Klosterschüler - extra

extra
blick
Glaube,
Liebe,
Hoffnung
Mag. P. Siegfried Eder
Kurat der Pfarre Sattkedt
Jugendseelsorger & Kellermeister
Sucht zuerst das Reich Gottes
„Kehr um und glaub an das Evangelium!“ Mit diesen Worten
wurde diese Woche bei der Aschenkreuzauflegung die Fastenzeit begonnen. Auch wenn die meisten Menschen mit Fastenzeit nicht so positive Gedanken verbinden, so ist eigentlich etwas sehr Positives damit gemeint. Wir stoßen uns vielleicht
am Umkehren, was ja heißen würde, etwas soll sich ändern.
Wir alle wissen ja, wie wir leben sollten und schaffen es oft
nicht. Da fehlt ja diese Aufforderung gerade noch …
Zu wenig beachten wir den zweiten Teil. Oder wir überhören ihn auch einfach, weil mit „Evangelium“ nichts Besonderes verbunden ist. Freilich wissen wir, dass es übersetzt
so etwas heißt wie „Frohe Botschaft“. Aber eigentlich ist das
noch zu vorsichtig übersetzt: Jubel-Botschaft oder FreudenNachricht käme dem griechischen Wort Evangelion schon
viel näher. Naja und Fastenzeit, Verzicht und Aschenkreuz
passt ja nicht dazu.
Die Frohe Botschaft Jesu lautet kurz zusammengefasst:
„Gott ist da und er wirkt.“ Oder „Gott ist uns nahe, wie ein
Vater.“ Für Gott ist es nicht notwendig, Opfer zu bringen. Es
gibt nichts, was wir ihm geben könnten was seiner würdig
ist. Er liebt uns auch so. Aus persönlicher Beziehung heraus,
aus Dankbarkeit und Freude kann ich natürlich alles machen. So verschieden wir Menschen sind, so verschieden
sind auch die Formen der Antwort auf Gottes Nähe, auf
seine Liebe, sein verzeihendes Erbarmen, …
Die Freuden-Nachricht von der Nähe des liebenden Gottes
will uns ja letztlich frei machen von allen Zwängen, in denen wir stehen und von allen deprimierenden Schwierigkeiten die einen oft fast zu erdrücken drohen. Das Vertrauen in
ein gutes Ende löst so manche Verbissenheit. Das FehlerMachen-Dürfen stärkt den Mut und die Liebe zugleich. Was
kein Liebender (auch kein liebender Gott) je will, ist ein
stumpfes, gedankenloses Dahinleben, das keine Freude, keine Aufmerksamkeit, kein gemeinsames wirkliches Miteinander kennt.
So wünsche ich uns einen Ansporn in der „Fastenzeit“, diese
Freuden-Botschaft vom Wirken Gottes (vom Reich Gottes)
im eigenen Leben neu zu entdecken mit vielen lebendigen
Zeichen der Aufmerksamkeit und vielen guten Gedanken
und Versuchen diese umzusetzen. Alles andere wird dazu
gegeben verheißt uns Jesus. Wer manches ausprobiert, wird
es erleben: zum Beispiel sogar, dass manchmal weniger eigentlich mehr ist und dass Verzicht auch gut tun kann. Das
will der liebende Gott von und mit dir.
Nummer 3, 3. März 2017
Klosterschüler
Die Band Bilderbuch gilt als
großes Aushängeschild des
aktuellen österreichischen
Popwunders. Ihr neues Album „Magic Life“ wird von
den Musikkritikern in den
Pophimmel gelobt und von
den deutschsprachigen Radiostationen rauf und runter
gespielt. Die erste Single
„Bungalow“ ist mit das beste,
was es in den letzten Jahren
von einer österreichischen
Band zu hören gab.
Im aktuellen Megahit „Bungalow“ nehmen die vier Musiker
das Handy als Liebestöter aufs
Korn, wenn Leadsänger Maurice
Ernst singt: „Du rufst mich an
und fragst mich, wie's mir geht.
Ich ruf' dich an und ich frag' dich,
wie's dir geht. Du rufst mich an
und du sagst, du kommst zu spät.
Und dabei bist du schon viel zu
spät. Es tut mir leid, wenn ich das
alles nicht versteh'. Es tut dir leid,
wenn ich nach Hause geh'. Dann
rufst du an auf meinem Handy.
Dann bist du wieder candy.“
Als der Kremsmünsterer Wirtssohn Maurice Ernst und Peter
Horazdovsky aus Neuhofen mit
zwei Kumpels 2005 die Band
Bilderbuch aus der Taufe heben,
hätten sie von einem derartigen
Erfolg nicht zu träumen gewagt.
Ernst besucht damals das Stiftsgymnasium der Benediktiner in
Kremsmünster, Horazdovsky
drückt wenige Kilometer entfernt
im Gymnasium der Zisterzienser
in Schlierbach die Schulbank.
Diese Musik ist geil,
weil sie geil ist. Man
muss das hören
“
Im Sommer 2009 erscheint das
Debütalbum „Nelken & Schillinge“ – damals ist die Band noch
weitgehend unbekannt. Das ändert sich schlagartig im Oktober
2013. Mit der Single „Maschin“
erlangen Bilderbuch im gesamten deutschsprachigen Raum
Kultstatus. Rechtzeitig zum
zehnjährigen
Band-Jubiläum
Alle Fotos: Elizaveta Porodina
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Maurice Ernst aus Kremsmünster – Gesicht und Stimme
von Bilderbuch.