Programm 2015 - Literaturtage Rapperswil-Jona

Lesung/Matinée
Fr. 20.–
Kindervorstellung Kinder
Fr. 10.–
Kindervorstellung Erwachsene
Fr. 15.–
Literarisches Menü (trockenes Gedeck) Fr. 75.–
Dreitageskarte ohne Menü
Fr. 100.–
SAMSTAG, 21. MÄRZ
14.00 Uhr Schullesung für die Oberstufe
19.00 Uhr Apéro
15.00 Uhr Lesung
Stefan Bachmann
19.30 Uhr Eröffnung durch
Stadtpräsident Erich Zoller
Catalin Dorian
Florescu
«Bartholomew hat aus nächster Nähe mit angesehen, wie sich ein Tor zwischen seiner Welt und dem
verzauberten Feenforst auftat und seine Schwester
dahinter verschwand. Er hatte versprochen, Hettie
nach Hause zu holen, koste es, was es wolle. Aber
was ist, wenn die bösen Wesen nur den richtigen
Moment abwarten, um auch ihn zu entführen?»
VORVERKAUF
www.literaturtage-rapperswil-jona.ch
Rahmenatelier & Galerie im bild,
Schmiedgasse 32, 8640 Rapperswil
Wir danken allen unseren Sponsoren
für die grosszügige Unterstützung:
Stadt Rapperswil-Jona
Amt für Kultur St. Gallen
Ortsgemeinde Rapperswil-Jona
Leuzinger & Benz Kommunikation
S7
Rapperswil-Jona
Alte Jona
strasse
Sc
hö
nb
od
en
st
ra
ss
e
FREITAG, 20. MÄRZ
Stefan Bachmann (1993), geboren in Boulder/
Colorado, lebt in Zürich, wo er seit seinem
11. Lebensjahr das Konservatorium besucht
(und dort inzwischen die Fächer Orgel und
Komposition studiert), ansonsten aber von seiner Mutter bis zum Highschool-Abschluss zu
Hause unterrichtet wurde. Er will Filmkomponist
werden. Mit 16 schrieb er, inspiriert von seiner
Liebe zu Steampunk, Charles Dickens und C.S.
Lewis’ «Chroniken von Narnia», sein Debüt, «Die
Seltsamen» – ein Riesenerfolg in den USA und
nun auch in Deutschland und der Schweiz. Stefan
Bachmann liest aus «Die Wedernoch».
EI NT R I T T S P R E IS E
se
stras
Jona
Neue
FREITAG, 20. MÄRZ
Kunst(Zeug)Haus
Daniela Colombo, Marianne Hegi,
Lucia Studerus Widmer
e
trass
hers
Zürc
wil
Liebe Leserinnen und Leser
Vom 20. bis 22. März finden in Rapperswil
zum zehnten Mal die Literaturtage statt. Mit
Lesungen, einem literarischen Menü sowie
einer Matinée mit der szenischen Lesung eines
Briefwechsels soll das Kunst(Zeug)Haus für drei
Tage buchstäblich zum Begegnungsort werden.
Wir hoffen, mit dem vielseitigen Programm auch
Sie anzusprechen und freuen uns über Ihren
Besuch.
S5
Busse ab Bahnhof Rapperswil, Haltestelle
Zeughaus: Linie 622 und Linie 995 fahren im
Halbstundentakt, jeweils um .03 Uhr und .33 Uhr
Parkplätze: Kunst(Zeug)Haus, Teuchelweiherwiese
Jona
Kunst(Zeug)Haus
20.00 Uhr Einführung – Lesung
Die Einführung zu Peter Stamm hält Dr. Ralf
Klausnitzer (Humboldt Universität zu Berlin).
