Journal Graz 1116_Layout 1

Erscheinungsort Graz, Ausgabe 11, November 2016, gratis an jeden Haushalt. P.b.b. Verlagsort 8054 Graz/Seiersberg Plus.Zeitung 13Z039714 P / Anzeige
P ersönlich E ngagiert R outiniert T aktvoll Z ielstrebig L esbar
Meine Mission:
dein Traumtag
EDITORIAL
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Zu unserem Titelbild:
Skispass für die ganze Familie. Der Startschuss für
die Skisaison fällt am 2. Dezember mit dem jährlichen
Ski-Opening auf der Planai.
Im Bereich MärchenwieseWeitmoos startet in diesem
Jahr das Projekt „WinterKinderland“ - mit zwei neuen Funslopes, Waldwegerl
und einigen Überraschungen für die kleinen Skigäste.
www.planai.at
Inhalt
Danke für das Heimweg-Telefon
Staatsanwalt Mag. Hansjörg Bacher:
„Ich will nah an der Wahrheit sein!“
4,5
Friedrich Kleinhapl im Interview:
„Meine Musik soll Brücken bauen!“
18,19
Im Center West
4. Journal Graz Kinderflohmarkt
48
Hubert W.:
Wir haben bei Hubert alles richtig gemacht
Impressum
Liebe
Leserinnen,
liebe
Leser!
52-55
63
Die Tage werden kürzer, die Abende und Nächte länger. Was
Discojünger freuen dürfte, ist für Outdoor-Freaks zunehmend
ein Problem. Wer hat schon ein gutes Gefühl bei bereits früh am
Nachmittag einbrechender Dämmerung seine Jogging-Runden
zu drehen, mit seinem Hund auf Tour zu gehen oder einfach bei
einem Spaziergang Frischluft zu schnappen. Ganz kritisch wird
es dann, wenn die Dunkelheit Fußwege in ein schwarzes Nichts
taucht. Da fühlen sich auch Mutige nicht mehr so ganz wohl in
ihrer Haut, weil - so macht es den Anschein - an allen Ecken und
Enden Gefahren lauern. Um Menschen Sicherheit zu geben, die
ab 23.00 Uhr längere oder auch kürzere Wegstrecken zurücklegen müssen, wurde in Graz jetzt das erste Heimweg-Telefon
Österreichs „erfunden“. Man weiß also auch im Grazer Rathaus,
dass das Thema Sicherheit in der Stadt ein großes Thema ist. Es
ist nicht mehr so ganz selbstverständlich, nach Einbruch der
Dunkelheit sicher unterwegs zu sein. Ob das Telefon ein wirklich
hilfreiches Mittel ist, Diebe und Co. abzuschrecken, mag in den
Sternen stehen, aber der Umstand, am anderen Ende der Leitung
einen Menschen zu hören, gibt jenen einen Hauch von Sicherheit, die einfach Angst haben. Ob sie nun begründet ist oder
nicht. Traurig, dass wir plötzlich wieder Angst haben müssen.
Angst vor Übergriffen, Angst vor Einbrüchen, Angst davor, dass
sich jemand am eigenen Besitz vergreift. Angst und Unsicherheit
erfassen auch Veranstaltungen. Traurig, dass auch Kindergartenkinder beim Laternenfest - so wie heuer erlebt - nur noch einen
engen Radius rund um ihre Betreuungsstätten nutzen können.
Auch die Kleinsten müssen schon lernen, Schutzschilder zu nutzen, um keinen Schaden zu erleiden. Da ist es ganz besonders
wichtig, die Hand der Mutter, des Vaters, der Oma zu spüren.
Sie vermittelt, dass das Zuhause ein Ort ist, an dem man sich sicher fühlen darf. Auch wenn versperrte Türen längst nicht mehr
reichen, sondern der Besitz immer mehr mit Alarmanlagen abgesichert wird. Ich erinnere mich noch an meine Jugend in unserem Einfamilienhaus, in dem die Eingangstüren fast nie versperrt waren. Angst vor Übergriffen hatte damals niemand. Natürlich, die Zeiten haben sich geändert, und der Zuzug von (meist
mittellosen) Migranten schürt die Verunsicherung. Aber wir
müssen etwas gegen die Angst tun. Angst schürt Aggressionen,
und Aggressionen sind ein höchst explosiver Zündstoff, der bei
Detonation viel Schaden anrichten kann. Davor müssen wir uns
schützen. Also ist es gut, wenn man uns in Graz am Telefon die
Angst nimmt. Vielleicht auch nur um zu erkennen, dass diese
Welt so schlecht wieder auch nicht ist und wir ja trotzdem in einem gelobten Land leben.
Ihr Fritz Pertzl
JOURNAL GRAZ 3
INTERVIEW
LOKALES
„Ich will nah an
der Wahrheit sein!“
Er ist die kompetente „Stimme“ der Justiz in der Öffentlichkeit: Mag. Hansjörg Bacher, Sprecher der Staatsanwaltschaft Graz und seit 1997 als Staatsanwalt tätig. Der 48-jährige Jurist ist verheiratet, hat fünf Kinder und ist ein
sympathischer „Vielarbeiter“. Das Journal Graz lässt er hinter die Kulissen seines Jobs und der österreichischen
Rechtsprechung blicken.
Herr Staatsanwalt, warum haben Sie sich
für den juristischen Bereich des Strafrechts entschieden?
Weil es für mich immer spannender war, an
strafrechtlich relevanten Sachverhalten zu arbeiten, als beispielsweise Gewährleistungsansprüche zu beurteilen oder einen Kaufvertrag auszulegen. Mich persönlich hat dieser
Bereich einfach mehr interessiert, weil man
näher am täglichen Leben und am Geschehen ist. Ich bin jemand, der seine Akten genau liest und sich dann eine Art Inhaltsverzeichnis macht. Es besteht aus ein paar Notizzetteln, damit ich bei Verhandlungen jede
wichtige Passage ganz schnell finde.
Sie sind auch Leiter der Medienstelle,
wie herausfordernd ist das zusätzlich?
Ja, ich bin Pressesprecher seit vielen Jahren.
Es macht mir wahnsinnig viel Spaß, weil ich
mit den Medien und Medienvertretern, mit
denen ich zu tun habe, gut auskomme. Es
gibt da ein beiderseitiges Verständnis. Ich habe es für die Arbeit der Medien, und auch
umgekehrt haben Journalisten Verständnis,
wenn ich einmal sage: „Heute gibt es
nichts!“
Foto: Justiz
Ist es ein harter Job, Medien
im laufenden Verfahren zu informieren?
Ein harter Job eher nicht, aber oftmals benötigt es viel Fingerspitzengefühl, weil unsere
Arbeit immer ein Balanceakt ist. Die Frage
JOURNAL GRAZ 4
ist oft, wie viel ich weitergebe: Denn solange
ich dafür zuständig bin, handelt es sich immer um ein Ermittlungsverfahren. Da geht es
dann um Unschuldsvermutung, Datenschutz,
Persönlichkeitsrechte. Ich wäge da Informationsrecht der Bevölkerung und Informationsverpflichtung der Medien ab und überlege mir genau, was ich sage, ohne das Verfahren zu gefährden. Natürlich halte ich auch
immer Rücksprache mit dem zuständigen
Staatsanwalt. Aus diesen Gründen ist der Job
oft schwierig, aber auch dies ist mittlerweile
schon Routine.
