KOnzert Mit PauKenschlag - Württembergisches Kammerorchester

KOnzert
Mit Paukenschlag
8. heilbronner konzert
mi 15. april 2015
19.30 uhr
theodor-heuss-saal
harmonie heilbronn
8. heilbronner konzert
KOnzert Mit Paukenschlag
Sergei Nakariakov // Trompete
Herbert Schuch // Klavier
Gustavo Gimeno // Dirigent
Württembergisches Kammerorchester Heilbronn
Joseph Haydn (1732-1809)
ca. 25 Min.
I. Allegro // II. Adagio // III. Menuetto // IV. Finale (Allegro)
Sinfonie Es-Dur Hob. I:43 „Merkur“ (1770/71) Johann Nepomuk Hummel (1778-1837)
ca. 35 Min.
I. Allegro con spirito // II. Andante // III. Rondo (Allegro)
Konzert für Trompete und Orchester Es-Dur (1803) PAUSE (exklusiver CD-Verkauf im Foyer)
Dmitri Schostakowitsch (1906-1975)
Konzert für Klavier, Trompete und Streichorchester
Nr. 1 c-Moll op. 35 (1933)
ca. 20 Min.
I. Allegretto // II. Lento // III. Moderato // IV. Allegro con brio
Joseph Haydn (1732-1809)
Sinfonie G-Dur Hob. I:94 „Mit dem Paukenschlag“ (1791)
ca. 25 Min.
I. Adagio – Vivace Assai // II. Andante
III. Menuetto (Allegro molto) // IV. Finale (Allegro di molto)
Mit freundlicher Unterstützung von
Herbert Schuch
Joseph Haydn
„Surprise“ – dieser Beiname hat sich im englischen Sprachraum für Joseph Haydns Sinfonie Nr. 94 eingebürgert. Er
könnte allerdings ebensogut für die drei übrigen Werke des
heutigen Programms stehen, denn Überraschungen, bewusste Täuschungen der Hörerwartung enthalten sie alle in
reichem Maß. Einige dieser Überraschungen entfalten ihre
Wirkung auch in unserer Zeit noch ganz unmittelbar – etwa
die harten Stilbrüche in Schostakowitschs erstem Klavierkonzert. Eine andere Überraschung hat sich inzwischen ein wenig abgenutzt: Auf das berühmte Fortissimo im Andante der
späten Haydn-Sinfonie lauern heutige Zuhörer ja geradezu.
Und dann gibt es paradoxerweise auch Überraschungen, auf
die man vorbereitet sein muss, um sie würdigen zu können:
Nur wer sich in die Erwartungshaltung der Hörer im frühen
19. Jahrhundert versetzt, kann mit ihnen über die völlig neuartige Führung der Trompetenstimme in Johann Nepomuk
Hummels Konzert staunen.
Harmlos bis exzentrisch – Joseph Haydns Sinfonie Nr. 43
In Haydns künstlerischer Entwicklung war die Zeit von etwa
1765 bis Anfang der 1770er von entscheidender Bedeutung.
Musikautoren haben für sie den Begriff einer „Sturm und
Drang“-Periode eingeführt. Zwar erscheint diese Charakterisierung nicht ganz treffend, denn Haydns Persönlichkeit
hatte nichts vom Weltschmerz und der genialischen Unruhe
der „Sturm und Drang“-Literaten, die wenige Jahre später in
Europa für Furore sorgten. Doch eine ganze Reihe von Werken des fürstlich Esterhazyschen Kapellmeisters rechtfertigt
den Begriff „Sturm und Drang“ dennoch. Während andere
Komponisten Sinfonien nur als gefällige Unterhaltungsmusik
verstanden, zeigen Haydns Werke um 1770 eine unerhörte
Experimentierfreude und eine Ausdrucksintensität, wie sie
die Zeitgenossen allenfalls aus der Oper kannten. Sie spiegelt
sich teils in populären Beinamen wie „La Passione“ (Sinfonie Nr. 49), „Trauersinfonie“ (Nr. 44) oder „Lamentatione“
(Nr. 26). Und auch die Sinfonie Nr. 43 mit dem weniger passenden, erst im 19. Jahrhundert eingeführten Titel „Merkur“
erweist sich als höchst unkonventionell.
