gab es dann schon respektable Ergebnisse. Anschließend
führte Dipl.-Ing. Volker Tiepelmann, Leiter der Schweißtechnik, durch den Betrieb und erläuterte den praktischen Einsatz der Fügetechniken. Am nächsten Tag stand an der Uni ein Repetitorium an. Der Lehrbeauftragte Prof. Hipp versuchte, den Studenten ergänzend zu seinen Vorlesungen die theoretischen Hintergründe darzulegen. Abschließend traf man sich im Technologie Institut für Metall & Engineering (TIME) in Wissen/Sieg. Andreas Brobeck
stellte TIME vor, das geleitet wird von Dr. Ralf Polzin und an dem die Uni Siegen beteiligt ist.
Rechte der Natur
Tagung im Haus der Zukunft in Hamburg
Schon in naher Zukunft drohen
klimabedingte Migrationsströme
die heutige Flüchtlingswelle zu
übertreffen. Mit der Tagung „Rechte der Natur – in der Dimension der
Ökonomie“ wollte das Haus der Zukunft (Hamburg) die Wirtschaftswissenschaft mobilisieren. Prof.
Eberhard Seidel, Universität Siegen,
konzipierte die Tagung sowie die
begleitende Schriftenreihe. Zu Gast
war Prof. Dr. Klaus Töpfer, früherer
Umweltminiter, heute Vorsitzender
des UN Sustainable Development
Solutions Network. 15 Experten
zeigten, mit welchen betriebswirtschaftlichen Methoden einer Zerstörung der Ressourcen vorgebeugt
werden kann. Prof. Eberhard Seidel betont in seinem Vortrag den
Vorrang der Ökologie in der Triade: Ökonomie − Soziales – Ökologie. Dr. Georg Winter, Gründer vom
Haus der Zukunft: „Wir müssen anerkennen, dass die belebte Natur
eigene Grundrechte hat. So lenken
wir das öffentliche Bewusstsein, die
laufende Rechtsentwicklung und
die politischen Weichenstellungen
auf einen nachhaltigen Pfad."
Herausgeber:
Der Rektor der Universität Siegen
Im Bild (von links): Prof. Dr. em. Seidel, Prof. Dr. Klaus Töpfer und Dr. Georg Winter.
Seminar für Anglistik besuchte am Vorlesetag Grundschule, Gymnasium und Bibliothek
schon ungeduldig warteten. Der
Aktionstag ermöglichte einen spielerischen Umgang mit Büchern und
brach vorgefasste Ansichten zu Literatur. So waren etwa die 5. Klassen im Städtischen Gymnasium
Olpe sicher, schon alles über Harry
Potter durch die Filmreihe zu wissen. Die Überraschung war groß,
als sie entdeckten, mit welchem
Detailreichtum Joanne K. Rowlings
Motivation und Lernerfolg waren klar ersichtlich. Zudem haben sich Freundschaften zwischen Siegen und Valencia
gebildet. Dass eine Schule zum
Forschungsort wird, ist dem
Schulleiter Rüdiger Käuser zu
verdanken. Konzipiert und wissenschaftlich betreut wurde das
Projekt von der Didaktik der Romanistik der Uni Siegen unter
der Leitung von Prof. Dr. Dagmar
Abendroth-Timmer. Die Universität beteiligte sich an der Anschaffung des Equipments, so
dass auch in Zukunft die digitalen Medien im Unterricht eingesetzt werden können.
IMPRESSUM
In der Rolle von Professor Dumbledore
Mitarbeiter und Studentische
Hilfskräfte des Siegener Seminars
für Anglistik beteiligten sich am
bundesweiten Vorlesetag der Stiftung Lesen. Sie machten sich mit
Büchern bepackt auf den Weg zur
Spandauer Grundschule in Siegen,
zum Städtischen Gymnasium Olpe
und in die Stadtbibliothek Siegen, wo die Vorschulkinder aus der
Kindertagestätte Christofferwerk
Ein Schwerpunkt lag auf der
mündlichen Kommunikation. So
trafen sich die Schüler einmal
pro Woche, um mit ihren spanischen Gruppenmitgliedern über
das Internet zu telefonieren. Gesprächssituationen, wie man sie
sonst nur bei einem Besuch im
Land oder einem Schüleraustausch erfährt, waren so Gegenstand des Spanischunterrichts.
Buch im Vergleich zum Film aufwartet. Sie waren von der atmosphärischen Wirkung des geschriebenen Wortes eingenommen und
entdeckten, wie der Roman Leben in die Welt des Zauberlehrlings
einhauchen kann. Passenderweise
wappneten sich die beiden Vorleserinnen Yvonne Knop und Nicole
Schneider mit Zauberhüten, nahmen in einer vollbesetzten Aula
Vorlesen macht Spaß. Die studentischen Hilfskräfte des Siegener Seminars für Anglistik wurden von den Kindern begeistert empfangen.
den Platz von Professor Dumbledore ein und lasen aus Harrys erstem Schuljahr vor.
Auch Eoin Colfers Erzählung der
schrecklichen Knolle Murphy, die
sich als nette Bibliothekarin entpuppt, fand Anklang in der Spandauer Grundschule. Die Vorleser
Nina Voigt und Dr. Marcel Hartwig erhielten zahlreiche Fanzeichnungen von den begeisterten Zuhörern. Ein ähnliches Bild ergab
sich in der Stadtbibliothek Siegen.
Dort sprangen die Vorschulkinder
begeistert auf, als sie die selbstgebastelten Hütchen aufsetzen durften, weil nun auch der Bär aus Jon
Klassens „Wo ist mein Hut“ seine
Kopfbedeckung wiedergefunden
hatte. Als sie strahlend die Urkunde für besonders tolle Zuhörer in
den Händen hielt, fragte eine kleine Zuhörerin die Vorleserinnen Julia Franzkoch, Franziska Burstyn
und Anna Rick: „Wann kommt ihr
denn wieder?“
Redaktion:
Sabine Nitz (san, verantwortl.)
