Wirtschaftszeitung für Marketing & Sales
medianet.at
17. Jahrgang
No. 2064
Euro 4,–
Freitag,
27. Jänner 2017
Schnell und präzise Ein
­Besuch in Dresden bei der
Online-Druckerei Saxoprint 10
Mehr Leere Ein neuer Report
zur Lage des Einzelhandels in
­Österreich 38
Auf der Überholspur Nach dem
Mini-Plus 2015 gab Österreichs
Neuwagenmarkt 2016 richtig Gas 84
© ORF/Roman Zach-Kiesling
Österreichische Post AG,TZ 02Z030468 T ••• „medianet“ Verlag AG, Brehmstraße 10/4, 1110 Wien ••• Retouren an Postfach 100, 1350 Wien
© Saxoprint
Der ORF stellt sich
auch 2017 sportlich auf
Allein in den Monaten Februar und März 2017 warten
drei Topevents auf die Wintersportfans im ORF. 4
Brandgefahr
HP ruft NotebookAkkus zurück
WIEN. HP ruft Akkus zurück,
die mit bestimmten Notebooks
geliefert wurden und zwischen
März 2013 und August 2016
verkauft worden sind.
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„medianet“ Verlag AG | Tel.: +43 1 919 20 - 2247 | [email protected] | www.medianet.at
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Freitag, 27. Jänner 2017 Propaganda als solche zu enttarnen,
Ross und Reiter zu
nennen, die Muster
offenlegen – diese
Zeit muss sein.“
Zitat der Woche
Die dt. Verteidigungsministerin
Ursula von der Leyen zum
70. „Spiegel“-Jubiläum
Impressum
Medieninhaber:
„medianet“ Verlag AG
1110 Wien, Brehmstraße 10/4. OG
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Gründungsherausgeber: Chris Radda
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Lektorat: Mag. ­Christoph Strolz Grafisches
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editorial / inhalt 3
Digitale Bildung
statt Zensur
Die Pläne der neuen Bildungsministerin klingen
klug. Am Budget sollte noch geschraubt werden.
Leitartikel
••• Von Sabine Bretschneider
RELATIONEN. „Digitale Grundbildung“ soll ab
Herbst auf der Schultagesordnung stehen – an
den Volksschulen als Teil des Lehrplans, in der
Unterstufe als „verbindliche Übung“, so die
Pläne von Bildungsministerin Hammerschmid.
„Technik und Problemlösung“ wird unterrichtet werden … Ein befreundeter Lehrer erzählt,
dass schon in der Volksschule viele Kids den
Lehrern in Sachen Technik und Problemlösung
weit überlegen sind. Egal, vielleicht schafft
man damit insofern eine Win-win-Situation, als
auch die Lehrer sich ab einer gewissen Altersstufe digitale Grundbildung aneignen.
Spannend wird die Fortsetzung dieser Initiative an den Höheren Schulen: Angeboten werden informatische Grundkenntnisse, Nutzen
von Standardprogrammen und der kritische
Umgang mit Sozialen Netzwerken, mit Informationen und Medien. Das ist eine spektakulär
kluge Idee. Die derzeit laufende Debatte um
Fake-News wird nur dann sinnvoll geführt
werden können, wenn man den reflektierten
Umgang mit Information von der Pike auf lernt.
Jegliche staatliche Zensurbehörde, egal wie
man sie nennt, wird des Problems nicht Herr
werden. Schon jetzt hat die freie Presse ihre
liebe Not mit den hehren Idealen. Kaufmännische Zwänge setzen die Medien dermaßen unter
Druck, dass viele Grundsätze längst sang- und
klanglos – und ohne hörbaren Hilferuf – über
Bord geworfen wurden.
Heikel ist allerdings die Finanzierung des
ehrgeizigen Plans: 2,4 Mio. Euro steckt das
Bildungsministerium in die Umsetzung von
digitaler Grundbildung, Lernplattformen,
Lehrerausbildung; 2,2 Mio. Euro kommen aus
dem Staatssekretariat für die Umsetzung der
„Eduthek“ und den Ausbau des an den Volksschulen schon laufenden Mobile-LearningProjekts. Hier drängt sich ein Vergleich auf: 5,34
Mio. Euro etwa gaben die Wiener Linien für die
Eröffnungsfeierlichkeiten der Stationen Seestadt, Aspernstraße und der U2-Verlängerung
zum Stadion aus. Man denke über die Priori­
täten nach.
Inhalt
COVERSTORY
RETAIL
HEALTH ECONOMY
Sportoffensive im ORF .............. 4
Nach dem olympischen Sommer
kommt ein heißer Winter
Wer hat die Hosen an? ............ 38
Neuer Report zur Lage des
Einzelhandels in Österreich
Geld für Leistung ...................... 68
Neue Pharma-Bezahlmodelle
MARKETING & MEDIA
Messe für Naschkatzen ........... 42
News von der 47. ISM in Köln
Mehr Selbstbehalt .................... 69
SVA der gewerblichen Wirtschaft
pocht auf Harmonisierung
Präzise und mit Power ............. 10
Ein Besuch bei der Druckerei
Saxoprint in Dresden
Umsatzplus im EH .................... 44
Handelsverband ist zufrieden
Es darf getanzt werden ............ 14
Am 31. März geht „Dancing
Stars“ in die elfte Runde
Ein Klick ins Nachbarland ....... 46
Wer kauft in den heimischen
Online-Shops ein?
Plaudern per Bluetooth ........... 18
Bank Austria und Bawag testen
das neue Kundengespräch
Milch mit Mehrwert .................. 50
Die heimische Heumilch
„Visit Russia“ ............................ 79
Startschuss für das Tourismusjahr Österreich–Russland 2017
DESTINATION
Marketing meets Natur ............ 76
Vorbereitungen auf die BiathlonWM in Hochfilzen laufen
FINANCENET & REAL:ESTATE
AUTOMOTIVE BUSINESS
Neues Print-Buchungstool ...... 19
Ein holländisches Start-up zeigt
mit einer Realisierung auf
Gefährliche Bonds ................... 54
Aufgepasst, Anleiheninvestoren!
Ein starkes Jahr ....................... 84
Der Neuwagenmarkt gibt Gas
Die „digitalste Agentur“ ........... 24
Eliot Mannoia, IPG, im Talk
Hightech und Lederhosen ....... 58
Heimische Hightech-Aktien: AT&S
car2go legte deutlich zu .......... 87
Daimlers Carsharing boomt
4 coverstory
medianet.at
© ORF/Roman Zach-Kiesling
Freitag, 27. Jänner 2017
Sport im ORF:
Immer was los
Sportlich
Hans Peter Trost
(ORF-Sportchef), Kathrin
Zechner (ORFProgrammdirektorin), Michael
Kögler (Regie)
und Biathlet
Christoph
Sumann.
Nach dem olympischen Sommer rüstet sich der ORF in der
Wintersaison gleich für drei sportliche Großereignisse.
••• Von Dinko Fejzuli
S
kifahren als TV-Spektakel zieht beim Publikum noch immer die
Massen an. Das zeigten wieder die Einschaltquoten vom vergangenen
Ski-Wochenende in Schladming.
Denn den regelrechten Hundertstelkrimi der Ski-Athleten
wollten sich bis zu 1,9 Millionen Zuseher allein im zweiten
Slalom-Durchgang im ORF nicht
entgehen lassen. Entsprechend
wappnet sich dieser schon für
die kommenden WintersportGroßereignisse.
Die Alpine und die Nordische
Ski-WM in St. Moritz (6. bis 19.
Februar), bzw. in Lahti (22. Februar bis 5. März) stehen ebenso auf dem Programm wie die
Biathlon-Weltmeisterschaft in
Hochfilzen in Tirol (8. bis 19.
Februar). Im Lichte der Diskussion um die Sportrechte nehmen Fernsehdirektorin Kathrin
Zechner und Sportchef Hans
­Peter Trost diese Events auch
zum Anlass, um auf die Rolle des
ORF für den Breiten- und Spitzensport hinzuweisen.
Die Kosten für Hochfilzen,
St. Moritz und Lahti betragen
knapp 5,8 Mio. €. Insgesamt bewegt sich das jährliche SportBudget des ORF – je nach Jahr
mit Olympia, WM, etc. – stets
irgendwo zwischen 70 und 100
Mio. €, wobei gut zwei Drittel
der Kosten auf Lizenzgebühren
entfallen; der Rest ist für Produktion, Personal und Infrastruktur zu berappen.
Aber: Je spektakulärer die
bildliche Inszenierung, desto
besser für den Sport in seiner
Breitenwirkung – egal ob Alpin
Ski oder etwa Langlaufen –, aber
auch für die Austragungsorte in
Bezug auf touristische Werbung
für die Region, meinen Trost und
Zechner.
Deshalb komme der ORF oftmals als Host-Broadcaster zum
Zuge – nicht, weil er das meiste
Geld, sondern die besten Ideen
und die größte Erfahrung mitbringt, so Trost weiter.
Freitag, 27. Jänner 2017 Premium nur in Pay-TV?
Dass es insgesamt budgetäre
„Grenzen gibt und geben wird“,
läge angesichts steigender Preise für Sportlizenzen auf der
Hand: „Da werden wir sehen, wo
die Grenzen unserer Verhandlungskapazitäten sind, aber
auch da ist unser Know-how
­extrem hoch.“
Doch so lange der ORF „mit
dem Geld auskommt und das
Know-how hat und langjähriger Partner ist“, fände sie es einen „interessanten Ansatz“, ihm
Sportrechte zu verwehren, so
Zechner in Anspielung auch auf
Privatsender, die immer wieder
kritisieren, der ORF würde mit
Gebührengeldern nicht nur einige, sondern im Grunde alle
wichtigen Live-Sport-Rechte
­regelrecht vom Markt wegkaufen. Hier hegen die heimischen
Privatsender, die aber durchaus
betonen, dass der ORF selbstverständlich auch Premiumrechte
haben solle, manchmal den Verdacht, die Übertragungsrechte
würden manchmal nur gekauft,
um sie den Privaten nicht zu lassen.
Öffentlich-rechtlicher Auftrag
Beim ORF sieht man die Sache
naturgemäß anders: Als ORF
erfülle man nicht nur seinen
öffentlich-rechtlichen Auftrag, sondern nehme auch eine
sport- und gesellschaftspolitische Rolle wahr, argumentie-
likums – auch in Verhandlungen
um Rechte und Lizenzen unsere
jahrzehntelangen Erfahrungen
und unser Know-how mit voller
Kraft dafür ein, dass Österreich
das breiteste Angebot an SportEvents und -Sendungen im FreeTV im deutschsprachigen Raum
empfängt. Dieses programmlich
ambitionierte Ziel bezeichnen
wir als ‚Go for Gold‘ – mit Fairness, Klugheit und Geschick im
harten Wettkampf um die Aufmerksamkeit der Seherinnen
und Seher als ORF in der TopLiga spielen.“
In diesem Zusammenhang
äußert Trost auch die Befürchtung, dass immer mehr Premium-Sportrechte ins Pay-TV abwandern. Als ORF gehe es aber
nicht nur darum, Werbegelder
einzunehmen oder Ausgaben
zu refinanzieren; Zechner dazu:
„Der ORF ist sich seines Gesetzesauftrags nicht nur bewusst,
sondern versucht auch das
Möglichste, um mit begrenzten
budgetären Mitteln eine maximale Anzahl von Live-SportÜbertragungen zu sichern – das
gilt für den Sport, aber auch für
alle anderen Genres wie Information, Kultur, Unterhaltung
& Service. Als Partner der Verbände, der Sportler, der lokalen
Organisationen sehen wir uns
als Promotoren im Sinne eines
breitenwirksamen Effekts hin
zu mehr sportlicher Betätigung.
Diese gesellschaftspolitische
Rolle nehmen wir wahr – und
sichern als Medienpartner in
gewissen Sportbereichen sogar
die Austragung wichtiger Ereignisse in unserem Land. Wir
setzen – im Sinne unseres Pub-
80
TV-Marathon
Gleich 80 Stunden live erwartet
die Zuschauer von der Alpinen
Ski-WM in St. Moritz (6.–19. Februar), wo der ORF mit eigenen
Kameras auf die Jagd nach
Österreich-Aspekten geht. Im
finnischen Lahti (22. Februar bis
5. März) schließlich steigt die
nordische Ski-Weltmeisterschaft,
auch dort ist man mit eigenem
Equipment unterwegs. Das WMStudio ist übrigens für St. Moritz
und Lahti dasselbe, es wird in
Modulweise auf- und abgebaut
und kann somit wiederverwendet
werden. Den Abschluss des
Wintersport-Reigens bilden im
März die Special Olympics in
Schladming, wo der ORF einmal
mehr Host-Broadcaster ist.
ren Zechner und Trost. Wenn
sich Regionen um Großevents
bewerben, sei „die Qualität des
Medienpartners“ ein wesentlicher Entscheidungsfaktor, so
der Sportchef. Und: In manchen
Sportarten sei für die Teilnahme
an bestimmten Ligen die Übertragung im nationalen Free-TV
eine Voraussetzung. Stünde der
ORF hier nicht parat, wären
manche Verbände international
isoliert, ist sich Trost sicher. „Dafür brauchst du das Gütesiegel
der High-End-Produktionen“,
ergänzte Zechner.
© ORF/Roman Zach-Kiesling
Steigende Lizenzkosten
Und wenn es um den Kauf der
Sendelizenzen selbst geht, so
hat der ORF Sport-Chef eine
klare Prioritätenliste: „Wir wollen die top internationalen Produkte, die top nationalen Rechte
und die top regionalen SportEvents.“ Letztendlich „profitiert
davon der Breitensport“, sagte
Trost – auch, weil Großereignisse ein Umfeld für Berichterstattung über Randsportarten seien,
die so mehr Zuschauer bekämen.
„Mit Hochleistungssport bekommt man die Visibility dafür“,
so Zechner.
Leicht augenzwinkernder
Nachsatz von Trost: Er wisse
natürlich, dass sich diese Sicht
des ORF-Sport-Chefs nicht 1:1
mit der Sicht der budgetär Verantwortlichen decke.
coverstory 5
© ORF
medianet.at
Globaler Event
Bei der Biathlon-WM im Tiroler
Hochfilzen (8. bis 19. Februar)
ist der ORF Host-Broadcaster
und legt sich dafür ordentlich ins
Zeug. „Die aufwendigste Übertragung, die wir im Biathlon jemals
hatten“ werde das, kündigte
Regisseur Michael Kögler an.
Auf ihn sind Zechner und Trost
auch deshalb stolz, weil er als
Biathlon-Regisseur für die nächsten Olympischen Spiele in Korea
engagiert wurde. Das Langlaufen
und Schießen am Truppenübungsplatz Hochfilzen setzt er
mit 49 Kameras, darunter etliches
Spezialequipment, in Szene.
TV-Stationen aus mindestens
26 Ländern werden die Bilder
übernehmen – bis nach Brasilien.
Alle elf Rennen (rund 20 Stunden)
werden auf ORF eins gezeigt.
49
6 aktuell
Freitag, 27. Jänner 2017
Verkaufsgerüchte
In den letzten Tagen verdichten sich Medienmeldungen
um einen ATV-Verkauf an die ProSieben-Gruppe.
WIEN. Um den zum Verkauf stehenden Privatsender ATV gibt
es erneut Gerüchte, wonach
die deutsche ProSiebenSat.1Gruppe, zu der auch der österreichische Sender Puls 4 gehört,
interessiert sein soll. Laut diversen Medienberichten soll der
Kauf bis 31. Jänner unter Dach
und Fach sein. Die Übernahme
müsste bei der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) angemeldet werden, dort gibt es aber
noch keinen Prüfantrag.
Ob im Vorfeld bereits sogenannte Pränotifikationsgespräche stattfinden, wird von der
BWB weder bestätigt noch dementiert, wie es am Montag auf
APA-Anfrage hieß.
Marktanteile 2016
Sender
ORF 2 21,2
orf eins 11,7
Puls 4 3,1
ATV 2,5
Servus 1,8
ATV II 0,6
Werte in %; Quelle: AGTT; Personen 12+; alle Empfangsebenen; österreichische, nationale Privat-Sender; Für
ORF III werden derzeit keine Marktanteile veröffentlicht.
Mittlerweile gibt es auch die
ersten Wortmeldungen aus der
Politik: Medienminister Thomas
Drozda (SPÖ) hat am Dienstag
betont, dass eine solche Fusion von der Medienbehörde und
der Kartellbehörde zu prüfen
sei und „zweifellos unter gewissen Auflagen“ bewilligt werden
­könne.
Seines Wissens gebe es Gespräche mit der Medienbehörde
und auch mit der Kartellbehörde, die „in der Finalisierung“
seien – auf Basis dessen werde
es eine Entscheidung geben, so
Drozda. Dass die Medienvielfalt
etwas ganz Entscheidendes sei,
sei keine Frage; andererseits
gehe es darum, dass ein „wichtiger Sender“ weiter aufrecht
­erhalten werden könne.
© Andreas Tischler
Übernahme mit Auflagen?
Kartellrechtsexperten rechnen für den Fall, dass die
ProSiebenSat.1-Gruppe ATV
übernimmt, mit Auflagen.
Zu den Gerüchten und Medienberichten, auch im Standard, wollten sich weder ATV,
dessen Eigentümer, die Tele
München Gruppe (TMG), noch
Puls 4 äußern. TMG-Eigentümer Herbert Kloiber hatte im Vorjahr angekündigt,
ATV bis Ende 2017 verkaufen
zu wollen.
medianet.at
Für den ersten österreichischen, nationalen TV-Sender ATV könnte es einen
Käufer geben. Im Bild der derzeitige Eigentümer Herbert Kloiber.
Schon länger angekündigt
Tele München Gruppe-Eigentümer Herbert Kloiber hatte im
Vorjahr angekündigt, ATV bis
Ende 2017 verkaufen zu wollen.
Der Deal mit der ProSiebenSat.1Gruppe könnte laut Medienberichten bis 31. Jänner unter
Dach und Fach sein. (APA/red)
Y&R holt die Bank Austria
WIEN. Seit 1.1.2017 heißt die
neue Lead-Agentur der Bank
Austria Young & Rubicam/Wien.
Der Kreativ-Etat der Bank war
im Herbst letzten Jahres neu
ausgeschrieben worden.
„Young & Rubicam haben uns
mit ihrem Markenverständnis,
treffenden Insights und herausragenden Ideen überzeugt“, freut
sich Andrea Schmitz-Dohnal,
Head of Marketing der Bank Aus-
tria. Sebastian Bayer, CEO von
Y&R/Wien, und ECD Alexander
Hofmann: „Wir freuen uns unglaublich, gerade jetzt für eine so
spannende und prestigeträchtige
Marke wie Bank Austria zu arbeiten und gemeinsam kommunikative Lösungen für die neuen
Herausforderungen der Finanzdienstleister zu entwickeln.“
Bisheriger Etathalter war
Jung von Matt. (red)
© leadersnet.at/Christian Mikes
Jung von Matt verliert den Etat.
ECD Alexander Hofmann und Sebastian Bayer, CEO von Y&R/Wien.
medianet.at
aktuell 7
Freitag, 27. Jänner 2017 © Klickermann
Vollgas
Mit neuen Sendungen wie „Vurschrift
is Vurschrift“ fährt
man gerade einen
Publikumserfolg
ein.
Jede Menge Pläne
für 2017 bei Puls 4
Senderchef Kampel will weiter auf Comedy, Information,
Sport setzen und Puls 4 als Filmsender positionieren.
WIEN. Der Privatsender Puls 4
blickt zufrieden auf 2016 zurück
und schmiedet Ausbaupläne. Besonders glücklich ist Senderchef
Johannes Kampel mit ComedyFormaten wie „Bist du deppert!“
– davon soll es mehr geben, sagt
er der APA. Die Information
habe im BundespräsidentenWahljahr Rekorde gebrochen,
ein weiteres Talk-Format ist im
Werden, ebenso neue Pläne für
den Vorabend. Lust auf mehr
Sportrechte hätte Kampel auch.
Gerade erst fuhr die neueste Humor-Sendung „Vurschrift
is Vurschrift“ einen AuftaktMarktanteil von 12,5% in der
Zielgruppe der 12- bis 49-Jährigen ein, was Puls 4 über einen
Rekord jubeln ließ. Kampel sieht
bei den Zuschauern nach „Bist
du deppert!“ und der Konsu-
mentenschutz-Sendung „Supernowak!“ mittlerweile eine „Vertrautheit mit diesem Ansatz“.
Puls 4 habe sich mit dem Konzept, gesellschaftlich Relevantes
komödiantisch zu verpacken,
„ein Standing erarbeitet“, das
man auch weiter nutzen möchte.
Der dafür gewohnte Sendeplatz
am Dienstagabend soll durchgehend mit solchen Formaten
bespielt werden.
Rekordbrecher Start-up-Show
„Sämtliche Rekorde gebrochen“
würden auch mit der neuen Staffel von „2 Minuten 2 Millionen“.
Der Andrang von hoffnungsvollen Unternehmern sei so groß
wie nie. „Start-up im Fernsehen
– das ist ganz bestimmt ein Feld,
auf dem wir draufbleiben“, sagt
Kampel.
Eine Problemzone für Puls 4
ist – wie bei so vielen Sendern
– der Vorabend. Hier hat Kampel
schon Vorstellungen für einen
„Umbau“, nennt aber vorerst
keine Details.
Nachmittags will Puls 4 heuer mit einem täglichen Spielfilm
schon um 16:00 Uhr (Motto: „Der
Film um 4“) punkten. „Wir wollen
das durchziehen“, sagte Thomas
Gruber, Programmdirektor von
ProSiebenSat.1 Puls 4. „Wir wollen uns als der Spielfilmsender in
Österreich positionieren.“ Dieser
Ansatz habe schon 2016 Erfolge
gezeigt, entsprechende Zonen
lägen im Marktanteil „leichter
über dem Senderschnitt“.
Dafür brauche es zum einen
natürlich „attraktive Filmpakete“, die man sich für 2017
sichern konnte, inklusive eini-
ger Österreich-Premieren; zum
anderen hänge der Erfolg von
einer „geschickten Programmierung“ ab; so könne man auch
mit Filmklassikern über Spezial- und Thementage die Tagesmarktanteile bis hin zu einer
Verdoppelung steigern.
Immer ein Thema ist für Puls 4
Sport – nicht nur, weil man 2014
bei der Europa League ORF und
ATV ausbooten konnte. Der Sender überträgt in Österreich live
die Spiele der American National
Football League (NFL). Die dazu
veranstaltete „Super Bowl-Party“ sei bereits ausgebucht, verweist Kampel auf das Potenzial
im Umfeld-Marketing. Für weitere Sportrechte wäre er „offen“
und wagt auch zu träumen: „Interessiert wären wir immer am
Skifahren.“ Dass der ORF bei
den Sportrechten den Sparstift
anzusetzen hat, beobachtet er
ungeachtet dessen aufmerksam.
Auch für die Formel 1 wäre der
Sender „ready“ – stellt sich aber
„natürlich immer die Frage der
Wirtschaftlichkeit“.
ATV-Gerüchte
„Wir bauen das weiter aus“, ist
auch die Devise in der Information. Konkret wird über ein weiteres Talk-Format nachgedacht.
„Ich glaube, wir leben in einer
Zeit, wo man mit Public Value
Quote machen kann.“
447.000 Zuschauer hatte etwa
„Wer wird Präsident“ am 20.
November. Völlig gelassen sieht
Kampel schließlich die bald seit
einem Jahr bestehende Konkurrenz für „Cafe Puls“ durch „Guten Morgen Österreich“ aus dem
Hause ORF. Mit zehn Jahren Erfahrung und dem Fokus auf die
Zielgruppe 12 bis 49 „können wir
sagen, dass wir das Rennen gewonnen haben“.
Zu den Verkaufsgerüchten um
ATv meint der Senderchef: „Mein
Wunsch wäre, dass ATV dem österreichischen Privat-TV-Markt
erhalten bleibt. Es ist ein spannender Mitbewerber.“ (red/APA)
medianet.at
Freitag, 27. Jänner 2017 cover 9
marketing & media
Einreichung Der Employer
Brand Manager 2017 wird
wieder ernannt 19
Interview Eliot Mannoia von
IPG Mediabrands über Ziele
und Positionierung 24
Get-together Der traditionelle IAA-Jahrescocktail im
Novomatic Forum 35
© Volker Weihbold
© Katharina Schiffl
© Andre Forner Photography
Andreas Gärtner
Reichl und Partner
Andreas Gärtner (32) ist seit
1. Jänner 2017 Co-Geschäftsführer von Reichl und Partner
eMarketing. Gärtner – Spezialist
für Marketing und eCommerce – bildet gemeinsam mit
Rainer Scharinger das neue
­Führungsteam. Er startete 2010
bei Reichl und Partner eMarketing
als Account Manager. (gs)
Saxoprint: „Ich bin ein
Qualitätsfaktor“ …
10
© ORF/Hans Leitner
© lions festivals/ORF-Enterprise
… steht auf den Shirts der Druckerei-Mitarbeiter.
Über den Besuch der Produktionsstätte in Dresden.
Dancing Stars Die Jury der ORF-Show darf
sich über zwei Neuzugänge freuen. 14
Kreativität Das Rennen um die begehrten
Cannes Lions-Trophäen beginnt. 26
Freitag, 27. Jänner 2017
medianet.at
© Andre Forner Photography
10 marketing & Media
Freitag, 27. Jänner 2017 Schnell,
präzise und
mit Dynamik
Wo ursprünglich die DDR ­Computer
produzierte, sitzt heute die Online-­
Druckerei Saxoprint – ein Besuch.
••• Von Gianna Schöneich
V
on Wien nach Dresden gibt es keine Direktflüge. Das klingt
nach abgeschieden,
schlecht zu erreichen
und so, als müsste man nicht
unbedingt dort gewesen sein.
Allerdings ist Dresden ein wirtschaftsstarker Raum und kann
nicht nur mit dem Tourismusmagnet Frauenkirche glänzen.
Schon immer hier angesiedelt ist die Druckerei Saxoprint
– man hat zum Produktionsbesuch geladen. Geleitet wurde
dieser von Daniel Ackermann,
einem der beiden Geschäftsführer der Online-Druckerei.
In der Produktionsstätte von
Saxoprint laufen die Maschinen
pausenlos. Derzeit bewegen sich
allerdings weniger Mitarbeiter
als üblich durch die Räumlichkeiten. Das läge an der Saisonalität, erklärt Ackermann. Während
kurz vor Ostern und Ende August
bis Mitte Dezember die Maschinen auf Hochtouren laufen, gibt
es im Jänner und Sommer weniger Auftragsvolumina. Ackermann wechselte vor dreieinhalb
Jahren von Cewe, Europas größtem Fotoentwicklungsunter-
nehmen und der Mutterfirma
von Saxoprint. Was 1999 mit 22
Mitarbeitern begann, hat sich
zu einem Unternehmen mit 550
Mitarbeitern und einem der modernsten Technologie-Parks der
Druckindustrie weltweit entwickelt. Die Größe der Produktion
entspricht 2,8 Fußballfeldern,
also mehr als 18.000 m². Ursprünglich produzierte hier Robotron – ein volkseigener Betrieb
und Kominat im Bereich des Ministeriums für Elektrotechnik
und Elektronik der DDR – PCs.
Optimale Arbeitsplätze
Der „heutige Standard“ wie ihn
Ackermann nennt, ist hoch.
Nichts scheint in den Räumen
sinnlos herumzustehen, es ist
sauber und aufgeräumt – ungewöhnlich für eine Produktionsstätte.
Auf dem Boden finden sich
Markierungen; sie zeigen deutlich, wo was wie zu stehen hat.
In den Schubladen bei den einzelnen Maschinen liegen sogenannte Werkzeugeinlagen. Sie
sind aus Schaumstoff – jedes
Werkzeug hat hier einen vorgefertigten Platz.
marketing & Media 11
© Saxoprint
medianet.at
„Wir haben uns hierfür aus
Erfahrung entschieden und erst
nach und nach die einzelnen Arbeitsplätze mit diesen Einlagen
ausgestattet. Viele Mitarbeiter
standen dem skeptisch gegenüber. Allerdings wollte nach
kurzer Zeit jeder nur noch an
jenen Maschinen arbeiten, wo
es die Einlagen gab. Es erleichtert die Arbeit extrem, wenn
man nicht erst einen Hammer
suchen muss, sondern dieser
immer am gleichen Platz ist“, so
Ackermann.
Qualitätsfaktor Mitarbeiter
In der Produktionsstätte tragen
die Mitarbeiter T-Shirts. „Ich bin
ein Qualitätsfaktor“, steht auf
diesen. Dass das nicht nur für
die Damen und Herren in der
Produktion gilt, beweist Saxoprint mit seinem Service-Standort in London.
Qualität muss auch in der Beziehung zwischen Kunde und
Unternehmen gewährleistet
werden. So arbeiten in London
rund 40 Mitarbeiter. „Internationales Servicecenter“ nennt
Ackermann das Office. Zahlreiche Fremdsprachen treffen hier
aufeinander – es geht um eine
Interkulturalität, wie sie nur
London bieten kann.
„Mit Kunden aus Deutschland
oder Österreich telefonieren
unsere Servicemitarbeiter im
Schnitt zwei Minuten – gewohnt
effizient. Ein Kundengespräch
mit einem Spanier dauert hingegen im Schnitt sechs Minuten,
Themen wie die Familie oder das
Der deutschsprachige
Raum hat jahrelang
60 bis 70 Prozent
des Umsatzes aus­
gemacht. 2016 ist
dies erst mal gekippt.
Daniel Ackermann
Geschäftsführer
Wetter werden ebenfalls besprochen. Selbst wenn ein Deutscher
perfektes Spanisch spricht, ihm
fehlt die spanische Sozialisation.
Er kann diese interkulturellen
Aspekte nicht mitbringen – uns
sind sie aber enorm wichtig“, so
Ackermann.
Neue Märkte für Saxoprint
Internationale Märkte sind für
Saxoprint von enormer Bedeutung und machen mittlerweile
circa 50% des Umsatzes aus. „Der
deutschsprachige Raum hat jahrelang 60 bis 70 Prozent des Umsatzes ausgemacht. 2016 ist dies
erstmal gekippt, und ich glaube,
diese Entwicklung wird anhalten. Der Online-Druck kommt im
Ausland gerade erst richtig an.“
Neben Deutschland, Österreich, der Schweiz, Großbritannien, Frankreich, Spanien und
Italien werden nun zwei neue
12 marketing & Media
Freitag, 27. Jänner 2017
medianet.at
Die Mitarbeiter in
der Produktion
tragen T-Shirts
mit der Aufschrift
„Ich bin ein Qualitätsfaktor“ (l.).
Ein Fadenzähler
zur Überprüfung
der Druck­
qualität (r.).
Im Rahmen des Wettbewerbs
sollte eine Kampagne ins Leben
gerufen werden. Grafiker, Designer und Agenturen, aber auch
andere Teilnehmer, hatten die
Aufgabe, ein Plakat im Format
A0 zum Thema Klimawandel zu
gestalten; dabei wurden mehr
als 800 Designs eingereicht.
Märkte erschlossen: Belgien
und die Niederlande. Für jedes
Land gibt es eine eigene Website,
täglich werden mehrere Tausend
Aufträge über das Internet aufgegeben, alles geschieht vollautomatisiert. Online-Druck eben.
Sportsponsoring
„Natürlich kann man sein Geld
in Google investieren. Nur bekommt man heute nicht mehr
sehr viel dafür. Deswegen setzen wir auf Marketingkooperationen und Sponsoring“, erklärt
Ackermann.
In Dresden sponsert man vor
allem lokale Sportvereine und
engagiert sich im Bereich Kunst
und Kultur. In Österreich ist es
der Österreichische Eishockeyverband und das Team Austria.
Wir denken bei un­
seren Marketingstra­
tegien Out of the Box
und wagen etwas.
© Andre Forner Photography (4)
Saxoprint ist in diesem Segment nicht der einzige Anbieter
am Markt. „Marketing und IT
haben an Bedeutung gewonnen.
Saxoprint ist ein eCommerceUnternehmen, nicht mehr nur
eine reine Druckerei. Die Frage ist heute, wie vermarkte ich
mich am besten?“ erklärt Ackermann.
Zusammenarbeit mit WWF
Allein in der Marketingabteilung sitzen 30 Personen, Head of
Marketing ist Stephan Strehlow.
Mitte 2014 startete Saxoprint zusammen mit dem World
Wild Fund for Nature (WWF) in
Frankreich das Projekt „Creative Awards“. Im Fokus stand
damals die UN-Klimakonferenz,
die Ende 2015 in Paris stattfand.
In Spanien hat man eine Partnerschaft mit der Königlichspanischen Handballföderation
sowie der spanischen HandballNationalmannschaft.
„Wir haben uns gefragt, welche Sportart am besten zu uns
passt. Schnell, präzise und mit
Dynamik – dafür stehen nicht
nur wir, sondern auch beispielsweise Handball oder Eishockey“,
so Ackermann.
