1|15 Farbtrends 2015. Farbstrategien in der Architektur. Klare

1|15
D I E M I T G L I E D E R Z E I T S C H R I F T D E R S C H W E I Z E R I S C H E N Z E N T R A L S T E L L E F Ü R B A U R AT I O N A L I S I E R U N G
Farbtrends 2015.
Farbstrategien in der Architektur.
Klare Leistungsverzeichnisse – ein echter
­Mehrwert für alle.
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EDITORIAL | CRB-BULLE TIN | 1.15
Im Zusammenhang mit dem NCS-Farbsys-
INH A LT
tem wollen unsere Kunden immer wieder
wissen, was die kommenden Trendfarben
3 | FOKUS
sind. Vor diesem Hintergrund hat CRB an
Farbtrends 2015.
CRB an der appli-tech.
der appli-tech, die Anfang Februar in Luzern
stattfand, zwei Impulsreferate zum Thema
«Interior Colour Trends» organisiert. Wer sie
verpasst hat, kann im FOKUS nachlesen, wie
7 | KNOW-HOW
ein Farbtrend entsteht, durch was er beein-
Farbstrategien in der Architektur.
flusst wird und mit welchen Trends bzw.
Farbtönen wir dieses und nächstes Jahr zu
rechnen haben.
11 | PERSÖNLICH
Der NPK ist nicht mehr
­wegzudenken.
Um das Thema Farbe geht es auch im KNOW-HOW: Eine neue vom Haus der Farbe herausgegebene Publikation zeigt Möglichkeiten auf, wie das raumgestalterische Potenzial von
12 | AKTUELL
Rückblick: Fachtagung «Bau schlau!».
BIM und CRB-Standards.
Neu bei CRB.
Farbe besser ausgeschöpft werden kann. Das Buch will Fachleute inspirieren und dabei
­unterstützen, in der Farbgestaltung verschiedene Wege einzuschlagen.
Bei der Anfang März gemeinsam von SBV, VSEI und CRB durchgeführten Fachtagung «Bau
schlau!» stand die Frage im Mittelpunkt, warum klare, vollständige und rechtssichere Leis-
15 | NOTIZEN
tungsverzeichnisse für alle Beteiligten einen echten Mehrwert darstellen. In der Rubrik
AKTUELL berichten wir darüber, wie die praxiserfahrenen Referenten die Bedeutung des
NPK aus ihrem jeweiligen Blickwinkel beurteilen.
16 | AGENDA
Ich wünsche Ihnen eine informative Lektüre und würde mich freuen, wenn Sie am 6. Mai
an der CRB-GV bzw. am spannenden Vortrag über «BIM und CRB-Standards» im Vorfeld
teilnehmen könnten.
IMP R E S S U M
Das CRB-Bulletin erscheint quartalsweise
und ist das Mitteilungsblatt für die Mitglieder von CRB. Nachdruck und Veröffentlichung von Bild und Text nur mit schrift­
licher Genehmigung der Redaktion und mit
genauer Quellenangabe.
Herausgeber:
CRB, Schweizerische Zentralstelle
für Baurationalisierung,
Steinstrasse 21, Postfach, 8036 Zürich,
Telefon +41 44 456 45 45,
Fax +41 44 456 45 66,
[email protected], www.crb.ch
Redaktionsleitung:
Gaby Jefferies
Titelbild:
Bearbeitetes Cover «Interior Colour Trends»,
Original © NCS Colour, Stockholm,
Schweden.
Produktion:
Schwabe AG, 4132 Muttenz,
www.schwabe.ch
Reto Helbling
Services | Mitglied der Geschäftsleitung
1.15 | CRB-BULLE TIN |
FOKUS | 3
Farbtrends
2015.
Farbtrends verlaufen in Zyklen, geben eine Richtung vor und
werden durch eine Reihe verschiedener Faktoren wie Wirtschaftslage, Unterhaltungsindustrie, neue Materialien, innovative Techniken oder unerwartete Ereignisse beeinflusst. Hier
erfahren Sie, welche Farbtrends das aktuelle Jahr prägen und
warum sich auch Architekten und Planer für diese Trends und
ihre Bedeutung interessieren sollten.
TEXT: GABY JEFFERIES
Bei der Trendforschung geht es darum, das
Neue zu untersuchen und Innovationen
aufzuspüren. Da über die Zukunft noch keine Daten zur Verfügung stehen, die sich analysieren lassen, beobachten Trendforscher
aktuelle Moden und Strömungen des Zeitgeistes. Das Ergebnis dieser Beobachtung
soll Entscheidungsträgern aus Wirtschaft
und Gesellschaft als Leitplanke dienen. In
enger Zusammenarbeit mit Fachleuten aus
ganz unterschiedlichen Bereichen – Designern, Architekten, Farbgestaltern, Psychologen – setzt sich das in Schweden beheimatete Unternehmen NCS Colour mit der
Frage auseinander, wie sich die Märkte in
verschiedenen Branchen und Regionen in
Bezug auf Farbe entwickeln. Schon seit vielen Jahren unterstützt sie zahlreiche Organisationen dabei, Farbvorhersagen zu machen,
seit etwa vier Jahren präsentiert sie mit den
«Interior Colour Trends» auch eigene.
Was ist ein Farbtrend?
Viele Menschen haben feste Lieblingsfarben, denen sie über lange Zeit treu bleiben.
Die allgemeinen Farbvorlieben ändern sich
aber von Zeit zu Zeit. Farbtrends geben eine
Richtung vor, wie Ingela Koski-Vähälä, Marketing Manager bei NCS Colour, erklärt. So
kann Blau unsere konstante Lieblingsfarbe
sein, aber dieses Blau variiert, es wird mehr
oder weniger grünlich, rötlich, dunkler, heller, bunter oder neutraler. Farbtrends zeigen also die Richtung und die Variationen
auf, und zwar sowohl des Farbtons (NCSFarbkreis) als auch der Nuance (NCS-Farbdreieck). Farbtrends für Innenräume sind
saisonalen Änderungen nicht so stark ausgesetzt wie zum Beispiel Modetrends. Die
übergeordneten
Farbrichtungen
der beiden Bereiche gleichen sich
aber, weil die Einflüsse dieselben
sind.
Auf die ­Frage, wie
rasch sich Farbtrends ­ändern,
­ant­­wortet I. ­KoskiVähälä, dass es
sich bei einem
Trend um einen
kontinuierlichen
Prozess handelt,
nicht um etwas
Mit den Farben des Trends «technisch und menschlich» reagieren wir auf
plötzlich Eintreunsere hochtechnisierte Welt. Foto: © NCS Colour, Stockholm, Schweden.
tendes. Die verschiedenen Farbdass unser Verstand hier ganz einfach funktrends überlappen sich, gehen ineinander
tioniert: Wenn wir über längere Zeit die
über. «Was wir feststellen können, ist, dass
gleichen Farben gesehen haben, wollen wir
sich die Farbtrends aufgrund der heutigen
Abwechslung. Wie bei vielen anderen DinInformationsflut immer schneller ändern.
gen fallen wir von einem Extrem ins andeÜblicherweise kommt ein Farbtrend nach 15
re. Wenn alles um uns herum eher neutral,
bis 20 Jahren zurück.»
weiss, grau oder schwarz ist, sehnen wir uns
nach starken, bunten Farben. Diesem anEinfluss der Marktpsychologie
deren Extrem nähern wir uns Schritt für
Die Marktpsychologie wird durch unsere Stimmungen beeinflusst. Diese StimSchritt und durchlaufen dabei verschiedemungen reflektieren die allgemein vorherrne Farb-Phasen.
schende Gefühlslage. In optimistischen
Farbtrends verlaufen also zyklisch: Auf jeden Trend folgt ein Gegentrend. «Wenn
Zeiten neigen die meisten Menschen tendenziell eher zu vorsichtigen, gedämpfteren
wir das verstanden haben, wenn wir erkennen, wo genau wir uns heute befinden, ist es
Farben, während sie in schwierigen Zeiten
fröhliche und buntere Farben sehen wollen.
möglich, den nächsten Schritt vorherzusagen. Natürlich ist dies eine Vereinfachung,
Wie Karl Johan Bertilsson, Vice President Sales und Creative Director der Colour Acaaber im Prinzip funktioniert es so», betont
demy, ausführt, hat die Forschung gezeigt,
K. Bertilsson.
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FOKUS | CRB-BULLE TIN | 1.15
Trendtreiber
Es gibt eine Reihe weiterer Faktoren, die
Farbtrends beeinflussen, sogenannte Trendtreiber. Wie stark ihre Wirkung ist, hängt
von der momentanen Aufnahmebereitschaft des Marktes ab. Dass die Wirtschaftslage ein sehr wichtiger Faktor darstellt, wurde in der Wirtschaftskrise 2008 deutlich:
Innert kurzer Zeit änderten sich die Farbvorlieben radikal: In Europa und Amerika
wollten die Menschen aufmunternde Farben. In Asien blieben die Farben hingegen
gedeckter. Dies zeigt, dass die Menschen auf
das gleiche Ereignis regional verschieden
­reagieren.
