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Gute Perspektiven in zahlreichen Sparten
der US-Nahrungsmittelindustrie
23.02.2017
Inhalt
 Beim Fleischkonsum geht der Trend zu Hühnchen
 US-Markt für Bio-Lebensmittel expandiert
 Hohe Dynamik bei Käse und Trinkjoghurt
 Nachfrage nach Spirituosen steigt
 Hochwertige Importweine im Kommen
Big Player kaufen Hersteller von Bio-Lebensmitteln / Innovative Joghurtprodukte gefragt /
Von Christian Janetzke (Januar 2017)
San Francisco (GTAI) - Die US-Nahrungsmittelindustrie ist auf einem moderaten, stetigen Wachstumspfad. Für
die Branche sprechen die 2017 aller Voraussicht nach leicht wachsenden verfügbaren Realeinkommen. Angetrie­
ben von der anziehenden Nachfrage seitens junger Erwachsener expandiert das Bio-Lebensmittelsegment. Auf
dem Markt für Milchprodukte erfreuen sich Spezialitätenkäse und trinkbarer Joghurt einer wachsenden Beliebt­
heit. Gute Absatzperspektiven sind auf dem Markt für Spirituosen zu verzeichnen.
Der Auslieferungswert (Inlandsabsatz und Export) der US-Nahrungsmittelindustrie legte in den ersten zehn Mo­
naten 2016 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum marginal zu. Der Rückgang im größten Markt­
segment (Fleisch-, Geflügel- und Fischerzeugnisse) trug maßgeblich zu der geringen Dynamik bei.
Auslieferungen nach bedeutenden Marksegmenten (in Mrd. US$; Veränderungen in %)
Segment
2015
Veränd. 2014/15
Jan. - Okt. 2016
Veränd. Jan. - Okt. 2016 *)
Insgesamt
792,5
-1,6
645,1
0,3
.Fleisch-, Geflügel- und Fischerzeugnis­
227,1
-4,8
178,3
-4,6
.Molkereierzeugnisse
119,9
-8,0
91,1
-0,7
.Getreide- und Ölsaatverarbeitung
98,8
-1,2
79,5
0,2
se
*) Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum
Quelle: U.S. Census Bureau
Die Kapazitätsauslastung der Nahrungsmittelindustrie bewegte sich in den ersten drei Quartalen 2016 um die
75%-Marke. In den Sommer- und Herbstmonaten notierte der reale Output über dem Durchschnittsniveau von
2012.
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GUTE PERSPEKTIVEN IN ZAHLREICHEN SPARTEN DER US-NAHRUNGSMITTELINDUSTRIE
Beim Fleischkonsum geht der Trend zu Hühnchen
Laut Prognosen des U.S. Department of Agriculture (USDA) vom November 2016 soll die Produktion von rotem
Fleisch und Geflügel 2017 um rund 3,0% auf 100,4 Mrd. Pfund (1 Pfund = rund 0,45 kg) zulegen. Nach Angaben
der Rabobank stieg der jährliche Pro-Kopf-Konsum von rotem Fleisch und Geflügel zwischen 2012 und 2015 von
184 Pfund auf 193 Pfund. Im Jahr 2020 soll gemäß gleicher Quelle die Marke von 200 Pfund erreicht werden. Vor
allem der anziehende Bedarf an Hühnchen dürfte das Wachstum antreiben. Der Pro-Kopf-Konsum von Rinderund Schweinefleisch soll bis 2020 in etwa stagnieren. Fleisch auf organischer Basis gewinnt von einer geringen
Basis aus an Interesse. Bedenken hinsichtlich der Verwendung von Pestiziden beim Anbau des Futtergetreides
sowie von Hormonen und Antibiotika bei der Nutztierhaltung verleihen dem Absatz Auftrieb.
Laut dem Marktforscher Euromonitor International stieg der Umsatz mit verarbeiteten Fleisch- und Fischpro­
dukten 2015 um circa 5% auf 36,7 Mrd. US$. Der Marktführer war die Kraft Heinz Co. mit einem Umsatzanteil
von rund 11%. Gemäß dem Marktforschungsunternehmen Technavio wird der Umsatz mit verarbeiteten Fleisch­
produkten zwischen 2016 und 2020 im Durchschnitt um 2,3% pro Jahr zulegen. Impulse sollen unter anderem
von verzehrfertigen Snacks wie Sticks aus Rindfleisch ausgehen. Produktinnovationen drängen in diesem Seg­
ment auf den Markt.
