Hessen-IT NEWS 1-2015

Hessisches Ministerium für Wirtschaft,
Energie, Verkehr und Landesentwicklung
www.hessen-it.de
Hessen-IT NEWS
IKT-Branche: Unternehmen
geben Technologiestandort
Hessen Bestnoten
CeBIT 2015: Hessen
verdeutlicht Möglichkeiten
der d!conomy
Städel Museum: Schlendern
Sie doch mal – digital!
Breitbandgipfel 2015
TK-Tag Hessen 2015
© fotogestoeber - Fotolia.com
Eurostars und
„Fast Track to Innovation“
Hessen
VEDUS – Virtuelle editierbare
3D-Stadtmodelle
IT
1 | 2015
Liebe Leserinnen und Leser,
die Informations- und Telekommunikationsbranche
in unserem Bundesland blickt mit Zuversicht in die
Zukunft, wie diese Ausgabe der Hessen-IT NEWS
illustriert. Die Unternehmen geben dem Technologiestandort Hessen Bestnoten. In unserem Report
„ITK-Branche in Hessen“ loben sie die allgemeine
Situation, die Gebäude- und Verkehrsinfrastruktur,
die Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie
den Imagewert des Standorts. Als wichtigste Technologiethemen nennen sie IT-Sicherheit und Datenschutz, Cloud Computing und Breitbandausbau –
Themen, die im Fokus der Initiative „Mehr Breitband
in Hessen“ und der Aktionslinie Hessen-IT stehen.
Mit ihrer Informations- und Netzwerkarbeit begleiten
sie seit Jahren die Entwicklung der Branche. Ihre Studien, Messebeteiligungen und Veranstaltungen
kommen vor allem kleinen und mittleren Unternehmen zugute – eben jenen, die sich als besonders
innovativ und wichtig für eine gesunde wirtschaftliche Entwicklung erwiesen haben.
INHALT
Ein Beispiel dieser Aktivitäten ist der Firmengemeinschaftsstand auf der CeBIT in Hannover, an dem sich
in diesem Jahr 15 hessische Unternehmen beteiligt
haben.
Der erfolgreiche Auftritt zeigte mit seinem breiten
Themenspektrum die Leistungsfähigkeit der Branche in Hessen und machte begreifbar, was mit dem
Motto der CeBIT, „d!conomy“, gemeint ist: Die Digitalisierung sämtlicher Bereiche von Wirtschaft und
Gesellschaft.
Für die kommenden Monate möchte ich Sie besonders auf zwei Veranstaltungen hinweisen: Am 7. Mai
werden beim Telekommunikations-Tag Hessen „Veränderungen des Telekommunikationsmarkts durch
europäische Regulierungsvorhaben und Unternehmen mit globaler Marktmacht“ diskutiert. Und der
6. Hessischer Breitbandgipfel betrachtet am 18. Juni
die „Flächendeckung und Wirtschaftlichkeit des
Breitbandausbaus in Hessen“. Zu beiden Veranstaltungen lade ich Sie herzlich ein.
Eine anregende und informative Lektüre wünscht
Ihnen
Tarek Al-Wazir
Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie,
Verkehr und Landesentwicklung
1 Kurz informiert / News
11 Telekommunikationstag Hessen 2015
2 IKT-Branche: Unternehmen geben
Technologiestandort Hessen Bestnoten
12 Themenoffene EU-Förderung:
Eurostars und „Fast Track to Innovation“
5 CeBIT 2015: Hessen verdeutlicht Möglichkeiten
der d!conomy
13 Angebote des EEN Hessen:
Kooperationsmöglichkeiten im IT-Bereich
8 Städel Museum:
Schlendern Sie doch mal – digital!
14 Rechenzentren: Antworten auf anhaltenden
Kundenbedarf
10 Breitbandgipfel 2015: Flächendeckung
und Wirtschaftlichkeit des Breitbandausbaus
15 VEDUS – Virtuelle editierbare 3D-Stadtmodelle
18 Termine
Impressum
Das Projekt wird
kofinanziert aus Mitteln
der Europäischen Union
Leitung und Koordination Hessen-IT
Christian Flory
Themenfeldleiter Informationstechnologien
Aktionslinie Hessen-IT
Herausgeber
Aktionslinie Hessen-IT
Hessen Trade & Invest GmbH
Konradinerallee 9
65189 Wiesbaden
www.hessen-it.de
Gestaltung
www.theissen-design.de
Titelfoto: © VEDUS
EUROPÄISCHE UNION:
Investition in Ihre Zukunft
Europäischer Fonds für
regionale Entwicklung
Druck
www.a-m-service.de
Klimaneutraler Druck
Redaktion Hessen-IT NEWS
Mirco Sander
Projektmanager
Telefon 0611 95017-8477, Fax - 8620
[email protected]
Auflage: 6.500 Exemplare
Der Herausgeber übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, die Genauigkeit und die Vollständigkeit der Angaben sowie für
die Beachtung privater Rechte Dritter. Die in der Veröffentlichung geäußerten Ansichten und Meinungen müssen nicht mit der
Meinung des Herausgebers übereinstimmen.
Kurz informiert /News
Mehr
Breitband
in Hessen
Land Hessen veröffentlicht
Naturschutzleitfaden Breitbandausbau
Der von Wirtschafts- und Umweltministerium gemeinsam herausgegebene und mit vielen Experten erarbeitete Leitfaden bietet die „Grundlage für die einheitliche
und rechtssichere Bearbeitung der Naturschutzbelange
beim Breitbandausbau“, so der Untertitel. Mit den im
Naturschutzleitfaden getroffenen Empfehlungen wird
ein Beschluss des Kabinettausschusses Verwaltungsmodernisierung umgesetzt, der den schnellen Breitbandausbau in Hessen unterstützt. Eine effiziente Umsetzung
im Einklang mit dem Naturschutz steht hierbei im Fokus.
Die Veröffentlichung soll die Effizienz bei den Antragstellungen und Genehmigungen auf dem Gebiet des
komplexen Naturschutzrechts erhöhen. Ein besonderes Augenmerk liegt darauf, bereits in einem frühen
Planungsstadium Maßnahmen zu erkennen und auszuschöpfen, mit denen ökologische Beeinträchtigungen vermieden werden. Insbesondere durch die frühzeitige Abstimmung mit der Behörde lassen sich in
Naturschutzbelangen unnötige Arbeiten vermeiden.
Planungsträgern wird daher grundsätzlich empfohlen,
die zuständigen Naturschutzbehörden bereits mit
einer ersten Grobplanung aufzusuchen und eine
Vorabstimmung herbeizuführen. Das gewährleistet
zudem, dass alle erforderlichen Bewertungen und
Maßnahmen zur rechtssicheren und reibungslosen
Umsetzung eingeleitet werden. Weitere Informationen und Download unter www.breitbandinhessen.de.
Hessischer Landespreis für die
beispielhafte Beschäftigung und Integration
schwerbehinderter Menschen:
Qualifizieren – Integrieren – Teilhaben
Der Landespreis ist eine Auszeichnung für die beispielhafte Beschäftigung und Integration schwerbehinderter Menschen. Er wird seit 2006 an privatwirtschaftliche Unternehmen vergeben, die über das
gesetzliche Maß hinaus schwerbehinderte Menschen
fördern.
Das Sozialgesetzbuch (SGB IX) verpflichtet private
und öffentliche Arbeitgeber, die jahresdurchschnittlich monatlich über mindestens 20 Arbeitsplätze verfügen, schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen.
Für Unternehmen mit weniger als 60 Arbeitsplätzen
gelten die erleichterten Bestimmungen bei der Erfüllung der Beschäftigungsquote. Zahlreiche Arbeitgeber sind sich dieser sozialen Verantwortung bewusst
und verknüpfen sie mit den wirtschaftlichen Interessen ihrer Unternehmen. Diese positiven Beispiele werden allerdings eher selten in das öffentliche Bewusstsein gerückt. Der mit 3.000 Euro dotierte Preis soll dazu
beitragen, dass dieses besondere Engagement honoriert und öffentlich bekanntgemacht wird. Hierfür erhält
das Unternehmen neben dem Geldpreis die Berechtigung, sich öffentlich für 3 Jahre auf die Auszeichnung,
beispielsweise in Werbemaßnahmen, berufen zu können. Sollten Sie Ihr Unternehmen hier wiedererkennen
oder ein Unternehmen kennen, das dieses Engagement aufweist, dann lassen Sie uns Ihren Vorschlag
zukommen:
www.soziales.hessen.de/familie-soziales ➔ Menschen mit
Behinderung ➔ Hessischer Landespreis
Mobikon: Messe und Kongress am
11. + 12. Mai 2015 in der Messe Frankfurt
Meet the mobile experts – die Mobikon ist die größte
Mobile-Veranstaltung in D/A/CH. Das Themenspektrum umfasst sechs wichtige Kernthemen: Mobile
Internet & Apps, Mobile Marketing & Advertising,
Mobile Commerce & Payment, Mobile Enterprise &
Solutions, Mobile Security & Big Data und Internet
of Things (IoT) & Wearables. Besucher aus Vertrieb,
Marketing, Produktion und Organisation unterschiedlichster Wirtschaftsbereiche können von der Mobikon
Fachwissen, Innovationen und Kontakte zum Thema
Mobile rund um ein hochwertiges, integriertes Kongressformat erwarten. Das von allen Ausstellern und
Besuchern gelobte neue Konzept der in die Fachmesse integrierten Kongress-Hubs wird weiter ausgebaut. Im Rahmen der Mobikon finden die Expertentage des Arbeitskreises Forum Hessen-IT mit den
Themen Solution Selling und Cloud-Praxis statt.
Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur
Anmeldung finden Sie unter www.mobikon.com bzw.
www.hessen-it.de/expertentage.
Hessen-IT NEWS 1 | 2015
1
Informations- und Kommunikationstechnologiebranche
Unternehmen geben Technologiestandort
Hessen Bestnoten
Der Technologiestandort Hessen bietet aus Sicht
der hier ansässigen Unternehmen ausgezeichnete
Rahmenbedingungen und Zukunftsperspektiven für
die Informations- und Kommunikationstechnologiebranche (IKT). „Die IKT-Branche ist ein Wachstumstreiber und Innovationsmotor der hessischen Wirtschaft.
Keine andere Technologiebranche bringt in Hessen
mehr Menschen in Arbeit und erzielt höhere Umsätze.
Es freut mich daher, dass sich die Unternehmer hier
derart wohl fühlen“, sagte Wirtschaftsminister Tarek
Al-Wazir bei der Vorstellung der Standortuntersuchung „IKT-Branche in Hessen“.
In den Branchenreport sind die Antworten von über
500 befragten Unternehmen eingeflossen. Auf einer
Skala von 1 bis 7 bewerten die Unternehmen die
Standortsituation in Hessen allgemein mit 5,7 Punkten. Bei den einzelnen Faktoren schneiden die Nähe
zu Kunden, Partnern und Zulieferern, die Gebäudeund Verkehrsinfrastruktur, die Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie der Imagewert des
Standortes besonders gut ab. „Es ist hip, sein Technologieunternehmen in Hessen zu gründen. Wir bieten hier eine sehr gute technische Infrastruktur. Vor
allem aber gibt es hier auch zahlungskräftige Kunden, die gezielt innovative Technologieprodukte
und Dienstleistungen nachfragen“, so der Minister.
ra2 [email protected]
Bewertung Standortfaktoren
Standortsituation allgemein
Nähe zu potenziellen Kunden
5,2
Gebäude- und Verkehrsinfrastruktur
5,5
TK-/Netzinfrastruktur
4,5
Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten
5,1
Verfügbarkeit qualifizierten Personals
4,3
Höhe der Gewerbesteuer (Hebesatz)
3,4
Imagewert des Standortes
5,1
Innovationsklima
4,7
Investitionsklima
4,5
Nähe zu Partnern und Zulieferern
5,0
von 1 = „sehr unzufrieden“ bis 7 = „sehr zufrieden“
Quelle: WIK-Consult (2014)
2
5,7
Hessen-IT NEWS 1 | 2015
Wachstum der hessischen IKT-Branche von 2010 bis 2016
IKT-Umsatz gesamt (in 1.000 Euro)
IKT-Beschäftigte gesamt (Anzahl)
50.000.000
148.000
45.651.896
46.000.000
140.000
42.575.124
135.335
42.000.000
39.705.716
128.273
37.614.637
38.000.000
132.000
124.000
35.633.683
121.580
33.855.202
34.000.000
116.000
116.728
112.070
30.000.000
108.000
103.730
26.000.000
100.000
2010
2011
2012
Aus Sicht der Unternehmen sind IT-Sicherheit und
Datenschutz, Cloud Computing und der Breitbandausbau die aktuell wichtigsten High-Tech-Themen.
„Genau auf diesen Feldern sind wir aktiv und bieten
den Unternehmen gezielte Förderinstrumente an“,
so Al-Wazir. „Wir unterstützen die Branche nicht mit
direkten Zuschüssen, sondern mit praxisnahen Studien, Messebeteiligungen, Veranstaltungen und
Netzwerkarbeit. Das hat sich als hoch effizient erwiesen.“ Beispielhaft nannte der Minister den Future
Internet Kongress in Frankfurt, den Hessen-IT
Gemeinschaftsstand auf der CeBIT oder das Forum
Hessen-IT. Insgesamt beträgt das Projektvolumen
von Hessen-IT 2015 inklusive der Breitband-Aktivitäten und der Beteiligung am House of IT rund 1,6 Millionen Euro. „Insbesondere kleinen und mittleren
Unternehmen werden wir zudem noch in diesem
Jahr einen Leitfaden an die Hand geben, um sich in
Fragen der IT-Verschlüsselung und Datensicherheit
noch besser vor Angriffen durch Industriespionage
schützen zu können“, sagte Al-Wazir.
IKT-Branche seit Jahren mit überdurchschnittlicher
Entwicklung
Die IKT-Branche in Hessen erwirtschaftet knapp
40 Milliarden Euro Umsatz im Jahr. In den rund
10.000 Unternehmen arbeiten 122.000 Beschäftigte.
Umsatz und Beschäftigung sind zuletzt im Schnitt um
über 5 Prozent jährlich gewachsen. Die Zahl der
Unternehmen hat zwischen 2010 und 2013 um jährlich 2,3 Prozent zugenommen. Dieses Wachstum fällt
deutlich stärker aus als im bundesweiten Vergleich.
Auch in der näheren Zukunft erwarten die hessischen IKT-Unternehmen ein nachhaltig starkes
Wachstum. Für die Jahre 2013 bis 2016 wurde auf
2013
2014
2015
2016
Quelle: WIK-Consult (2014),
Hessisches Statistisches
Landesamt (2014)
Basis der Angaben der Befragten ein jährliches
durchschnittliches Wachstum der Branche um gute
7 Prozent beim Umsatz und 5,5 Prozent bei den
beschäftigten Personen errechnet.
Für Al-Wazir zeigt sich Hessen als ein europaweit
führender IKT-Standort und als Zentrum der Digitalisierung: „Auf Deutschland bezogen liegt jeder
siebte Arbeitsplatz der Branche in Hessen, jeder
achte Euro des Branchenumsatzes wird im Bundesland erwirtschaftet. Das zeigt eindrucksvoll die Spitzenposition, die wir in diesem Bereich haben.“ Die
Branche sei vor allem durch kleine und innovative
Unternehmen geprägt. „Deren Stärke ist nicht zuletzt
die Vernetzung untereinander.“ Es gebe in Hessen
über 70 fachlich und regional gebündelte Cluster
und Netzwerke. „Fast jedes zweite Unternehmen der
IKT-Branche hat sich einem solchen Netzwerk angeschlossen.“
Hessen-IT NEWS 1 | 2015
3
Wachstum in IKT-Branche auch profitabel für
andere Wirtschaftszweige
Kassel
Energie
Logistik,
Mobilitätswirtschaft
Tourismus
Bad Hersfeld
Marburg
E-Health
Fulda
Gießen
Engineering
Optoelektronik
Telekommunikation
Games
Film, Kreativwirtschaft
Finanzwirtschaft
Frankfurt am Main
Wiesbaden
Design
Offenbach am Main
Logistik
Automotive Verkehr
Forschung
IT-Sicherheit
Darmstadt
Software
Raumfahrt
Die wichtigsten Cluster
und Netzwerke in Hessen
Jeder siebte deutsche Arbeitsplatz
der Branche in Hessen
Als zentrale Erkenntnis der Studie führte Al-Wazir
zudem die enorme Innovationskraft der Branche an.
Jedes dritte IKT-Unternehmen in Hessen investiert
mindestens 10 Prozent seines Umsatzes in Forschung und Entwicklung (F&E). Von den hessischen
IT-Unternehmen geben rund 45 Prozent an, eigene
F&E durchzuführen. „Diese Investitionen zahlen sich
für die hessische IKT-Branche in Form von Innovationserfolgen aus“, so Al-Wazir. „Innerhalb der letzten
zwei Jahre hat jedes zweite IKT-Unternehmen in Hessen eine Produkt- oder Dienstleistungsinnovation
realisiert. Die Branche ist so innovationsgetrieben
wie kaum ein anderer Wirtschaftszweig.“ Insgesamt
kann die IKT-Branche 26 Prozent ihrer Umsätze auf
neu eingeführte Produkte der letzten drei Jahre
zurückführen.