André Zeppenfeld (zepp)
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Layout: Stephanie Menger
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Redaktionsschluss:
7. März 2016
Nächste Ausgabe: 12. April 2016
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UNI INTERN
Nr. 1 | Februar 2016
Keine Reise ohne Antrag
Projektteam vereinfacht Genehmigung und Formulare
Ob zum Vortrag in London oder
zur Messe in Köln – wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der
Universität dienstlich unterwegs
sind, bedeutet das immer auch einen Verwaltungsakt. Reisekostenanträge müssen gestellt, geprüft,
genehmigt und abgerechnet werden. Die Zahl der Dienstreisen
nimmt bei wachsendem Personal
an der Universität zu. Gleichzeitig
erwarten alle beim Blick ins eigene
Portemonnaie eine zügige Abrechnung der Reisekosten.
Im Rahmen der Zentralen Evaluation der Universität Siegen wurde
daher eine Verkürzung der Bearbeitungszeiten und eine Serviceverbesserung thematisiert. Im ZEUS
Projektteam Reisekosten brachte
man die Probleme sehr schnell auf
den Punkt. „Die Regelungen sind
nicht transparent genug“, erklärt
Michael Braun, Teamleiter Finanzbuchhaltung. Und die Novellierung
des Landesreisekostengesetz 2014
hat die Sache nicht einfacher gemacht. „Das Gesetz ist relativ restriktiv“, so Thomas Wienkamp,
Leiter der Abteilung Finanzen und
Kostenrechnung.
Im Team erarbeitete man vier Meilensteine. Zuerst soll der Prozess
der Reisekostengenehmigung optimiert werden. „Der Antrag auf Genehmigung mit der Schleife in die
Verwaltung hat keinen Mehrwert“,
meint Braun. „Die Verwaltung
lehnt keine Dienstreise ab, der der
Vorgesetzte zugestimmt hat.“ Dieser Verwaltungsakt habe vorrangig versicherungsrechtliche Gründe. Der Vorschlag des ZEUS-Teams
lautete deshalb, die Befugnis auf
die Fakultäten zu übertragen. Wienkamp: „Die zuständigen Einrichtungen entscheiden, ob die Dienstreise genehmigt wird oder nicht.“
Dieser Meilenstein wird umgesetzt. Das vorgeschlagene Verfahren ist mittlerweile vom Kanzler
auch genehmigt worden.
ZEUS steht für Maßnahmen, Strukturen und Verfahren, die die Qualität des administrativen Campusmanagements verbessern sollen. Derzeit arbeiten Kolleginnen und Kollegen in Teams an der
Entwicklung und Umsetzung von Projektideen.
Zentrales Evaluationsprojekt der Universität Siegen
In diesem Querschnitt stellen wir die Teilprojekte
Personalentwicklung, Budgetierung und SAP vor.
Im Bild (von links): Michael Braun, Thomas Wienkamp, Jutta Hering, Mareike Kreutz, Sandra Schade, Frank Gödicke, Rachel Schneider, Dr. Bernd Klose und Stephanie Schulze.
Der zweite Meilenstein betrifft die
Überarbeitung der Formulare. „Da
gibt es wirklich sehr merkwürdige
Abkürzungen“, räumt Braun ein.
„Es mache keinen Sinn, wenn die
Antragssteller zuerst mit dem Behördendeutsch kämpfen und am
Ende doch in der Verwaltung anrufen.“ Die Anträge sollen also überarbeitet und mit Legenden zu den
diversen Abkürzungen versehen
werden. Noch geht das ganze Prozedere nicht völlig elektronisch,
aber immerhin über eine pdf-Da-
Neues Befristungsrecht berücksichtigt Krankheitsfall
Mitarbeiterinnen der Uni Siegen brachten den Stein ins Rollen
(GEW) setzt sich auf Landes- und Die beiden neuen Regelungen werBundesebene für den intendierten den in die Novelle aufgenommen
Nachteilsausgleich ein und über- und am 17. Dezember 2015 vom
nimmt die vorgeschlagene For- Deutschen Bundestag beschlossen.
mulierung in ihren eigenen Geset- Das geänderte WissZVG wird am
zesentwurf zur WissZVG-Novelle. 1. März 2016 in Kraft treten.
Die Landespersonalrätekonferenz
NRW integriert den Punkt ‚Erwei- Und dies ist die Auswirkung auf
terung des Befristungrahmens/Be- die beiden (angenommenen) Beihinderungspolitische Komponente‘ spielfälle: Der Befristungsrahmen
in ihre Stellungnahme zum Wiss- für den jungen Wissenschaftler
ZVG und fügt darüber hinaus eine mit Querschnittslähmung erweiFormulierung zum Anspruch auf tert sich um zwei Jahre, daher kann
Vertragungsverlängerung aufgrund sein Qualifizierungsvertrag verlänlängerer krankheitsbedingter Aus- gert werden, und er hat eine Chanfallzeit hinzu. Die federführenden ce, seine Promotion abzuschließen.
Abgeordneten der Koalition (Dr. Si- Der Vertrag der jungen Wissenmone Raatz, Dr. Alexandra Dinges- schaftlerin verlängert sich um die
Dierig) nehmen das Anliegen in ihre Ausfallzeiten wegen Krankheit und
Beratungen auf und befürworten Rehabilitation, die Ausfallzeit wird
die Aufnahme in die Novelle. Den nicht auf die Sechsjahresfrist anletzten Ausschlag gibt der Einsatz gerechnet, sie kann ihre Promotion
Katharina Miketta (wissenschaftli- der Beauftragten der Bundesregie- abschließen.
che Mitarbeiterin in der Erziehungs- rung für die Belange behinderter
wissenschaft) und Sibylle Schwan- Menschen, Verena Bentele.