Die Auslieferungen von getreidebasierten Lebensmitteln stiegen laut dem Marktforscher Freedonia 2015 um
1,9% auf 99,8 Mrd. US$. Das Wachstumstempo dürfte mittelfristig gehalten werden. Bei Bäckereierzeugnissen
werden alternative Getreidesorten wie Andenhirse, Flachs und Amarant vermehrt als Zutaten für Brot und wei­
tere Branchenprodukte eingesetzt. Der Trend weg vom Weizenmehl wird durch die wachsende Beliebtheit glu­
tenfreier Produkte gestützt. Der Einwohneranteil mit hispanischen oder asiatischen Wurzeln wächst kontinuier­
lich. Diese Bevölkerungsgruppen zeigen ein starkes Interesse an für ihre Kultur typischen Nahrungsmitteln. Der
Absatz von Pita, Tortillas und Naan-Brot legt in Folge zu. Die Nachfrage nach Pasta aus organischem Anbau
und/oder aus Vollkorn steigt deutlich an. Im Bereich tiefgekühlter Getreideprodukte führen Unternehmen zu­
nehmend handgerechte Frühstücks-Sandwiches und Wraps in den Markt ein.
Prognostizierte Auslieferungen nach bedeutendsten getreidebasierten Lebensmittel-Kategorien (in Mrd. US$)
Produkte
2015
2020
Veränderung *)
Auslieferungen insgesamt
99,8
110,0
2,0
.Bäckereierzeugnisse
33,3
36,1
1,6
.Tortillas, Teig, getrocknete Pasta
15,7
17,9
2,7
.Tiefkühlprodukte
12,7
14,2
2,3
.Kekse und Cracker
11,9
12,6
1,1
.Frühstückscerealien
9,0
9,5
1,1
*) durchschnittliche jährliche Veränderungsrate 2015 bis 2020 in %
Quelle: Freedonia
Im Schokoladensegment erwartet der Marktforscher Packaged Facts zwischen 2015 und 2018 einen Umsatzan­
stieg von 22 Mrd. auf 26 Mrd. US$. Premiumprodukte sollen den Markt in Schwung halten. Anbieter von hoch­
wertiger Schokolade fokussieren sich auf die Markteinführungen von Produktvariationen mit unterschiedlichen
Früchten, Nüssen und Gewürzen, berichtet Packaged Facts. Nicht zuletzt die Verarbeitung von gesunden Zuta­
ten wie Lavendel und Blaubeeren liegt dabei im Trend. Bitterschokolade steigt ebenfalls im Kurs. Der US-Le­
bensmittelkonzern Mondelez International kündigte im Herbst 2016 an, sein bislang relativ begrenztes Sorti­
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ment auf dem Inlandsmarkt vor allem im Premiumbereich deutlich auszuweiten. Laut dem Marktforscher First
Research werden kleine Hersteller innovativer Schokoladenprodukte zunehmend von Großunternehmen aufge­
kauft.
US-Markt für Bio-Lebensmittel expandiert
Ein Ende des Wachstumskurses auf dem Bio-Lebensmittelmarkt ist nicht in Sicht. Laut dem Marktforscher Mar­
ketLine soll der Umsatz in den USA zwischen 2015 und 2020 jährlich im Durchschnitt um rund 10% zulegen. Am
stärksten werde demnach die Nachfrage in den Küstenregionen im Nordosten und im Westen sowie generell in
den Großstädten der USA wachsen. In allen bedeutenden Produktkategorien erwartet MarketLine eine Fortset­
zung des positiven Trends. Sehr vielversprechende Absatzpotenziale bieten sich zudem in zahlreichen Nischen­
segmenten. Gemäß dem Informationsportal "FoodIngredientsFirst" wird der Bedarf an Bio-Kaffee stark anzie­
hen. Technavio prognostiziert bei Babynahrung ein großes Wachstumspotenzial. Die Nachfrage nach verpackten
Bio-Spezialitätenprodukten steigt kontinuierlich. Das Interesse an europäischen Bio-Spezialitätenprodukten in
den Sparten Getränke sowie gesunde Alternativen zu traditionellen Kartoffelchips nimmt deutlich zu.
Impulse für ein fortgesetzt hohes Wachstum auf dem Bio-Lebensmittelmarkt dürften vor allem von jungen Er­
wachsenen ausgehen. Die "Millennials"-Generation (geboren zwischen 1982 und 2002) legt großen Wert darauf,
wo und unter welchen Bedingungen Lebensmittel hergestellt werden. Zudem steigt das Interesse an "Clean La­
bels". Konsumenten wollen zunehmend auf Produkte verzichten, auf deren Etiketten für sie unbekannte In­
haltsstoffe wie beispielsweise Farb- und Konservierungsstoffe sowie Geschmacksverstärker angegeben sind.