Was sind Ihre Zuständigkeiten?
Neben meiner Tätigkeit als Pressesprecher
betreue ich allgemeine Strafsachen gegen Erwachsene, bedingte Entlassungen und als
Sonderzuständigkeit Kinderpornografie. Das
ist sehr schwierig, und deswegen muss man
sich jeden Fall genau anschauen. Bei der
Kinderpornografie denke auch ich mir natürlich sehr oft, „Um Gottes Willen, wie kann
man nur!“ Aber dann konzentriere ich mich
gleich darauf, was ich machen kann und was
Sache ist, damit der Täter seine gerechte
Strafe bekommt. In Wahrheit sind wir Strafrechtler immer die, die hinten nachräumen,
denn es ist irgendetwas schon passiert, und
wir müssen aufräumen. Es ist auch wichtig,
zum Beispiel bei Kinderpornografie, dass es
für Kriminalbeamte einen exklusiven Ansprechpartner wie mich gibt. Wenn schnell
eine Hausdurchsuchung benötigt wird, bin
ich zuständig.
Gibt es viele Delikte
in der Kinderpornografie?
Leider Gottes sind bei Kinderpornografie
Dutzende Verfahren im Jahr anhängig. Und
die Täter gibt es in allen Schichten.
Kann man nur Staatsanwalt werden,
wenn man zuvor Richter war?
So steht es im Gesetz, es gibt aber die Möglichkeit eines Dispenses, es kann also aus
dienstlichen Gründen nachgesehen werden.
Früher war es tatsächlich so, dass man zuvor
als Richter tätig gewesen sein musste. Ich
war ein halbes Jahr als Untersuchungsrichter
tätig und bin dann zur Staatsanwaltschaft gewechselt. Jetzt ist es so, dass man nur mehr
die Ernennungsfähigkeit zum Richter haben
muss.
Warum sind Sie noch immer
als Staatsanwalt tätig und streben
nicht nach Höherem?
Weil mich der Job nach wie vor fasziniert,
ausfüllt und ich jeden Tag gerne ins Büro
gehe. Höhere Ämter wären z. B. die Oberstaatsanwaltschaft oder die Generalprokuratur in Wien. Ich hatte mehrmals die Möglichkeiten, hier tätig zu werden, habe mich
aber für die Arbeit an der „Front“ entschieden, weil ich von meinem Wesen her eher
der „Frontkämpfer“ bin. Dass ich nicht zu
Gericht gegangen bin liegt einfach daran,
dass es mich immer schon zur Staatsanwaltschaft hin gezogen hat und mir auf der
Universität immer schon das Strafrecht am
meisten zusagte. Wenn man beim Strafrecht
bleibt, gibt es die Möglichkeit, Staatsanwalt
zu sein, oder ans Gericht zu gehen. Für mich
war Staatsanwalt naheliegend, weil es am
ehesten mit dem vergleichbar ist, was ich an
der Uni gemacht habe: Nämlich einen Sach-
MAG. HANSJÖRG BACHER
verhalt rechtlich zu qualifizieren. Also, abgrenzen, ob es sich beim Delikt etwa um
Diebstahl oder Veruntreuung handelt.
Worin unterscheiden Sie sich
von einem Richter?
Zum Beispiel durch die Weisungsgebundenheit und durch unsere Hierarchie: Wir haben
einen Chef, Richter dagegen nicht, da diese
unabhängig sind. Bei uns gibt es dadurch
auch einfach mehr Teamwork, wir sind
Teamplayer. Richter sind eher „Einzelkämpfer“, ausgehend von ihrer richterlichen Unabhängigkeit.
Was ist der Unterschied
zwischen Staatsanwaltschaften
und Oberstaatsanwaltschaften?
Die Oberstaatsanwaltschaft ist die vorgesetzte
Behörde. Der Leitende Oberstaatsanwalt ist sozusagen der Chef meines Chefs. Wenn etwa
der Leitende Oberstaatsanwalt sagt, ich soll
dies so machen, dann ist das eine Weisung, die
ich befolgen muss, weil die Staatsanwaltschaft
weisungsgebunden ist. Ganz oben in der Hierarchie steht das Justizministerium.
Man sagt Ihnen Strenge, aber
auch Gerechtigkeit nach, stimmt das?
Ersteres freut mich, Zweiteres versuche ich
immer. Wobei ich immer sage, Gerechtigkeit
ist keine juristische Disziplin. Man versucht,
nah an der Wahrheit zu sein - ob dies immer
gerecht ist, sehen die einen so, und die anderen so. Aber darum heißt es ja auch Rechtsprechung und nicht Gerechtigkeitssprechung (schmunzelt). Ich bin keiner, der übermäßig milde ist, glaube aber auch sagen zu
können, dass ich das Auge fürs Wesentliche
habe. Und wenn wesentliche Milderungsgründe da sind – also etwa Unbescholtenheit,
ein Geständnis und vor allem Schadensgutmachung – dann bin ich der Letzte, der auf
extrem hohe Strafen abzielt. Die Schuldeinsicht ist für mich sehr wichtig, weil ich ein
Anhänger der Theorie bin, dass jeder eine
zweite Chance verdient. Manches ist nicht
ersetzbar, sehr vieles aber mit Geld ausgleichbar. Und wenn das Opfer befriedigt ist,
dann ist es nach dem Strafgesetzbuch auch
zwingend als Milderungsgrund anzusehen.
Nutzloses Leugnen ärgert mich besonders.
Auch wenn ich für dumm verkauft werde, ärgere ich mich.
Haben Sie als Staatsanwalt
immer Anwesenheitspflicht?
Ja. Bei jeder Verhandlung muss auch ein
Staatsanwalt dabei sein, selbst wenn sie
noch so belanglos ist. In einer öffentlichen
Verhandlung ist der Staatsanwalt da, und es
muss grundsätzlich auch der Angeklagte da
sein. Allenfalls mit seinem Verteidiger.
Auch der Ankläger muss immer anwesend
sein und seine Anklage vor Gericht vertreten.
Pflegen Sie gerne Freundschaften
und haben Sie auch Hobbys?
Ich spiele bei einer „Altherren“-Fußballrunde, und wenn ich Zeit habe, fahre ich mit
dem Mountainbike. Ansonsten nehme ich
mir Zeit für meine Familie.
Was bringt Sie auf die Palme?
Sinnloses Leugnen und Unzuverlässigkeit.
Was ist Ihre Lieblingsfarbe?
Rot - als glühender GAK-Anhänger selbstverständlich (lacht)! Aber der Talar des
Staatsanwaltes ist auch rot besetzt, vielleicht
auch deswegen.
Gibt es ein Lieblingsurlaubsland?
Ich liebe Italien.
Danke für das nette Gespräch.