Ein weiterer wichtiger Trendtreiber ist die
Unterhaltungsindustrie, sie lenkt die Aufmerksamkeit auf bestimmte Farben oder
Einrichtungsstile und manipuliert unsere Sinne auf ganz unterschiedliche Weise.
Auch neue Materialien und innovative Technologien verändern unsere Farbvorlieben,
oder unerwartete Ereignisse wie die Terroranschläge in New York 2001. Für K. Bertilsson ist in diesem Zusammenhang wichtig,
herauszufinden, ob ein Trendtreiber global
wirkt oder nur lokal. Aufgrund lokal wirkender Einflüsse oder Stimmungen gelten einige Farbtrends nur für bestimmte Regionen.
Grenzen der Vorhersagbarkeit
Wenn man den sich wiederholenden zyklischen Verlauf versteht und ihm folgt, lassen
sich Farbtrends relativ lange im Voraus vorhersagen, aber da kurz- und langfristig viele
Natural Colour System NCS
Das in Schweden entwickelte Natural Colour System NCS ist ein Farbsystem, das sich
an der menschlichen Farbempfindung orientiert – unabhängig von Produkten, Materialien oder Herstellungsverfahren. Seit 1981 vertreibt CRB das NCS-Farbsystem und seine Arbeitsmittel exklusiv in der Schweiz.
Die «Interior Colour Trends 2015», ein Satz inspirierender Karten mit vier Farbtrends
und 24 Trendfarben, unterstützen Farb­schaffende bei der Farbentscheidung und helfen
ihnen bei der Begründung ihrer Entscheidung.
Für Farbschaffende, die lernen wollen, wie sich Farbtrends vorhersagen oder auf ihren
spezifischen Bereich bzw. ihre Industrie zugeschnittene Farbpaletten entwickeln lassen, können Seminare angeboten werden.
Weitere Informationen dazu sowie zum NCS-Farbsystem und seinen Arbeitsmitteln gibt
es unter crb.ch oder Tel. +41 44 456 45 45
unerwartete, nicht vorhersagbare Ereignisse eintreten, die sich auf diese Trends auswirken können, muss man mit konkreten
Aussagen sehr vorsichtig sein. Gemäss Ingela Koski-Vähälä beziehen sich die meisten
Vorhersagen deshalb auf einen Zeitraum
von zwei bis drei Jahren. Farbtrends für die
grosse Masse aufzuspüren, ist dabei bedeutend einfacher, weil diese den «Trendsettern» – also denjenigen, die die Trends definieren – einfach folgen.
Einzelfarbe oder Farbfamilie
Bei «Interior Colour Trends» geht es weniger
um einzelne Farben als vielmehr um Farbbereiche und Farbfamilien. Eine einzelne
Farbe kann sehr modisch sein, wie z.B. das
Orange aus der amerikanischen TV-Serie
«Orange Is the New Black». Wenn man aber
Farbtrends verstehen will, geht es darum,
die Richtung und die Bereiche zu erkennen,
in die sich die Farben bewegen. Beispielsweise sehen wir heute viele Farben aus dem
blassen, schmutzigen Pastellbereich. Mithilfe des Natural Colour Systems NCS lassen
sich die Farbnuancen bestimmen, die sich
im Vergleich zum Vorjahr verändert haben.
Daraus können dann die aktuellen Farbtrends abgeleitet werden.
Was sind die aktuellen Farbtrends?
Für 2015/16 sieht NCS Colour die folgenden
vier weltweit gültigen Farbpräferenzen:
Der Trend «rustikal und organisch», der für
den Wunsch nach Selbstbesinnung und
Ruhe, Rückzug in die Natur, Flucht vor Verstädterung und permanenter Erreichbarkeit
steht, verwendet eine harmonische Palette
von Erdtönen und mineralische Farben, die
mit frischen Akzenten kombiniert werden.
Der Trend «mutig und leuchtend» verbindet
laute, bunte Farben mit auf Blau basierenden
Die Farbdesignerin Dr. Hildegard Kalthegener
beim Zusammenstellen von Farbkombinationen.
Grautönen. Hier geht es darum, spielerisch
alle Sinne anzusprechen, die Farben sollen
als pulsierende, dynamische Klänge wahrgenommen werden. Mit den Farben des Trends
«technisch und menschlich» reagieren wir
auf unsere hochtechnisierte Welt, hier trifft
Metallisches in Retrotönen auf saubere, frische Farbtöne. Der Trend «feinfühlig und bezaubernd» will uns aufmuntern und stimulieren, anspruchsvolle Pastelltöne werden
hier mit faszinierenden Nuancen kombiniert und ermöglichen so sensorische Erfahrungen. «Die aktuellen Farbtrends werden
dominiert von vielen schmutzigen Pastelltönen, die oft mit Grau kombiniert werden.
Blautöne sind schon seit einiger Zeit in verschiedenen Abstufungen präsent, sie werden noch bleiben, sich aber in Richtung Grün
bewegen. Es werden immer mehr Grüntöne auftauchen, und Orange ist bereits sehr
wichtig, nicht nur um einen Akzent zu setzen», fasst K. Bertilsson zusammen.
2016 wird Pink noch mehr an Bedeutung
gewinnen. Die Farben werden noch frecher,
gewagter und mit ins Schwarze gehenden
Farbtönen kombiniert. Dies fängt schon dieses Jahr an und wird sich im nächsten fortsetzen.
Zuverlässigkeit der Vorhersage
Am Beispiel von Kupfer und Türkis lässt sich
zeigen, wie man erkennen kann, ob es sich
um einen längerfristigen Farbtrend handelt:
«Schon letztes Jahr haben wir diese beiden
Farben bei kurzlebigen Dekorationsgegenständen wie Tischsets, Kerzen oder Kissen
festgestellt. Jetzt sind sie aber auch an Sofas, an der Wand oder im bzw. am Auto zu sehen, also an hochwertigen, teuren Produkten», erläutert die auch für NCS Colour tätige
Farbdesignerin Dr. Hildegard Kalthegener.
Daraus lässt sich schliessen, dass es sich um
NCS S 4040-G40Y
NCS S 0580-Y70R
FOKUS | 5
NCS S 2010-Y10R
NCS S 7010-B10G
NCS S 1015-Y80R
NCS S 2005-G30Y
NCS S 3055-R30B
NCS S 1070-Y10R
NCS S 3020-B30G
NCS S 3060-R70B
NCS S 6005-G20Y
Der Trend «mutig und leuchtend» verbindet laute, bunte Farben
mit auf Blau basierenden Grautönen.
Der Trend «rustikal und organisch» verwendet eine harmonische
Palette von Erdtönen und mineralische Farben, die mit frischen Akzenten
kombiniert werden.
NCS S 1010-Y10R
NCS S 1020-R20B
NCS S 2060-B
NCS S 1030-B60G
NCS S 1050-Y
NCS S 0540-G60Y
NCS S 3030-Y50R
NCS S 4040-R60B
NCS S 0560-Y50R
NCS S 3030-Y90R
NCS S 3560-Y70R
NCS S 6502-B
Der Trend «feinfühlig und bezaubernd» kombiniert Pastelltöne mit
faszinierenden Nuancen.
einen längerfristigen Trend handelt, die Vorhersage also eingetreten ist.
Vorteile für Architekten und Planer
Dass es auch für Architekten und Planer
wichtig ist, Farbtrends und ihre ­Bedeutung
zu kennen, steht für H. Kalthegener fest: «Für
Leute, die nicht ständig mit Farbe zu tun haben, ist es sehr hilfreich, wenn sie wissen,
wie sie ihre Kunden überzeugen können. Ich
höre von Architekten oft, dass sie bei der Farb­
NCS S 0603-Y20R
Beim Trend «technisch und menschlich» trifft Metallisches in Retrotönen
auf saubere frische Farbtöne.
entscheidung unsicher sind. Sie gehen in­
tuitiv vor und suchen dann im Nachhinein
nach einer Begründung für ihre Wahl.» Die
Trendforschung von NCS Colour kann ihnen
hier helfen, bei der Farbwahl und ihrer Begründung mehr Sicherheit zu ­gewinnen.
Bei ihrer Tätigkeit als Farbdesignerin schätzt
H. Kalthegener das NCS-Farbsystem, weil es
sie dabei unterstützt, ihre gestalterische Intuition rational zu erklären. Sie kann damit
komplexe Zusammenhänge verständlich
und nachvollziehbar aufzeigen. Danach gefragt, welches NCS-Arbeitsmittel ihr Favorit ist, nennt sie sofort das NCS-Album: «Die
kleinen A9-Muster sind ideal, um Farbkombinationen für Kollektionen oder Stilgruppen zu machen, das Album ist sehr übersichtlich, da ich alle Farben im Dreieck auf
einen Blick sehen kann.» Wenn Architekten
für ihre Arbeit grössere Farbmuster benötigen, können sie die NCS-Box oder A4-Muster
anwenden.
