Kein Folientitel - Universität Rostock

Leistungsverbesserung durch
Rotoroptimierung
Prof. Dipl. - Ing. Henry Seifert
Hochschule Bremerhaven
Universität Rostock, 12. Mai 2016
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
1
Offshore Windenergie in Bremerhaven
Auslegung, Produktion, Logistik, Betrieb,
Forschung und Lehre
Foto: BIS Bremerhaven
Hochschule
Bremerhaven
Windenergielehre und -forschung
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
3
Windenergie studieren in Bremerhaven
MAR
WET
Bachelorstudiengang: Maritime Technologien
mit Schwerpunkt Windenergie
Masterstudiengang: Windenergietechnik
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
4
Von alten Windmühlen mit viel “Handarbeit” zur
modernen automatisch arbeitenden
netzeinspeisenden Windenergieanlage (WEA)
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
5
Größenentwicklung moderner WEA
Größte Serienanlage
Airbus A 380
Rotordurchmesser, m
Prototyp
6 MW
5 MW
1.5 MW
3 MW
0.5 MW
0.3 MW
0.05 MW
Ulmer Münster
Zeit
Datenquelle: DEWI und BWE
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
6
Gemeinsame Wurzel der „optimierten Aerodynamik“
Hütter W34
1957
1957
Der erste Kunststoff trägt Lasten für die optimale Gleitzahl
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
7
Die „Standardtechnik“ heutiger WEA
MegaWatt bis MultiMegaWatt-Auslegung
Hohe Stahl-, Beton oder Hybridtürme
Luv-laufender Rotor mit drei Blättern
Horizontale Achse
Direkte Netzeinspeisung bei variabler Drehzahl
Aktive Blattregelung zur Leistungsbegrenzung
Geringe Geräuschentwicklung
Mit Getriebe oder getriebelos
Hohe Effizienz und hohe technische Verfügbarkeit
Niedrige Investitionen und geringe O&M Kosten
Lange Lebensdauer unter extremen externen Bedingungen
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
8
Optimale Energieumwandlung
WIND
Nur ein Teil der
kann
Energie des Windes
umgesetzt werden,
um maximale
zu erzeugen
elektrische Energie
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
9
Der Leistungsbeiwert cp des Rotors einer WEA
wird als Wirkungsgrad definiert:
PRotor
Rotorleistung
Leistungsb eiwert c p 

 3
Windleistung
v ARotor
2
Er liegt damit immer unter 1
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
10
Leistungsbeiwert cp
Maximal erreichbarer Leistungsbeiwert nach Betz
0.8
v   ungestörte Windgeschwindigkeit
v  Geschwindi gkeit in der Rotorebene
cp 
v 2  Geschwindi gkeit hinter dem Rotor

2
0.6
Protor
v 3 Arotor
0.4
v 0
v
0.2
2
v
3
1
v2  v
3
v
v2  0
v  v  v2
0.0
0.0
0.2
0.4
16
cp 
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
27
0.6
0.8
Abminderung 
1.0
 v2 v
12. Mai 2016
11
Nach heutigem Wissensstand kann der
Leistungsbeiwert des Rotors nach der Theorie
von Betz maximal 0.59 oder 59% sein
16
Maximaler Leistungsb eiwert c p 
 0.59
27
Albert Betz, Aerodynamische Versuchsanstalt Göttingen 1926
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
12
Der Leistungsbeiwert der gesamten WEA
schließt die Verluste des Triebstrangs und der
elektrischen Umwandlung mit ein.
Gesamtleistungsbeiwert cp·η
Heutige Rotoren erreichen maximal einen
Gesamtleistungsbeiwert von etwa 0.5
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
13
Der Leistungsbeiwert sagt etwas über die
aerodynamische Güte des Rotors aus
Die Leistungskennlinie oder Leistungskurve
einer Windenergieanlage ist der Grundstein der
Energieertragsberechnung
P
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven

