Wind als Motor der Wirtschaft?

Wind als Motor der Wirtschaft?
Industriepolitik, Energiewende, Wachstumskerne:
Das Beispiel Norddeutschland
Informationsreise für französisch-sprachige Journalisten
15. – 17. März 2015
Windkraft als Träger der Energieversorgung. Die Windkraft wird in Frankreich und in Deutschland
künftig einer der Eckpfeiler des Energiesystems sein. In Deutschland lieferten 2014 bereits rund
24.000 Windenergieanlagen Strom.
Mit einer installierten Leistung von 35 Gigawatt (Frankreich: 8,8 GW) und einem Beitrag von rund
acht Prozent zum Strommix war die Windkraft damit der wichtigste und der am schnellsten wachsende Erneuerbare Energieträger. Am Offshore-Terminal Bremerhaven etwa stehen gigantische Logistik-Kapazitäten für den Ausbau der Windkraft auf See bereit.
Gestern insolvente Werften, heute Weltmarktführer. Schon heute haben die Windräder in Norddeutschland nicht nur das Landschaftsbild verändert. Auch die Hersteller von
Rotoren und Generatoren, Logistikfirmen, Projektierer und Industriedienstleister haben sich
an der Küste angesiedelt – in einer Region, die
einstmals für insolvente Werften und hohe Arbeitslosigkeit bekannt war.
Norddeutschland als globale Windregion.
Bauern sichern sich mit der Gründung von
Energiegenossenschaften neue Einkommensquellen. Parallel sind renommierte Forschungsinstitute entstanden. Inzwischen, so
der Hamburger Journalist Olaf Preuss, „arbeitet keine andere Region der Welt so intensiv
mit Windkraftwerken an Land und auf See wie
die deutschen Küstenländer.“
Die Journalistenreise Wind als Motor der Wirtschaft? begibt sich auf die Spuren dieses Strukturwandels und fragt:
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Ist der Aufschwung der Windkraft in Norddeutschland ein Beispiel für erfolgreiche Industriepolitik?
Steht die aufstrebende Windindustrie auf eigenen Füßen oder ist sie abhängig von Subventionen?
Naturschutz, Bürgerproteste, Standortwettlauf – was sind die Probleme und Schattenseiten des Aufschwungs Wind?
Clean Energie Wire und das Deutsch-französische Büro für Erneuerbare Energien wollen mit der
dreitägigen Informationsreise vom 15. bis 17. März Journalisten ermöglichen, sich selbst ein fundiertes und differenziertes Bild von einer neu entstandenen Industriebranche und ihren Standortbedingungen zu machen: In Gesprächen mit den Wirtschaftsministern der norddeutschen Bundesländer
Bremen und Niedersachsen, mit Managern, Wissenschaftlern, Kommunalpolitikern, Bürgerinitiativen
und Unternehmern.
 Das PROGRAMM der Reise
 VON A BIS O, warum was wichtig
ist: Die Programmpunkte im Überblick
 ORGANISATORISCHES und Anmeldung
 Veranstalter, ANSPRECHPARTNER
Das PROGRAMM
Sonntag, 15. März 2015
individuelle Anreise nach Bremen-Hauptbahnhof, Treffpunkt vor der DB-Lounge
15.00 Willkommen und gemeinsamer Transfer mit dem Bus nach Bremerhaven ab BremenHauptbahnhof
A
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16.00 Leuchtmarken der Offshore-Industrie in Bremerhaven
Überblickstour zu Logistik- und Infrastrukturanlagen am größten Standort der OffshoreIndustrie in Deutschland
Führung mit Dr. Mathias Grabs, BIS Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung
und Stadtentwicklung mbH
Ort: Rundfahrt durch Bremerhaven
18.00 Ziele, Rahmenbedingungen und deutsch-französische Konfliktfelder der Energiewende