4
Hessen-IT NEWS 1 | 2015
„Diese Innovationskraft strahlt auch auf andere
Bereiche ab“, ergänzte der Minister und verdeutlichte dies am Mobilitätsbereich: „Insbesondere in
den Ballungsräumen haben wir eine immense Verkehrsbelastung auf unseren Straßen. Hessische IKTUnternehmen arbeiten deshalb daran, die Verkehrsströme besser zu lenken und die Verkehrsträger stärker miteinander zu vernetzen.“ Die Navigationssysteme der Zukunft sollten daher nicht nur Staus
voraussagen. Al-Wazir: „Sie müssen intelligente
Lösungen vorschlagen: Nimm die nächste Abfahrt,
fahre zum dortigen Park-and-Ride-Platz und nimm
die Bahn, die dort in zehn Minuten abfährt. Denn das
erspart dir eine halbe Stunde Fahrzeit.“ Durch den
Ausbau des Breitbandnetzes sei es zudem möglich,
Verkehr erst gar nicht entstehen zu lassen. „Je weiter
der Breitbandausbau in Hessen voranschreitet,
desto attraktiver wird es für Unternehmer, ihren Mitarbeitern anzubieten, von zu Hause aus zu arbeiten.“
In der IKT-Branche sei zudem ein klarer Trend zu
stromsparender Technologie erkennbar. „Das GSI
Helmholtz-Zentrum in Darmstadt beispielsweise
kühlt die Technik mit Wasserkreisläufen. Im Ergebnis
steht dort eines der energieeffizientesten Rechenzentren der Welt. Diesen Trend wollen wir unterstützen und verstärken“, sagte der Minister und kündigte
an, noch in diesem Jahr erste Kernpunkte der Strategie „Digitales Hessen“ vorstellen zu wollen. „Wir
sitzen gerade mit den maßgeblichen Akteuren
zusammen, sowohl aus der Politik als auch aus der
Industrie.“ Vom Verkehrs- über den Gesundheits- bis
hin zum Energiebereich seien dabei alle zentralen
Themenfelder und Ressorts einbezogen. „Mir geht
es vor allem darum, dass wir dabei einen klaren Blick
auf die Frage richten: Wie können wir Produktionsprozesse und Abläufe ressourcenschonender und
energieeffizienter organisieren?“, betonte der Minister. „Experten sagen uns, dass wir durch Green-ITMaßnahmen den Stromverbrauch in Hessen bis zum
Jahr 2020 um 30 Prozent reduzieren können.“ Das
hält Al-Wazir nicht nur aus Umweltgesichtspunkten
für wichtig, auch die Unternehmen hätten daran ein
großes Interesse. „Wer weniger Material und Strom
verbraucht, spart bares Geld und wird wettbewerbsfähiger“, so der Minister.
Weitere Informationen zur Studie erhalten Sie bei:
Christian Flory
Leitung und Koordination Hessen-IT
Themenfeldleiter Informationstechnologien, Aktionslinie Hessen-IT
Telefon 0611 95017-8423, Fax -8620
[email protected]
Wirtschaftsminister Al-Wazir auf der CeBIT 2015
Hessen verdeutlicht Möglichkeiten der
Der Hessische Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, Tarek Al-Wazir, hat am
17. März den Hessen-IT Gemeinschaftsstand auf der
CeBIT besucht und im Gespräch mit den Ausstellern
die Potenziale der Digitalisierung zur Stärkung des
Standorts Hessen diskutiert.
Das Land wird dem diesjährigen CeBIT-Leitthema
„d!conomy“ voll und ganz gerecht, denn es vereint
in seinem Wirtschaftsraum alle Wertschöpfungsstufen der Digitalisierung. Mit über 122.000 Beschäftigten in rund 10.000 Unternehmen und einem Umsatz
von 40 Milliarden Euro pro Jahr ist die IKT (Informations- und Kommunikationstechnologie) die wichtigste Technologiebranche in Hessen.
nehmen aus den Bereichen Software, Internet, IT und
Telekommunikation die Basis, das weitreichende
Spektrum und die Innovationskraft der hessischen
Branche erfolgreich zu demonstrieren. Zu den inhaltlichen Schwerpunkten gehören dabei die Themen
Breitbandinfrastruktur, IT-Sicherheit und Datenschutz
sowie der Beitrag von IKT-Anwendungen zur Lösung
gesellschaftlicher Herausforderungen.
Fotos: © Andreas Genz
Mit dem Motto „d!conomy“ legte die CeBIT 2015
den Fokus auf die rasante Digitalisierung sämtlicher
Bereiche von Wirtschaft und Gesellschaft. Als international größte Messe im Bereich der Informationsund Kommunikationstechnik gilt die CeBIT als die ITMesse schlechthin. Internationale Unternehmen und
Kunden der Branche treffen hier zusammen; aktuelle
Entwicklungen, die das berufliche und private Leben
in Zukunft prägen werden, erhalten eine Vorstellungsplattform. Der Gemeinschaftsstand von Hessen-IT bietet alljährlich kleinen und mittleren Unter-
Hessen-IT NEWS 1 | 2015
5
Dieses Jahr präsentierten sich 15 hessische Unternehmen als Mitaussteller am Messestand auf der CeBIT
vom 16. bis 20. März 2015 in Hannover. Das bewährte
Standkonzept von Hessen-IT wurde in gewohnter
Weise umgesetzt. Es bot den beteiligten Firmen eine
hervorragende Präsentationsmöglichkeit, die Funktionalität mit Qualität und Gastlichkeit verband. Der
Standplatz lag erneut in Halle 2, im Umfeld von internationalen Unternehmen aus dem Bereich der Digital
Business Solutions.
Auf dem Gemeinschaftsstand präsentierten sich neben
den Unternehmen AFS-Software, AI Advanced Information Europe, BSC Computer Systeme, Connect4Video,
CORISECIO, ECKD, Le Bihan Consulting, networker,
projektberatung, PSW Group, QGroup, Schulz & Löw
Consulting, Sciforma, SHIFT, Starke + Reichert und UBL
Informationssysteme auch das House of IT sowie das
Projekt Mehr Breitband in Hessen.
Hessische IKT-Branche setzt Maßstäbe
Der Gemeinschaftsstand auf der IKT-Leitmesse wird
organisiert von der Hessen Trade & Invest GmbH, der
hessischen Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft. Er
dokumentiert die Leistungskraft und die Bandbreite
des IT-Standorts Hessen und verdeutlicht, welche
Maßstäbe an eine moderne digitalisierte Wirtschaft
anzulegen sind. „Kaum ein Bundesland liefert einen
derart signifikanten Beitrag für die IKT-Branche wie
Hessen“, erklärte der Hessische Wirtschaftsminister
Tarek Al-Wazir anlässlich seines CeBIT-Rundgangs. So
gehen Produkte und Dienstleistungen der hessischen
IKT-Branche als Vorprodukte in die Wertschöpfungsketten
nahezu aller Wirtschaftszweige ein. Al-Wazir betonte:
„Der Erhalt und Ausbau der Spitzenstellung des Standorts Hessen ist uns daher ein großes Anliegen.“
6
Hessen-IT NEWS 1 | 2015
Wie eine aktuelle Umfrage des Wirtschaftsministeriums unter 500 hessischen IKT-Unternehmen ergab,
erwartet die Branche in Hessen bis 2016 ein durchschnittliches Umsatzwachstum von gut sieben Prozent.
Die Zahl der Beschäftigten soll demnach um 5,5 Prozent zulegen. Damit fällt das erwartete Wachstum deutlich stärker aus als im bundesweiten Vergleich. Und es
gibt weitere Belege für die Leistungsfähigkeit des IKTStandorts Hessen: Hier wird jeder achte Euro des Branchenumsatzes erwirtschaftet. Zudem liegt jeder siebte
Arbeitsplatz der deutschen IKT-Branche in Hessen. In
der Befragung hat der Standort Hessen hervorragende
Noten erhalten. Vor allem die Gebäude- und Verkehrsinfrastruktur, die Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie der Imagewert des Standortes wurden von
den Unternehmern gelobt.
Auf der diesjährigen CeBIT wurden die beträchtlichen
Möglichkeiten der „d!conomy“ verdeutlicht. Hervorgehoben wurde jedoch auch, welche enormen
Anstrengungen damit verbunden sind.
So warnte Al-Wazir vor einer wachsenden Gefahr
durch IT-Sicherheitslücken. „Es ist gut und richtig, dass
hessische Unternehmen ihre Prozesse und Produkte
zunehmend digitalisieren. Damit steigt aber natürlich
auch das Risiko, ins Visier von Hackern, Datendieben
und Industriespionen zu geraten“, er bei seinem
Besuch der Messe. Vor allem bei kleinen und mittleren
Unternehmen seien die Sicherheitsvorkehrungen häufig noch immer zu lax. „Vielen Unternehmen brennt
das Thema unter den Nägeln. Deshalb werden wir in
diesem Jahr einen Fokus auf das Thema Vertraulichkeitsschutz und Verschlüsselungstechnologien legen“,
versprach Al-Wazir. Dazu werde derzeit unter anderem ein umfangreicher Leitfaden für Unternehmen
entwickelt, mit konkreten Strategien und Lösungsansätzen zum Thema Datensicherheit.