Peter Stamm
Peter Stamm, geboren 1963, studierte nach
einer kaufmännischen Lehre einige Semester
Anglistik, Psychologie, Psychopathologie und
Wirtschaftsinformatik. Längere Aufenthalte in
Paris, New York und Skandinavien. Peter Stamm
arbeitete in verschiedenen Berufen, unter anderem in Paris und New York, seit 1990 als
freier Autor und Journalist. Er schrieb mehr
als ein Dutzend Hörspiele. 2012 wurde Peter
Stamm mit dem Bodensee-Literaturpreis der
Stadt Überlingen ausgezeichnet, 2013 wurde er
Mainzer Stadtschreiber und 2014 wurde ihm der
Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg
verliehen. Zuletzt erschienen der Roman
«Nacht ist der Tag» und unter dem Titel «Die
Vertreibung aus dem Paradies» seine Bamberger
Poetikvorlesungen. Peter Stamm liest aus seiner
neuesten Erzählsammlung «Der Lauf der Dinge».
Peter Stamm erzählt gelassen und mit grosser
Präzision, mit wenigen Worten entfaltet er Welten:
Momentaufnahmen eines Glücks entstehen oder die
Sehnsucht nach Veränderung. Seine Figuren erleben Enttäuschungen und Wunder. In klaren Sätzen
und bewegenden Bildern entstehen Augenblicke
grösster Intensität. Die Leser dieser Erzählungen
verstehen mehr: von der Liebe, dem Menschen,
vom Leben. Peter Stamm ist ein Meister der
Kurzgeschichte.
Kunst(Zeug)Haus
Catalin Dorian Florescu (1967) in Timisoara,
Rumänien geboren. 1976 erste Ausreise mit seinem Vater nach Italien und Amerika. Rückkehr
nach Rumänien, acht Monate später. 1982 erneute Flucht mit den Eltern in den Westen. Seitdem
wohnhaft in der Schweiz. Hochschulstudium
der Psychologie und Psychopathologie an
der Universität Zürich. Abschluss 1995. Von
1995 bis 2001 als psychotherapeutischer
Begleiter in einem Rehabilitationszentrum
für Drogenabhängige tätig. Fünfjährige
Weiterbildung in Gestalttherapie. 2007: Berater
für Suchtprobleme in Dielsdorf, Kanton Zürich.
Lebt seit Dezember 2001 – mit einem Jahr
Unterbruch: 2007 – als freier Schriftsteller in
Zürich. Er liest aus «Jacob beschliesst zu lieben»
und aus «Zaira».
Erzählt wird die abenteuerliche Lebens- und
Familiengeschichte des Jacob Obertin, aufgespannt
zwischen Lothringen und dem rumänischen Banat.
Es ist eine Geschichte von Liebe und Freundschaft,
Flucht und Verrat und darüber, wie die Fähigkeit
eines Menschen zu lieben ihn über alles hinwegretten kann. Jacob wird mit dem Kampf um Macht
und Besitz konfrontiert, wird vom eigenen Vater
verraten und verliert seine erste Liebe.
In «Zaira» erzählt Florescu die Geschichte einer
Reise von Osteuropa bis nach Amerika. Es ist auch
die Geschichte einer unmöglichen Liebe, die die
Jahrzehnte überdauert. Farbig und prall und mit
einem verblüffenden Schluss entwirft der Roman
das Bild einer Epoche voller dramatischer Konflikte.
SAMSTAG, 21. MÄRZ
SONNTAG, 22. MÄRZ
SAMSTAG, 21. MÄRZ
Figurentheater Zeughaus
17.00 Uhr Einführung – Lesung
15.00 Uhr Kindertheater
Die Einführung zu Monika Maron hält Dr. Ralf
Klausnitzer (Humboldt Universität zu Berlin).
Frau Holle
Figurenspiel der Rapperswiler Marionetten mit
Stabpuppen und Tisch-Marionetten nach einem
Märchen der Gebrüder Grimm.
«Es waren einmal… zwei Schwestern, die beide
Marie hiessen. Obwohl sie denselben Namen trugen, hätte ihr Alltag nicht unterschiedlicher sein
können. Die eine musste von morgens bis abends
schwer schuften und erhielt von Stiefmutter und
Stiefschwester kein gutes Wort. Die andere führte
das Leben einer Prinzessin. Auf abenteuerlichem
Wege gelangten beide Mädchen ins Reich von
Frau Holle. Was sie hier erlebten und wie sie
die ihnen gestellten Aufgaben lösten, erzählt diese
Geschichte.»