Vortrag und Diskussion mit Dimitri Pescia, Projektleiter bei Agora Energiewende für die
European Energy Cooperation
Ort: Hotel Haverkamp, Bremerhaven
20.00 Abendessen und Austausch mit deutschen Journalisten
Ort: Hotel Haverkamp, Bremerhaven
Montag, 16. März 2015
08.40 Bustransfer zum t.i.m.e.Port Technologiezentrum Bremerhaven
9.00
C
D
Von der Werftenkrise zum globalen Windcluster: Der lange Weg des Stadtstaats Bremen
zur Reindustrialisierung
Gespräch mit Martin Günthner (SPD), Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen der Freien
Hansestadt Bremen
Ort: t.i.m.e.Port Technologiezentrum Bremerhaven
11.00 Was am Standort zählt: Die Perspektive des Technologiekonzerns AREVA
Besichtigung des Standorts und Gespräch mit Arnaud Bellanger, Vorsitzender des
Aufsichtsrates der AREVA Wind GmbH oder Eric Blanc, Geschäftsführer AREVA Wind GmbH
Ort: AREVA-Werk Bremerhaven
13.00 Mittagessen
E
14.00 Forschung und Entwicklung als Katalysator für das Wirtschafts-Cluster Wind? Die
Geschichte der Windenergieforschung im Nordwesten
Vortrag und Diskussion mit
Dr. Rita Kellner-Stoll, Abteilungsleiterin a.D. beim Bremer Senator für Umwelt, Bau und
Verkehr und Gründerin der Kellner & Stoll Stiftung für Klima und Umwelt, Bremen
Prof. Dr. Andreas Reuter, Leiter des Instituts für Windenergiesysteme der Leibniz-Universität
Hannover und des Fraunhofer IWES Nordwest
Ort: Fraunhofer IWES, Bremerhaven
16.00 Besichtigung des Testzentrums am Fraunhofer IWES, Bremerhaven
F
G
18.00 Buffet-Empfang
Ort: Klimahaus Bremerhaven 8° Ost
18.30 Netzausbau, Naturschutz, Nebenkosten – ist die norddeutsche Energiewende auf Kurs?
Paneldiskussion mit
Sönke Hofmann, Geschäftsführer Naturschutzbund Bremen NABU e.V.
Dr. Gero Hocker, Energiepolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Niedersächsischen Landtag
Tobias Knahl, Abteilungsleiter Umwelt & Energie der Industrie- u. Handelskammer Hamburg
Norbert Giese, Vice President Offshore Development, Senvion SE, Mitglied des Vorstands der
Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE
Moderation: Heidi von Stein, Journalistin
Ort: Klimahaus Bremerhaven 8° Ost
Dienstag, 17. März 2015
H
I
8.00
Transfer nach Bremen
9.00
Entwicklung, Bau und Betrieb von Offshore-Windparks: Erfahrungen in Deutschland und
Frankreich
Gespräch und Diskussion mit Achim Berge Olsen, Geschäftsführer der wpd offshore
solutions sowie Matthias Brandt, CEO der Deutschen Windtechnik AG
Ort: wpd AG, Überseestadt Bremen
11.00 Gewerkschaften: Bremser oder Treiber der Energiewende?
Mitbestimmung und die Energie-Revolution von innen: Das Beispiel der
Belegschaftsgenossenschaft für Erneuerbare Energien bei VW Emden
Vortrag und Diskussion mit Martin Refle, Betriebsrat Volkswagen-Werk Emden und Gründer
der Energiegenossenschaft und Christian Sprute, Fachreferent, Betriebsrat VW Emden
Ort: Industriegewerkschaft Metall Bremen
12.30 Transfer nach Rethem
J
13.30 Erneuerbare Energien im ländlichen Raum: Wie real sind Bürgerbeteiligung und regionale
Wertschöpfung?
Gespräch mit Cort-Brün Voige, Bürgermeister der Samtgemeinde Rethem und Mitgliedern
der Projektgruppe Erneuerbare Energien im Aller-Leine-Tal, Rethem/Aller
15.00 Transfer nach Hannover-Marienwerder
K
L
16.00 High-tech aus Brettsperrholzplatten? Holztürme für Windräder der Multimegawatt-Klasse
Besichtigung des 100m hohen Holzturm-Prototypen der TimberTower GmbH und Gespräch