In der Druck­
weiter­verarbei­
tung wird
gefaltet und
verpackt (o.).
Ein Sammelhefter (u.).
Out of the Box
Saxoprint startete im vergangenen Jahr den Aufruf für einen Design Contest – konkret
ging es dabei um das Trikot
für die Olympia-Qualifikation
des Ö
­ stereichischen Eishockey-­
Nationalteams.
„Wir versuchen mit Aktionen
wie dieser Grafiker, unsere Kernzielgruppe, zu aktivieren und
auf uns aufmerksam zu machen.
Wir denken bei unseren Marketingstrategien Out of the Box
und wagen etwas.“
Universitätslehrgang
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› Der „neue“ Werbelehrgang
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14 marketing & Media
Freitag, 27. Jänner 2017
medianet.at
Im Tanzfieber
Am 31. März geht „Dancing Stars“ in die elfte Runde
– die Jury wurde hierfür komplett neu aufgestellt.
••• Von Gianna Schöneich
Eine einzige Konstante
Im Laufe der vergangenen Jahre
gab es zahlreiche Veränderungen bei Dancing Stars. Immer
neue Pärchen, neue Juroren,
Gastjuroren oder Funktionswechsel – denkt man nur an
­Alfons Haider, der als Moderator, Juror und Tänzer auf der
Bühne der Show zu sehen war,
wie Unterhaltungschef Edgar
Böhm bei der Pressekonferenz
erzählt. Die einzige Konstante
scheint in dieser Show Nicole
Burns-Hansen zu sein.
Seit dem Jahr 2000 ist sie Wertungsrichterin im Tanzsport und
seit 2005 Jurorin von Dancing
Stars, also seit Anbeginn der
Show.
© ORF/Hans Leitner (2)
WIEN. Dancing Stars geht in
die nächste Runde. Wer heuer
ab Ende März Punkte verteilen
darf, wurde im Rahmen einer
Pressekonferenz vergangenen
Dienstag vorgestellt.
Das erfolgreichste ShowFormat des ORF geht bereits in
die elfte Staffel. Zu Beginn gehen zehn Paare (bestehend aus
einem Prominenten und einem
Profitänzer) an den Start und
zeigen in jeder Sendung einen
oder mehrere Tänze. Am Ende jeder Sendung verlässt jenes Paar
das Spiel, welches am schlechtesten von der vierköpfigen Jury
bewertet wurde.
Die Jury
Punkte
vergeben bei
„Dancing Stars“
heuer: ­Baláz
Ekker, Karina
Sarkissova, Dirk
Heidemann und
Nicole BurnsHansen.
Presse­
gespräch
ORF-Unterhaltungschef Edgar
Böhm neben
­Jurymitglied
Nicole BurnsHansen.
„Es ist wie ein Theaterstück.
Wir haben hier ein großartiges Konzept hingelegt, aber es
ist jedes Jahr spannend, dieses
gute Konzept in der Umsetzung
mit neuem Leben zu füllen“, so
­Andrea Heinrich, Sendungsverantwortliche, über die Neuerungen in der Jury.
Konkret heißen diese Neuerungen: Die altbekannten Jurymitglieder Hannes Nedbal und
Thomas Schäfer-Elmayer verlassen nach zehn Jahren die JurySessel. Im Schlechten habe man
sich nicht getrennt, die Herren
würden auch die Show besuchen, erklärt Heinrich.
Böhm spricht von einer „Familie“ bei Dancing Stars und dass
nun neue „Kinder“ hinzukommen würden. Diese „neuen Kinder“ sind Karina Sarkissova und
Dirk Heidemann.
Schön und elegant
Eine internationale Jury wurde
hier mittels Casting geschaffen.
Neben der Schweizerin BurnsHansen und dem ungarischen
Profitänzer Baláz Ekker reihen
sich zwei neue Nationalitäten
ein: Sarkissova ist eine russischösterreichische Balletttänzerin,
Heidemann Deutscher. Beide
freuen sich darüber, in der Jury
der österreichischen Show sitzen zu dürfen.
„Es ist eine der schönsten
und elegantesten Sendungen
im österreichischen Fernsehen“,
schwärmt Sarkissova. Weltmeister-Trainer Heidemann hat
es vor allem die Musik angetan:
„Ich finde es toll, dass es ein Orchester gibt. Es ist etwas anderes, ob man Musik live hat oder
etwas aus der Schublade hat
und das sieht man auch. Es ist
eine ganz andere Atmosphäre,
wenn die Musik live spielt.“
Aufgrund der Neuzugänge
wird außerdem die Sitzordnung
der Jury geändert werden.
Ab dem 31. März führen Mirjam Weichselbraun und Klaus
Eberhartinger durch den ORFBallroom.
Alle Infos rund um die Show,
die Kandidaten und die Profitänzer: www.tv.orf.at
Prominente
Diese Personen werden
gemeinsam mit
einem Profitänzer das Tanzbein
schwingen:
Musiker und Moderator Martin
Ferdiny, Sänger
und Musiker
Norbert Schneider, Fußball­
legende Walter
Schachner, Wettermoderatorin
Eser Ari-Akbaba,
Kabarettistin
und Schauspielerin Monica
Weinzettl,
Schauspieler
und Produzent
Otto Retzer,
die ehemalige
Skirennläuferin
Nicole Hosp,
Musicalstar Ana
Milva Gomes,
FM4-Moderatorin Riem Higazi,
„Cop Stories“Schauspieler
Martin Leutgeb.
Extragroßer Eistraum
Noch bis zum 12.3. offeriert die Hauptstadt grandioses Wintervergnügen
auf dem weiter „gewachsenen“, größten mobilen Eislaufplatz Europas.
© stadt wien marketing/Christian Jobst (3)
len Gustostückerln wie z.B.
die „Schlemmerkrapfen“ von
Groissböck, Flammlachs über
offenem Buchenholz-Feuer oder
Kaiserschmarrn und Spätzle.
Ganz neu ist heuer das Takeaway-Angebot im eigenen
Eistraum-Menage-Reindl. Für 6 €
Pfand können Speisen problemlos
mitgenommen werden. Aufgeteilt
in bis zu drei Etagen, bleibt das
Essen lange frisch und der Genuss nicht auf der Strecke.
Der Volvo Design Cube
Im spektakulären Volvo Design
Cube mit neun Containern wird
u.a. erstmals in Österreich der
neue Volvo V90 Cross Country
präsentiert.
Der Volvo Design Cube
kann übrigens auch exklusiv
für individuelle (Firmen-)Events
gebucht werden (jeweils von
18:30 bis 22 Uhr).
Jahr für Jahr genießen rund 700.000 Gäste aus aller Welt das Eis-Eldorado vor dem Rathaus.
8.500 m2 märchenhafte Eislandschaft vor prachtvoller Kulisse.
Die acht Eisstockbahnen können werktags von 17 bis 22 Uhr
für freundschaftliches Kräftemessen genutzt werden. Der höchst
unterhaltsame Sport erfreut sich
großer Beliebtheit, und die heiß
begehrten Bahnen können online
unter www.wienereistraum.com
gebucht werden.
Eislaufspaß & Hüttengaudi
Das gastronomische Angebot
beeindruckt mit einer großen
Vielfalt an erlesenen Genüssen
– ob auf Eislaufflächen-Niveau
oder auf der Terrasse mit Blick auf
das Rathaus sind alle Gaststuben
­barrierefrei begehbar!
In Kolariks Almhütte wird auf
zwei Etagen bis zu 200 Gästen
beste Stimmung und höchster
Genuss geboten. Von Gulaschoder Kaspressknödelsuppe über
das traditionelle Wiener Schnitzel
oder das gegrillte Beiried vom
österreichischen Bio-Rind bis zur
knusprig-saftigen Surstelze stärken die feinen Schmankerl nach
dem Austoben auf der Eisfläche.
Weitere absolute Highlights
sind der „Innovationsstand 2017“
mit der Bio-Holzofenbäckerei
Gragger (täglich ab 9 Uhr ofenfrische Kipferl), der „Schweden­
stand“ mit Smørrebrød und Köttbullar und die bereits traditionel-
Volvo Design Cube.
EISTRAUM
AM WIENER RATHAUSPLATZ
Bis 12.3., 9 bis 22 Uhr
www.wienereistraum.com
www.wien-event.at
PROMOTION
tagsüber von 9 bis 16 Uhr und
an Wochenenden ganztags die
Eislauf-Anfänger mit Stützhilfen
Freundschaft mit dem glatten
Parkett schließen – bei freiem
Eintritt!
Die in der Vergangenheit
sehr zahlreich wahrgenommene
Schul- und Kinderaktion des
Wiener Eistraums wird aufgrund
der großen Begeisterung weiter
fortgesetzt.
Der Schlittschuhverleih vor Ort
bietet 2.000 Paar mit Warmluft
vorgewärmte Schlittschuhe in
den Größen 23 bis 52. Den kleinen
Gästen stehen neben 300 kostenlosen Schutzhelmen auch verstellbare Doppelkufen in den Größen
21 bis 25 gratis zur Verfügung.
© Volvo
WIEN. Seit wenigen Tagen ist es
so weit, und die Umbauarbeiten
haben den märchenhaften EisHorizont noch einmal massiv
erweitert. Heuer sind es bereits
8.500 und damit um 500 m² mehr
als in der vorherigen Saison,
die allen Eislauf-Begeisterten
für einzigartiges, traumhaftes
Schlittschuh-Vergnügen zur Verfügung stehen – vom prachtvollen
Rathausplatz über den romantischen Traumpfad durch den
malerischen Park bis hinunter
zum Ring.
Die verlockende Eislandschaft
lädt Jung und Alt, Klein und Groß,
Könner und Anfänger zum coolen
Eislauf-Vergnügen. Auf einer
eigenen Übungsfläche können
16 marketing & Media
Freitag, 27. Jänner 2017
medianet.at
Frische, neue und
innovative Ansätze
Im Vorjahr gingen 34 Agenturen in das Rennen um den medianet xpert.award
– heuer sind es bereits 64. Ein Blick hinter die Kulissen der Jurysitzungen.
••• Von Gianna Schöneich
W
er einen medianet xpert.award
einheimsen
möchte, benötigt
ein PremiumListing im xpert.network, wird
über eine Kundenzufriedenheitsbefragung bewertet, sollte
ein möglichst vollständiges Profil seiner Agentur im Network
veröffentlichen und muss sich
und seine Agentur mittels Präsentation einer Expertenjury
stellen. Schon im Oktober 2016
fanden die ersten Jurysitzungen
statt, vergangene Woche wurden diese wieder aufgenommen,
gestern, am Donnerstag war das
­Bewerten auch wieder zu Ende.
In den Salons des Grand Hotels Wien tummelten sich pro
Jurysitzung über 60 Juroren –
Experten von namhaften Unternehmen. „Frische, neue und inno-
vative Ansätze“ werden erwartet,
so Philip List, Director des Erste
Financial Life Park und Juror.
Über 105 Agenturen haben
sich bereits das Premiumlisting
gesichert, 64 Agenturen aus den
Bereichen Werbung, Dialog-,
Livemarketing, PR, Media und
Digital.
Die erste Agentur aus dem Bereich Livemarketing, die sich am
Mittwoch der Jury stellte, war
Ideal Live Marketing; Geschäfts-
führer Marcus Wild erklärte, er
sei „ein bisschen aufgeregt“,
freute sich dann aber umso mehr
über die anwesenden Techniker
von Concept Solutions.
Kurz vor der zehnminütigen
Präsentation wird noch umgeräumt, der Tisch muss weiter in
die Mitte, der Laptop weiter gedreht werden – und wer steht bei
der Präsentation wo? Trotz viel
Erfahrung – vor so vielen Marketingentscheidern, die letztlich
medianet.at
Freitag, 27. Jänner 2017 marketing & Media 17
© medianet (2)
Das ganze Team
und der Ablauf sind
­äußerst ­professionell.
Ideal, um in kür­
zester Zeit ein Update der Agentur­
landschaft in
Öster­reich und deren
Leistungs­spektrum
zu ­bekommen!
gute Ideen, etwas Erfrischendes“ wünschten sich Irene LackHageneder und Christina Stieber von der Wirtschaftskammer
Österreich. Ob man hier auf
Agenturen für eine potenzielle
Zusammenarbeit treffen kann?
„Ja sicher. Wenn sie gut sind“,
erklärt Stieber.
Petra Hajosi und Marcus Wild von der Agentur Ideal Live Marketing.
die Arbeit der Agenturen kaufen, präsentiere man schließlich
nicht alle Tage.
Zehn Minuten Präsentation
– Applaus – Verabschiedung –
Erleichterung. „Wir waren in
der Zeit, das ist schon mal sehr
gut. Wir haben Projekte gezeigt,
die schon bewertet und als gut
befunden wurden. Dieses Feed-
back haben wir. Wie unsere Arbeit an sich wahrgenommen und
bewertet wird, können wir hier
herausfinden. Das finde ich eine
gute Initiative, und man kann
sich hier sicher eine gute Benchmark holen“, so Wild.
Bis zum späten Nachmittag
wurde in den Salons bewertet.
„Kreative Ansätze, viel Neues,
Den Jury-Tag habe
ich als sehr professionell und hochkarätig
wahrgenommen. Das
ist ein sehr gut aufgezogenes Konzept,
Kompliment.
Betina Welter
Vienna House
Claudia Höbarth
Verbund
Auf das Agenturportal wurden mittlerweile 1.012 Kampagnen von Agenturen hochgeladen.
Das Netzwerk wächst kontinuierlich – pro Tag besuchen
rund 1.000 Personen das Portal.
Die Website www.medianet.at
präsentiert sich neu, in klarem
übersichtlichen Design – die vier
Säulen News, Markets, das neue
­bizbook und der Service stehen
im Mittelpunkt.
Die Punkte der Jury sind
vergeben, die Kunden haben
bewertet, und die Profile der
einzelnen Agenturen werden
geprüft. Welche Agenturen
sich letztlich im Rennen um
den medianet xpert.award
durchsetzen konnten, wird am
6. April 2017 im Rahmen der
xpert.night im Gasometer in
Wien bekannt gegeben.
Informationen zu den teilnehmenden Agenturen und den
Juroren sowie eine Fotogalerie
finden Sie online unter:
www.medianet.at
18 marketing & media
Freitag, 27. Jänner 2017
Kundenansprache
via Bluetooth
medianet.at
KundenKontakt
Auch via Bluetooth-Beacon
möglich.
Neben der Bank Austria testet auch die Bawag PSK die
Bluetooth-Technik, um mit Kunden zu kommunizieren.
••• Von Dinko Fejzuli
medianet: Die Krone startet
aktuell mit ihrem Mitbewerber,
der Bank Austria, ein ähnliches
Projekt, bei dem potenzielle
Kunden, die an den Entnahme­
boxen vorbeigehen, angesprochen werden. Ist das eher ein
zeitlicher Zufall oder ist das Thema sehr aktuell in der Branche?
Lemlihi: Es beschäftigen sich
allerlei Branchen mit ortsbasiertem Marketing – einerseits, um
einen weiteren Marketingkanal
zu eröffnen, wie das Krone-Beispiel zeigt, oder um den eigenen
Kundenzusammenhang zu nutzen, wie es am Beispiel Merkur
ersichtlich ist.
WIEN. Die Bawag PSK setzt auf
location-based Marketing mit
Beacons. Ziel ist es, Kunden
­direkt ortsbezogene Angebote
unterbreiten zu können. medianet sprach mit Claudia Lemlihi,
Leiterin Marketingkommunikation bei der Bawag PSK.
medianet: Die Testphase für
das Projekt läuft seit November letzten Jahres. Wie sind
Ihre bisherigen Erfahrungen?
Und wie verhält es sich mit den
­Öffnungsraten?
Lemlihi: Wir messen zunächst
die technische Reichweite, das
heißt alle Endgeräte, die unsere
URL empfangen können – also
ihrerseits willentlich die Einstellungen am Smartphone für
Nearby beziehungsweise Physical Web geändert haben. Die
reine Bluetooth-Nutzung reicht
nicht aus. Diese Push-Nachricht ist vom Nutzer also aktiv gewünscht. Die generierten
Klicks auf die dahinterliegende
Landingpage mit dem Angebot
aus dem Dankeschön-Treueprogramm ist erfreulich hoch
im Vergleich zu unseren E-Mailings, die im Schnitt bei vier bis
sechs Prozent liegen.
medianet: Lässt sich eine Tendenz erkennen, für welche Art
von Produkten Beacons eine
sinnvolle Lösung sind?
© Bawag PSK (2)
medianet: In welcher Frequenz
werden Kunden angesprochen?
Claudia Lemlihi: Der Beacon
sendet in einem kurzen Intervall im Umkreis von bis zu dreißig Metern immer die gleiche
Nachricht mit Bezug auf das
saisonale Angebot aus dem Dankeschön-Programm.
Lemlihi: Da trauen wir uns noch
keine Prognose zu, außer dass
nur wirklich nützliche Infos von
einer Bank aus ihrer Kernkompetenz heraus akzeptiert werden.
Allgemeine Kaufanregungen, etc.
lehnten unsere Kunden im UserAcceptancetest rundweg ab.
medianet: Gibt es soziodemografische Unterschiede in der
Akzeptanz der Aktion?
Lemlihi: Eher technische, die
wiederum nachgelagerte Rückschlüsse auf die Soziodemogra-
fie zulassen. Digital Natives sind
technisch versiert, aber sehr kritisch, wenn die Info nicht direkt
nützlich ist und vertrieblich daherkommt. Digital Immigrants
wiederum kennen Push-Kommunikation von ihrer Kreditkarte oder ihrer Airline aus einem
Sicherheitsaspekt heraus. Wenn
ein ungewöhnlich hoher Betrag
gebucht wird oder sich das Gate
in letzter Minute ändert. Sie sind
also eher positiv eingestellt,
kennen aber das Physical Web
unter Umständen nicht.
medianet: Beacons funktionieren nur, wenn ein Kunde
Bluetooth am Mobiltelefon aktiviert hat, sonst kann er nicht
angesprochen werden. Sind
die ­Österreicher eher Bluetoothmuffel oder dieser Technologie
gegenüber eher aufgeschlossen?
Lemlihi: Da nur noch ein Prozent aller Smartphones nicht für
Bluetooth Low Energy geeignet
ist, ist die Mär der verringerten
Akkuleistung einmal außen vor.
Dreißig Prozent aller Smartphones haben Bluetooth permanent
eingeschaltet, und neunzig Prozent der 14- bis 29-Jährigen haben eine Standortfreigabe für
die diversen Apps vergeben.
medianet: Beacons eignen sich
auch dazu, das Thema Retargeting voranzutreiben. Wie sieht
es hier aus. Denken Sie daran
eventuell hier an einem Ausbau
der Aktivitäten im Bezug auf
die Kundenansprache voranzutreiben?
Lemlihi: Den Beacon selbst
nutzen wir derzeit nicht für
­Retargeting.
medianet.at
Freitag, 27. Jänner 2017 marketing & Media 19
Employer Brand
Manager 2017
Chefredakteur
Cliff Lehnen
leitet die Personalwirtschaft und
ist Jurymitglied
beim „Empolyer
Brand Manager of the Year
2017“.
BERLIN. Inspirierende Menschen und ihre Geschichten
würdigt die Auszeichnung
„Employer Brand Manager of
­
the Year 2017“. Dabei werden
herausragende Leistungen von
Einzelpersonen und Teams in
Deutschland, Österreich und
der Schweiz geehrt. Nun beginnt
die Suche nach dem Employer
Brand Manager 2017.
Bis zum 14. April können sich
all jene, die sich angesprochen
fühlen, per Motivationsschreiben über die Website ebm-ofthe-year.de bewerben. Wer lieber
Kollegen, Mitarbeiter oder gleich
ein ganzes Team vorschlagen
möchte, kann dies ebenfalls tun.
Dienstleister und Berater sind
allerdings nicht zugelassen.
Nachfragen, reinhorchen
Die Auszeichnung richtet sich an
Praktiker aus Human Resources,
Marketing und Unternehmenskommunikation.
Zur Jury zählen Wissenschaftler von der Technischen
Universität München, der Wirtschaftsuniversität Wien und der
Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Neben
Xing E-Recruiting und der Fach-
© Personalwirtschaft
Die Auszeichnung würdigt herausragende
Leistungen von Einzelpersonen und Teams.
zeitschrift HR Today ist auch die
Personalwirtschaft Medienpartner des Employer Brand Manager of the Year.
„Ein guter Arbeitgeber wird
man nicht mit bunten Bildern.
Ernsthaftes Employer Branding
ist echte Kulturarbeit: nachfragen, reinhorchen, aufspüren,
verstehen – erst ganz am Ende
des Prozesses steht die Botschaft. Diese Mühe gehört gewürdigt. Deshalb unterstützt
die Personalwirtschaft die Auszeichnung des ‚Employer Brand
Manager of the Year‘, erklärt
Cliff Lehnen, Chefredakteur der
Fachzeitschrift.
Die Jury wird pro Land bis zu
drei Menschen würdigen. Bereits Anfang Juli soll die Shortlist veröffentlicht werden. Über
die Website kann dann der „Publikumsliebling“ gewählt werden.
Die Siegerehrung findet Ende
Juni statt. (gs)
Jetzt sind
wir die Größten.
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20 MARKETING & MEDIA
Freitag, 27. Jänner 2017
medianet.at
Der neue Anlauf zum
Print-Buchungstool
Nach verschiedenen fehlgeschlagenen Versuchen bemüht
sich jetzt ein holländisches Start-up um die Realisierung einer
unabhängigen Print-Onlinebuchungsplattform in Österreich.
© medianet
••• Von Paul Christian Jezek
MARKETING & MEDIA 21
Freitag, 27. Jänner 2017
Alles an einem Platz verfügbar
Auf der Plattform ist das (gesamte) „Inventar“ aller Medien
an einem Platz verfügbar/zu
sehen und erlaubt es Werbern,
auf einfachste Art und Weise die
(eigenen) Kampagnenziele mit
verfügbaren, möglichst optimal
auf die Anforderungen der Kampagne passenden Werbeplätzen
zu matchen und auch gleich zu
buchen/reservieren, etc.
Durch Einsatz von Adoptiq
wird die Zeit für Buchungen im
Vergleich zum herkömmlichen,
heute traditionell verwendeten
Vorgang deutlich reduziert, weil
das System Anfragen in realtime beantwortet und das Inventar in real-time synchronisiert.
„Private Seat“
Die Plattform Adoptiq will sowohl bestehende Handelsmethoden (in einem sog. Private
Seat) berücksichtigen als auch
die Branche für die Handels­
technologien der Zukunft vorbereiten.
Die Medien sollen immer die
volle Kontrolle über Inventar
und Preise behalten und ihre
aktuellen Transaktionen 1:1 mit
allen Details auf der Plattform
abbilden können. Zusätzlich bietet Adoptiq neue Möglichkeiten,
um Angebote im Markt, wie etwa
Auktionen, zu testen und methodisch auszuprobieren.
In Holland funktioniert’s
Adoptiq eröffnet dem Printwerbemarkt einen digitalen Zugang
und folgt dabei den Prinzipien
des digitalen Handels, wie er
für den Online-Werbebereich
längst üblich ist. Über Adoptiq
(und seine Schnittstelle) werden
zudem Print-Inventare auch auf
„third party digital demand-side
platforms“ (wie z. B. adform) zugänglich, verfügbar und buchbar, was bisher nicht möglich
war.
Das niederländische Startup hat nach der Eroberung des
Heimmarkts – wo derzeit ca. 320
Printtitel verfügbar sind – einen
In den fetten PrintJahren hat in
­Österreich niemand
gattungskonform
­gedacht, um ein
­solches Online-Tool
für den Print-Sektor
zu entwickeln.
© ad2book
P
rint ist einer der letzten Werbebereiche, der
mehr oder weniger manuell ver- und gekauft
wird. Medieneinkauf
geschieht heutzutage in fast
­allen Bereichen über Plattformen – ob online (MediaMath,
appnexus, etc.), TV (smartclip,
Spotx, etc.), Radio (Triton, themediaexchange), oder Außenwerbung (Bitposter, signkick, etc.).
Um diese Lücke zu schließen,
wurde Adoptiq gegründet, eine
unabhängige Onlinebuchungsplattform für Print-Werbung,
die alle Aspekte des Handels digitalisiert und bei Bedarf bzw.
Wunsch auch automatisieren
kann.
Was Werber und Medien aus
dem Online-Werbebereich seit
geraumer Zeit gut kennen, würde dann auch für Print möglich
– und zwar durch den Einsatz
moderner Technologien, welche die bestehende Komplexität des Buchungsvorgangs von
Printwerbung für beide Seiten
deutlich vereinfachen – für die
Medien einerseits und für die
Mediaagenturen bzw. Unternehmen andererseits, die selbst
Werbeplätze buchen.
Gottfried Satek
ad2book media
Rollout in Europa und den USA
geplant. Die Vorbereitungen für
eine erfolgreiche Implementierung laufen derzeit nicht nur
in Österreich, sondern auch in
Deutschland, Belgien, Frankreich, Großbritannien und in
den USA.
Namhafte Verlage und Medien
machen in diesen Märkten ihre
Inventare in einem zusätzlichen innovativen Verkaufskanal
verfügbar – gleichzeitig nutzen
Mediaagenturen den einfacheren und effizienteren Weg, um
Kampagnen zu planen und zu
© Screenshot www.adoptiq.com
medianet.at
www.adoptiq.com Adoptiq will mit führenden österreichischen Medien
eine Online-Buchungsplattform für Printwerbung realisieren.
buchen. Der Markteintritt in
Österreich ist auf der Roadmap,
und der Start der Plattform soll
so rasch als möglich erfolgen –
die Vorbereitungen und Gespräche dazu laufen laut Adoptiq auf
Hochtouren.
Skepsis in der Branche
Allerdings wird der Optimismus
der Holländer hierzulande beileibe nicht von allen Marktteilnehmern geteilt.
In Österreich habe man
schlicht und einfach den Zeitpunkt verpasst, ein solches Tool
schon zu besseren Printzeiten
zu realisieren. Der Werbemittler
Gottfried Satek hat seine einschlägige Arbeit an die Nachbarn in der Schweiz (Satek: „Ein
echtes Print-Land!“) verkauft,
wo man unter ad.store.admarket.ch mit knapp 3.000 Printtiteln jonglieren kann.
Auch nach Deutschland habe
man ihn eingeladen, um sein
Know-how darzulegen – auf der
Insel der diesbezüglich Unseligen hingegen „hat niemand Lust
auf ein Print-Buchungstool“.
Und, noch viel schlimmer: „Vor
allem will niemand für so etwas
bezahlen!“
22 MARKETING & MEDIA
Freitag, 27. Jänner 2017
medianet.at
PR mit Brief
und (Güte-)Siegel
Umfassendes Audit bestätigt Ketchum Publico hohe Qualität
u.a. bei ethischen Grundsätzen – und beim Finanzsystem.
••• Von Paul Christian Jezek
Qualität als Orientierungshilfe
Agenturkunden gibt das Quali­
tätssiegel die Sicherheit, die
bestmögliche Qualität durch
gut ausgebildete Berater zu erhalten. Für neue Teammitglieder wiederum ist das Siegel eine
Orientierungshilfe und gewähr-
Das Gütezeichen ist
eine schöne Bestätigung unserer Entwicklung als Kommunikationsagentur.
Saskia Wallner
Ketchum Publico
© Ketchum Publico
WIEN. Das Österreichische
PR-Gütezeichen steht für hohe
inhaltliche Qualität und erfolgreiche Kommunikationsarbeit,
die unter Einhaltung strenger
ethischer Standards erfolgt.
Im Dezember 2016 hat Ketchum Publico das PR-Qualitätsaudit positiv abgeschlossen
und ist seit Jänner Trägerin des
Gütezeichens. „Seit 2011 haben
wir die jahrzehntealte Publico
zu einer modernen, integrierten
Kommunikationsagentur weiterentwickelt und dabei größten Wert auf hohe Qualität und
ethisches Verhalten gelegt“, erklärt Geschäftsführerin Saskia
Wallner. „Die Zertifizierung mit
dem PR-Gütezeichen ist für unser ganzes Team und für mich
persönlich eine schöne Bestätigung dafür, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben.“
PR-Gütezeichen
Die Voraus­setzungen
Für das Österreichische
PR-Gütezeichen können
sich PR-Agenturen und
Kommunikationsabteilungen von Firmen (z. B. AUA)
zertifizieren lassen. Nach
dem erfolgreichen Audit
erhalten die zertifizierten
Unternehmen das Recht,
das neue Österreichische
PR-Gütezeichen zwei
Jahre lang zu führen.
Creme de la Creme
Derzeit sind in Österreich
(erst) acht Agenturen zertifiziert – neben Ketchum
Publico u.a. Kommhaus
in Bad Aussee als erste
Agentur mit Hauptsitz
außerhalb von Wien.
leistet, dass sie auf bestehenden
Systemen und einer definierten
Kultur aufsetzen können.
Im Rahmen des Audits durch
das unabhängige Qualitätsmanagement-Unternehmen Xero
wird auch das Qualitätsmanagement unter die Lupe genommen
und nach dem international anerkannten Consultancy Management-Standard CMS III geprüft.
So müssen zertifizierte Agenturen Prozesse in den Bereichen
Unternehmensentwicklung und
-planung, Führung und Kommunikation, Kundenzufriedenheit,
New Business und Personal­
management vorweisen.
„Wir profitieren dabei einmal mehr und ganz praktisch
von unserer Zugehörigkeit zu
PR-Qualität
Nicolette
Szalachy,
Senior-Beraterin
bei Ketchum
Publico und zertifizierte PR-Qualitätsmanagerin,
Saskia Wallner,
GF Ketchum
Publico,
Susanne
Hudelist, GF
des Vereins
Österreichisches
PR-Gütezeichen
(v.l.).
Ketchum, einer der weltweit
führenden Communication
Consultancies: Von unseren
Kreativprozessen über unsere
Kundenbeziehungen bis zur Finanzplanung haben wir Zugriff
auf Systeme und Prozesse, die
in Österreich außergewöhnlich
sind“, sagt Wallner. „Wir verbinden die Professionalität eines
globalen Top-Players mit dem
Spirit eines tatkräftigen Teams.
Davon profitieren Mitarbeiter
und Kunden gleichermaßen –
und das haben wir mit dem Gütezeichen nun auch schriftlich.“
Schöne neue Kunden
Kompetenz, Kreativität und Kollaboration werden weiterhin
gebraucht und geschätzt, meint
Wallner. „Mit diesen Qualitäten
waren wir im vergangenen Jahr
wieder sehr erfolgreich, etwa
mit schönen neuen Kunden wie
Boehringer Ingelheim, Danone,
P&G und Xing.
Zuletzt hat Ketchum Publico
unter dem Titel „Ready“ ein Paket zusammengestellt, das Menschen in einer Führungsrolle speziell für die damit verbundenen
Kommunikationsaufgaben nach
innen und außen unterstützt.
www.bfi.wien/business
hier bildet
sich die
digitale zukunft!
BUSINESS
SERVICE
160
01/81178-10 e@
ic
business-serv
n
ie
bfi.w
Smarte Gesellschaften
brauchen smarte Köpfe.
Die digitale Zukunft ist
heute. Arbeitsabläufe,
Produktzyklen – ja ganze
Branchen – ändern sich
über Nacht. Wer hier am
Ball bleiben will, braucht
bestens geschultes
Personal. Mit dem
BFI Wien sind Sie ideal
für diese und andere
Herausforderungen der
Zukunft gerüstet.
24 MARKETINg & MEDIA
Freitag, 27. Jänner 2017
medianet.at
Positionierung:
„Die digitalste
Agentur“
••• Von Michael Fiala
© IPG mediabrands/Belinda Lam
Eliot Mannoia, seit Oktober Chief Digital
­Officer (CDO) der IPG Mediabrands, spricht
im ­medianet-Interview über seine Ziele.
medianet.at
I
Freitag, 27. Jänner 2017 marketing & media 25
m Oktober letzten Jahres
hat Eliot Mannoia die Rolle des Chief Digital Officers
(CDO) der IPG Mediabrands
in ­Österreich übernommen.
Zu dem internationalen Netzwerk zählen die Agenturmarken
UM PanMedia und Initiative.
­Mannoia, der bereits zuvor innerhalb des Netzwerks in London als Head of Social Media
Strategy tätig war, wechselte
2016 zurück in seine Heimatstadt Wien. In seiner Funktion
als CDO ist Mannoia übergreifend für die Digital-Units Search,
Mobile, Programmatic und Social der IPG Mediabrands Österreich verantwortlich. M
­ annoia
wird sich im Wesentlichen um
den weiteren strategischen
Ausbau des Digitalgeschäfts
kümmern. Im Gespräch mit medianet hat Mannoia über seine
ersten 100 Tage und die Herausforderungen für das Jahr 2017
gesprochen.