2
v c p ARotor
3
12. Mai 2016
14
Wo gibt es Optimierungsmöglichkeiten?
Mit dem Rotorschub müssen wir leben,
der aerodynamische Widerstand muss minimiert
werden, um eine hohe Rotorleistung zu
erreichen.
Die Rotordrehzahl muss so groß wie möglich
sein, um die Momente klein zu halten und so
klein wie möglich, um Geräusch und Erosion zu
minimieren
P  M 
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
15
Leistung des Windes
10,000
Leistung im Wind, kW
Leistung im Wind
8,000
6,000
Theoretisch maximal
entnehmbare Leistung
5026 m²
4,000
80 m Ø
2,000
0
0
5
10
15
20
25
Windgeschwindigkeit, m/s
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
16
Leistung einer WEA
10,000
Elektrische Leistung, kW
Leistung im Wind
8,000
6,000
Theoretisch maximal
entnehmbare Leistung
5026 m²
4,000
80 m Ø
Leistung einer 2MW WEA
2,000
0
0
5
10
15
20
25
Windgeschwindigkeit, m/s
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
17
Leistung einer WEA
8,000
6,000
4,000
Abschalten
Einschalten
Elektrische Leistung, kW
10,000
Teilleistungs-
Regelungsbereich
2,000
0
0
5
10
15
20
25
Windgeschwindigkeit, m/s
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
18
Leistung einer WEA
8,000
6,000
4,000
Abschalten
Einschalten
Elektrische Leistung, kW
10,000
Teilleistungs-
Regelungsbereich
2,000
Optimierungsbereich für den Rotor
0
0
5
10
15
20
25
Windgeschwindigkeit, m/s
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
19
In die optimale aerodynamische Auslegung
eines Rotorblattes gehen ein:
•
•
•
•
•
•
Blattzahl z
Blatttiefenverteilung t(r)
Blattverwindungsverteilung (r)
Rotorblattprofile
Rotordrehzahl n, ω
Auslegungswindgeschwindigkeit vdesign
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
20
Optimale Rotorblattgeometrie ?
Theoretisches Optimum für cl = konstant
Nahe am Optimum
16 
t( r ) 


9 z  cl r   2
2
v design
Quelle: Hütter
t (r) örtliche Blatttiefe
z
Blattzahl
cl
Auftriebsbeiwert
r
örtlicher Radius
Vdesign Auslegungswindg.

© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
Winkelgeschwindigkeit
Quelle: Enercon Prospekt E70
12. Mai 2016
21
Anströmung an einem Blattelement
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
22
Anströmung an einem Blattelement
Auftriebskraft
Schubkraft
Widerstandskraft
r
Rotorebene

v'
Resultierende aerodynamische Kraft
Tangentiale Antriebskraft
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
23
Anströmung an einem Blattelement
Biegt das Rotorblatt
r
Rotorebene

v'
Liefert das Antriebsmoment und damit
die Leistung
Maximales Verhältnis Auftrieb zu Widerstand ist anzustreben
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
24
Was sagt der Aerodynamiker?
Dünne widerstandsarme Laminarprofile mit
spitzer Endkante zur Geräuschreduktion.
Was sagt der Strukturdesigner?
Große Bauhöhe für hohe Steifigkeit und
Beulsicherheit
Was sagt der Fertigungsingenieur?
Unempfindliche Kontur und dicke Endkante
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
25
Was sagt der Aerodynamiker?
Große Rotorblatttiefe im Wurzelbereich
Was sagt der Strukturdesigner?
Kreisquerschnitt an der Wurzel mit hoher
Steifigkeit für das Blattlager
Was sagt der Logistiker?
Die Brückendurchfahrtshöhe beträgt 4 Meter
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
26
Was beeinträchtigt die Rotorblattaerodynamik?
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
27
Einfluss auf die aerodynamische Leistung
 Nasenrauhigkeiten / Erosion
 Insekten
 Regen
 Eis
 Herstellungsfehler / Profilungenauigkeiten
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
28
Nasenrauhigkeiten
Quelle: Akaflieg Dresden
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
29
Elektrische Leistung P/PNenn, %
Einfluss von Verschmutzung auf die Leistungskurve
Simulierte Insektenverschmutzung
an der Profilnase
sauber
verschmutzt
Windgeschwindigkeit, m/s
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
Quelle: DLR
12. Mai 2016
30
El. Leistung, P/PR %
Einfluss von Regen auf die Leistungskurve
Trockenes Rotorblatt
Starker Regen
Laststufe 2
Normaler Regen
Laststufe 1
Windgeschwindigkeit in Nabenhöhe, m/s
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
Quelle: DLR
12. Mai 2016
31
Einfluss von Eisansatz auf die Leistungskurve
Rotorleistung in % der Nennleistung
120
100
PNenn
80
Ohne Eisansatz
B
3% Eisansatz an Profilnase
60
22% Eisansatz an Profilnase
B
40
20
0
0
5
10
15
20
Windgeschwindigkeit in Nabenhöhe in m/s
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
32
Eisansatz am Rotorblatt und an Kontrollinstrumenten
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
33
Typen von Rotorblattvereisung
Quelle: DFVLR, DEWI
Eisstücke von
MW - WEA
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
34
Einfluss der Blatthinterkantendicke auf das Geräusch
A-gewichteter Schallleistungspegel dB(A)
Trailing edge thickness in mm
5 mm
3 mm
2 mm
1 mm
Quelle: DEWI Magazin
Frequenz, Hz
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
35
Randwirbel durch Druckausgleich
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
Quelle: Hütter / RISØ
12. Mai 2016
36
Beispiel: Aerodynamische Auslegung Blattspitze
Winglets in die “richtige” Richtung bei einem
Segelflugzeug und einem Lee laufendem Rotor
Ref.: TU Graz
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
© H.Seifert
www.hs-bremerhaven.de
12. Mai 2016
37
37
Lohnt sich eine Optimierung?
Nach Betz sind 59% möglich, 50% bereits heute
erreicht und technisch machbar.
Bei Altanlagen besteht durchaus ein
nachträgliches Optimierungspotential
Bei neuen Anlagen müssen aerodynamische,
logistische, fertigungstechnische und
strukturelle Parameter aufeinander abgestimmt
und optimiert werden
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
38
cp--Diagramm einer pitch-geregelten WEA
mit variabler Rotordrehzahl
0.5
Rotorleistungsbeiwert cp
Leistung < Nennleistung
Nennleistung
λ  konstant, n = variabel
0.4
b=-2°
0.3
0°
2.5°
0.2
5°
Zuschalten
0.1
10°
20°
30°
0
0
Abschalten
4
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
8
12
16
20
Schnelllaufzahl
24