Fotos: © NCS Colour, Stockholm, Schweden
1.15 | CRB-BULLE TIN |
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FOKUS | CRB-BULLE TIN | 1.15
Rückblick: CRB an der appli-tech.
Mit ihrer sechsten Ausgabe erwies sich die Messe für das Ausbaugewerbe erneut als wichtiger Branchentreffpunkt: Das Fachpublikum nutzte die zahlreichen Möglichkeiten zum Informationsaustausch und zur Kontaktpflege. Auch der attraktive CRB-Stand zog
viele Besucher an, die sich über das Natural Colour System NCS und seine bewährten Arbeitsmittel informierten.
TEXT: GABY JEFFERIES
Vom 4. bis 6. Februar 2015 trafen sich die
Kreativen am Bau an der appli-tech in Luzern: Zahlreiche Handwerker und Planer
besuchten die Fachmesse, um sich über
innovative Produktentwicklungen und
Dienstleistungen sowie über die neusten
Trends rund um das Maler- und Gipsergewerbe, den ­Trockenbau und die Dämmung
zu orientieren.
Ein Innovationswettbewerb, dessen Ziel es
war, zugleich junge Talente und die Zusammenarbeit zwischen Architekten, Handwerkern und Planern zu fördern, verschiedene
Sonderschauen, ein Architektursymposium
sowie zahlreiche Impulsreferate mit wertvollen Tipps für die Praxis bildeten das Rahmenprogramm.
NCS – nicht umsonst Europas Nr. 1
Am CRB-Stand gleich am Eingang von Halle 3 konnten sich die Besucher selbst davon
überzeugen, warum das NCS-Farbsystem
Anwender aus ganz unterschiedlichen Branchen begeistert. Das clevere Farbsystem orientiert sich an der menschlichen Farbempfindung, was nicht nur das Erkennen von
Farbzusammenhängen erleichtert, sondern
auch die Kommunikation über Farben. Neben den Klassikern der NCS-­Produktpalette
wie Index, Atlas oder Album waren nach
Aussage des CRB-Messeverantwortlichen
Daniel Pfeffer der praktische Colour Scan
sowie allgemeine Erläuterungen zum NCSFarbsystem gefragt. Gut genutzt wurde auch
das exklusive Subskriptionsangebot für die
neue, vom Haus der Farbe herausgegebene
Der attraktive CRB-Messestand war an allen drei Messetagen gut besucht.
Publikation «Farbstrategien in der Architektur» (siehe Seite 10). Der unterhaltsame Wettbewerb, bei dem die Teilnehmenden durch
Drehen des grossen NCS-Farbkreises einen
Gutschein für ihren nächsten Einkauf sowie
Sofortpreise erspielen konnten, sorgte dafür,
dass der Messestand von CRB während der
drei Messetage immer sehr gut besucht war.
Ausserdem hatte CRB zu zwei Impulsreferaten über «Interior Colour Trends 2015» eingeladen. Im Namen von NCS Colour erläuterte
die Farbdesignerin Dr. Hildegard Kalthegener in ihren mit viel Engagement vorgetragenen Kurzreferaten nicht nur, wie Farbtrends entstehen und was sie beeinflusst,
sondern sie zeigte anhand von zahlreichen
Beispielen auch die weltweit gültigen Farbpräferenzen für 2015/16 auf.
Farbstrategien in der Architektur | 1.15 | CRB-BULLE TIN |
KNOW-HOW | 7
Das raumgestalterische Potenzial von
Farbe entdecken.
Die vom Haus der Farbe herausgegebene neue Publikation «Farbstrategien in der Architektur» will Fachleute dabei unterstützen, die vielfältigen Möglichkeiten der Farbgestaltung zu erkennen und zu nutzen. Anhand von praktischen Beispielen
wurden sechs Farbstrategien eruiert und beschrieben, die zeigen, wie sich das Zusammenspiel von Farbe und Raum schon
früh im Entwurfsprozess planen lässt.
TEXT: LINO SIBILLANO UND STEFANIE WETTSTEIN
Die Visualisie­r ungen
der Farbstrategien
wurden mit den
handgestrichenen
Farb­mustern der
abgenommenen
Farben collagiert.
(Foto: Haus der
Farbe)
Farbe ist ohne Frage ein wesentliches
und vielseitiges Mittel der Raumgestaltung, weit mehr als Dekoration oder
oberflächliche Baukosmetik. Wird Farbe
als integraler Bestandteil des Entwurfs
verstanden und gekonnt eingesetzt,
schafft sie einen gestalterischen und
funktionalen Mehrwert. Idealerweise
entstehen die ersten strategischen Ansätze zu einem Farbkonzept schon früh
im Entwurfsprozess in Verbindung mit
der Entwicklung von Grundrissen, Volumetrien und Bauformen. Eine im Gesamtkonzept verankerte Farbgestaltung
berücksichtigt somit die verschiedenen
Aspekte der Architektur wie Raum und
Licht, Architektursprache und Kontext,
Funktion und Atmosphäre, Materialität
und Textur.
Bei solch vernetztem konzeptionellen
Vorgehen kann Farbe Vielfältiges bewirken. In einem Fall stärkt und klärt die
Farbe die architektonische Form, in einem anderen kommentiert und interpretiert sie diese auf spielerische Weise.
Einmal fühlt sich, wer den Raum betritt,
wie in einem Farbbad, ein andermal verlockt die Farbe dazu, den Raum zu begehen und verschiedene Blickpunkte
einzunehmen. Mal ist die Farbe eine Interpretation des Lichts, mal bildet sie mit
Material, Mobiliar und Raum ein ausgeklügeltes Ganzes.
Das raumgestalterische Potenzial von
Farbe wird aktuell jedoch nur ­teilweise
ausgeschöpft. Hier gibt es noch Einiges zu entdecken. Um die konzeptionelle Vielfalt von Farbgestaltung aufzuzeigen, haben das Haus der Farbe und die
Universität Edinburgh in einem interdisziplinären Team die Farbigkeit bestehender Architektur untersucht.
Forschungsmethode und
­Darstellungsformen
Die in der Studie angewendete Methode verfolgt eine empirische und phänomenologische Annäherung an Farbe
und Architektur. Der Prozess konzen­
trierte sich in einem ersten Schritt auf
eine genaue Beobachtung, um die Farben und ihren Bezug zum Raum zu erfassen. Die Farben wurden vor Ort mit
Farbfächern abgenommen und dann
im Atelier sorgfältig von Hand gemischt und auf Papier gestrichen. Wo
die Originalfarbigkeit nicht mehr sichtbar war, wurde diese aufgrund von
­vorhandenen Farbuntersuchungen, Archivrecherchen und historischen Fotografien so genau wie möglich bestimmt
und nachgemischt.
Dieser handwerkliche und kognitive
Prozess ist dem Anfertigen von Aufmassen und Zeichnungen von bestehenden
Gebäuden ähnlich und hat vielfache
Wirkungen: Er führt zu einem vertieften Verständnis von Massstab und Dimension, und die Beziehungen zwischen architektonischen Elementen,
Farben und räumlichen Kompositionen werden unmittelbar erlebt. Ausserdem wird im Nachmischen der Farben
von Hand das Kolorit der Bauten intensiv nachempfunden und im wahrsten Sinne des Wortes begriffen. Dieses
vom Einzelnen zum Allgemeinen füh-
Stefanie Wettstein, Dr. phil. I,
Kunsthistorikerin
Lino Sibillano, lic. phil. I,
Kunsthistoriker
Gemeinsam führen sie das Haus der Farbe, das dieses Jahr sein 20-Jahr-Jubiläum
feiert. Seit ihrer Gründung setzt sich die Fachschule für Gestaltung in­Handwerk
und Architektur für eine hochwertige Handwerks- und Baukultur ein. Im S
­ peziellen
fördert das Haus der Farbe die Farbkompetenz in der Architektur, die Gestaltungskompetenz im Handwerk und den Disziplinen übergreifenden Dialog am Bau. Dies
­geschieht in Form von praxisorientierten Aktivitäten in den Bereichen Bildung,
­Forschung und Beratung.
hausderfarbe.ch
8|
KNOW-HOW | CRB-BULLE TIN | 1.15 | Farbstrategien in der Architektur
rende Verfahren eröffnet somit eine von
der Wahrnehmung und Beobachtung erschlossene Bedeutungsebene und unterstützt ein umfassendes Verständnis für
den Einsatz von Farbe in der Architektur.
Der Ansatz ist auch deshalb sinnvoll, weil
Farbe selten statisch ist und auf vielfäl­
tige Art und Weise zum Raum Bezug nehmen kann.
Nachdem alle Farbmuster gestrichen
waren, wurden sie auf dem Hintergrund
der architektonischen Gegebenheiten
analysiert, um die Farbpalette zu charakterisieren und die Rolle der Farbe im Entwurf, also die übergeordnete Farbstrate­
gie, zu entschlüsseln. Die Ergebnisse der
Studie werden mit zwei unterschied­
lichen Darstellungsformen sichtbar gemacht.