mit Tobias Natt, Unternehmensjurist/Legal Counsel
Ort: Hannover-Marienwerder
17.30 Energiewende: Gewinn oder Risiko für die industrielle Wettbewerbsfähigkeit?
Hintergrundgespräch mit Olaf Lies (SPD), Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr des
Landes Niedersachsen
Ort: Niedersächsisches Wirtschaftsministerium, Hannover
19.00 Ende des Gruppenprogramms, anschließend individuelle Abreise bzw. Fakultativprogramm
19h15 Abendessen in Hannover, anschließend Transfer nach Bremen
Holiday Inn Express Bremen Airport
Mittwoch, 18. März 2015: Fakultativ-Programm
09.00 Bustransfer nach Werlte
N
10.30 Besichtigung Wind-to-gas-Anlage der Firma Audi in Werlte
12.00 Bustransfer nach Dörpen
12.30 Besichtigung der Umrichterstation DolWin3 in Dörpen/Emsland der Firma Alstom
14.00 Transfer nach Bremen Flughafen und Hauptbahnhof
15.30 Ankunft in Bremen Flughafen und Hauptbahnhof, Ende des Programms
Wenn Sie an den Besichtigungen interessiert sind oder den Zusatztag für eigene Recherchen nutzen
wollen, geben Sie dies bitte auf dem Anmeldebogen an.
*Soweit möglich unterstützen wir Sie bei Bedarf gern bei der Vermittlung von Gesprächspartnern, bei
Datenrecherchen oder mit einem Dolmetscher.
Von A bis O, warum was wichtig ist –
die Programmpunkte IM ÜBERBLICK
A
Bremerhaven ist einer der größten europäischen Häfen und der weltgrößte Exporthafen für
Automobile. Die Stadt gehört zu Bremen, dem kleinsten deutschen Bundesland. Nach dem
Niedergang der Werften und der Fischereiwirtschaft war die Stadt lange Zeit von Überschuldung und
der deutschlandweit höchsten Arbeitslosenquote geprägt.
Auch als Ergebnis einer gezielten Förderpolitik hat sich Bremerhaven seit 2000 zum größten
deutschen Standort der Offshore-Windindustrie entwickelt. International operierende
Anlagenhersteller wie AREVA Wind, Senvion (Suzlon-Gruppe) sind hier inzwischen ebenso vertreten
wie Offshore-Spezialausrüster, Maschinenbau-, Logistik- und Zulieferfirmen, Projektierer und
Industriedienstleister.
Die Stadt ist mit dem Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES und dem
Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung zugleich ein wichtiger Forschungsstandort.
www.bis-bremerhaven.de/home.56869.html (auf Englisch)
B
Agora Energiewende zählt zu den führenden energiepolitischen Think Tanks in Deutschland. Der Rat
der Agora unter Vorsitz des früheren UNEP-Direktors und Bundesumweltministers Klaus Töpfer
bringt regelmäßig die wichtigsten Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zum
Austausch zusammen.
www.agora-energiewende.org/ (auf Englisch)
C
Bremen ist mit Bremerhaven der zweitgrößte deutsche Hafenstandort und – noch vor Berlin – der
fünftgrößte Industriestandort in Deutschland. Neben den Häfen spielen die Automobil- und
Luftfahrtindustrie sowie die Lebensmittelindustrie eine bedeutende Rolle.
Als Stadtstaat kann die Freie Hansestadt Bremen über den Bundesrat, die zweite Parlamentskammer,
die Gesetzgebung in Deutschland unmittelbar mitbestimmen – ebenso wie bedeutend größere
Bundesländer wie Bayern oder Nordrhein-Westfalen. Die Landesregierung heißt in Bremen Senat, die
Minister Senatoren. Bremen wird regiert von einer Koalition aus SPD (Sozialdemokraten) und
Grünen.
Ebenso wie Bremerhaven war auch Bremen selbst über Jahrzehnte von Deindustrialisierung und
hoher Arbeitslosigkeit betroffen. Zwar liegt die Arbeitslosigkeit noch immer über dem
Bundesdurchschnitt. Doch seit etwa zehn Jahren ist eine Trendwende zu verzeichnen. Der Anteil der
Industrie an der Bruttowertschöpfung betrug 27%, die Arbeitslosenquote 11% (2014, bundesweit:
4,9%). Zur Reindustrialisierung beigetragen hat auch die Windenergie, die in Bremen bereits seit den
90er Jahren ausgebaut wird; hinsichtlich der installierten Leistung pro Fläche hat das Land heute eine
Spitzenstellung.
www.bremen.de/commerce/about-bremen (auf Englisch)
D
H
E
Die AREVA Wind GmbH ist ein Tochterunternehmen des französischen AREVA-Konzerns. Derzeit
wird die Gründung eines Joint Venture mit dem spanischen Windkrafthersteller Gamesa verhandelt.
