Ausschreibung
Kooperationsseminar
zur sicherheitspolitischen Bildung
vom 24.02.-28.02.2017.
in der
Politischen Bildungsstätte Helmstedt
Landesgruppe Niedersachsen
Landesvorsitzender
Manfred Schreiber
Alter Flughafen 2 A
30179 Hannover
Tel.:
+49 511 81 53 30
Fax:
+49 511 81 54 91
Mobil: +49 157 34 36 58 91
[email protected]
www.reserveniedersachsen.de
25.01.2017
100 Jahre Erster Weltkrieg:
Das Wendejahr 1917
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kameradinnen und Kameraden,
Das Jahr 1917 zeichnet sich durch wichtige, internationale Ereignisse aus, welche einen großen Einfluss auf unsere Geschichte und Gegenwart haben. Denn mit dem uneingeschränkten UBoot-Krieg verstieß Deutschland nicht nur gegen jedes Völkerrecht, sondern provozierte auch den Kriegseintritt der USA auf
Seiten der Entente-Mächte. Der Eintritt der USA in den Ersten
Weltkrieg war die Abkehr vom Isolationismus und damit das
Ende der politischen Selbstbeschränkung der Amerikaner im
Verhältnis zu Europa. Dieser Schritt war kriegsentscheidend.
Auf der anderen Seite wurden die bolschewistischen Aktivitäten deutscherseits als kurzfristige "abenteuerliche Episode" eingestuft; Lenin wurde deshalb die Fahrt in einem verplombten Eisenbahnwagen
aus seinem Exil in Zürich über Schweden nach Rußland ermöglicht, um den russischen Kriegsgegner zu
schwächen und zu destabilisieren. Für die Weltöffentlichkeit offenbarer, für
die Beteiligten selbst ungleich unmittelbarer waren die Umwälzungen der
Oktoberrevolution in Rußland. Hier war nicht einfach, wie im Februar desselben Jahres, ein Monarch gestürzt und eine Staatsform revolutioniert worden,
hier sollte sich ein Umbruch in allen Bereichen vollziehen, wie ihn die Weltgeschichte vorher kaum erlebt hatte. Diese Umstrukturierung legte das Fundament für den späteren Ost-West-Konflikt!
Die Frage, ob dieses deutsche Zutun ursächlich für diese beiden Ereignisse
verantwortlich ist, kann wohl verneint werden. Den Kriegseintritt der USA
lassen sowohl die finanzielle Verflechtung mit den Entente-Mächten als auch das Aufrüstungsprogramm in den USA selbst als logische und notwendige Konsequenz erscheinen.
Auch die Revolution der Bolschewiki hätte sich nur aufschieben, aber
nicht verhindern lassen. Die andere, wichtigere Frage nach der historischen Konsequenz betrifft die Einstufung als welthistorisches Ereignis.
Dazu sind sowohl die Umbrüche, die das Ereignis in seiner Zeit hervorgerufen hat, als auch die Auswirkungen auf unsere heutige Gegenwart
zu berücksichtigen.
Das Seminar hat zum Ziel einen Einblick
• in die historische Dimension des Ersten Weltkriegs, Kennenlernen der Verflechtung internationaler Interessen,
• die Kriegsführung und Kriegstechnik und
• über den Verlauf der russischen Revolution zu geben, sowie
• die Einsicht in die innenpolitischen Belastungen und konkreten Auswirkungen auf die Bevölkerung und
• das Bewusstwerden, dass der übersteigerte Nationalismus zu Millionen Toten führte, zu fördern.
Die Politische Bildungsstätte Helmstedt e.V. ist eine anerkannte und öffentlich geförderte Einrichtung der Erwachsenenbildung in Niedersachsen. Sie finanziert sich durch Zuwendungen des Bundes, des Landes und durch Teilnehmerbeiträge. Als Heimvolkshochschule ist sie parteipolitisch und konfessionell unabhängig.
Das Seminar findet vom
vom 24. Februar bis 28. Februar 2017
in der
Politische Bildungsstätte Helmstedt
Heimvolkshochschule
Am Bötschenberg 4
38350 Helmstedt
Tel.: 05351 5851-0
www.pbh-hvhs.de
statt.
