Dr. Kaukasuff - Peter Rieger

Biberach stellt die blaue Tonne raus.....
Dr. Kaukasuff, äh Kaukasus, unser georgischer Kugelblitz und inoffizieller Chefdiplomat, war wieder
unterwegs. Alle paar Tage bekommen wir gerade von ihm eine Standortmeldung und einen Bericht
über eine seiner sicherlich absolut erforderlichen Missionen. Nur mir hat bisher immer noch niemand
sagen können, was diese Reisetätigkeit dem Gros der Biberacher Bürgerschaft nützen soll. Konnte
durch diese Transaktionen bereits wirtschaftliche Fluktuation bewirkt werden, oder dient diese
Partnerschaft nur dazu, einem pseudoelitären Personenkreis die Reisetätigkeit auf Kosten der
Stadtkasse zu finanzieren? Der Verdacht drängt sich hier schon auf, zumal die Fäden dieser
Partnerschaftssparte in den Händen eines kleinen Personenkreises liegen, der durch gönnerhafte
Zuteilung von Reisemöglichkeiten seine Sympathiewerte schönt.
Noch einmal - was bringt diese Partnerschaft einem Gros der Biberacher Bevölkerung? Selbst, wenn
ich einmal die Chance hätte, auf eine Delegationsreise dorthin mitgenommen zu werden, ist die
Aufrechterhaltung eines privaten Kontakts sehr schwierig. Auch wenn die Aufenthaltskosten dort gen
null gehen - von den Anreisekosten kann ein "Normalbiber" fast fünfmal in den Urlaub fahren und
angesichts der Hochsolvenz der Bewohner der Partnerschaftsstadt, hätte ich mich auch an den
Kosten ev. Gegenbesuche ordentlich zu beteiligen.....Ich habe den Verdacht, dass sich da jemand ein
Denkmal setzen will, indem er eine Verknüpfung zwischen dem Namen der Partnerstadt und seiner
Person schafft....das Ganze auf unsere Kosten. Es mag ja durchaus lobenswert sein, wenn man alte
Krankenhausbetten auf einen Lastwagen verfrachtet oder schrottreife Feuerwehrautos überführt.
Alles lobenswert, aber eben immer auf Kosten der Allgemeinheit.
Ich mag unsere Partnerstädte lieber in einer (für jeden) erreichbaren Nähe, mit europäischer
Auffassung von Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit. Mir sind immer noch die Negativaspekte dieser
Partnerschaft im Gedächtnis - sei es nun die "Mehllieferung", mit der jemand "die Biege" machte
oder die Kolonne von 7er BMWs mit Biberacher Zollkennzeichen, die damals Deutschland mit
Hochgeschwindigkeit in östlicher Richtung verließen.....am Steuer übrigens lauter Menschen mit
typischen Kaukasus-Gesichtern, die wohl noch ein (Erinnerungs-)Foto von sich haben wollten.....
Sehr spaßig übrigens auch noch die Anekdote über das Zustandekommen einer Partnerschaft mit
einer Stadt gerade im Kaukasus.....Gewöhnlich gut informierte Greise waren mal wieder beim Saufen
und einer davon zog eine Ausschreibung des Bundes aus der Tasche - der Bund suchte offensichtlich
solvente Kommunen unter denen die Arschkarten unter den Partnerschaftsstädten verteilt werden
konnten.
In ihrem Dulles lasen die Honoratioren aber "Tel Aviv" anstatt "Telavi" - und alles war Feuer und
Flamme. Unsere Rustikal-Weltenbürger sahen sich schon aufsteigen in die Liga der Sympathisanten
des Auserwählten Volkes und unsere Filz-Cosa Nostra freute sich schon darauf, auf die Elegante den
Makel der tausendjährigen Epoche unterzubügeln.....das Ga ze och it schö e Stra d….E dlich
eine Partnerstadt, in der man auch mal einen Urlaub verbringen kann – es wird einen ja hoffentlich
kei er dort wiedererke e …..
Es war aber halt Telavi.....Als sie dessen gewahr wurden, war der "Point of no Return" bereits weit
überschritten und man musste in den sauren Apfel beißen, äh, den sauren georgischen Wein trinken.
Nach dem Motto: "Zugegeben wird nichts" hieß es "Augen zu und durch". So kamen Biberachs
Koryphäen zu ihren hochwertigen Doktortiteln und wurden zu Emissären - zum. so lange sie keine
Miseren mit ihren Lebern bekommen.....
Die Esel des neuzeitlichen Abderas hätten besser daran getan, gleich den Schatten zu mieten - aber
sie dachten ja: den sparet mir ons, den hammer ja scho.......
Dr Peter Rieger