Sibylle Schwantag, Katharina Miketta
tag (Wissenschaftlicher Personalrat
und Gewerkschaft Erziehung und
Die wichtigsten Neuerungen
Wissenschaft/GEW) meinten: Das
ist nicht gerecht. Es entspricht auch
Vertragslaufzeiten nach WissZVG § 2 Absatz 1 (Qualifizierungsverträge)
nicht der Garantie von Chancensollen künftig der Erreichung des Qualifizierungsziels ‚angemessen‘
gleichheit, wie sie die UN-Behindersein (in der Regel wird das die Promotion oder die Qualifizierung zur
Professur sein). Durch diese Regelung wird die in Siegen übliche ‚Nortenrechtskonvention vorschreibt.
malvertragszeit‘ bestätigt (drei Jahre mit der Möglichkeit der VerlänMiketta und Schwantag beschliegerung). Vertragslaufzeiten im Drittmittelbereich sollen der Projektßen: Hier muss etwas geschehen,
laufzeit entsprechen; auch dies eine in Siegen bereits übliche Praxis.
ein Nachteilsausgleich im BefrisFür Verträge mit Studierenden, die ‚wissenschaftliche Hilfstätigkeiten‘
tungsrecht ist erforderlich.
für Forschung und Lehre wahrnehmen, führt die Novelle einen gesonderten Paragraphen ein, so dass klargestellt ist: Tätigkeiten als SHK
Sie arbeiten eine erste Formulieoder als WHK, die während eines Studiums wahrgenommen werden,
rung aus. Sie thematisieren die Prosind nicht auf die Frist von sechs Jahren bis zur Promotion anzurechbleme in ihren Netzwerken. Sie nehnen. Diese Neuerung ermöglicht auch eine Beschäftigung als WHK
men an Tagungen teil. Sie schreiben
im Master-Studiengang. Für die studienbegleitende Tätigkeit als SHK
Artikel. Sie appellieren an Abgeordund/oder WHK gilt künftig eine eigene Höchstfrist von sechs Jahren.
nete. Sie schreiben an den ‚Vater
Zwei familienfreundliche Neuerungen betreffen eine Erweiterung des
des WissZVG‘, Professor Dr. Ulrich
Kindbegriffes und eine Verbesserung bei der Nichtanrechnung von
Preis, und erhalten eine ermutigenMutterschutz- und Elternzeiten auf die Höchstfristen für Qualifiziede Antwort. Die vielfältigen Aktivirungsverträge.
täten zeigen Wirkung. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
Zwei (gedachte) Fälle, die gar nicht
so selten auftreten: Der junge Promovend, nach einem Badeunfall
querschnittsgelähmt, braucht für
die Bewältigung des Alltags mehr
Zeit als andere – die Sechsjahresfrist des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes (WissZVG) läuft jedoch
unerbittlich auch für ihn. Er muss
den Promotionsplan aufgeben.
Oder: Die junge Promovendin ist
nach einem Autounfall ein Jahr arbeitsunfähig, dann mehrere Monate
in Rehabilitation. Der Vertrag läuft
kurz nach ihrer Rückkehr an den
Arbeitsplatz aus, gibt es Ausgleich
durch Anhängezeiten? Nein. Wird
zumindest die Ausfallzeit nicht auf
die Sechsjahresfrist angerechnet?
Doch, volle Anrechnung! Sie gibt
den Promotionsplan auf.
tei. „Wir brauchen wirklich keine gisst, kommt also künftig automaAnträge mit zwei Durchschlägen tisch eine Erinnerungsmail.
wie anno dazumal“, betont WienAls dritter Meilenstein steht die
kamp.
Überarbeitung der Homepage an.
Wichtig sei auch eine automati- Und schließlich soll ein Fortbilsche Erinnerung an die Reisekos- dungsangebot erarbeitet werden.
tenabrechnung, wenn vorher eine „Die grobe Konzeption steht beAbschlagszahlung geleistet wur- reits“, so Wienkamp. Er hält es für
de. Braun: „Nach sechs Monaten wichtig, dass in jedem Semester
kann nämlich keine Abrechnung ein Seminar für die neuen Mitarmehr erfolgen.“ Damit nieman- beiter angeboten wird. „Denn mit
dem Nachteile entstehen, falls er Dienstreisen hat ja fast jeder mal
san
die Reisekostenabrechnung ver- zu tun.“
Uni unterstützt die Siegener Tafel
Wie in den Jahren zuvor hat die
Universität Siegen der Siegener Tafel zum Jahresbeginn eine
Spende überbracht. Es sind nicht
nur die 500 Euro, mit der die
Universität die Tafel unterstützen will, sie will auch bei der Betreuung von Geflüchteten helfen. „Wir haben Probleme mit der
Verständigung“, sagt Anne Schäfer, Geschäftsführerin der Tafel. Eine Syrerin übersetzt bereits
und unterstützt die Essensausgabe. Helfen würden aber auch
mehrsprachige Aushänge zur Organisation und Ablauf der Essensausgabe. Kanzler Ulf Richter und
Rektor Holger Burckhart haben
angeboten, sich an den HelferKreis rund um die Notunterkunft
auf dem Haardter Berg zu wenden. Der AStA der Uni Siegen organisiert hier unter anderem einen Dolmetscher-Pool.
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9
10 CAMPUS
Nr. 1 | Februar 2016
Vom Babysitter bis zum Bauzeichner
Festvortrag für
Prof. Dr. Bodo Gemper
Seit zehn Jahren führen Uni, Studierendenwerk und AStA die Jobvermittlung in Eigenregie
Unkraut jäten, Autos zählen, Wohnung streichen, einer alten Damen
Gesellschaft leisten, beim Umbau eines Supermarkts helfen. Sandra Fuhr
kann sich gar nicht mehr an alle ihre
Jobs erinnern. Eines jedoch hatten sie
gemeinsam. Auf die Stellen stieß sie
bei der Jobvermittlung an der Uni Siegen, die in diesem Jahr ihren 10. Geburtstag feiert.