Die Nahrungsmittelindustrie bedient den wachsenden Bedarf der Konsumenten an Bio-Lebensmitteln. Zahlrei­
che renommierte Unternehmen erweitern ihre Sortimente entsprechend und bieten ihre Produkte vor allem un­
ter kleinen Marken an. Immer mehr Start-ups mit einem sehr begrenzten und spezifischen Produktangebot
drängen auf den Markt und ziehen das Interesse auf sich. Bedeutende US-Branchenunternehmen wie WhiteWa­
ve Foods und General Mills haben sich diesen Markt in den letzten Jahren durch den Kauf kleiner Bio-Lebens­
mittelhersteller erschlossen. Laut dem Informationsportal "Food Processing" ist letztgenannter Konzern im Be­
sitz von neun Bio-Marken. Die Kashi Co. (Teil des Lebensmittelkonzerns Kellogg Co.) kaufte im Sommer 2016
den Hersteller von veganen Snack-Produkten Pure Organics.
US-Konsumenten erwarten, dass sich die hohen Preise von Bio-Lebensmitteln in der Verpackungsgestaltung wi­
derspiegeln. Anbieter setzen verstärkt auf alternative Formate und Materialien, um sich optisch in den Ein­
kaufsregalen von konventionellen Produkten abzuheben. Beispielsweise gewinnen stehende Beutel im Geträn­
ke- und Snacksegment an Interesse. Bei den verwendeten Materialien steigen kompostierbarer Kunststoff so­
wie Glasbehältnisse im Kurs.
Die Tiefkühlkostsparte wächst in den USA sehr gemäßigt. Laut Prognosen des Marktforschers Statista stieg der
Umsatz zwischen 2013 und 2016 von 50,4 Mrd. auf 53,0 Mrd. US$. Der Marktforscher MarketLine erwartet für
2017 und 2018 Zuwächse von 0,4 beziehungsweise 0,2%. Packaged Facts geht in den kommenden Jahren von
moderat positiven Absatzperspektiven bei Nachspeisen und Snacks aus. Zahlreiche neue Anbieter drängen mit
neuen Dessert-Varianten auf den Markt. Bei tiefgekühlten Fertiggerichten sehen Analysten die größten Poten­
ziale bei Feinkostartikeln mit neuen Geschmacksrichtungen. Packaged Facts prognostiziert bei eingefrorenem
Obst und Gemüse mittelfristig einen leicht steigenden Bedarf
Hohe Dynamik bei Käse und Trinkjoghurt
Auf dem Markt für Milchprodukte ist in der Käsesparte eine deutliche Dynamik zu erwarten. Der Trend zu hoch­
preisigen Käsesorten dürfte mittelfristig für Impulse sorgen. Laut Packaged Facts soll der Einzelhandelsumsatz
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mit Spezialitätenkäse zwischen 2015 und 2021 im Durchschnitt um jährlich 3,5% auf 20,7 Mrd. US$ wachsen. Laut
gleicher Quelle stehen Produkte mit neuen Geschmacksrichtungen weit oben auf den Einkaufslisten einer stei­
genden Zahl von Konsumenten. Bio-Käse kommt aus der Nische, der Umsatz stieg gemäß Packaged Facts 2015
um rund 15% auf 570 Mio. US$. Im boomenden Markt für Snackprodukte betrachten Konsumenten Käse zuneh­
mend als gesunde Option. Käsestäbchen in Einzelverpackungen als Zwischenmahlzeit sind gefragt. Das Bran­
chenunternehmen Sargento Foods führte 2015 eine "on the go"-Kombination von verschiedenen Käsetorten mit
Nüssen und getrockneten Früchten in den US-Markt ein. Zahlreiche Firmen folgten mit ähnlichen Produktvari­
anten.
Laut dem Marktforschungsunternehmen Mintel wird der Einzelhandelsumsatz mit Joghurt zwischen 2016 und
2021 von 9,1 Mrd. auf 11,4 Mrd. US$ anziehen. Überdurchschnittlich zulegen soll der Verkauf von trinkbarem Jo­
ghurt. Der Umsatz in diesem Segment dürfte laut gleicher Quelle 2016 um rund 11% auf 893 Mio. US$ wachsen.