AREVA produziert in Bremerhaven die nach eigenen Angaben weltweit erste, speziell für große
Offshore-Windparks konzipierte 5-Megawatt-Windenergieanlage. Die Fertigung von Rotorblättern
findet im niedersächsischen Stade bei Hamburg statt. AREVA Wind beschäftigt in Deutschland mehr
als 500 Mitarbeiter.
http://de.AREVA.com/EN/AREVA-wind-90/portrait.html (auf Englisch)
Das Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES Nordwest ist eine
Einrichtung der Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V. Das
Fraunhofer IWES Nordwest bietet Unternehmen, z.B. Anlagenherstellern, Windparkbetreibern,
Zulieferern und Energieversorgungsunternehmen, industrierelevante Forschungsdienstleistungen
und Kooperation zu allen technischen Fragestellungen der Windenergienutzung. Die Forschungen
umfassen das gesamte Spektrum der Windenergie.
Die wichtigsten großtechnischen Forschungseinrichtungen das Kompetenzzentrum Rotorblatt (seit
Juni 2011 mit einer Testhalle für bis zu 90 Meter lange Rotorblätter), das Testzentrum Tragstrukturen
in Hannover (in dem Trag- und Gründungskonstruktionen im Maßstab 1:10 - 1:3,5 experimentell
getestet werden können) sowie das Dynamic Nacelle Testing Laboratory (DyNaLab), das erstmals in
Deutschland einen großtechnischen Prüfstand für komplette Gondeln anbietet.
Am Fraunhofer IWES Nordwest arbeiten derzeit etwa 200 Wissenschaftler, Angestellte und
Studenten.
www.windenergie.iwes.fraunhofer.de/en.html (auf Englisch)
F
Das Klimahaus Bremerhaven 8° Ost ist ein wissenschaftliches Ausstellungshaus in Bremerhaven und
bietet seinen Besuchern die Möglichkeit einer virtuellen Reise um die Welt entlang des 8. östlichen
Längengrads. Die rund 18.800 m² große Wissens- und Erlebniswelt greift in vier
Ausstellungsbereichen den Themenkomplex Klima und Klimawandel auf. Betreiberin ist die
Klimahaus-Betriebsgesellschaft. Jährlich besuchen rund 600.000 Menschen die Ausstellung.
www.klimahaus-bremerhaven.de/en/home/home.html?no_cache=1 (auf Englisch)
G
Die Windenergie in Norddeutschland – das klingt nach einer Erfolgsgeschichte. Doch es gibt auch
zahlreiche Konflikte und Streitpunkte: Sie reichen von den Folgen des Offshore-Ausbaus für
empfindliche Ökosysteme und bedrohte Tierarten in der Nordsee, über die Akzeptanz von
Windrädern bei den Bürgern („Verspargelung“ der Landschaft). Bis hin zur Frage, wie gerecht die
Investitionskosten für die Energiewende verteilt sind – und ob die damit einhergehenden steigenden
(für Privathaushalte) bzw. sinkenden Strompreise (für Großkunden) ein Problem darstellen.
Die Podiumsdiskussion wirft einen Blick auf all diese kontroversen Themen und unternimmt den
Versuch einer Kartierung der politischen Debatte über die Windenergie in Norddeutschland.
H
Als Projektentwickler und Betreiber von Windparks on- und offshore ist die wpd AG in weltweit 18
Ländern aktiv. Das 1996 gegründete Unternehmen ist der größte Windparkentwickler und -betreiber
in Deutschland und hat Windparks mit bislang 1.600 Anlagen und einem Output von 2,8 GW
realisiert. In Frankreich ist die wpd AG an vier Standorten vertreten. In der wpd Gruppe sind 960
Mitarbeiter beschäftigt.