Seminarleitung:
Manfred Schreiber, Vorsitzender der Landesgruppe Niedersachsen o.V.i.A.
Moderation und
Pädagogische Ltg:
Dipl. Politologe André Lindner, PBH
Tel.: 05351 5851 12
E-Mail: [email protected]
Organisation:
Ulrich Hogrefe
Landesgeschäftsstelle Hannover
E-Mail: [email protected]
Tel.: 0511 28 36 926
Zeitplan:
Seminarbeginn:
Seminarende:
Teilnehmer:
Reservistinnen u. Reservisten der Bundeswehr, Mitglieder des
Reservistenverbandes und interessierte Bürger.
Anzug:
Zivil
Freitag, 24. Februar 2017
Beginn: 11:00 Uhr
Dienstag, 28. Februar 2017 Ende: 13:30 Uhr
Kosten:
Das Seminar einschl. Verpflegung und Unterbringung in Doppelzimmern kostet
für Reservistinnen u. Reservisten der Bundeswehr sowie Mitglieder des
Reservistenverbandes 40,- €uro.
Interessierte Bürgerinnen und Bürger erfragen den Seminarbeitrag bitte direkt
bei der Politischen Bildungsstätte an.
Der Zuschlag für Einzelzimmer in der PBH von 32 €uro (8 €uro pro Nacht) ist
vor Ort selbst einzuzahlen.
Das Seminar wird gefördert durch die Bundeszentrale für politische Bildung.
Bildungsurlaub:
Das Seminar kann im Rahmen des Niedersächsischen Gesetzes über den Bildungsurlaub für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen (Niedersächsisches Bildungsurlaubsgesetz – NBildUG) in der Fassung vom 25.01.1991 (Nds. GVBl. S.
29), zuletzt geändert durch Gesetz vom 17.12.1999 (Nds. GVBl. S. 430) in Anspruch genommen werden.
Einen Bildungsurlaubsantrag für Ihren Arbeitgeber erhalten Sie bei der
PBH!
Tagesrahmenplan:
07.30 - 08.15 Frühstück
10.00 - 10.30 Kaffeepause
12.00 - 12.30 Mittagessen (Mo., 12.30 - 13.00)
15.00 - 15.30 Nachmittagskaffee
17.30 - 18.30 Abendessen
Anmeldung mit u.a. Anmeldebogen per Fax oder Email bis zum
Freitag, den 10. Februar 2017 an:
Landesgeschäftsstelle Niedersachsen
Alter Flughafen 2 A
30179 Hannover
[email protected]
oder Fax: 0511- 81 54 91
Interessierte Bürgerinnen und Bürger melden sich bitte direkt bei der Politischen Bildungsstätte an.
Für Reservistinnen u. Reservisten der Bundeswehr und Mitglieder des Reservistenverbandes wird ein
Eigenanteil von 40,- Euro p. P. fällig. Dieser wird für die Betreuung außerhalb des Programms verwandt.
Überweisung an:
Landesgruppe Niedersachsen,
IBAN: DE 722 504 006 603 349 016 00
/
BIC : COBADEFFXXX
Stichwort: 2/2017 Wendejahr 2017 zzgl. Name und Vorname
Der Eigenanteil ist mit der schriftlichen Anmeldung einzuzahlen.
Wichtig:
Nur wer sich schriftlich vollständig angemeldet hat, wird in der Reihenfolge des Eingangs der
Anmeldung in die Teilnehmerliste eingetragen. Ein Teilnahmeanspruch besteht nicht!
Der Anmeldebogen ist komplett mit allen Angaben per Mail oder Fax an
o.a. Landesgeschäftsstelle Niedersachsen zu senden.
Von nur teilweisem Seminarbesuch ist abzusehen.
Nach der Anmeldung erfolgt zeitgerecht eine Teilnahmebestätigung per Email.
Gehen mehr Anmeldungen als verfügbare Seminarplätze ein, wird eine Warteliste eingerichtet.