Der Name der Brüder Grimm ist untrennbar verbunden mit ihren Kinder- und Hausmärchen. Auf
ihren Wanderungen trugen Jacob und Wilhelm
zusammen, was ihnen der Volksmund erzählte.
Um die mündlichen Überlieferungen für die
Nachwelt zu erhalten, schrieben sie das Erzählte
auf. Dieser so entstandene Märchenschatz für
Gross und Klein wurde erstmals 1812/15 veröffentlicht.
Kunst(Zeug)Haus
Monika Maron
Monika Maron (1941) in Berlin geboren,
wuchs in der DDR auf, übersiedelte 1988 in
die Bundesrepublik und lebt seit 1993 wieder
in Berlin. Sie veröffentlichte u.a. die Romane
«Flugasche», «Die Überläuferin», «Stille Zeile
sechs», «Animal triste», «Pawels Briefe. Eine
Familiengeschichte», «Endmoränen» und «Ach
Glück», ausserdem mehrere Essaybände und die
Reportage «Bitterfelder Bogen». Zuletzt erschien
der Roman «Zwischenspiel». Sie wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter dem KleistPreis (1992), dem Friedrich-Hölderlin-Preis der
Stadt Bad Homburg (2003), dem Deutschen
Nationalpreis (2009) und dem Lessing-Preis
des Freistaats Sachsen (2011). Sie liest aus
«Zwischenspiel».
«Zu Beerdigungen ging ich nur, wenn es sich nicht
vermeiden liess oder wenn ich glaubte, den Toten
müsse meine Abwesenheit kränken. Auch wenn
ich nicht an ein Leben nach dem Tod glaubte,
stellte ich mir dann vor, der oder die Gestorbene
wäre auf geheimnisvolle Weise anwesend, suchte
Kinder, Enkelkinder und Freunde, fände mich nicht
unter ihnen und müsste nachträglich an meiner
Zuneigung zweifeln. Ich hatte lange überlegt, ob ich
zu Olgas Beerdigung gehen sollte, und letztlich war
es dieser kleine Rest von lächerlicher Unsicherheit,
der meine Entscheidung bestimmt hatte.»
FREITAG, 20. MÄRZ
14.00 UHR
SCHULLESUNG FÜR OBERSTUFE
STEFAN BACHMANN
19.00 UHR APÉRO
20.00 UHR
EINFÜHRUNG – LESUNG
PETER STAMM
SAMSTAG, 21. MÄRZ
15.00 UHR
LESUNG
CATALIN DORIAN FLORESCU
15.00 UHR
RAPPERSWILER MARIONETTEN
«FRAU HOLLE»
17.00 UHR
EINFÜHRUNG – LESUNG
MONIKA MARON
20.00 UHR
EINFÜHRUNG – LESUNG
EUGEN RUGE
SONNTAG, 22. MÄRZ
11.00 UHR
SZENISCHE LESUNG
«MERET OPPENHEIM»
BRIEFWECHSEL
15.00 UHR
LESUNG
DOMINIQUE ANNE SCHUETZ
15.00 UHR
RAPPERSWILER MARIONETTEN
«FRAU HOLLE»
17.00 UHR
LESUNG
ALEX CAPUS
19.00 UHR
LITERARISCHES MENÜ
«MOFONGO»
www.literaturtage-rapperswil-jona.ch
SONNTAG, 22. MÄRZ
SONNTAG, 22. MÄRZ
SONNTAG, 22. MÄRZ
SONNTAG, 22. MÄRZ
20.00 Uhr Einführung – Lesung
11.00 Uhr Szenische Lesung
15.00 Uhr Lesung
17.00 Uhr Lesung
19.00 Uhr Literarisches Menü
Die Einführung zu Eugen Ruge hält Dr. Ralf
Klausnitzer (Humboldt Universität zu Berlin).