Die Farbporträts der Einzelgebäude sind
abstrakte Darstellungen des jeweiligen
Farbklangs eines Gebäudes und zeigen
Quantitäten, Nachbarschaften und Beziehungen zwischen den einzelnen Farben auf. Die Farbportraits wurden mit
den handgemalten Farbmustern collagiert, wobei es sich um künstlerische
Kompositionen handelt, die nach dem
Farbportrait
Haus Sunnebüel
(1929/1930), Küsnacht-Itschnach,
Architektin Lux
Guyer. Collage mit
handgestrichenen
Farbmustern,
36 2 51 cm.
(Foto: Urs
Siegenthaler)
Augenmass gestaltet sind. Sie haben primär den Anspruch, das Farbklima eines Gebäudes wiederzugeben, indem
sie bildhaft das Kolorit zeigen. Im Idealfall erkennt eine Betrachterin oder ein
Betrachter ein Gebäude im Farbporträt
wieder.
Für die Visualisierung der Farbstrategie wurde eine räumliche Darstellungsform entwickelt, die ebenfalls mit
den handgemalten Mustern als Colla-
ge gestaltet ist. Die dargestellten Räume lehnen sich zwar an die jeweils untersuchten Gebäude an, sind aber fiktiv.
Es handelt sich um stark abstrahierte
Kompositionen, die in erster Linie sichtbar machen, wie Farbe in verschiedener
Art und Weise zu Raum und Architektur in Beziehung treten kann. Die ermittelten Farbstrategien können also
als spezifische farbgestalterische Haltungen verstanden werden.
Sechs Architekturbüros –
sechs Farbstrategien
In der Studie wurden Bauten von sechs in
Berlin, Edinburgh und Zürich beheimateten Architekturbüros farbgestalterisch
untersucht. Sie zeigen in ihrem architektonischen Entwurf im Umgang mit Farben,
Materialien und Oberflächen eine Vielzahl
von konzeptionellen Ansätzen. Ausserdem
umfassen die Bauten eine Zeitspanne, die
vom frühen zwanzigsten Jahrhundert bis
in die Gegenwart reicht, wobei auch unterschiedliche Bautypologien berücksichtigt wurden. Das Einfamilienhaus fand
also genauso Beachtung wie eine Wohnsiedlung für mehrere hundert Menschen,
ein Konzertsaal oder eine U-Bahn-Station. Und neben der Architekturikone entdeckt man im Buch auch das eine oder andere versteckte Kleinod. Aufgrund dieser
differenzierten Auswahl konnten schliesslich sechs unterschiedliche Farbstrategien
in der architektonischen Gestaltung beschrieben und dargestellt werden.
Visualisierung der Farbstrategie «Malerische Promenade». Collage mit handgestrichenen Farbmustern, 57 2 57 cm. (Foto: Urs Siegenthaler)
Malerische Promenade am Beispiel
Lux Guyer
Lux Guyer (1894–1955) war eine ­Pionierin
der Architektur in Zürich, die eine Reihe von innovativen Projekten entworfen
Farbstrategien in der Architektur | 1.15 | CRB-BULLE TIN |
und realisiert hat. Das erste von ihr geplante Fertighaus wurde 1927 als Exponat in der Ausstellung SAFFA gezeigt, an
der die Leistungen von Frauen gefeiert
wurden. Ihre Einfamilienhäuser können
als malerische Promenade durch einzelne, teilweise raffiniert zu öffnende oder
zu schliessende Farbräume erlebt werden, wobei die sich ändernden Durchblicke für das Erlebnis der Architektur entscheidend sind. Der Grundriss ist weder
frei noch offen, dagegen sind die Räume
flexibel und auf die Bedürfnisse des Familienlebens zugeschnitten. Lux Guyers
Einsatz von Farbe ist atmosphärisch und
unterstützt die Definition einer räumlichen Sequenz oder Promenade.
Analysierte Bauten: SAFFA-Haus, ­
Stäfa
(1928), Haus Sunnebüel (1929/1930) und
Haus Obere Schiedhalde (1929), KüsnachtItschnach
Geklärte Tektonik am Beispiel
­ asil Spence
B
Basil Spence (1907–1976), der vor allem
als Architekt der Kathedrale von Coventry in England bekannt ist, war von den
1930ern bis in die 1980er-Jahre tätig. Farbe und Materialien verwendet er, um die
Lesart der tektonischen Struktur, des
Rhythmus und der Volumen zu artikulieren und zu verstärken. Er war als versierter Zeichner bekannt, und seine prägenden Jahre beinhalten Arbeiten an
bedeutenden Nachkriegsausstellungen
wie dem Festival of Britain (1951), für das
er den «Sea and Ships»-Pavillon entwarf.
Seine Farbpalette, die sich durch grossflächig markante Bunt- und Hell-Dun-
kel-Werte auszeichnet und mit lebendigen Farbakzenten spielt, spiegelt diese
Zeit des Optimismus und wird durch
zwei Edinburgher Wohnprojekte veranschaulicht.
Analysierte Bauten: Wohnhäuser in Canon­gate (1959–1969) und Wohnsiedlung Claremont Court (1958–1963), Edinburgh
Umfassendes Zusammenspiel
am ­Beispiel Hans Scharoun
Hans Scharouns (1893–1972) Philharmonie und Staatsbibliothek befinden sich
wie zwei goldene Schiffe Seite an Seite,
nahe des Potsdamer Platzes in Berlin, wo
sich einst freies Ödland neben der Berliner Mauer befand. Der Einsatz von Farbe ist im Werk Scharouns integraler Bestandteil seiner ganzheitlich gedachten
Architektur und dient der subtilen Artikulation der ungezwungenen Geometrie
und der Orientierung des Besuchers in
den räumlich komplexen inneren Landschaften. Die Farbe verschmilzt mit der
architektonischen Form und das Zusammenspiel von Oberfläche, Form, Licht
und Farbe ist entscheidend für die Atmosphäre jedes Raumes.
Analysierte Bauten: Philharmonie (1957–
1963) und Staatsbibliothek (1964–1978),
Berlin
Immersive Pop
Rainer Rümmler (1929–2004) war in den
Jahren zwischen 1960 und 1990 für die
Gestaltung von zahlreichen U-Bahn-Stationen in West-Berlin verantwortlich. Das
gestalterische Konzept hatte die Aufgabe
KNOW-HOW | 9
die U-Bahnhöfe unmissverständlich im
Stadtraum zu verorten. Jede Station erhielt durch einen intensiven Gebrauch
von Farben und Formen ihre unverwechselbare Identität mit einer eigenständigen Raumatmosphäre. Die für die vorliegende Studie untersuchten Stationen
der 70er-Jahre vermitteln das Gefühl einer zeittypischen Lounge – modisch, anregend und lebendig, zugleich auch äusserst pragmatisch in der Verwendung der
Materialien und hilfreich bei der Orientierung. Die Erfahrung ist eindringlich
und spiegelt diejenige einer Fahrt mit
der U-Bahn wider. Das Eintauchen in diese intensiven Farbwelten bedeutet eine
plötzliche Veränderung und bewirkt ein
intensives Raumerlebnis, das der potenziellen Langeweile des Reisens im Untergrund entgegengehalten wird.
Analysierte U-Bahn-Stationen: Fehrbel­
li­ner Platz (1971), Rathaus Steglitz (1974)
und Konstanzer Strasse (1978), Berlin
Stille Tonalitäten am Beispiel
Reiach & Hall
Auch wenn Reiach & Hall schon seit den
1960er-Jahren existieren, hat das Werk
dieses Architekturbüros eine Kontinuität, die wechselnde Führungspersönlichkeiten überstrahlt. Der aktuelle Entwurfschef Neil Gillespie ist sich bewusst,
dass die Arbeiten des Büros diese Kontinuität, die sich durch eine feinsinnige,
zeitlose Annäherung an die Architektur
als Unterstützung und Reflexion des Lebens auszeichnet, weiterführen sollen.
Die Verwendung einer fast monochromen Farbpalette reflektiert zwei ver-
Farbportrait Philharmonie (1957–1963), Berlin, Architekt Hans Scharoun. Foyer (links), Konzertsaal (rechts).
Collage mit handgestrichenen Farbmustern, 36 2 51 cm. (Fotos: Urs Siegenthaler)
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KNOW-HOW | CRB-BULLE TIN | 1.15 | Farbstrategien in der Architektur
Visualisierung der Farbstrategie
­«Umfassendes Zusammenspiel».
Collage mit handgestrichenen
Farbmustern, 57 2 57 cm.
(Foto: Urs Siegenthaler)
schiedene Themen der Architektur: Gebäude des Lichts und verkohlte Gebäude
des Schattens. In jedem Fall steht das Gebäude in engem Kontext zur umgebenden Landschaft, und die Farbe der Natur
ist ein wesentlicher Bestandteil der weichen und gedämpften Farbigkeit.