Änderungen vorbehalten!
Ich freue mich auf Ihre Anmeldung.
Mit kameradschaftlichem Gruß
Manfred Schreiber
Vorsitzender
Landesgruppe Niedersachsen
im Reservistenverband
Kennen Sie schon die app der Landesgruppe Niedersachsen? Immer aktuell informiert?
Ohne Umschweife? Direkt auf den Punkt! Einfach kostenlos auf das Handy herunterladen:
Sie finden uns im Internet:
https://www.reservistenverband.de/Regional/2200000000/Angebote_Termine
und/oder
https://www.facebook.com/Reservistenverband.Landesgruppe.Niedersachsen/
Seminarprogramm
vom 24. bis 28. Februar 2017
„100 Jahre Erster Weltkrieg:
Das Wendejahr 1917“
Fr., 24.02.
Anreise bis 10.30 Uhr
11.00 - 12.30
Begrüßung und Einführung in das Seminar
13.30 - 17.00
Vor 100 Jahren: Die Verschärfung des U-Boot-Krieges und
der Kriegseintritt der Vereinigten Staaten
Die USA hatten sich zwar bei Kriegsbeginn als neutral erklärt, aber sie unterstützten die
Entente durch eine umfangreiche Wirtschaftshilfe und lieferten Kriegsmaterial. USPräsident Woodrow Wilson bemühte sich um eine Einhaltung der völkerrechtlichen Bestimmungen für den Seekrieg, um die internationalen Schifffahrtslinien und überseeischen
Wirtschaftsverbindungen der neutralen Staaten zu sichern. Allerdings blieben die formalen Proteste gegen die alliierte Seeblockade völlig folgenlos. Bereits 1915 hatten sich die
deutsch-amerikanischen Beziehungen nachhaltig verschlechtert, als ein deutsches UBoot den englischen Passagierdampfer "Lusitania” versenkte und sich unter den knapp
1.200 Opfern auch 139 amerikanische Staatsbürger befanden. Mit dem Beginn des "verschärften deutschen U-Boot-Kriegs” wurden seit Ende Februar 1916 bewaffnete Handelsschiffe neutraler Staaten wie feindliche Kriegsschiffe behandelt und ohne Vorwarnung angegriffen.
In einer Note an die USA sagte das Deutsche Reich am 6. Mai 1916 zwar die Rückkehr zu
den völkerrechtlichen Regeln des Seekriegs zu, Voraussetzung sei aber die gleichzeitige
Einhaltung des Völkerrechts durch Großbritannien. Da Großbritannien keinen Grund sah,
die gegen die Mittelmächte verhängte Seeblockade aufzuheben, erklärte Deutschland am
1. Februar 1917 unter Hinweis auf die völkerrechtswidrige Seeblockade den "uneingeschränkten U-Boot-Krieg". Nun griffen die deutschen U-Boote selbst unbewaffnete Handelsschiffe aus neutralen Staaten ohne Vorwarnung an. Zwei Tage später brachen die
USA sofort die diplomatischen Beziehungen ab.
Anfang April erklärte der Kongress entsprechend der Forderung Wilsons, daß sich die
USA aufgrund des U-Boot-Kriegs als im Kriegszustand mit Deutschland betrachteten. Am
6. April folgte die förmliche Kriegserklärung.
19.00 - 20.30
Filmbeitrag: 1917 – Das Jahr der Entscheidung, anschl. Diskussion
Der überblicksartige Charakter des Films, seine Hervorhebung der wesentlichen
internationalen Ereignisse und der kriegstypischen innenpolitischen Situation Deutschlands machen ihn gut geeignet, die zentrale Bedeutung des Jahres 1917 zu veranschaulichen. Aus der dargestellten Thematik ergibt sich naturgemäß, dass der Einsatz des Films
in eine detaillierte Besprechung der Ursachen, des Verlaufs und der Folgen des Ersten
Weltkriegs einzufügen ist.
Der Film, besonders gut als Einführung in die komplexe Gesamtproblematik des Jahres
1917 geeignet.