Der erste Satz des 1770/71 entstandenen Werks beginnt
scheinbar harmlos mit einem Thema aus mehreren Phrasen,
die jeweils nach einem eröffnenden Forte-Schlag mit sanften,
entspannten Klängen zur Grundtonart Es-Dur zurückfinden.
Erst in Takt 26, nachdem der Hörer fast schon die Hoffnung
auf neue Entwicklungen aufgegeben hat, stürzen plötzlich
die Violinen mit lauten Tremolo-Sechzehnteln herab und der
harmonische Rhythmus beschleunigt sich. Eine kraftvolle
Überleitung führt zum zweiten Thema, das wie oft bei Haydn
aus dem ersten abgeleitet ist. Nach der Wiederholung der Exposition narrt Haydn den Hörer in der Durchführung mit
einer Reihe von „Scheinreprisen“ bis der Satzbeginn tatsächlich wieder aufgenommen wird. Vom Klang der gedämpften
Violinen und ihrer empfindsamen Seufzermelodik ist das
folgende Adagio geprägt. Im Menuett stiften motivische Gemeinsamkeiten mit dem ersten Allegro einen satzübergreifenden Zusammenhang. Das Finale schließlich wirkt mit seinen
melodischen Aufwärtssprüngen, chromatischen Fortschreitungen und vor allem den unregelmäßigen Phrasenlängen
und Pausen noch um einiges exzentrischer als der Kopfsatz.
Von der Fanfare zur Melodie – Johann Nepomuk Hummels
Trompetenkonzert
Johann Nepomuk Hummels Konzert aus dem Jahr 1803
spricht uns durch seine musikalischen Qualitäten noch heute unmittelbar an, doch seine historische Bedeutung können
Johann Nepomuk Hummel
moderne Hörer leicht übersehen. Um 1800 wäre den meisten
Musikern nämlich die Komposition eines Trompetenkonzerts
völlig abwegig erschienen: Längst war ja die barocke Kunst
des Clarinblasens, die dem Trompeter eine komplette Tonskala bereit stellte (allerdings nur in der höchsten und schwierigsten Lage), zur Bedeutungslosigkeit abgesunken. Und wie
sollte man mit den wenigen natürlichen Obertönen der tiefen
und mittleren Lage Melodien oder gar virtuose Passagen spielen, wie sie ein Solokonzert verlangt? Doch bereits seit dem
späten 18. Jahrhundert experimentierten in verschiedenen
europäischen Städten junge Trompeter mit baulichen Veränderungen ihres Instruments. Mit verlängernden Setzstücken,
Klappen, Zügen und schließlich Ventilen suchten sie die Lücken zwischen den Tönen der Naturtonreihe im mittleren
und tiefen Register zu schließen. Einer dieser innovativen
Musiker war Anton Weidinger (1767–1852), Trompeter des
Wiener Hoforchesters. Er entwickelte die erste voll chromatische Trompete, indem er Löcher in das Rohr bohrte, die er
mit gepolsterten Klappen versah. Und um seine Erfindung
bekannt zu machen, bestellte er Konzerte – etwa bei Joseph
Haydn, Leopold Kozeluch, Franz Xaver Süßmayr – und bei
Johann Nepomuk Hummel.