Analysierte Bauten: Forth Valley College
(2011) und Gedenkstätte Bannockburn
(2013), Stirling
Second Layer am Beispiel
Knapkiewicz & Fickert
Die zeitgenössischen Schweizer Architekten Kaschka Knapkiewicz und Axel
Fickert applizieren Farbe direkt auf die
Oberflächen, um Massstäbe zu verändern, Volumen und Tektonik zu verunklären und so alternative Interpretationen oder Bedeutungen der Architektur
vorzuschlagen. Die Farbe eröffnet somit
als zweite Schicht eine erzählende Ebene
und eine zweite Lesart des Baus. Sie wird
fast wie eine Maske aufgesetzt und verschiebt die Wahrnehmung der Skalen,
Flächen und Volumen. Die Farbe ist rebellisch und bewusst verspielt, mal unterstützend, manchmal widersprüchlich
und immer wieder auch provozierend.
Analysierte Bauten: Wohnsiedlung Klee
(2006–2011) und Wohnhäuser am Rigi­platz
(1997–2010), Zürich
Jede dieser sechs Farbstrategien zeigt einen spezifischen konzeptionellen Ansatz für die Planung des Zusammenspiels von Farbe und Raum. Die eigens
für die Publikation entwickelten, von
Hand gefertigten Darstellungsformen
unterstützen das Verständnis der Ausführungen. Durch den sowohl visuellen als auch analytischen Zugang dient
das Buch Fachleuten nicht nur zur Inspiration, sondern bietet ihnen auch Ideen
und Unterstützung dafür, verschiedene
Wege in der Farbgestaltung zu begehen.
Farbstrategien in der Architektur
Die Publikation
Herausgeber: Haus der Farbe – Fachschule für Gestaltung in Handwerk und Archi­
tektur. Co-AutorInnen: Fiona McLachlan, AnneMarie Neser, Lino Sibillano, Marcella Wenger-Di Gabriele, Stefanie Wettstein. Mit einem Vorwort von Iain Boyd Whyte.
Gestaltung: Barbieri Bucher, Stephanie Cuérel
Schwabe Verlag Basel, 2015. 112 Seiten, 20,4 2 27,0 cm, 18 Farbtafeln, 6 Klapptafeln. Gebunden. Die Publikation erscheint in Deutsch und Englisch.
ISBN 978-3-7965-3420-1 (deutsche Ausgabe)
ISBN 978-3-7965-3421-8 (englische Ausgabe)
Die Faksimile-Sonderedition
Anlässlich seines 20-Jahr-Jubiläums bietet das Haus der Farbe auch eine Faksimile-Sonderedition an. Die Mappe enthält sechs Faksimile-Drucke der Farbstrategien im Originalformat 570 2 570 mm. Offsetdruck sechsfarbig mit einer Modulationsfarbe im Steindruck.
Subskriptionsangebot
Gemeinsam mit der Schweizerischen Zentralstelle für Baurationalisierung CRB
bietet das Haus der Farbe den Leserinnen und Lesern eine Subskription an.
Buch CHF 56.– statt CHF 68.– (inkl. MwSt., exkl. Porto/Verpackung)
Faksimile-Sonderedition CHF 580.– statt CHF 650.– (inkl. MwSt., Porto/Verpackung)
Bestellung: shop.crb.ch (Rubrik: Fachliteratur) oder [email protected]
Die Subskriptionspreise gelten bis zum 12.4.2015.
Das Buch wird ab 8. Juni 2015 ausgeliefert.
Ergänzend zur Publikation wird eine Wanderausstellung gezeigt. Die Eröffnung
findet zusammen mit der Buchvernissage am Samstag, 6. Juni 2015, 16.00 Uhr im
Gewerbemuseum Winterthur statt.
1.15 | CRB-BULLE TIN |
PERSÖNLICH | 11
Der NPK ist nicht mehr wegzudenken.
Im Gespräch mit Marcel Pfrunder, ­Leiter Technik und Betriebswirtschaft beim Verband Schweizerischer
Elektro-Installationsfir­men VSEI.
INTERVIEW: GABY JEFFERIES
Marcel Pfrunder,
eidg. dipl. Elektro­
installateur und
betriebswirtschaftliches Master-Studium
MAS-BA, war lange
Zeit als Geschäftsführer in der Elektroplanung sowie im
Projektmanagement für Grossprojekte
tätig. Durch eine höhere technische
Fachaus­bildung und sein betriebs­w irt­
schaft­liches Studium ist er ein kompetenter Ansprechpartner für bauöko­
nomische Fragen. Als Leiter der Abteilung Tech­nik und Betriebswirtschaft
des VSEI ­berät er die Elektrobranche
mit seinem Team und ist verantwortlich
für die Herausgabe des NPK Elektro.
Welche Bedeutung hat der NormpositionenKatalog NPK für Ihre Mitglieder?
Die professionellen Bauherren schätzen die
übersichtliche, normierte Struktur des NPK.
Unseren Mitgliedern ermöglicht er, Elektro­
installationen neutral oder produktbezogen
effizient zu erfassen. Das intelligente Gliederungskonzept erlaubt dem Anwender die einfache Erstellung von Zusammenfassungen,
Teilauszügen oder Statistiken. Die NPK-Daten
des VSEI umfassen über 25’000 neutrale und
produktbezogene Positionen. Sie werden jährlich aktualisiert und den neusten technischen
Gegebenheiten angepasst. Dem Nutzer stehen
die Daten in den vom VSEI zertifizierten Kalkulationsprogrammen zur Verfügung.
Welche Vorteile bietet der NPK der ­
E
­ lektro-Branche?
Zeitersparnis und Effizienzsteigerung durch
die Anwendung des NPK Elektro und Telekommunikation sind sicherlich die wichtig­s­
ten Vorteile. Selbstverständlich steht den Anwendern des NPK für die effiziente Erstellung
von Leistungsverzeichnissen eine erfolgreiche Suchfunktion zur Verfügung.
Im Vergleich zu anderen Verbänden erarbeitet
der VSEI in seinen Kalkulationsgrundlagen intensive wissenschaftliche Zeitstudien für alle
NPK-Positionen. Diese werden laufend den
neusten Gegebenheiten und Montagehilfsmitteln angepasst, dadurch hat der Anwender
eine realistische Vorstellung für die Kalkula­
tion und für die Kapazitätsplanung.
Mithilfe der Bildsuchstrukturen und den
dazugehörigen Bildinformationen können
auch weniger geübte Anwender nach kurzer Zeit eine Ausschreibung nach NPK erstellen.
Welche Massnahmen ergreift der VSEI,
damit seine Mitglieder den NPK auch
­anwenden bzw. richtig anwenden?
In den wichtigsten Wirtschaftsregionen der
Schweiz werden regelmässig NPK-Basis- und
NPK-Anwenderseminare durchgeführt, welche jeweils sehr gut besucht sind.
In der electrorevue – der VSEI-Verbandszeitschrift – gibt es die Rubrik «Tipps und Tricks».
Sie unterstützt die Mitglieder in der effizienten Anwendung des NPK, sodass sie ­jederzeit
à jour sind. Ausserdem publiziert der VSEI das
NPK Lehrbuch. Es ist ein Lehrmittel für die
Kalkulation im Elektro- und Telekommunikations-Installationsgewerbe und das Standardwerk für die Weiterbildung. Die Broschüre NPK Ausmassregeln vereinfacht die
Erfassung von Leistungen sowie die Zuordnung der Installationscodes.
Auch im Bereich der Kalkulation bietet der
VSEI eine Vielzahl von Hilfsmitteln an:
Auf der Website vsei.ch (Rubrik NPK / Hilfsmittel zum NPK) gibt es Informationen
zum NPK, welche die Anwendung jedes Kapitels Schritt für Schritt erläutern. Die Statistik ermöglicht einen Überblick über alle
neuen, verschobenen und gelöschten Positionen. Auch die in dieser Rubrik hinterlegten Musterleistungsverzeichnisse MLV erleichtern die Anwendung des NPK. Der VSEI
stellt MLV für Ein- und ­Mehrfamilienhäuser
zur Verfügung. Diese wiederum sind unterteilt in verschiedene Varianten, nämlich
in ­Installationsteile- und Leistungspositionen. In der Broschüre Lohnerhebung sind
die durchschnittlichen Lohnzahlen pro Beruf und Altersgruppe festgehalten. Wer seine Daten der Lohnerhebung zur Verfügung
gestellt hat, erhält die aufschlussreiche Broschüre kostenlos. In der Broschüre Branchenkennzahlen werden die durchschnittlichen
schweizerischen Branchenwerte präsentiert
und kommentiert. Sie liefert für jeden Betrieb anwendbare Kennzahlen und ermöglicht dem Unternehmer branchenspezifische Vergleiche. Unseren Mit­gliedern wird
sie kostenlos zugestellt. Des Weiteren veröffentlichen wir Informationen zur jährlichen
Teuerung nach VSEI und KBOB sowie Checklisten zu Themen wie Haftungsbegrenzung
oder Schallschutz.