Onshore sind derzeit insgesamt 6,7 GW in Planung – schwerpunktmäßig in Deutschland, wo sich in
Bremen die Firmenzentrale befindet. Im Offshore-Bereich liegt die Pipeline bei 8 GW. Das 288 MWOffshore-Projekt Butendiek in der Nordsee soll im Sommer 2015 fertiggestellt sein.
www.wpd.fr (auf französisch)
www.wpd.de/en/wpd-think-energy-startseite.html (auf Englisch)
I
Die Gewerkschaften spielen in der deutschen Energiepolitik eine herausragende Rolle. So ist der
Organisationsgrad gerade bei den etablierten Energieversorgern außerordentlich hoch – und über
die innerbetriebliche Mitbestimmung und ihre Vertreter in den Aufsichtsraten haben die
Gewerkschaften einen direkten Einfluss auf die Unternehmensstrategien. Insbesondere die
mitgliederstarke Industriegewerkschaft (IG) Bergbau, Chemie, Energie sorgt sich angesichts der
Energiewende über steigende Energiekosten und einen Arbeitsplatzabbau bei den konventionellen
Energieträgern. Demgegenüber ist die IG Metall vor allem in Branchen vertreten, die strukturell zu
den Gewinnern der Energiewende zählen wie Maschinen- und Anlagenbauer.
Da sie die innerbetriebliche Wirklichkeit Strukturen gut kennen, gehören engagierte Betriebsräte
häufig zu den Treibern der Energiewende in den Unternehmen selbst. Was im Fall des IG-MetallBetriebsrats im Volkswagen-Werk in Emden dazu führte, dass die eine deutsche Besonderheit
(innerbetriebliche Mitbestimmung) mit der anderen deutschen Besonderheit (Bürger-Energiewende)
kombiniert wurde.
www.kommunal-erneuerbar.de/de/206/energiegenossenschaften/erfolgreichebeispiele/volkswagen-belegschaftsgenossenschaft.html (auf Deutsch)
J
Im niedersächsischen Aller-Leine-Tal treiben acht Kommunen den Ausbau der Erneuerbaren
Energien seit langem intensiv voran – in einer ländlichen, wirtschaftlich schwächeren Region.
Grundlage ist neben dem starken Engagement der Bürger ein umfassendes Energiekonzept. Darin hat
sich die Region zum Ziel gesetzt, eine 100%-Erneuerbare-EnergieRegion+ zu werden, also für die
insgesamt hier lebenden 75.000 Menschen Energiebedarf zu mehr als 100% aus erneuerbaren
Energien zu decken. Über die Grenzen der Region hinaus kooperieren die Kommunen im Aller-LeineTal im Rahmen des „100%-RES-Communities“-Programms mit der belgischen „Province du
Luxembourg“.
http://energie.aller-leine-tal-navigator.de/startseite/startseite.html (auf Deutsch)
www.nytimes.com/video/science/earth/100000003107024/germanys-grass-rootsenergyrevolution.html (auf englisch)
K
Die TimberTower GmbH baut als weltweit erstes Unternehmen Holztürme für große
Windkraftanlagen. Holztürme haben gegenüber Stahl-Beton-Türmen eine Reihe von Vorteilen etwa
beim Transport, mit geringeren Lärmemissionen der Windkraftanlagen, bei der technisch möglichen
Nabenhöhe und beim Energieaufwand in der Produktion. In Hannover-Marienwerder steht eine erste
Pilotanlage mit einer Nabenhöhe von 100 Metern, 2015 sollen 5 weitere Türme mit 140 Metern
Nabenhöhe folgen.
www.timbertower.de/en/ (auf Englisch)
L
Niedersachsen ist das flächenmäßig zweitgrößte Bundesland mit einem Pro-Kopf-Einkommen, das
geringfügig unter dem Bundesdurchschnitt liegt. Der Primärenergieverbrauch besteht zu großen
Teilen aus Erdgas (29,0 %) und Kernenergie (19,6 %) (2011). Der Anteil der Erneuerbaren Energien
am Primärenergieverbrauch beträgt 12,6 % (2011). Niedersachsen will den Anteil Erneuerbarer
Energien am Endenergieverbrauch bis zum Jahr 2020 auf 25 % erhöhen. Langfristig soll die
Energieversorgung laut Koalitionsvertrag der seit Februar 2013 amtierenden Landesregierung zu 100
% durch Erneuerbare Energien gedeckt werden.