Prof. Dr. Bodo Gemper
geb. 30.1.1936 in Jena
1955-58: Studium der Arbeitsökonomik, Leipzig
1959-65: VWL an den Universitäten Frankfurt, Würzburg,
Bern
1967: Institut des dt. Gewerkschaftsbundes, Köln/Düsseldorf
1969-70: Verband des dt. Einzelhandels
1970: Promotion an der Uni
Bern
1971-72: Institut Finanzen und
Steuern
1973-2001: Universität Siegen
Spende der Bibliothek für Siegener Flüchtlingsprojekt
Einen symbolischen Scheck in Höhe von 519,05 Euro überreichten Jochen Johannsen (Iinks), Leiter der Universitätsbibliothek, und Uwe Kölsch, Sachgebietsleiter Katalogisierung, an Jana Mikota (2. von rechts) und Anna Lisa
Gagliano. Die beiden Mitarbeiterinnen der Forschungsstelle Schrift-Kultur haben eine Initiative zum Aufbau einer Bibliothek für die Flüchtlinge in der Notunterkunft auf dem Haardter Berg gestartet. Angestrebt wird eine
sprachvielfältige Bibliothek, die sowohl Literatur für Erwachsene als auch Bücher für Kinder und Jugendliche bereithält. Gerade im Winter bietet die Lektüre nicht nur Lesespaß, sondern eine wichtige Beschäftigungsmöglichkeit für die langen dunklen Tage. Als die beiden Initiatorinnen im Dezember um Spenden für ihr Projekt warben,
befand sich die Universitätsbibliothek inmitten der Planungen für einen Bücherbasar. Alle Beteiligten waren sich
schnell darüber einig, mit dem Basar die Flüchtlingsbibliothek zu unterstützen. Während mit der einen Hälfte des
Erlöses traditionell neue Bücher für die UB gekauft werden, bestellen Jana Mikota und Anna Lisa Gagliano mit der
zweiten Hälfte die ersten Titel für die Siegener Flüchtlinge.
Energie aus der Luft und dem Wasser
Drei neue Projekte am Institut für Fluid- und Thermodynamik
Prof. Dr. Bodo Gemper (2. v.l.) mit Bürgermeister Steffen Mues (l.), Rektor Prof. Dr. Holger
Burckhart und Prof. Dr. Nils Goldschmidt (r.), der den Festvortrag hielt.
Mehr als 400 kleine und große Gästen hatten mächtig viel Spaß bei
der Weihnachtsvorlesung 2015. Es knallte, zischte und rauchte im Audimax der Universität Siegen. „Mehr Licht. Chemisches zu Glühwürmchen, Sternen und brennenden Weihnachtsbäumen“ hatten sich Prof.
Dr. Claudia Wickleder (Department Chemie-Biologie, Fakultät IV) und
ihr Team als Thema ausgesucht. Nach dem Einmarsch des Uni-Teams
in weißen Kitteln und roten Weihnachts-Mützen berichtete Prof. Wickleder über Licht: Wie es entsteht, wie Licht auf die Erde trifft und warum Sonnenuntergänge rot sind. Die Nachwuchs-Chemikerinnen Jana
und Maria ließen einen Luftballon in einem Feuerball aufgehen, hier
verbrannte Wasserstoff. Ein Luminol-Versuch erzeugte Licht durch eine
chemische Reaktion. Durch die leuchtende Farbe können beispielsweise
Blutspuren an einem Tatort nachgewiesen werden.
Seit November 2015 wird an
der Entwicklung eines leisen Rotorblatts für große Windturbinen geforscht. Im Blick steht die
Steigerung des Energieertrags.
„Windturbinen werden trotz erheblicher Fortschritte oft als Quellen
von unzumutbarem Umgebungslärm angesehen“, sagt Prof. Carolus. Ein Ziel ist daher eine weitere
Schallminderung von Windenergieanlagen. Die Wissenschaftler der
Uni Siegen entwickeln Methoden
der Strömungsakustik, um daraus
Erkenntnisse für lärmarme Konstruktionen zu gewinnen. Ein weiteres Ziel ist die Entwicklung eines fortschrittlichen Verfahrens zur
Schallprognose. Damit kann prognostiziert werden, wie viel Schall
beispielsweise ein ganzer Windpark
verursachen wird. Die Ergebnisse
der Vorarbeit im Labor fließen in die
Konstruktion einer Großwindturbine der nächsten Generation ein.
Das Projekt mit dem Titel „RENEW“
wird vom BMWi mit 660.000 Euro
für drei Jahre gefördert, Sachbear-
beiter sind Farhan Manegar und Leonard Schorle. Am Projekt beteiligt
ist die Senvion GmbH, ein Unternehmen der Windenergiebranche
mit Hauptsitz in Hamburg.
Im zweiten Forschungsprojekt stehen die Gezeiten der Weltmeere im
Mittelpunkt. Der Tidenhub ist der
Unterschied zwischen dem höchsten und dem tiefsten Pegelstand
des Meerwassers. Die Nutzung der
Gezeitenenergie beruht auf großräumigen Meeresströmungen, die
durch diesen Tidenhub entstehen
„Im Gegensatz zu Wind-, Wellenund Solarenergie ist der Tidenhub
genau vorhersagbar. Turbinen unter Wasser an Standorten mit starken Gezeitenströmungen können
kosteneffizient und klimafreundlich elektrische Energie erzeugen"
erklärt Prof. Carolus. „Das ist eine
attraktive Möglichkeit, erneuerbare
Energien zu nutzen und gleichzeitig zur Stabilisierung des zukünftigen Stromnetzes beizutragen“, sagt
Prof. Carolus. Das Projekt „TidalPower“ beschäftigt sich deshalb mit
der Entwicklung eines kompletten
Systems zur
kosteneffizienten Nutzung
von Gezeitenströmungsenergie. Aufgabe
der Uni Siegen ist die hydrodynamische Optimierung von Unterwasserturbinen mit Blick auf
hohe abgegebene Leistung und
niedrige Installationskosten.
Unter der Federführung der
Firma Schottel Hydro GmbH
mit Sitz in Spay am Rhein sind
deutschlandweit weitere vier
Verbundpartner an dem Projekt beteiligt. Das BMWi fördert das Projekt mit meh-
ren Millionen Euro, der Anteil für die
Universität Siegen beträgt 280.000
Euro für drei Jahre, Sachbearbeiter
ist Nicholas Kaufmann.
Forschungsprojekt Nummer 3 verfolgt eine Vision: kleine Windturbinen für die dezentrale Energieversorgung. Denkbar sind sogar
Windturbinen auf hohen Gebäuden. „Das lohnt sich natürlich nur in
windreichen Gegenden. Auch hier
ist wichtig, dass die Turbinen leise
sind und so effizient wie möglich“,
sagt Prof. Carolus. Ein Test-Objekt steht bereits auf dem Dach des
Paul-Bonatz-Gebäudes. Hier werden kontinuierlich Windgeschwindigkeit, Windrichtung, Energieertrag sowie Schallemission erfasst.
