Institut für Musikpädagogik

Rhythmisches Aufwärmen
Let´s move in time our feet
Bernhard Cronenberg,
nach einer Idee von Joachim Dölker
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Let´s
Bewegungsanleitung zu „Move intime“
Viertelmetrum abwechselnd mit li und re Fußballen stampfen
1.
move:
time:
feet:
yeah:
Let´s, in, our:
nach vorne beugen
auf die Armbanduhr zeigen
zu den Füßen zeigen
Arme mit gespreizten Fingern hochstrecken
schnippen
2.
Möglichkeiten der Ausführung:
a. die gesamte Gruppe spricht den Text samt Bewegungsanleitungen
b. Text und Bewegungen werden auf 5 Gruppen aufgeteilt, wobei die Wörter und
die Bewegungen von „in, our, Let´s“ von einer Gruppe ausgeführt werden
Fußübungen mit Schellen
Bernhard Cronenberg
Vorbemerkungen:
• Die Übungen sollen immer ohne Schuhe, lediglich mit Socken (ev. barfuß) und den Schellen
ausgeführt werden. Dadurch werden störende Nebengeräusche der Schuhsohlen
verhindert.
• Immer den gesamten Fuß (Ferse und Ballen) aufsetzen - „erdiger“ Kontakt.
• Position des Körpers: Knie leicht abgewinkelt, Oberkörper etwas nach vorne geneigt, Gesäß
nach hinten
ÜBUNG 1:
3 Rhythmen, basierend auf dem Viertelpuls.
Textmerkhilfe für die einzelnen Zeilen:
1. Wir ler-nen af-ri-ka-nisch tanzen
2. Heu-te kauft die Mut-ter Salz-stan-gerl
3. Franz spielt den Kontrabass viel bes-ser doch zu Hau-se
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ÜBUNG 2:
Bimetrik: Oberer Rhythmus ist bereits Composite Rhythm aus Zweier- und Dreiermetrum.
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tom to-co tom tom to-co tom to-co to-co to-co tom to-co tom
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ÜBUNG 3:
Ausführung in 2 Gruppen; Kanonischer Einsatz bei 2.
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du gu da ga da du gu da ga da du gu dada-gadadada-gada da ga da
TIMELINES
Timelines sind so genannte „letzte“ Rhythmen, also die ideale Aufteilung von Akzenten
(=Schlagzahl) innerhalb eines sich wiederholenden metrischen Gefüges (=Formzahl).
Ausführung: in drei Gruppen (Timeline, Formzahl, Unterteilung der Formzahl)
a. Formzahl 8 - Schlagzahl 3 (Rumba)
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b. Formzahl 12 - Schlagzahl 5
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c. Formzahl 12 - Schlagzahl 7
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d. Formzahl 16 - Schlagzahl 8
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Akzentverschiebungen
Ausführung:
1. durchgehende Sechzehntel abwechselnd re und li leise spielen (z. B. Klopfen auf
Oberschenkel, Tischplatte etc. oder auf Rhythmusinstrumente übertragen)
2. Akzente laut spielen
3. zeilenweise ausführen (1,2,3,1,2,3....) - Tempo steigern
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Die Technik des Cross und Composite Rhythm
Generelle Information:
Rhythmus, im westlichen Sin als zeitliche Ordnung von Tonlängen definiert, erfährt in Schwarzafrika insofern eine Erweiterung, als der Terminus in einem größeren gesellschaftlichen Rahmen gesehen wird: als
regelmäßige Pulsation (Beat), der als stabiler Punkt fungiert, in dem sich die dynamische Energie der
gesamten Gemeinschaft vereinigt - gleichsam als kollektives Ausdrucksbedürfnis.
In der kulturellen Sichtweise Schwarzafrikas wird das Leben als Interaktion zwischen dynamischen
Kräften: Mensch, Tiere, Steine ... wahrgenommen. Dieses Spiel führt oftmals zu Hindernissen. Rhythmus
wird demnach als die leitende Kraft gesehen, die streng und sicher durch das widerstrebende Spiel der
dynamischen Kräfte leitet.
In einem komplexen Miteinander unterschiedlicher rhythmischer Strukturen (beat schemes) sehnt sich
der Mensch gewöhnlich nach einem fokussierenden Punkt. Nach der musikalischen Auffassung der
Schwarzafrikaner ist eines dieser beat schemes dominant und wird daher als main beat mit strengen
immer wiederkehrenden Akzenten bezeichnet. Im kulturellen Verständnis Schwarzafrikas bedeutet demnach polyrhythmische Technik die ohne Warnung hereinbrechenden und unvorhersehbaren
Geschehnisse und Hindernisse des menschlichen Lebens, die in der rhythmischen Umsetzung von
einem statischen zu einem dynamischen Punkt führen.
Basis der Technik des Cross Rhythm ist die Unterteilung einer identen Zeitperiode in unterschiedliche
Einheiten (beat schemes): 2er, 3er, 4er-Einheiten ....
Die zeitlich simultane Ausführung unterschiedlicher beat schemes heißt cross rhythm. Einfachstes
Beispiel hierfür ist 2:3 (siehe Abb. 1). In weiterer Folge sind es Vielfache von 2 und 3.
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Abb. 1
CROSS RHYTHM - 4 : 6
Der simultane Ablauf unterschiedlicher beat schemes (4:6) ergibt einen zusammengesetzten Rhythmus
(composite rhythm) - Abb. 2.
main beat
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secondary beat
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composite
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Abb. 2
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Unter Polyrhythmik versteht man nun den Wechsel der relativen zeitlichen Position verschiedener beat
schemes eines cross rhythm - Abb. 3. (Secondary beat scheme um ein Achtel zeitversetzt).
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main beat
secondary beat
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composite
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Abb. 3
Die Technik, den composite rhythm in seiner Grundgestalt mit der 1. Variation (shifted composite) über
ein four beat scheme laufen zu lassen, nennt man overlapping - Abb. 4.
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1
main beat
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8 œ.
1
composite
shifted composite
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3
4
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Abb. 4
Ein rhythmisches Motiv entsteht beispielsweise unter Kombination der composite rhythms in der Grundgestalt und in ihrer 1. Variation - Abb. 5.
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Abb. 5
Dieses rhyhtmische Motiv ist wiederum Basis einer der populärsten Timelines (z.B. Anlo-Ewe in Ghana)
- Abb. 6. Four beat scheme als Basis, darüber sieben Akzente.
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1
Abb. 6
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3
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