JOURNAL GRAZ 5
LOKALES
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Nora Schmid, Wolfgang Hülbig und Bernd Pürcher
dirigent Dirk Kaftan die 19. Opernredoute eröffnen. Dem Eröffnungskomitee mit Mitgliedern des Ballettensembles und der Ballettschule
sowie mit Solistinnen und Solisten der Oper Graz, folgt der beliebteste
Höhepunkt jeder Opernredoute: die Eröffnungspolonaise, bei der 100
Damen und Herren unter der Anleitung und Choreografie der besten
steirischen Tanzlehrer, Claudia Eichler und Klaus Höllbacher, für tänzerische Höchstleistungen sorgen. Sie alle erobern im Rahmen einer
fulminanten Eröffnung das Parkett des schönsten Ballsaals im Lande,
um danach von den wahren Protagonisten des Abends abgelöst zu
werden: dem Publikum der Opernredoute 2017.
Der gesellschaftliche Höhepunkt des Jahres
Opernredoute 2017
Unser großartiges Opernhaus ist europaweit ein einzigartiges Juwel, in dem auch 2017 wieder der gesellschaftliche Höhepunkt eines jeden neuen Jahres stattfindet. An diesem einen Abend im Jahr legt die Oper Graz ihre
schönste Abendrobe an und lädt zur großen Opernredoute.
D
ie Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, schließlich will das Organisationsteam rund um Intendantin Nora
Schmid und Bernd Pürcher, Ausstatterin Mignon Ritter und die vielen innovativen und guten „Geister“ im Hintergrund, wieder für einen
unvergesslichen Ballabend sorgen. Für die
mittlerweile 19. Opernredoute am 28. Jänner
2017 im wohl schönsten Ballsaal des Landes
wurde wieder einmal ein Programm auf die
Beine gestellt, das hochkarätiger und abwechslungsreicher nicht sein könnte. Die Veranstalter
schenken Ihnen eine halbe Stunde Opernredoute dazu, indem sie Einlass und Beginn um
jeweils eine halbe Stunde nach vor verlegen:
Einlass: 18.30 Uhr Beginn: 21.00 Uhr.
Bis in die frühen Morgenstunden unterhalten im großen Ballsaal
abwechselnd zwei große Orchester, und gleich zwei Quadrillen sorgen
für lustige, turbulente Szenen auf der Opernbühne. Die zahlreichen
anderen Welten der zauberhaften Nacht der Opernredoute erstrahlen
und erklingen in kubanischem Charme, prickeln an den ebenfalls Live
bespielten Champagnerbars, verwöhnen kulinarisch in Little Italy, am
Opernwürstelstand oder im 1001 Oase Restaurant. Getanzt werden
kann natürlich auch an allen weiteren Nebenschauplätzen, wie etwa
der Tanzbar, begleitet von Chris Oliver und seiner Band, oder in der
legendären Opernredoute Disco mit DJ Wolf.
Eine ganz besondere Rolle an diesem Abend
hat natürlich der Conférencier Michael
Ostrowski der mit Witz und Charme die Gäste
durch die Nacht begleitet.
Mit einem wahren musikalischen Feuerwerk wird das großartige Grazer Philharmonische Orchester unter der Leitung von Chef-
Egal ob in einer Loge, an einem Tisch oder flanierend zwischen
all den zahlreichen Stationen – die Opernredoute ist ein einzigartiges
und unvergessliches Erlebnis.
Fotos: Philipp Schulz
TICKET-INFO
JOURNAL GRAZ 6
Moderator
Michael Ostrowski
Ticketzentrum am Kaiser-Josef-Platz 10, 8010 Graz,
Telefon 0316 / 8000
Via Email: [email protected]
Online unter www.opernredoute.com
oder www.ticketzentrum.at
oder bei Kastner & Öhler in Graz / Kasse 2.OG
JOURNAL GRAZ 7
LESERSERVICE
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hervorgehen muss. Mit Auflösung der Ehe/eingetragenen Partnerschaft oder der Lebensgemeinschaft zu Lebzeiten des Verstorbenen werden die den Ehegatten/eingetragenen Partner
oder Lebensgefährten betreffenden errichteten
letztwillige Verfügungen aufgehoben, es sei
denn, der Verstorbene hat das Gegenteil angeordnet. Zu einer solchen Aufhebung kommt es
im Zweifel schon dann, wenn das gerichtliche
Verfahren zur Auflösung der Ehe oder eingetragenen Partnerschaft eingeleitet wird.
Pflichtteilsberechtigt sind nach wie vor
der Ehegatte/eingetragene Partner und Kinder,
jedoch nicht mehr die Vorfahren des Verstorbenen. Die Pflichtteilsquote beträgt auch weiterhin die Hälfte des gesetzlichen Erbteils.
Zwar ist der Pflichtteilsanspruch sofort mit Tod
des Verstorbenen fällig, jedoch kann der Geldpflichtteil erst ein Jahr nach dem Tod verlangt
werden. Darüber hinaus kann der Pflichtteil in
Zukunft über letztwillige Anordnung des Verfügenden gestundet oder in Raten gezahlt werden. Die Stundungsdauer beträgt höchstens
fünfJahre, in besonderen Fällen zehn Jahre.
ÖFFENTLICHER NOTAR
MAG. JOSEF LOIDL
Erbrecht „neu“
Ab 1. Jänner 2017 treten im österreichischen Erbrecht grundlegende Änderungen in Kraft. Auf die Wichtigkeit und Bedeutung des Erbrechtes „neu“ (enthalten im Erbrechts-Änderungsgesetzes 2015) möchte ich Sie deshalb in dieser
Ausgabe aufmerksam machen. Nun zu den Änderungen im Detail.
D
as gesetzliche Erbrecht bringt eine
Besserstellung von Ehegatten/Partnern mit sich. Ist ein Elternteil des
Verstorbenen vorverstorben und sind keine
Nachkommen vorhanden, erhält nach neuer
Rechtslage der Ehegatte/eingetragene Partner
auch dessen gesetzlichen Erbteil. Geschwister
des Verstorbenen haben nach neuer Rechtslage neben dem Ehegatten des Verstorbenen
kein gesetzliches Erbrecht. Ganz neu ist zudem das außerordentliche Erbrecht des Lebensgefährten, wenn es sonst keine Verwandten gibt. Voraussetzung hiefür ist im Wesentlichen, dass der Lebensgefährte in den letzten
drei Jahren vor dem Tod des Verstorbenen im
gemeinsamen Haushalt gelebt hat.
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Das gesetzliche Vorausvermächtnis des
Ehegattens/eingetragenen Partners, nämlich
JOURNAL GRAZ 8
dessen Recht in der Ehewohnung/Partnerschaftswohnung weiter zu wohnen sowie die
zum Haushalt gehörenden beweglichen Sachen
weiter zu verwenden, steht nunmehr nach neuer Rechtslage unter bestimmten Voraussetzungen auch dem Lebensgefährten zu. Dieses
Recht endet jedoch ein Jahr nach dem Tod des
Verstorbenen.
Um die Fälschungssicherheit von Testamenten zu erhöhen, wurden die Formvorschriften für die Errichtung von fremdhändigen
Testamenten erhöht. Der Verfügende muss dieses in Gegenwart von drei gleichzeitig anwesenden Zeugen eigenhändig unterschreiben
und mit einem eigenhändig geschriebenen Zusatz versehen, dass die Urkunde seinen letzten
Willen enthält. Neu ist auch, dass die Identität
der Zeugen aus der letztwilligen Verfügung
Eine wesentliche Neuerung bringt auch die
Pflichtteilsminderung (auf die Hälfte) mit
sich, die bislang nur möglich war, wenn der
Verfügende mit dem Pflichtteilsberechtigten zu
keiner Zeit in einem Naheverhältnis gestanden
hat. Mit der geschaffenen Änderung wird diese
Bestimmung dahingehend erweitert, dass die
Minderung schon dann zum Zug kommen soll,
wenn „zumindest über einen längeren Zeitraum vor dem Tod des Verfügenden“ kein solches Naheverhältnis bestanden hat.