Sogar die Kräfte auf die Rotorblätter werden gemessen. Das Projekt
vereint Forscherinnen und Forscher
verschiedenster Fachrichtungen der
Uni Siegen. Beteiligt sind Turbinen-,
Strömungs- und Akustikexperten wie Prof. Carolus und
Prof. Dr. Holger
Foysi,
Experten der Schadensfrüherkennung wie Prof. Dr.
Claus-Peter Fritzen, Informatiker wie Prof. Dr. Madjid Fathi und Wirtschaftsexperten wie Prof. Dr. Ulrich
Seidenberg. „Wir alle
möchten Windenergie noch umweltfreundlicher und
kostengünstiger
machen“, sagt Prof.
Carolus. Sachbearbeiter des Projekts am Lehrstuhl von Professor Carolus
ist Kevin Volkmer.
Auch wenn vieles online geht: Für Andrea Henzeschulz ist das persönliche Gespräch immer noch die beste Basis für die Jobvermittlung.
senden Kandidaten zu finden, das ist
der Anspruch der beiden „Hauptamtlichen“ Andrea Henzeschulz und Milena Rostek. Dabei werden sie von
den studentischen Hilfskräften Kim
Das Siegener Modell funktioniert. Breuer, Jennifer Vogt, Lucia Kessel
„Etwa 3000 Stellenangebote ge- und Christopher Siebel unterstützt.
hen im Jahr bei uns ein“, sagt Henzeschulz. „Die Nachfrage von Seiten der Die Studierenden finden es gut, dass
Studierenden ist gleichmäßig hoch. In die Siegener Jobvermittlung nicht
unserer Datenbank sind 8300 Bewer- wie eine anonyme Börse funktioberprofile.“ Auch wenn Studierende niert. „Auf einige Angebote hätte ich
heute zeitlich nicht mehr so flexibel mich ohne das persönliche Gespräch
sind wie früher, sind viele doch dar- nie beworben“, erzählt Mareike Fuhlauf angewiesen, sich etwas dazu zu rott. Viele Anforderungen scheinen
verdienen. Ob Bafög oder finanziel- schriftlich formuliert zu hoch, andere
le Unterstützung durch die Eltern: Für klingen nach ungünstigen Arbeitszei40 Prozent der Studierenden, schätzt ten oder -orten. „Im Gespräch wurAndrea Henzeschulz, ist es wichtig, den viele Ausschreibungen entschlüsneben dem Studium einen Job zu ha- selt und entpuppten sich letztlich als
ben. Natürlich kann man auch online passender als gedacht“, sagt die jundanach suchen, man muss es aber ge Frau, die Lehramt für Berufskolleg
nicht. Für jeden Bewerber den richti- Wirtschaftslehre/Politik und Deutsch
gen Job und für jede Stelle den pas- im 5. und 7. Semester studiert. Die
Jobs, die sie vermittelt bekam, beschreibt sie als „kurios bis lebensund berufsqualifizierend“. „Das ging
vom Einscannen eines 100 Jahre alten
Familien-Fotoalbums bis zur AG-Leitung an einer Schule und machte aus
mir zeitweise auch eine Obst- und
Gemüseverkäuferin.“
Dass die Jobvermittlung an der Uni
angedockt ist, vereinfacht auch die
Zusammenarbeit mit der Studienberatung und dem Career Service. Denn bei Andrea Henzeschulz sitzt auch mancher
Student, der mit seiner Fächerwahl hadert, nicht weiß,
wie er sein Studium auf Dauer finanzieren soll oder auf
der Suche nach einem Unternehmen ist, bei dem er seine Masterarbeit schreiben kann.
„Natürlich vermitteln wir ganz
klassisch den Aushilfsfahrer oder
Babysitter, aber vieles geht auch darüber hinaus.“ Manche regionalen
Betriebe bauen fest auf Studierende als zusätzliche Arbeitskräfte. „Ihre
Fachkenntnisse sind gefragt“, betont
Henzeschulz. Webdesigner oder Bauzeichner werden unter den Studierenden genauso gesucht wie Nachhilfelehrer oder Weinverkäufer. Und
natürlich wissen die regionalen Unternehmen, dass sie sich über
Manchmal schließt sich der Kreis,
wenn Personaler sich bei Andrea
Henzeschulz melden, die während ihres Studiums schon selbst auf dem
Stuhl an ihrem Schreibtisch gesessen
haben. „Es ist schön, wenn die sich
dann wieder an uns wenden, weil sie
mit der Jobvermittlung offensichtlich gute Erfahrungen gemacht haben“, freut sich Andrea Henzeschulz.
Dass sie in der Region verwurzelt und
als Ansprechpartnerin in Sachen Studentenjobs bekannt und vernetzt ist,
zeichnet die Jobvermittlung der Uni
Siegen aus. Bei den zig Namen und
Lebensläufen, die über ihren Schreibtisch wanderten, erinnert sich Henzeschulz an viele Studierende ganz persönlich. Weil sie zuhört und in ihrem
Gegenüber nicht nur den Klienten
sieht. Das gibt sie auch an ihre jungen Kolleginnen und Kollegen weiter.
„Wir erfahren hier viel über die Studierenden, über ihr Leben und ihre
Probleme.“
Bekanntheit erlangte die Uni-Jobvermittlung in den 90er-Jahren durch
die Nikoläuse, die von Familien und
Firmen gebucht werden konnten. Die Nachfrage war über
Jahre sehr groß. Andrea Henzeschulz erinnert sich gern: „Aber
uns gingen im Laufe der Jahre
die Nikoläuse abhanden. Das ist
ein Job, den kann wirklich nicht
jeder.“
san
Auf einen Kaffee mit: Ute Debus, Universitätsmusikdirektorin
Ute Debus kommt direkt vom Gesangsunterricht zu unserem Kaffee-Termin. Braucht eine Chorleiterin, die bei andere jeden schiefen
Ton erlauscht, selbst noch Gesangsunterricht? „Natürlich“, lacht Ute
Debus. „Die Arbeit an der eigenen
Stimme ist wichtig.“ Die studierte
Kirchenmusikerin leitet die Kantorei
der Nikolaikirche Siegen, unterrichtet seit 2004 als Lehrbeauftragte
an der Uni Siegen Ensembleleitung,
wurde 2103 zur Universitätsmusikdirektorin ernannt und leitet den
Uni-Chor sowie das Uni-Orchester.