Branchenunternehmen nehmen vermehrt Joghurtsorten mit pikanten Geschmacksrichtungen (beispielsweise
mit Tomaten- oder Karottengeschmack) in ihre Sortimente auf. Auch wenn der Boom etwas abgeklungen ist, er­
freut sich griechischer Joghurt weiterhin starker Beliebtheit. Allerdings müssen die Anbieter mit gesunden, inno­
vativen Produktkreationen die Konsumenten bei Kauflaune halten. So nahm beispielsweise jüngst der Lebens­
mittelkonzern Danone diverse Produkte mit milderen Geschmacksvarianten und einer cremigeren Textur in sein
Sortiment auf.
Ein Megadeal bahnt sich an. Danone will für 10,4 Mrd. US$ WhiteWave Foods übernehmen. Vor allem das um­
fangreiche Sortiment des US-Nahrungsmittelherstellers an Bio- sowie Sojamilch steht laut Analysten im Fokus
des Interesses von Danone.
Zahlreiche milchverarbeitende Unternehmen in den USA sind exportorientiert und modernisieren ihre Maschi­
nenparks in kurzen Zyklen. Gemäß einer Umfrage unter milchverarbeitenden Unternehmen von "Dairy Foods"
im September 2016 gaben 60% der Befragten an, 2017 in neue Ausrüstungen investieren zu wollen. Zweidrittel
der Unternehmen planen demnach höhere Investments als im Vorjahr.
Tyson Foods und PepsiCo waren laut "Food Processing" 2015 die führenden Hersteller von Nahrungsmitteln und
Getränken im Land. Erstgenanntes Unternehmen ist vor allem im Fleischsegment aktiv. PepsiCo erweitert im
Getränke- und Lebensmittelsegment sein Portfolio rasant.
Umsatzstärkste Unternehmen in der US-amerikanischen Nahrungsmittelindustrie 2015 (in Mio. US$) 1)
Rang
Unternehmen
Umsatz Fiskaljahr 2015
1
Tyson Foods
40.123
2
PespiCo
37.943
3
Nestle 2)
27.659
4
Coca Cola
21.784
5
Kraft Heinz
21.670
1) Nur Umsätze von Nahrungsmitteln (inklusive Getränken) berücksichtigt; 2) inklusive von Einnahmen in Kana­
da
Quelle: Food Processing
Die Auslieferungen der Getränkeindustrie stiegen in den ersten zehn Monaten 2016 gegenüber dem Vorjahres­
zeitraum um 2,5% auf 93,1 Mrd. US$. Der reale Output der Industrie legte zwischen August und November 2016
leicht zu.
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Nach Angaben von MarketLine nahm der Einzelhandelsumsatz mit Getränken 2015 um 2,0% auf 355,1 Mrd. US$
zu. Für 2016 und 2017 sollen die Zuwachsraten bei 2,1 beziehungsweise 1,7% notieren.
Laut dem Marktforscher Standard & Poor's wuchs der Einzelhandelsumsatz mit alkoholhaltigen Getränken 2015
um 3,2% auf 218,4 Mrd. US$. Nach Prognosen von Technavio wird der Umsatz zwischen 2016 und 2020 um
durchschnittlich 3,5% pro Jahr zulegen. Laut Standard & Poor's tendieren US-Konsumenten verstärkt dazu, zwar
weniger Alkohol zu konsumieren, dafür aber Premium-Marken zu bevorzugen.
Nachfrage nach Spirituosen steigt
Der Einzelhandelsumsatz im Spirituosensegment stieg nach Angaben des Distilled Spirits Council of the United
States (DISCUS) 2015 um 4,1% auf 72,0 Mrd. US$. Mit Ausnahme von Rum verzeichnete DISCUS in allen bedeu­
tenden Segmenten Zuwächse. Die Nachfrage nach US-amerikanischem Whiskey im Premium-Segment boomt.
Auf dem gesamten Whiskey-Markt stieg der Umsatz um circa 8,0%. Auch Tequila (+9,4) und Cognac (+16,2%)
legten stark zu. Gemäß Freedonia-Prognosen soll die mengenmäßige Nachfrage nach Spirituosen zwischen 2015
und 2020 jährlich im Durchschnitt um 2,2% auf 580 Mio. Gallonen (1 Gallone = rund 3,785 l) steigen. Zahlreiche
Produkteinführungen mit neuen Geschmacksrichtungen im Hochpreissegment sollen das Wachstum antreiben.
Überdurchschnittlich hohe Nachfragezuwächse sind mittelfristig bei Wodka sowie Tequila zu erwarten.