Fotos: © Andreas Genz
IT-Sicherheit: Schwerpunktthema am
Firmengemeinschaftsstand „Hessen-IT“
Vier der 15 Aussteller am Messestand haben ihren
Tätigkeitsschwerpunkt im Bereich der Sicherheit von
IT-Systemen. „Wir sind in Hessen führend in Fragen
des Datenschutzes und der IT-Sicherheit. Fast jedes
dritte Unternehmen der Informations- und Kommunikationstechnologie-Branche erbringt Leistungen aus
diesem Bereich. Aber auch in der Forschung und Entwicklung von Spitzentechnologien haben wir uns zu
einem der innovativsten Standorte weltweit entwickelt“, so Al-Wazir. „Informations- und Kommunikationstechnologien können nur dann ihr volles Potenzial entfalten, wenn IT-Sicherheit und Datenschutz von Anfang
an mitgedacht und integriert werden.“ Minister AlWazir sprach bei seinem Messerundgang auch mit
hochrangigen Vertretern der IBM Deutschland GmbH,
der Software AG und der Deutschen Telekom AG über
das Thema IT-Sicherheit. Ein kompletter Thementag am
Hessen-IT Messestand beschäftigte sich zudem mit
Security und Datenschutz.
Neben den kleinen und mittleren Unternehmen präsentierte sich dort das Forschungszentrum für Cybersicherheit CASED (Center for Advanced Security
Research) aus Darmstadt. CASED bündelt die Kompetenzen im Bereich IT-Sicherheit der Technischen Universität Darmstadt, des Fraunhofer-Instituts für Sichere
Informationstechnologie (SIT) und der Hochschule
Darmstadt. Das Land Hessen unterstützt das Zentrum
im Zeitraum 2008 bis 2016 aus Mitteln des LOEWEProgramms mit 45,6 Millionen Euro. „Südhessen ist
inzwischen eine internationale Top-Adresse in der
Cybersicherheitsforschung“, berichtete Al-Wazir. In
Darmstadt arbeiten bereits mehr als 350 Forscherinnen und Forscher am Schutz von digitalen Daten,
Diensten, Geräten und Infrastrukturen.
Al-Wazir: „CASED-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler leisten Pionierarbeit – von den Grundlagen
bis zu den Anwendungen der IT-Sicherheit und des
Privatsphärenschutzes. Darmstadt ist heute das unangefochtene Zentrum der Cybersicherheitsforschung in
Deutschland.“
Auch die in der Vorwoche der CeBIT veröffentlichte
Umfrage unter hessischen IKT-Unternehmen unterstrich den hohen Stellenwert des Themas. IT-Sicherheit wurde dabei noch vor Cloud Computing und
dem Breitbandausbau als das bedeutendste Thema
für die Zukunft der Branche identifiziert. „Wir beobachten, dass das Thema bei den Unternehmen auf der
Agenda immer weiter nach oben rückt. Denn durch
IT-Sicherheitsvorfälle drohen nicht nur finanzielle, sondern auch Imageschäden. Wer wegen Sicherheitslücken das Vertrauen seiner Kunden verliert, wird es
schwer haben, sich auf dem Markt zu behaupten. Solche Imageschäden wirken häufig lange nach“, so der
Minister bei der Vorstellung.
Christian Flory
Leitung und Koordination Hessen-IT
Themenfeldleiter Informationstechnologien, Aktionslinie Hessen-IT
Telefon 0611 95017-8423, Fax -8620
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Hessen-IT NEWS 1 | 2015
7
Kunstvermittlung geht neue Wege:
Die digitale Sammlung des Städel Museums
Schlendern Sie doch mal – digital!
Das Städel Museum feiert in diesem Jahr seinen 200.
Geburtstag. Pünktlich zum großen Jubiläum eröffnet
das Frankfurter Kunstmuseum zwei Jahre nach der
physischen Erweiterung unter dem Garten nun einen
neuen spektakulären Zugang im digitalen Raum. 700
Jahre Kunstgeschichte können in der einzigartigen
Digitalen Sammlung des Städel Museums gezielt
recherchiert oder spielerisch „erschlendert“ werden –
so wird das neuartige Kunsterlebnis genannt.
Mit der Auswahl eines der dargebotenen Werke
oder der Eingabe eines Stichwortes beginnt der
Weg – je nach Wunsch auf frei gewählten oder empfohlenen, vordefinierten Pfaden. Jedes gefundene
Kunstwerk führt dann zu weiteren, damit verknüpften
Werken und Medien. Die angebotene Auswahl ist
keine rein quantitative Auflistung, sondern immer
eine semantisch ermittelte, qualitativ gewichtete
Empfehlung für den nächsten Schritt.
Was heute so einfach daherkommt und intuitiv
erscheint, hat vor einigen Jahren als ambitioniertes
Innovationsprojekt begonnen. Der Digitalen Sammlung liegt die Plattform GWYDYON zugrunde, ein
eigenständiges digitales Präsentations- und Betrachtungsformat für Museumsobjekte und -inhalte.
„GWYDYON“ ist ein Druide und Gelehrter aus der
keltischen Mythologie von Wales und steht als Symbol für die Wissensvermittlung.
8
Hessen-IT NEWS 1 | 2015
Durch eine LOEWE-Förderung des Landes Hessen –
das ist die Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-Ökonomischer Exzellenz – konnte ein elaboriertes Konsortium 2012 mit den Entwicklungsarbeiten beginnen. Im Leuchtturmprojekt des House
of IT haben unter der Gesamtkoordination der Software AG und der Konsortialführerschaft der Hochschule Darmstadt folgende weitere Partner zusammengewirkt: mtg media transfer AG, nterra integration GmbH, Städel Museum, Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt sowie die Verbundzentrale
HeBIS. Und die Arbeit hat sich gelohnt – wie auch
Experten konstatieren: 2014 gewann das Projekt den
Forschungspreis der Hessischen Hochschulen für
Angewandte Wissenschaften.
Die Plattform stellt verschlagwortete Kunstwerke
sowie das im jeweiligen Kontext stehende Hintergrundmaterial bereit. Sie verschafft den Nutzern
über Smartphones, Tabletcomputer oder PCs per
Bild, Text, Film oder Ton einen einfachen und schnellen Zugang zu Kunstwerken, vertiefenden Informationen und sinnhaften Verknüpfungen mit anderen
Werken. Kultureinrichtungen und Sammlungen werden damit in die Lage versetzt, ihren gesamten
Bestand zu kontextualisieren und mit ergänzendem,
multimedialem Material benutzerfreundlich und
attraktiv zu vermitteln.
Quelle (alle Abbildungen): www.digitalesammlung.staedelmuseum.de
GWYDYON ist eine Cloud-Lösung und wird als „Software as a Service“ angeboten. Die Integration der
Datenmodelle und Prozessschritte ist die Basis für
den Aufbau einer einheitlichen Multimediaplattform.
Inhalte unterschiedlicher Herkunft und Quellen werden mithilfe semantischer Technologien analysiert,
angereichert und in eine homogene Vermittlungsstruktur überführt.
Weitere Informationen zu GWYDYON:
➔ www.gwydyon.com
Martin Kling, Software AG
[email protected]
Schlendern Sie
einfach mal!
Wie bei einer persönlichen Führung durch ein
Museum werden über GWYDYON Werke präsentiert, verknüpft und vertieft. Bei der Führung durch
das Museumsgebäude kann aber immer nur ein
Ausschnitt der Sammlung vorgestellt werden und
meist nur punktuell auf individuelle Interessen eingegangen werden. Der digitale Besuch ermöglicht
es besser, gerade jene Teile und Zusammenhänge
in der Sammlung zu entdecken, die den Benutzer
persönlich interessieren, die bei der physischen Präsentation aber oft im Verborgenen bleiben. Museen
schaffen einen leichten, zeitgemäßen und attraktiven
Besucherzugang. So entsteht eine neuartige, ergänzende Kunsterfahrung.
Dr. Matthias Donath
Projektmanager
Informationstechnologien
Hessen Trade & Invest GmbH
Telefon 0611 95017-8963, Fax -8620
[email protected]
www.digitalesammlung.staedelmuseum.de
www.ardmediathek.de/tv/Tagesthemen/tagesthemen/
DasErste/Video?documentId=27074572&
Berichterstattung in den Tagesthemen vom
15. März ab ca. Minute 18.30 Uhr
Projektträger
Bestandteile von GWYDYON (HA-Projekt-Nr. 320/12-10, 321/12-11, 322/1212, 417/14-07) wurden im Rahmen von Hessen ModellProjekte aus Mitteln der
LOEWE – Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer
Exzellenz, Förderlinie 3: KMU-Verbundvorhaben, gefördert.