Hummel war vor allem als Klaviervirtuose berühmt, doch
sein Schaffen umfasste sämtliche Gattungen von der Orches-
ter- und Kammermusik über Kirchenkompositionen bis hin
zu Bühnenwerken – wie es seine Positionen als Konzertmeister des Fürstenhauses Esterházy in Eisenstadt (1804–1811),
Opernchef in Stuttgart (1816–1819) und Kapellmeister in
Weimar (1819–1837) eben mit sich brachten. Heute werden
vor allem noch seine beiden Bläserkonzerte gespielt: eines für
Fagott und das Trompetenkonzert, das Anton Weidinger am
Neujahrstag 1804 erstmals aufführte. Sein Solopart beginnt
mit einem aufwärts gerichteten Dreiklang gefolgt von einer
fallenden Oktav im punktierten Rhythmus. Dieser Anfang
muss das zeitgenössische Publikum eingelullt haben, denn für
fanfarenartige Motive und rhythmische Akzentuierung war
die Trompete traditionell ja auch im Orchester zuständig.
Gleich im Anschluss folgt jedoch höchst überraschend eine
Melodie in kleinen und dann noch kleineren, nämlich chromatischen Tonschritten. Das Ende der Stelle klingt wieder
so unschuldig wie ihr Beginn: Wir hören Dreiklänge und einen Oktavsprung. In der Durchführung des Kopfsatzes nutzt
Hummel die Möglichkeiten des Instruments, um auch in
entferntere Tonarten zu modulieren. Und im folgenden Andante, das mit seinem Moll-Beginn fast an ein romantisches
Nocturne denken lässt, hat die Trompete Triller und andere
Verzierungen auszuführen. Einen Marsch von Luigi Cherubini zitiert Hummel schließlich im hochvirtuosen Rondo – er
wird heutigen Hörern kaum mehr bekannt sein, doch damals
sorgte der „Themenklau“ sicher für Heiterkeit.
Appassionata und Gassenhauer – Dmitri Schostakowitschs
Klavierkonzert Nr. 1
Dmitri Schostakowitschs Konzert op. 35 aus dem Jahr 1933
ist unter zwei Bezeichnungen bekannt. Heute firmiert es
meist als „Klavierkonzert Nr. 1“, doch bevor Schostakowitsch
1956/57 für seinen Sohn Maxim ein zweites Konzert schrieb,
trug das Werk den Titel „Konzert für Klavier, Trompete und
Streichorchester“. Tatsächlich ist der Einsatz der Trompete
als zweites Soloinstrument ein auffälliger Zug des Konzerts.
Sie ist zwar kein völlig gleichwertiger Partner des Klaviers,
steuert aber immer wieder Kommentare, Erwiderungen und
witzig-ironische Einwürfe bei. Und vor allem trägt sie viel
zum parodistischen Charakter der Komposition bei. Die-
ser Charakter zeigt sich gleich zu Beginn des ersten Satzes,
wenn nach wenigen Takten die ersten Töne von Beethovens
„Appassionata“-Sonate erklingen. Dem pathetischen Gestus dieser Eröffnung stellt Schostakowitsch ohne Übergang
wunderschöne lyrische, aber auch bewusst triviale Melodien,
freche Schlager-Intonationen und schmissige Fanfaren gegenüber.
Eine Atmosphäre unruhiger Melancholie prägt den zweiten
Satz. Langsame Walzerfiguren begleiten zu Beginn die klagende Melodie der Violine, bevor der Pianist einsetzt. Nach
einem Solo des Klaviers steigert sich die Spannung, bis der
Satz in schweren Bass-Akkorden des Klaviers seinen Höhepunkt erreicht und schließlich wieder den langsamen Walzer
des Beginns aufnimmt – nun mit der Trompete als Dialogpartner. Kaum mehr als ein kurzes Zwischenspiel bietet der
dritte Satz. Zum parodistischen Charakter des Kopfsatzes
kehrt danach das quirlige Finale zurück. Bekannte Melodien
werden zitiert, etwa aus Beethovens Rondo „Die Wut über
den verlorenen Groschen“, einer Klaviersonate von Haydn
(D-Dur Hob. XVI:37) oder einem Gassenhauer aus der ukrainischen Hafenstadt Odessa („Wie laut war es doch im Haus
der Schneersons“). Aber auch bestimmte Stile wie Zirkusmusik oder Vaudeville nimmt Schostakowitsch aufs Korn. In
vielen Melodien tragen „falsche“ Noten und abrupte Tonartwechsel zum humoristischen Eindruck bei. Wie schon der
erste Satz wirkt auch der vierte mit seinen Verfolgungsjagden und melodramatischen Szenen fast wie Musik zu einem
Stummfilm. Nicht umsonst hatte sich Schostakowitsch während einiger Studienjahre seinen Lebensunterhalt als Kinopianist verdient.