Universitätsmusikdirektorin Ute Debus.
Musik begleitet Sie vermutlich soren und Mitarbeiter aus der Verden ganzen Tag. Was hören Sie, waltung. Notenkenntnisse sollte
wenn Sie im Auto unterwegs sind? man haben. Und viele bringen
auch schon Chorerfahrung mit.
Da muss ich überlegen. Ich habe Das Schwierige ist, dass wir eine
eine CD von Whitney Houston und große Fluktuation haben. Im
von Toto im Auto. Manchmal höre Grunde fange ich in jedem Seich auch Bach. Aber zum Durch- mester wieder von vorne an. Das
schnaufen ist es gut, im Auto mal ist anstrengend, aber auch volgar keine Musik zu hören.
ler Überraschungen. Wir haben
manchmal wirklich ganz herausSie leiten ja mehrere Chöre. Was ragende Sängerinnen und Sänger.
ist das Besondere am Uni-Chor Der Chor im vergangenen Semesund am Uni-Orchester?
ter war fantastisch. Ein sehr hohes
Niveau, das sich auch bei der ZuDie Arbeit mit den jungen Leuten sammenarbeit mit der Philharmomacht unheimlich Spaß. Da sind nie Südwestfalen und der Musikalle mit so viel Begeisterung da- hochschule Köln gezeigt hat. Wir
bei. Sowohl im Chor als auch im haben bei der Freischütz-AuffühOrchester. Das ist eine schöne Ge- rung in Köln mitgewirkt. Es war
meinschaft, die aber zielführend eine Ehre, dass wir gefragt wurarbeitet. In jedem Semester gibt den.
es ein Konzert, auf das wir uns vorbereiten. Dazu gehören dann auch Was für Liedgut singen Sie mit
gemeinsame Probenwochenenden. dem Uni -Chor?
Das ist also Extra-Aufwand für alle
Beteiligten – neben dem Studi- Wir sind breit aufgestellt. Von der
um und neben der Arbeit. Da muss Barockmusik bis hin zu Jazz und
man schon Leidenschaft fürs Musi- Pop. Ich finde den Begriff ernszieren mitbringen.
te Musik nicht so gut. Aber, um es
einfach zu sagen: Wir singen nicht
Kann jeder mitmachen?
nur ernste Musik.
Nein, das ist für sie ja keine Pflicht,
obwohl ich es persönlich schon
für wichtig halte, dass diejenigen,
die später in der Schule Musik unterrichten, auch etwas vom zielführenden Singen verstehen. Aber
ich verstehe, dass die Studierenden heute ein sehr enges Lernprogramm haben und dann noch
abends eine Probe... das geht einfach nicht bei allen. Schön ist, dass
ich in meiner Arbeit vom Chorvorstand unterstützt werde. Wir haben zum Beispiel den Notenwart
und jemand, der sich um die Finanzen kümmert. Auch da engagieren
sich Studierende. Ein Chor oder Orchester ist auch etwas, das im Unibetrieb zusätzlich Halt gibt. Wo
man Dinge lernt, die übers Singen
oder Musizieren hinausgehen.
Singen ist in, oder?
Ja, es gibt sehr viele und sehr gute
Chöre, vor allem in unserer Region.
Es sind aber immer öfter Projektchöre. Anders als früher wollen sich
die Sängerinnen und Sänger nicht so
festlegen oder sich festlegen lassen.
Das Singen muss flexibel in die übrige Lebensplanung eingepasst werden. Ich finde es einerseits schade.
Grundsätzlich ja. Wir haben Erstse- Sind alle Musikstudierenden im Andererseits gibt es ganz tolle Promester genauso dabei wie Profes- Chor oder Orchester dabei?
jekte, bei denen ich auch mitarbeite.
he
ma
T
Wenn‘s knallt und zischt im Audimax
Maschinen für erneuerbare Energien – das ist die neue Ausrichtung
der Forschung von Prof. Dr. Thomas
Carolus an der Uni Siegen. „Wir erleben einen Boom der erneuerbaren
Energien, das wird sehr spannend“,
sagt Prof. Carolus. Wie spannend,
das zeigen drei neue Projekte, die
Prof. Carolus am Institut für Fluid- und Thermodynamik aktuell bearbeitet. Es geht um leise Großwindturbinen, Gezeitenenergie der
Weltmeere und kleine Windräder,
z.B. auf dem Dach von Hochhäusern. Rund 1 Million Euro Fördermittel fließen vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
(BMWi) nach Siegen.
Sandra Fuhr studiert Soziale Arbeit
im 5. Semester. Auf dem Weg von
der Mensa zur Bibliothek lief sie immer wieder am Büro der Jobvermittlung an der Uni Siegen vorbei und
warf einen kurzen Blick auf den Monitor mit den neuesten Stellenangeboten. „Irgendwann ging ich dann mal
rein“, erinnert sie sich. Sie landete
am Schreibtisch von Andrea Henzeschulz, die schon seit Mitte der 80erJahre die Jobvermittlung an der Uni
betreut. Anfangs noch als Angestellte des Arbeitsamtes, später im Auftrag der Agentur für Arbeit. Seit zehn
Jahren wird die Jobvermittlung von
Universität, Studierendenwerk und
AStA in Eigenregie geführt – und Andrea Henzeschulz ist immer noch dabei. „Wir feiern also ein kleines Jubiläum“, freut sie sich.
r
Art des Vortrags waren ganz nach
dem Geschmack von Prof. Gemper.
Das Wissen über die Vergangenheit
und das Denken in Grundzusammenhängen, so wie Goldschmidt
es aufgezeigt habe, seien doch entscheidend, gab Gemper den Studierenden mit auf den Weg.