Abschließend noch ein Hinweis auf das
nunmehr bestehende gesetzliche Pflegevermächtnis. Dies bedeutet, dass für nahestehende Personen des Verstorbenen Anspruch auf
Abgeltung der erbrachten Pflegeleistungen besteht. Eine entsprechende Anordnung des Verstorbenen ist nicht notwendig. Voraussetzung
hiefür ist jedoch, dass der Verstorbene in den
letzten drei Jahren vor dem Tod, mindestens jedoch sechs Monate hindurch, gepflegt wurde.
Das Vorbeschriebene stellt nur einen teilweisen Auszug der neuen Bestimmungen dar.
Für weitere Fragen stehe ich Ihnen mit meinem
Team jederzeit gerne zur Verfügung. Übrigens:
Die erste Rechtsberatung – auch in kauf-,
schenkungs- und firmenrechtlichen Angelegenheiten – ist kostenlos!
Abschließend möchte ich allen Lesern des
Journal Graz auf diesem Wege schon jetzt eine
besinnliche Weihnachtszeit wünschen.
Mag. Josef Loidl · Öffentlicher Notar · Joanneumring 11· 8010 Graz
Telefon 0316/8009-0 · [email protected] · www.notar-loidl.at
JOURNAL GRAZ 9
INTERVIEW
LOKALES
Ein „starker“ Typ!
Er ist seit 16 Jahren Bürgermeister von Gleisdorf, sehr beliebt und steht für Handschlagqualität: Christoph Stark,
49 Jahre alt und seit der ersten Sekunde seines Lebens „stolzer Gleisdorfer“, wie er sagt. Im persönlichen Gespräch mit Journal Graz verrät der sympathische und authentische Ortschef sein politisches Erfolgsrezept und
gewährt auch Einblicke in sein Privat- und Familienleben. Ein starker Typ eben…
Herr Bürgermeister, sie sind echter Gleisdorfer, 1967 dort geboren. Sie lieben die
Menschen, die Menschen mögen sie. Was
ist Ihr Geheimnis?
Ich lebe halt gerne in dieser Gemeinde und
spüre, dass die Menschen mit mir als Bürgermeister zufrieden sind. Ich möchte mich außerdem täglich in den Spiegel schauen können, ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu
haben. Ich bin im Jahr 2000 zum Bürgermeister gewählt worden und werde dieses
Amt zu vollsten Zufriedenheit aller Bürger
ausüben, solange sie das auch wollen.
Sie haben nach der Matura an der Technischen Universität Graz den Studienzweig des Toningenieurs angefangen, Ihr
Studium nach einer gewissen Zeit aber
wieder aufgegeben. Warum?
Ganz einfach, weil die mathematischen Anforderungen dort nicht dem entsprochen haben, was ich im humanistischen Zweig der
Mathematik bisher gelernt hatte. Da bin ich
dann echt angestanden. Der musische Teil
war ja in Ordnung, der elektrotechnische Teil
lag mir allerdings gar nicht.
Die Juristerei zu studieren lag
Ihnen dann schon eher, oder?
Ja, das interessiert mich sehr, daher arbeitete
ich dann auch lange Zeit an der Bezirkshauptmannschaft im juristischen Bereich.
Tut Ihnen der Abbruch
dieses Studiums heute leid?
Ja und nein. Ich hätte zwar gerne fertig studiert, aber weil ich schon früh Vater wurde,
musste ich erkennen, dass Familie und Geldverdienen Vorrang haben. Also habe ich Prioritäten gesetzt. Ich ziehe aber den Hut vor jenen Menschen, die neben Job und Familie
die Energie aufbringen, noch ein Studium zu
absolvieren.
„Ich möchte
auch weiterhin
am Ende jedes Tages
sagen können:
,Es ist gut gelaufen!’“
Christoph Stark
War Ihr Werdegang politisch geprägt,
wurde er Ihnen in die Wiege gelegt?
Nicht wirklich, aber wenn zu Hause am Mittagstisch über Bundespolitik geredet wird,
bekommt man das mit. Das ist die elterliche
Prägung, die ich bei diesen politischen Diskussionen mitbekommen habe. Aber was
mich schon negativ geprägt hat, war folgende
Aussage meines Lehrers: „Du kannst dir ja
eh alles kaufen mit einem Vater, der Vizebürgermeister ist.“ Das hat mich sehr gestört,
und leider haben meine Kinder Ähnliches zu
hören bekommen, wie etwa: „Als Bürgermeister lebt man ja in der Millionärsliga!“
Solche Ansagen sind für Kinder ganz schwer
zu ertragen.
Bekommt man als Bürgermeister wirklich
so viel bezahlt, dass es diese Aussagen
rechtfertigen würde?
Unsere Gehälter stehen ja sowieso im Gesetz, sind also öffentlich einsehbar. Weite
Strecken meines Bürgermeisterdaseins habe
ich ungefähr 2500 Euro brutto bekommen.
Viele Gemeinden bis 3000 Einwohner haben
auch hauptamtliche Bürgermeister ohne Anspruch auf Pension, ohne Abfertigung und
Anschlussversicherung. Es gibt keinen einzigen Job in Österreich mit diesen drei Komponenten. Aber ich beschwere mich keine
Sekunde, denn ich liebe meine Arbeit als
Bürgermeister jeden Tag aufs Neue.
Sie sind bei den Wählern beliebt und erreichten 2010 sogar die absolute Mehrheit.
Was ist Ihr Erfolgsrezept?
Natürlich eine tolle Mannschaft, aber wir
hatten auch das Glück, dass wir wirtschaftlich gut dagestanden sind und einiges auf die
Beine stellen konnten.
Foto: Fotostudio Schrotter
Wenn man das Rathaus betritt,
hat man das Gefühl von Offenheit,
Moderne und Tradition. Ist da auch
Ihre Handschrift dabei?
Architektur hat einen hohen Stellenwert für
mich, aber es gab natürlich einiges im Gemeindeamt zu verändern. Oft denke ich da
an mein Büro, das war dunkel und hatte einen Luster mit vier 40er-Birnen. Aber unsere
wirtschaftlich gute Lage machte es möglich,
dass wir dieses Haus 2007 total sanieren
konnten und durften.
JOURNAL GRAZ 10
Wie wichtig war Ihnen
die Gemeindestrukturreform ?
Landeshauptmann Schützenhöfer sagte: „Das war
die lebensverkürzende Maßnahme“. Und er hat
recht, für mich persönlich war es eine sehr energieraubende und herausfordernde Zeit, auch wenn letztlich alles sehr positiv gelaufen ist. Es war keine
Liebesheirat, aber wir haben uns einstimmig zu einer Zweckehe entschieden. Wir sind heute froh darüber, haben nun 10.700 Einwohner und wachsen
weiter, sogar wöchentlich.
Sind Sie ein guter Vater?