Mit Pauken gegen Musikfeinde – Haydns Sinfonie Nr. 94
Gut zwei Jahrzehnte nach der Sinfonie Nr. 43 und unter ganz
anderen Bedingungen schrieb Joseph Haydn seine Sinfonie
Nr. 94. Als sein Dienstherr Fürst Nikolaus Esterházy 1790
starb, löste dessen Sohn Anton die Kapelle auf. Abgesichert
durch eine stattliche Pension, reiste Haydn nach London,
um zu den Subskriptionskonzerten des Geigers Johann Peter
Salomon sechs Sinfonien (Nr. 93–98) beizusteuern. Sechs weitere kamen bei einem zweiten England-Aufenthalt 1794/95
zur Aufführung. Die Kritiken waren ausgezeichnet: „Nie vielleicht“, so berichtete der „Morning Chronicle“, „hatten wir
einen reicheren musikalischen Genuss. Freilich ist es nicht zu
verwundern, dass Haydn den für Musik empfänglichen Herzen ein Gegenstand der Verehrung, ja Anbetung sein muss;
denn gleich unserm Shakespeare bewegt und regiert er die
Leidenschaften nach seinem Willen.“ Seinen Erfolg musste
sich Haydn allerdings hart erarbeiten, denn die SalomonKonzerte, bei denen er unter Vertrag stand, rivalisierten mit
den „Professional Concerts“. Im Wettstreit um die attraktivste Musik hatte dieses Unternehmen den Haydn-Schüler
Ignaz Pleyel (1757–1831) für sich gewonnen und streute nun
gezielt das Gerücht, Haydn sei müde und ausgelaugt. Dieser
ließ sich davon nicht irritieren und nach einigen Monaten
konnte er zufrieden feststellen: „Ohngeachtet der großen
Opposition und Musikfeinde, so wider mich sind und sich
besonders samt meinem Schüler Pleyel diesen Winter alle
Mühe gaben, mich herabzusetzen, erhielte ich (gottlob) die
Oberhand.“
Einen wesentlichen Anteil daran hatte zweifellos die triumphale Uraufführung der Sinfonie Nr. 94 G-Dur am 23. März
1792. Und diese Aufführung wiederum verdankte ihren Erfolg zum großen Teil einem einzigen Takt, nämlich dem sechzehnten des zweiten Satzes. Zuvor wird in diesem Andante
mit Variationen eine einfache, volksliedhafte Melodie leise
von den Geigen vorgetragen. Die ersten acht Takte des Themas werden noch leiser wiederholt, bevor ein völlig überraschendes Fortissimo des ganzen Orchesters die Idylle zerstört.
Danach setzt Haydn den Satz fort, als wäre nichts gewesen.
Natürlich liegt die Vermutung nahe, der Komponist habe
mit diesem Überraschungscoup die „Konzertschläfer“ im Publikum aufschrecken wollen. Danach befragte ihn auch sein
Biograph Georg August Griesinger: „Nein, erhielt ich zur
Antwort, sondern es war mir daran gelegen, das Publikum
durch etwas Neues zu überraschen und auf eine brillante Art
zu debütieren, um mir nicht den Rang von Pleyel, meinem
Schüler, ablaufen zu lassen [...] Das erste Allegro meiner Sin-
fonie wurde schon mit unzählichen Bravos aufgenommen,
aber der Enthusiasmus erreichte bei dem Andante mit dem
Paukenschlag den höchsten Grad. ‚Ancora, Ancora!’ schallte
es aus allen Kehlen, und Pleyel selbst machte mir über meinen Einfall sein Kompliment.“
Über dem spektakulären Effekt, der dem Werk die Beinamen
„Mit dem Paukenschlag“ und „Surprise“ einbrachte, sollte
man allerdings nicht die Qualitäten der übrigen Sätze vergessen. Der Kopfsatz mag dem Londoner Publikum vielleicht
wegen des tänzerischen Charakters (6/8-Takt) der beiden
Themen gefallen haben. Das Menuett nähert sich vor allem
durch sein rasches Tempo einem Scherzo an, und das Finale
beeindruckt gleichermaßen durch raffinierte Konstruktion
(als Sonatenrondo) und effektvolle Virtuosität.