Hessen-IT NEWS 1 | 2015
9
2015
Donnerstag, 18. Juni
ropa
Kongresshaus Kap Eu
Frankfurt am Main
6. Hessischer Breitbandgipfel
Flächendeckung und Wirtschaftlichkeit
des Breitbandausbaus in Hessen
Breitbandnetze sind zu Hauptschlagadern unserer Gesellschaft geworden. Ganze Geschäftsmodelle basieren darauf
und weite Teile der Unternehmenskommunikation verlassen
sich auf digitale Prozesse. Auch im Privaten werden zunehmend Apps und digitale Produkte genutzt, in der Freizeitgestaltung, als Hobby oder um sich mit Freunden auszutauschen und zu verabreden.
Alle Interessenten – von TK- und Breitbandanbietern oder
-nutzern über die öffentliche Hand und die Bürgerinnen und
Bürger bis hin zu Branchenvertretern, die die zunehmende
Digitalisierung ihrer Branche im Blick haben – sind herzlich
zum 6. Hessischen Breitbandgipfel in das „Kap Europa“ eingeladen. Dort erwarten sie spannende Fachvorträge und ein
anregender Austausch mit Referenten und Teilnehmern.
Weitere Informationen zum Programm und eine Anmeldemöglichkeit finden Sie unter www.breitband-in-hessen.de.
Mehr
Breitband
in Hessen
Weiterentwicklung der hessischen
Breitbandversorgungsziele
Digitale Technologien sind im gesellschaftlichen Strukturwandel der Schlüssel zu einer nachhaltigen Entwicklung
und Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen sowie zu
wirtschaftlichen Erfolgen. Breitbandnetze bilden somit eine
unverzichtbare Basis für soziale Integration und wirtschaftliche Dynamik. Deshalb hat die Hessische Landesregierung
frühzeitig den zukunftsorientierten Ausbau von schnellen
Breitbandnetzen forciert. Jährlicher Kristallisationspunkt
des hessischen Engagements im Breitbandausbau ist der
Hessische Breitbandgipfel, der regelmäßig eine Vielzahl
von Akteuren zusammenbringt – immerhin findet er im Jahr
2015 zum sechsten Mal statt. Diese Kontinuität beweist die
anhaltende Relevanz des Themas für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Kommunen, Wirtschaft und Gesellschaft. In diesem Jahr liegt der Fokus auf zwei Themen: Zum
einen werden aus der Erfahrung der zurückliegenden Jahre
heraus die wirtschaftlichen Herausforderungen betrachtet,
vor denen neu realisierte Netze stehen. Zum anderen wird
diskutiert, mit welchen Partnern, welchen Techniken und
unter welchen Rahmenbedingungen die flächendeckende
Versorgung Hessens mit schnellem Breitband nachhaltig
und bedarfsgerecht aufgebaut werden kann. Welchen
Anteil können marktgetriebene Lösungen oder Alternativen
wie WLAN oder LTE daran haben? Welche Perspektiven
ergeben sich aus Netzallianz und NGA-Rahmenregelung?
10
Hessen-IT NEWS 1 | 2015
Wenn sich Technik und Märkte dynamisch entwickeln,
müssen Ziele und Instrumente angepasst werden. Daher
plant das Land Hessen die Weiterentwicklung seiner
aktuellen NGA-Strategie. Ziel ist es dabei, den weiteren
NGA-Ausbau nach 2018 zu definieren, neue Versorgungsziele festzulegen und daraus entsprechende Maßnahmen für die Politik abzuleiten. Zu diesem Zweck lädt
das Land Hessen am 26. Mai 2015 nach Frankfurt ein, wo
Ansätze für diese Weiterentwicklung erarbeitet werden
sollen. Wie in Hessen üblich, sollen dabei möglichst alle
Beteiligten und Akteure involviert werden. Die Veranstaltung wird in Form eines World Cafés durchgeführt, um
viele Perspektiven abbilden zu können und viele
Belange zur Sprache kommen zu lassen. Interessenten
an einer kostenfreien Teilnahme am World Café werden
gebeten, sich an Herrn Koch von der Geschäftsstelle
Breitband bei der Hessen Trade & Invest zu wenden.
Wolfram Koch
Themenfeldleiter
Geschäftsstelle Breitband
Hessen Trade & Invest GmbH
Telefon 0611 95017-8472, Fax -8620
[email protected]
Mirco Sander
Projektmanager
Hessen Trade & Invest GmbH
Telefon 0611 95017-8477, Fax -8620
[email protected]
Veränderungen des Telekommunikationsmarkts durch europäische
Regulierungsvorhaben und Unternehmen mit globaler Marktmacht
15
Donnerstag, 7. Mai 20
r
9.30 Uhr bis ca. 19 Uh
baden
Schloss Biebrich, Wies
Telekommunikationstag Hessen 2015
Unter dem Titel „Veränderungen des Telekommunikationsmarkts durch europäische Regulierungsvorhaben und Unternehmen mit globaler Marktmacht“ wird
sich der Telekommunikationstag Hessen in diesem
Jahr in Vorträgen und Podiumsdiskussionen zwei Themenbereichen widmen.
Es geht zum einen um „Aktuelle Vorhaben der europäischen und nationalen Regulierung im TK-Bereich“
und zum anderen um das Thema „Globale Marktmacht von IKT-Unternehmen – Herausforderung für
Wettbewerb und Regulierung?“. Für die Veranstaltung haben hochrangige Referenten und Podiumsteilnehmer zugesagt, unter anderem Staatssekretär
Mathias Samson (Hessisches Wirtschaftsministerium),
Prof. Dr. Justus Haucap (Heinrich-Heine-Universität
9.30 Uhr Registrierung der Teilnehmer
10.00 Uhr Begrüßung
Mathias Samson, Staatssekretär im Hessischen Ministerium
für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung
Aktuelle Vorhaben der europäischen und nationalen
Regulierung im TK-Bereich
Moderation: Prof. Dr. Joachim Scherer, Baker & McKenzie
10.15 Uhr Key Note: Telekommunikation und
Digitaler Binnenmarkt in Europa
Michael Hager, Kabinettchef des EU-Kommissars Oettinger,
angefragt
11.00 Uhr Aktuelle Entwicklungen der europäischen
Diskussion zur Telekommunikationsregulierung
Dr. Annegret Groebel, Leiterin der Abteilung
„Internationales / Regulierung Post“, Bundesnetzagentur
11.45 Uhr Kaffeepause
12.15 Uhr Podiumsdiskussion 1
13.15 Uhr Mittagspause
Globale Marktmacht von IKT-Unternehmen –
Herausforderung für Wettbewerb und Regulierung?
Moderation: Ernst-Christoph Stolper, Staatssekretär a. D.
14.30 Uhr Studie „Digitaler Kodex“: Zum Änderungsbedarf
des Rechtsrahmens aufgrund der Konvergenz
Caroline Heinickel, LL.M.; Dr. Holger Lutz, LL.M.
Baker & McKenzie
Düsseldorf), Dr. Annegret Groebel (Bundesnetzagentur), Markus Laqua (BearingPoint GmbH), Caroline Heinickel und Dr. Holger Lutz (Baker & McKenzie), Dr. Stephan Hubertus Korehnke (Vodafone D2
GmbH), Wolfgang Kopf und Dr. Jan Krancke (Deutsche Telekom AG), Benedikt Kind (BREKO) und
Dominique Facciorusso (Universität Mainz).
Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur
Anmeldung finden Sie unter www.hessen-it.de/tk-tag.
Christoph Hahn
Projektmanager
Telekommunikation & Breitband
Hessen Trade & Invest GmbH
Telefon 0611 95017-8475, Fax -8620
[email protected]
Podiumsdiskussion 1
Wie passen die europäischen
Regulierungsansätze zum deutschen
Telekommunikationsmarkt?
12.15 Uhr
Dr. Annegret Groebel
Leiterin der Abteilung „Internationales /
Regulierung Post“, Bundesnetzagentur
Dr. Stephan Hubertus Korehnke
Leiter Regulatory Strategy & Law,
Vodafone D2 GmbH
Benedikt Kind
Leiter Regulierung & Recht, BREKO
Wolfgang Kopf
Leiter Politik und Regulierung,
Deutsche Telekom AG
Michael Hager
Kabinettchef des EU-Kommissars Oettinger,
angefragt
Podiumsdiskussion 2
Müssen und können wir die
Marktmacht der globalen IKT-Player
begrenzen?
17.15 Uhr
15.15 Uhr Gefährdung der Wettbewerbspolitik durch
globale Marktmacht von IKT-Unternehmen?