„Programmatic bleibt auch
weiterhin ein Buzzwort“ sagt
Mannoia und ergänzt: „Das ist
ein sehr spannendes Thema, vor
allem auch deswegen, weil es
nicht nur um das automatisierte Ausspielen der Werbung geht,
sondern vor allem auch um die
Qualität, das Tracking oder etwa
die Viewability. Zudem rückt immer mehr Programmatic Out-ofHome in den Fokus, weiters soll
mit Q1/2017 dann auch Adressable TV bzw. Programmatic TV
starten, wo man dann zunächst
in verschiedenen Bezirken auch
unterschiedliche Werbung ausspielen wird können. Da sind
wir aber noch ziemlich am Anfang, die Möglichkeiten werden
hier noch wachsen. Hier liegt
der Fokus für uns aber ganz klar
auf dem Mehrwert anstatt Hype,
sprich: Inwiefern stimmen diese
Neuerungen mit den Zielen des
jeweiligen Kunden überein.“
Fokus Content
Weiterhin im Fokus ist dabei natürlich auch das Thema Mobile.
Dabei gilt es, wichtige Learnings
aus den vergangenen Jahren in
die künftige Arbeit einfließen zu
lassen. Mannoia: „Wir versuchen,
die Kunden auf den Content und
die Werbemittel aufmerksam zu
machen. Man hat auf dem klei-
Im Zuge der voranschreitenden Digitalisierung sämtlicher
Lebensbereiche wird
die ­Unterscheidung
in ‚digital‘ und
­‚klassisch‘ obsolet.
nen Bildschirm nur eine Sekunde, bis man weggescrollt wird.
Die normalen Banner haben
nicht den Druck, den man als
Werber braucht.” Dazu kommt,
dass im Gegensatz zum DesktopBereich die User bei der Nutzung
auf dem Handy meistens parallel auch anders beschäftigt sind:
„Bei der mobilen Nutzung kann
der User stark abgelenkt werden.
Für Fernsehwerbungen wird viel
Geld ausgegeben; wenn es dann
ins Digitale geht, wird oft schon
gestöhnt, wenn es ein paar Tausend Euro kostet.”
„Digitalste Agentur“
Gemeinsam mit der Geschäftsführung der UM PanMedia und
Initiative will Mannoia das
Agentur-Profil schärfen: „Für uns
ist ganz klar, dass wir uns aufgrund unserer Expertise, unserer
Ressourcen und unserer Arbeitsund Denkweise als die digitalste
Media-Agentur-Gruppe in Österreich positionieren werden.“
Der CDO nimmt in Zeiten wie
diesen einen unglaublichen
Hype um Themen wie Programmatic oder auch Data wahr. „Leider mangelt es hier nach wie vor
an ausgereiften Produkten, wie
zum Beispiel im Bereich Programmatic OOH oder TV. Auch
bei der Betrachtung der digitalen Customer Journey wird
oftmals der ganzheitliche kundenzentrierte Ansatz übersehen,
häufig auch im Design.“
Mit dem weiteren Ausbau des
Digitalgeschäfts der AgenturGruppe soll der „Digital First“Gedanke sowohl im Markt
als auch bei Kunden gestärkt
werden. Digitale Produkte und
Innovationen müssen hierbei
stets mit den strategischen Zielsetzungen der Kunden übereinstimmen. „Selbstverständlich
steht der qualitative Anspruch
im Hinblick auf Messbarkeit –
Stichwort: Viewability, Attribution, Performance, etc. – immer
voran“, so Mannoia.
Der Anteil der Budgets im mobilen Bereich nimmt laut Mannoia zu, „das hängt von jedem
einzelnen Kunden und den Zielen der Kampagne ab. Der Anteil
wächst derzeit“, aber, so Mannoia, „ich muss auch einbremsen, um nicht nur den Buzzwords
gerecht zu werden.” Der DigitalExperte gibt ebenfalls zu bedenken, dass es auch Vorteile gibt,
„die man nicht messen kann.
Banner-Werbung verfügt über
einen Bekanntheiteffekt, auch
wenn man nicht auf das Banner
klickt. Banner werden oft nur
nach Klicks beurteilt. Man muss
sich darüber im Klaren sein, dass
es für mache Werte einer anderen Bewertung bedarf. Für diese
muss man bei der Beurteilung
auch entsprechend Platz lassen.”
Selbstverständlichkeit
Mannoia ist überzeugt, dass
Digitales Marketing künftig zu
einer Selbstverständlichkeit
werde. „Seit der industriellen
Revolution denkt heute auch
niemand mehr in einer präzisen
Unterteilung in manuelle und
automatisierte Arbeit. Im Zuge
der voranschreitenden Digitalisierung sämtlicher Lebensbereiche wird die Unterscheidung in
digital und klassisch obsolet und
Digital wird die neue Norm sein.
Wir verfolgen die Vision, dass
der technologische Fortschritt
und unsere Kompetenz und Leidenschaft uns stets die richtigen
Menschen erreichen lässt.“
13 Jahre
Branchenerfahrung
Eliot Mannoia
Mit mehr als 13 Jahren Branchenerfahrung im Bereich Marketing, Digital
Marketing und Social Media verfügt
Mannoia über eine umfangreiche Expertise im Bereich Strategie, Content,
Data, Media Insights und Analytics.
Er war zuvor für internationale und
nationale Unternehmen wie bspw.
Brandwatch (Cision Group tätig.
Zu seinen Kunden zählten: United
Biscuits, Microsoft, Asics, Skype,
Red Bull, Unilever, Starwood, General
Mills, Canon, Disney and Burton’s
Biscuit Company. Mannoia berichtet
an Michael Dunke, CEO der IPG
Mediabrands D-A-CH.
26 marketing & media
Freitag, 27. Jänner 2017
medianet.at
Der Trophäen-Aufruf
Seit einigen Tagen können Österreichs Agenturen ihre kreative Exzellenz
(wieder) ins Rennen um die begehrten Cannes Lions-Trophäen schicken.
© lions festivals/ORF-Enterprise (2)
Die Besten
der Besten
Beim wichtigsten Werbe- und
Kommunikations-Award
werden jährlich
rund 40.000
Beiträge aus der
ganzen Welt eingereicht und von
einer hochkarätig besetzten,
internationalen
Jury beurteilt.
••• Von Paul Christian Jezek
WIEN/CANNES. Der Startschuss
fiel in der dritten Kalenderwoche, genauer am 19.1. Es geht um
nicht weniger als um die bedeutendste Auszeichnung auf dem
Kommunikationssektor, nämlich
um die Cannes Lions-Trophäen.
Als offizielle Festivalrepräsentanz des Cannes Lions Festivals hat die ORF-Enterprise
Österreichs Agenturen zum Einreichen ihrer Kampagnen und
kreativen Leistungen motiviert,
um die Anerkennung kreativer
Meisterleistung aus Österreich
voranzutreiben. Denn im Vorjahr
gab‘s ein kleines Problem (siehe
unten) und deshalb „ist es uns
ein sehr großes Anliegen, dass
heimische Agenturen ihre Projekte selbst einreichen, damit
die Löwen-Trophäen Österreich
zugerechnet werden können“,
wünscht sich ORF-EnterpriseCEO Oliver Böhm. „Die Bedeutung unseres Landes im internationalen, kreativen Umfeld muss
weiter ausgebaut werden.“
Top-Termin für die Branche
Das Cannes Lions International
Festival of Creativity gilt global
als wichtigstes Werbe­festival.
Eine internationale Expertenjury vergibt die beliebten Auszeichnungen in Form eines Lö-
Cannes Lions 2017
Der Termin
Das 64. Cannes
Lions International Festival of
Creativity findet
heuer vom 17.
bis zum 24.
Juni statt. www.
canneslions.
com
Very special
Die special
Festivals finden
an folgenden
Terminen statt:
Lions Health,
17.–18.6.;
Lions Innovation: 19.–20.6.;
Lions Entertainment: 21.–22.6.
wen; mehr als 15.000 Teilnehmer
aus über 100 Ländern machen
das Festival Jahr für Jahr zum
wichtigsten globalen Treffpunkt
der Kommunikationsbranche.
Umfasste das Jury-Panel 2016
noch 387 Mitglieder, so reduziert
Cannes Lions die Größe der Jury-Panels heuer um 92 Mitglieder; damit möchte Cannes Lions
die Qualität während des Beurteilungsprozesses schärfen und
für die Zukunft sicherstellen.
Festivalteilnehmer können
bereits Tickets erwerben; unter
30-Jährige haben die Möglichkeit auf eine Preisreduktion von
bis zu 10% auf Festivalpässe. Mit
der Anhebung der Altersgrenze
von 28 auf 30 Jahre sowie der
Kostensenkung will Cannes Lions „seiner Verantwortung in
der Unterstützung junger Kreativer nachkommen“.
DER „GROSSE BRUDER“ HAT ABGERÄUMT
Der Rückblick auf das Vorjahr
63. Festival
2016 gab es
leider nur einen
Silber-Löwen
sowie eine
Bronzemedaille
bei den Young
Lions definitiv
für Österreich,
weil der „Rest“
den deutschen
Agenturen, die
eingereicht hatten, zugerechnet
wurde:
3 Gold (Digital
Craft), 1 Gold
& 2 Silber (Design): „Inferno“Kampagne für
Falter, Jung von
Matt/Donau &
Hamburg
1 Gold (Product Design):
„SaveMe“-Skipass für Ötztal
Tourimus, Serviceplan Austria
& München
1 Gold & 1 Silber (Outdoor):
„Bed“, „Sofa“,
„Grill“ Sujets
für Ikea Österreich, DDB
Berlin
1 Silber
(Media): Animal
Detecting Billboards für BMW
Austria, Demner
Merlicek &
Bergmann
www.peugeot.at
CO2-Emission: 100 –136 g / km, Gesamtverbrauch: 3,8 – 6,0 l /100 km. Symbolfoto
PEUGEOT 3008 SUV MIT RÜCKFAHRKAMERA SERIENMÄSSIG
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28 marketing & media
Freitag, 27. Jänner 2017
medianet.at
Neuzugänge
[email protected]
wächst weiter
© falknereiss
WIEN. Das Team von pilot@
media.at wurde in den letzten Monaten umstrukturiert
und neu aufgestellt. Daraus
resultierte die Schaffung
neuer Jobprofile und unterschiedlicher Spezialistenteams. In einer Aussendung
heißt es, der Mitarbeiterstand würde demnächst auf
20 Personen anwachsen. (gs)
neukunde
Bei Omnes geht es
um die Wurst
Bei der neuen Kampagne für das Autohaus Rainer setzt man auf Kinderbilder, die an die Elterngeneration erinnern.
Feier dreier Generationen
© David Faber
Die Agentur falknereiss zeichnet für die neue Kampagne des
Autohaus ­Rainer verantwortlich. Man setzt auf Geschichte.
••• Von Gianna Schöneich
WIEN. Die Change-MarketingAgentur falknereiss startete für
ihren Traditionskunden Rainer
eine emotionale Kampagne und
zeigt: Das Autohaus ist mehr als
nur die Summe schöner Fahr­
modelle.
Das Autohaus Rainer ist ein
Mazda- und Yamaha-Händler in
Wien. Kurz vor dem 60-jährigen
Firmenjubiläum des Autohauses weist die neue Plakatkampagne auf die mittlerweile drei
Generationen hin – sowohl auf
Kunden- als auch auf Unterneh-
WIEN. Die Kreativagentur Omnes darf sich über
einen Neukunden freuen:
Der bekannte Würstelstand
Bitzinger bei der Albertina
vertraut ab sofort in der
Außenwerbung auf Omnes.
„Unsere Aufgabe war es,
eine auffällige, wandelbare
und kreative Installation für
das Dach des Würstelstands
zu entwerfen“, erklärt Jürgen Tarbauer, Geschäftsführer Omnes Werbe GmbH.
„Seit Juli geht es bei uns
also um die Wurst.“ (gs)
Mobiliät liegt im Blut
„In der neuen Kampagne wollten wir zeigen, dass hier ganzen Generationen Mobilität
und Service im Blut liegen“, beschreibt Erich Falkner, KreativGeschäftsführer von falkner­eiss,
die neue Kampagne. Das Konzept zu dieser stammt von Erich
Falkner und Ronni Ronninger,
für den Text zeichnet Christoph
Bader verantwortlich. Art Director der Kampagne ist Jakob
Waldhör, das grafische Geschick
stammt von Sabine Wöhrer. Beraten wurde durch Fred Reiss
und Daniela Deltl.
Die Geschichte der Rainer
Gruppe beginnt im Jahre 1959,
als die Unternehmensgründer
Burkhard und Inge Ernst das
erste Autogeschäft in der Wiener Rainergasse eröffnen. Das
traditionelle Familienunternehmen wird bereits von der zweiten Generation geführt.
Neuer Digitalauftritt
Life Bible
En Garde
präsentiert …
American Chamber of Commerce in Austria.
© Screenshot amcham.at
WIEN. Die Life Bible 2017,
der Style-Guide für den
diesjährigen Life Ball, ist erhältlich – im neuen Layout,
gestaltet vom Wiener Büro
der interdisziplinären Design Company En Garde. Zu
kaufen ist die Bible im Wien
Museum. (gs)
mensleitungsseite. Dabei setzt
falknereiss auf Bilder, die an
Kinderbilder der Elterngeneration erinnern. Unterschiedliche
Tätigkeitsbereiche des Händlers
werden mit diesen hervorgehoben.
WIEN. Zum Start in das neue
Veranstaltungsjahr, das am 27.
Jänner 2017 mit einer Keynote
von WienTourismus-Direktor
Norbert Kettner im Rahmen der
AmCham Talks im Hilton Vienna Plaza beginnt, präsentiert
sich die US-Handelskammer
mit einem neuen Digitalauftritt.
Dieser wurde gemeinsam mit
den Agenturen Komo Wien und
Webdesign20 umgesetzt und
ist nun durchgehend für die
Cross-Device-Darstellung auf
allen Bildschirmgrößen optimiert.
Im Vordergrund stehen die
zahlreichen Inhalte, die von der
privatwirtschaftlich organisierten, transatlantischen Interessensvertretung generiert werden und ab sofort einer breiten
Öffentlichkeit zugänglich sind.
www.amcham.at
medianet.at
Freitag, 27. Jänner 2017 markEting & Media 29
20 Seconds for Art
Neuerung
ikp kommuniziert
für perfact
Infoscreen und KÖR rufen zum Kurzfilm-Wettbewerb auf
– bis zum 15. April kann eingereicht werden.
WIEN. „Wirksam führen
und besser verkaufen“ –
unter diesem Motto bietet
perfact training seinen
Kunden Verkaufstrainings,
Führungskräftetrainings
und Konzepte für die Personalentwicklung an. Seit
Anfang Jänner unterstützt
ikp Wien das Unternehmen
in der strategischen Kommunikation. (gs)
punktgenau
Edith Frauscher, Projektleiterin Infoscreen, mit Martina Taig, Geschäftsführerin Kunst im öffentlichen Raum Wien.
WIEN. „Stadt-Visionen“ lautet der Titel der dritten Runde
von „20 Seconds for Art“. Damit
macht der diesjährige KurzfilmWettbewerb von Infoscreen
und KÖR (Kunst im öffentlichen
Raum Wien) die Zukunft des
urbanen Zusammenlebens zum
Thema.
Bis 15. April 2017 können ab
sofort 20-sekündige, tonlose
Filme aus dem In- und Ausland
eingereicht werden. Die von einer Expertenjury prämierten
Künstler dürfen sich dann über
ein Preisgeld in der Höhe von je
1.000 € freuen.
Ausstrahlung auf Infoscreens
Zudem werden die fünf siegreichen Visualisierungen acht
Wochen lang österreichweit auf
allen Infoscreens ausgestrahlt –
und damit einem Millionenpublikum in und um die öffentlichen
Verkehrsmittel in Wien, Graz,
Linz, Innsbruck, Klagenfurt und
Eisenstadt präsentiert. „Das
Zusammenspiel von virtuellen
Welten und dem öffentlichen
Raum ist eines der interessantesten Themen unserer Zeit.
Deshalb ist die gesamte Jury
äußerst gespannt, welche Visionen die Künstler dafür entwerfen werden“, so Martina Taig,
Geschäftsführerin von Kunst
im öffentlichen Raum Wien. Die
Gewinnerfilme werden vom 3.
Juli bis zum 27. August auf rund
2.500 Infoscreens ausgestrahlt.
www.koer.or.at
LINZ. Zu Beginn des neuen Jahres präsentiert Life
Radio den „neuen Morgen“
– eine neue Morgenshow.
Versprochen werden Orientierung, punktgenaue
Informationen zu Wetter,
Verkehr und den aktuellsten
Nachrichten, Unterhaltung
und cooler Sound für Oberösterreich. (gs)
Neukunde
Spread PR für
RefectoCil
Oscar für „Toni Erdmann“?
WIEN. Die Agentur Spread
PR konnte das Unternehmen RefectoCil aus dem Bereich Wimpern- und Augenbrauenfarbe für sich gewinnen. Außerdem launchte die
Agentur vor wenigen Tagen
ihren eigenen Blog und war
auch bei der Fashionshow
in Berlin vertreten.
die Academy of Motion Picture
Arts and Sciences am Dienstag
mit. „Toni Erdmann“ ist neben
„Land of Mine“ aus Dänemark,
„Ein Mann namens Ove“ aus
Schweden, „The Salesman“ aus
dem Iran sowie „Tanna“ aus
Australien nominiert. Keine Nominierung gab es indes für den
österreichischen Doku-Thriller
„The Ivory Game“; dieser hat es
auf die Shortlist geschafft. (gs)
© Valerie Macon/AFP
Maren Ades Tragikomödie ist nominiert.
HOLLYWOOD/WIEN. Der Erfolgslauf der deutsch-österreichischen Tragikomödie „Toni
Erdmann“ hat seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht: Die
Vater-Tochter-Geschichte von
Maren Ade (Bild) mit Peter
Simonischek in der Titelrolle
­
geht bei der 89. Oscar-Verleihung
am 26. Februar für Deutschland
ins Rennen um den Preis als bester fremdsprachiger Film, teilte
© Life Radio
© Christoph H. Breneis/Infoscreen
Neue Morgenshow
auf Life Radio
30 Marketing & Media
Freitag, 27. Jänner 2017
medianet.at
„Werbeerfolge in allen
Medien des ORF“
ORF-Enterprise-­Geschäftsführer
Oliver Böhm zeigt sich aus
­Vermarktersicht mehr als
­zufrieden mit dem abgelaufenen
Jahr 2016.
© ORF/Thomas Ramstorfer
••• Von Dinko Fejzuli
Freitag, 27. Jänner 2017 marketing & media 31
© AFP/Jonathan Nackstrand
medianet.at
M
Plus: Werbeblockreichweiten
In der Kernzeit zwischen 17:00
und 23:00 Uhr kommen die ORFSender bei der Zielgruppe 12–29
Erfolgreichste
Sendungen
ORF eins – die Top 3
1. „Eurovision Song Contest –
­finale Songs“ am 14. Mai 2016
um 22:02 Uhr erreicht einen
Marktanteil von 49,3% und eine
Durchschnittsreichweite von 1,243
Mio. Seherinnen und Sehern
(P 12+)
2. „Dancing Stars – die Entscheidung“ vom 6. Mai 2016 um 22:48
Uhr verzeichnet einen Marktanteil
von 47,8% und eine Durchschnittsreichweite von 975.000 Seherinnen
und Sehern (P 12+)
3. „Dancing Stars“ vom 8. April
2016 um 20:15 Uhr belegt mit
einer Durchschnittsreichweite von
958.000 Seherinnen und Sehern
und einem Marktanteil von 34,6%
den dritten Platz
chen- und Monatsbasis und ist
damit der verlässliche Partner
für erfolgreiche Digitalkampagnen“, so der ORF.
© APA/Harald Schneider
it einem Tagesmarktanteil von
35,1% (P 12+)
können die ORFSender ORF eins
und ORF 2 weiterhin ihre Spitzenposition in der österreichischen Fernsehlandschaft behaupten.
In der Gruppe der 12- bis
29-Jährigen legt die Sendergruppe um 2,6% im Vergleich
zu 2015 zu. In der Altersgruppe
der 14- bis 49-Jährigen wachsen
die ORF-Sender um zwei Prozent. Besonders stark fällt das
Wachstum für ORF 2 aus: Bei
den 12- bis 29-Jährigen kann
der Sender um 19% mehr Seher
verzeichnen und bei den 14- bis
49-Jährigen um 7,1%.
Beliebte Sendungen Neben dem Song Contest gehörte naturgemäß
die Berichterstattung zur Bundespräsidentenwahl zu den Quoten-Hits.
auf einen Marktanteil von 28,3%
und nehmen somit den Spitzenplatz ein.
Besonders erfreut zeigt man
sich bei der ORF-Enterprise
über den Ausbau der Werbeblockreichweiten im zurückliegenden Jahr: In der Gruppe der
12- bis 49-Jährigen verzeichnet
die Sendergruppe ein Wachstum
von 1,5% und in der Zielgruppe
der über 12-Jährigen von 2,5%.
In der Altersbetrachtung der 18bis 59-Jährigen liegt das Wachstum sogar bei 3,3%.
„Starke Marktanteile sind
für die Sendergruppe mehr als
erfreulich und bestätigen die
Attraktivität des Programms.
Die Steigerung der Werbeblockreichweiten ist das überzeugende Argument, dass Werbung im
ORF-Fernsehen gesehen wird
und ihre Wirkung voll entfalten
kann“, ergänzt Böhm.
Die ORF-Radioflotte
Die ORF-Radioflotte ist mit
70% Marktanteil (P 10+) auch
in der vorliegenden Erhebung
Marktführer in Österreich.
Von den täglich über 5,84 Mio.
Radiohörerinnen und -hörern
entfallen laut aktuellem Radiotest 2015/2016 über 80% auf die
ORF-Radiosender (10+). In der
Gruppe der 14- bis 49-Jährigen
verzeichnet Hitradio Ö3 eine
Tagesreichweite von 1,61 Mio.
Menschen und einen Marktanteil von 38%. Der bilinguale
Jugend-Kultursender des ORF,
radio FM4, punktet bei seiner
Community und erreicht täglich
rund 280.000 Menschen (10+).
Radio wird täglich insgesamt
durchschnittlich 182 Minuten
gehört (P 10+).
Angebot von ORF.at
Mit über 3,21 Mio. Userinnen
und Usern pro Monat (ÖWA
Plus, 3. Quartal 2016) ist ORF.
at das beliebteste Nachrichtennetzwerk Österreichs. 52% der
heimischen Onlinerinnen und
Onliner vertrauen pro Monat
auf die journalistische Qualität
des ORF.at-Networks. „Das Angebot von ORF.at verzeichnet in
gewohnter Manier die höchsten
Reichweiten auf Tages-, Wo-
„Wir haben die Top-User“
Besonders erfreut zeigt man
sich bei der für die Vermarktung
zuständigen ORF-Enterprise
mit der deutlichen Zunahme der
Intensivnutzer auf Tagesbasis:
Im Vergleich zum Winterquartal 2016 hat ihre Zahl um 4,6%
zugenommen und belaufen sich
aktuell auf 924.000 pro Tag.
„Ein besonderes Asset für die
werbetreibende Wirtschaft ist
die hohe Qualität der Userinnen
und User: 40% verfügen über einen Matura- oder Universitätsabschluss, womit dieser Wert
über dem ÖWA Plus-Universum
(33%) liegt (pro Monat). 67% der
Userinnen und User entfallen
auf die Altersgruppe der 14- bis
49-Jährigen“, so Böhm.
Programmliche
Highlights
ORF 2 (Auswahl)
• Bundespräsidenten-Stichwahl
zwischen Hofer und Van der Bellen
am 24. April 2016 um 19:00 Uhr
kommt auf eine Durchschnittsreichweite von 1,523 Mio. Seherinnen
und Sehern und einen Marktanteil
von 55,9%
• „Opernball 2016 – die Eröffnung“ vom 4. Februar 2016 um
21:40 Uhr verzeichnet eine Durchschnittsreichweite von 1,469 Mio.
Seherinnen und Sehern und einen
Marktanteil von 53,6% (P 12+)
• „Villacher Fasching“ vom
9. Februar 2016 um 20:15 Uhr erreicht eine Durchschnitts­reichweite
von 1,280 Mio. Seherinnen und
Sehern sowie einen Marktanteil von
43,2%
32 marketing & media
Freitag, 27. Jänner 2017
medianet.at
Auszeichnung
Ehrung für
Conrad Heberling
© tele
KULMBACH. Ehrenvolle
Auszeichnung für den österreichischen Medienmanager
Conrad Heberling (Bild): Die
Akademie für Neue Medien
in Kulmbach in Deutschland
verlieh ihrem Dozenten für
dessen Engagement um den
Journalisten-Nachwuchs
den Johann-Georg-AugustWirth-Medienpreis 2017.
Thomas Nagel, Studienleiter
der Akademie: „Wir würdigen damit einen Dozenten,
der jungen Menschen eine
Perspektive gegeben und die
Talentschmiede ‚Akademie‘
auch als Arbeitgeber für den
Nachwuchs der Wirtschaftsjournalisten genutzt hat.“
Gerd Babits (Agenturchef, saintstephens), Hans Metzger (GF tele), René Westermayer (Kreativdirektor, saintstephens).
© DAF
Neue „tele“-Kampagne
ausschreibung
Alles andere als auf den Hund gekommen ist die neue, durchaus mit
einem Augenzwinkern versehene tele-Kampagne von saintstephens.
ORS wartet bei
DAB+ noch ab
WIEN. Die ORF-Sendetochter ORS macht eine
Teilnahme an der Ausschreibung für den Digitalradiostandard DAB+ von
der Nachfrage abhängig.
„Die Beteiligung der ORS an
dieser Ausschreibung wird
schließlich davon abhängen,
ob ausreichend Nachfrage
seitens der Rundfunkveranstalter besteht, die eine Refinanzierung der Investitionen in ein neues DAB+ Netz
erwarten lässt“, erklärte
ORS-Chef Michael Wagenhofer auf APA-Anfrage.
typische Klischee von Hunden,
die die Post bzw. Zeitung holen
und vor lauter Freude zerreißen“, so Kreativdirektor René
Westermayer.
Auf allen Medien-Kanälen
Neben Fernseh- und Kinospots
werden auch Publikums- und
Fachanzeigen sowie digitale
Umsetzungen realisiert.
Hoch zufrieden zeigt sich auch
Gerd Babits, Geschäftsführer
von saintstephens: „Viel Über-
zeugungsarbeit war nicht nötig!
Obwohl es nicht selbstverständlich ist, das Produkt des Kunden in der Umsetzung derart zu
malträtieren. Aber damit ist eine
Kampagne gelungen, die sympathisch ist und die jeder versteht.“
Zur Kampagne an sich meinte Metzger: „Natürlich ist tele
nicht auf den Hund gekommen
... Aber bei 1,5 Mio. Lesern kann
man schon ein bisschen frech
sein. Wir wollten einfach einen
lustigen Hingucker haben!“ (df)
© tele/saintstephens (3)
WIEN. Nach der erfolgreichen
„Print wirkt!“-Kampagne von
2016 setzt tele auch bei der Umsetzung der aktuellen Kampagne
auf die Wiener Kommunikationsagentur saintstephens. „Jede
Woche warten unsere Leser auf
ihr tele. Diese Tatsache haben wir
uns zunutze gemacht“, so teleGeschäftsführer Hans Metzger.
„So haben wir eine Möglichkeit
gesucht, die Begierde nach dem
neuen tele werblich zu überhöhen, und dachten daher an das
Die neue Kampagne startet mit Jänner 2017 im öffentlich-rechtlichen Fernsehen sowie in den größten Privatsendern.
34 marketing & media
Freitag, 27. Jänner 2017
medianet.at
Preisverleihung
„Journalist des
Jahres“ Im Heeresgeschichtlichen Museum in Wien wird
auch heuer wieder
der Titel „Journalist
des Jahres 2016“
vergeben.
31. Jänner, 18 Uhr;
Heeres­geschicht­
liches Museum,
Ruhmeshalle,
Ghega­straße/­
Arsenal, Objekt 18;
1030 Wien
1
2
Veröffentlichung
ÖAK-Auflagezahlen, 2. Halbjahr
2016 Am nächsten
Donnerstag ist es
wieder so weit – die
neuen Zahlen.
23. Februar, 10 Uhr
Get-Together
Happy New Year
TRADITIONELL. Ein gutes Digitaljahr beginnt alljährlich im St. Ellas, wenn das iab
austria zum Happy New Year-Get-together
lädt. Auch heuer fanden sich Vertreter von
Auftraggebern, Publishern, Vermarktern,
Agenturen, Mediaplanern und technische
Experten zum Jahresauftakttreffen ein.
„Als Schrittmacher der Digitalbranche treten wir gegenüber der Politik und Entscheidungsträgern für Rahmenbedingungen ein,
die Wertschöpfung, Wirtschaftswachstum
und Arbeitsplätze in Österreich ermöglichen“, gab iab-Präsidentin Martina Zadina
die Schwerpunkte für das neue Jahr vor.
Auf ein erfolgreiches Digitaljahr stießen
zahlreiche Besucher an. (gs)
472 Seiten; ­Verlag:
Haufe Lex­ware;
ISBN: 9783648080573.
Ö1 Hörspiel Gala
Im Rahmen der Gala
wird auch der Preis
„Hörspiel des Jahres
2016“ verliehen. Karl
Markovics wird als
„Schauspieler des
Jahres“ geehrt.
24. Februar, 19 Uhr,
ORF-RadioKultur­
haus, Großer Sende­
saal, Argentinier­
straße 30a, 1040
Wien
© iab austria/Katharina Schiffl (4)
4
Leodegar Pruschak wünschte den beiden Raiffeisen-Skistars im Namen von Raiffeisen alles Gute
für die Rennen in Kitzbühel (Max Franz, Leodegar
Pruschak und Marcel Hirscher, v.l.).
pressegespräch
Raiffeisen Sportlertreff
SKI-WM. Das traditionelle RaiffeisenPressegespräch in Kitzbühel am Vortag
des ersten Hahnenkammrennens stand
auch dieses Jahr im Zeichen der beiden
Raiffeisen-Skistars Marcel Hirscher und
Max Franz. Sie ließen es sich nicht nehmen,
trotz Vorbereitungen auf die Hahnenkammrennen die Einladung von Raiffeisen-Werbechef Leodegar Pruschak anzunehmen.
Anlass war ein Ausblick auf die 77. Auflage
des Klassikers und die Alpine Ski-WM in
St. Moritz.
Hirscher fährt in der Saison 2016/2017
bereits das achte Jahr unter dem Giebelkreuz. Er reiht sich mit seinen Weltcuperfolgen in den Kreis der RaiffeisenSportstars der letzten 40 Jahre, wie Niki
Lauda, Thomas Muster und Hermann
Maier ein. Max Franz ist seit 2012 Partner
der Raiffeisen-Bankengruppe und startet
in den Speed-Disziplinen unter dem Giebelkreuz. (gs)
Gestaltung
Neu erzählt
Digital Leadership
Nibelungen neu erzählt
UMBRÜCHE. Die Digitalisierung führt zu
radikalen Umbrüchen im Wettbewerb, im
Kundenverhalten und in der Arbeitswelt.
Wie lassen sich in diesem Kontext Unternehmens- und Personalführung wirksam
modifizieren und gestalten? Experten aus
Wissenschaft und Praxis stellen neue Managementansätze vor und sensibilisieren
für die Führungsherausforderungen in der
Digital Economy. Mit Beiträgen u.a. von
­Peter Borchers, Johannes Burr, Claudia
Crummenerl, Karel Dörner, Simon Dückert
und Boris Gloger. (gs)
SAGENKREIS. Michael Köhlmeier ist österreichischer Schriftsteller; berühmt wurde er
mit Hörspielen im Rundfunk und kürzeren
Prosatexten. Nun hat er sich der Nibelungen angenommen und erzählt diesen klassischen Sagenkreis des Abendlands neu. Auf
seine ganz unvergleichliche Art erweckt er
Jungsiegfried, den Drachentöter, die schöne
Krimhild und den Hof der Burgunderkönige zu neuem Leben. Köhlmeier erzählt
eindrucksvoll von Intrige, Hinterhalt, Mord
und Rache und lässt so eine auch heute relevante Geschichte entstehen. (gs)
© Piper Verlag
© haufe.de
1. iab-Präsidentin Martina Zadina, Josef Mantl
(JMC), iab austria-Geschäftsführerin Lilian MeyerJanzek; 2. Konstantin Jakabb (Virtue), Cosima Serban (Performics); 3. Alexandra Vetrovsky-Brychta
(Purpur Media), David Haunold (Purpur Media);
4. Siegfried Stepke (RTTP), Felix Badura (Meetrics).
3
© Raiffeisen/GEPA pictures
Termine
128 Seiten; Verlag:
Piper Taschen­
buch; ISBN: 9783492228824.
medianet.at
Freitag, 27. Jänner 2017 marketing & Media 35
© Thomas Jantzen
Karriere
1
2
Reinhard PicklHerk wechselt als
Pressesprecher
für Alexander Van
der Bellen in die
Hofburg. Pickl-Herk
startete seine Laufbahn als Journalist
bei der Kleinen
Zeitung und beim
ORF. Von 2006 bis
2008 war er bereits
Alexander Van der
Bellens Pressesprecher, als dieser noch
Bundessprecher war.