Jürgen Ostmann
Sergei Nakariakov
Geboren wurde Sergei Nakariakov 1977 in Gorki. Seine musikalische Laufbahn begann er zunächst mit dem Klavierspiel,
ab 1986 folgte dann ein intensives Trompetenstudium. Seit
Anfang der 90er Jahre ist er in vielen Musikmetropolen und
bei zahlreichen Festivals aufgetreten, so u. a. in der Royal
Festival Hall, bei den Musikfestivals in Cannes, Menton,
Strasbourg, Verbier, Montreux, Mostly Mozart in New York
und bei den Proms in London. Außerdem unternimmt er regelmäßig Tourneen durch Japan.
Zahlreiche Begegnungen mit renommierten Solisten zeichneten hierbei Sergei Nakariakovs Weg. Unter anderem spielte
er mit Evgeni Kissin Schostakowitschs Klavierkonzert Nr. 1
in Finnland, mit Tatjana Nikolaeva bei den Salzburger Festspielen und mit Martha Argerich beim Festival in Montreux.
Zu den Dirigenten, mit denen er zusammengearbeitet hat,
gehören Vladimir Ashkenazy, Yuri Bashmet, Jiří Bělohlávek,
Christoph Eschenbach, Dmitri Kitajenko, Emmanuel Krivine, Sir Neville Marriner, Kent Nagano und Jaap van Zweden.
2002 wurde er mit dem ECHO Klassik als Instrumentalist
des Jahres ausgezeichnet.
In Deutschland verbuchte Sergei Nakariakov seine jüngsten
Erfolge u. a. mit Gastspielen in der Hamburger Laeiszhalle und der Alten Oper Frankfurt, beim Kissinger Sommer,
beim Rheingau und Schleswig-Holstein Musik Festival.
Regelmäßig unternimmt der Ausnahme-Trompeter ausgedehnte Tourneen und spielt Konzerte in allen wichtigen
Städten des Landes. Er konzertierte unter anderem mit dem
BBC Symphony Orchestra, St. Martin in the Fields, der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn, dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Radiosinfonie-Orchester Frankfurt, RSO
Stuttgart, dem Rundfunksinfonieorchester Saarbrücken, dem
MDR-Sinfonieorchester Leipzig, dem Kölner sowie dem
Zürcher und Münchner Kammerorchester.
Jörg Widmann komponierte eigens für Sergei Nakariakov das
Trompetenkonzert „Ad Absurdum“. Der Komponist hat ihm
das Werk nicht nur gewidmet, sondern auch auf die einzigartigen technischen Fähigkeiten und die damit verbundenen
Möglichkeiten der sogenannten „Zirkularatmung“ zugeschnitten.
Seine Diskographie umfasst die berühmtesten Trompetenkonzerte und Solowerke sowie Bearbeitungen hochvirtuoser
Instrumentalkonzerte, die er u. a. mit dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn sowie dem Philharmonia Orchestra of London unter der Leitung von Vladimir
Ashkenazy eingespielt hat. 2012 erschien bei Warner eine
Recital-CD mit dem Titel „Widmung“, die Sergei Nakariakov und seine langjährige Klavierpartnerin Maria Meerovitch
eingespielt haben.
