Lesen Sie hier den Weihnachtsgruß 2016 von

Weihnachtsgruß
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
bis Weihnachten und Neujahr sind es nur noch wenige Tage. Hinter uns liegt ein spannendes und turbulentes Jahr.
Wir durften schöne und bewegende Momente erleben, die uns froh und glücklich machten. Wir mussten aber leider
auch erfahren, dass dieses Glück nicht jedem beschieden ist. Wir mussten feststellen, welch ein empfindliches,
zerbrechliches Gut unser gutsituiertes Leben in Harmonie und Frieden ist. Machen wir uns bewusst, dass es nicht
selbstverständlich ist, in Frieden und Freiheit, in einer Demokratie und einem die Menschenrechte wahrenden Staat
zu leben. Diese Werte müssen immer wieder neu errungen und verteidigt werden.
Es ist deshalb unsere Verpflichtung, nicht die Augen vor Hass und Gewalt zu verschließen, sondern einzuschreiten,
wenn Mitmenschen oder die Grundrechte bedroht sind. Frieden und Menschenrechte brauchen Menschen, die für sie
eintreten – immer und überall! Leider haben wir im zu Ende gehenden Jahr auch erfahren, dass es Menschen gibt,
die Hass schüren und Ängste heraufbeschwören. „Augen auf – Ohren auf – Mund auf“, das ist ein Motto, das heute
wieder mehr denn je gelten sollte. Fragen wir uns, was wohl die Menschen in 75 oder 100 Jahren über uns denken?
Über unsere Ansichten, Überzeugungen, Engstirnigkeiten, Fehleinschätzungen? Welchen „Führern“ folgen wir heute?
Unüberlegt, unreflektiert, vorschnell, geblendet? Wo handeln auch wir nicht?
Rassismus, Ausländerfeindlichkeit, Ressentiments gegen Fremde, beschränken sich leider nicht mehr nur auf die
rechte Szene. Sie begegnen uns überall. Und wir alle können etwas dagegen tun. Jeder ist gefordert! Sei es am
Arbeitsplatz, in der Schule, im Verein, der Kneipe, den sozialen Medien und vor allem in der Familie – das sind die
Orte, wo im Alltag Meinungsbildung erfolgt, wo Gutes oder eben Schlechtes entsteht. Hinterfragen wir unsinnige
Sprüche und Allgemeinplätze, widersprechen wir diskriminierenden Äußerungen, lachen wir nicht über dumme
Witze und machen wir klar, dass wir anderer Meinung sind. Lassen wir Gegenwind spüren. Zeigen wir, dass nicht alle
denken wie sie. Sätze, die anfangen mit „ich bin kein Rassist aber….“, „ich habe nichts gegen Ausländer, aber…“ oder
„man wird ja wohl noch sagen dürfen…“ leiten allzu häufig rechtsgesinnte Parolen ein. Parolen sind keine Argumente,
in der Regel platt, inhaltlich verkürzt und deshalb schwer zu widerlegen. Oft scheint es unmöglich, sie zu entkräften,
weil sie stark vereinfachen. Die Themen sind komplex, die Parolen zugespitzt. ABER: Weghören oder schweigen wird
oft als Zustimmung verstanden. Lassen wir nicht zu, dass Parolen, Propaganda und Hetze unwidersprochen bleiben.
Ob wir nun Christen, Juden, Muslime, Atheisten oder Anhänger anderer Glaubensrichtungen sind, sollte heute
irrelevant sein, wir sollten an die eigentliche Botschaft von Weihnachten denken, an Nächstenliebe, Solidarität und
Frieden und uns für diese universellen Werte stark machen – und nicht nur an Weihnachten.
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
das Jahr 2016 neigt sich dem Ende zu und es ist Weihnachtszeit, Zeit zur Einkehr, zur Besinnlichkeit und Ruhe.
Gemeinsam haben wir im Jahr 2016 Vieles erreicht und jeder von uns hat seine persönlichen Höhen und Tiefen und
große wie auch kleine Momente gehabt. Weihnachten gibt uns die Zeit, über diese Momente nachzudenken, sie zu
verarbeiten und Schlüsse daraus zu ziehen. Nehmen wir uns diese Zeit.
Ich möchte an dieser Stelle gerne die Gelegenheit nutzen, mich persönlich und auch im Namen des Gemeinderates
und der Gemeindeverwaltung, für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Bürgerschaft, Vereinen
und Verbänden und der Verwaltung im jetzt zu Ende gehenden Jahr bedanken. Unsere gute Entwicklung beruht auch
mit auf Ihren Stärken, liebe Lauchringer, die Sie hier leben und arbeiten. Genauso begründen sich Erfolge auch
darauf, dass wir Probleme gemeinsam angehen, dass sich viele Einzelne für unser Gemeinwesen in die Verantwortung
nehmen lassen und mit Initiative und Kreativität, mit Tatkraft und Engagement für die Menschen in Lauchringen
Verantwortung tragen. Für all dieses bürgerschaftliche Engagement, sage ich: „Herzlichen Dank!“
Für viele von uns war das zu Ende gehende Jahr ein gutes Jahr. Ein Jahr mit Erfolgen, im privaten und beruflichen
Bereich. Für einige von uns war es aber auch ein Jahr des Misserfolges, der Enttäuschung, der Sorgen oder der
Trauer. All jenen wünsche ich viel Kraft, Zuversicht und Gottvertrauen. Denken wir gerade jetzt daran, dass es unter
uns Menschen gibt, die einen Schicksalsschlag hinnehmen mussten oder an einer schweren Krankheit leiden. Jeder
von uns kann durch Zuhören oder ein aufmunterndes Wort wenigstens eine kleine Freude bereiten.
Für das bevorstehende Weihnachtsfest und den Jahreswechsel wünsche ich deshalb allen Ruhe und Besinnlichkeit und
die Zeit, für das neue Jahr Kraft zu schöpfen.
Herzlichst Ihr
Thomas Schäuble
Bürgermeister