Meret Oppenheim
Dominique Anne
Schuetz
Alex Capus
Mofongo
Eugen Ruge (1954) in Soswa (Ural) geboren, studierte Mathematik an der Humboldt-Universität
und wurde wissenschaftlicher Mitarbeiter am
Zentralinstitut für Physik der Erde. Seit er 1988
aus der DDR in den Westen ging, ist er hauptberuflich fürs Theater und für den Rundfunk als
Autor und Übersetzer tätig. Er liest aus «Cabo
de Gata».
«Ein Mann lässt alles hinter sich: seine Stadt, sein
Land, sein bisheriges Leben. Mit nicht viel mehr
als einer Hängematte und ein paar Schreibheften
im Gepäck steigt er in einen Zug Richtung Süden:
Andalusien. Der Name zieht ihn an. Der Zufall
bringt ihn nach Cabo de Gata, ein Fischerdorf an
der Mittelmeerküste. Die Landschaft ist öde; ein
kalter Wind weht. Kein Ort zum Bleiben. Und
doch bleibt er, als einziger Gast in der Pension
der alten Wirtin, die ihm unerklärlich feindselig
erscheint, so abweisend wie alles hier.
Es ist, als hätten sie etwas zu verbergen: die Frau
mit dem Gipsbein, der Fischer, der ständig sein Boot
repariert, die beiden alten Männer im Pyjama, die
sich jeden Morgen auf der Promenade anschreien.
Das einzige Wesen, zu dem der Reisende schliesslich Kontakt findet, ist – eine Katze. Und plötzlich
glaubt er zu begreifen, dass sie ihm etwas sagen
will.»
Cabo de Gata ist ein Glanzstück novellistischer
Prosa. Im Wechselspiel von Erfindung und
Erfahrung liegt seine Wahrhaftigkeit – und auch
seine Kunst. Manche Geschichten muss man erfinden, um zu erzählen, wie es war.
Worte nicht in giftige Buchstaben einwickeln
Es lesen: Graziella Rossi & Helmut Vogel
Textkonzept: Dr. Daniela Colombo
Zeitlebens war die Künstlerin und grosse
Surrealistin Meret Oppenheim auf die Wahrung
ihrer Privatsphäre bedacht, selbst ihren Nachlass
hielt sie per testamentarischer Verfügung noch
20 Jahre nach ihrem Tod unter Verschluss.
«Worte nicht in giftige Buchstaben einwickeln»
will Einblicke geben in Meret Oppenheims
Gedankenwelt. Briefe an die Mutter, den Vater
und den Ehemann sowie Korrespondenz mit
Künstlern.
Brief der Mutter an Meret Oppenheim:
Liebstes Itscheli
Ich bin sehr froh hat man bei Dir nichts gefunden.
Aber es ist doch schon viel, wenn Du Dich so
erschöpfst, dass Du ganz energielos wirst. Denk
auch an Deine Arthritis. (…)
Brief des Vaters an Meret Oppenheim:
So wenig ich ja Deine Kunst «verstanden» habe,
ich habe «immer» an sie «geglaubt» und nun fängst
Du an von grösseren Kreisen anerkannt zu werden.
Das heisst also, dass Du wahrhaftig vom Geist der
Zeit erfasst und durchdrungen bist und von Zeit zu
Zeit die Gnade erlebst ihn ausdrücken zu können.
Das ist eine grosse Sache.
Und mein Glaube an Dich, der wohl nicht immer
auf ganz festen Füssen stand, wird nun immer
sicherer.
Oppenheim an den Vater:
Mein liebes Papali
Vielen lieben Dank für Deinen Brief. Du hast mir
riesige Freude gemacht mit Deinem Ankauf, habe
vielen herzlichen Dank. (…) Auch dass es Dir
gefallen hat, macht mir grosse Freude. Die Reaktion
ist jetzt überhaupt oft günstig. Aber weißt Du (…):
Die Introvertierten haben es eben viel schwerer gegen
aussen. Sie können und wollen sich eben nicht «verkaufen». Das hat mit der Qualität der Bilder nichts
zu tun. Wenn ich extrovertiert wäre, dann wäre
ich schon längst «berühmt», was ich übrigens in
einem kleinen Kreis auch bin, ich meine «geschätzt»
in diesem Fall.