Van der Bellen setzt
als Bundespräsident
auf sein altes Team.
neuwahlen
3
Rund 450 Winzer, Weinhändler und Brancheninsider nahmen am ÖWM-Marketingtag teil und
lauschten u.a. einer Podiumsdiskussion.
jahresauftakt
ÖWM-Marketingtag
4
© Katharina Schiffl (4)
PRÄSENTATION. Traditionell zum Jahresauftakt veranstaltete die Österreich Wein
Marketing GmbH am Mittwoch, den 18.
Jänner, den alljährlichen Marketingtag im
Austria Center Vienna, an dem rund 450
Winzer, Weinhändler und Brancheninsider
teilnahmen.
Highlights waren die Vorstellung der
neuen ÖWM-Werbekampagne und -Markenstrategie, des Veranstaltungskonzepts
Vinexpo Explorer in Österreich sowie Fachvorträge und eine Podiumsdiskussion. (gs)
COME-TOGETHER. Am 25. Jänner 2017
fand im Novomatic Forum in Wien die Generalversammlung sowie der traditionelle
Neujahrscocktail des Austrian Chapters der
IAA (International Advertising Association)
statt.
Der Einladung von IAA Austrian Chapter,
ORF und ORF-Enterprise folgten rund 150
Gäste der heimischen Kommunikationsszene und man feierte in ausgelassener
Stimmung das erste große Get-together der
Medienbranche 2017. Der neu gewählte
IAA-Vorstand: Karin Czihak, Bettina Gneisz
Al-Ani, Roswitha Hasslinger, Peter Lammerhuber, Oliver Voigt, Oliver Stribl, Richard
Grasl, Benedikt Schmidinger, Michaela Huber, Thomas Prantner, Johanna Knaus, Gregor Almássy, Mariusz Jan Demner, Kristin
Hanusch-Linser, Rudi Kobza. (df)
© Kobza Media Group
© Anna Stöcher (2)
IAA-Jahrescocktail
Gäste 1. Der neu gewählte Vorstand des IAA;
2. Martina Hörmer (Geschäftsführerin Eigenmarken
Ja! Natürlich); 3. Joachim Feher (CEO MediaCom);
4. Magdalena Hankus (Leitung ­Corporate Communications Wiener Stadthalle).
fundstück
ANALYSE. Die Forschungsgruppe Media Creation der FH St. Pölten
hat in Kooperation mit der Karin Berghammer Filmproduktion e­ ine
App entwickelt, mit der man die Darstellung von Männern und
Frauen in Filmen nach Genderaspekten analysieren kann. Mit der
Gender Watch App kann die Wahrnehmung einer Filmfigur durch
das Publikum über einen Film hinweg verfolgt und ausgewertet
werden. (gs)
Weitere Informationen: www.mediacreation.fhstp.ac.at
Im Rahmen von Testscreenings mit Probanden wird das Bewerten gender­
sensibler Aspekte eines Films, einer Serie oder einer Werbung in Echtzeit
mittels einer 2nd Screen-Applikation ermöglicht.
© Screenshot mediacreation.fhstp.ac.at/gender-watch-app
Gender Watch App
Sven Pöllauer war
bisher Sprecher von
Familienministerin
Sophie Karmasin
(ÖVP). Vergangenen
Montag wurde sein
Wechsel zur Agentur- und MedienHolding ­Kobza
Media bekannt
gegeben. Er soll laut
einer Aussendung
als Senior Strategic
Advisor Kunden
insbesondere in den
Bereichen Kommunikationsstrategie,
Krisenkommunikation, StakeholderManagement und
digitale Kommunikation beraten. (gs)
36 marketing & Media
Freitag, 27. Jänner 2017
Digitale
Sippenhaft
Ich will einen Beitrag für die Suche
nach einem Kommunikationsstil
anbieten, der offen
ist, und der nicht
dem Bösen die Rolle des Hauptdarstellers zugesteht.“
Donald Trump ist ein unfähiger, sexistischer Rassist.
Da kann seine Frau nicht viel anders sein.
Kommentar
••• Von Dinko Fejzuli
SCHONFRIST. In der Regel räumt man Politikern
nach ihrem Amtsantritt die berühmten 100 Tage
Schonfrist ein, bevor man sich als Opposition, Bevölkerung, Medien oder sonstige gesellschaftlich
relevante Gruppe auf diese stürzt, um ihnen zu
erklären, was sie in diesen ersten 100 Tagen nicht
schon alles – stets aus der eigenen Sicht natürlich – falsch gemacht hätten.
Bei Donald Trump ist das anders. Dafür gesorgt
hat er selbst. Bereits bei seiner Antrittsrede unmittelbar nach dem Eid auf dem Kapitol – ein Ort,
wo in der Regel versucht wird, die Gräben des
Wahlkampfs zuzuschütten – machte Trump dort
weiter, wo er am Wahltag aufgehört hatte.
In einer für diesen Anlass beispiellosen Rede
schüttete er seine Vorgänger an – ob republikanisch oder demokratisch – und prangerte den
Zustand des Landes als total heruntergekommen
an und dass sich dies alles nun ändern werde,
in seinem Amerika, wo Milch und Honig in Hülle
und Fülle fließen würden.
Entsprechend war die Reaktion der – vor allem digitalen – Gegenseite. Keine Schonfrist für
Trump, dafür die volle Kritik.
Doch eines ist neu: Ein Mal ausgeholt, wird
nicht nur Trump eins über die Rübe gezogen, sondern auch seiner schlecht englisch sprechenden
Frau und seinem bei der Angelobungszeremonie
angeblich gelangweilten zehnjährigen Buben
gleich mit.
Jetzt ist schon klar, dass es für die Ehefrau
eines dermaßen unbeliebten Präsidenten wie
Donald Trump schwer ist, gegen eine Vorgängerin
wie Michelle Obama anzukommen.
Aber dass die chauvinistischen und sexistischen Dämme in Richtung Melania Trump dermaßen offen aufbrechen, ist schon recht ungewöhnlich – aber die digitale Community scheint
das auch so schon in Ordnung zu finden.
Denn eines ist natürlich klar: Eine Frau, die mit
so einem Mann zusammen ist, muss entweder
selbst so sein oder sie ist das hilflose Püppchen,
das von ihrem dermaßen dominanten Mann beherrscht wird – beides zwei nicht gerade aufgeklärte Bilder der Frau von heute im Jahr 2017.
Zitat des Tages
Papst Franziskus
Heute mal
ganz positiv
Der Kunde, das unbekannte Wesen?
Gianna Schöneich
Marketing Automation kann die kundenspezifische Ansprache revolutionieren.
Die abgedruckten Gastkommentare geben
­ausschließlich die Meinung des Verfassers wieder.
Wir behalten uns das Recht auf Kürzung vor.
© eyepin
Gastkommentar
••• Von Franz J. Kolostori
WIN-WIN. Verlorene Interessenten nach Web­
shop-Abbrüchen – das war einmal. Heute nützen
viele eCommerce-Anbieter ausgeklügelte Systeme, um ihre Kunden noch besser kennenzulernen,
Interessenten durch Remarketing zurückzuholen
und die Conversion Rate zu steigern. Marketing
Automation ist einer der großen Trends 2017,
denn die Zukunft des Online-Dialogmarketings
ist „data-driven“ und der Aufwand dafür kaum
mehr manuell steuerbar.
Der große Vorteil: Die digitalen Hilfssysteme
stellen den Kunden komplett in den Mittelpunkt.
Die künstliche Intelligenz im Hintergrund lernt
aufgrund des individuellen Verhaltens jedes
­E-Mail-Empfängers und schickt automatisch zur
richtigen Zeit die passenden Inhalte an die seg-
Franz J. Kolostori, Geschäftsführer eyepin GmbH.
mentierten Empfängergruppen. Damit erhöht sich
der Wirkungsgrad von Kampagnen, der Aufwand
im Marketing sinkt – und die Kunden honorieren
es, wenn sie, auf ihre Interessen und ihr Surfverhalten abgestimmt, optimal serviciert werden.
Klingt nach einer Win-Win-Situation? Definitiv!
medianet.at
In der letzten Ausgabe der
medianet wurde an dieser
Stelle über die Fertigstellung des Flughafens Wien
geschrieben – gemeint war
der Flughafen Berlin; anders
ausgedrückt: Hier standen alternative Fakten geschrieben.
Und weil es so einfach ist,
Dinge schön oder vermeintlich richtig zu reden, wollen
wir heute mal ganz positiv
bleiben. Schließlich setzt
sich die Öffentlichkeit nun für
die neue First Lady Melania
mittels Hashtag #freemelania
ein und, nicht zu vergessen,
der Weltfrieden steht praktisch kurz bevor: Die Kelly
Family, diese friedenbringende Familie, bringt schon
Mitte März ein neues Album
auf den Markt. „We got Love“
wird uns alle retten.
medianet.at
Freitag, 27. Jänner 2017cover 37
retail
McArthurGlen Touristen
pushen den Umsatz des
Designer Outlets 40
EH Konjunkturbarometer
zeigt nach oben: Umsatzplus
für Einzelhandel 44
Will haben Nützliche News
aus der Beauty-Welt,
die der Kälte trotzen 52
© Marionnaud
© Peter Gugerell/Wikipedia/CC0 1.0
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© Koelnmesse/Thomas Klerx
Ein Flächensterben ist nicht festzustellen, doch die
Leerstandsrate ist in den letzten Jahren gestiegen. 38
Elektroinstallationen
ISM Das Schlaraffenland für Naschkatzen
öffnet am Sonntag seine Pforten. 42
eCommerce Heimische Onlineshops
setzten 2016 rund 2,3 Mrd. € um. 46
38 Retail
Freitag, 27. Jänner 2017
medianet.at
Führend
Die Innere Mariahilfer Straße
inklusive den
Nebengassen
erreicht eine
Geschäftsfläche von knapp
221.000 m2 –
und liegt damit
landesweit an
der Spitze.
Wer hat die Hosen
an im Einzelhandel?
Ein neuer Report zur Lage des Einzelhandels in Österreich
zeigt: Die Leerstandsrate ist in den letzten Jahren gestiegen.
••• Von Daniela Prugger
D
as oft beklagte „Innenstadtsterben“, bezogen auf den stationären Handel, kann
man in Wien so nicht
beobachten. An einer Zahl lasse
sich die Rückkehr der Geschäftsleute in die Innenstädte aber
nicht ablesen, sagt Hannes Lindner (Standort + Markt). Selbst internationale Ketten gehen es in
Expansionsbelangen mittlerweile langsamer an. Die markantes-
ten Neueröffnungen des letzten
­Jahres bleiben natürlich dennoch Geschäfte, die zu internationalen Unternehmen und sehr
oft zum Inditex-Konzern oder der
H&M-Group gehören. Zu diesem
Ergebnis kommt zumindest der
jährlich von Standort + Markt
publizierte Report zur Lage des
Einzelhandels in Österreich. Aus
dem Blickwinkel eines Samples
von 15 Städten habe die Shopflächenkapazität, die auch Flächen
für Gastronomie, Dienstleistung
und Freizeit beinhaltet, zum
vierten Mal in Folge zugelegt.
Insgesamt sind 22 Einkaufsstraßen mit einer Verkaufsfläche
von 1,6 Mio. m2 im ganzen Land
untersucht worden.
Wenig Leerstand in A-Lagen
Ein Indikator dafür, dass es in
den untersuchten Einkaufsstraßen zu keinem Flächensterben
kommt, sei der Umstand, dass
die Verkaufsflächen im Vorjahr sogar noch einmal um 0,5
Prozent gewachsen sind. Die
Leerstandsrate in eben diesen
City-Bereichen liege außerdem
mit 4,8% nur etwas höher als
in Österreichs Shoppingcentern
(3,5%), erklärt Roman Schwarzenecker von Standort + Markt.
Doch sie sei in den letzten Jahren eindeutig gestiegen. Innerhalb des Städte-Samples liegt
die Leerstandsrate über alle
Agglomerationen hinweg bei
4%, 2013 lag diese noch bei 3,7%.
Aus der Sicht der untersuchten
Cities ist die Lage noch prekärer
– hier ist die Rate von 4,0 (2013)
auf 5,2% angestiegen. Einzige
medianet.at
Freitag, 27. Jänner 2017 retail 39
© Peter Gugerell/Wikipedia/CC0 1.0
Einzel­
handelsEnsemble
Innenstädten zu tun“, so Schwarzenecker. Die gesunden Innenstädte – das sind insbesondere
die Wiener Mariahilfer Straße sowie die Landstraßer Hauptstraße
und die Einkaufsflächen in Graz,
Linz, St. Pölten und Innsbruck.
Gastronomie nimmt zu
Parallel dazu gibt es speziell in
B-Lagen – also in Einkaufsstraßen und Einkaufszentren mit
weniger Frequenz – immer mehr
Geschäfte, die keinen Mieter fin-
© Standort+Markt/Rainer Mirau (2)
Ausnahme: In den stark nachgefragten A-Lagen – also dort, wo
hauptsächlich internationale
Ketten vertreten sind – wurde
mit 2,9% der niedrigste Wert gemessen. Überhaupt ist der Filialisierungsgrad im Einzelhandel
der Cities weiter gestiegen und
erreicht zwischenzeitlich in der
A-Lage einen Wert von 58%.
Dort, wo dichte Nutzung und
eine geringe Leerstandsrate vorherrschen, „haben wir es mit gesunden und gut nachgefragten
Vor Kurzem präsentierten Hannes Lindner (li.) und Roman Schwarzenecker
von Standort + Markt den neuen Einzelhandelsreport.
Miete in €/m2
A-Lage B-Lage
Einzel­
handelsEnsemble
Miete in €/m2
A-Lage B-Lage
Wien, City
370,0
65,0
Wien, Meidlin­
ger Hauptstr.
30,0
19,0
Salzburg
130,0
50,0
St. Pölten
28,0
10,5
Wien, Maria­
hilfer Straße
110,0
32,0
Feldkirch
27,0
12,0
Innsbruck
102,0
30,0
Wels
27,0
11,0
Linz
100,0
26,0
Steyr
26,0
13,0
Graz
92,0
39,0
Baden
26,0
11,5
Bregenz
50,0
22,5
Villach
25,0
9,0
Dornbirn
46,0
20,0
Eisenstadt
22,0
9,0
Wien, Favo­
ritenstraße
40,0
24,0
Krems
19,0
8,0
Wien, Landstr.
Hauptstr.
37,0
22,0
Leoben
15,5
8,0
Klagenfurt
36,0
12,5
Wr. Neustadt
15,5
8,0
den. Sorgenkind ist und bleibt
dabei Wien Favoriten, dort gab
es im Vorjahr mit dem Kaufhaus
Tlapa und einer Kleider-BauerFiliale zwei großflächige Schließungen im Bereich Mode.
Doch Bekleidung hat laut dem
Report generell an Bedeutung
verloren: Der Flächenanteil von
Mode ist in den untersuchten
Cities in den vergangenen vier
Jahren von 35,5 auf 33,9% sukzessive gesunken. Hier zeige
sich, dass die Cities in ihrer angestammten Domäne hart angegriffen werden – nicht nur von
Shopping Malls, Retail Parks
und Fachmarktagglomerationen, sondern ganz offenkundig
bereits vom eCommerce.
Zugenommen hat dagegen
die Zahl der Gastronomie- und
Freizeitflächen – also Fitnesscenter und Wettcafés. Der Einzelhandel wird aus dem Mix
der Innenstädte verdrängt: Der
Shopflächenanteil ist in den vergangenen vier Jahren von 75%
auf 73,4% gesunken. Die neue
Devise heißt (zuerst) „Dine Out“,
(dann) „Work Out“.
Von einer Renais­
sance der Innen­
städte zu reden, wäre
zu optimistisch.
Roman
Schwarzenecker
Standort + Markt
Der Ausblick auf die Zukunft
fällt bei den Experten durchwachsen aus: Die Flächenkapazität habe nun wohl einen Peak
erreicht. Immobilieneigentümer
in schlechteren Lagen würden es künftig schwer haben,
Mieter zu finden. „Von einer
Renaissance der Innenstädte
zu reden wäre also zu optimistisch“, sagt Schwarzenecker.
Eine Chance bieten allerdings
B- und C-Lagen, wenn diese zu
einer neuen Agglomeration geformt werden.
40 retail
Freitag, 27. Jänner 2017
medianet.at
© McArthurGlen Designer Outlet Parndorf
Mario Schwann,
Center Manager
McArthurGlen
Designer Outlet
Parndorf, freut sich
über ein erfolgreiches Geschäftsjahr.
Tourismus-Effekt
Das Designer Outlet Parndorf steigerte seinen Umsatz
im Vorjahr um 12% – vor allem dank Touristen aus Asien.
WIEN. Das Designer Outlet Parndorf zählte 2016 fünf Mio. Besucher und steigerte seinen Umsatz
um 12%. Wie hoch der Umsatz
ist, wollte das Unternehmen
nicht bekannt geben. Die meisten Kunden kommen aus Österreich, Ungarn und der Slowakei,
die umsatzstärksten hingegen
aus China, Korea und Russland.
In den nächsten Jahren will das
Center Management noch mehr
Parndorf, sagt Center Manager
Mario Schwann. „Wir sind stark
international ausgerichtet und
wollen auf dem Tagesplan der
Reisenden stehen“, so ­Schwann.
(zahlungskräftige) Kunden aus
dem Ausland anlocken, allen
voran aus Asien. Rund 21% der
Besucher kommen aus dem EUAusland. Jeden Tag pilgern Touristen, die das benachbarte Bratislava oder Wien besuchen, zum
Designer Outlet in der Hoffnung,
ein paar gute Markenschnäppchen zu ergattern. In Spitzenzeiten kommen täglich bis zu
80 Busse mit Touristen nach
Ausbau soll Wachstum bringen
Besonders begehrt sind Waren
aus den Kategorien Accessoires
(+59%) und Sportswear (+20,5%)
sowie internationalen Designer-Labels, die wesentlich zum
Umsatzwachstum beigetragen
haben. Um weiter zu wachsen,
wurde das Outlet kürzlich um 50
Mio. € erweitert, der Ausbau soll
im Frühjahr 2017 eröffnet werden: Bis zu 25 Shops auf 5.500
m2 kommen neu dazu. Für diese
werden derzeit 300 Arbeitskräfte gesucht. Zurzeit beschäftigt
McArthurGlen im Standort in
Parndorf rund 1.500 Mitarbeiter; 40% davon sind Vollzeitkräfte, 47% arbeiten Teilzeit,
die restlichen 13% entfallen auf
Samstagskräfte und geringfügig
Beschäftigte. 45% der Mitarbeiter kommen aus dem Burgenland, 42% stammen aus Ungarn
und der Slowakei. „Das McArthurGlen Designer Outlet Parndorf ist stolz, einer der größten
Arbeitgeber des Burgenlands
zu sein.“ Europaweit kletterte
der Umsatz der McArthurGlen
Outletcenter um 14%. Insgesamt
betreibt die Gruppe 22 DesignerOutlets in neun Ländern. (nn)
McArthurGlen Parndorf
Zahlen und Fakten
Eröffnung1998
Fläche 600.000 m2
Mitarbeiter 1.800
Shops 160
Quelle: McArthurGlen 2017
Wer legt sich mit CETA an?
WIEN. Spar, Global 2000 und
Greenpeace machen gegen CETA
mobil. Sie fordern, wie schon in
Tageszeitungen inseriert, eine
Unterstützung des Volksbegehrens gegen CETA und Co. SparChef Gerhard Drexel, Leonore
Gewessler (Global 2000) und
Alexander Egit (Greenpeace)
traten am Mittwoch gemeinsam mit dem Umweltmediziner
Hans-Peter Hutter vom Institut
für Umwelthygiene der MedUni
Wien und dem burgenländischen Landwirt und Kommunalpolitiker Erich Stekovics in
Wien auf. Auch Grünen-Parteichefin Eva Glawischnig hat ihre
Unterschrift angekündigt. Indes
sagen die Chefs der steirischen
Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung: „Wer gegen
Freihandel ist, ist gegen Wohlstand.“ (APA)
© APA/Herbert Neubauer
Spar, Global 2000 & Greenpeace machen mobil.
Gerhard Drexel, Leonore Gewessler, Alexander Egit, Erich Stekovics und
Hans-Peter Hutter wollen das Handelsabkommen CETA verhindern.
42 retail
Freitag, 27. Jänner 2017
medianet.at
Ein Schlaraffenland
für Naschkatzen
Auf der 47. ISM in Köln treffen Angebot und Nachfrage
aufeinander. Vor dem Startschuss gibt’s einen
Einblick in Trends und Marktlage.
© Koelnmesse/Thomas Klerx
••• Von Nataša Nikolic
medianet.at
retail 43
Freitag, 27. Jänner 2017
I
m Vorfeld der süßesten Messe
der Welt, der ISM, die diesen
Sonntag in Köln startet, gaben
die Veranstalter Einblicke in
den Süßwarenmarkt und die
Konsumgewohnheiten sowie einen Vorgeschmack, was die Besucher heuer erwartet.
Dabei soll vor allem Convenience eine große Rolle spielen,
sind doch nicht zuletzt Süßwaren, Knabberartikel und Snacks
„Convenience-Produkte der
ersten Stunde“, sagt Katharina
C. Hamma, Geschäftsführerin
­Koelnmesse GmbH. „Zahlreiche
Anbieter der ISM bilden den starken Trend zu Convenience und
zur Zwischendurch-Mahlzeit
in ihren Produkten ab und gehen durch kleine Darreichungs­
größen und wiederverschließ­
bare Verpackungen zusätzlich
auf diesen Verbraucherwunsch
ein“, so Hamma.
Erweiterte Produktpalette
Die 2015 erfolgte Erweiterung
der Kernsegmente um verzehrfertige Snacks, Frucht- und
Gemüsesnacks sowie Frühstücksprodukte (wie Müslizubereitungen, Honig und Marmeladen, aber auch Kaffee und Tee),
hat der Messe gutgetan. Neue
Aussteller seien dazugekommen,
und bereits bekannte Anbieter
haben die Möglichkeit bekommen, ihre gesamte Produktpalette auf der ISM zu präsentieren,
Zahlen & Facts
Wann & wo
Die 47. ISM (Internationale Süßwarenmesse)
versammelt vom
29. Jänner bis
1. Februar das
Who-is-Who der
Süßwaren- und
Snackbranche in
Köln.
Aussteller
Erwartet werden
rund 1.650
Anbieter und
Produzenten
aus 68 Ländern
sowie rund
38.500 Fachbesucher. Bruttoausstellungsfläche:110.000 m2.
so die Messeverantwortliche. An
Bedeutung zugenommen hätten
auch Halal-Produkte, die heuer
mit dem „Halal-Infopoint“ erstmals einen Wegweiser zu den
279 Ausstellern bekommen, die
halal-konforme Angebote auf
der ISM zeigen.
Besonders das Thema
Convenience nimmt
im Rahmen der ISM
einen speziellen
­Stellenwert ein.
Katharina Hamma
ISM
„Wir sehen uns nicht nur in
unserer Konzepterweiterung bestätigt, sondern können für die
diesjährige 47. ISM ein hervorragendes Ergebnis melden. Es
liegt mit rund 1.650 Anbietern
sogar mit 2,5 Prozent noch leicht
über der letztjährigen Ausstellerzahl. Im vergangenen Jahr
konnten wir die 1.600er-Marke
knapp überspringen“, freut sich
die Messe-Chefin.
ProSweets Cologne
Parallel zur ISM findet auch heuer die ProSweets Cologne statt,
die Zuliefermesse für die Süßwaren- und Snackindustrie, mit ca.
210 Ausstellern. „Auch hier stehen die Produkttrends im Fokus.
Ohne Technologie, Maschinen
und innovative Rezepturen und
Designs wäre es nicht möglich,
immer wieder in rascher Abfolge
trendgerechte Produkte zu präsentieren“, erklärt Hamma.
Neben Informationen rund um
die beiden Messen gab Bastian
Fassin vom Bundesverband der
Deutschen Süßwarenindustrie
e.V. (BDSI) und Vorsitzender des
Arbeitskreises Internationale
Süßwarenmesse (AISM), Einblicke in die aktuelle Situation
der Süßwarenindustrie. Die Produktionsmenge von Süßwaren
lag in Deutschland leicht über
dem Vorjahresniveau (+0,5 %).
(Quelle: Daten des Statistischen
Bundesamts sowie Schätzungen
der BDSI). Wertmäßig stieg die
Produktion um etwa 3,5 Prozent
auf rund 12,28 Mrd €. Ein harter Konkurrenzdruck und Unsicherheiten im internationalen
Wettbewerb, unzählige staatliche Regulierungen und hohe
Rohstoffkosten würden die Ertragslage vieler Produzenten
belasten, glaubt Fassin. Große
Auswirkungen hätte vor allem
der hohe Kakaopreis gehabt.
Positive Entwicklungen gab
es aber im Exportgeschäft: „Insgesamt wurden schätzungsweise 2,05 Mio. Tonnen Süßwaren
und Knabberartikel exportiert.“
Der Exportanteil liegt bei rund
50% – jede zweite Tonne deutscher Süßwaren geht somit ins
Ausland. „Der Exportumsatz
stieg im Jahr 2016 um 6,2 Pro-
zent und lag bei rund 7,99 Mrd.
Euro“, sagt Fassin. Auch im Inland ­zeigte sich die Industrie im
Vorjahr von ihrer Schokoladenseite, indem sie mengenmäßig
um 1,2% auf knapp 2,70 Mio. t
zulegte.
„Der Pro-Kopf-Verbrauch von
Süßwaren, Knabberartikeln und
Markeneis lag im Jahr 2016
schätzungsweise bei 32,71 Kilogramm im Wert von 97,90 Euro.“
Jeder Deutsche verzehrt den
Auswertungen zufolge jährlich
670 kg Lebensmittel (ohne Getränke); der Anteil an Süßwaren
beträgt weniger als 5%.
Wirtschaftsjahr 2017
Für 2017 hat Fassin eine „verhalten zuversichtliche“ Prognose.
„Die größten Herausforderungen stellen für die Hersteller
weiterhin die volatile Situation
auf wichtigen Rohstoffmärkten, die starke Handelskonzentration und weiter zunehmende
bürokratische Anforderungen
für die Unternehmen dar. Sorge
bereitet der Branche aber auch
die zunehmende Unsicherheit
im wichtigen Exportgeschäft.“
­Positiv bewertet Fassin hingegen die Konsumstimmung.
44 retail
Freitag, 27. Jänner 2017
Umsatzplus im EH
Einzelhandel
Studie: Wien ist
nicht barrierefrei
WIEN. Die Barrierefreiheit
in den Wiener Einkaufsstraßen lässt laut einer Studie
zu wünschen übrig. Das
Beratungsunternehmen
Comfort4all überprüfte die
Eingänge von rund 1.800
Geschäften in den kaufkraftstärksten Einkaufsmeilen von Wien und stellte
dabei fest, dass mehr als
60% nicht den gesetzlichen
Vorgaben der Barrierefreiheit entsprechen, heißt es in
einer Aussendung.
© Panthermedia.net/Dmitriy Shironosov
Verbesserungsbedarf
Nur 38% der Wiener Händler
­bieten einen barrierefreien Zugang zu ihren Läden.
Handelsverband ist zufrieden mit den Einzelhandelsumsätzen
2016 und ortet positive Grundstimmung 2017.
© Panthermedia.net/Goodluz
Die Ergebnisse
Lediglich 38% der Betriebe
bieten ihren Kunden einen
barrierefreien Zugang an.
Zwischen den einzelnen Gebieten gab es Unterschiede:
Bessere Ergebnisse hat die
Kärntner Straße, in der 58%
der Betriebe einen barrierefreien Eingang hatten,
in der Inneren Mariahilfer
Straße waren es 57% und in
der Meidlinger Hauptstraße
55%. Schlechter schnitten
die Landstraßer Hauptstraße (37%), die Favoritenstraße
(36%) und die Äußere Mariahilfer Straße (17%) ab. (APA)
medianet.at
WIEN. Der Konjunkturbarometer des Handelsverbands und
MindTake Research zeigt 2016
nach oben: Im Gesamtjahr bilanzieren die befragten Einzelhändler mit einem Umsatzwachstum
von knapp 2% und durchbrechen
damit erstmals die 70 Mrd. €Grenze. Rainer Will (Geschäftsführer des Handelsverbands)
freut sich über das verbesserte
Konsumklima: „Auch wenn die
Steuerreform nur zum Teil im
Handel ankommt, hat sich das
Konsumklima in Österreich
merklich verbessert. Die historisch niedrigste Sparquote der
österreichischen Haushalte und
eine erhöhte Konsumbereitschaft lassen den Handel eine
positive Bilanz ziehen.“
Weihnachtsumsatz: +3%
Noch erfreulicher als das Gesamtjahr ist für Will das vergangene Weihnachtsgeschäft,
das ein Umsatzwachstum von
rd. 3% erreichte. „Das deutliche
Umsatzwachstum unterstreicht
auch die Bedeutung dieses fünf-
ten Quartals für den heimischen
Handel. Trotz zunehmendem
Kaufkraftabfluss durch internationale Player, deren Anteil am
österreichischen eCommerce
überproportional wächst, konnte der heimische Handel bei den
Konsumenten zu Weihnachten
voll punkten“, so Will. Das gute
Ergebnis sei u.a. der „günstigen
Auch wenn die Steuerreform nur zum
Teil im Handel ankommt, hat sich das
Konsumklima in
Österreich merklich
verbessert.
Rainer Will
Handelsverband
Wetterlage zu verdanken. Kalte
Winter sind traditionell ein Umsatzbooster für den Handel.“
2017 prognostiziert der Handelsverband eine ähnliche
­Situation: „Branchenübergreifend geht man derzeit von einem Umsatzplus von 2,2 Prozent
aus“, sagt der Geschäftsführer.
Schwacher Start
Die Branche Bekleidung, Schuhe
& Lederwaren sei heuer deutlich pessimistischer in das Jahr
gestartet, deshalb liegt ihre
Prognose für 2017 bei +0,8%,
während alle anderen Branchen
zusammen ein Umsatzplus von
3,2% erwarten können, heißt es
seitens des Handelsverbands.
„Die konjunkturelle Aufhellung
bildet sich laut Konjunkturbarometer auch in der Erwartungshaltung der österreichischen
Einzelhändler für 2017 ab“, sagt
Will abschließend. Genaue Ergebnisse wird die Statistik Austria nach der Erhebung und Auswertung der Dezemberumsätze
im Februar bekannt geben. (nn)
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Man muss nur wissen,
wo man nachschauen kann.
Weitere Informationen & Bestellung
unter www.shoppingguideaustria.at
ShoppingGuideAustria
21.12.16 12:47
46 retail
Freitag, 27. Jänner 2017
Ein Klick ins
Nachbarland
Amazon
Indien ist
not amused
SEATTLE/NEU DELHI. Nur
wenige Tage, nachdem Amazon wegen einer bedruckten
Fußmatte diplomatische
Drohungen aus Indien
erhalten hat, steht dem
Unternehmen der nächste
Ärger ins Haus: Seit dem
Wochenende häufen sich die
Beschwerden beleidigter Inder, denen ein Produkt eines
Drittanbieters auf der Plattform des Onlinehändlers
nicht gefällt; es handelt sich
um Sandalen, auf denen
das Gesicht des indischen
Freiheitskämpfers Mahatma
Gandhi ­aufgedruckt ist.
Heimische Konsumenten brachten 2016 österreichischen
Onlineshops insgesamt 2,3 Mrd. Euro ein.
Luft nach oben
Verbesserungsbedarf
gibt es bei der
Sortiments- und
Angebotsvielfalt heimischer
Onlinehändler.
© PantherMedia/maxxyustas
Amazon unter Druck
Auf der Produktseite von
Amazon USA häufen sich
die negativen Bewertungen. „Dies entehrt eines der
größten Idole unserer Nation und der Welt“, heißt es
dort. Oder: „Das ist einfach
nur respektlos.“ Erst am
Donnerstag hatte Amazon
in Kanada auf Druck der
indischen Außenministerin
Sushma Swaraj das Produkt
eines Drittanbieters von
seiner Seite genommen; es
handelte sich um eine Fußmatte, auf der die indische
Flagge zu sehen war. Swaraj
hatte gedroht, andernfalls
Amazon-Mitarbeitern keine
indischen Visa mehr auszustellen. (APA)
WIEN. Rund 2,3 Mrd. € haben
österreichische Konsumenten
im vergangenen Jahr bei heimischen Onlineshops gelassen
– um neun Prozent mehr als
2015. Dennoch sind wir Einkaufsmuffel, verglichen mit den
Schweizern oder Deutschen.