Sa., 25.02.
08.30 - 12.00
Hungerwinter in Deutschland - Ein Überblick über die Folgen
Bis zum Ausbruch des Krieges importierte das Deutsche Reich etwa ein Drittel seiner
Lebensmittel aus dem Ausland. Es war damals weltweit der größte Importeur von Agrarprodukten. Großbritannien hatte nach Kriegsbeginn 1914 ein Handelsembargo gegen
Deutschland erlassen und eine zunehmend wirksame Handelsblockade zur See errichtet,
die erst 1919 aufgehoben wurde. Ebenso fehlten die Importe aus Russland. Im Januar 1917
stoppten schließlich auch die USA den heimlichen Handel mit Deutschland über neutrale
Staaten. Ein noch wichtigerer Grund für den Mangel waren demnach die überbordende Bürokratie und kontraproduktive Maßnahmen der Preis- und Verteilungspolitik. Es kam zur
Lebensmittelrationierung und Zwangsbewirtschaftung. Der deutschen Landwirtschaft
mangelte es zudem an Arbeitskräften, Zugtieren und Kunstdünger; ferner gab es Transportprobleme. Im Frühjahr 1917 sank die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln
auf ihren Tiefpunkt. In Deutschland starben von 1914 bis 1918 insgesamt etwa 800.000
Menschen an Hunger und Unterernährung.
13.30 - 17.00
Die Westfront 1917: Deutschland in der Defensive
Im März zogen sich die im mittleren Abschnitt der Westfront an der Somme stehenden
deutschen Truppen im Unternehmen Alberich in die stark ausgebaute Siegfriedstellung zurück. Die eigentliche Bewegung wurde innerhalb von drei Tagen, vom 16. bis 19. März,
durchgeführt. Sowohl dieser Rückzug als auch die Verschärfung des Seekrieges waren
Konsequenzen der Großschlachten des Jahres 1916 bei Verdun und an der Somme; die
deutschen Truppen waren angeschlagen. Die Initiative ging von der Heeresgruppe „Kronprinz Rupprecht“ aus, die sich gegen den Widerstand von Ludendorff durchsetzte. Der Bau
der Siegfriedstellung war die wohl größte Baumaßnahme des Ersten Weltkrieges, die Arbeit wurde vorwiegend von Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern geleistet. Deutsche
Truppen verwüsteten weisungsgemäß vor dem taktischen Rückzug das freizugebende Gebiet systematisch („Verbrannte Erde“), verminten es teilweise (auch mit Sprengfallen) und
deportierten seine Bewohner. Ortschaften wie zum Beispiel Bapaume wurden gesprengt,
insgesamt 150.000 Personen deportiert, so etwa alle 40.000 Einwohner von Saint-Quentin.
Militärisch war die Operation ein Erfolg, sie verbesserte die Lage der deutschen Truppen
durch die Verkürzung der Front und den Rückzug auf die gut ausgebaute Siegfriedstellung,
die Angriffsplanungen der überraschten Alliierten für das Frühjahr 1917 liefen zunächst
ins Leere. Die Wirkung auf die öffentliche Meinung im Ausland war dagegen ähnlich verheerend wie die Operation, die im betroffenen Gebiet „das zivile Leben vollständig zerschlug und eine historische Landschaft zu einer Wüste werden ließ“.
19.00 - 20.30
Vorbereitung der Exkursion
So., 26.02.
Exkursion nach Lützen
07.00 - 09.00
09.00 - 12.00
Fahrt nach Lützen
Besuch der Ausstellung „Heimat im Krieg 1914/1918.
Spurensuche in Sachsen-Anhalt“ im Schloss Lützen
Im Museum werden Kriege thematisiert, die zum Teil schon vergessen wurden, da sie
Jahrhunderte zurückliegen. Dazu hat man einen gewissen Abstand gewonnen, so dass die
Grausamkeiten jener Zeit verblasst sind.