Prof. Dr. Justus Haucap, Direktor Düsseldorf Institute for
Competition Economics (DICE), Heinrich-Heine-Universität
Düsseldorf
16.00 Uhr Herausforderungen durch globale
Marktmacht von Over-The-Top-Anbieter
Markus Laqua, Partner BearingPoint GmbH
Prof. Dr. Justus Haucap
Direktor Düsseldorf Institute for Competition
Economics (DICE), Heinrich-Heine-Universität
Düsseldorf
Dr. Jan Krancke
Leiter des Bereichs „Regulierungsstrategie
und Ökonomie“, Deutsche Telekom AG
16.45 Uhr Kaffeepause
Dominique Facciorusso
Universität Mainz
17.15 Uhr Podiumsdiskussion 2
Markus Laqua
Partner BearingPoint GmbH
18.15 Uhr Fazit und Schlusswort
Maria Rieping
Fachreferentin Telekommunikation, Hessisches Ministerium
für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung
Caroline Heinickel, LL.M.
Baker & McKenzie
18.30 Uhr Get-together
Hessen-IT NEWS 1 | 2015
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Themenoffene EU-Förderung für Innovationsprojekte von Unternehmen
Eurostars und „Fast Track to Innovation“
Die beiden themenoffenen EU-Förderprogramme Fast Track to Innovation und Eurostars stellen für
Unternehmen attraktive Fördermöglichkeiten dar, um marktnahe Forschungs- und Innovationsprojekte
gemeinsam mit europäischen Partnern umzusetzen.
Fast Track to Innovation
Mit Fast Track to Innovation (FTI) bietet die Europäische Kommission im Rahmen von Horizon 2020 ein
neues themenoffenes Förderprogramm, das innovative Entwicklungsvorhaben mit hohem Marktpotenzial fördert. FTI zielt darauf ab, Entwicklungsergebnisse schneller zu vermarkten und somit neue Produkte, Verfahren und Dienstleistungen schneller in
den Markt einzuführen.
Die Zielgruppe von FTI sind kleine internationale
Verbünde von 3 bis 5 Partnern, die sich durch eine
hohe Industriebeteiligung auszeichnen.
HORIZ
N 2020
Die Förderquote beträgt bis zu 70 Prozent. Gemeinnützige Forschungseinrichtungen können eine Förderung bis zu 100 Prozent erhalten.
Anträge können jederzeit eingereicht werden. Die
nächsten Stichtage sind: 29. April, 1. September und
1. Dezember 2015.
Eurostars
Mit Eurostars bieten die Mitgliedsstaaten zusammen
mit der Europäischen Kommission ein attraktives
Programm für kleine und mittlere Unternehmen
(KMU), die selber forschen. Diese sollen für eine
europäische Zusammenarbeit in Forschungs- und
Entwicklungsprojekten motiviert werden, um innovative Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen zu
entwickeln.
Insbesondere richtet sich Eurostars an forschungstreibende KMU, die mindestens 10 Prozent ihres
Umsatzes in Forschung und Entwicklung (F&E) investieren oder 10 Prozent ihres Personals im F&EBereich einsetzen.
Deutsche Unternehmen können eine Förderung von
bis zu 50 Prozent auf die förderfähigen Kosten erhalten. Die Förderung für Forschungseinrichtungen und
Hochschulen kann bis zu 100 Prozent betragen,
wenn ein deutsches Unternehmen im Konsortium ist
und einen eigenständigen Beitrag am Projektziel
ausweist (ansonsten beträgt die Förderquote 50 Prozent). Mindestbedingung für ein Konsortium sind
zwei KMU aus zwei Ländern, wobei ein forschungsintensives KMU Konsortialführer sein muss.
Der nächste Stichtag zur Einreichung von Projektvorschlägen in Eurostars ist der 17. September 2015.
Veranstaltungshinweis
Kostenlose Beratung
Am 19. und 20. Mai veranstaltet das Enterprise Europe
Network Hessen einen Workshop zur erfolgreichen
Antragstellung im KMU-Instrument und Fast Track to
Innovation in Horizon 2020. Informationen und Anmeldung unter:
Hessische Unternehmer und Wissenschaftler, die sich für EU-Förderprogramme interessieren, können sich beim Enterprise Europe Network (EEN) bei Hessen Trade & Invest in Wiesbaden kostenlos beraten
lassen. Die Mitarbeiter des EEN unterstützen die Antragsteller intensiv
bei der Bewerbung. Sollten in einem Konsortium noch Partner fehlen,
suchen die EEN-Experten in ihren europaweiten Datenbanken nach
passenden Kandidaten. Das EEN ermutigt insbesondere KMU, sich
um die Gelder aus Brüssel zu bewerben.
www.een-hessen.de/Veranstaltungen
Nina Gibbert-Doll, T 0611 95017-8494, [email protected]
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Hessen-IT NEWS 1 | 2015
Aktuelle Angebote des
Enterprise Europe Network Hessen
enterprise europe
Kooperationsmöglichkeiten im IT-Bereich
Das Enterprise Europe Network Hessen der Hessen Trade & Invest unterstützt Unternehmen bei ihrem grenzüberschreitenden Europageschäft. Als Teil eines 54 Länder umspannenden Netzwerkes der EU-Kommission
informiert es über EU-Förderprogramme und berät zur Antragstellung bei EU-Projekten. Mit der Vermittlung von
Kooperationspartnern unterstützt es Unternehmen außerdem bei der Vermarktung neuer Ideen und Technologien auf dem europäischen Markt.
Aktuelle Kooperationsangebote aus der Datenbank des Enterprise Europe Network
a Integriertes Radar-Photonik-Antennen-System
für die fünfte Generation (5G) und BreitbandSatellitenkommunikations-Anwendungen
Ein niederländisches Unternehmen, das auf die Entwicklung und Herstellung von Antennentechnologie spezialisiert ist, bietet ein integriertes Radar-Photonik-Antennen-System. Das innovative System ermöglicht eine
robuste High-Speed-Breitbandkommunikation. Es liegt
bereits ein Demonstrator mit einer intelligenten Flachantenne vor, der eine Verbindung zu Satelliten in hoher
Geschwindigkeit herstellt. Das System ist bis zu 100
Gigahertz (GHz) anwendbar. Das Unternehmen sucht
Partner aus dem Bereich der Systemintegration in der
Telekommunikation für kommerzielle Vereinbarungen
mit technischer Assistenz oder Joint Ventures.
(TONL20150223002)
a Vertriebspartner gesucht für einen international
bekannten Anbieter von Telefoninfrastruktur, IKTHardware, Datenspeicherung und Netzwerktechnik
Ein bekannter britischer Lieferant eines international
bekannten Anbieters für Telefoninfrastruktur, IKT Hardware, Datenspeicherung und Netzwerktechnik sucht
nach Vertriebspartnern für seine Produkte im Ausland.
Der Partner erhält eine exklusive Vertriebserlaubnis sowie
Zugang zu Finanzierung und technischem Support.
(BOUK20150220004)
a Augmented Reality-Technologie zur Bereicherung
von Produkten und Prozessen mit digitalen
Informationen
Eine österreichische Forschungseinrichtung für mobile
Innovationen hat eine Software entwickelt, die Inhalte für
Anwendungen von Augmented Reality auf Smartphones,
Tablets und Datenbrillen einbaut und verwaltet. Vorteile
gegenüber bestehenden Lösungen bietet sie nicht nur
hinsichtlich der Bandbreite an Features. Das Programm
ermöglicht es auch, dass Nutzer Inhalte selbst verwalten
können. Angewendet wird die neue Lösung zum Beispiel
im Bereich der medizinischen Diagnostik und zur Visualisierung von Gebäuden, Produkten oder Prozessen. Das
Forschungszentrum sucht Partner, die an der Anwendung
und Weiterentwicklung der innovativen Technologie interessiert sind.
(TOAT20140205001)
a Innovative-Games-Technologien gesucht
Ein türkisches Unternehmen sucht neue oder bereits
existierende Onlinespiele, um diese auf einem OnlinePortal anzubieten, das gemeinsam mit einem großen
Internet Service Provider (ISP) gegründet wurde. Das
Portal hat mehr als eine Million Mitglieder. Das Unternehmen ist interessiert an kommerziellen Vereinbarungen mit technischer Assistenz.
(09 TR 98OB 3G1T)
Weitere Profile sind unter www.een-hessen.de/Kooperationsvermittlung abrufbar. Nähere Informationen zu
Kooperationsangeboten und zur Erstellung eines eigenen Kooperationsprofils erhalten Sie von:
Nina Gibbert-Doll
Hessen Trade & Invest GmbH
Enterprise Europe Network Hessen
T 0611 95017-8494
[email protected]
www.een-hessen.de
Hessen-IT NEWS 1 | 2015
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Antworten auf anhaltenden Kundenbedarf
baut neues Rechenzentrum in Frankfurt
INTERXION HOLDING NV, ein europäischer Anbieter
von Carrier- und Cloud-neutralen RechenzentrumsDienstleistungen, hat den Bau seines zehnten Rechenzentrums „FRA10“ auf dem Frankfurter Campus von
Interxion angekündigt.