Studentenjobs auch als künftige Arbeitgeber bei den jungen Akademikern profilieren können. Sie können
potenzielle Mitarbeiter unverbindlich kennenlernen. Die Studierenden
gewinnen ebenfalls einen ersten Eindruck, der vielleicht dazu führt, dass
sie sich auch eine längerfristige berufliche Zukunft in der Region vorstellen
können. Angesichts des Wettbewerbs
um Fachkräfte ist die partnerschaftliche Beziehung zwischen Unternehmen und Uni-Jobvermittlung wichtig
und wertvoll.
te
Volkswirtschaftler feierte seinen 80. Geburtstag
Prof. Dr. Bodo Gemper hat die Universität Siegen nahezu von Beginn
an begleitet. Fast 30 Jahre lehrte
und forschte er als Volkswirtschaftler an unserer Hochschule und hat
sich auch nach seiner Emeritierung
nicht zur Ruhe gesetzt, sondern ist
ein engagierter Organisator wirtschaftspolitischer Tagungen stets
mit prominenter Besetzung. Wenn
Prof. Dr. Bodo Gemper ruft, kommen sie gerne. So war es auch beim
Festvortrag aus Anlass seines 80.
Geburtstags. Prof. Dr. Jan FrankeViebach hatte seine Vorlesung geöffnet und so nahmen im Audimax
neben dem Geburtstagskind der
Rektor Prof. Dr. Holger Burckhart,
der Bürgermeister der Stadt Siegen
Steffen Mues sowie Prof. Dr. Nils
Goldschmidt Platz. Goldschmidt
hielt den Festvortrag zum Thema
„Zwischen Ordo und Neo. Was ist
Liberalismus?“. Nicht nur die Studierenden fesselte der Ökonom mit
seinem historischen Blick auf die
Ideengeber und Diskussion enzur
sozialen Marktwirtschaft, „die
1948 ja nicht einfach so aus der Tasche gezogen wurde.“ Thema und
CAMPUS 11
Nr. 1 | Februar 2016
: Un
es
ch
r
O
i-Chor und Uni-
Wie sind Sie zur Kirchenmusik gekommen?
Das hat sich sehr früh ergeben,
weil ich schon als Kind im Chor gesungen habe und Orgelunterricht
hatte. Meine Orgellehrerin hat
mich sehr geprägt.
Was steht im kommenden Semester auf dem Programm?
Geplant ist ein Konzert des Uni
Chors mit der Kantorei und dem
Blasorchester Kreuztal. Die Zusammenarbeit mit einem Blasorchester ist für mich etwas Neues.
Ich bin gespannt.
Das Interview führte Sabine Nitz.
12 UNIVERSELL
Nr. 1 | Februar 2016
Morgens Baupläne
abends Kinderbücher
Alumni im Gespräch: Architekt Christian Feigs
Christian Feigs ist Architekt und
Autor. Hauptberuflich ist der
43-Jährige als Ressortleiter für
den Bereich Stadtplanung und
Wirtschaftsförderung bei der Gemeinde Burbach tätig. Darüber hinaus hat er aber auch sechs Kinderbücher veröffentlicht. Kreativ
arbeiten, wollte der gebürtige Krefelder schon als er 1992 sein Studium an der Uni Siegen begann.
Da konzentrierte sich sein Ideenreichtum aber noch aufs Zeichenbrett. Das Geschichten erzählen
packte ihn mit der Geburt seiner
Tochter 1998 und lässt ihn seitdem nicht mehr los.
Ja, obwohl mir klar war, dass es
in einem Stapel mit zig ungefragt
eingesagten anderen Manuskripten verschwinden würde. Schließlich hat ein Verlag Interesse bekundet. Als ich das Manuskript
aber so stark verändern sollte,
dass meine Handschrift verloren
gehen würde, habe ich abgesagt.
Das sollte schon meins bleiben.
Ich hätte auch viel Zeit in die Vermarktung stecken müssen. Das
kann ich aber nicht. Das Schreiben
ist ein Hobby und mein Beruf ein
ganz anderer. Ich habe mich dann
entschlossen, über BOD – Books
On Demand zu veröffentlichen.
Was ist das?
Das heißt, ich biete ein Buch auf
Abruf oder Bestellung an. Das
Buch liegt als Datensatz vor. Erst
wenn jemand das Buch bestellt,
wird es gedruckt. So kann man relativ kostengünstig publizieren.
Ist Ihr heimlicher Traumberuf
Schriftsteller?
Nein, aber ich wollte immer schon
was Kreatives machen und habe
mich deshalb für das Architekturstudium entschieden. Der Umgang mit Sprache, Dinge erklären
Christian Feigs
– das war mir früher schon wichWas dauert länger: ein Haus bau- tig. Es spielt in meinem jetzigen
Beruf als Leiter der Stadtplanung
en oder ein Buch schreiben?
natürlich auch eine große Rolle.
Das ist nicht so einfach zu sagen.
Kommt auf die Größe des Hauses an… Bei mir ist das Bücherschreiben ein Prozess, der sich
über zwei bis drei Jahre zieht. Zuerst ist da nur eine Idee in meinem Kopf. Dann schreibe ich immer mal wieder Passagen auf. Aber Kinderbücher verlangen
Irgendwann setzte ich mich hin deutlich mehr Phantasie, oder?
und mache daraus eine richtige
Geschichte. Dann wird redigiert, Ich würde sagen, es ist eine andenoch mal redigiert und noch mal re, freiere Phantasie beim Kinderredigiert. Schließlich braucht ein buch schreiben als im Beruf. Viele
Kinderbuch auch noch eine Il- Geschichten habe ich früher meilustration. Am Ende ist man mit ner Tochter erzählt und sie – wenn
einem Einfamilienhaus wahr- sie gut ankamen – später dann aufscheinlich schneller fertig. Ich geschrieben. Ein Buch hat sich aber
lasse mir aber auch Zeit beim Bü- sogar durch meine Arbeit bei der
cher schreiben. Ich habe keinen Gemeinde Burbach ergeben. „BurAuftraggeber – nur die Phantasie. bach – Erlebnisdorf am Rothaarsteig“ erzählt die Geschichte eines
Zauberer, Ritter, sprechende Tie- Mädchens, das von der Großstadt
re – das ist das typische Personal aufs Land ziehen soll.
von Kinderbüchern. Ihr erstes
Buch handelt aber von Ovi, der Lassen Sie Kinder „testlesen“?