Herbert Schuch
Der Pianist Herbert Schuch hat sich mit seinen dramaturgisch durchdachten Konzertprogrammen und CD-Aufnahmen als einer der interessantesten Musiker seiner Generation
einen Namen gemacht. 2013 erhielt er den ECHO Klassik
für seine Aufnahme des Klavierkonzerts von Viktor Ullmann
sowie Beethovens Klavierkonzert Nr. 3 gemeinsam mit dem
WDR Sinfonieorchester unter der Leitung von Olari Elts.
Bereits 2012 war Herbert Schuch für seine Aufnahme der
Quintette für Klavier und Bläser von Mozart und Beethoven
mit einem ECHO Klassik in der Kategorie „Kammermusikeinspielung des Jahres“ ausgezeichnet worden.
Herbert Schuch arbeitet unter anderem mit Orchestern wie
dem London Philharmonic Orchestra, dem NHK Symphony Orchestra, der Camerata Salzburg, dem Residentie Orkest Den Haag, den Bamberger Symphonikern, der Dresdner
Philharmonie und den Rundfunkorchestern des hr, MDR,
WDR, NDR Hannover und DR (Danmarks Radio). Er ist
regelmäßig Gast bei Festspielen wie dem Heidelberger Frühling, dem Kissinger Sommer, dem Rheingau Musik Festival,
dem Klavier-Festival Ruhr und den Salzburger Festspielen.
Eine erfolgreiche Zusammenarbeit verbindet ihn mit Dirigenten wie Pierre Boulez, Andrey Boreyko, Douglas Boyd,
Lawrence Foster, Eivind Gullberg Jensen, Jakub Hrusa,
Jun Märkl, Yannick Nézet-Séguin, Jonathan Nott, Michael
Sanderling und Alexander Vedernikov.
2014 präsentiert Herbert Schuch einen Zyklus aus sechs
Konzertprogrammen mit Werken von Franz Schubert und
Leoš Janáček an verschiedenen Orten, unter anderem dem
Mozarteum Salzburg. Passend dazu erschien im Herbst 2013
eine Solo-CD von Herbert Schuch, auf der er mit Werken
von Franz Schubert und Leoš Janáček zu hören ist.
Herbert Schuch wurde 1979 in Temeschburg (Rumänien)
geboren. Nach erstem Klavierunterricht in seiner Heimatstadt übersiedelte die Familie 1988 nach Deutschland, wo er
seither lebt. Seine musikalischen Studien setzte er bei Kurt
Hantsch und dann bei Karl-Heinz Kämmerling am Salzburger Mozarteum fort. In jüngster Zeit erfährt Herbert Schuch
in besonderer Weise Prägung in der Begegnung und Arbeit
mit Alfred Brendel. Internationales Aufsehen erregte er, als er
innerhalb eines Jahres drei bedeutende Wettbewerbe in Folge
gewann, den Casagrande-Wettbewerb, den London International Piano Competition und den Internationalen Beethovenwettbewerb Wien.
Herbert Schuch engagiert sich neben seiner Konzerttätigkeit
in der von Lars Vogt gegründeten Organisation „Rhapsody
in School“, welche sich für die Vermittlung von Klassik in
Schulen einsetzt.
Gustavo Gimeno
Nach Debüts beim Royal Concertgebouw Orchestra, den
Münchner Philharmonikern und weiteren internationalen
Klangkörpern wurde Gustavo Gimeno im Juni 2014 zum
neuen Musikdirektor des Orchestre Philharmonique du
Luxembourg berufen und tritt diese Position mit Beginn der
Spielzeit 2015/16 an.
Gastdirigate führen Gustavo Gimeno in der Spielzeit 2014/15
zu Orchestern wie dem Tonhalle Orchester Zürich, Rotterdam Philharmonic Orchestra, City of Birmingham Sympho-
ny Orchestra, Radio-Sinfonieorchester Stuttgart, Deutschen
Symphonie-Orchester Berlin, Netherlands Radio Philharmonic Orchestra, Orquesta Sinfónica de RTVE oder dem Danish National Symphony Orchestra.