FRA10 wird über eine mit neuesten Technologien
ausgestattete Netto-Rechenzentrumsfläche von circa
4.800 Quadratmetern verfügen. Das bislang größte
Rechenzentrum von Interxion auf deutschem Boden
entsteht in vier gleichen Bauabschnitten und bietet
Kunden etwa zehn Megawatt Stromkapazität. Die
ersten beiden Bauabschnitte werden im ersten Halbjahr 2016 fertiggestellt.
Die Investitionen für den kompletten Bau von FRA10
werden sich auf rund 92 Millionen Euro belaufen.
Das Grundstück, auf dem das neue Rechenzentrum
errichtet wird, gehört Interxion und befindet sich auf
dem Frankfurter Campus des Unternehmens. Von
dort aus haben Kunden Zugang zu den bestehenden Branchen-Communities und Anschluss an 200
Carrier und Internet Service Provider (ISPs).
„Der Bau von FRA10 ist unsere Antwort auf die Dynamik, mit der sich unser Frankfurter Campus zum Zentrum europaweiter Cloud-Aktivitäten entwickelt“,
erklärt Peter Knapp, Geschäftsführer von Interxion
Deutschland. „Die Investitionen in das neue Rechenzentrum stehen im Einklang mit unserer kontinuierlichen Expansionsstrategie und der steigenden
Nachfrage unserer Kunden – ein Ergebnis der erfolgreichen Entwicklung von Branchen-Communities
innerhalb unserer Rechenzentren.“
eröffnet SoftLayer-Rechenzentrum in Frankfurt
IBM hat in Frankfurt am Main das erste SoftLayerRechenzentrum in Deutschland eröffnet. Die Cloud in
Frankfurt bietet deutschen Unternehmen eine lokale
Cloud-Infrastruktur, die es Kunden erlaubt, ihre IT-Aufgaben datenschutzkonform mit der IBM-Cloud abzubilden.
Das SoftLayer Data Center ist europaweit bereits das
dritte, das IBM im zweiten Halbjahr 2014 eröffnet hat
– weitere Eröffnungen sind für 2015 eingeplant. Es
ist Teil einer Investition von 1,2 Milliarden US-Dollar,
mit der IBM ihre weltweite Cloud-Präsenz und ihr
Cloud-Angebot ausbaut. Mit Frankfurt, Amsterdam,
London und Paris betreibt IBM nun vier SoftLayer
Data Center in Europa.
Die Nutzung von Cloud Computing ist in Deutschland auf dem Vormarsch und wird von Faktoren wie
Kosteneinsparungen, Flexibilität der IT oder den stetig steigenden Workloads vorangetrieben. Zwischen
2012 und 2013 stieg die Zahl der deutschen Unternehmen, die Cloud-Services nutzen, um rund ein Drittel. Die Experton Group prognostiziert für die Cloud
bis 2017 ein Marktvolumen von 18 Milliarden Euro.
Die Datenschutzbestimmungen der Europäischen
Union (EU) gehören zu den strengsten weltweit und
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Hessen-IT NEWS 1 | 2015
Deutschland hat eine der härtesten Richtlinien überhaupt. Während sämtliche SoftLayer Clouds dieselben hohen Standards für Sicherheit und Datenschutz
erfüllen, bietet die Cloud in Frankfurt deutschen
Unternehmen zudem eine nationale Datenspeicherung – eine Anforderung, die das deutsche Datenschutzgesetz für viele Branchen und Anwendungen
vorsieht.
„Mit unseren modernen und sicheren Cloud-Technologien machen wir unsere Kunden in ihren internationalen Expansionen und in den lokalen Zielmärkten erfolgreich“, erläutert Martina Koederitz, Vorsitzende der Geschäftsführung IBM Deutschland
GmbH und General Manager DACH IMT. „Mit einem
breiten Netz an internationalen Cloud-Zentren und
dem neuen Standort in Frankfurt bieten wir ihnen
hierzu die optimale Unterstützung.“
Heike Koch
Projektmanagerin
Informationstechnologien
Hessen Trade & Invest GmbH
Telefon 0611 95017-8432, Fax -8620
[email protected]
VEDUS – Virtuelle editierbare 3D-Stadtmodelle
Schon seit Jahrtausenden erstellen Menschen Karten
ihrer Umwelt; ihrer Städte, Siedlungen, Länder und
Kontinente. Die ältesten Karten sind auf ca. 6200 v.
Chr. datiert und als Wandmalereien von neolithischen
Siedlungen in der heutigen Türkei zu bestaunen. Seitdem hat sich die Kartografie stetig weiterentwickelt;
inzwischen erlauben Anwendungen wie Google Earth
oder Nokia Maps 3D nicht nur die zweidimensionale
Darstellung von Satellitenbildern, sondern auch die
dreidimensionale Darstellung von Gelände und
Gebäuden.
Durch die Dreidimensionalität lassen sich die dargestellten Gegebenheiten besser erfassen. Viele Aufgaben im Bereich der Städteplanung, wie zum Beispiel die Simulation und Planung von Lärmschutzmaßnahmen oder die Berücksichtigung von Luftschneisen, Lichteinfall und Funkabdeckungen, erfordern explizit die Berücksichtigung dreidimensionaler Gegebenheiten. Dreidimensionale Stadtmodelle
ergänzen beziehungsweise ersetzen daher nach und
nach herkömmliche Stadtpläne.
Das Erstellen und Pflegen dieser 3D-Stadtmodelle
ist jedoch aufgrund sich immer schneller verändernder Städte sehr zweitaufwendig und kostenintensiv.
Deshalb ist es meist nicht möglich, 3D-Stadtmodelle
mit vertretbarem Aufwand aktuell zu halten. Anwendungen wie Google Earth oder Nokia Maps 3D müssen erst lokal installiert werden, stellen keine offenen
Schnittstellen zur Erweiterung bereit und erlauben
es dem Anwender nicht, 3D-Modelle direkt in der
Anwendung zu editieren. Dies verhindert, dass neue
Anwendungen auf Basis vorhandener Technologien
realisiert und Stadtmodelle durch einen größeren
Anwenderkreis editiert werden können.
Die Wiesbadener Firma weltenbauer. Software Entwicklung GmbH entwickelt seit mehr als zehn Jahren
interaktive Anwendungen im Bereich der dreidimensionalen Computergrafik. Hierbei wurden auch
immer wieder größere Außenbereiche beispielsweise zur Planung von Seilbahnstrecken, Vergnügungsparks oder neuen Stadtvierteln visualisiert,
wodurch Probleme bei der Realisierung der unterschiedlichen Bauvorhaben zum Teil frühzeitig
erkannt und die Planungen entsprechend angepasst
werden konnten. Basierend auf diesen Erfahrungen
entstand die Idee, gemeinsam mit dem Computer
Vision and Mixed Reality Labor der Hochschule
RheinMain ein einheitliches System zur Darstellung
und zum Editieren dreidimensionaler virtueller
Stadt- und Standortmodelle zu entwickeln.
Abbildung 1: Innenstadtbereich von Wiesbaden mit texturierten Gebäudemodellen
Das Ziel war dabei zum einen, dass 3D-Modelle
nahtlos auf beliebigen Endgeräten, vom Desktop-PC
bis zum Smartphone, visualisiert werden können.
Zum anderen sollten die Modelle kollaborativ editiert und damit durch die kollektive Intelligenz eines
möglichst großen Anwenderkreises aktuell gehalten
werden können, um so Fehler und Lücken innerhalb
der Modelle möglichst schnell zu beseitigen.
Im Rahmen des gemeinsam von weltenbauer. und
der Hochschule RheinMain durchgeführten Forschungsprojekts VEDUS wurde entsprechend dieser
Zielsetzung ein System entwickelt, das es erlaubt, virtuelle dreidimensionale Stadtmodelle auf unterschiedlichsten Endgeräten zu visualisieren und kollaborativ zu bearbeiten. Selbst im 3D-Bereich unerfahrene Benutzer können damit Stadtmodelle verändern, weil das System für das einfache Editieren der
3D-Modelle ausgelegt ist.
Als Basis für das Projekt VEDUS diente ein vollständiges dreidimensionales Modell der Stadt Wiesbaden. Dieses wurde vom Tiefbau- und Vermessungsamt der Stadt Wiesbaden zur Verfügung gestellt, die
das Projekt als assoziierter Partner begleitete. Neben
den reinen 3D-Geometrien enthielt das zur Verfügung gestellte Modell Texturen der Häuser und
Gebäude, was die Orientierung im Modell erleichtert (Abbildung 1). Auch Berge werden korrekt visualisiert (Abbildung 2).