12. Mai 2016
39
Optimierungsmöglichkeiten
Leistungskurve:
Pel = ρ/2·v³·cp·η·A
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
40
Leistungskurve:
Pel = ρ/2·v³·cp·η·A
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
41
Leistungskurve:
Pel = ρ/2·v³·cp·η·A
Vergrößern der
Nabenhöhe
Neuer Turm oder zusätzliche Turmsegmente, Neuberechnung
des Fundaments, große Kräne notwendig, teuer, …..
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
42
Leistungskurve:
Pel = ρ/2·v³·cp·η·A
Vergrößern der
Rotorkreisfläche
bzw. des Rotordurchmessers
Rotorschub steigt, geänderte Ermüdungsbeanspruchungen
und Leistungsregelung prüfen, Eigenfrequenzen prüfen,
relativ günstig, …..
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
43
Leistungskurve:
Pel = ρ/2·v³·cp·η·A
Vergrößern der
Rotorkreisfläche
bzw. des Rotordurchmessers
Extender zwischen Nabe und Blatt
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
44
FG = mb·g
MG = mb·g·xs
Kran wird benötigt, neue Verwindungsverteilung ungünstig,
deterministische Schwenkbiegelasten zu groß, teuer, ….
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
45
Verlängerung des Rotorblattes an der Blattspitze am
Standort, Bühne notwendig, relativ geringe Kosten
Leichtbaukonstruktion, optimale Verwindung, …..
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
46
Diese Rotoroptimierung wurde im Auftrag der
Energiekontor AG erfolgreich umgesetzt:
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
47
Realisierung:
Windpark Debstedt
Landkreis Cuxhaven
Windparkauslegung:
11 WEA Bonus 54 / 1 MW
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
48
Originale Blattspitze
Rezeptor
z
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
49
Mit Verlängerung
y
Rezeptor
z
1000 mm
-1000 mm
1m Verlängerung, vorgefertigt and vor Ort an die
originalen Blätter montiert und verklebt
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
50
CAD - Modell
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
51
Leistungskennlinien
1.2
Original
Extention 1 m
Power/Rated power
1.0
0.8
0.6
0.4
0.2
0.0
0
5
10
15
20
Wind speed at hub height, m/s
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
52
Anstieg des Jahresenergieertrags
10
Prediction of AEP increase , %
9
Untersuchter Standort
8
7
6
5
4
3
2
Extention 1 m, Simulation
1
Based on power curve measurement of original WT 1 MW/54
0
0
2
4
6
8
10
12
Annual average wind speed at hub height, Rayleigh distributed, m/s
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
53
Zwei benachbarte WEA im Windpark wurden mit
Messtechnik ausgestattet und die Daten vor und nach der
Modifizierung aufgezeichnet.
Die Daten der modifizierten WEA wurden relativ zur denen
der Nachbaranlage verglichen
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
54
#
Position Panoramafoto
Beobachtete
WEA
# mod
Messmast
#10 #9 #8
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
#4 #7 #3
Messmast
#2
#1
#6
12. Mai 2016
55
Ergebnisse
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
56
Eine Prototypverlängerung wurde gebaut, getestet und
montiert. Es liegen mehrere Jahre Erfahrungen mit
diesem Prototyp bis in den Starkwindbereich vor
Die Messkampagne bestätigte die erwartete Änderung im
Bereich der Eigenfrequenzen der Rotorblätter um -2.5%
Die Geräuschemission wurde nicht messbar verändert
Die Steigerung des Energieertrags wurde messtechnisch
mit 7% ermittelt und bestätigte damit die Berechnungen
für den Standort
Eine positive Bewertung durch einen Zertifizierer liegt vor