Ausländische Kunden ließen die
Besucherzahlen der 20 größten
österreichischen Onlinehändler
um mehr als elf Prozent klettern
(auf 209 Mio.).
© CC
Inder möchten keine Mahatma
Gandhi-Sandalen.
medianet.at
User-Fluktuation
Daten des Marktforschers
Similar Web zufolge, die von
­
preisjaeger.at ausgewertet wurden, käme jeder zehnte Kunde
der heimischen Onlineshops
aus dem Ausland. Österreichs
Onlinekäufer seien umgekehrt
469 Mio. Mal in den Top 20-Internetshops der Nachbarländer
Italien, Schweiz, Ungarn und
Deutschland sowie fünf weiterer EU-Staaten gewesen. Am
meisten profitiere davon aber
Deutschland: 452 Mio. der Auslandsbesuche entfallen auf deutsche Shops. Im Ausland shoppten die meisten Österreicher auf
Amazon oder eBay. Mit fast 361
Mio. Visits habe Similar Web für
Amazon.de 2016 so viele Besuche
aus Österreich wie für keinen anderen Onlineshop verzeichnet.
Und mit über 48 Mio. Besuchen
aus der Alpenrepublik liege eBay.
de auf Rang zwei, gefolgt vom
hauseigenen eBay-kleinanzeigen.de-Portal, das Konsumenten aus Österreich über 14 Mio.
Mal aufgerufen haben. Fazit:
­Die Ö
­ sterreicher sind sehr wohl
bereit, online einzukaufen, allerdings fehlt es den heimischen
Shops an einer Angebotsvielfalt,
wie sie etwa Amazon hat. (nn)
medianet.at
Freitag, 27. Jänner 2017 retail 47
alibaba
Umsatz boomt
im 3. Quartal
© AFP/Odd Andersen
HANGZHOU. Florierende
Geschäfte zum Jahresende
ließen die Kassen beim chinesischen Onlinehändler
Alibaba kräftig klingeln. Der
Umsatz legte im dritten Geschäftsquartal bis Ende Dezember überraschend stark
um 54% auf rund 7,2 Mrd.
€ zu; der Gewinn stieg um
43% auf 2,4 Mrd. €. (APA)
AMAZOn
Riese lenkt im
E-Book-Streit ein
Devin Wenig: „Großbritannien hat ja nicht vorgeschlagen, sich aus der Weltwirtschaft zu verabschieden.“
Keine Angst vorm Brexit
LONDON/SAN JOSÉ. Am Rande des Weltwirtschaftsforums
in Davos gab eBay-Chef Devin
­Wenig der Finanznachrichtenagentur dpa-AFX ein Interview,
in dem er u.a. auf die Auswirkungen des Brexit auf sein G
­ eschäft
näher einging.
Wenig fürchtet keine Geschäftseinbrüche nach dem
Austritt Großbritanniens aus
der EU, sondern eher vermehrt
bürokratischen Aufwand durch
bilaterale Handelsabkommen,
der vor allem kleineren Unternehmen, die über seine Plattform verkaufen, schaden könnte. „Es hat sich bisher nicht viel
verändert, außer das politische
Klima“, so Wenig. Das Exportgeschäft in Großbritannien habe
nach dem Brexit-Votum sogar
deutlich angezogen. Grund sei
das schwache Pfund, das Einkäufe für Ausländer günstiger
macht. Die globale Wirtschaft
sieht der eBay-Boss – bis auf
einige Ausnahmen – „in einer
© Amazon
eBay-CEO Devin Wenig fürchtet keine Geschäftseinbußen nach
dem Austritt Großbritanniens aus der EU.
ziemlich guten Verfassung“.
­Beträchtliches Wachstum hat
eBay mit „eBay Plus“ erreicht,
dem Pendant zu Amazon Prime.
Ausbau von Services
Wenig zufolge suche eBay
künftig Wachstum über die
Produktpaletten und das passende Service, etwa einem Gutschein für einen Reifenwechsel
beim Kauf von Winter- bzw.
Sommerreifen beim Onlinehändler. (nn/APA)
Rocket Internet investiert
BERLIN. Dem Start-up-Investor Rocket Internet steht nun
eine Mrd. USD (937,73 Mio. €)
zusätzlich für Investitionen in
das Wachstum seiner jungen
Unternehmen zur Verfügung. So
viel Geld hat der Internet-Fonds
Rocket Internet Capital Partners (RICP) eingesammelt, den
das Berliner Unternehmen als
zweites Standbein aufgebaut
hat. Der RICP habe sein maxi-
males Volumen erreicht und sei
damit Europas größter InternetFonds, erklärte Rocket Internet
am Donnerstag. Beide sollen in
der Regel zusammen investieren: Für jeden Dollar, den Rocket
mit dem Geld seiner Aktionäre in
ein Unternehmen steckt, steuert
der Fonds vier Dollar bei, so eine
Sprecherin. Nur wenn Rocket
selbst ein Unternehmen gründet,
zieht der Fonds nicht mit. (APA)
© Rocket Internet
Investor macht zusätzliche Mrd. Dollar locker.
Oliver Samwer, Rocket Internet
BRÜSSEL. Im Streit zwischen Amazon und Verlagen
über Vertragsklauseln beim
Verkauf von E-Books hat
der US-Internetkonzern
Zugeständnisse gemacht.
Amazon biete an, bei Verlagen keine Klauseln mehr
durchzusetzen, die dem USUnternehmen vergleichbare
Konditionen wie seinen Rivalen einräumen, teilte die
EU-Kommission am Dienstag mit. Zudem verzichte der
Online-Konzern auf die bisher verlangte Verpflichtung
der Verlage, über solche
Vereinbarungen mit Wettbewerbern zu informieren. Die
EU-Kommission forderte
andere Marktteilnehmer
zu einer Stellungnahme zu
Amazons Zugeständnissen
auf, bevor sie diese annimmt. Sollten die Brüsseler
Wettbewerbshüter am Ende
eines Verfahrens feststellen,
dass der Konzern gegen
EU-Regeln verstößt, würde
eine Strafe von bis zu zehn
Prozent des Jahresumsatzes
drohen. (APA)
48 retail
Freitag, 27. Jänner 2017
medianet.at
Lebensmittel
Was wir online
eher nicht kaufen
© Panthermedia.net/Corepics
WIEN. Laut einer repräsentativen Befragung von
meinungsraum wollen 38%
der Österreicher keine Lebensmittel online bestellen.
Händler wie Rewe und Spar
haben es hierzulande also
mit einem kritischen Publikum zu tun, das es zu überzeugen gilt. (nn)
Luxusgüter
Schweiz exportiert
weniger Uhren
BIEL. Die Schweizer Uhrenexporte sind 2016 eingebrochen. Die Branche exportierte Uhren im Wert von umgerechnet 17,05 Mrd. €, wie
der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie (FH)
gestern, Donnerstag, mitteilte. Das waren um 9,8%
weniger als 2015. Insgesamt
gingen 25,4 Mio. Uhren ins
Ausland. (APA)
Mieten statt kaufen: Der deutsche Einzelhandel entdeckt ein neues Geschäftsmodell für sich.
The Sharing Generation
Spirituosen
Diageo schaltet
Umsatzturbo ein
LONDON. Preiserhöhungen
in Russland und der Türkei haben den weltgrößten
Schnapsbrenner Diageo beflügelt. Der Umsatz stieg in
den ersten sechs Monaten
aus eigener Kraft um 4% auf
7,50 Mrd. €, teilte der Hersteller von Smirnoff-Wodka,
Johnnie-Walker-Whisky und
Guinness-Bier in London
mit. (APA)
DÜSSELDORF. Ein neues Geschäftsmodell im Einzelhandel
testen derzeit einige große deutsche Händler aus: Statt ihre Waren nur zu verkaufen, bieten sie
deren Vermietung an. Das Sortiment erstreckt sich von Elektronik und kleinen Haushaltsgeräten bis hin zum Smartphone und
Waschmaschine. Letztere gibt
es beispielsweise ab 9,99 € im
Monat. Vorreiter sind dabei der
Versandhändler Otto und die
Elektronikkette Media-Saturn.
richtige Zeit ist, um das neue
Geschäftsmodell auszutesten.
Zielgruppe des im Dezember
gelaunchten „Ottonow.de“ sind
vor allem Studenten und junge
Familien mit Kindern oder Technik-Fans, die immer das neueste Modell haben möchten. Für
Media-Saturn-Manager Lennart
Wehrmeier steht jedenfalls fest,
dass sich die Einkaufsgewohnheiten verändern und Konsumenten nach mehr Flexibilität
streben. (APA/nn)
Handelsexpertin Gerrit Heinemann (Hochschule Niederrhein)
bewertet diese Aktion positiv,
denn „es gibt gerade bei jungen
Leuten einen Trend weg vom
Kaufen hin zum Mieten, zur sogenannten Sharing-Economy“.
Erfolg versprechendes Modell?
Heinemann glaubt, dass noch
mehr Händler auf den Zug aufspringen werden. Marc Opelt,
Otto-Bereichsvorstand Vertrieb,
denkt, dass jetzt genau die
Bei Barbie hats gekracht
Erlöse von Mattel sanken unerwartet um 8%.
NEW YORK. Der Barbie-Hersteller Mattel überraschte Anleger
mit einem Geschäftseinbruch
im Weihnachtsquartal. In den
drei Monaten bis Ende Dezember schrumpften die Erlöse, verglichen mit dem Vorjahreswert,
um satte 8% auf umgerechnet
1,7 Mrd. €, teilt Mattel am Mittwoch mit. Der Überschuss ging
sogar um 19% auf 162 Mio. €
zurück und lag damit deutlich
unter den Erwartungen der
Wall Street. Mattel leidet unter
dem Verlust des Auftrags zur
Produktion der beliebten Disney Spielzeug-Prinzessinnen,
den der US-Erzrivale Hasbro
im letzten Jahr abgeluchst hat.
Auch der Klassiker Barbie bereitete zum Jahresende wieder Probleme, nachdem neue Varianten
die Verkäufe ­zwischenzeitlich
belebt hatten. (nn)
© Mattel/AFP
© cc
Deutsche Händler vermieten ihre Waren, statt sie nur
zu verkaufen. Hat dieses Geschäftsmodell eine Zukunft?
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50 RETAIL
Freitag, 27. Jänner 2017
medianet.at
© ARGE Heumilch/Tanzer
Keine Grenzen
Heuer wird
bei der ARGE
Heumilch die
grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Alpenbogen groß
geschrieben:
Karl Neuhofer
(l.) und Andreas
Geisler (r.) mit
dem Obmann
der Heumilch
Schweiz, Walter
Münger.
Milch-Vermarktung
mit Mehrwert
Im Vorjahr wurden hierzulande 480 Mio. kg Heumilch
verarbeitet, was 30 Mio. € Mehrwert brachte.
••• Von Paul Christian Jezek
WIEN. 2016 kam die komplet­
te heimische Heumilch in die
Vermarktung: Der Heumilch­
zuschlag lag bei rund sieben
Cent je Kilogramm und konnte
damit seit Start der Kampagne
versiebenfacht werden; bei Bio­
heumilch waren es sogar 18 Cent
pro Kilogramm.
„Der Mehrwert für unsere
Bauern betrug 2016 mehr als
30 Mio. Euro. Wir konnten dank
umfassender Vermarktungs­
aktivitäten gemeinsam mit den
Molkereien und Käsereien, dem
Konsumentenvertrauen und
der Kooperationsbereitschaft
des Lebensmittelhandels den
schwierigen Entwicklungen auf
dem Milchmarkt entgegensteu­
ern und Heumilch erfolgreich als
Nische positionieren“, sagt Karl
Neuhofer, Obmann der ARGE
Heumilch. „Damit konnten wir
den Milchpreis annähernd kon­
stant halten und einen wichti­
gen Beitrag zur nachhaltigen
Sicherung der österreichischen
Heuwirtschaft leisten. Diese po­
sitive Entwicklung wollen wir
auch 2017 fortsetzen.“
Mit vereinten Kräften
Heuer wird u.a. die grenzüber­
schreitende Zusammenarbeit im
Alpenbogen groß geschrieben.
„Unser Ziel ist es, mit einem ein­
heitlichen Auftritt die Kräfte zu
bündeln und Heumilch auf den
internationalen Märkten noch
bekannter zu machen“, erläutert
Neuhofer. Im Oktober 2016 wur­
den daher ein Kooperationsver­
trag mit der Heumilch Schweiz
abgeschlossen und gemeinsame
Aktivitäten in Deutschland ver­
einbart, die 2017 starten.
Derzeit liegt der Anteil an
traditionell hergestellter Milch
in der Schweiz bei über einer
Milliarde Kilogramm, das sind
rund 30%. Allerdings wurden
die Vorteile von Heumilch in
der Vergangenheit nicht spezi­
ell kommuniziert. Walter Mün­
ger, Präsident der Heumilch
Schweiz: „Hier wollen wir an­
setzen und mit den positiven
Heumilch-Assoziationen die
Wertschöpfung der silofreien
Produktion nachhaltig steigern.“
Heumilch trifft Social Media
Ein Höhepunkt 2016 war die
Verleihung des EU-Gütesiegel
g.t.S. – garantiert traditionelle
Spezialität – an die Heumilch.
Es wurde erstmalig im deutsch­
sprachigen Raum vergeben
und steht für einen besonderen
Schutz, für noch mehr Qualität
und Unverfälschtheit. Um das
Potenzial und die positive Wir­
kung des Gütesiegels für die
Heuwirtschaft zu nutzen, war
Heumilch g.t.S. das Kernstück
aller Werbemaßnahmen.
Die Begutachtungsfrist für
Schaf- und Ziegenheumilch
g.t.S. ist in Österreich positiv
verlaufen und der Antrag zur
Eintragung als geschützte Be­
zeichnung wird nun in Brüssel
gestellt.
In Österreich werde sich die
ARGE Heumilch heuer auf die
Zusammenarbeit mit dem ge­
samten Lebensmittelhandel
konzentrieren, kündigt Koor­
dinator Andreas Geisler an.
„Wir werden die inneren Werte
kommunizieren: Nachhaltig­
keit, Genuss und den Erhalt der
Arten­vielfalt. Damit sollen auch
die guten Bekanntheitswerte
bei den Konsumenten gesichert
werden.“ Auf dem Programm
stehen klassische Marketing­
maßnahmen, Gewinnspiele, ein
neues Heumilch-Kinderbuch
und eine Fibel mit dem Schwer­
punkt „Heumilchkäse und seine
Freunde“.
Kernstücke des länderüber­
greifenden Auftritts im Ex­
port sind die Aktivitäten im
deutschen Lebensmittelhan­
del mit der Heumilch-Alm,
der Heumilch-Käseschule und
dem Heumilch-Almzauber. Da­
bei werden Kunden mit einem
6-Gänge-Menü inklusive Wein­
begleitung bekocht, um ihnen
weitere Einsatzmöglichkeiten
von Heumilchprodukten näher­
zubringen.
„2017 werden wir auch den
Social-Media-Bereich weiter
ausbauen“, sagt Geisler; „wir in­
tensivieren unsere Präsenz auf
Facebook und YouTube, starten
einen eigenen Instagram-Auf­
tritt und werden Aktivitäten mit
Bloggern setzen.“
medianet.at
RETAIL 51
Freitag, 27. Jänner 2017
10.000 Dosen
LEISTUNGSSCHAU
Die Käsekaiser
aus dem Westen
WIEN. Bei der KäsekaiserGala im Palais Ferstel in
Wien wurde die Vorarlberg
Milch mit dem Käsekaiser
für den Ländle Klostertaler ausgezeichnet. Aus 200
Einreichungen wurden von
einer unabhängigen Expertenjury die 30 Nominierten
in den Kategorien „Frisch-,
Weich- und Schnittkäse in
drei Geschmackswelten“,
„Hart- und Biokäse“, „Käse­
spezialität“, „beliebter
österreichischer Käse in
Deutschland“ und „Innova­
tion des Jahres“ bestimmt.
„Der Ländle Klostertaler
wird aus bester frischer
Alpenmilch hergestellt und
auf traditionelle und handwerkliche Art und Weise
gereift und gepflegt“, erklärt
GF Raimund Wachter.
© Lorenz Masser
Ennstal Milch setzt technisch europaweit neue Maßstäbe
und positioniert sich als Spezialitätenproduzent.
Original Almkönig
Nach zwei Goldmedaillen
für den SalzburgMilch Heujuwel bei den World Cheese
Awards und der internationalen Käsiade gab es bei der
Käsekaiser-Gala neben einer
Nominierung vom Besser
Bio Bergkäse auch den Käsekaiser für den SalzburgMilch Original Almkönig.
Geschäftsführer Harald Steinlechner: „Die neuen Maschinen gewährleisten umweltfreundliche Herstellung von Milchprodukten.“
STAINACH. Das steirische Unternehmen Ennstal Milch will
europaweit expandieren und hat
zwei neue, hochmoderne Abfüllanlagen in Betrieb genommen.
Die Maschinen gewährleisten
eine besonders schonende, umweltfreundliche und effiziente
Herstellung von Milchprodukten für den Handel. Rund 17
Mio. € wurden in die neuen Anlagen investiert. Ennstal Milch
ist eine der größten Molkereien
in Österreich, jährlich werden
am Stammsitz in Stainach mehr
als 81 Mio. kg Milch verarbeitet
und an Kunden aus aller Welt
geliefert. Das Unternehmen beschäftigt 230 Mitarbeiter.
„Mit diesen neuen Anlagen
etablieren wir uns endgültig als
Top-Anbieter für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie auf
höchstem technischen Niveau”,
sagt GF Harald Steinlechner.
„Durch unsere Positionierung
als Spezialitätenhersteller und
Copacker für namhafte Markenartikler wie Mars, Müller oder
Maresi sowie Handelsmarken,
darunter die großen Namen wie
Spar, Rewe, Hofer und Aldi, nehmen wir eine wichtige Rolle als
Nahrungsmittelproduzent ein.”
Die neue Glasaseptik-Anlage
der Ennstal Milch gilt als absolute Neuheit in der Herstellung
von flüssigen Lebensmitteln
in Glasflaschen. Schonende,
schnelle Herstellung durch Ultrahocherhitzung garantiert
höchste Lebensmittelqualität
mit langer Haltbarkeit – ohne
jeglichen Einsatz von Chemie.
„Die neue Anlage ermöglicht
uns hohe Flexibilität im Einsatz
verschiedener Flaschenforma-
Technisch sind wir
absoluter Vorreiter
in ganz Europa.
te und Abfüllmengen von bis
zu 10.000 Flaschen pro Stunde. Modernste Kamerasysteme
erkennen Beschädigungen im
Glas und schleusen fehlerhafte Produkte automatisch aus”,
zeigt sich Steinlechner von den
hochwertigen Eigenschaften der
neuen Maschine überzeugt.
Ökologischer Mehrwert
Zusätzlichen Mehrwert bietet
die Ennstal Milch seit einigen
Jahren mit innovativen und umweltfreundlichen Verpackungsvarianten, wie der einzigartigen
Kartondose „CartoCan“.
Durch ihre Materialeigenschaft sowie einen ökologischen
Herstellungs- und Abfallverwertungsprozess unterstützt die
CartoCan Marken von Kunden
durch ihre Umweltfreundlichkeit. Der Anteil an nachwachsenden Rohstoffen liegt bei der CartoCan bei mehr als 60%. „Auch in
diesem Segment haben wir seit
Kurzem eine neue, in ganz Europa einzigartige Abfüllanlage
in Betrieb, die Kapazitäten von
stündlich bis zu 10.000 Dosen
ermöglicht”, so GF Steinlechner.
© www.martinsteiger.at
••• Von Paul Christian Jezek
Käse-Ehrung
Aufgrund des 20jährigen AMAKäsekaiser-Jubiläums war seine
Majestät Kaiser Robert Heinrich I.
alias Robert Palfrader persönlich
anwesend.
52 Retail
Freitag, 27. Jänner 2017
medianet.at
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will haben
Für alle Tage
Der Kälte zum Trotz
Dass Socken nicht langweilig
sein müssen, beweist wieder
einmal Calzedonia mit der
neuen Kollektion Calzini uomo.
Ganz nach dem Motto „Mut zu
Muster und Farbe“ trotzt Mann
den kalten Wintertagen mit
­lustigen Motiven.
•••
Von Nataša Nikolic
www.calzedonia.com
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Beauty-Neuheiten
& Must-haves
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Die Soforthilfe für gestresste
Winterhaut kommt von Ren
und heißt Evercalm Ultra
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medianet.at
Freitag, 27. Jänner 2017 cover 53
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It’s a Videolife Erste Bank
bringt Video-Identifizierung
für Neukunden 55
6B47 Die Unternehmensgruppe expandiert weiter –
auch jenseits der Grenze 66
Wir leben
Immobilien.
© Deloitte
Handy statt Plastik PayLife
präsentiert mobile virtuelle
Kreditkarte am Handy 55
© APA/dpa/Frank Rumpenhorst
Bernhard Geiger
Hartes Brot für
Anleiheninvestoren
Neues bei der Steuer
Bernhard Geiger von Deloitte
­informiert, was man bei der
­Steuer 2017 beachten muss.
­Positive Neuerungen ­ergeben
sich, so der Profi, für die
­Unternehmen unter anderem
durch die Abschaffung der
­täglichen Geringfügigkeitsgrenze,
die Änderung bei Aushilfen­
bezügen und die Senkung der
Lohnnebenkosten. 56
© cityfoto
© panthermedia.net/wbraga
Die EZB hält die Zinsen beim Nullpunkt. Wenn sich
das ändert, könnten Bonds gefährlich werden. 54
Cyberattacken Die Wiener Städtische
bietet eine Versicherungslösung für KMU.
56
Studie Wie Immobilienexperten den Markt
bewerten – und was sie sich wünschen. 60
54 Financenet
Freitag, 27. Jänner 2017
© AFP
EZB stapelt tief
Seit Jahren hält
EZB-Gouverneur
Mario Draghi die
Leitzinsen am
Nullpunkt und
kauft massiv
Staats- und
Unternehmensanleihen auf, um
die Konjunktur
in der Eurozone
anzukurbeln.
Das ist bislang
nicht in vollem
Umfang gelungen. Der Anstieg
der Energiepreise bringt
nun auch eine
höhere Inflation
mit sich.
Gefährliche Bonds
Die EZB hält die Zinsen beim Nullpunkt. Ändert sich das,
kommen auf Anleiheninvestoren harte Zeiten zu.
••• Von Andre Exner
WIEN. Früher war die Faust­
regel einfach: Privatanleger
sollten sich beim Anleihenanteil
im Depot an ihrem Alter orientieren. Ein 30-Jähriger brauche
30% Anleihen und ein 70-Jähriger schon 70%, lautete die Devise – Anleihen galten als absolut
Die Zeiten, in denen mit Anleihen
fünf bis sechs Prozent Rendite
jährlich erwirtschaftet wurden,
sind seit 2016 endgültig vorbei.
Alexander Eberan
Krentschker Bank
risikolos und Aktien als ein Instrument für Spekulanten. Spätestens seit die US-Notenbank
Federal Reserve (Fed) begonnen
hat, die Leitzinsen zu erhöhen,
gilt diese Devise nicht mehr:
„Die Zeiten, in denen mit Anleihen praktisch ohne Risiko fünf
bis sechs Prozent Rendite jährlich erwirtschaftet wurden, sind
seit 2016 endgültig vorbei“, sagt
Alexander Eberan, Vorstand der
Privatbank Krentschker.
Inzwischen liegt die Rendite­
erwartung eines global gestreuten, gemischten Anleihenportfolios nur mehr bei rund 1,7
Prozent pro Jahr, und der Anleihenteil dient rein als Stabilisator in einem ausgewogenen Port­
folio. Ab heuer ist es wohl auch
mit der Stabilität vorbei: „Vor
dem Hintergrund steigender Inflationserwartungen und damit
anziehender Zinsen in den USA
müssen mit Anleihen derzeit in
Rekordjahr
Dass institutionelle Investoren
auf in Euro
denominierte
Unternehmensanleihen
setzen, zeigt
die Entwicklung
an der Wiener
Börse: 2016 war
ein Rekordjahr;
45 Corporate
Bonds mit einem
Gesamtvolumen
7,28 Mrd. €
kamen neu auf
den Markt.
7,28
Mrd. €
medianet.at
erster Linie Kursverluste vermieden werden“, sagt Eberan.
Dazu sollten Papiere mit Laufzeiten zwischen drei und fünf
Jahren erworben werden. Hohe
Kursgewinne bei bestehenden,
lang laufenden Engagements
sollten realisiert werden. Darüber hinaus empfiehlt die Grazer
Privatbank Anleihen mit variabler Verzinsung.
Verwerfungen drohen
Noch größere Verwerfungen
drohen, wenn Mario Draghi,
Gouverneur der Europäischen
Zentralbank (EZB), dem Beispiel
der Fed folgt und ebenfalls die
Leitzinsen nach oben schraubt.
Rainer Singer, Senior Economist
Eurozone und USA der Erste
Bank, erwartet von der EZB nach
der jüngsten Sitzung Mitte Jänner vorerst keine Richtungsänderung: „Diese bestätigt unsere
Meinung, dass die EZB bis weit
in die zweite Jahreshälfte 2017
an ihrem Kurs nicht rütteln wird
und erst zum Ende des Jahres
dem Markt signalisieren wird,
wie es 2018 weitergeht.“
Wenn Draghi an den Zinsen
schraubt, kommen auf Anleiheninvestoren jedoch schwere
Zeiten zu, warnt Dieter Wermuth
vom deutschen Family Office
Wermuth Asset Management:
„Infolge der zweieinhalbjährigen Abwertung des Euro und des
Anstiegs der Weltmarktpreise
für Rohstoffe steckt inzwischen
eine Menge an Inflation in der
Pipeline Eurolands. Auch die einigermaßen robuste Konjunktur
trägt dazu bei, dass sich die Preise leichter erhöhen lassen. Last
but not least galt in der Vergangenheit stets, dass die EZB über
kurz oder lang der Fed folgt. Es
wird diesmal nicht anders sein.“
Unternehmensanleihen top
In Summe raten die Experten, von Staats- zu Unternehmensanleihen zu wechseln. Bei
Fremdwährungsanleihen sollte
das Währungsrisiko grundsätzlich abgesichert werden; nach
Absicherungskosten noch eine
positive Mehrrendite gegenüber
dem Euro zu erwirtschaften, ist
allerdings schwierig. Bei Unternehmensanleihen sind daher
generell Papiere europäischer
Emittenten zu empfehlen.
medianet.at
Freitag, 27. Jänner 2017 financenet 55
Raiffeisen Bank Int.
© Six Payment Services
Fusionsformel:
RBI + RZB = RBI
Österreichs erste mobile, virtuelle Kreditkarte: Die PayLife nulleinhundert für die Generation Smartphone.
Plastikkarte war gestern
Neues Paylife-Produkt macht das Geldausgeben noch simpler.
Per Handy – das haben wir schließlich immer und überall dabei.
••• Von Helga Krémer
WIEN. „Mobilität ist bereits fester Bestandteil unserer Gesellschaft geworden. Das Smartphone hat man praktisch immer bei
der Hand, die Zukunft des Bezahlens heißt Mobile Payment“, sagt
Thomas Csipkó, Geschäftsführer
und Leiter Financial Institution
Services Austria & CEE bei Six
Payment Services in Österreich
– Grund genug für Six Payment
Services, Österreichs derzeit
erste und einzige mobile Kreditkarte für alle bestehenden und
künftigen Inhaber einer privaten PayLife Kreditkarte auf den
Markt zu bringen.
Bezahlen mit Handy und App
Das neue Produkt hört auf den
Namen „PayLife nulleinhundert“,
ist eine virtuelle Kreditkarte auf
dem Smartphone, kann ausschließlich kontaktlos genutzt
werden und ist auf einem gesicherten Bereich der SIM-Karte
des Smartphones gespeichert.
Zusammen mit einer BezahlApp ist die mobile Kreditkarte
auf dem Smartphone „sichtbar“.
Die technischen Mindestanforderungen der PayLife nulleinhundert sind ein AndroidSmartphone (ab Version 4.1. Jelly
Bean), ein Vertrag mit einem mobilen Handybetreiber (A1, T-Mobile, Drei oder tele.ring), eine
eingelegte NFC-SIM-Karte und
eine installierte Wallet-App (ab
Version 2.4.).
HYpo nö
Kommunikation
neu aufgestellt
ST. PÖLTEN. Neuausrichtung der Hypo Niederösterreich-Unternehmenskommunikation: Thomas Klemm
leitet als Konzernpressesprecher seit 1. Jänner die
Stabsstelle „Kommunikation
& PR“. Maria Gornishka
übernimmt neben der gesamten Online-Kommunikation der Bank auch den Part
der stellvertretenden Konzernpressesprecherin.
Kontoeröffnung per Chat
Reisepass und Personalausweis
aber auch der Führerschein zugelassen.
Das Service steht Montag bis
Sonntag zwischen 8 und 24 Uhr
zur Verfügung. Derzeit können
damit Girokonten und Studentenkonten eröffnet werden. Im
Laufe des Jahres soll IDnow
­Video-Ident aber auch für andere Produkteröffnungen zur Verfügung stehen. (hk)
© IDnow Gmbh
Erste Bank macht Video-Identifizierung möglich.
WIEN. Bei Erste Bank und Sparkassen gibt es ab sofort die
Video-Identifizierung für Neukunden. Mithilfe von IDnow Video-Ident können sich Bankkunden direkt über einen Video-Chat
identifizieren lassen und sparen
sich damit den Weg in die Filiale.
Normalerweise benötigt man
für die Video-Identifizierung
einen amtlichen Lichtbildausweis, für Österreicher ist neben
WIEN. Die außerordentliche Hauptversammlung
der Raiffeisen Bank International AG (RBI) hat der
Verschmelzung mit der
Raiffeisen Zentralbank
Österreich AG (RZB) mit klarer Mehrheit zugestimmt.
Grünes Licht gab es auch
für eine Kapitalerhöhung in
der RBI. „Die Verschmelzung
der RZB mit der RBI beseitigt den Minderheitenabzug
bei den Eigenmitteln und
führt zu einer unmittelbaren Verbesserung der harten Kernkapitalquote der
obersten Gruppen­ebene“,
so Karl Sevelda, NochVorstandsvorsitzender der
RBI. Er wird im März vom
derzeitigen Risiko-Vorstand
Johann Strobl abgelöst.
Erwin Hameseder, Obmann
der Raiffeisen-Holding NÖWien, wird im Juni Walter
Rothensteiner als Vorsitzender des Aufsichtsrats folgen.
Das fusionierte Unternehmen wird – wie bisher die
RBI – als Raiffeisen Bank
International AG firmieren, die Aktie der RBI wird
weiter an der Wiener Börse
gelistet sein.
56 financenet
Freitag, 27. Jänner 2017
medianet.at
Kreditversicherer
Neu an bord
Rowicki verstärkt
VIG Re-Vorstand
WIEN. Tomasz Rowicki wird
mit 1. März 2017 in den Vorstand der VIG Re berufen.
Er hat mehr als 15 Jahre
Erfahrung in der Rückversicherungs- und Versicherungsindustrie.
2003 begann er als Rückversicherungsspezialist der
Compensa Polen für die
Vienna Insurance Group
zu arbeiten; ab 2006 war er
für die Rückversicherungsabteilungen von Compensa
und PZM verantwortlich.
2012 ging Rowicki nach Litauen, wo er federführend
beim Aufbau der Aktivitäten
der VIG auf dem Baltischen
Nicht-Lebensversicherungsmarkt mitwirkte.
Derzeit ist er Mitglied des
Vorstands der Compensa
Nicht-Leben Litauen und
dort verantwortlich für
die Bereiche Underwriting,
Rückversicherung, Schaden
und IT.
Angriffe aus dem Internet machen auch vor österreichischen Betrieben nicht halt.
Cyberattacken-Gefahr
Cyberangriffe auf österreichische Unternehmen sind real; die
Wiener Städtische bietet eine Versicherungslösung für KMU.
••• Von Reinhard Krémer
WIEN. Cyberangriffe nahmen
zuletzt bedrohliche Ausmaße an:
Nicht nur Großbetriebe, sondern
auch Kleine und Mittlere Unternehmen. Die Schadenshöhen bewegen sich im Schnitt bei rund
80.000 €, in Einzelfällen sogar
bei mehr als 500.000 €. Eine
KPMG-Studie zeigt, dass sich
92% der befragten Unternehmen der Gefahr von Cyberkriminalität bewusst sind, knapp
sicherung, die jetzt eine neue
Versicherung zum Schutz vor Cyberattacken anbietet. Die Cybercrime-Versicherung der Wiener
Städtischen deckt im Basispaket
Datenverlust und -beschädigungen – etwa durch rechtswidrige
Computereingriffe, Schadprogramme oder Angriffe, die dazu
führen, dass Computersysteme
ganz oder teilweise blockiert
oder gestört werden, genauso
wie durch Datendiebstahl und
Datenschutzverletzungen.
die Hälfte war schon betroffen;
30% haben einen Schaden durch
einen Cyberangriff erlitten.