Ich hoffe schon, auch wenn meine Töchter schon 30
und 26 Jahre alt sind, weil ich halt schon sehr früh
Vater wurde.
Sie sind mit Ulrike verheiratet,
ist es die große Liebe?
Absolut! Natürlich hat jeder Beruf seine Sonnenund Schattenseiten. Aber in meinem Beruf ist man
halt wirklich wenig zu Hause, und da braucht man
einen Partner, der trotzdem zu einem steht und alles
mitträgt. Aber meine Frau ist als Unternehmerin
auch selbst sehr viel unterwegs, daher verstehen wir
es gut, privat und Job zu trennen und die Zeit für uns
auch tatsächlich zu genießen.
Sie pflegen Freundschaften und lieben Musik.
Welche Instrumente spielen Sie denn?
Ich habe viele Freunde, die ich gerne zu uns nach
Hause einlade und sie gemeinsam mit meiner Frau
bekoche. Ich bin auch Teil einer Band, die seit 35
Jahren besteht. Wir haben uns in frühester Jugend
den Namen „Kaff“ gegeben, ich spiele Geige und
Gitarre, aber es darf durchaus auch jazzeln (schmunzelt).
Was bringt Sie auf die Palme?
Unpünktlichkeit, Dummheit, und Nachplapperei
von Dingen, ohne sie auf ihren Wahrheitsgehalt zu
überprüfen. Aber ich unterscheide schon, ob diese
Menschen gar nicht die Möglichkeit oder Chance
hatten, etwas zu lernen.
Was würden Sie nie verzeihen?
Wolfgang Schüssel sagt: „Man kann alles verzeihen,
aber man muss nichts vergessen.“ Es kann jeder einen Fehler machen, denn niemand ist frei von Fehlern, daher sollte jeder eine zweite Chance bekommen. Abzuschließen mit jemandem ist mir noch nie
passiert.
Ihr Lieblingsland im Urlaub?
Europa, ich habe schon einige Länder bereist.
Was sind Ihre Zukunftspläne persönlich?
Ich habe keinen Karriereplan, ich wurde Bürgermeister, weil es mir passiert ist. Das ist gut so, und
ich erfreue mich jeden Tag an dieser Arbeit. Aber
ich möchte auch weiterhin am Ende jedes Tages sagen können: „Es ist gut gelaufen!“
Danke für das nette Gespräch.
CHRISTOPH STARK
BÜRGERMEISTER VON GLEISDORF
JOURNAL GRAZ 11
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LESERSERVICE
Vorschrift ist Vorschrift –
mit gewissen Ausnahmen für
besonders wichtige Menschen
Binder+Co AG
Das haben wir immer so gemacht
Da könnte ja jeder kommen –
zum Beispiel ein böser Filmer
Die Sache wurde schließlich einer österreichischen Lösung zugeführt, deren Wesen es ist,
dass alle Beteiligten zufrieden sind. Eine
Selbstanzeige des Chauffeurs des Regierungswagens ist nicht notwendig, da ein privater
Film kein Beweisstück ist. Auch der im Fonds
sitzende, hart für unser aller Wohl arbeitende
Regierer muss nicht in die Tasche greifen – warum auch? Gibt er doch nur den völlig unrealistischen Zeitplan vor, für Wunder oder Ge-
auf solidem Weg
DR. KARL GRABNER
Sprecher des Vorstands
bei der Binder+Co AG
im Interview mit
dem Journal Graz
JOURNAL GRAZ 12
Wie kommt die Binder+Co
in China voran?
Leider nicht so gut wie erwartet. Hier will
und will das von Beginn an von uns fokussierte Siebtechnikgeschäft nicht anspringen. Positiv ist, das wir mit Einzelmaschinenaufträgen in der Sortier- und Trocknungstechnik einen Teil der fehlenden
Aufträge aus der Siebtechnik wettmachen.
Ein Ziel der Binder+Co war es, alle
Tochterunternehmen voranzubringen
und in die Gewinnzone zu führen. Wie
erfolgreich war die Binder+Co
bei diesem Vorhaben?
Mit der Statec Binder GmbH haben wir
seit Jahren das mit Abstand am besten performende Tochterunternehmen, wir erwarten hier 2016 eine deutliche Umsatzsteigerung und sehr gutes Ergebnis. Nach Jahren mit negativen Ergebnissen ist auch unser italienisches Tochterunternehmen Comec-Binder S.r.l. 2016 auf dem Weg, einen positiven Ergebnisbeitrag zu leisten.
Die drei weiteren Tochterunternehmen
werden das Gruppen-EGT wohl noch belasten.
WP/STB MAG. JUR. KLAUS
UND WP/STB EKKEHARD KIFFMANN
Wie werden die in 2015/2016 neu
entwickelten Produkte am Markt
angenommen?
Mit Einführung der neuen Maschinengeneration CLARITY-NEXXT für Glasrecycling wurde gleichzeitig auch die Sortiermaschine MINEXX für die Bereiche
Industriemineralien und Bergbau überarbeitet und die Technologien aufeinander
abgestimmt. Das Bestechende an dem
neuen Konzept ist, dass dadurch mit einund derselben Maschine unterschiedliche
Sortieraufgaben gelöst werden können
und wir unseren Kunden über ein Baukastensystem (fast) jeden Wunsch erfüllen
können. Zudem ermöglicht die vereinheitlichte soft- und hardwaretechnische Plattform auch in Zukunft ein Hochrüsten auf
die neuesten Sensorgenerationen. Übrigens: Seit Einführung der neuen CLARITY-Generation wurden bereits mehr als
100 Stück verkauft.
Was ist 2016 bei Binder+Co
noch geplant?
Wir wollen noch die ersten großen Aufträge über die Binder+Co USA Inc. hereinbringen und mit unserer BUBLON-Technologie am Markt Fuß fassen. Und
schließlich sollen in der Gruppe in 2016
mehr als 120 Millionen Euro an Neuaufträgen hereingebracht werden. Die Chancen dafür stehen sehr gut, denn bis Ende
September waren es schon über 100 Millionen Euro.
Danke für das Gespräch.
schwindigkeitsbeschränkungen samt – rein
theoretischem Strafmandat - ist dann der
Chauffeur zuständig.
Es ist jedenfalls immer wieder erfreulich zu
Erzieherische Maßnahmen
Geschwindigkeitsübertretungen im Straßenverkehr werden in Österreich streng geahndet, was nicht nur als erzieherische Maßnahme dient, sondern auch zur Aufbesserung des Budgets beiträgt. Vor allem der zweite Punkt scheint wichtig, hat man doch vor
einiger Zeit die Toleranzgrenzen kräftig gesenkt, weil das „Abgabenaufkommen“ aus dem Titel Bußgelder zurückgegangen war.
D
ie Toleranzgrenzen waren und sind
Ländersache und ihre Absenkung
ein Beispiel dafür, dass der viel gescholtene Föderalismus doch funktioniert.
Kaum war ein Bundesland – nämlich Tirol –
vorgeprescht – folgten die anderen Länder
zügig nach. Erst die Steiermark, dann sukzessive der Rest. Seitdem bezahlt man 30
Euro, sollte man die zulässige Höchstgeschwindigkeit abseits der Autobahnen um 5
km/h überschreiten. In 30er-Zonen kann‘s
noch rascher teurer werden: Da reichen
schon 3 km/h zu viel, also nur ein geringfügig höheres Tempo, um einen außerordentlichen Beitrag zur Budgetsanierung leisten zu
dürfen. Etwas billiger gibt es der Staat auf
den Autobahnen: Wegen der höheren Geschwindigkeiten ist hier schon die Messtoleranz größer, ab 12 km/h zuviel ist man aber
auch hier bei der Budgetsanierung dabei.