GRAZIELLA ROSSI (1957) ist nach Beendigung
der Schauspielakademie in Zürich und Prag
seit 1983 als Schauspielerin in der Schweiz, in
Italien, Frankreich, Österreich, in den USA und
in Kanada tätig. 2003 erhielt Graziella Rossi
den Förderpreis des Kulturraums Schaffhausen.
Sie war in den letzten Jahren bei verschiedenen
Theaterproduktionen in Hauptrollen zu erleben.
Ausserdem trat sie als Sängerin bei musikalischen Abenden auf und wirkte in Hörspielen,
Radioübertragungen und Filmen mit (ab 1999 als
Abusinda in Lüthi&Blanc). Zuletzt brillierte sie in
«Medea» von Fiona Templeton und als «Rose» im
gleichnamigen Stück von Martin Sherman.
HELMUT VOGEL (1943) erhielt seine Schauspielund Musikausbildung in Wien und Paris.
Während 6 Jahren gehörte er zum Ensemble des
Theaters am Neumarkt. Heute arbeitet Helmut
Vogel freischaffend als Schauspieler, Regisseur,
Sprecher und Sänger im deutschen und englischen Sprachraum. Zuletzt konnte man den
Schauspieler u.a. in «Kellner Lear (U. Widmer),
«Mit der Güte der Menschen war›s wieder mal
nichts» (eine Walter Mehring-Revue), «Liebhaber
ohne Adresse» (Canetti-Motesiczky) sowie in
einem Hanns Eisler-Abend erleben. Zu seinen
Regiearbeiten zählen u.a. «Moskva Petuski» und
«Aufzeichnungen eines Psychopathen».
Kunst(Zeug)Haus
Geboren 1956 in Winterthur. Aufgewachsen in
St. Gallen. Studium Graphic Design. Texterin und
Creative Director in der Werbung. Internationale
Auszeichnungen. Mitglied im Art Directors
Club New York. Romanerstling «Der Tod der
weissen Könige». Für ihren Roman «Leo &
Ludwig» erhielt die Autorin 2010 die literarische
Auszeichnung des Kantons Zürich. Dominique
Anne Schuetz liest aus ihrem neuesten Roman
«Die unsichtbare Grenze».
«Nie wieder wollten sie den Leibhaftigen bei seinem Bad stören und hofften, dass er dafür Dorf
und Bewohner verschonte. Das blieb auch viele
Jahrhunderte lang so. Bis einer die unsichtbare
Grenze, die das Gute vom Bösen trennte, übertrat.»
Am Ende des 19. Jahrhundert, tief im Valsertal. Im
Dorf Fanell, das abgeschnitten vom Rest der Welt
ist, wächst der wissbegierige Andreas auf. Er findet
sich in der streng katholischen und abergläubischen
Gemeinschaft nicht zurecht und flüchtet in die Welt
der Bücher. Sobald er kann, verlässt er das Dorf,
um in Zürich zu studieren – seine grosse Liebe Elfi
muss er zurücklassen. In Davos begegnet er dem
unheimlichen Engländer Clifton Devlin, der in
Oxford Medizin studiert hat und wie ein Besessener
auf der Suche nach dem Bösen ist. Als ihm Andreas
die Teufels-Sage von Fanell erzählt, wittert Clifton
die dunklen Mächte und bricht ins Valsertal auf.
Erst spät realisiert Andreas, welche Gefahr dem
abgeschotteten Dorf und Elfi droht. Er reist hinterher und versucht, die Katastrophe zu verhindern.