Am Palau de les Arts Reina Sofía Valencia leitet Gustavo
Gimeno im Frühjahr 2015 eine Neuproduktion von Bellinis
„Norma“.
Seine internationale Dirigentenkarriere begann Gustavo
Gimeno 2012, zu dieser Zeit noch Solo-Schlagzeuger beim
Royal Concertgebouw Orchestra, als Assistent von Mariss
Jansons.
Maßgebliche Erfahrungen in den vergangenen Jahren sammelte er zudem als Assistent von Bernard Haitink und
Claudio Abbado, der als Mentor seinen Werdegang intensiv
förderte und ihn in vielerlei Hinsicht prägte.
Gustavo Gimenos musikalische Offenheit zeigt sich in der engen musikalischen Zusammenarbeit mit Komponisten wie Pierre Boulez, Peter Eötvös, George Benjamin, Theo Loevendie,
Jacob ter Veldhuis oder dem jungen spanischen Komponisten
Francicso Coll. Im Februar 2014 dirigierte er die Europäische
Erstaufführung von Magnus Lindbergs 2. Klavierkonzert,
eine Auftragskomposition des Royal Concertgebouw Orchestra, gespielt von Yefim Bronfman.
Gustavo Gimeno, 1976 im spanischen Valencia geboren, lebt
mit seiner Familie in Amsterdam.
besetzung 8. heilbronner konzert
Violine 1
Zohar Lerner
Dr. Nanna Koch
Marlise Riniker
Aleksandar Maletic
Jun Hee An
Rebecca Boyer
Violine 2
Megan Chapelas
Stefan Schubert
Frank Willekens
Gretchen Wallbrunn
Johannes Hehrmann
Viola
Irene Lachner
Hans Georg Fischer
Stefan Maneth
Götz Engelhardt
Violoncello
Gabriel Faur
Georg Oyen
Patrick Burkhardt
Franc Quero-Lehmann
Kontrabass
Blake Thomson
Arthur Balogh
Flöte
Tamar Romach
Veronika Fuchs
Oboe
Michael Sieg
Maki Kalesse-Sugano
Klarinette
Julius Kircher
Georg F. Mayer
Fagott
Ulrich Hermann
Detlef Reikow
Horn
Michael Hintze
Kartini Suharto-Martin
Trompete
Sebastian Krystek
Peter Maaßen
Pauke
Peter Hartmann
konzertvorschau
9. heilbronner konzert
Mit augenzwinkern
mi 06. mai 2015 // 19.30 Uhr
//
Nils Mönkemeyer // Viola
Zohar Lerner // Violine // Satoko Koike // Violine
Ruben Gazarian // Dirigent
Württembergisches Kammerorchester Heilbronn
Werke von Mozart, Schnittke & Haydn
Der Bratscher Nils Mönkemeyer ist wieder zu Gast! Von
Haus aus muss sein Instrument viel Hohn aushalten – wer
kennt sie nicht, die berühmten Bratschenwitze? Im Verlauf
des Abends wird deutlich, dass viel Humor dabei ist, wenn
Alfred Schnittke in „Moz-Art à la Haydn“ die beiden großen
Klassiker in einen Topf wirft und zitiert oder wenn Joseph
Haydn seine Musiker in der „Abschiedssinfonie“ nach und
nach in den Urlaub schickt.
Dieses Programm wird am 7. Mai auch im Ulmer Kornhaus, am 8. Mai
in der Stadthalle Aalen und am 9. Mai im Saalbau Witten aufgeführt.
WKO im SOCIAL WEB
Vorbeischauen lohnt sich!
impressum
Herausgeber // Württembergisches Kammerorchester Heilbronn
Geschäftsführender Intendant: Dr. Christoph Becher
Moltkestraße 11, 74072 Heilbronn
Tel.: + 49-7131-2710950, Fax: + 49-7131-2710959
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