Eizelle. Wie kamen Sie darauf?
Meine Tochter hat die GeschichIch stamme aus einer Mediziner- ten meist zuerst gehört. Später
familie. Vielleicht hat es was da- hat sie Bücher auch redigiert. Anmit zu tun. Nein, eigentlich war sonsten habe ich eine Lektorin. Ich
der Auslöser die Geburt meiner lese häufig in Kitas und Schulen.
Tochter. Das war ein prägendes Das motiviert mich und macht viel
Ereignis, und ich habe – zuerst nur Spaß. Und obwohl – oder vielleicht
für unsere Familie – die Geschich- auch gerade weil – ich nicht aus
te von der Entstehung dieses dem pädagogischen Bereich komneuen Lebens aufgeschrieben, er- me, klappt das gut. Ich lese nicht
zählt aus der Sicht von Ovi, der nur vor, sondern binde die Kinder
mit ein. Es ist toll zu sehen, wenn
Eizelle.
die Geschichte sie packt.
Kein einfaches Thema.
Würden Sie gern von der SchriftEs war ja anfangs wirklich nur für stellerei leben können?
die Familie gedacht, ganz privat.
Doch dann kam immer öfter die Tja, wenn man einen KassenschlaAnregung: Das könntest Du doch ger veröffentlichen würde… Wer
veröffentlichen. Nach einiger Zeit würde da Nein sagen? Aber das ist
habe ich mal bei Fachleuten aus nicht mein Ziel. Das Schreiben ist
dem Buchhandel nachgehört und mein Hobby. Und ich habe noch
viele Ideen für neue Projekte.
die fanden die Idee sehr gut.
san
Und dann haben Sie das Manu- Weiter Infos:
skript an Verlage geschickt?
www.creativsofa-feigs.com
Noah Klaus siegt beim 3. Hörsaal-Slam
Nein, er macht nicht den Böhmermann, oder? Doch, Noah Klaus aus Berlin macht den Polizistensohn und das
überraschend gut. Mit seiner Krass-Palaver-Version des Zweiten Weltkrieges stach Klaus beim 3. Siegener Hörsaal-Slam des AStAs der Universität Siegen alle Kontrahenten aus. Fünf Mal die ,10‘ hatte der Berliner Slammer
von der Publikumsjury im ausverkauften Audimax bereits in der Vorrunde erhalten. Im Finale slammte er letztendlich auch David Grashoff und Sascha Thamm an die Wand. Dabei war die Konkurrenz in den Vorrunden nicht
nur fast ausnahmslos gut, sondern vor allem vielseitig. So slammte der zweitplatzierte Sascha Thamm von humoristischen Kirmesbesuchen mit Tyler-Werners Eltern, denen Lasse Samströms scheidensaftliche BuchstabenSilbenvertauschungen folgten. Adina Wilke, die einzige Slammerin des Abends, richtete gleich zu Anfang ihre kajalen Leiden gegen den Menschenhandel und bewies, dass sich 600 Menschen mit Immatrikulationshintergrund
auch an einem Montagabend im Hörsaal zum Nachdenken bringen lassen.
bowi
Die Uni tanzte in der Stadt
Winterball des Hochschulsports begeisterte
höchste Klasse im Deutschen Tanzsportverband, Tina Fischer und Florian Wiedenmann tanzte meisterlich
über das Siegener Parkett. Zwischen
den Show-Acts versorgte die LiveBand um Günther Matern den TanzDer Winterball 2016 bot nicht nur Saal mit Pop-Klassikern für die StanStandard-Tänze von Walzer und Tan- dard-Tänze.
go bis hin zum lateinamerikanischen
Samba. Organisator Dr. Michael Wer Lust auf Tanzen hat, muss nicht
Wahl hatte erneut hochklassige tän- bis zum nächsten Jahr warten. In
zerische Überraschungen eingela- wenigen Tagen wird das Ferienproden, darunter leidenschaftlicher Fla- gramm des Hochschulsports veröfmenco aus Spanien und tamilischer fentlicht. Standard- und Salsa-Tanzbowi
Tanz von den Tamil Diamonds. Bei- kurse werden dabei sein.
des unter großem Applaus und mit Alle Infos unter:
viel Herzblut vorgetragen. Auch das www.uni-siegen.de/sport/hochehemalige S-Klasse-Tanzpaar, die schulsport
Siegens Tanzbegeisterung ist ungebrochen. Der Hochschulsport der
Universität Siegen hatte in die Siegener Bismarckhalle geladen und
wurde mit vollem Parkett belohnt.
Film ab(-geben)!
Die Planung für den Goldenen
Monaco ist im vollen Gange. Das
Monaco-Team bereitet sich seit
Wochen auf die Gala am 25. Mai
vor. Was noch fehlt, sind die Filme. Deshalb gilt der Aufruf an
alle Studierenden: Ihr habt eine
kreative Idee, die ihr in einem
Film umsetzen möchtet? Ihr
möchtet eure Filme einer fachkundigen Jury präsentieren? Kein
Problem! Bewerbt euch mit eurem Film für den Goldenen Monaco 2016. Folgt dabei einfach
der To-Do-Liste: Dreht einen
hochkarätigen Film und füllt den
Abgabebogen aus. Dieser findet
sich auf der Homepage:
www.dergoldenemonaco.de
Ganz egal, ob Dokumentation,
Musikvideo oder Kurzfilm – der
Kreativität sind keine Grenzen
gesetzt. Den Film schickt ihr an:
Universität Siegen, ConnectUS,
Dr. Jens Jacobs, Hölderlinstr. 3,
57076 Siegen oder an:
[email protected].
Ob Tango, Walzer oder Samba: die Tänzer schoben sich beim Winterball gekonnt über das Parkett.
Natürlich könnt ihr euren Film
auch einfach beim Pförtner am
Mensafoyer im Adolf-ReichweinCampus abgeben. Einsendeschluss ist der 15.04.2016. Und
jetzt ran an die Kameras.