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
57
Der “return of investment” einer seriell hergestellten und
montierten Blattspitzenverlängerung beträgt ca. 3 bis 4
Jahre
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
58
Leistungskurve:
Pel = ρ/2·v³·cp·η·A
Kleinerer Generator ergibt höheren
Wirkungsgrad im
Teilleistungbereich
Für „Binnenlandanlagen“, geringere spezifische Installation,
weniger W/m² auch in Verbindung mit Turmverlängerung
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
59
Leistungskurve:
Pel = ρ/2·v³·cp·η·A
Nachbesserung
der Rotoraerodynamik
Wenn die
Berechnungen nicht
stimmen
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
60
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
61
Stall-Leisten
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
62
Vortexgeneratoren
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
63
Leistungskurve:
Pel = ρ/2·v³·cp·η·A
Optimierung der
Rotoraerodynamik
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
64
Diese Rotoroptimierung wurde mit
Industriepartnern erfolgreich umgesetzt:
Aerodynamische Rotorblattoptimierung mit
Spitzner Engineers GmbH
BayWa r.e. GmbH
Institut für Windenergie
gefördert durch:
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
65
Winglet und Grenzschichtausblasung an der
Blattspitze
“Flat back” Profil und Grenzschichtabsaugung an der Rotorblattwurzel
ω
Die Zentrifugalkräfte durch das drehende
Rotorblatt dienen als „Luftpumpe“
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
66
CFD – Simulation
Hinterkantenerweiterung
Herstellung des FX 77 W 500 mod
Hinterkantenprofils von R = 1.5 m bis
zur größten Blatttiefe bei R = 6.5 m
Herstellung von Rippen und
Sandwichkonstruktionen bestehend
aus GFK und PVC - Schaum
Fotos: BayWa r.e.
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
68
Winglet
Herstellung der Winglets
mittels eines zweiteiligen
Laminierwerkzeugs
Integration des
Absaugsystems in das
Winglet inklusive der
Ausblasöffnungen an der
Hinterkante
Fotos: BayWa r.e.
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
69
Zertifizierung
• Zusammenfassung und Ergebnis
„Die getroffenen Annahmen zur Auslegung der
Rotorblätter sind plausibel, die Berechnungen
nachvollziehbar.
Eine Gefährdung der Standsicherheit ist nicht zu
erwarten“
• Notwendige Anlagen-Änderungen
– Reduzierung der Grenzdrehzahl
– Reduzierung der Abschaltgeschwindigkeit
– Reduzierung der zulässigen IEC-Windklasse
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
70
Feldtest: Auswahl der Anlagen
• Nordex N 60 1.3 MW stall WEA
• WEA 3, 4 und 5 im Windpark
Horst (Schleswig-Holstein)
• WEA4 im Mai 2012 mit AOR
modifiziert
• Datenbasis 2 Jahre Messdaten
5/2011 - 4/2013
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
Fotos: SE
12. Mai 2016
71
Leistungsmessung
Mittlere Leistungssteigerung
Vergleich der Anlagen 3 und 4
vor und nach der Modifikation
WEA3
05/11 - 04/12
06/12 - 04/13
WEA3
-0,2%
WEA4 AOR
14,73%
WEA5
0,1%
WEA4
Leistungsänderung
original
modifiziert
Leistungsänderung
35%
35%
1400
1400
1200
25%
1000
20%
800
15%
600
10%
400
5%
200
0%
0
-5%
0
2
4
6
8
10 12 14 16 18
Windgeschwindigkeit Gondel m/s
20
22
30%
Elektrische Leistung, kW
Elektrische Leistung, kW
30%
1200
25%
1000
20%
800
15%
600
10%
400
5%
200
0%
0
-5%
0
2
4
6
8
10 12 14 16 18
Windgeschwindigkeit Gondel, m/s
20
22
* Gemessene Leistungskurven in Anlehnung an IEC61400-12-1
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
72
Erträge einzelner Monate
Umrüstung
WEA 4
Delta WEA5 zu WEA3