Nur wenige sind geschützt
Trotzdem sind nur die wenigsten Unternehmen in Österreich
versichert: „Lediglich drei Prozent haben eine entsprechende
Versicherung; zum Vergleich: In
den USA schützen sich bereits
mehr als 60 Prozent gegen Cybercrime“, sagt Doris Wendler
von der Wiener Städtischen Ver-
Personalverrechnung
Deloitte informiert über Neuerungen 2017.
WIEN. Positive Neuerungen ergeben sich für die Unternehmen
unter anderem durch die Abschaffung der täglichen Geringfügigkeitsgrenze, die Änderung
bei Aushilfenbezügen und die
Senkung der Lohnnebenkosten.
Vorsicht ist hingegen beim
Bonus-Malus-System für ältere
Dienstnehmer und den Beiträgen zur „Abfertigung neu“ geboten. „Ziel dieses Anreizes ist es,
die Beschäftigungsquote älterer Arbeitnehmer ab 55 Jahren
anzuheben. Unternehmen, die
unter diesem Branchendurchschnitt liegen, müssen bei Beendigung von Dienstverhältnissen
die doppelte Auflösungsabgabe
bezahlen“, so Bernhard Geiger
von Deloitte Österreich. Die
tägliche Geringfügigkeitsgrenze entfällt. SVA-Verzugszinsen
werden gesenkt. (rk)
© Deloitte
WIESBADEN. Die viertgrößte Kreditversicherungsgruppe Europas firmiert ab
sofort unter einem gemeinsamen Namen: Credendo.
Vor drei Jahren wurde
die ONDD-Gruppe in die
Credendo Group umgewandelt, mit der renommierten
belgischen Exportkreditagentur Delcredere | Ducroire an der Spitze. Heute
gehören die Namen Delcredere | Ducroire, Credimundi, KUPEG, INGO-ONDD,
Garant und Trade Credit
der Vergangenheit an. Die
unterschiedlichen Rechtspersonen bleiben bestehen,
tragen jedoch den gemeinsamen Namen Credendo.
© panthermedia.net/wbraga
Nummer vier mit
neuem Namen
Wachstum braucht rasche Liquidität.
Das Raiffeisen Factoring.
Forderungen wenige Stunden nach Rechnungslegung auf dem Firmenkonto haben – Raiffeisen Factoring sichert die Liquidität für Ihren laufenden Geschäftsbetrieb sowie die Finanzierung bei Umsatzsprüngen
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58 Financenet
Freitag, 27. Jänner 2017
medianet.at
Hightech und
Lederhosen
Nur wenige heimische Hightech-Unternehmen konnten am glatten
internationalen Parkett reüssieren. AT&S ist eines davon.
© AT & S
••• Von Reinhard Krémer
Freitag, 27. Jänner 2017 D
ie Geschichte des Leiterplattenherstellers
Austria Technologie
& Systemtechnik AG,
kurz AT&S, ist eine
der wenigen Erfolgsstorys im
Bereich der Hochtechnologie, die
man hierzulande finden kann.
Sie beginnt in grauer Vorzeit,
nämlich 1987 im steirischen Leoben. Sie wurde aus drei schon
früher gegründeten Teilunternehmen zusammengeklöppelt –
nämlich einer Betriebsstätte der
Körting Elektronik in Fehring,
auch bekannt für seine Hendln,
wo man sich aber nicht der
Mast, sondern den Leiterplatten
für Fernseher widmete, einem
Zweigwerk der Eumig, die einst
zu den Perlen der heimischen
Technologie zählte, und einer
Betriebsstätte der Voest Alpine
in Leoben. Die Mutter der drei
war seit 1990 die E+E Leiterplattenholding. Um die Geburt
zu verstehen, muss man die
einst vorherrschenden Gebräuche der heimischen Wirtschaft
verinnerlichen: Damals stand
der Erhalt von Arbeitsplätzen
im Vordergrund, und die Politik
unternahm alles, um den zu gewährleisten. Freier Wettbewerb
war ein Fremdwort.
Kassetten? Bitte Opa fragen!
In Hinblick auf die Arbeitsplätze war es auch – aus Sicht der
Politiker – eine No-na-ned-Entscheidung, die drei strauchelnden Einzelbetriebe aufzufangen
und irgendwie weiterzuführen,
da sie ja auch – irgendwie – auf
dem selben Feld tätig waren:
­Eumig, eigentlich bekannt für
seine Kameras, Radios und Kassettenrekorder (alle nach 1995
Geborenen: bitte den Opa fragen,
was das war), unterhielt unter
anderem ein Leiterplattenwerk
in Fohnsdorf. Auch der Fernsehbauer Körting Elektronik
tat dies. Gemeinsam war ihnen
auch, dass sie in den 1980er-Jah-
ren des vorigen Jahrhunderts in
Turbulenzen gerieten – ein Fall
für die Experten aus der Politik,
die das Frischgeschlüpfte flugs
unter die Fittiche der staatlichen
Industrieholding ÖIAG schoben.
Siegeszug beginnt 1994
Die AT&S hatte es also vom Start
weg nicht leicht; ihr Siegeszug
begann erst, als das Unternehmen 1994 privatisiert wurde
und an ein Bieterkonsortium,
bestehend aus Helmut M. Z
­ oidl,
Willi Dörflinger und Hannes Androsch, ging – ein kongeniales
Team, denn Zoidl und Dörflinger waren in den Unternehmen
„gewachsen“, und Androsch,
den viele noch heute als einen
der wenigen wirklich fähigen
Finanzminister Österreichs
bezeichnen, hatte, obwohl bekennender Sozialdemokrat und
ebenso bekennender Lederhosenträger, wirklich Ahnung vom
Umgang mit Geld. Die drei taten,
was Kapitalisten so tun – und
brachten AT&S an die Börse.
Deutschland und China
Damit begann der Aufstieg des
Unternehmens, der noch immer
anhält: Neue Werke in Deutschland, aber auch in China, wurden eröffnet und Kooperationen
mit großen internationalen Unternehmen geschlossen. 1999
ging man an die Frankfurter
Börse im Segment Neuer Markt,
schnappte sich Indal Electronics Ltd, den größten indischen
Leiterplattenhersteller in Nanjangud, und formte daraus die
AT&S India Private Ltd.
2002 wurde die AT&S weltweiter Lieferant für Supertanker
wie Nokia (ja, zum Anfang des
Mil­lenniums war das noch so)
und Siemens – Arbeitsplätze in
reicher Zahl wurden geschaffen.
Im selben Jahr lief die Produktion im neuen Werk in Shanghai, einem der modernsten HDIWerke der Welt, vom Stapel.
Financenet 59
2003 wurde die AT&S Asia Pacific Ltd. in Hongkong gegründet,
und weil Asien ein Wachstumsmarkt ist, wo man beim Absatz
aber immer auch nach Westen
schielt, expandierte man gleich
auch noch in Korea und Indien.
Konsequenterweise wurde ab 2011 ein neues Werk in
Chongqing, China, errichtet und
die Kapazität in Shanghai um
30% hochgefahren. An dieser
Stelle muss man darauf hinweisen, und sei es nur rein aus patriotischem Stolz, dass die AT&S
unter CEO Andreas Gerstenmayer einer der globalen Technologieführer mit weltweit rund
7.500 Mitarbeitern in einem
asiatisch dominierten, extrem
kostenkompetitiven Umfeld ist.
AT&S ist einer der
globalen Techno­
logieführer mit
rund 7.500 Mit­
arbeitern rund
um den Globus.
© AT & S
medianet.at
Aktie unter Druck
Erste AM reduzierte Anteile
Die Aktie von AT&S (im Bild Arbeiter
in Chongqing) verhielt sich immer
kongruent zum globalen Marktumfeld: Ende 2006 hypte der Kurs bei
rund 22 €, um dann bis ins Frühjahr
2009 bis auf 2,5 € runterzurasseln.
Bis Ende 2010 gings bergwärts bis
auf 16 €, dann in einem schönen
Bogen nach Süden runter auf 6 €.
Die letzte Spitze lag im Sommer
2015 bei wieder rund 16 €. Zuletzt
ist das Papier allerdings unter
Druck geraten: Die Analysten der
Erste Group haben ihr Votum für
die Aktien der AT&S zuletzt von
„Buy“ auf „Hold“ gesenkt. Das
Kursziel wurde von dem ErsteAnalysten Daniel Lion von 19,8 auf
10,1 € halbiert. Die Erste Asset Management hat ihre Anteile bei AT&S
von 5,03% auf 4,99% reduziert.
60 REAL:ESTATE
Freitag, 27. Jänner 2017
Die Sehnsüchte der
Immobilienexperten
In einer großen Studie stellen die unabhängigen Immobilienverbände
des Landes die aktuellen Trends und Entwicklungen der Branche dar.
••• Von Paul Christian Jezek
Immobilien­
experten
unter sich
ImmoABS-Präs.
Birgit Trofer,
Philipp Kaufmann (ÖGNI),
Georg Flödl
(ÖVI), Carmen
Dilch (stv. RICSVors., v.l.)
© cityfoto
Es geht um Milliarden
Die private Immobilienwirtschaft ist eine tragende Säule
der Branche. „Insgesamt dürften
jährlich von Privaten rund sechs
Mrd. Euro in Wohnbau und Sanierung investiert werden; 2,2
Mrd. Euro davon bzw. 14,5 Prozent der Wohnbaugesamtinvestitionen werden von Privaten
zum Zwecke der Vermietung in
Neubau und Renovierung in-
© RVW
D
ie Bedingungen für
die heimische Immobilienwirtschaft
werden nicht einhellig enthusiastisch
bewertet, jedoch zuversichtlich.
Problematisch sind die hohe
Unsicherheit in den Rahmenbedingungen und die seit Langem
aufgeschobenen Reformen insbesondere im Mietrecht. „Dieser
Stillstand schadet Österreich
und schafft schlechte Voraussetzungen für leistbare Wohnungen, attraktive Städte bzw.
ein lebenswertes ­
Österreich“,
kritisiert Philipp Kaufmann,
Gründungspräsident der Österreichischen Gesellschaft für
Nachhaltige Immobilienwirtschaft (ÖGNI).
Laut Leistungs- und Strukturdaten der Statistik Austria erwirtschaftete das Grundstücksund Wohnungswesen 2015 rund
16 Mrd. €. 18.575 Unternehmen
beschäftigten mehr als 50.000
Menschen. Hinzu kommt der
Bau-Sektor, bei dem allein der
Hochbau zuletzt mehr als 12
Mrd. € im Jahr erwirtschaftet
hat und gut 4.000 Unternehmen
mit knapp 62.000 Menschen beschäftigt.
medianet.at
medianet.at
REAL:ESTATE 61
Freitag, 27. Jänner 2017
Wohnen im
Mittelpunkt
Bei der Erwartungshaltung zur
Entwicklung der
Nachfrage dominieren eindeutig
Wohnimmobilien
(69% Nachfrage steigend),
gefolgt von
dessen Teilmarkt
studentisches
Wohnen (61%)
und Grund­
stücken (60%).
Die Immo-Branche
12 unabhängige Verbände
• Collegium Academicum Rerum Immobilium (CARI)
• FIABCI Austria
• ImmoABS Immobilienabsolventen TU Wien
• Immobilienring IR
• ImmoEBS
• Immozert Zertifizierungs­gesellschaft mbH
• IMMQU Verein zur Förderung der Qualität in der
Immobilienwirtschaft
• Österreichische Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft (ÖGNI)
• Österreichischer Verband der Immobilien­wirtschaft (ÖVI)
• Royal Institution of Chartered Surveyors Österreich (RICS)
• Salon Real Verein von und für Frauen in der österreichischen Immobilienwirtschaft
• Vereinigung der allgemein beeideten & gerichtlich zertifizierten Sachverständigen für das Immobilienwesen
vestiert“, hebt der Präsident des
Öst. Verbandes der Immobilienwirtschaft (ÖVI), Georg Flödl,
die Bedeutung der privaten
Immobilienwirtschaft hervor.
„Laut der Volkswirtschaftlichen
Gesamtrechnung betragen die
jährlichen Investitionen in den
Wohnbau rund 14 Mrd. Euro
bzw. knapp 20 Prozent aller
Bruttoinvestitionen.“
In Relation zum BIP heißt
dies, dass mehr als 4% des Bruttoinlandsprodukts für Investitionen in den Wohnbau verwendet
werden. Immobilien sind ein
bedeutsames Investitionsgut
und stellen damit eine wichtige Verwendungskomponente
des Bruttoinlandsprodukts dar.
„Aus gesamtwirtschaftlicher
Sicht wäre es also sinnvoll, insbesondere Investitionen in den
Wohnbau zu stützen bzw. zu erleichtern“, fordert Flödl. In Wirklichkeit aber sei die Immobilienwirtschaft innerhalb kurzer Zeit
durch die Wohnrechtsnovelle
2015, die Steuerreform 2015/16
und durch das MILG II massiv
belastet worden. Dabei wäre die
Schaffung von Wohnraum dringendes Gebot der Stunde, um einer massiven Verknappung des
Wohnraums entgegenzuwirken.
Kaufmann: „Dies gelingt nur
mit Investitionsanreizen, die
ein Umfeld für langfristig planbare Investitionen schaffen und
damit den Standort Österreich
sichern.“
Mehr Wohnraum muss her
Generell wird das immobilienwirtschaftliche Jahr 2017 laut
IFI-Trendstudie von einer weiterhin ausgesprochen dynamischen Marktaktivität und Ertragsoptionen geprägt – jedoch
bei deutlich steigender Unsicherheit.
Die Chancen sind nicht über
alle Segmente breit gestreut.
Wohnraumschaffung ist Priorität der Stunde, wobei Angebotserweiterung, Nachfrageschub,
als auch Preissteigerungen dieses Segment begleiten. Die Risiken in der Branche sollen gegenüber 2016 steigen, begleitet von
Herausforderungen durch steuerliche Rahmenbedingungen,
möglicher Rückkehr von Inflation bzw. Zinsanstieg, demografischem Druck und einem 2017
51%
Mehr Risiko
51% der befragten Immobilienspezialisten
sehen das
Risiko auf den
heimischen Immobilienmärkten
steigen, lediglich
3% sinken.
Demgegenüber
erwarten 23%
sinkende und
20% steigende
Erträge.
„noch“ stabilen politischen Umfeld: Die Märkte für gewerbliche
Immobilien sollen der Dynamik
des Wohnsektors nicht folgen.
„Neben äußerst hohem Druck im
Investmentmarkt – Schlagwort:
‚Geld sucht Parkplatz‘ – bergen
stagnierende Kaufkraft und
demografische Entwicklungen
(internationaler Zuzug, anstehende Pensionierungswelle der
Baby-Boomer-Generation) hohe
Risiken, aber auch Chancen“,
meint Kaufmann.
Die Top-Trends
Die befragten Immobilienspezialisten sind zu 16% der Meinung, dass in Österreich zu viel
in Wohnbauförderung investiert wird; 50% meinen, es sei
zu wenig und weitere 16%, dass
von den Gebietskörperschaften
genau richtig investiert werde (18% k.A.). Hinsichtlich der
sinnvollsten Form der Wohnbauförderung bevorzugen 45%
die Objektförderung und 41%
die Subjektförderung (14% k.A.).
Bei den gesetzlichen und
steuerlichen Anreizen für die
Immobilienwirtschaft im kommenden Jahr dominiert der
Wunsch nach einer Neuordnung
des Mietrechts (78%), gefolgt
von steuerlichen Begünstigungen energieeffizienter Revitalisierungen (59%). Die Senkung
der Lohnnebenkosten steht bei
54% der Respondenten auf dem
Wunschzettel, gefolgt von 51%,
die Investitionsfreibeträge für
die Wohnraumschaffung anregen.
Die zwei wichtigsten erwarteten Eigenschaften für Gebäude
der Zukunft sind Energieeffizienz und niedrige Betriebskosten
(je 79%); dicht dahinter rangiert
die Flächeneffizienz (69%). 50%
sehen eine Optimierung über
den Lebenszyklus als wesentlich.
Die größten Aufreger
Häufigste Herausforderungen 2017
Steuerliche Rahmenbedingungen
Konjunkturentwicklung Zinsentwicklung Kaufkraft Politische Entwicklungen Angaben in Prozent; Quelle: IFI-Trendstudie
60%
42%
35%
33%
30%
62 REAL:ESTATE
Freitag, 27. Jänner 2017
medianet.at
Die Wünsche der
Bausozialpartner
••• Von Paul Christian Jezek
L
aut aktuellem Euroconstruct-Bericht (Dezember 2016, Anm.)
nahm die Konjunktur
in Österreich 2016 erstmals nach Jahren wieder Fahrt
auf. Nachdem das Wirtschaftswachstum seit 2012 bei weniger als 1% gelegen ist, betrug
dieses 2016 immerhin 1,7%. Das
Wifo prognostiziert für 2017 ein
Wachstum von 1,5%.
Die Bauwirtschaft kann mit
diesen Wachstumsraten mithalten: das Wachstum betrug 2016
1,6%. Der Wohnungsbau – lange Zeit Schwachstelle und den
Bedarfsprognosen hinterherhinkend – konnte 2016 deutlich
zulegen (+ 1,5%). Mit einem Plus
von 2% konnte der Nicht-Wohnbau am stärksten zulegen. Für
heuer ist laut Wifo mit einem
Wachstum der Bauwirtschaft
von 1,4% zu rechnen.
Neu seit dem 1. Jänner
Ende 2016 wurde eine sukzessive Aufstockung der Baustellenkontrollorgane der BauarbeiterUrlaubs- und Abfertigungskasse
(BUAK) beschlossen; die dafür
anfallenden Mehrkosten trägt
zur Gänze der Bund. Diese Maßnahme dient der Bekämpfung
von Sozialbetrug, vor allem
durch Entsendebetriebe, weil
dort Lohn- und Sozialdumping
deutlich häufiger vorkommt.
Der Personalstand der Sozialbetrugsbekämpfungsgruppe der
BUAK wird bis 2020 verdoppelt.
Schon im Zuge der KV-Verhandlungen 2015 hatten sich die
Bausozialpartner grundsätzlich
darauf verständigt, Lehrlinge in den Geltungsbereich des
Bauarbeiter-Schlechtwetterentschädigungsgesetzes (BSchEG)
aufzunehmen. Bisher mussten
Lehrlinge laut Gesetz auch bei
Schlechtwetter ausgebildet werden – in der Praxis ist dies aber
so gut wie nicht machbar. „Mit
der neuen Regelung kann auch
der Lehrling bei Schlechtwetter
nach Hause gehen und erhält die
Schlechtwetterentschädigung in
Höhe von 60 Prozent, die der Betrieb wiederum von der BUAK
refundiert bekommt“, sagt Bundesinnungsmeister Hans-Werner Frömmel. Mit den anderen
dieser Regelung unterliegenden
Gewerben wurde 2016 eine entsprechende Einigung erzielt –
somit konnte das Lehrlings­paket
für alle Lehrberufe im Bau- und
in den Baunebengewerben mit
1.1.2017 in Kraft treten.
Darüber hinaus hat das Parlament noch vor der Weihnachtspause beschlossen, den
Bundeszuschuss zum Schlechtwetterfonds von drei auf fünf
Mio. € pro Jahr auszuweiten,
weil es in den letzten Jahren zu
einem deutlichen Anstieg der
Schlechtwetterstunden kam.
Dieser Tatsache und den jährlichen Lohnerhöhungen wurde
mit den höheren Zuschüssen zur
Schlechtwetterentschädigung
Rechnung getragen.
Mit 1.1.2017 ist auch die erweiterte Auftraggeberhaftung
im neuen Lohn- und Sozialdumpingbekämpfungsgesetz (LSDBG) in Kraft getreten. Diese
neue Form der Haftung kommt
bei der Beauftragung von Entsendebetrieben zum Tragen und
gilt ausschließlich für den Baubereich. Das bedeutet, dass auch
der Auftraggeber dafür haftet,
dass das nach österreichischen
© Strabag
Laut Wifo ist für heuer mit einem Wachstum der Bauwirtschaft von 1,4% zu rechnen
– die Bausozialpartner wollen die „Konjunkturlokomotive“ weiter befeuern.
Vorschriften festgesetzte Mindestentgelt und die Abgaben für
grenzüberschreitend entsandte
Arbeitnehmer bezahlt werden.
Die Haftung kann auch private
Bauherren treffen; für sie muss
allerdings offensichtlich sein,
dass die vereinbarte Leistung
nur durch Unterentlohnung erbracht werden kann.
Des Weiteren wird durch das
neue Gesetz die Vollstreckung
von Strafbescheiden im Ausland
erleichtert. Die mangelnde Vollziehung von in Österreich verhängten Strafen im Ausland war
bisher ein großer Schwachpunkt
des (alten) Lohn- und Sozialdumpingbekämpfungsgesetzes –
mit dem neuen LSD-BG setzt Österreich eine EU-Richtlinie um.
Zur besseren Überbrückung
Seit dem 1.1. können Arbeitnehmer, die in den letzten 18
Monaten vor Inanspruchnahme
der ASVG-Pension das Überbrückungsgeld nicht in Anspruch
nehmen, sondern in einem
BUAG-Betrieb in Beschäftigung
bleiben, eine Überbrückungsabgeltung beantragen. Diese
beträgt bei einer Beschäftigung
über den gesamten Zeitraum von
18 Monaten 35% jenes Betrages,
der als Überbrückungsgeld gebührt hätte.
Ein Arbeitgeber, der einen
Arbeitnehmer beschäftigt, der
Anspruch auf Überbrückungsgeld hätte, erhält ebenfalls eine
Überbrückungsabgeltung (zur
Unterstützung der Beschäfti-
medianet.at
Freitag, 27. Jänner 2017 Real:Estate 63
Wohnbauoffensive
gung älterer Arbeitnehmer), und
zwar im Ausmaß von 20% des
Überbrückungsgeldes.
Auf der To-do-Liste
Im Frühjahr stehen Kollektivvertragsverhandlungen auf dem
Programm. Ein „heißes Eisen“
ist das Thema Jahresarbeitszeit am Bau: Obwohl es dazu
bereits bestehende Regelungen
im Kollektivvertrag gibt, werden hier die Gespräche seitens
der Bausozialpartner neu aufgenommen. Ziel ist ein neues,
leicht administrierbares Modell,
das den branchenüblichen Gegebenheiten noch mehr entspricht
und gleichzeitig die gesundheitlichen Auswirkungen auf
Schwerarbeiter berücksichtigt.
Gut gehebelt
Durch Hebel­
wirkungen soll
eine zusätzliche
Investitionstätig­
keit in Österreich
von bis zu 5,75
Mrd. € über
fünf bis sieben
Jahre ausgelöst
werden.
Davon fallen
rund fünf Mrd. in
die Wohnraum­
schaffung und
rund 750 Mio. in
siedlungsbezo­
gene Wohn­
infrastruktur.
Ein ambitioniertes Vorhaben
ist die Schaffung einer „Arbeitscard Bau“, die es erlaubt, Daten
bei Kontrollen auf der Baustelle abzurufen. Hier gilt es noch
eine Reihe von grundsätzlichen
Fragen zu klären. Offen ist auch
noch, welche Daten konkret auf
der Card enthalten sein sollen.
Josef Muchitsch, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft BauHolz (GBH): „Uns schwebt eine
Art ,Führerschein am Bau’ vor
– eine Zutrittsberechtigung für
alle legalen Beschäftigten auf
Baustellen. Dadurch wäre der
Papierkrieg mit Lohnunterlagen
und Meldeformularen Geschichte und der steigende Verwaltungsaufwand auf der Baustelle
abgeschafft.“
Auf dem Wunschzettel steht
auch die Schaffung einer Baustellendatenbank, wo öffentliche
Auftraggeber ab einer noch zu
bestimmenden Auftragssumme
verpflichtet werden, Daten zu
ihren Baustellen einzupflegen.
Für die Kontrollorgane werden
somit Daten zu Baustellen „auf
Knopfdruck“ abrufbar.
Weiters finden bereits Gespräche zwischen den Bausozialpartnern statt, um der Politik ein
Sondermodell „Altersteilzeit am
Bau“ vorzuschlagen, mit dem es
den Arbeitgebern und Bauarbeitern ermöglicht wird, eine praktikable Altersteilzeitvariante zu
realisieren.
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für alle Lehr­berufe
im Bau- und in den
Bauneben­gewerben
in Kraft getreten.
WBIB
Im September
2016 wurde die
Wohnbauin­
vestitionsbank
(WBIB) formell
gegründet.
Durch diese
zusätzliche Form
der Wohnbaufi­
nanzierung sol­
len 30.000 neue
Wohnungen
errichtet und
20.000 Arbeits­
plätze geschaf­
fen werden.
Die WBIB soll
dies durch eine
günstige Refi­
nanzierung über
die Europäische
Investitionsbank
(EIB) erreichen.
64 REAL:ESTATE
medianet.at
© Schüco International/AluKoenigStahl; Hueck
Freitag, 27. Jänner 2017
Auf der Weltleitmesse waren österreichische Unternehmen wie z. B. Ertex Solar, Maco (siehe unten) sowie die Aluminium-Profilsysteme Schüco und Hueck präsent.
Alu auf der „Bau“
Alle zwei Jahre wird die „Bau“ zum Treffpunkt der gesamten
Baubranche – mit starker österreichischer Beteiligung.
••• Von Paul Christian Jezek
MÜNCHEN. „Die Zukunft des
Bauens war das Motto der ‚Bau
2017‘“, berichtet Harald ­Greger,
Geschäftsführer des Aluminium-Fenster-Instituts, von der
Weltleitmesse für Architektur,
Materialien und Systeme in der
bayerischen Hauptstadt.„Als
wichtigster Treffpunkt der Baubranche setzt sie immer wieder
Themenstudios produktübergreifend innovative Lösungen
für die Gebäudehülle in den Fokus. Bei den Entwicklungen wurde besonderes Augenmerk auf
nachhaltiges, wirtschaftliches
Bauen bei gleichzeitig hoher Gestaltungsfreiheit und sicherer
Planung sowie die Optimierung
der Verarbeiterprozesse zur effizienten und qualitätssicheren
Fertigung und Montage gelegt.
qualitativ wie quantitativ Maßstäbe – ebenso wie die auf der Bau
2017 vertretenen AluminiumProfilsysteme S
­ chüco und Hueck,
die in Österreich das Qualitätszeichen ­„Gemeinschaftsmarke
Alu-Fenster“ führen.“
Impressionen von der Messe
Während Schüco Aluminiumsysteme in einzelnen Product Labs
präsentiert wurden, stellten
Software-Lösungen, die zu
einer weitgehenden Digitalisierung des gesamten Entwurfsund Planungsprozesses führen,
rundeten den Schüco-Auftritt ab.
Hueck Aluminium führte unter der Devise „For your Safety
– our Solutions“ innovative Produkte und umfassende Serviceleistungen vor.
Auf dem architektonisch eindrucksvollen Messestand präsentierte sich der Systemanbieter wirkungsvoll u.a. mit der
Schiebeserie Volato SLS 075,
der Fensterfassade Lambda WS
075 FC, der komplett neu ent­
wickelten Fassadenkonstruktion Trigon FS 40/50/60 sowie
­Weiterentwicklungen im Fenster-, Türen- und Brandschutz­
bereich.
Beschläge auf der „Bau“
MÜNCHEN. smart building
components prägten den Auftritt des Global Players Mayer
& Co Beschläge GmbH (kurz:
Maco) auf der Bau 2017.
Innovativer Lösungsanbieter
Die Salzburger Firma hat sich
vom Produzenten von Tür-,
Schiebeelemente- und Fensterbeschlägen zum Anbieter von
innovativen System- und Sicher-
heitslösungen entwickelt. Dabei
baut Maco die Verknüpfung mechanischer und elektronischer
Komponenten konsequent aus.
Mit drei Produktionsstandorten in Österreich, einem Montagewerk in Russland, 15 Niederlassungen und rund 2.000
Mitarbeitern exportiert Maco in
mehr als 40 Länder. Ein neues
Forschungs- und Entwicklungszentrum ist in Planung. (pj)
© Maco/Hannes Auer
Maco liefert Premiumprodukte „Made in Austria“.
Maco präsentierte in München intelligente System- und Sicherheitslösungen.
40.000
Immobilien
Monat
400.000 UC/
erseiten
5.000 Ratgeb
6 Mio. Page
Impressions
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66 REAL:ESTATE
Freitag, 27. Jänner 2017
medianet.at
© 6B47 Real Estate Investors
Führungstrio
Vorstand
­Sebastian
Nitsch,
Vorstands­
vorsitzender
Peter Ulm, Vorstand Friedrich
Gruber (v.l.)
6B47 expandiert weiter
Das Development-Volumen der Unternehmensgruppe soll im Jahr 2017
um 20 Prozent gesteigert werden.
te gestellt, die diese Unternehmensentwicklung weiter vorantreiben wird.“
••• Von Paul Christian Jezek
WIEN. Mit solider Expansion
und innovativen Wohnkonzepten will 6B47 den eingeschlagenen Erfolgskurs auch 2017
fortsetzen. Beim Jahrespressegespräch bilanzierte Vorstandsvorsitzender Peter Ulm das abgelaufene Geschäftsjahr.
„Wir konnten in einem stabilen, aber vielerorts sehr wettbewerbsintensiven Umfeld unseren Wachstumskurs weiter
konsequent verfolgen. Und, was
essenziell für die nächsten Jahre von 6B47 ist: Wir haben diesem Wachstumskurs mit eigenen Ländergesellschaften eine
hocheffiziente Struktur zur Sei-
Jede Menge Big Deals
Im Vorjahr standen Projektverkäufe von 200 Mio. € zu Buche.
Ulm: „2016 hat 6B47 wieder
zahlreiche Verkäufe beschert –
wie z.B. die Düsseldorf-Projekte
Westpark und das me and allHotel sowie Cascada in Frankfurt und auch den Leopoldtower
in Wien. Im Gegenzug wurden
auch wieder interessante Projekte erworben.“ Im Detail: „Albatros“ und Laxenburger Straße
(Wien) und „Goldstück“ (Pforzheim) sowie zwei Projekte in
­Polen (Breslau und Gliwice).
Die 6B47-Investorenvereinigung Real Estate Club konnte
weiterwachsen und veranlagt
derzeit 156 Mio. € Eigenkapital
in laufende Projekte. „Unsere
Anleger und Investoren schätzen
unsere Philosophie, die sich auch
in den Renditen niederschlägt“,
meint Ulm. „Das bedeutet für
uns dann auch langjährige Investoren und ein sehr positives
Investitionsklima – eine WinWin-Situation für beide Seiten.“
6B47 verfügt über ein breites
Portfolio und das entsprechende
Know-how. „Dazu kommt unser
Pionier- und Innovationsgeist
– wir nennen es Immovation“,
sagt Ulm. „Neben der aktuellen
Installation ‚Kunst am Bau‘ in
der ehemaligen Postdirektion
im Projekt Althan-Park, wo wir
bereits während der Bauphase im Herzen Wiens ein neues
Wahrzeichen geschaffen haben,
arbeiten wir hier via Umnutzung intensiv an innovativen
Wohnformen. Als zusätzliches
Beispiel dient das Projekt ParkFlats 23 in Wien-Liesing und
die Verbindung von Apartments
und Serviced Apartments sowie
Townhouses, wo wir mit dem
Spatenstich einen weiteren Meilenstein setzen konnten.“
Zusätzlich sollen 2017 die
Aktivitäten der 6B47 Wohnbauträger GmbH weiter ausgebaut
werden – das Ziel: bis zu 300
Wohnungen pro Jahr.
Ziele: Development-Steigerung um 20% sowie Kapitalerhöhung
Großprojekte
Julius-TandlerPlatz in Wien
und Green Gate
in Frankfurt am
Main: „Wir sind
uns der Verantwortung bei
diesen beiden
Großprojekten
bewusst und ge-
hen hier äußerst
behutsam vor.
Sowohl rund um
den ehemaligen
Franz-JosefsBahnhof in
Wien als auch
in Frankfurt-Nie­
derrad wollen
wir das volle
Potenzial des
© ÖRAG
Das nächste große 6B47-Vorhaben heißt „Stadtentwicklung“
jeweiligen Um­
felds optimal
nutzen und in
den kommenden Jahren richtungsweisende
Immobilien ins
Leben rufen“, erklärt Peter Ulm.
2017 wird 6B47
auch in Berlin
den Markteintritt
forcieren – ein
erstes Projekt
mit 18.000 m²
Fläche konnte
bereits gesichert
werden.