Es sei denn, man gehört einem kleinen,
Anzeige
H
err Dr. Grabner, die Stimmung
bei steirischen Betrieben ist
durchaus positiv. Wie entwickelt sich das aktuelle Geschäftsjahr bei
der Binder+Co AG?
Unser Umsatz legte in den ersten drei
Quartalen mit knapp 83 Millionen Euro
gegenüber dem Vergleichswert 2015 um
rund 27 Prozent zu, das EGT blieb mit 1,8
Millionen Euro allerdings nur knapp über
dem Vorjahresniveau. Grund dafür sind
die 2015 unter großem Wettbewerbsdruck
hereingebrachten, margenschwachen Aufträge, die wir 2016 abzuarbeiten haben.
Während wir mit dem aktuellen Ergebnis nicht zufrieden sein können, erreichte
der Auftragseingang mit Ende September
mit einer Steigerung um 55 Prozent auf
über 100 Millionen Euro ein Rekordhoch.
Damit haben wir uns auch einen guten
Auftragspolster geschaffen, der mit 63
Millionen Euro um etwa 10 Millionen
Euro über dem Vorjahreswert liegt. Insgesamt kann man damit durchaus von einer
positiven Entwicklung sprechen.
Und bis Jahresende haben wir gute
Chancen, mit unseren Einzelmaschinen
sowie im Service- und Ersatzteilbereich zu
punkten. Hier ist die Nachfrage seit Jahreswechsel ungebrochen gut. Dagegen sehen wir die Entwicklungen im Bereich
Anlagenbau zunehmend kritischer, da hier
der Wettbewerbsdruck 2016 noch weiter
gestiegen ist und sich die Ergebnisqualität
hier eher verschlechtert als verbessert.
Wir gehen für 2016 allerdings davon aus,
dass sowohl Umsatz als auch Ergebnis
über den Werten von 2015 liegen werden.
elitären Zirkel an. Staunend hat man als mehr
oder weniger toleranter Bürger unlängst erfahren, dass Geschwindigkeitsüberschreitungen von 50 oder 60 km/h nicht zählen. Zumindest, solange es sich um ein Regierungsfahrzeug handelt – für das natürlich, wie im
Zusammenhang mit aktuellen oder ehemaligen Regierungen generell üblich, die Unschuldsvermutung gilt.
Der Vorfall hat sich auf der Autobahn von
Graz nach Wien zugetragen und wurde von
einem anderen Verkehrsteilnehmer gefilmt.
Der hat dann das Video dummerweise ein
paar Zeitungen zugespielt, die es auch noch
veröffentlichten. Nun stellt sich die Frage:
Wer soll in dem Fall bestraft werden? Der,
der rast oder der, der filmt?
Verdient hätte es der – zu seinem Glück
anonyme – Filmer, hat er doch gleich mehrere Grundprinzipien der österreichischen
Demokratie verletzt:
sehen, dass der Gleichheitsgrundsatz, der in der
Bundesverfassung niedergeschrieben ist, in
Österreich auch tatsächlich gelebt wird.
Schließlich wusste ja schon George Orwell,
dass alle gleich sind, und manche sogar gleicher. Und schon den alten Römern war schließlich bekannt, dass das, was dem höchstobersten
Jupiter erlaubt ist, noch lange nicht für das
Stimmvieh gilt – ihr Spruch „quod licet Iovi
non licet bovi“ legt Zeugnis davon ab.
Ein Wermutstropfen bleibt allerdings trotz
des glücklichen Ausgangs der Geschichte: Die
Voraussetzungen, die man mitbringen muss,
um gleicher zu sein, sind diffus und blöderweise nicht in der österreichischen Verfassung niedergeschrieben. Wahrscheinlich, weil damals
die Straßen noch ziemlich schlecht waren und
unsere Politiker lieber mit dem Zug unterwegs
gewesen sind.Eine Erkenntnis, die für sich genommen auch wieder eine erzieherische Maßnahme darstellt.
Kiffmann KG · Wirtschaftsprüfung- und Steuerberatungsgesellschaft
Mariatrosterstraße 36 · A-8010 Graz · Telefon:0316/ 810616 / Telefax: 0316 / 810616 - 17 · E-Mail: [email protected] · www.kiffmann.at
JOURNAL GRAZ 13
BUCHTIPP
KULTUR
Kulturello
Goldrand serviert, kann man nunDank der Autoren Julia Preinerstorfer und Martin Mühl alle nachbacken. Die zehn porträtierten Damen,
die Tag für Tag hungrige Mehlspeisenliebhaber glücklich machen, garnieren ihre Rezepte noch mit privaten Anekdoten.
Pichler Verlag
ISBN: 978-3-85431-736-4
160 Seiten, Preis € 24,90
Die Vorratskammer
Kuchen von der Oma
Wo gibt’s die beste Mehlspeis’? Bei
der Oma oder Tant’! Nach diesem
Motto werden die Gäste des Generationencafés „Vollpension“ in
Wien mit traumhaften Kuchen verwöhnt. Beatas Buchteln, Charlottes
Eierlikörkuchen, Elisabeths Ameisenkuchen, Lenas Zimtschnecken
oder Lindes Kaffee-Walnuss-Torte:
der Mehlspeis-Kindheits-Traum.
Die bisher streng geheimen Kuchenrezepte, seit Generationen weitergegeben und zur Jause am liebevoll gedeckten Tisch mit Spitzendeckerl, Porzellanhund und einem
Kaffeeservice mit Blümchen und
Jetzt wird geerntet! Wer seine Vorratkammer auffüllen will, sollte sich
beeilen. Denn die frischesten Pilze,
knackigsten Gemüse und saftigsten
Früchte gibt es in diesen Wochen.
Wie man das ganze Jahr davon profitieren kann, wissen Ingrid Pernkopf & Starkoch Willi Haider. Sie
zeigen die besten Rezepte, Tipps &
Tricks fürs Haltbarmachen. 450 Rezepte für Marmeladen, Säfte, sauer
Eingelegtes, Öle, Essige, Würzmischungen, Pasten u. v. m. sind in
diesem umfassenden Standardwerk
versammelt. Von Wurzeln und
Knollen bis zu Pilzen und Nüssen,
von Äpfeln und Karotten bis zu
Knoblauch und Rosmarin: Eine umsichtige Vorratshaltung gewinnt in
Zeiten der Wegwerf-Gesellschaft
wieder zusehends an Bedeutung.
Die Vorratskammer bietet dafür einen wahren Schatz an Vorschlägen
und Anleitungen.
Pichler Verlag
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384 Seiten, Preis: € 29,90
Kekse ohne Zucker
Keksrezepte – ohne Industriezucker,
dafür mit selbst gemachtem Steviasirup und Birkenzucker, ideal für die
Weihnachtszeit, wenn üppiges Essen auf der Tagesordnung steht.