Noch fest verankert in den Köpfen der Menschen ist der 1. Weltkrieg, in dem erstmals
moderne Massenvernichtungswaffen zum Einsatz kamen - Panzer, Flugzeuge sowie Giftgas - und in dem 17 Millionen Tote und eine Vielzahl an Versehrten am Ende zu beklagen
waren. Aber auch die Bevölkerung hatte gelitten, unter der Angst um ihre Angehörigen,
die an der Front kämpften, und unter dem quälenden Hunger. Historische Filmaufnahmen, die im Fernsehen gezeigt werden, erinnern uns immer wieder an die Gräuel dieses
Krieges. Gegen das Vergessen!
12.00 - 14.00
Mittagspause
14.00 - 17.00
Rundgang: Erinnerung und Mahnung zum Ersten Weltkrieg Vom Kult zur Kulisse: Die Rudelsburg und ihre Umgebung
Die Rudelsburg ist eine Höhenburg oberhalb Saaleck im Burgenlandkreis in SachsenAnhalt. Sie liegt etwa 85 Meter über dem Südufer der Saale auf einem felsigen Bergrücken aus Muschelkalk. Die Burg wurde wohl von den Bischöfen von Naumburg im Hochmittelalter zur Sicherung der Handelswege wie der Via Regia mit der Saalebrücke in Bad
Kösen angelegt. Bei der ersten Erwähnung 1171 war sie im Besitz von Naumburger Ministerialen. 1238 wurde sie an die Markgrafen von Meißen verlehnt und als Befestigungsbau urkundlich genehmigt. Die Burg befand sich im Spannungsfeld der Interessen
der Naumburger Bischöfe und der Markgrafen von Meißen aus dem Hause Wettin. 1348
erfolgte die Zerstörung und Schleifung der Vorburg durch die Stadt Naumburg.
Zeitweise diente die Burg verschiedenen Adelsfamilien als Wohnsitz, bis sie im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde und daraufhin verfiel. Als „schönste aller Saaleburgen“
wurde die Ruine der Rudelsburg schon früh im 19. Jahrhundert im Zuge der Burgenromantik und des Wandertourismus als Ausflugsziel entdeckt. Als alljährlicher Treffpunkt
der Kösener Corpsstudenten erreichte die Rudelsburg ab 1855 überregionale Bekanntheit. Bis heute stellt sie ein beliebtes Ausflugsziel dar. Sie liegt auf der Südroute der Straße der Romanik.
17.00 - 19.00
Rückfahrt nach Helmstedt
Mo., 27.02.
08.30 - 09.00
Auswertung der Exkursion
09.00 - 12.00
Eine Revolution verändert die Welt:
Die große sozialistische Oktoberrevolution in Russland
Als Oktoberrevolution wird die gewaltsame Machtübernahme durch die russischen
kommunistischen Bolschewiki ab dem 25. Oktober bezeichnet. Sie beseitigte die aus der
Februarrevolution hervorgegangene Doppelherrschaft aus sozialliberaler Übergangsregierung unter Alexander Kerenski und den Sowjets und errichtete einen neuen Staat, der
sich selbst als Diktatur des Proletariats verstand.
Politische Unentschlossenheit und das Weiterführen des Krieges auch durch Menschewiki und Sozialrevolutionäre (August/September 1917), die massive Gebietsverluste an das
Deutsche Kaiserreich vermeiden wollten, führten zu einer Polarisierung in den Arbeiterund Soldatenräten. Es kam erneut zu einem Linksrutsch in Teilen der Bevölkerung. Die
Bolschewiki beherrschten nun die wichtigsten Sowjets in Petrograd, Moskau und den anderen großen Arbeiterstädten. Darüber hinaus bewaffneten sich die Parteianhänger der
Bolschewiki. Der Linksruck in Teilen des Volkes stärkte diejenigen Kräfte, die unter Lenin
zielstrebig an die Macht drängten. Leo Trotzki wurde Vorsitzender des Petrograder Sowjets und Organisator der Machtübernahme. Im Oktober kehrte Lenin aus seinem finnischen Versteck nach Russland zurück. Er drängte die Partei zur Übernahme der alleinigen Regierungsmacht, da er die Zeit für günstig hielt, die schwache Position der Regierung auszunutzen.