Hessen-IT NEWS 1 | 2015
15
Abbildung 2: Visualisierung
des Geländes (am Beispiel
der Stadt Heidelberg)
Abbildung 3: Einsatz von
VEDUS zur Visualisierung
von Points Of Interest (POI)
Bei der Entwicklung des Systems wurde besonders
viel Wert auf die Möglichkeit des kooperativen Bearbeitens sowie auf die Plattformunabhängigkeit
gelegt. Des Weiteren lag ein großes Augenmerk
darauf, freie Standards als Basistechnologien zu verwenden, um ein möglichst offenes System zu schaffen. Für die Umsetzung wurde eine Client-ServerArchitektur gewählt. Hierbei basiert das Backend auf
einem mit node.js realisierten Anwendungsserver,
einem Apache-Webserver zum Ausliefern aller statischen Daten sowie einer mongoDB-Datenbank. Das
Frontend wurde als Webanwendung konzipiert,
bestehend aus einer Webseite und einem Webeditor, basierend auf HTML5, CSS und JavaScript. Das
Backend dient dem Verwalten und Weiterleiten aller
anfallenden Daten. Im Besonderen kann es gängige
16
Hessen-IT NEWS 1 | 2015
Formate aus der 3D-Computergrafik und der Geoinformatik, wie etwa Collada und CityGML, verarbeiten
und aufbereiten. In den Bereich der Aufbereitung
fallen dabei zum Beispiel das Erzeugen von sogenannten Atlas-Maps und das Zusammenfassen von
Geometrien. Des Weiteren bietet es die Möglichkeit,
Daten über ein zuvor festgelegtes Gebiet vom
OpenStreetMap-Projekt abzurufen und diese mittels
verschiedener Projektionsverfahren aus dem zweidimensionalen in den dreidimensionalen Raum zu
überführen. Durch diese Importmechanismen können alle möglichen Objekte in eine Szene geladen
werden, wie etwa Häuser, Flüsse, Windmühlen,
Bäume, bis hin zu einem digitalen Geländemodell
mit Texturen. Abbildung 3 zeigt die Visualisierung
von Points Of Interest (POI) mit VEDUS.
Alle Änderungen an einer dreidimensionalen Szene
werden sofort dem Backend mitgeteilt, welches
diese wiederum unmittelbar allen Nutzern zur Verfügung stellt, die die gleiche Szene in ihrem Webeditor geladen haben. Dies ermöglicht das kooperative
Bearbeiten einer Szene.
Das Frontend ist durch die zugrunde liegenden
Technologien automatisch plattformübergreifend in
dem Sinne, dass zum Betrieb nur ein moderner
Webbrowser sowie ein WebGL-fähiges Gerät benötigt wird; eine Anforderung, die heutzutage von den
meisten PCs, Tablets und Smartphones erfüllt wird.
Das Frontend besteht aus einer Webseite sowie
einem Webeditor und stellt eine User- und eine Szenenverwaltung bereit, mit denen Benutzer beziehungsweise virtuelle 3D-Szenen angelegt, verwaltet
und editiert werden können (Abbildung 4).
Die Firma weltenbauer. konnte durch das Projekt
VEDUS neue Kompetenzen im Bereich der dreidimensionalen Geoinformationssysteme erwerben
und bestehendes Wissen vertiefen. Zurzeit sind erste
Anwendungen in Planung, bei denen Techniken zum
Einsatz kommen, die im Rahmen von VEDUS entwickelt wurden. So wird momentan eine Anwendung
konzipiert, mit der größere Baustellen in einer dreidimensionalen Szene geplant und so Arbeitsabläufe
virtuell erprobt werden können. Die Anwendung
zielt darauf ab, den Einsatz größerer Maschinen wie
zum Beispiel Kräne zu optimieren und mögliche Probleme schon frühzeitig zu erkennen. Durch den
Import von Umgebungsdaten aus einem 3D-Stadtmodell ist es möglich, die virtuelle Baustelle realitätsnah am Rechner nachzubauen und damit mögliche
Kollisionen von Kranauslegern oder Lastobjekten
mit umstehenden Gebäuden zu prüfen.
Abbildung 4: Die Verwaltungsübersicht von VEDUS
Dieses Projekt (HA-Projekt-Nr.: 315/12-05) wurde im Rahmen von
Hessen ModellProjekte aus Mitteln der LOEWE – Landes-Offensive
zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz,
Förderlinie 3: KMU-Verbundvorhaben gefördert.
Projektträger
Das vom Land Hessen geförderte Forschungsprojekt
„Virtuelle editierbare 3D-Stadtmodelle (VEDUS)“,
das zum 1. Januar 2014 gestartet wurde, konnte am
30. Juni 2014 erfolgreich abgeschlossen werden.
Kontakt
Dipl. Inf. Christian Rathemacher
weltenbauer. software entwicklung gmbh
[email protected]
www.weltenbauer-se.de
Prof. Dr. Ulrich Schwanecke
Hochschule RheinMain
[email protected]
cvmr.mi.hs-rm.de
Hendrik Terstiege
Projektmanager
Hessen ModellProjekte
T 0611 95017-8962
[email protected]
www.innovationsfoerderung-hessen.de
Hessen-IT NEWS 1 | 2015
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Termine
29./30.4.2015, Frankfurt
AAL-Kongress und Messe Zukunft
Lebensräume
Wie kann ein selbstbestimmtes und aktives Leben
mit hohen Standards auch im Alter gewährleistet
werden? Wissenschaftler, Hersteller, Dienstleister,
Nutzer sowie Vertreter aus Politik, Wirtschaft und
Verbänden treffen sich und diskutieren branchen- und
fachübergreifend. Hessen-IT richtet einen hessischen
Gemeinschaftsstand aus.
www.house-of-it.eu
7.5.2015, Schloss Biebrich, Wiesbaden
Telekommunikationstag Hessen 2015
Veränderungen des Telekommunikationsmarktes
durch europäische Regulierungsvorhaben und Unternehmen mit globaler Marktmacht
www.hessen-it.de/tk-tag
7./8.5.2015, Fulda
www.breitband-in-hessen.de
fibit´15 – Technologie- und IT-Messe
Aktuellen IT-Trends und Innovationen in der Prozessund Automatisierungstechnik
www.fibit.de
9.5.2015, Darmstadt
GameDays 2015 Publikumstag
Aktuelle Spiele erproben und Workshops zu Entwicklung und Einsatz von Serious Games
www.gamedays2015.de
11./12.5.2015, Messe, Frankfurt
Messe und Kongress Mobikon
Meet the mobile experts – die Mobikon ist die größte
Mobile-Veranstaltung in D/A/CH.
www.mobikon.com
Im Rahmen der Mobikon:
Expertentage des
Arbeitskreises Forum Hessen-IT
Themen: Solution Selling und Cloud-Praxis
www.hessen-it.de/expertentage
19./20.5.2015, Wiesbaden
Workshop
Erfolgreiche Antragstellung im KMU-Instrument
und Fast Track to Innovation in Horizon 2020
www.een-hessen.de/Veranstaltungen
18.6.2015, Frankfurt
6. Hessischer Breitbandgipfel
Fachlich liegt der Schwerpunkt des Breitbandgipfels
2015 auf der Optimierung der Flächenabdeckung
und der Steigerung des Traffics in neuen Netzen.
Ergänzend wird die Perspektive Nachhaltigkeit –
sozial, ökologisch und ökonomisch – betrachtet.
www.breitband-in-hessen.de/breitbandgipfel
30.6.2015, Frankfurt
Mobile Health Forum
Digitalisierte Gesundheitsfürsorge – Medizin, Pflege,
Fitness auf allen Wegen
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www.mobilehealthforum.de
6. Hessischer
Breitbandgipfel
Donnerstag, 18. Juni 2015
Kap Europa, Messe Frankfurt
Frankfurt am Main
FotoMak©fotolia.com
Traffic meets Net: Flächendeckung
und Wirtschaftlichkeit
Im Jahr 2015 findet bereits der 6. Hessische Breitbandgipfel statt.
Fachlich liegt der Schwerpunkt auf der Optimierung der Flächenabdeckung und der Steigerung des Traffics in neuen Netzen. Im
Vordergrund stehen dabei Marketingmaßnahmen zur Erhöhung
der Take-Rates und der Einsatz innovativer Anwendungen in Hochleistungsnetzen – beides sorgt für eine steigende Nachfrage und
bessere Wirtschaftlichkeit.
Im Bereich der Flächendeckung sollen Maßnahmen zur Anbindung unversorgt gebliebener Kommunen, Möglichkeiten und
Grenzen der Mobilfunktechnik LTE, Erfahrung mit Vectoring und
der Roll-Out von W-LAN aufgezeigt werden. Grundlegend soll
dabei auch betrachtet werden, wie sich der Breitbandausbau unter
der Perspektive Nachhaltigkeit – sozial, ökologisch und ökonomisch – darstellen lässt.
Informationen und Anmeldung:
www.breitband-in-hessen.de/breitbandgipfel