20%
Delta WEA4 zu WEA3
15%
WEA3
WEA4
WEA5
10%
5%
0%
-5%
Ertragssteigerung, ref WEA3, %
350
330
310
290
270
250
230
210
190
170
150
130
110
90
70
50
2011
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
2012
4-13
3-13
2-13
1-13
12-12
11-12
10-12
9-12
8-12
7-12
6-12
5-12
4-12
3-12
2-12
1-12
12-11
11-11
10-11
9-11
8-11
7-11
6-11
-10%
5-11
Ertrag, MWh
(100% technische Verfügbarkeit)
2013
12. Mai 2016
73
1600
118
1400
Schallleistungspegel, db(A)
120
116
1200
114
LWA 4 ref
112
LWA 4 mod
110
Wirkleistung
1000
800
108
600
106
400
104
102
200
100
0
5
6
7
8
9
10
Windgeschwindigkeit , m/s
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
Elektrische Wirkleistung, kW
Akustische Messungen
11
Foto: SE
12. Mai 2016
74
Zusammenfassung AOR
• Messungen an WEA 3, 4 und 5 im WP Horst
• WEA 4 mit AOR nachgerüstet
• Nachbaranlagen statt Windmessmast zur Validierung
• Mittlere Leistungssteigerung durch AOR bis zu 14.7%
im Vergleich zu den Nachbaranlagen nachgewiesen
• Ermittelte Ertragsteigerung ca. 12%
• Größtes Potential an Schwachwindstandorten
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
75
Was bringt‘s wirklich?
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
76
Sicht des Ingenieurs
Prognostizierter Ertrag
100%
Tatsächlicher Ertrag
-5%
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
77
Sicht des Ingenieurs
Kaufmännische Sicht
Prognostizierter Ertrag
100%
Erwartete Einnahme
Tatsächlicher Ertrag
-5%
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
78
Sicht des Ingenieurs
Kaufmännische Sicht
Prognostizierter Ertrag
100%
Tatsächlicher Ertrag
-5%
Erwartete Einnahme
Ausgaben:
Pacht
Betrieb und Wartung
Reparaturen
Betriebsführung
Versicherungen
Finanzierungskosten
Rückstellungen
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
79
Sicht des Ingenieurs
Kaufmännische Sicht
Prognostizierter Ertrag
100%
Tatsächlicher Ertrag
-5%
Erwartete Einnahme
Gewinnerwartung 10%
Ausgaben:
Pacht
Betrieb und Wartung
Reparaturen
Betriebsführung
Versicherungen
Finanzierungskosten
Rückstellungen
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
80
Sicht des Ingenieurs
Kaufmännische Sicht
Prognostizierter Ertrag
100%
Erwartete Einnahme
Gewinn -50%
Tatsächlicher Ertrag
-5%
Ausgaben:
Pacht
Betrieb und Wartung
Reparaturen
Betriebsführung
Versicherungen
Finanzierungskosten
Rückstellungen
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
81
Sicht des Ingenieurs
Kaufmännische Sicht
Prognostizierter Ertrag
100%
AOR
+12%
Erwartete Einnahme
Hohe Gewinnsteigerung
Tatsächlicher Ertrag
-5%
Ausgaben:
Pacht
Betrieb und Wartung
Reparaturen
Betriebsführung
Versicherungen
Finanzierungskosten
Rückstellungen
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
82
Fazit
Optimieren statt “repowern” ist eine technologische,
ökologische und ökonomische Lösung für ältere WEA und
Windparks
Es werden weitere WEA in ähnlichen Windparks mit den
Blattverlängerungen durch die Industriepartner
ausgestattet
Eine weitere Optimierungsmöglichkeit besteht in der
Anpassung der Umschalthysterese zwischen den beiden
Laststufen
Die ökologische Qualität des Windpark wird verbessert
indem der “Erntefaktor” erhöht wird
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
83
Nachträgliche
Wirtschaftlichkeit durch
Optimierung von Altanlagen
Spielwiese für den Einsatz an
zukünftigen „Neuanlagen“
erfolgreich erprobt
© Prof. Dipl.-Ing. Henry Seifert, Hochschule Bremerhaven
12. Mai 2016
Danke an die Projektpartner Energiekontor, Spitzner Engineers und BMWi
84