Hat der VSEI konkrete Vorstellungen in
Bezug auf die zukünftige Weiterentwicklung
des NPK?
Ja, selbstverständlich! Die ­Elektrobranche
wird laufend mit technischen Neuerungen konfrontiert. Bedenken Sie nur, wie viel
Elektrotechnik heute im Vergleich zu früher in­stalliert wird. Der Anteil der Gebäudetechnik im gesamten Bau ist gestiegen, die
Gebäude werden «intelligenter». In diesem
Bereich wird der NPK laufend weiterentwickelt und teilweise massiv ausgebaut. Der
NPK 2016 wird mit vielen Neuheiten und
hilfreichen Tools herauskommen. Wir passen unsere Kapitel in Zusammenarbeit mit
CRB den Marktbedürfnissen und den neusten Technologien an. Dazu arbeiten verschiedene Fach- und ­ERFA-Gruppen intensiv
mit der technisch-betriebswirtschaftlichen
Abteilung des VSEI ­zusammen.
Sie vertreten einen Gebäudetechnikverband.
Welche Unterschiede bestehen hier in
Bezug auf den Einsatz des NPK gegenüber
anderen Branchen?
Gegenüber anderen Branchen sind bei den
NPK-Kapiteln, für welche der VSEI für die
fachlich korrekte Formulierung der Inhalte
verantwortlich ist, bei geschlossenen Leistungspositionen sogenannte Stücklisten
hinterlegt. Sie beinhalten sämtliche Materialien und Installationszeiten zur Erfüllung
der entsprechenden Leistungspositionen.
Die Stücklisten bilden zusammen mit den
betriebseigenen Sollerlösen für die Installationsstunden sowie mit den Materialeinkaufspreisen die Basis für die individuelle
betriebseigene Kalkula­tion. Zurzeit stehen
dem Anwender ca. 25’000 Stücklisten zur
Verfügung.
Welche Ziele verfolgt der VSEI mit einer
Veranstaltung wie der Tagung «Bau schlau!»?
Mit solchen Veranstaltungen kann die Branche für die Anwendung des NPK sensibilisiert
werden, die Bauherren können informiert
und von den Vorteilen des NPK – zum Beispiel klar definierte und vergleichbare Leistungspositionen in Deutsch, Französisch und
Italienisch – überzeugt werden.
12 |
AKTUELL | CRB-BULLE TIN | 1.15
Klare Leistungsverzeichnisse –
ein echter Mehrwert für alle.
Mit der Fachtagung «Bau schlau!» haben die drei Organisatoren – SBV, VSEI und CRB – offensichtlich ein für viele aktuelles Thema
angesprochen: Etwa 250 Bauherren, Architekten, Fachplaner und Unternehmer waren am 5. März 2015 nach Zürich gekommen, um
zu hören, wie die Referenten den Stellenwert des Leistungsverzeichnisses aus ihrem jeweiligen Blickwinkel beurteilten. Ausgangspunkt ihrer Überlegungen bildete der Neubau des Landesmuseums, zu dem es im Anschluss an die Veranstaltung eine Führung gab.
TEXT: GABY JEFFERIES
Für den Baumeister Robert Schnetzer ist der
NPK ein grossartiges Instrument zur Erfassung
und Kalkulation der Kosten für seine Leistung.
Rechtliche Aspekte
Für Dr. Mario Marti, Geschäftsführer usic
und Jurist, ist der Leistungsbeschrieb «Drehund Angelpunkt im Vertragsverhältnis».
Der Werkvertrag regelt das Austauschverhältnis zwischen Bauherr und Unternehmer
und gibt Auskunft über die Details. Der Planer ist aus rechtlicher Sicht Hilfsperson des
Bauherrn. Bei seinen Aufgaben – Erstellung
eines Planwerks, Erbringen von Dienstleistungen wie Definition von Vorgaben und Erstellen der Ausschreibungsunterlagen – ist
Sorgfalt der oberste Massstab. Das Leistungsverzeichnis muss übersichtlich, vollständig
und mängelfrei sein. Da viele Projekte erst
nach der Ausschreibung hinreichend klar
sind, müssen Abweichungen berücksichtigt
und die Einheitspreise sowie die Leistungsvergütung bei einer Änderung der Ausführungsvoraussetzung angepasst werden. Gute
Vorlagen wie Normen und der Normpositionen-Katalog NPK helfen hier, da sie eine gemeinsame Basis ermöglichen. Damit die Zusammenarbeit trotz der ­unterschiedlichen
Interessen der Beteiligten gut funktioniert,
sind die Gebote der Transparenz und Fairness einzuhalten und die vorhandenen Hilfs­
mittel anzuwenden.
Bedeutung für den Bauherrn
Grosse öffentliche Bauherren fordern neben
architektonisch
überdurchschnittlichen
Leistungen und der Erfüllung von Minergie-P insbesondere die Einhaltung der vor-
gegebenen Kostenrahmen. Hanspeter Winkler, Leiter Projektmanagement BBL, vertraut
darauf, «dass Planer und Unternehmer die
gängigen Standards von CRB (Baukostenplan BKP, NPK, LCC) und die Normen des SIA
anwenden». Der BKP ermöglicht nicht nur
eine planungs- und ausführungsorientierte Gliederung der Kosten, sondern auch die
Vergleichbarkeit der Kosten verschiedener
Projekte. Mit einem auf der Basis des NPK
erstellten Leistungsverzeichnis werden vergleichbare Offerten generiert, für einen Bauherrn mit einem Portfolio von etwa 2700
Objekten und einer jährlichen Investitionssumme von 250 bis 350 Millionen Franken
ein grosser Vorteil. Zudem wird das Beschaffungsrecht in Bezug auf Gleichbehandlung
und Transparenz eingehalten und das Nachtragsmanagement ist effizienter, da die Kostengrundlagen klar sind.
Sicht des Planenden
Jörg Paschke, Projektleiter Proplaning AG, erläuterte am Beispiel der Ausschreibung für
das Landesmuseum Zürich die Komplexität seiner Aufgabe. Ziel war, eine Leistungsbeschreibung zu erarbeiten, welche die zu
erbringende Gesamtleistung in Form von
Teilleistungen umschreibt. Aufgrund des
umfangreichen Planungsstands in der Ausschreibungsphase, der sich am Beispiel der
äusserst anspruchsvollen Ortbeton-Fassadenkonstruktion nachvollziehen lässt, be-
stand die grösste Herausforderung darin,
sich Klarheit zu verschaffen. Die NPK-Kapitel bildeten die Leitplanken: «Sie bieten ein
sicheres, einheitliches Gerüst für die Ausschreibung, enthalten technisch korrekte
Formulierungen und einen aktuellen Bezug
zu Normen und Vorschriften.» Durch die
Möglichkeit, R-Positionen einzufügen, ist
auch Gestaltungsspielraum vorhanden. Eine
gute Ausschreibung setzt eine detaillierte
Ausschreibungsplanung, die Weitergabe aller Informationen an den Ersteller des Leistungsverzeichnisses sowie eine rechtzeitige
Lieferung der Planunterlagen voraus und in
der Ausschreibungsphase sollte es keine relevanten Änderungen mehr geben. Ob das
angestrebte Ziel erreicht wurde, zeigt sich
erst am Ende der Realisierungsphase.
Unternehmersicht
Für den Baumeister Robert Schnetzer, Geschäftsführer Huber Straub AG, ist der NPK
ein grossartiges Instrument zur Erfassung
und Kalkulation der Kosten für seine Leistung. «Die Normpositionen ermöglichen
eine klare Abgrenzung unserer Leistungen
am Bauobjekt in Bezug auf die Qualitätsanforderungen des Ausschreibenden.» Dass es
sich bei der Erweiterung des Landesmuseums um keinen normalen Neubau handelt,
wurde ihm schnell klar: Das ausgedruckte Leistungsverzeichnis hatte einen Umfang von 203 Seiten und enthielt zahlreiche
Etwa 250 Bauschaffende nahmen Anfang März an der von SBV, VSEI und CRB
organisierten Fachtagung teil.
1.15 | CRB-BULLE TIN |
AKTUELL | 13
Bei der Besichtigung der Landesmuseum-Baustelle wurde deutlich, wie anspruchsvoll die Anforderungen in Bezug auf die Betonarbeiten waren.
Reservepositionen, in welchen viele aussergewöhnliche Anforderungen beschrieben waren. Welche Schwierigkeiten damit
für den Unternehmer verbunden sein können, veranschaulicht folgendes Beispiel:
Die Konterschalung für Mauerkronen mit
Bewehrungsdurchdringung wurde mit einer Reserveposition beschrieben. Da zum
Zeitpunkt der Ausschreibung keine Armierungspläne vorlagen, hat R. Schnetzer auf
seine Erfahrung zurückgegriffen und ist
davon ausgegangen, dass pro Meter Wandkrone zehn Armierungseisen abgeschalt
werden müssen. In der Realität waren es aufgrund der drei Lagen Anschlussarmierung
dann dreimal so viel. Dieser Mehraufwand
war bei der Offertstellung nicht vorhersehbar und daher nicht kalkulierbar. Auch wenn
es in manchen Fällen unterschiedliche Auffassungen geben kann, was eine NPK-Position enthält und was nicht, steht für ihn fest,
«dass es ohne NPK noch mehr Diskussionen
und Meinungsverschiedenheiten gäbe».