Darüber hinaus
plant 6B47 eine
Kapitalerhöhung. (pj)
medianet.at
Freitag, 27. Jänner 2017 cover 67
health
economy
Hilfe Pharmafirmen unterstützen ärmere Länder mit
neuem Netzwerk 68
Cannabis Deutschland erlaubt
in Schmerztherapie Cannabis
auf Kassenkosten 72
E-Medikation Neues ELGATool zu Arzneisicherheit
ist startklar 73
© panthermedia.net/Lev Dolgachov
© SPÖ Wien/Alexandra Kromus
© APA/SVC/Foto Wilke
Wechsel in Wien
Industrie will Bezahlung
für Therapieerfolge
© SVA/Arnd Oetting
© Ordensspitaeler Österreichs
Die Pharmaindustrie denkt über Pay-for-PerformanceModelle nach. Nicht alle freut das. 68
Sandra Frauenberger wird neue
Gesundheits- und Sozialstadt­
rätin in Wien. Davor für Bildung
und Integration zuständig, übernimmt sie ein weiteres Mal das
Ressort ihrer engen Vertrauten
Sonja Wehsely, die zu Siemens
wechselt. Seit 2007 sitzt die
50-Jährige in der Wiener Stadtregierung; sie war bis 2015 für
Frauen- und Integrationsagenden
sowie Personal zuständig. Nach
der Wahl wurde ihr Portfolio mit
dem Ressort Bildung aufgefettet.
Selbstbehalte SVA-Vizeobmann Alexander
Herzog will Kassensysteme angleichen. 69
Gehälter Ärztekammer und Ordensspitäler
haben sich auf neues Lohnschema geeinigt.
70
68 health economy
Freitag, 27. Jänner 2017
Geld für Leistung
industrie
Pharmahilfe für
ärmere Länder
DAVOS. Anlässlich des Welt­
wirtschaftsforums haben
22 führende biopharma­
zeutische Unternehmen die
globale Initiative „Access
Accelerated“ gestartet. Diese
soll in Ländern mit niedri­
gen und mittleren Einkom­
men im unteren Bereich
den Zugang zur Prävention
und Behandlung von nicht­
übertragbaren Krankheiten
erleichtern.
© AFP
Engagement
Zivilisationskrankheiten nehmen
in ärmeren Ländern zu; die
Pharmaindustrie sucht nun nach
Lösungen.
Beim Weltwirtschaftsforum in Davos denken Pharmamanager
über neue Bezahlsysteme nach. Das Thema ist umstritten.
© AFP
Starke Zunahme
Die massive Zunahme von
derartigen chronischen Zivi­
lisationskrankheiten nimmt
insbesondere in Ländern
mit niedrigen bis mittleren
Einkommen, in denen nahe­
zu 80% der entsprechenden
Todesfälle auftreten, das
Ausmaß einer Krise an.
Das Ziel von Access Acce­
lerated ist es, in Koopera­
tion mit der Weltbank und
der Union for International
Cancer Control (UICC) auf
die Absicht der Vereinten
Nationen für nachhaltige
Entwicklung hinzuarbeiten,
die Zahl der vorzeitigen
Todesfälle bis 2030 um ein
Drittel zu reduzieren. (rüm)
medianet.at
Beim Weltgesundheitsforum in Davos wurde auch über die Preispolitik der Pharmaindustrie diskutiert.
••• Von Martin Rümmele
DAVOS/WIEN. Die Pharma­
industrie will Image- und Preis­
diskussionen mit einer Geldzurück-Garantie bekämpfen. Am
Weltwirtschaftsforum (WEF) in
Davos wirbt Novartis-Chef Joe
Jimenez für ein neues Preis­
system, bei dem Arzneien bezahlt
werden, wenn sie wirken – nach
dem Prinzip Pay for Performance.
Debatte über hohe Preise
Die jüngsten Kontroversen über
Medikamentenpreise hätten die
Reputation der Pharmaindustrie
weiter geschädigt, sagt Jimenez.
Die Branche müsse sich stärker
bemühen, zu zeigen, dass sie ihr
Geld auch wert ist.
Um das zu erreichen, schlägt
der Chef des Basler Pharma­
riesen eine Änderung im Preis­
system vor: Die Pharmaindus­
trie soll sich für die Wirksamkeit
ihrer Therapien bezahlen lassen
anstelle für die Zahl der verkauf­
ten Pillen. Viele Dinge, die das
Gesundheitswesen wertvolle
Dollars kosteten, hätten nur eine
geringe Wirkung auf den Patien­
ten. „Wir müssen uns auf jene In­
terventionen konzentrieren, die
den höchsten Nutzen bringen.“
Eine Studie schätze, die Kos­
ten im US-Gesundheitssystem
könnten um einen Viertel gesenkt
werden, wenn wirkungs­lose Be­
handlungen gestoppt werden
könnten, schreibt J
­ imenez wei­
ter. „Wir müssen den Fokus der
Diskussionen auf den Wert und
Die Frage ist, wie
wir die Therapie­
treue der ­Patienten
­kontrollieren
­können.
Jan Oliver Huber
Generalsekretär
Pharmig
die Resultate lenken anstatt auf
isolierte Kosten von Therapi­
en.“ Die Pharmaindustrie ginge
damit zwar ein höheres Risiko
ein. Auf kurze Sicht könnten die
Kosten eines solchen System­
wandels die Aktionäre beunru­
higen. Aber um Nachhaltigkeit
für das Gesundheitssystem zu
erreichen, müsse man langfris­
tig denken. Der Wechsel werde
größere Transparenz schaffen.
Die Pharmaindustrie steht un­
ter wachsendem Druck. Zuletzt
waren in den USA die hohen Me­
dikamentenpreise ein wichtiges
Thema im Wahlkampf. Auch in
Europa und Österreich wurden
die Preis kritisiert. Jan Oliver
Huber, Generalsekretär des
Branchenverbands Pharmig, ist
dennoch skeptisch. Das System
funktioniere nur, wenn eine The­
rapietreue bei Patienten gegeben
sei. Genau das sei aber schwer.
„Nicht die Industrie behandelt
die Patienten, sondern die Ärz­
te. Die Frage ist also, wie wir
die Therapietreue kontrollieren
können.“
Freitag, 27. Jänner 2017 HEALTH ECONOMY 69
© SVA/Arnd Oetting
medianet.at
SVA-Vizeobmann Alexander Herzog ist wenig begeistert vom Vorschlag des Bundeskanzlers, Selbstbehalte abzuschaffen.
Mehr Selbstbehalt
Die SVA der gewerblichen Wirtschaft will unterschiedliche
Kostenbeteiligungen bei den Kassen harmonisieren.
WIEN. Die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA) lehnt die Forderung
von Bundeskanzler Christian
Kern (SPÖ) nach einer Abschaffung der Selbstbehalte weiter
ab. Der stellvertretende SVA-Obmann Alexander Herzog fordert
stattdessen eine Harmonisierung
der verschiedenen Kostenbetei-
Entgelt-Fortzahlung im Streit
Unfallversicherung AUVA lehnt Reformen ab.
WIEN. Die AUVA stellt sich klar
gegen jenen Teil des Ministerratsentwurfs, nach dem der
derzeitige Zuschuss für die Entgeltfortzahlung für Kleinunternehmen stark erhöht oder sogar
verdoppelt werden soll. „Eine
weitere finanzielle Belastung ist
für die AUVA nicht tragbar und
würde die medizinische Unfallversorgung in Österreich massiv
gefährden“ sagt Anton Ofner,
stellvertretender Vorsitzender
der Trägerkonferenz im Hauptverband ist. Wichtig ist ihm dabei, dass dies nicht von der Politik vorgegeben wird, sondern die
Selbstverwaltung regelt.
Wie die Angleichung der Kostenbeteiligungen aussehen soll,
das will Herzog nicht präjudizieren. Er halte natürlich das
SVA-Modell mit Selbstbehalten
mit Ausnahmen und Bonuspro-
ligungen der einzelnen Träger.
Alle Sozialversicherungsträger
sollten sich zusammensetzen
und über eine Vereinheitlichung
der unterschiedlichen Kostenbeteiligungen und Gebühren für
die Versicherten reden, schlägt
Herzog vor.
Auf die Tagesordnung könnte
dieses Thema in den Gremien
des Hauptverbandes gesetzt
werden, sagt Herzog, der auch
Obmann der AUVA. Durch die gesetzlich verordnete Beitragssenkung seit Juli 2014 sei die AUVA
bereits mit einem massiven Einnahmensentfall konfrontiert.
Müsste die AUVA eine zusätzliche finanzielle Belastung in Kauf
nehmen, würde den Unfallkrankenhäusern die finanzielle Basis
entzogen werden, und Patienten
könnten so nicht mehr länger
bestmöglich versorgt werden.
Erfolgreiche Prävention
Deshalb laufe auch das Bonusprogramm sehr erfolgreich. Von
insgesamt 380.000 Aktiven in
der SVA nehmen derzeit rund
110.000 Versicherte an dem Programm teil, das eine Halbierung
des Selbstbehalts auf zehn Prozent vorsieht, wenn man vereinbarte Gesundheitsziele in den
Bereichen Nichtrauchen, Alkoholkonsum, Bewegung, Blutdruck und Gewicht erreicht.
© Fachgr. Personenberatung u. Personenbetreuung der WKW/APA-Fotoserv.
••• Von Martin Rümmele
gramm, möglichst niedrigen Beiträgen und höheren Leistungen
für das Beste für Unternehmer.
Gleichzeitig respektiere er aber
auch, dass andere Modelle für
andere Träger und deren Versicherte gut sein können. Er wolle
anderen Trägern nicht erklären,
„wie sie ihren Laden zu führen
haben“. Das System der Selbstständigen sei nicht mit jenem
der Angestellten zu vergleichen.
Der geschäftsführende SVAObmann verwies darauf, dass
dem Selbstbehalt beim Arztbesuch höhere Leistungen für die
Selbstständigen gegenüberstehen. So gebe es etwa die E-Card
gratis oder auch die jährliche
Mundhygiene, die die SVA übernimmt. Den Selbstständigen seien möglichst niedrige Beiträge
und höhere Leistungen wichtiger als Zuzahlungen und ihnen
sei auch die Prävention wichtiger als etwa Angestellten.
AUVA-Obmann Anton Ofner kritisiert Änderungen bei der Entgeltfortzahlung.
70 health economy
Freitag, 27. Jänner 2017
medianet.at
gehälter
Ärzte zahlen
höhere Gehälter
© Ordensspitaeler Österreichs
WIEN. Die Arztangestellten
in Wien erhalten künftig
ein Gehalt von zumindest
1.500 € brutto, betont die
Ärztekammer Wien. Der
kollektivvertragliche Mindestlohn für Angestellte im
1. bis 3. Berufsjahr wurde
mit 1.1.2017 von 1.370 € auf
1.440 € monatlich angehoben. Zusätzlich bekommen
alle Angestellten mit Kontakt zu Patienten beziehungsweise Tätigkeit in Ordinationen, Praxen, Labors
laut KV eine Zulage von 60
€. Diese „Gefahrenzulage“
erhalten laut Ärztekammer
Wien alle Angestellten von
Ärzten. Insgesamt beträgt
dadurch das niedrigste Gehalt für Angestellte bei Ärzten ab Jahresanfang 2017
exakt 1.500 € brutto.
Beschäftigte in den Ordensspitälern erhalten mit 1. März mehr Lohn. Zuletzt hat ein Arbeitskonflikt gedroht.
Orden zahlen mehr Lohn
Investition
Neue Kinderreha
für 28 Mio. Euro
ST. PÖLTEN. Im niederösterreichischen Bad Erlach entsteht ein Kinderreha-Zentrum für die Versorgungszone Ost. Der Hauptverband
der Sozialversicherungsträger hat den Zuschlag an
die hospitals ProjektentwicklungsgesmbH erteilt.
In unmittelbarer Nähe zur
Therme Linsberg Asia wird
ab Herbst 2017 ein Neubau
mit rund 190 Betten eingerichtet. Investiert werden
dafür rund 28 Mio. €.
••• Von Martin Rümmele
WIEN. Nach sieben, zum Teil
heftig umkämpften Runden in
den KV-Verhandlungen liegt
nun für die Beschäftigten der
Ordensspitäler ein Abschluss
vor. Laut dem Vizevorsitzenden
der Gewerkschaft vida, Willibald Steinkellner, wurde ein
neues Gehaltsschema für alle
Berufsgruppen des nichtärztlichen Personals geschaffen; über
den Zeitraum von 2017 bis 2020
Steinkellner zufolge hat man
in den Verhandlungen für die
Beschäftigten auch ein schnelleres Erreichen der sechsten
Urlaubswoche und einen rechtlichen Anspruch auf einen Papamonat „herausgeholt“.
In den schwierigen Verhandlungen, in denen es um die
Einkommen von rund 8.000
Beschäftigten ging, seien beide
Seiten an ihre Grenzen gegangen, meinte der Gewerkschafter
rückblickend.
steigen die kollektivvertraglichen Einkommen um mindestens neun Prozent.
Deutliches Plus
Die Haupterhöhung wird demnach noch im heurigen Jahr
durchgeführt. Das kollektivvertragliche Mindestgehalt einer
diplomierten Krankenschwester erhöht sich etwa mit 1. März
von 2.011,52 € auf 2.236 € brutto, dieser Betrag wird 2018 und
2019 ­valorisiert.
Mehr Geld für Privatkliniken
Beschäftigte erhalten künftig 1,3% mehr Lohn.
WIEN. Die Löhne und Gehälter im privaten Sozial- und Gesundheitsbereich werden per 1.
Februar um 1,3% erhöht. Die entsprechenden Kollektivvertragsverhandlungen für die Sozialwirtschaft Österreich konnten
nun erfolgreich abgeschlossen
werden.
Konkret werden alle Kollektivvertrags-Löhne und -Gehälter, die Ist-Löhne und -Gehäl-
ter sowie alle Zulagen und die
Lehrlingsentschädigungen um
1,3 angehoben.
„Von dieser Erhöhung profitieren mehr als 100.000 Beschäftigte im privaten Gesundheits- und
Sozialbereich“, sagte Reinhard
Bödenauer, stellvertretender
Geschäftsbereichsleiter der
GPA-djp. Im April werden weitere Verhandlungen zum Thema
Arbeitszeit starten. (rüm)
© Österreichisches Rotes Kreuz (ÖRK)/Anna Stöcher
© panthermedia.net/Arne Trautmann
Der drohende Konflikt zwischen Ordensspitälern und den dort
Beschäftigten ist ausgeräumt. Ein neuer Kollektivvertrag steht.
„
MSD sieht sich als treibende Kraft
auf einem Forschungsgebiet, von dem
wir hoffen, dass es die Krebstherapie
grundlegend ändern könnte.
– Scot Ebbinghaus, MD
Executive Director, MSD Oncology Clinical Research
“
VISIONÄRE WISSENSCHAFT IN
DER IMMUNONKOLOGIE:
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72 health economy
Freitag, 27. Jänner 2017
medianet.at
Expansion
hilfe
MSD spendet für
Entwicklungshilfe
WIEN. „MSD for Mothers“,
ein auf zehn Jahre angelegtes Programm zur
Bekämpfung der Müttersterblichkeit, spendet der
Organisation Global Financing Facility, einer Initiative
der Weltbank und verschiedener Partner, 10 Mio. USD.
Damit wird das Programm
„Every Woman Every Child“
unterstützt, das sich weltweit für eine Verbesserung
der Gesundheitsversorgung
von Müttern und Kindern
in Entwicklungsländern
einsetzt. Neben der Summe
werden zusätzlich MSDMitarbeiter ihr Wissen und
ihre Erfahrung einbringen
und so zum Erfolg des Vorhabens beitragen. „Frauen
sind die Grundpfeiler einer
gesunden Welt. Nur wenn
eine Frau ihre Schwangerschaften und Geburten
überlebt, kann ihre Familie – und damit ihr Land
– wachsen und gedeihen“,
sagt CEO Kenneth C. Frazier.
Die medizinische Anwendung von Cannabis und Cannabinoiden wird derzeit intensiv erforscht.
Kiffen auf Rezept
Cannabis gilt in der Phytopharmazie als Hoffnungsträger;
Deutschland erlaubt nun Cannabis auf Kassenkosten.
••• Von Martin Rümmele
WIEN/BERLIN. Cannabis auf
Rezept: Schwerkranke Menschen
können in Deutschland künftig
auf Kassenkosten Cannabis als
Medizin erhalten, wenn ihnen
nicht anders geholfen werden
kann. Der Eigenanbau von Cannabis bleibt in Deutschland aber
verboten. In Österreich gibt es
die Möglichkeit als magistrale
Zubereitung in Apotheken und
mit produzieren Arzneimitteln.
Menge des produzierten Cannabis; Bionorica produziert über
ein Tiroler Tochterunternehmen
aus dem Wirkstoff der Blüten
das Arzneimittel Dronabinol.
Gut dokumentiert und nachgewiesen ist die Wirksamkeit des
Cannabis in der Schmerztherapie, bei multipler Sklerose, Übelkeit, Erbrechen und Kachexie.
Die medizinische Anwendung
von Cannabis und Cannabinoiden wird derzeit intensiv von
verschiedenen Firmen erforscht.
Österreich ist aber neben Italien das einzige Land in Europa
mit einem staatlichen Monopol
für die Produktion von Cannabispflanzen zur Arzneimittelherstellung. Die Agentur für
Gesundheit und Ernährungs­
sicherheit (AGES) hat dafür allein das Recht, Cannabis zur
Arzneimittelherstellung anzubauen. Die AGES vereinbarte
wiederum mit ihrem Vertragspartner, dem deutschen Pharmakonzern Bionorica, Preis und
Sanochemia will wachsen
Umsatz 2015/16 um 10% auf 39,3 Mio. € gestiegen.
WIEN. Das börsenotierte Wiener Pharmaunternehmen Sanochemia will weiter wachsen
und legt einen Fokus auf den
US-Markt. Im Geschäftsjahr
2015/16 ist der Umsatz um 10%
auf 39,3 Mio. € gestiegen. Im laufenden Geschäftsjahr soll das
Umsatzwachstum ähnlich wie
im abgelaufenen Jahr ausfallen,
sagte Vorstand Klaus Gerdes bei
der Bilanzpressekonferenz. Die
Kosten wolle man stabilisieren.
Das Ergebnis nach Steuern war
im abgelaufenen Geschäftsjahr
mit 555.000 € negativ, nach plus
384.000 €.
Sanochemia gehe für das laufende Geschäftsjahr von einer
ersten Zulassung für ein Produkt
in den USA aus. Wachsen wolle
man im Export sowohl in neuen
Ländern als auch in jenen, in denen man bereits tätig ist. (iks)
© www.health-net.at
BAD HOMBURG. Der deutsche Medizin- und Gesundheitskonzern Fresenius
hat 2,6 Mrd. € am Anleihemarkt eingesammelt. Bei
einer durchschnittlichen
Laufzeit der Anleihen von
fast neun Jahren liege die
durchschnittliche Rendite
bei 1,8%, teilten das Unternehmen mit. Mit dem Geld
finanziert Fresenius die
Übernahme des spanischen
Klinikbetreibers Quironsalud, durch den der Konzern
seine Position als größter
privater Klinikbetreiber in
Europa deutlich ausbaut.
Der fast 6 Mrd. € teure Zukauf ist die größte Übernahme in der Geschichte des
Gesundheitskonzerns.
© APA/Harald Schneider
Fresenius kauft
in Spanien zu
medianet.at
Freitag, 27. Jänner 2017 health economy 73
© APA/Harald Schneider
gespeichert werden. Die E-Medikation ist Teil der elektronischen Gesundheitsakte ELGA,
über die Patienten auch Einblick
in ihre Liste bekommen. Ziel ist
es, unbeabsichtigte Wechselwirkungen und Mehrfachverschreibungen zu verhindern.
Die E-Medikation soll helfen, Wechselwirkungen und unbeabsichtigte Nebenwirkungen von Medikamenten zu vermeiden.
Elga läuft breit an
Das Gesundheitsministerium will im Frühjahr den
österreichweiten Start der E-Medikation ermöglichen.
WIEN. Die Industrieplattform
der Medizinsoftwarehersteller
hat ihre Bereitschaft für den österreichweiten Rollout erklärt.
Vorausgegangen war ein Konflikt
zwischen dem Hauptverband
der Sozialversicherungsträger
und der Ärztekammer rund um
den Pilotversuch für die E-Medikation in der Steiermark. Die
Ärzte bezeichneten das System
als unausgereift und unsicher,
funktioniere, ließ das Gesundheitsministerium daraufhin
im Oktober wissen. Ende März
oder Anfang April soll nun das
entsprechende Zertifikat fertig
sein; dann wird es auch die Verordnung geben.
Bei der E-Medikation geht es
um eine Datenbank, in der für
jeden Patienten die von Ärzten
verordneten und von Apotheken abgegebenen Medikamente
die Sozialversicherung kritisierte einzelne Mediziner mit
rückständiger Hard- und Softwareausstattung. Die Kammer
stieg daraufhin im Herbst aus.
Hersteller startklar
Die Verordnung werde es erst
dann geben, wenn die Applikation der Sozialversicherung bei
80% der Hersteller von Ordinationssoftware auch wirklich
Strenge Sicherheit
Die Verantwortlichen für die
Elektronische Gesundheitsakte
(ELGA) haben auf die Kritik der
Wiener Ärztekammer reagiert.
Es gebe eine Reihe von Maßnahmen, um die Datensicherheit zu
gewährleisten, versichert ­Martin
Hurch, der laut eigenen Angaben seit zehn Jahren mit der
Errichtung von ELGA beschäftigt ist. „Es gibt einen Prozess
der ständigen Verbesserung der
Sicherheit“, betont er. So werde
etwa bewertet, ob die Passwortverschlüsselung stark genug ist.
Er stimme jedoch zu, dass das
Bedrohungsszenario, das die
Ärztekammer zeichnete, „richtig“ sei und man ständig daran
arbeiten müsse, die Sicherheit
zu erhöhen. Die Einschätzung,
dass Sicherheitsprobleme am
ehesten bei der Peripherie (also
beim Zugang der Ärzte oder anderen ELGA-Usern zu den Daten)
zu erwarten seien, teile er. ­Dieser
Punkt sei in der Vorbereitung
„beachtet“ worden. (iks)
Private Gesundheitsakte
WIEN. Die seit Jahresbeginn
2016 aktive health-net 2020
GmbH freut sich über das „Go
Live“ mit 20. Jänner. Neben den
Landesdomains der einzelnen
Bundesländer und der Sozialversicherungsträger ist mit dem
Start-up health-net ein privater
Anbieter online.
Über die Domain www.healthnet.at erfolge der ELGA-konforme Befundaustausch aller medi-
zinischen Befunddaten zwischen
Arzt, Zuweiser und Patient, aber
auch aller öffentlicher ELGAPortale. Die gesetzeskonforme
Archivierung, inklusive sämtlicher radiologischer Bilddaten,
werde ebenfalls gewährleistet,
sagt das Unternehmen. Dadurch
wird Patienten, Ärzten, Kliniken
und Pflegeeinrichtungen, unabhängig vom Ort und Zeit, ein
sicherer Zugriff ermöglicht. (iks)
© www.health-net.at
Die Domain health-net.at geht an den Start.
Das Start-up health-net.at will einen Austausch von Gesundheitsinformationen.
74 health economy
Freitag, 27. Jänner 2017
medianet.at
1
2
pharmaCieball
3
KRankenversicherung
4
VERTRAG. Ulrike Rabmer-Koller ist am
Dienstag als Vorstandsvorsitzende des
Hauptverbands der Sozialversicherungs­
träger wiederbestellt worden. Auch die
beiden Stellvertreter Bernhard Achitz
und Martin Schaffenrath wurden ein­
stimmig für die neue Funktionsperiode
2017 bis 2020 wiedergewählt. Mit der
Wieder­bestellung von Generaldirektor
Josef Probst und dessen Stellvertretern
Alexander Hagenauer, Bernhard Wurzer
und Volker Schörghofer (2) sei auch die
Arbeit und Leistung der seit Februar 2013
amtierenden Verbandsmanager gewürdigt
worden, t­ eilten die Kassen mit. (rüm)
Humanomed geprüft
© Humanomed
ZERTIFIZIERUNG. Die Humanomed Grup­
pe hat sich seit vielen Jahren der Quali­
tätsarbeit nach der ISO-Norm 9001:2008
verschrieben. Mit der ISO-Zertifizierung der
Privatklinik Maria Hilf in Klagenfurt wur­
den nun alle Humanomed-Häuser zertifi­
ziert – intern gestärktes Know-how soll nun
nach außen getragen werden. (iks)
Auszeichnung Unter dem Dach der Humanomed
werden die privaten Gesundheitsbetriebe das Humanomed Zentrum Althofen, die Privatklinik Maria
Hilf Klagenfurt und die Privatklinik Villach geführt.
© Konstanze Meindl
Kassenspitze bleibt
PRIVATKLINIK
Termine
MedTech.Circle
2017 Der Medizintechnik-Cluster der
oö. Wirtschafts­
agentur Business
Upper Austria feiert
in diesem Jahr sein
15-jähriges Bestehen.
9. März, 13 Uhr,
Raiffeisenlandesbank
Oberösterreich, Linz
1
Kassenbosse Ulrike Rabmer-Koller, Bernhard
Achitz (li.) und Martin Schaffenrath wurden als
­Führung des Hauptverbands neu bestellt (oben).
© Sabine Klimpt (2); Foto Fayer (2)
Jahresevent Der Ball der Pharmacie (1) ist der
­gesellschaftliche Höhepunkt der Pharmabranche,
betonte Kammerpräsident Wellan (2). Mit dabei
u.a. der Präsident der angestellen Apotheker
­Raimund Podroschko (3).
Michael Mayr
ist beim Welser
Pharmaunternehmen Richter Pharma
AG neuer Leiter
des Geschäftsfelds „Human“
und damit Teil des
Management-Teams.
Bisher hatte Mayr
(37) im Konzern die
Bereiche „Apotheke“ und „Services“
inne. Sowohl die
internen Strukturen
bei Richter Pharma
als auch der Markt
sind dem studierten
Betriebswirt bestens
vertraut.
2
Apotheker tanzten
TRADITION. Ein Ball in Zeiten der In­
fluenza: Am Samstag fand in der Wiener
Hofburg der 75. Ball der Pharmacie statt.
Er hat sich in den vergangenen Jahren zu
einem Treffpunkt für Tanzliebhaber weit
über die Berufsgrenzen von Apothekern
und Pharmabranche hinaus etabliert. Das
große Ballorchester im Festsaal sowie die
Big Band der Wiener Gardemusik und meh­
rere andere Ensembles sorgten für ein brei­
tes Musikspektrum. Einen Rückblick wagte
dann Kammerpräsident Max Wellan. Mit
dabei waren auch die Spitzen der heimi­
schen Pharmaindustrie und des Großhan­
dels sowie die scheidende Wiener Gesund­
heitsstadträtin Sonja Wehsely. (rüm)
© Hauptverband/APA-Fotoservice/Roßboth (2)
© Richter Pharma
Karriere
Laura Horvath
Die 28-jährige
Laura Horvath hat
die Agenden von
Katharina Pink in
der Geschäftsstelle
des Verbands der
Privatkrankenanstalten Österreichs
übernommen.
Horvath, die ihr
Masterstudium
der Wirtschaftspädagogik an der
Wirtschaftsuniversität
Wien mit Auszeichnung abschloss,
sieht die Stärken
der Privatkrankenanstalten vor allem
in deren Qualitätsmanagement und
Innovationsstreben.
medianet.at
Freitag, 27. Jänner 2017 cover 75
destination
Edle Weltreise HL Travel
startet einen (buchbaren)
Weltrekordversuch 80
Begehrte City Wien mit
neuem Bestwert bei den
Nächtigungen 82
Feine Bilanz Zuwächse für
die Austria Trend Hotels
der Verkehrsbüro Group 78
© alpinresorts.com
© Verkehrsbüro Group
© www.rolart-images.com
Leihski-­
Botschafter
David Hasselhoff
Der US-Schauspieler David
Hasselhoff ist Markenbotschafter
des Online-Skiverleihs Alpin­
resorts. Ab sofort wird unter
dem Claim „Summer Sucks!“
eine crossmediale Kampagne
europaweit gestartet. Herzstück
der Kampagne ist ein Werbespot
mit dem Hollywoodstar.
Biathlon-WM: „Image als
Sportregion ausbauen“
76
© AFP/Nicholas Kamm
© APA/Herbert P. Oczeret
medianet sprach anlässlich des Sport-Großevents mit
­Bettina Geisl, Obfrau des Tourismusverband PillerseeTal.
Weniger US-Flüge Amtseinführung Trumps
lässt die Nachfrage einbrechen. 78
Mehr Russen Start in das Tourismusjahr
Österreich–Russland 2017. 79
76 destination
Freitag, 27. Jänner 2017
„Die Bilder kommen
direkt ins Wohnzimmer“
Die Biathlon-WM in Hochfilzen nutzt die Region PillerseeTal, um sich
weiter als Wintersport-, aber auch Sommerdestination zu positionieren.
••• Von Dinko Fejzuli
V
medianet: Welche Bedeutung
hat die Biathlon-WM für Hochfilzen als Tourismusregion?
Geisl: Es wurden durch die WM
nachhaltige Investitionen in und
um das Biathlon-Gelände geschaffen; wir verbessern mit der
WM unser Image als Sportregion und erhöhen den Bekannt-
Multitalent
„Im Winter SkiAlpin, Nordisch
und Winterwandern – im Sommer Wandern,
Biken, Spazieren
und die Natur
erleben“, so
Bettina Geisl,
Obfrau des Tourismusverbands
PillerseeTal, über
„ihre“ Region.
© WMP/Martin Weigl
medianet: Frau Geisl, in Ihren
eigenen Worten: Wie würden
Sie die Positionierung der Region PillerseeTal beschreiben?
Bettina Geisl: Der Erlebnisraum
PillerseeTal – die schneereichste Region Tirols – ist vielfältig,
außergewöhnlich, eingebettet in
eine faszinierende Bergwelt. Unsere Hauptzielthemen im Winter
sind Ski Alpin – vor allem mit
der neuen Skiverbindung Fieberbrunn–Saalbach Hinterglemm –,
Nordisch und Winterwandern,
verbunden mit Genuss und Kulinarik. Im Sommer sind es Wandern, Spazieren, Klettern, Biken
und es gibt ein breites Angebot
speziell für Familien.
© Georg Wörter
om 8. bis zum 19.
Februar 2017 finden
in Hochfilzen in PillerseeTal/Tirol die
Biathlon WM statt.
Erwartet werden neben den
Sportlern auch 250 Journalisten
und 60 Fotografen. medianet
bat Bettina Geisl, die Obfrau
des Tourismusverbands PillerseeTal, die gemeinsam mit ihrem Mann dessen elterlichen
Betrieb Hotel Großlehen betreibt, zum Gespräch über das
sportliche Groß­
ereignis und
dessen Auswirkungen auf die
Region.
medianet.at
medianet.at
Freitag, 27. Jänner 2017 destination 77
heitsgrad. So erreichen wir potenzielle Gäste für die Zukunft.
© Georg Wörter
Alpin &
Nordisch
In der Region
PillerseeTal
kommen sowohl
die Freunde
der Alpinen
Skikunst als
auch jene der
nordischen Art,
sich im Schnee
fortzubewegen,
auf ihre Kosten
© Bergbahnen Fieberbrunn/Toni Niederwieser
© alpline
Wir haben vermehrt in die Produktentwicklung
investiert und höhere Ausgaben im
Marketing getätigt.
medianet: Wie gelingt das?
Geisl: Sehr viele TV-Stationen
aus aller Welt sind in Hochfilzen anwesend – die Übertragungen der Winterbilder kommen
direkt in das Wohnzimmer unserer ­potenziellen Gäste. In der
Region ist unser Lokalmatador
Dominik Landertinger zuhause
– dieser ist ein wichtiger Werbeträger, der unsere nordische
Kompetenz nach außen trägt.
Zudem führen wir Crossmarketing-Aktivitäten durch, um so
auf unseren schönen Sommer,
den man hier verbringen kann,
aufmerksam zu machen.
medianet: Apropos Sommer:
Mit dem Aufkommen des eBikes
gibt es einen regelrechten Boom
in diesem Bereich. Welches Angebot können Sie hier den Gästen machen bzw. wie sieht allgemein das Angebot der Region
für die Sommersaison aus?
Geisl: Unsere Gäste in der Region werden als erstes mit
ausreichend Kartenmaterial
ausgestattet und mit gut beschilderten und schönen Radwegen verwöhnt, es gibt zahlreiche
Ladestationen auf den Hütten
und Verleihpartner; diese bzw.
die Sportgeschäfte spezialisieren sich in der Region immer
mehr auf das Thema eBike und
sind mittlerweile mit guten Rädern, gutem Material ausgestattet. Zum Beispiel sind MountaineBikes – für unsere gebirgige
Landschaft ein großer Vorteil.
medianet: Sie haben aktuell
bereits zwei Mal die Millionengrenze bei der Gästezahl überschritten. Durch welche Maßnahmen ist das gelungen?