13.30 - 17.00
Erinnerung und Mahnung - Gedenken an den Ersten Weltkrieg heute
Erst zum 100. Jahrestag des Kriegsausbruchs ist der Erste Weltkrieg auch ins deutsche
Geschichtsbewusstsein zurückgekehrt. Vor allem hat sich der Weltkrieg in eine gemeinsame europäische Geschichtserzählung einzufügen begonnen, im Zeichen der Bedrohung
des Projekts „Europa“ von innen und außen. Bedrohung schafft Identität. Dazu kann jetzt
auch der Erste Weltkrieg beitragen, denn mit dem Tod der letzten Zeitzeugen sind die
Stimmen verstummt, die mit ihm vor allem das Trennende assoziierten.
Heute können Sieger und Verlierer des traurigen Jubiläums gemeinsam in Paris, in Ypern
oder am Hartmannsweiler Kopf gedenken, weil die trennende Idee der Heldenehre von
der verbindenden Idee der Opfererinnerung abgelöst wurde. Den Ersten Weltkrieg lesen
wir – allerdings weit mehr in Deutschland als in England oder in Serbien – nicht mehr als
Kampf um eine gerechte Sache, sondern als blinden Taumel in die vermeidbare Katastrophe. Aus der Geschichte lernen heißt nun, gemeinsam die Möglichkeit einer Wiederholung des Kriegsausbruchs auszuschließen.
Di., 28.02.
08.30 - 11.30
Politik und Friedensinitiativen
In der Geschichte Europas hat es immer wieder Versuche gegeben, den Krieg als Mittel
der Politik abzuschaffen oder zumindest einzudämmen. So wurde im antiken Griechenland des 4. Jahrhunderts v. Chr. die Idee der Koine Eirene propagiert, um den Frieden als
den Normalzustand durch völkerrechtlich verbindliche Verträge dauerhaft zu sichern. Im
10. nachchristlichen Jahrhundert wiederum entstand in Reaktion auf das um sich greifende Fehdewesen des niederen Feudaladels im Süden Frankreichs die Gottesfriedensbewegung, die aufgrund der Beteiligung breiter Bevölkerungsschichten als Vorläufer der
modernen Friedensbewegungen gelten kann.
11.30 - 12.00
Auswertung des Seminars und Abschlussgespräch
***Änderungen vorbehalten***
Reservistenverband
Landesgeschäftsstelle Niedersachsen
Alter Flughafen 2A
30179 Hannover
Tel.: 0511 / 28 36 926
Fax.: 0511 / 81 54 91
Zurück bis zum 10. Februar 2017
per Email an: [email protected]
Meldebogen für VVag
im Rahmen der SiPolArbeit des Reservistenverbandes
Veranstaltung:
100 Jahre Erster Weltkrieg:
Das Wendejahr 1917
Zeitraum:
Freitag, 24. Februar 2017
Dienstag, 28. Februar 2017
Name:
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Vorname:
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Adresse:
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Beruf:
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Telefon privat: _______________________________
Beginn
Ende
11:00 Uhr bis
13:30 Uhr
Handy: _____________________________________________
Personalausweisnummer:______________________________________________________________________________
E-Mail: (Wichtig wegen Bestätigung)__________________________________________________________________
Dienstgrad d.R.: __________________________________________________________________________________________
Geburtsdatum:__________________________________________________________________________________________
Mitglied
im VdRBw
Mandat/Funktion:
Ja
Nein
______________________________________ Kreisgruppe: _____________________________
Art der sicherheitspolitischen Arbeit /Betätigung im Verband:
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Ich werde pünktlich eintreffen und am gesamten Seminar teilnehmen. Das erworbene Wissen werde ich
in meinem Umfeld bzw. meiner Gliederung weitergeben. Ich erkläre mich damit einverstanden, das
Bild- und Tonmaterial, dass während des Seminars gewonnen wird, durch den Reservistenverband für
die Medienarbeit genutzt werden darf!
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Unterschrift