Bedeutung für die Elektro- und
­Sanitärbranche
Peter Zimmermann und Stefan Trummer,
beide von der Alpiq Intec Ost AG, beleuchteten die Thematik aus ihrem Blickwinkel:
Nach anfänglichen Widerständen – die ersten NPK-Kapitel für die Gebäudetechnik wurden 1994 publiziert, erste Kalkulationshilfen
des VSEI gab es 1997 – ist der NPK in den Bereichen Elektro und Sanitär heute gut etab-
liert: Im Elektrobereich werden 50 Prozent
der Submissionen mit dem NPK ausgeschrieben. Der NPK Elektro enthält mittlerweile über 25’000 Positionen. P. Zimmermann
betont, «dass damit auch eine genaue Ausschreibung von Spezialwünschen des Kunden möglich ist». Durch die gute Gliederung
sind grosse Projekte bis ins Detail erfassbar und visualisierbar. Einen weiteren Vorteil sieht Stefan Trummer darin, «dass die
hinterlegten Kalkulationsgrundlagen des
VSEI an die jeweilige Firma angepasst werden können». Der NPK fördert mit seiner klaren Struktur und einheitlichen Sprache nicht
nur die Zusammenarbeit und den Datenaustausch zwischen Fachplaner und Kunden,
durch die genauere und schnellere Kalkulation lassen sich auch Kosten sparen.
Was die Zukunft bringt
Im Zusammenhang mit der Energiestrategie
2015 steht für Jürg Grossen, Nationalrat und
Elektroplaner, fest, dass die sinnvolle Nutzung von Energie vor der Förderung erneuerbarer Energie und dem Ausbau des Stromnetzes kommen muss. Da in der Praxis viele
unterschiedliche Ansprüche und Bedürfnisse aufeinander treffen, braucht es gute In­
strumente, um die Energie- und Stromeffizienzpotenziale voll ausnutzen zu können.
Mit Massnahmen wie Storensteuerung, tageslicht- und präsenzabhängiger Beleuchtung, optimal an die Anwenderbedürfnisse
angepasster IT sowie bedarfsgerechtem Be-
trieb mit Einsatz moderner Gebäudeautomation konnte der Stromverbrauch in seinem Firmengebäude insgesamt um 80%
reduziert werden. Die Gebäudeautomation
spielt für ihn dabei eine zentrale Rolle, «sie
verbindet das Ganze». Ausserdem rät er, dem
Grundsatz «lieber weniger Technik, dafür
aber hohe zukunftsfähige Qualität» zu folgen. Der Trend, dass immer mehr Bauherren
die Lebenszykluskosten betrachten wollen,
wird seiner Meinung nach ebenso zunehmen, wie die Bereitschaft, intelligente Gebäude zu bauen.
Am Ende der Veranstaltung lud Renato Polentarutti, Fachkom GmbH, der als Moderator durch den Nachmittag geführt hat, die
Zuhörer ein, die Aussagen der Referenten bei
der Besichtigung der Landesmuseum-Baustelle direkt vor Ort nachzuvollziehen.
Jürg Grossen, Nationalrat und Elekroplaner,
zeigte verschiedene Massnahmen auf, die zu
einer sinnvollen Energienutzung beitragen.
14 |
AKTUELL | CRB-BULLE TIN | 1.15
BIM und CRB-Standards: Bericht aus der
Praxis und Zukunftspotenzial.
Am Mittwoch, 6. Mai 2015 lädt CRB seine Mitglieder sowie alle Interessierten zur 53. Generalversammlung ins Swissôtel nach ZürichOerlikon ein. Im Vorfeld der Generalversammlung hält Manfred Huber, dipl. Arch. ETH SIA, ein Referat zum Thema «BIM und CRBStandards».
Datum:
Mittwoch, 6. Mai 2015
Ort:Swissôtel, Zürich
Schulstrasse 44, 8050 Zürich
16.00 Uhr:Referat Manfred Huber, dipl.
­Architekt ETH/SIA
17.00 Uhr:Beginn der 53. ordentlichen
Generalversammlung 2015
anschliessend Apéro und
Abendessen
Building Information Modeling – eine Methode der optimierten Planung, Ausführung
und Bewirtschaftung von Gebäuden – gewinnt nicht nur international, sondern auch
in der Schweiz an Bedeutung. Da immer
mehr Bauherren eine digitale Planungskoordination verlangen, wächst der Druck auf
Planungsbüros, BIM anzuwenden. Manfred
Huber, Inhaber der aardeplan ag, Architekten
ETH SIA, berichtet über seine Praxiserfahrungen mit der Gebäudedatenmodellierung.
Er zeigt auf, was BIM und die CRB-Standards
wie zum Beispiel der eBKP im Planungs- und
Bauprozess bereits heute leisten, nennt die
Herausforderungen im Planungsalltag und
skizziert das Zukunftspotenzial für die Planungs- und Baubranche.
In seiner Tätigkeit bei aardeplan setzt Manfred Huber die BIM-Methode seit mehreren
Jahren im eigenen Bauprozess intensiv ein.
Zudem gibt er das bei der Anwendung von
BIM gewonnene Wissen als Berater an andere Planer und Bauherrschaften weiter. Er
kennt daher die mit BIM verbundenen Herausforderungen nicht nur aus eigener Erfahrung, sondern ebenfalls aus der Sicht Dritter.
M. Huber ist auch Präsident der Kommission
SIA 2051, welche momentan einen BIM-Leitfaden Schweiz erarbeitet.
Die Veranstaltung im Vorfeld der GV steht
allen Interessierten offen. Wir freuen uns
auf Ihre Teilnahme! Anmeldung unter:
[email protected]
Entwicklungsteam seit Oktober als Projektleiter Facility Management. Nach seiner Lehre als Elektromonteur absolvierte
er ein Studium an der HTL Chur, das er als
Elektroingenieur abschloss. Durch seine
langjährige Tätigkeit in verschiedenen Leitungsfunktionen, in denen er für die technische und infrastrukturelle Instand- und
Werterhaltung von Bauten und Haustechnikanlagen verantwortlich war, ist er mit
den Bedürfnissen der Kunden bestens vertraut. Diese vielseitigen Praxiskenntnisse
werden ihn bei der Entwicklung von CRBProdukten für das Facility Management
unterstützen.
ten sowohl in der Schweiz als auch im Ausland mit. Bei CRB besteht seine Hauptaufgabe darin, zwischen den Fachabteilungen
und der IT zu dolmetschen sowie die für
Kunden sichtbaren IT-Dienstleistungen zu
gewährleisten.
Koordinationsmodell Architektur-Gebäudetechnik-Holzbau (LOD 300), © aardeplan ag, Baar.
Neu bei CRB.
Seit Beginn dieses Jahres wird
der Bereich Finanzen und
Administration von Roland
Muff geleitet. Er ist auch Mitglied der CRB-Geschäftsleitung. Nach dem Studium der
Betriebsökonomie HWV arbeitete er in verschiedenen Unternehmen im Bereich Controlling und Finanzen. Parallel dazu machte
er den Masterabschluss in Corporate Finance
und absolvierte diverse Weiterbildungen in
Prozessmanagement und Projektleitung. Bevor er zu CRB kam, arbeitete er mehrere Jahre
für eine grössere im Baustoff- und Baubereich
tätige Gruppe in verschiedenen Funktionen und Abteilungen. Die hier gewonnenen
Kenntnisse und Erfahrungen bilden eine ideale Basis für die erfolgreiche Bewältigung der
bei CRB anstehenden Aufgaben und Projekte.
In der Abteilung Entwicklung und Technologie konnten in den letzten Monaten
ebenfalls verschiedene zentrale Stellen besetzt werden:
Mario Mullis verstärkt das
Seit April 2014 ist ­Michal
Nejedly als Business Analyst und IT Service Manager
bei CRB. Nach einem Studium der Wirtschaftsinformatik in Prag war er 14 Jahre
für eine international agierende deutsche
Softwarefirma im Bereich Geschäftsprozess- und Applikationsmanagement tätig.
Er arbeitete an unterschiedlichen Projek-
Jolanda Hug, eidg. dipl.
­W irtschaftsinformatikerin,
ist seit Mai ebenfalls als
Business Analyst für die
Technologieabteilung ­tätig.
