Masterarbeit: Der mittelalterliche Stadtkern Straubings

Technische Universität München
Ingenieurfakultät Bau Geo Umwelt
Lehrstuhl für Bodenordnung und
Landentwicklung
Centre of Land, Water and
Environmental Risk Management
Masterarbeit
Kommissarische Leitung:
Univ.-Prof. Dr.-Ing. habil. Thomas Wunderlich
Arbeitstitel: Der mittelalterliche Stadtkern Straubings – geplant und/oder gewachsen?
Die Stadt Straubing wurde im Jahre 1218 durch den
dem Geschlecht der Wittelsbacher entstammenden
Herzog Ludwig der Kelheimer neu gegründet. Die
Struktur der Straßen und bebauten Bereiche hat sich
bis heute im mittelalterlichen Stadtkern grundsätzlich
kaum verändert.
Im Buch „Entdeckung der mittelalterlichen Stadtplanung
– Das Ende vom Mythos der gewachsenen Stadt“ von
Klaus Humpert und Martin Schenk (Theiss-Verlag,
Stuttgart 2001) wird die Theorie vertreten, dass die
Stadtgründungen des Mittelalters entsprechend einer
systematischen Herangehensweise und unter Nutzung
zeitbezogener
(geometrischer)
Planungsund
Vermessungsinstrumentarien am „grünen Tisch“
geplant und 1:1 in die bis dato völlig unbebaute
Landschaft vor Ort übertragen wurden. Die These wird
Uraufnahme Stadt Straubing (Quelle: bayernatlas.de)
im Buch anhand intensiver Erforschung vieler
Stadtgrundrisse zu belegen versucht. Basis dafür sind grundsätzlich die ersten systematischen
Grundstücksaufnahmen und -kartierungen der behandelten Städte, da diese in der Regel noch
weitestgehend die ursprünglichen Straßen- und Gebäudestrukturen abbildeten. Für Straubing ist dies
entsprechend die (bayerische) Uraufnahme, die in den Jahren 1808 bis 1864 erfolgte.
Uraufnahmeblätter von ganz Bayern liegen mittlerweile bei der Bayerischen Vermessungsverwaltung
in digitaler und georeferenzierter Form vor.
In der Arbeit sollen die im Buch aufgezeigten Systematiken überprüft, und soweit möglich, für die
historische Innenstadt Straubings angewendet werden. Die Untersuchungen sollen dabei mit
aktuellen GIS-Methoden erfolgen. Darüber hinaus sollen durch einen Vergleich der historischen
Uraufnahme mit der aktuellen Flurkarte die seitdem erfolgten Änderungen in der (den Straßenraum
prägenden) Grundstücksstruktur betrachtet werden. Damit soll untersucht werden, inwieweit die
ursprünglichen Planungen und Strukturen noch heute in der mittelalterlichen Innenstadt von
Straubing präsent sind.
Schlaglichter: (geometrische) Stadtplanung, GIS-Einsatz, Flurkarte (Kataster), Stadtgeschichte
Zielgruppe: Studierende im Master Geodäsie und Geoinformation
Betreuer:
Florian Siegert, Lehrstuhl für Bodenordnung und Landentwicklung (Prof. Wunderlich)
Silvia Beer, Lehrstuhl für Ingenieurgeologie (Prof. Thuro)
Weitere Partner:
Stadt Straubing und Bayerische Vermessungsverwaltung
Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Herrn Siegert