Kunst(Zeug)Haus
Alex Capus, geboren 1961 in der Normandie,
lebt heute in Olten. 1994 veröffentlichte er
seinen ersten Erzählungsband «Diese verfluchte Schwerkraft», dem seitdem vierzehn weitere Bücher mit Kurzgeschichten, Romanen und
Reportagen folgten. Capus zählt zu den erfolgreichsten, zeitgenössischen Autoren, die in der
Schweiz leben. Er konnte glücklicherweise
kurzfristig an Stelle des gesundheitlich verhinderten Autors Peter Zeindler
für die Literaturtage gewonnen werden. Capus liest aus seinem 2014 erschienen
Erzählband «Mein Nachbar Urs. Geschichten aus
der Kleinstadt».
Alex Capus lebt in Olten. Das Leben dort ist
übersichtlich und friedfertig – wären da nicht die
Nachbarn. Capus hat fünf Nachbarn, die alle
Urs heißen. Eigentlich sind es sogar sechs, aber
einer will nicht, dass man über ihn schreibt. An
milden Sommerabenden trifft Capus sich mit ihnen
und lässt sich die Welt erklären. Manchmal hat
Capus genug von seinen fünf Ursen. Dann kann
es passieren, dass er einen Nachmittag mit Prinz
Charles verbringt.
Voller Humor und Feingefühl, gutmütig und
gnadenlos zugleich, hält Alex Capus einer ganz
gewöhnlichen Kleinstadt den Spiegel vor. Seine
bezaubernden Geschichten sind getragen von einer
fröhlichen Melancholie und einer unerschöpflichen
Menschenkenntnis.
Restaurant Bottega
Es liest: Prisca Gaffuri
Textkonzept: Lucia Studerus Widmer
Cecilia Samartin, geboren 1961 in Havanna,
musste als Mädchen aufgrund der politischen
Unruhen mit ihrer Familie in die USA fliehen. Sie
studierte Psychologie in Los Angeles und arbeitete einige Jahre lang als Familientherapeutin
sowie als Migrationsberaterin. Ihre Romane standen in mehreren Ländern auf den Bestsellerlisten
und sie wird regelmässig weltweit zu Lesereisen
eingeladen. Cecilia Samartin lebt in San Gabriel,
Kalifornien.
Als die siebzigjährige Lola nach einem kurzen
Krankenhausaufenthalt wieder nach Hause
kommt, scheint sie ein anderer Mensch zu sein.
Sie färbt sich die Haare und legt es noch stärker als
zuvor darauf an, ihren Kindern zu beweisen, dass
sie von einem Pflegeheim nichts wissen will. Nur ihr
zehnjähriger Enkel Sebastian versteht sie – und der
kann eine Verbündete gerade gut gebrauchen, denn
sein krankes Herz macht ihn zum Aussenseiter.
Was für Sebastian gut ist oder nicht, löst bei seinen
Eltern immer wieder Streit aus. Dass der Vater
von Sebastians Lieblingslehrerin ebenso begeistert
ist wie der Junge, trägt ebenfalls dazu bei, dass der
Haussegen ziemlich schief hängt. Kochend beginnt
Abuela Lola die Familienbande zu kitten.
PRISCA GAFFURI ist 1965 in Pully geboren,
aufgewachsen in verschiedenen Sprachräumen
in der Schweiz. Die Schauspielschule schloss
sie 1992 an der SGZ in Zürich, das Studium zur
Theaterpädagogin 2002 an der Theaterhochschule
in Zürich ab. Sie ist Mitbegründerin und
Ensemblemitglied des Hofstatttheaters Schwyz,
war langjähriges Ensemblemitglied des Historischen Museums in Luzern und ist als
Sprecherin, Regisseurin und freie Schauspielerin
tätig. Am Luzerner Theater gastierte sie 2009 in
«Stichtag» (Regie: Volker Hesse) und 2012/13 in
«Di chli Häx» (Regie: Annina Dullin-Witsch).
2015
Eugen Ruge
Kunst(Zeug)Haus
LITERATURTAGE
Kunst(Zeug)Haus
RAPPERSWIL JONA
SAMSTAG, 21. MÄRZ