Auch Menschen mit Glutenunverträglichkeit oder Allergien lieben
süße Kleinigkeiten, die den Bauch
zufrieden und das Herz glücklich
machen. Deshalb bestehen die Kekse im Buch auch nicht aus norma-
lem Mehl – und schmecken trotzdem wunderbar. 65 vielfach erprobte Rezepturen, die hundertprozentig
gelingen. Informationen zu Ersatzmehlen mitsamt Nährstoffangaben –
rundum brauchbar für jeden Haushalt. Im Buch finden Sie außerdem
Informationen zu den Themen Gluten und glutenfreie Backzutaten sowie Alternativen für Zucker beim
Backen. Die Autorin Sabine Perndl
ist diplomierte Humanenergetikerin
und legt ihren Schwerpunkt, weil
persönlich betroffen, auf eine Ernährung bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten.
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Ball der Technik 2017
Foto: Nicole Götschmaier
M
JOURNAL GRAZ 14
it dem traditionellen Ballbieranstich im Theatercafe hat der
Kartenverkauf für den ältesten
und einen der schönsten Bälle von Graz
wieder begonnen. Der erstmals vor 159
Jahren in der damaligen Presse erwähnte
BALL DER TECHNIK findet am Freitag, dem 27. Jänner 2017 wieder in allen
Räumen des Grazer Congress statt. Das
Motto ist diesmal „Technik leben“. Fünf
Musikkapellen bieten den tanzfreudigen
Gästen von 21 bis 4 Uhr vom Walzer bis
zum Rock and Roll alles, was das Herz
begehrt. Darüber hinaus gibt es auch für
alle Junggebliebenen eine Disco im Keller. Moderator Werner Ranacher führt
wieder durch den Abend, um die Highlights wie Freibier, Mitternachtseinlage,
Quadrille etc. rechtzeitig anzukündigen.
Wie alle Jahre ist der Andrang auf die beliebten Ballkarten sehr groß.
Erhältlich sind diese im Zentralkartenbüro oder über das Internet unter
www.balldertechnik.at, wo auch Tischreservierungen möglich sind.
Vorsitzender HTU-Graz Patrik Buchhaus,
Ingenieurkammer-Präsident Gerald Fuxjäger,
TU Graz-Rektor Harald Kainz, Ball der
Technik-Vorsitzender Hartwig Holweg
und Bierbrauer Alois Gratzer
JOURNAL GRAZ 15
Advent verändert das Grazer Stadtbild
Prior Fr. Paulus, Markus Schirmer, Anja Schäfer, Prim. Dr. Peter Hlade, Heimo Streif, Sub-Prior Fr. Richard und die Geschwister Irina und Silvia Vaterl
Advent in Graz – das bedeutet ankommen in einer urbanen Zauberwelt aus romantischen Märkten, glitzernden
Gässchen und einer bezaubernden vorweihnachtlichen Atmosphäre, die Jung und Alt in ihren Bann zieht. Graz
präsentiert sich in diesen Wochen als GenussHauptstadt für alle Sinne! Der Weg von einem zum anderen kann bequem zu Fuß zurückgelegt werden. Das ist der „Advent der kurzen Wege“.
JOURNAL GRAZ 16
verschiedenste Hilfsprojekte. Einen neuen Kooperationspartner gibt es heuer: den SK STURM
Graz, der seinen Erlös 1:1 für die SK STURM-Jugend einsetzt. Durch die kleinen Gässchen an der
Westseite des Hauptplatzes erreicht man in wenigen Schritten das Franziskanerviertel und damit
den Altgrazer Christkindlmarkt, den ältesten
Weihnachtsmarkt der Stadt, der steirischen
Genuss und ländliche Traditionen ins Zentrum
rückt. Modern und urban geht es im neuen Joanneumsviertel zu: Der Hotspot im Herzen der Stadt
bietet aufregende Architektur, anregendes Design
und Genuss auf höchstem Niveau, ein
wahrhaftiges Fest der Sinne. Nicht alltägliche
Weihnachtsgeschenke bietet der Markt der
„STIKH – Steirische Initiative Kunsthandwerk“ im Leslie- und im Lesehof. Weiter geht’s
über die Mur, wo am Südtiroler Platz „Weihnachten zu Hause in Graz“ wartet. Rund um die
beliebte Steirerhütte lassen steirische Schmankerl
und exquisiter Glühwein die Herzen höherschlagen.
Vom Südtiroler Platz geht’s durch die Mariahilferstraße ins Herz der Murvorstadt: „WonderLend“ verspricht eine chillige Atmosphäre im
aufstrebenden Kreativ-Distrikt der Stadt, mitsamt
SK Sturm Finanz-Vors. Michael Vollmann, StR
Gerhard Rüsch und Citymanager Heimo Maieritsch
ausgefallenen und individuellen Designprodukten
und Geschenkideen. „Aufgesteirert“ wird in Graz
nicht nur im September: Auch zur Weihnachtszeit
sorgt der „Aufsteirern“-Weihnachtsmarkt am
Schloßberg für Stimmung über den Dächern der
Stadt.
(Wieder) Kind sein im Advent
Was wäre ein Advent ohne Kinder? Für alle
kleinen Gäste hat der Grazer Advent einiges zu bieten: Der Kinder-Adventmarkt Kleine Neutorgasse hebt Kinderherzen in die Höh‘ – und das
nicht nur wegen des Nostalgie-Riesenrads! Und
Karussell und Märchenzug, Schaumbecher und
Zuckerwatte lassen kleine Augen ganz groß
leuchten! Das gelingt auch in der Kinderwinterwelt am Karmeliterplatz, wo ein 700 m2 großer
Eislaufplatz auf kleine und große Eisläufer wartet.
Im Kinderzelt sorgen Keksbackstudio, Bastelwerkstatt, Erzählecke, Spielplatz und KinderliederAdventsingen dafür, dass es nie langweilig wird.
Wenn die Beine dann doch einmal schwer werden, bringt der Adventzug Groß und Klein durch
die Altstadt – von einem Markt zum anderen.
Heuer wieder im Einsatz ist die Adventbim, ein
historischer Triebwagen, der festlich geschmückt
zum Mitfahren durch die weihnachtliche Stadt
einlädt.
„Coole“ Kunst: die Eiskrippe
Sie ist der magische Anziehungspunkt im Advent:
die Eiskrippe im Landhaushof. 45 Tonnen Eis
modelliert der Eiskünstler Kimmo Frosti zu einem
einzigartigen Kunstwerk. Übrigens: Die Grazer
Eiskrippe ist die weltweit erste Eiskrippe in dieser
Größe!
Alle Infos zu den Veranstaltungen finden Sie auf:
www.adventingraz.at
Zwei junge Pianistinnen
bezaubern im Krankenhaus
Die Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Graz, Standort Eggenberg, hat anlässlich der Erweiterung der Musiktherapie zu einem Benefiz-Klavierkonzert mit Künstlerinnen von
„Live Music Now“ unter der Patronanz des bekannten Pianisten Markus Schirmer eingeladen, der es sich nicht
nehmen ließ, den Abend persönlich zu eröffnen.