Die Anstrengungen zum technologischen und wirtschaftlichen Wandel hat Niedersachsen seit einigen
Jahren intensiviert. Das Land tätigt bezogen auf das BIP die höchsten Forschungsausgaben im Bereich
Erneuerbarer Energien und die dritthöchsten im Bereich Systemintegration.
www.fr.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=28646&article_id=101334&_psmand=1018
(auf Französisch)
www.foederal-erneuerbar.de/tl_files/aee/BundeslaenderVergleichsstudie%202014/AEE_DIW_ZSW_Bundeslaendervergleich_Online.pdf (auf Deutsch)
N
N
Die von Alstom errichtete Umrichterstation DolWin3 im emsländischen Dörpen ist ein wichtiges
Element für die Netzanbindung der 900 Megawatt starken Hochspannungsgleichstromübertragung
(HGÜ), mit der große Windparks im südwestlichen Teil der deutschen Nordsee verknüpft werden.
Der in Offshore-Windparks ursprünglich erzeugte Wechselstrom wird in der künftigen
Umrichterplattform DolWin gamma auf See in Gleichstrom umgewandelt. In der neu entstehenden,
landseitigen Umrichterstation Dörpen West wird der Gleichstrom dann wieder in Wechselstrom
umgewandelt und anschließend über das dortige Umspannwerk in das deutsche Übertragungsnetz
eingespeist.
Gleichstrom bietet sich wegen geringerer Übertragungsverluste vor allem bei langen Entfernungen
und für große Leistungen an, beides ist bei der Netzanbindung der großen Windparks auf See
gegeben.
www.power-technology.com/news/newsalstom-breaks-ground-for-new-onshore-converter-stationin-drpen-west-germany-4269002 (auf Englisch)
Wind-to-gas: Im Auftrag der Audi AG errichtete die ETOGAS GmbH in Werlte neben einer
bestehenden Biogasanlage eine industrielle Pilotanlage zur Umwandlung von Ökostromüberschüssen
in erneuerbares Erdgas, von Audi „e-gas“ genannt. Hierbei wird zur Methanisierung neben dem aus
regenerativen Quellen gewonnen Wasserstoff auch regeneratives CO2 aus einer von MT-Biomethan
gelieferten Biogasaufbereitungsanlage eingesetzt. Die Anlage mit einer elektrischen
Anschlussleistung von 6 MW wird 1,4 Millionen Kubikmeter in Erdgas-Normqualität pro Jahr
produzieren. Im Rahmen des e-Gas-Projekts von Audi produziert die Anlage erneuerbaren Kraftstoff
für das erste CNG-Modell (compressed natural gas) der Marke Audi.
www.autoblog.com/2013/07/08/audi-opens-renewable-energy-e-gas-plant-in-germany (auf
Englisch)
www.ademe.fr/sites/default/files/assets/documents/etude_powertogas_ademe-grdf-grtgaz.pdf (auf
Französisch)
Im Testzentrum Tragstrukturen Hannover bietet das Fraunhofer IWES zusammen mit
Kooperationspartnern Tests und Begleituntersuchungen für Tragstrukturen von On- und OffshoreKonstruktionen und realen Komponenten von Windenergieanlagen im großen Maßstab (1:9 bis 1:5).
Dauerbeanspruchungen von Wellen, Wind und Anlagenbetrieb werden im Zeitraffer nachgebildet, so
dass bereits nach drei bis vier Monaten belastbare Ergebnisse vorliegen. Somit können
Systemreserven quantifiziert, Optimierungspotentiale erschlossen und die Anlagenverfügbarkeit
gesteigert werden. Auch umweltverträgliche Bauverfahrenstechniken lassen sich im Testzentrum
systematisch bewerten.
www.windenergie.iwes.fraunhofer.de/en/test_centers_laboratories.html (auf Englisch)
Testzentrum Tragstrukturen in Hannover, Copyright: Fraunhofer
Organisatorisches und
ANMELDUNG
Wer kann teilnehmen?
Die Journalistenreise richtet sich an französischsprachige Journalisten, die zu den Themen Industrieund Wirtschaftspolitik oder zu energiepolitischen Themen arbeiten.
Wie kann ich mich anmelden?
Die Zahl der Teilnehmer ist insgesamt auf max. 15 begrenzt.
Bitte melden Sie sich so schnell wie möglich an und nutzen Sie dazu das Anmeldeformular unter:
http://www.cleanenergywire.org/de/workshops/medienreise-wind-als-motor-der-wirtschaft
Die verbindliche Auswahl der Teilnehmer erfolgt bis zum 14. Februar 2015. Wir werden Sie dann
umgehend informieren.