Mengenmäßige Nachfrage im Spirituosensegment (in Mio. Gallonen)
Produkte
2015
2020
Veränderung *)
Nachfrage insgesamt
521,0
580,0
2,2
.Wodka
179,0
215,0
3,7
.Whiskey
129,0
140,0
1,7
.Rum
64,9
70,5
1,7
.Tequila
38,6
45,6
3,8
.Gin
25,5
24,0
-1,2
*) durchschnittliche jährliche Veränderungsrate 2015 bis 2020 in %
Quelle: Freedonia
Ein Trend geht zu Produkten von lokalen, kleinen Anbietern. Laut DISCUS stieg die Anzahl kleiner Brennereien
zwischen 2010 und 2015 rasant von 92 auf 750. Der Einzelhandelsumsatz dieser Unternehmen wuchs im gleichen
Zeitraum im Durchschnitt um 27,9% auf rund 2,4 Mrd. US$. Im Oktober 2016 übernahm Constellation Brands, ei­
ner der bedeutendsten US-Anbieter alkoholischer Getränke, für rund 160 Mio. US$ die Brennerei High West Di­
stillery aus dem Bundesstaat Utah.
Der Umsatz auf dem Biermarkt legte laut der Brewers Association 2015 um 2,1% auf 105,9 Mrd. US$ zu. Vor al­
lem angesichts des auch im Biermarkt zu beobachtenden Trends zu hochwertigen Produkten erwartet der
Marktforscher Mintel bis 2020 geringfügige Umsatzwachstumsraten. Gemessen am Volumen dürfte der Absatz
mittelfristig hingegen leicht nachgeben. Kleine, unabhängige Brauereien hochwertiger Biere ("Craft Breweries")
sind ein expandierendes Marktsegment. Diese erzielten 2015 beim Einzelhandelsumsatz ein Plus von 16,0% auf
22,3 Mrd. US$, so die Brewers Association. Die Anzahl der Craft Breweries notierte laut dem Verband zum Jah­
resende 2015 bei 4.225 (+18% gegenüber dem Vorjahreszeitpunkt). Mittels Übernahmen kleiner Brauereien drän­
gen führende Branchenunternehmen verstärkt in das Segment vor. Ende 2015 kaufte Constellation Brands für
rund 1 Mrd. US$ die kalifornische Brauerei Ballast Point Brewing & Spirits.
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Hochwertige Importweine im Kommen
Der Einzelhandelsumsatz mit Inlands- und Importwein stieg laut dem Wine Institute 2015 um etwa 5,1% auf ei­
nen Rekordwert von 55,8 Mrd. US$. Im November 2015 legte der Umsatz auf dem US-Markt im Vergleich zum
Vorjahresmonat um rund 4,0% zu, so das Informationsportal "Wines & Vines". Mengenmäßig kamen Weine aus
Kalifornien 2015 auf einen Marktanteil von etwa 60%. Der Importmarktanteil belief sich laut dem Wine Institute
auf rund 30%. Nach mengenmäßigen Absatz führend waren gemäß MarketLine die Unternehmen E & J Gallo
Winery (Anteil von 21,9%), Constellation Brands (15,7%) sowie Franzia Wines (9,9%).
Absatz in Neun-Liter-Kästen (in Mio. Einheiten), Umsatz (in Mrd. US$)
Jahr
Tafelwein 2)
Dessertwein
Sekt/Champagner
Insgesamt
Weinumsatz insgesamt 1)
2014
324,0
32,7
19,7
376,4
53,1
2015
327,7
34,5
21,7
383,9
55,8
1) Einzelhandelswert des in den USA abgesetzten Weins; 2) inklusive Cidre
Quelle: The Wine Institute
Für 2016 und 2017 erwartet MarketLine Umsatzzuwächse im Einzelhandel von 3,5 beziehungsweise 3,7%. Bei
Weinen in der Preisklasse zwischen 11 US$ und 25 US$ seien hohe Zuwächse zu erwarten. Junge US-Amerikaner
präferieren zunehmend hochwertige Importweine. Auch Produkten in dem Preisspektrum aus den Bundesstaa­
ten Washington und Oregon attestieren Analysten gute Perspektiven. Unterhalb der 9 US$-Marke dürfte sich
der Abwärtstrend der letzten Jahre fortsetzen. Deutliches Wachstumspotenzial sehen Branchenkenner bei Sekt.
Der Marktanteil im Weinsegment lag 2015 mengenmäßig bei rund 5,7%. Bei Sekt und Champagner verzeichnete
das Wine Institute im gleichen Jahr ein mengenmäßiges Wachstum um 10,2%.
(CJ)
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