Geisl: Wir haben vermehrt in die
Produktentwicklung investiert,
höhere Ausgaben im Marketing
getätigt, einen Zusammenschluss
in Form eines Marketingverbunds mit den Kitzbüheler Alpen
durchgeführt. Gleichzeitig fand
auch innerhalb der Kitzbüheler
Alpen eine intensive Produktentwicklung statt wie etwa der Kat
Walk oder die Kitz Trial-Biketour,
wo man von einem Ort zum anderen innerhalb der Kitzbüheler
Alpen kommen kann.
78 destination
Freitag, 27. Jänner 2017
medianet.at
Feiertagsbilanz
Die Austria Trend Hotels der Verkehrsbüro Group
verzeichneten 2016 österreichweit Zuwächse.
Wien ist der Treiber
Der Löwenanteil des Verkehrsbüro-Hotelleriegeschäfts entfällt 2016 mit 97,6 Mio. € (+ 5,6%)
auf die 16 Austria Trend-Häuser
Sterne-Betriebe mit Kampfpreisen in den Markt gehen und damit die gesamte Branche unter
Druck setzen.“
Eine besonders positive Entwicklung gab es im Advent und
über Weihnachten: Im Dezember
2016 steigerten die Austria Trend
Hotels in Wien den Umsatz auf
knapp 9,4 Mio. € bzw. um 13,9%
gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres, die Nächtigungen legten um 6,3% zu.
Zu Silvester waren die Wiener Austria Trend-Betriebe fast
vollständig belegt – nämlich
zu 97,8%. Die durchschnittliche
Zimmerrate in der Nacht zum
Jahreswechsel stieg gegenüber
dem 31.12. 2015 um 5,1%.
© Verkehrsbüro Group
WIEN. Vom anhaltenden Trend
zu Städtereisen profitierten 2016
auch die zur Verkehrsbüro-Gruppe gehörenden Austria Trend Hotels. Die 27 Hotels in Österreich
sowie Slowenien und der Slowakei legten 2016 gegenüber dem
Jahr davor beim Umsatz um 6,0%
auf 148,6 Mio. € zu, die Zimmerauslastung stieg um drei Prozent
von 75,4 auf 77,7%. „Wir haben
uns damit besser als der Branchenschnitt entwickelt“, sagt der
Verkehrsbüro-Generaldirektor
Harald Nograsek. Erfreulicherweise sei es „gelungen, die Mehrwertsteuererhöhung bei Nächtigungen von zehn auf 13 Prozent
weiterzugeben und höhere Preise durchzusetzen“. Dies sei auch
deshalb möglich gewesen, weil
zahlreiche Qualitätsverbesserungen umgesetzt wurden. Auch
hat man in den vergangenen drei
Jahren 15 Mio. € in die Neuausstattung der Hotels investiert.
Die Modernisierung habe sich
wiederum in besseren Bewertungen in Internetforen niedergeschlagen.
in Wien. Man habe davon profitiert, dass 2016 keine neuen
Hotelketten aufgesperrt haben.
Nograsek: „Das Problem in Wien
war ja bisher, dass neue Fünf-
Aufschwung
Verkehrsbüro-Chef Harald
Nograsek präsentierte
eine sehr ansehnliche Bilanz
der Austria Trend Hotels.
Sport und Kongresse
In Summe verbuchten die 27
Austria Trend Hotels mit 9.386
Zimmern 2016 rund zwei Mio.
Nächtigungen. Für 2017 ist
Nograsek ebenfalls optimis­
tisch. Die touristischen Betriebe in Tirol würden u.a. von der
Biathlon-WM in Hochfilzen profitieren; in Wien würden wiederum zahlreiche Kongresse – der
größte ist übrigens der Sonderkongress der Zeugen Jehovas
mit rund 30.000 Teilnehmern –
für volle Betten sorgen. (sb)
US-Flüge weniger gefragt
WIEN. checkfelix untersuchte
die Auswirkungen des Amtsantritts von Donald Trump als
neuer US-Präsident. Millionen
von Datensätzen wurden ausgewertet. Das Ergebnis: Die Nachfrage nach USA-Flügen von Europa aus erreichte den bislang
tiefsten Stand dieses Jahres. Am
Freitag, 20. Jänner 2017 („Inauguration Day“), lag die Anzahl
europäischer Suchanfragen für
Flüge 37% unter dem Durchschnitt aller Anfragen im Jänner. Auch am Samstag, 21. Jänner 2017, lagen die Flugsuchen
mit einem Nachfrage-Minus von
27% noch immer deutlich unter
dem Monatsdurchschnitt.
Das ließ sich auch in Österreich beobachten: Am Freitag lagen die Suchanfragen 21% unter
dem Durchschnitt, am Samstag
um 26%. (sb)
© AFP/Nicholas Kamm
Amtseinführung Trumps lässt Nachfrage einbrechen.
Der neue US-Präsident verschreckt die europäischen Touristen.
medianet.at
Freitag, 27. Jänner 2017 destination 79
© APA/Herbert P. Oczeret
Dobro
pozhalovat!
(Herzlich willkommen, Anm.)
Der russische
Botschafter
in Österreich,
Dmitrij Ljubinskij,
in den Räumlichkeiten der
­russischen Bot­
schaft in Wien.
„Visit Russia“
Das Projekt
Startschuss für das Tourismusjahr Österreich–Russland
2017 – die Zusammenarbeit soll vertieft werden.
WIEN. Österreich, verrät das
„Handbuch Märkte und Marktstrategien“ der Österreich Werbung (ÖW), ist für russische
Gäste die Winter(sport)-Destination Nummer eins im Ausland. 2015 lag Russland hierzulande als Herkunftsmarkt nach
Ausländernächtigungen an der
13. Stelle. Geschätzt werden an
der Alpenrepublik die Berge,
Gastfreundschaft und Atmosphäre sowie die Vielfalt des
touristischen Angebots. Österreich gilt als „gepflegt, hochwertig und serviceorientiert“.
Highlight: Fußball-WM 2018
Die russisch-österreichische
Freundschaft im Tourismusbereich soll jedenfalls weiter aus
gebaut werden – im Zeichen des
„Tourismusjahres Österreich–
Russland 2017“, das im Oktober
des Vorjahres ausgerufen wurde (s. Infobox). Der Veranstal-
österreichischen und russischen
Regionen, die Bewerbung neuer
Destinationen – vor allem die
teilnehmenden Städte der Fußball-WM 2018 – sowie die Förderung gemeinsamer touristischer Wirtschaftsprojekte. „Das
Programm ist ein lebendiges Dokument, und aus unseren beiden
Ländern wird es ständig neue
Initiativen geben, die sowohl von
Moskau als auch von Wien unterstützt werden“, so der Botschafter der Russischen Föderation
in Österreich Dmitrij Ljubinskij.
Die Umsetzung koordiniert für
Österreich das Wirtschaftsministerium in Kooperation mit
Außenministerium, WKO und
ÖW. Auf russischer Seite ist das
Kulturministerium zuständig.
Infos: https://goo.gl/Gr59Ql (red)
tungsreigen dazu hat bereits
begonnen: Beim Auftakt in der
Wiener Hofburg betonte Taleb
Rifai, Generalsekretär der Welt
Tourismus Organisation (UNWTO), den Wert „des Reisens
und des Kennenlernens anderer
Kulturen“: „Viele der derzeitigen
Probleme in der Welt könnten
minimiert werden, wenn Menschen andere Menschen kennlernen würden.“ Im Vordergrund
stehen Kooperationen zwischen
Tourismusjahr 2017
Am 12. Oktober 2016 wurde in der
russischen Botschaft Wien eine
gemeinsame Erklärung zur Durchführung des „Tourismusjahres Österreich–Russland 2017“ unterzeichnet.
Das Projekt soll die Zusammenarbeit
in der Tourismusbranche vertiefen.
Geplant sind zahlreiche Veranstaltungen (Präsentationen, Roadshows,
Messeauftritte) in beiden Ländern.
Am 16. Dezember 2016 wurde in
Wien das russische B2B-Tourismusbüro Visit Russia eröffnet; am
12. Jänner 2017 fand in der Wiener
Hofburg die festliche Eröffnung des
Tourismusjahres statt. Visit Russia ist
Anlaufstelle für Touristiker, Medienvertreter und Institutionen in Österreich,
die sich für das touristische Angebot Russlands interessieren und
Kooperations­möglichkeiten suchen.
80 destination
Freitag, 27. Jänner 2017
© Thomas Lerch
In 50 Tagen
um die Welt
HL Travel startet
einen Weltrekord­
versuch
Kuoni
Redesign des
Flagship-Stores
Das Motto des neu gestalteten Kuoni-Flagship-Stores
am Wiener Kärntner Ring ist:
„Treten Sie ein und kommen
Sie mit auf eine Reise durch
unser Urlaubsparadies“. Der
Eingangsbereich wurde in
eine Komfortzone verwandelt,
um in Ruhe anzukommen.
Mittels halbhoher Raumtrennmöbel mit akustisch
wirksamen Oberflächen sei
eine „Arbeitsatmosphäre mit
Fokus auf höchste Diskretion
für den Kunden“ entstanden.
M
it der ersten Nord/
Süd-Umrundung mit
Antarktisüberflug im
Privatjet, buchbar für 50 Personen, startet der Luxusreiseveranstalter HL Travel zwischen
11. November und 2. Dezember
2017 einen Weltrekordversuch.
Einer der Höhepunkte der exklusiven Weltreise ist der Flug
über den Südpol.
Abenteuerlich
Ein „einzigartiges Abenteuer“ nennt es HL Travel-Chef
­Richard Frühwirt. Angestrebt
wird ein Eintrag ins GuinnessBuch der Rekorde: „First
around the world tour by private charter plane with southpole
overflight“. (red)
www.hltravel.ch/de/
weltreise-kreuzfluege/
weltreise-2017.html
© shutterstock (2)
VIP-Party zur Eröffnung
Modernste Technik wird überall dort eingesetzt, wo sie den
Buchungs- und Beratungsprozess unterstützt, und über
eigene Kundenbildschirme
können Informationen zum
Hotel und zur Destination anschaulich präsentiert werden.
Neukunden, heißt es in der
Pressemitteilung, „werden
zum jeweiligen Reiseexperten der Wunschdestination
geführt, um stets das beste
Service zu gewährleisten“.
Bis zu 20 Mitarbeiter beraten
zu den unterschiedlichsten
Reisewünschen. Im ersten
Stock befindet sich die Gruppen-, Event- und IncentiveAbteilung, die die Expertise
eines weltumspannenden
Netzwerks anbietet.
Vergangene Woche fand
zur Neueröffnung eine
VIP-Party statt (Bild: KuoniManager Alfred Göbhart und
Fußball-Legende Michael
Konsel). (red)
medianet.at
Termine
AmCham Beim Business
Breakfast der US-Handelskammer stellt WienTourismusDirektor Norbert Kettner seine
Keynote unter das Thema
„Telling The Vienna Story“.
Freitag, 27.1., 8:30 Uhr
Hilton Vienna Plaza
1010 Wien/Schottenring 11
Welttag der Fremden­führer
Vortrags-Veranstaltung des
Verein der geprüften Wiener
Fremdenführer anlässlich
des 28. Welttags eben jener
Fremdenführer.
Sonntag, 19.2., 10:30 Uhr
Nationalbibliothek
1010 Wien, Heldenplatz
medianet.at
Freitag, 27. Jänner 2017 Destination 81
Angerichtet
Erdäpfelsuppe
20 g Mehl
20 g Butter
10 g Zwiebelpulver
1 l Gemüsefond
100 g Erdäpfel geschält
50 g Karotten brunoise
(= kleinwürfelig geschnitten)
50 g gelbe Rüben brunoise
50 g Sellerie brunoise
50 g Speckwürfel gebraten
Salz, Pfeffer, Majoran, Petersilie.
© APA/dpa/Fredrik von Erichsen
© Screenshot/karriere-im-hotel.at
Zutaten für 4 Personen
Mahlzeit Die „Charta Kulinarisches Österreich“ wurde am
Samstag in Berlin vorgestellt („Grüne Woche“). Dabei waren u.a.
TV-Koch Johann Lafer (Bild) und
Agrarminister Andrä Rupprechter.
Klappe, Action Österreichs
Tourismusnachwuchs begeisterte beim ÖHV-Filmwettbewerb
durchstarten-im-hotel.at. ÖHVHotelierkongress 2017 in Bad
Ischl: www.karriere-im-hotel.at
Zubereitung
Mehl in zerlassener Butter hell
rösten, Zwiebelpulver und Majoran kurz mitrösten und mit
Gemüsefond aufgießen. Einmal aufkochen lassen und mit
den Erdäpfeln 15 min. köcheln
lassen. Danach das kleinwürfe-
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Günter Fritz | Fred Fettner
Laut einer Allianz Global
­Assistance Österreich-Umfrage
bleiben die USA – allen politischen Entwicklungen zum Trotz
– auch heuer das Traumreiseziel Nummer 1 der Österreicher,
gefolgt von den Malediven und
Australien. Hoch im Kurs steht
weiterhin der Inlandsurlaub,
gefolgt von Reisen nach Neuseeland, Italien, in die Karibik
und nach Spanien. Auch Kroatien bleibt beliebt. Neu unter den
Traumreisezielen sind in
diesem Jahr Kuba und Hawaii.
Das Ranking der Sightseeing­
liste führt der Eiffelturm in
Paris an. (red)
2017
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GUIDE2017
AUSTRIA
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Mehr als 200 Skigebiete –
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und die Immofinanz. In zwei
Jahren wird eine neue HotelLandmark am Wienerberg
eröffnen – das Holiday Inn
­Vienna South mit 201 Zimmern.
Eines der Highlights des Hotel- und Bürohochhauses wird
das Panorama-Frühstücksrestaurant im 22. Stock sein.
Für das neue Hotel wurde eine
Franchise-Lizenz mit der InterContinental Hotels Group (IHG)
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82 destination
Freitag, 27. Jänner 2017
medianet.at
Event
Burgenland feiert
in Wien Neujahr
WIEN. Zur Feier der guten
2016-Bilanz in Tourismus,
Arbeitsmarkt und Bildung
luden am Dienstag der
burgenländische Landeshauptmann Hans Niessl
und Alexander Petschnig,
Landesrat für Wirtschaft
und Tourismus, zum Neujahrsempfang ins Wiener
Palais Ferstel (Bild: Reinhold Schärf, Coffeeshop
Company, Avita-Chef Peter
Prisching, Niessl, Petschnig,
Winzer Erich Scheiblhofer
und IV-Chefökonom Christian Helmenstein). (red)
15
Mio.
© APA/Herbert Neubauer
Österreicher
­zeigen Flagge
BRÜNN. Starke heimische
Präsenz bei der int. Tourismusmesse Go/Regiontour vom 19.–22.1.2017 in
Brünn: Die Chance, direkt
vor der Haustür potenzielle
Touristen für Österreich
zu begeistern, nutzte die
Niederösterreich Werbung
mit ihrer Landesausstellung
(„Alles was Recht ist“ im
Schloss Pöggstall) ebenso
wie die Wiener Alpen Tourismus GmbH für das Thema Wintersport, Outdoor
und Kultur. Weiters zeigten
die Wiener Museen sowie
der oberösterreichische Privatvermieterverband, was
Österreich den reiselustigen
Tschechen zu bieten hat.
(red)
Wien mit neuem
Nächtigungsrekord
Die Branche wird trotz ausgezeichneter Nächtigungsbilanz
das Vorjahr bestenfalls mit schwarzer Null finalisieren.
WIEN. Mit 14,96 Mio. Gästenächtigungen hat die Bundeshauptstadt im Vorjahr ihr
bisher bestes (2015) Ergebnis
um 4,4% übertroffen. Der NettoNächtigungsumsatz der Wiener
Hotellerie konnte jedoch mit der
Entwicklung nicht mithalten. Im
günstigsten Fall werde es eine
„Schwarze Null“ setzen, wie am
Mittwoch bei der Präsentation
der Bilanz betont wurde.
Airbnb schadet nicht
Von Jänner bis November 2016
blieb der Umsatz mit 663,4 Mio.
€ um 0,3% unter dem Vergleichswert des Vorjahres; die Zahlen für
Dezember liegen noch nicht vor.
Wiens Finanzstadträtin R
­ enate
Brauner – sie ist auch Präsidentin des Wiener Tourismusverbands – hofft, dass zumindest
das Vorjahresniveau erreicht
werden kann: „Wir sind optimistisch.“ Als einer der Gründe
für die nachhinkende Umsatzentwicklung wurden Rückgänge
etwa bei Gästen aus dem arabischen Raum oder Russland ins
Treffen geführt. Eher kaum eine
Auswirkung habe der Trend zur
privaten Zimmervermietung
mittels Online-Plattformen, so
Tourismusdirektor Norbert Kettner. Zudem sei der Vergleichswert 2015 ungewöhnlich hoch
gewesen. Von den wichtigsten Herkunftsmärkten wuchsen Deutschland, Österreich,
Schweiz, Frankreich, Spanien
am stärksten. Rückgänge gab es
aus den USA und Italien sowie
erneut aus Russland mit einem
Einbruch um 16%. Kettner hofft
jedoch auch hier auf Besserung:
Oktober, November und Dezember hätten bei den russischen
Gästen wieder ein Plus gebracht.
2017 wird der Wien-Tourismus laut eigenen Angaben um
14,8 Mio. € in 20 Ländern werben. Kettner: „Verstärkt wird das
Budget des WienTourismus auf
zwölf dieser Märkte von Austrian Airlines, die heuer schon zum
15. Mal als unser strategischer
Partner auftreten.“ Der gemeinsame Marketingaufwand beider
Organisationen beträgt rund
4,5 Mio. €, wobei Austrian laut
Kettner „überproportional“ zum
gemeinsamen Budget beitrage.
Eingesetzt wird das Geld u.a.
für Digitalmarketing, klassische
Werbung und Kooperationen
mit Flugbuchungs- und Reiseportalen. (APA/red)
© APA/Georg Hochmuth
© Foto Muik
Go/regiontour Brünn
Zahlen 2016
Mit 14,96 Mio.
Gästenächtigungen hat
Wien 2016 trotz
schwieriger
geopolitischer
Rahmenbedingungen sein
bisher bestes
Ergebnis aus
2015 um 4,4%
übertroffen.
Renate Brauner ist bezüglich der endgültigen Jahresbilanz „optimistisch“.
medianet.at
Freitag, 27. Jänner 2017 cover 83
automotive
business
Grafik der Woche
Zahlen, Daten und Fakten zu
Österreichs Automarkt 85
Starkes Plus DriveNow zeigt
sich mit dem vergangenen
Geschäftsjahr zufrieden 87
© DriveNow
Polytec-zahlen
© Panthermedia.net/Manuel Lesch
2016 bringt bestes
Betriebsergebnis
Rot-weiß-roter Automarkt
auf der Überholspur
WIEN. Der börsenotierte
oberösterreichische Autozulieferer Polytec hat im
vergangenen Jahr seinen
Betriebsgewinn (EBIT) nach
vorläufigen Zahlen um rund
40% auf 52 Mio. € gesteigert.
Der Umsatz verbesserte
sich um vier Prozent auf
650 Mio. €. Es handle sich
um das beste Betriebsergebnis in der 30-jährigen
Unternehmensgeschichte,
teilte Polytec mit. Das vorläufige EBITDA (Ergebnis
vor Zinsen, Steuern und
Abschreibungen) beläuft
sich auf rund 80 Mio. €. Das
entspricht einer Steigerung
gegenüber dem Vorjahr um
rund 20 Mio. €. (APA)
© Daimler
© BMW Group
Die Zahl der Neuzulassungen stieg 2016 um 6,8%, bei
den Gebrauchten gab es einen Zuwachs von 3,1%. 84
Kosten senken BMW plant Intensivierung
der Einkaufs-Kooperation mit Daimler. 86
Deutliche Zuwächse car2go steigerte die
Zahl seiner Kunden 2016 weltweit um 43%.
87
84 automotive business
Freitag, 27. Jänner 2017
medianet.at
Opel-Strategie
Weichen für die
Zukunft gestellt
© Panthermedia.net/AndreyPopov
RÜSSELSHEIM. Opel durfte
sich zuletzt über steigende
Verkaufszahlen freuen und
will deshalb seine Produktion in Europa noch effizienter gestalten. Laut Angaben
des Herstellers soll der
Nachfolger des Mokka X ab
2019 in Eisenach gefertigt
werden, die Nachfolgemodelle von Corsa und Adam
werden ab 2019 in Saragossa vom Band laufen. „Die
klare Zuordnung von einzelnen Autos an einen Standort
ermöglicht Synergien in der
Fertigung und eine besser
abgestimmte Logistik“, so
Philip R. Kienle (Bild), Geschäftsführer Produktion
der Opel Group. (red)
Starkes Jahr für
den Pkw-Handel
© Opel Group
Nachdem das Plus 2015 mit 1,7% noch verhalten ausfiel, gab
der heimische Neuwagenmarkt 2016 richtig Gas: plus 6,8%.
Mercedes-pläne
••• Von Jürgen Zacharias
Modellpalette
am Höhepunkt
WIEN. 2016 dürfte ein Jahr nach
dem Geschmack der Importeure
und Fahrzeughändler gewesen
sein: Bei den Gebrauchten lag
das Plus bei 3,1 Prozent und
stieg auf 841.310 Fahrzeuge,und
bei den Neuwagen legten die
Verkäufe gar um 6,8 Prozent auf
329.604 Autos zu. Stark entwickelte sich v.a. das Geschäft mit
Tageszulassungen rückläufig
Überdurchschnittlich stark
konnte sich im Vorjahr mit einem Plus von 21,2% Mercedes
© APA/dpa/Uli Deck
STUTTGART. Mercedes hat
in den vergangenen Jahren – erfolgreich – in neue
Modelle investiert. Nun
dürfte das Wachstum aber
langsam zu Ende gehen,
wie Entwicklungschef Ola
­Källenius in einem Interview mit der Automobilwoche bestätigt.
„Wir sind aktuell bei 33
Modellen und gehen in
Richtung 40 – mit den neuen EQ-Modellen werden es
am Ende vielleicht ein paar
mehr sein. Danach könnte
ein Höhepunkt erreicht
sein“, so Källenius. (red)
Elektroautos (+128,1%) und Benzin-Hybrid-Fahrzeugen (+55,5%).
Bei Diesel-Hybrid gab es hingegen ein Minus (53,6%), auch die
Zahl der verkauften Erdgas-Autos ging um 28,7% zurück – auf
119 Wagen.
Die stärksten Verkaufszuwächse gab es 2016 bei Mercedes: plus 21,2%.
entwickeln (13.140 Autos), den
deutlichsten Rückgang gab es
bei Hyundai (–20,1%).
Die Koreaner liegen dafür im
Tageszulassungs-Ranking voran: Jede dritte Kurzzulassung
entfällt hierzulande auf einen
Hyundai.
Insgesamt registrierten die
Statistiker 20.687 Tageszulassungen – um 14,3% weniger als
2015.
Zuwächse in ganz Europa
Ein ähnliches Plus bei den
verkauften Neuwagen wie in
Österreich gab es auch auf europäischer Ebene: Laut dem europäischen Herstellerverband
ACEA stieg die Zahl der verkauften Autos in der EU um 6,8 Prozent auf 14,64 Mio.
Damit bewegen sich die Zahlen fast wieder auf dem Niveau
von 2008, sind aber noch deutlich entfernt vom Vorkrisenjahr
2007, als 15,9 Mio. Autos neu
zugelassen wurden.
medianet.at
Freitag, 27. Jänner 2017 automotive business 85
Österreichs Automarkt 2016
Laut aktuellen Daten der Statistik Austria stieg im Vorjahr sowohl die Zahl der
Neu­zulassungen als auch der Gebrauchtwagen. Bei Tageszulassungen gab es ein Minus.
+3,1%
l 2015
l 2016
816.116
841.310
–14,1%
24.148
20.687
Tageszulassungen
2016 wurden 20.687 Fahrzeuge nur
kurz zum Verkehr zugelassen, im Jahr
davor waren es noch 24.148. Die – mit
Abstand – meisten Fahrzeuge kommen
von Hyundai (33,1% aller Tageszulassungen), gefolgt von Audi (1.958, 9,5%)
und Peugeot (1.877, 9,1%).
+6,8%
329.604
308.555
Neuzulassungen
Gebrauchtzulassungen
2015
2016
329.604
3.826
+
12
8%
Gegenüber 2015 stieg die Zahl der Neuzulassungen
im vergangenen Jahr von 308.555 um 6,8 Prozent
auf 329.604 Fahrzeuge. Bei den Gebrauchten gab
es ein Plus von 3,1 Prozent auf 841.310.
%
+30,9
%
5,9
+9
1.677
1.281
654
201320142015 2016
+128%
Die beliebtesten Marken
Neue
20,8%
Gebrauchte
17,2%
Stromer-Boom
Die Zahl der neu zum Verkehr zugelassenen Elektrofahrzeuge ist in Österreich im
Vorjahr um 128% auf 3.826 Autos gestiegen.
Schon in den Jahren davor hatte es deutliche Zuwächse gegeben: Von 2013 (654) um
95,9% auf 2014 (1.281) und um weitere 30,9%
auf das Jahr 2015 (1.677).
Quelle: Statistik Austria; Foto: © Panthermedia.net/Macor
9,5%
6,8%
VW
Opel
7,4%
6,4%
Skoda
VW
Audi
BMW
Anteil am Gesamtmarkt
86 automotive business
Freitag, 27. Jänner 2017
medianet.at
US-Justizministerium
WASHINGTON/TOKIO.
Nach Volkswagen hat sich
das US-Justizministerium
auch mit dem japanischen
Autozulieferer Takata auf
einen milliardenschweren
Vergleich geeinigt. Wie das
Ministerium dieser Tage
in Washington mitteilte,
willigte das Unternehmen
wegen seiner defekten Airbags in eine Strafzahlung
von einer Mrd. USD (936,42
Mio. €) ein. Außerdem
wird die japanische Firma
ein Schuldeingeständnis
­ablegen. (APA)
© BMW Group; Daimler
Einigung mit
Airbag-Hersteller
Schon jetzt sparen Daimler und BMW dank ihres gemeinsamen Einkaufs jedes Jahr viel Geld.
Magna-innovation
Kooperation intensivieren
Ultraleichte Tür
feiert Premiere
DETROIT. Magna hat in Zusammenarbeit mit dem U.S.
Department of Energy (DOE)
und seinen Partnern FCA US
und Grupo Antolin eine ultraleichte Tür entwickelt, die
Gewichtseinsparungen von
42,5% im Vergleich zu normalen Türen möglich machen soll. Magna und seine
Partner haben das Projekt
auf der North American
International Auto Show
2017 vorgestellt. Die Rohtür
besteht zu einem Großteil
aus Aluminium; eine wesentliche Innovation ist
die Integration von Smart
Latch, dem elektronischen
Verriegelungssystem von
Magna. (ampnet)
Potenzial und will die Einkaufskooperation nun ausbauen, wie
der neue BMW-Einkaufschef
Markus Duesmann bestätigte.
MÜNCHEN/STUTTGART. Vor
mittlerweile neun Jahren begannen Daimler und BMW, gemeinsam Teile zu beschaffen. Reifen,
Sitzgestelle, Kühlmittelpumpen und andere Komponenten,
die für die Unterscheidung der
beiden Marken nicht relevant
sind, werden von den Premiumherstellern seitdem gemeinsam
beschafft, was den beiden Autobauern unterm Strich jährlich
viele Millionen Euro spart. BMW
sieht allerdings noch weiteres
Fokus auf Branchentrends
„Das ist sicher noch nicht ausgereizt, es gibt regelmäßig Gespräche, und wir reden jetzt
über den gemeinsamen Einkauf
weiterer Komponenten“, sagte
Duesmann der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Details zu
den Planungen oder zum mögli-
chen Einsparvolumen wollte er
allerdings nicht nennen.
Der Blick von Duesmann dürfte vor allem auf Branchentrends
wie E-Mobilität und automatisiertes Fahren gerichtet sein:
„Wir müssen in den nächsten
Jahren wesentlich mehr Software kaufen“, so der BMWManager, der sich mehr Lieferanten-Vielfalt wünsche. Bei
Batteriezellen entscheide man
daher „von Modellgeneration zu
Modellgeneration“. (red)
Pappas schafft neue Verkaufsabteilung
Fokus der Pkw-Einheit liegt auf Gewerbekunden und Sonderabnehmern.
SALZBURG. Die Sparte PkwVertrieb in der Pappas Gruppe
Österreich schafft eine eigene
Verkaufsabteilung für Gewerbekunden und Sonderabnehmer,
die Verkaufsleitung übernimmt
Thomas Führer (Bild rechts).
„Das Geschäft mit Gewerbe- und Flottenkunden ist ein
Wachstumssegment. Wir haben
uns in den letzten Jahren mit
eigenen Key Account Managern
© Pappas/Andreas Kolarik
© Magna
BMW will die bestehende Einkaufszusammenarbeit mit Daimler
ausbauen und auf weitere Bereiche ausdehnen.
und in Zusammenarbeit mit Importeuren und Finanzierungsgesellschaften professionalisiert“,
betont Benedikt Margreiter (Bild
links), Spartenleiter Pkw-Vertrieb, an den Führer berichten
wird. „Mit der Schaffung einer
eigenen Abteilung tragen wir der
Bedeutung der Gewerbe- und
Flottenkunden Rechnung und
legen gleichzeitig die Grundlage
für weiteres Wachstum.“ (red)
medianet.at
Freitag, 27. Jänner 2017 automotive business 87
car2go legt auch
2016 deutlich zu
Drive now-Bilanz
Carsharer mit
Vorjahr zufrieden
MÜNCHEN. Auch DriveNow, das Carsharing-JointVenture der BMW Group
und der Sixt SE, zieht zum
Jahreswechsel 2016/17
eine positive Bilanz. Das
Unternehmen verzeichnete
mit Jahreswechsel weltweit
815.000 registrierte Kunden, das entspricht einem
Wachstum von 42% im Vergleich zum Jahreswechsel
2015/16. Aktuell bietet das
Unternehmen seinen Service in elf Städten an – fünf
davon in Deutschland und
sechs im europäischen Ausland. Über 5.000 Fahrzeuge
können die Kunden städteübergreifend nutzen, davon
860 elektrische BMW i3.
Daimlers Carsharing-Tochter steigert ihre Kundenzahl im
vergangenen Jahr um 43 Prozent auf weltweit 2,2 Millionen.
© car2go
Expansion in neue Märkte
Nachdem das Unternehmen
2016 in Mailand und Brüssel neu gestartet war, sollen
auch 2017 neue Märkte
erobert werden. Die beiden
Geschäftsführer Sebastian
Hofelich und Nico Gabriel
setzen dabei allerdings auf
Nachhaltigkeit: „Auch 2017
wollen wir DriveNow in unserem erprobten Tempo in
zwei oder drei neue Städte
bringen“, so die beiden Manager. „Wir führen unseren
bisherigen Erfolg auf eine
gesunde wirtschaftliche Basis und ein Wachstum mit
Augenmaß zurück. Wir kommen jeweils, um in der Stadt
zu bleiben.“ (red)
Neue Produkte in der Pipeline
„Carsharing bleibt ein dynamischer Wachstumsmarkt“, zieht
Olivier Reppert, CEO der car2go
Group, zufrieden Bilanz und
blickt auch zuversichtlich ins
neue Jahr. „Wir werden unser
Bestandteil unseres umfassenden Mobilitätsangebots. Immer
mehr Kunden setzen auf unsere Mobilitätsdienstleistungen
– und sie alle haben eines gemeinsam: Sie wollen zeitgemäß,
flexibel und spontan in der Stadt
unterwegs sein – auch über den
Kauf eines Autos hinaus.“ (red)
© DriveNow
Geschäft auch im kommenden
Jahr deutlich ausweiten – mit
neuen Flotten, neuen Angeboten
und auch mit neuen Produkten.“
Auch Klaus Entenmann, Vorstandsvorsitzender der Daimler
Financial Services AG, ist von der
Entwicklung überzeugt: „car2go
ist mittlerweile ein integraler
© Daimler
STUTTGART. Carsharing boomt
– das belegen die aktuellen
Zahlen von car2go. Das Unternehmen konnte 2016 die Zahl
seiner Kunden um 43% auf 2,2
Mio. steigern, weltweit sind die
rund 14.000 car2go-Fahrzeuge
mehr als 22 Mio. Mal angemietet
worden. Das entspricht einem
Wachstum von 21% im Vergleich
zum Vorjahreswert.
Den größten Kundenzuwachs
gab es in den Städten Madrid
(+96.000), Berlin (+47.000), Vancouver (+26.000) und Hamburg
(+26.000); Berlin bleibt mit
175.000 Kunden größte car2goStadt, in Wien zählt das Unternehmen 115.000 Kunden.
Berlin ist mit 175.000 Kunden auch 2016 größte car2go-Stadt der Welt.
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