Was kostet die Teilnahme?
Die Teilnahme ist kostenfrei. Alle Kosten für Transport, Unterkunft und Verpflegung während der
Reise werden von CLEW getragen.
Bitte beachten Sie, dass die Teilnehmer die Kosten für die Anreise nach Deutschland und für die
Rückreise selbst übernehmen.
Auf Anfrage ist im Einzelfall eine Übernahme der Anreisekosten nach und von Deutschland durch uns
möglich.
Wie sieht es mit den Sprachen aus?
Sprachen sind Französisch und Deutsch. Bei allen Programmpunkten stehen Simultan-Dolmetscher
für Französisch und Deutsch zur Verfügung.
Was passiert am Zusatztag (18. März)?
Das offizielle Programm der Reise endet am 17. März. Darüber hinaus ist am 18. März die Teilnahme
an verschiedenen Besichtigungen möglich (siehe Programm). Wenn Sie Interesse an einer der
angebotenen Besichtigungen haben oder für eigene Recherchen noch einen Tag in der Region
bleiben möchten, informieren Sie uns bitte bei der Anmeldung über Ihre Wünsche. Wir werden dann
eine zusätzliche Übernachtung ermöglichen und Sie vor Ort logistisch unterstützen.
Wie kann ich an- und abreisen?
Von Paris aus bestehen Nonstop-Flugverbindungen nach Bremen und Hannover. Auch eine An/Abreise über Hamburg ist möglich (die Fahrt vom Flughafen Hamburg nach Bremen mit der
Deutschen Bahn dauert etwa 90 Minuten).
Treffpunkt am 15. März ist um 15.00 Uhr vor der DB Lounge am Hauptbahnhof Bremen.
Veranstalter und
ANSPRECHPARTNER
für weitere Informationen
Clean Energy Wire
Der Clean Energy Wire bietet gut recherchierte, fakten-basierte und unabhängige Informationen
sowie Unterstützung für Journalisten, die über die Energiewende berichten. Wir organisieren
Informationsreisen für ausländische Journalisten, um Ihnen einen fundierten Überblick über die
Energiepolitik in Deutschland zu geben. Dabei berücksichtigen wir das breite Spektrum
unterschiedlicher Sichtweisen und Positionen. Auf unserer Website informieren wir täglich über
international relevante aktuelle Entwicklungen in der deutschen Energiepolitik.
Der Clean Energy Wire fühlt sich in seiner Arbeit den höchsten Standards im Journalismus
verpflichtet. Die Grundprinzipien unserer Arbeit haben wir in unserer Charta festgelegt.
Clean Energy Wire ist eine unabhängige Initiative der Stiftung Mercator und der European Climate
Foundation.

Eva Freundorfer
[email protected]
Tel. +49.30.2844 902-17
www.cleanenergywire.org
Deutsch-französisches Büro für Erneuerbare Energien
Das Deutsch-französische Büro für erneuerbare Energien (DFBEE) wurde 2006 auf Initiative des
Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und des Ministère délégué à
l’Industrie als Projekt unter dem Namen „Koordinierungsstelle Windenergie“ ins Leben gerufen.
Nach einer ersten Erweiterung auf den Themenbereich Photovoltaik 2011 wurde der Verein im Zuge
des 50-jährigen Bestehens des Elysée-Vertrags Anfang 2013 mit der Unterzeichnung einer
gemeinsamen Erklärung durch die Umweltminister Deutschlands und Frankreichs in das Deutschfranzösische Büro für erneuerbare Energien umgewandelt.
Kernaufgabe des Vereins, seinerzeit wie heute, ist die Vernetzung der Erneuerbaren-Branche und der
politischen Entscheidungsträger auf dem Gebiet der regenerativen Energien in Deutschland und
Frankreich, mit einem, der Geschichte geschuldeten Schwerpunkt in den Bereichen Wind- und
Solarenergie. Dem Bedarf der Branche entsprechend erweitert das DFBEE seine Aktivitäten sukzessiv
auf andere Gebiete (bspw. Bioenergien, Meeresenergien) sowie grundlegende Fragestellungen der
Energiewende in beiden Ländern.

Thibaut Chapron
[email protected]
Tel. +33.1.40.81.93.15