Sie bringt über 20 Jahre Projekterfahrung in Softwareengineering und
IT-Architektur in verschiedenen Branchen
sowie fundierte Kenntnisse im Bereich
Softwareentwicklungsmethoden mit. Bei
CRB setzt sie sich nicht nur für eine optimale Zusammenarbeit zwischen den
Fachabteilungen und der Informatik ein,
sondern sie unterstützt auch die Aufnahme der Anforderungen und damit die Realisierung der Kundenbedürfnisse.
1.15 | CRB-BULLE TIN |
NOTIZEN | 15
Neues Grundlagenwerk für Bautechnik.
«Die neue Konstruktionslehre für den Hochbau», die seit August 2014 in der 3. Auflage erhältlich ist, wurde als Lehrmittel für
Zeichner Fachrichtung Architektur konzipiert, wird aber auch bei der Ausbildung von
Zeichnern Fachrichtung Ingenieurbau, Bauleitern und Hauswarten eingesetzt.
Die 25 Themenhefte geben einen guten
Überblick über das aktuelle Bauen im Hochbau. Bilder aus der Praxis sowie einfache,
kurze und verständliche Texte veranschaulichen und erklären grundlegende Bauteile
wie Fundationen, Steildächer oder sanitäre
Anlagen. Neben konstruktiven Details und
gängigen Ausführungen werden auch die
Vor- und Nachteile von Techniken erläutert
sowie ganze Arbeitspro­zesse abgebildet.
Die einzelnen Themenhefte sind nach methodisch-didaktischen Gesichtspunkten auf­
gebaut. Struktur und Darstellung sind ähnlich, was das Zurechtfinden vereinfacht. Eine
Vertiefung der Themen erfolgt im «Plusteil».
Der Leser erhält damit eine verdichtete und
dennoch umfassende Sicht auf den Hochbau. Auch Architekturbüros, Bauherrschaf-
ten, Hausbesitzer sowie bauverwandte Betriebe können die zwei Schuber als wertvollen Leitfaden und Nachschlagewerk nutzen.
«Die neue Konstruktionslehre für den Hochbau», LM-A ­LernMedien-Architektur GmbH,
3. Auflage, 2014, 25 Themenhefte in 2 Schubern, d (Teilübersetzung in f; 9 Hefte), insgesamt 840 Seiten, 1635 Abbildungen, vierfarbig, 29,5 2 21 cm, CHF 310.–, www.lm-a.ch; ab
August 2015 auch als eLehr­mittel.
NPK: Vernehmlassungen – Ihre Meinung zählt!
Anwender wissen am besten, wie die Arbeitsmittel aussehen müssen, damit sie ein effizientes und zielgerichtetes Arbeiten optimal unterstützen. Dank Rückmeldungen und Verbesserungsvorschlägen aus der Praxis kann CRB die NPK-Kapitel überprüfen und anpassen,
bevor sie definitiv auf den Markt kommen. Beteiligen auch Sie sich an den öffentlichen Vernehmlassungen und gestalten Sie so die für
Ihre Arbeit wichtigen Kapitel mit!
Im 2. Quartal 2015 wird für folgende Kapitel eine Vernehmlassung durchgeführt:
NPK 225 «Gleisbau, Sicherungsanlagen und Weichenheizungen» (bis. 6. Mai), NPK 364 «Flachdacharbeiten», NPK 367 ­« Absturzsicherungen
für Kontroll- und Unterhaltsarbeiten auf Dächern»
Anmeldeformular unter: crb.ch, Rubrik: News/Vernehmlassungen/NPK.
Weitere Informationen: CRB, Ursi Scherrer, Tel. +41 44 456 45 77, [email protected]
Gewonnen!
Unter den zahlreich eingegangenen Antwortkarten aus der Ende letzten Jahres durchgeführten Verkaufsaktion zum
«NPK-Navigator» wurden die Gewinner gezogen:
Hans Vettiger, Vettiger und Partner, Kilchberg ZH, Thomas Ruoss, P. Meier & Partner
AG, Lachen SZ, und Philippe Chillier, archi_
cool sàrl, Bernex GE, können sich über ein
Apple iPad mini freuen.
Wir wünschen ihnen ein erfolgreiches Arbeiten mit dem NPK-Navigator sowie viel
Spass mit diesem vielseitigen Gadget.
Hans Vettiger
Thomas Ruoss
Philippe Chillier
16 |
AGENDA | CRB-BULLE TIN | 1.15
Aktuelles CRB-Schulungsangebot.
Die Schulung der CRB-Standards ist in drei
Stufen gegliedert: Die Basis vermittelt das
Grundlagenwissen, die Stufe Praxis richtet
sich an alle, die Leistungsverzeichnisse er-
stellen, und bei den Extras geht es um die
Vertiefung spezieller Kenntnisse. Diese
Kurse lassen sich auch mit den aktuellen
Crashkursen und Workshops kombinieren.
Im ersten Halbjahr 2015 werden folgende
Kurse angeboten:
CRB-Standards Basis.
CRB-Standards Praxis.
CRB-Standards Extras.
Kosten: CHF 475.–, jeweils 13.30–17 Uhr, inkl.
Handbuch «Bauleistungen beschreiben
und Baukosten ermitteln»
Sursee, 23./30.4.2015
St. Gallen, 5./12.5.2015
Kosten: CHF 840.–, jeweils 8.30–17 Uhr, inkl.
Handbuch «Vom Bauprojekt zum Leistungs­
verzeichnis»
Unterentfelden, Tiefbau, 7./12.5.2015
Sursee, Hochbau, 20./27.5.2015
«Kostenplanung mit dem Baukostenplan
Hochbau eBKP-H»
Kosten: CHF 670.–, jeweils 13.30–17 Uhr,
inkl. Ratgeber «Baukostenplanung: Theorie
und Anwendung»
Solothurn, 21./28.5./11.6.2015
Luzern, 10./17./24.6.2015
«Ausschreibung und Vergabe»
Kosten: CHF 585.–, 8.30–17 Uhr.
Olten, 11.6.2015
CRB-Crashkurse.
CRB-Workshops.
Kosten: CHF 385.–
«Farben planen und kommunizieren»,
Zürich, 15.4.2015, 8.30–17 Uhr.
Kosten: CHF 585.–
«Starterkit NPK»,
Zürich, 16.4.2015, 13.30–17 Uhr.
«Kostenplanung Hochbau»,
Chur, 6.5.2015, 13.30–17 Uhr.
«Ökonomie und Ökologie»,
Zürich, 12.5.2015, 13.30–17 Uhr.
«Planungs- und baubegleitendes
Facility Management»,
Zürich, 17.6.2015, 13.30–17 Uhr.
CRB-General­
versammlung 2015.
«Kostenmanagement für Bauleiter»,
Sursee, 3./9.6.2015, 8.30–17 Uhr.
Kosten: CHF 1125.–
6. Mai 2015:
Zürich-Oerlikon, Swissôtel
«Führungskompetenz», (s. unten)
Zürich, 7./8.5.2015, 8.30–17 Uhr.
Kosten: CHF 960.–
16.00 Uhr Referat BIM und
CRB-Standards: Bericht aus der
Praxis und Zukunftspotenzial.
«Bauleitungskompetenz»,
Olten, 11./18./25.6.2015, 8.30–17 Uhr.
Kosten: CHF 1450.–
17.00 Uhr 53. ordentliche GV
Alle Kurskosten exkl. MwSt.
Neuer Workshop «Führungskompetenz».
© Fernando Guerra und künstlerisches Eigentum von Catherine
Bolle: «Le Semainier et son double» / «Les cordes lumineuses»
Die erfolgreiche Abwicklung von Bauprojekten setzt Führungskräfte voraus, die zum einen das notwendige Fachwissen mitbringen
und zum anderen in der Lage sind, Teams zu
Höchstleistungen zu führen. Der neue, Anfang Mai erstmals in Zürich angebotene,
zweitägige Workshop «Führungskompetenz» vermittelt den Teilnehmenden neue
Perspektiven für ihre Führungsarbeit.
Der Kurs richtet sich an Bauleiter, Planer,
Unternehmer oder Bauherrschaften, welche eine Führungsfunktion wahrnehmen.
Die Teilnehmenden reflektieren ihr Führungsverhalten, ihre Rolle und ihre Denkhaltung. So nehmen sie bewusst wahr, was
sie erfolgreich macht, und bauen diese
Kompetenzen weiter aus. Mithilfe der vermittelten Führungsansätze erhalten sie
konkrete Anregungen und Werkzeuge, um
zielorientiert und effektiv zu führen.
Durch den Austausch mit Gleichgesinnten,
das Besprechen unterschiedlicher Praxisanliegen und das professionelle Trainerfeedback verbessern sie ihre Führungskompetenz und erhalten neue Impulse.
Zürich, 7./8. Mai 2015, 8.30–17 Uhr.
Kosten: CHF 960.– (exkl. MwSt.)
Kursleiter: Stephan Kälin,
­Organisationsberater MBA, Coach BSO
Auskünfte zu den Kursen: Franziska Elmer,
Tel. +41 44 456 45 18, [email protected],
Anmeldungen per Mail an
[email protected]