D
Fotos: Fischer, Lamm, Schiffer / Entgeltliche Einschaltung
Durch die weihnachtlich geschmückte Herrengasse geht es in Richtung Hauptplatz zu einem
Highlight: dem großen Christkindlmarkt auf
dem Hauptplatz. Das weihnachtliche Dorf inmitten der Stadt mit seinen urigen Hütten und Ständen bietet alles, was den Gaumen, das Herz und
die Seele erfreut. Der neue Pavillon begeistert
nicht nur mit seinem Engelspiel, sondern lässt
auch Raum für kleine Auftritte und Veranstaltungen. Und wer sich in der Abenddämmerung am
Christkindlmarkt dem vorweihnachtlichen Genuss
hingibt, der hat den besten Blick auf den Adventkalender, der auf der Fassade des Grazer
Rathauses erstrahlt.
Echte Weihnachtsklassiker sind die zahlreichen
Kunsthandwerksmärkte, die sich seit Jahrzehnten durch die persönliche Anwesenheit der Künstler großer Beliebtheit erfreuen. Wer auf Stil,
Handwerk und Qualität Wert legt, wird bestimmt
fündig. Der Kunsthandwerksmarkt am Färberplatz sowie seine unmittelbaren Nachbarn am
Mehlplatz (mit Design-Adventhütten!) und am
Glockenspielplatz laden zum stimmungsvollen
Flanieren im Herzen der Altstadt ein. Der beliebte
Markt am Tummelplatz bringt seit 20 Jahren
Lebenskünstler, Weltenbummler und Kunsthandwerker aus aller Herren Länder nach Graz.
Nach dem Motto: „Buntes aus aller Welt“ wie
wärmende Textilien, farbenprächtiges Handwerk
aus Silber und Holz, umgeben von einer
besinnlich duftenden Mischung aus Weihrauch,
Myrrhe und Räucherstäbchen.
Nicht weit davon entfernt verbindet der CharityMarkt am Eisernen Tor vorweihnachtliche
Stimmung mit einem wohltätigen Zweck. Der Erlös aus Glühwein, Beerenpunsch und Co. geht an
ie beiden jungen Grazer Pianistinnen
Silvia und Irina Vaterl spielten einen
großartigen Konzertabend vor über
130 Besuchern mit Werken von Brahms,
Rachmaninov, Mozart und Piazzolla. Für
„Live Music Now“ spielen begabte junge
Künstlerinnen und Künstler live bei all jenen
Menschen - so auch im Krankenhaus - die
aufgrund ihrer Lebensumstände nicht in einen Konzertsaal gehen können.
Für Markus Schirmer ist die Förderung
junger Künstler wichtig. „Ich wurde selbst
Gottseidank früh genug gefördert. Deshalb
finde ich es wichtig, das zu tun. Der Kulturjournalismus hilft uns dabei – auch wenn er
uns Künstler manchmal kritisiert.“ Schirmer
selbst unterrichtet an der Kunstuniversität
Graz eine Solistenklasse für Klavier. Daneben tritt er bei bis zu 50 Mal im Jahr auf Konzerten in aller Welt auf. Demnächst stehen
Festivals und Konzertserien in Deutschland,
Belgien, den Niederlanden, der Schweiz,
Bahrain, China, Südafrika, den USA und natürlich Österreich auf seinem Programm.
Am Rande des Konzerts schildern die beiden Schwestern, wie ihr Talent entdeckt wurde: „Unsere Eltern waren keine professionellen Musiker, aber unser Opa hat komponiert.
Unser Vater spielte Klavier, unsere Oma
ebenso. Wie haben mit fünf Jahren zu spielen
begonnen, als wir sieben waren, waren wir
die Profis“, erzählen die Schwestern lachend.
Anschließend haben Irina und Silvia Vaterl
das Musikgymnasium besucht und mit Auszeichnung maturiert. Der Auftritt im Krankenhaus macht sie stolz: „Heute hier zu spielen war für uns etwas ganz besonderes, wir
wissen, was Musik bewegen kann.“
Der Reinerlös des Abends kam „Live Music Now“ zugute. Begeistert zeigten sich
nicht nur die beiden geistlichen Vertreter des
Grazer Konvents, Prior Frater Paulus Kohler
und Subprior Frater Richard Binder, sondern
auch die beiden Gastgeber, Primar Dr. Peter
Hlade und Musiktherapeutin Anja Schäfer:
„Es war ein einmaliges, wunderbares Fest für
die Musiktherapie von zwei brillanten jungen
Fotos: Harry Schiffer
Künstlerinnen!“
JOURNAL GRAZ 17
INTERVIEW
„Meine Musik soll
Brücken bauen!“
Friedrich Kleinhapl ist ein auf der ganzen Welt bekannter und gefragter Cellist. Er tritt als Solist und Kammermusiker
in vielen Metropolen Europas wie London, Paris, Brüssel, Berlin und vielen anderen Städten in Erscheinung, ebenso
in den USA, Kanada, Japan, China oder Mexiko, Halb Belgier, halb Österreicher lebt er gemeinsam mit seiner Frau
Heidrun Maya Hagn-Kleinhapl in Graz. Der 51-jährige Musiker ist seit neun Jahren mit der gelernten Pharmazeutin
verheiratet, die ihn bei seinen Projekten inspiriert und unterstützt.
Haben Sie von Anfang an Cello gespielt?
Meine Karriere hat mit Flöte und Klavier begonnen – als Kind. Als Fünfjähriger wollte
ich unbedingt Dirigent werden, aber heute ist
es mein Leben, Cellist zu sein. Mit 18 habe
ich dann überlegt, Medizin zu studieren, aber
das war nur theoretisch, in der Praxis hätte
ich die Musik nie aufgeben können.
Wie hat sich das zugetragen?
Meine Frau ist Pharmazeutin, wir haben uns
in einem Seminarzentrum in Bayern kennen
gelernt. Ich hatte in meinem ganzen Leben
zuvor noch kein einziges Seminar belegt,
aber dort habe ich meinen israelischen Lehrer besucht, und meine Frau hat im selben
Zentrum an einem Seminar teilgenommen.
Wir sind uns über den Weg gelaufen, und ich
habe mir gedacht: „Diese Frau musst du kennen lernen“. Sie hat so gestrahlt und geleuchtet.
Und dann?
Maya hat mich angesprochen und gefragt, ob
Wie wird man zu einem international gefragten Cellisten?
Da ich nicht aus einer Musikerfamilie komme, habe ich alles von der Pike auf gelernt
und einmal selbst angefangen. Natürlich
fängt man da klein an. Ich erinnere mich aber
noch heute gerne an diese kleinen Konzerte
auf dem Land, die unheimlich viel Freude
gemacht haben. Wenn sich heute noch die
Gelegenheit ergeben würde, dass wir so etwas machen, würde ich immer mitfahren.
Was ist das Besondere an solchen Auftritten?
Die Stimmung ist einfach ganz anders bei
solchen intimen Konzerten. Natürlich ist es
super-schön, vor 1000 oder 2000 Leuten zu
spielen, aber es ist eben auch wundervoll, vor
100 oder 200 Zuhörern zu spielen und mit ihnen gemeinsam eine Stunde zu verbringen.
So habe ich auch meine Frau Maya kennen
gelernt...
JOURNAL GRAZ 18
Friedrich mit seiner Maya
FRIEDRICH KLEINHAPL
ich ein privates Konzert geben würde. Was
ich normalerweise nie getan hätte, aber weil
sie es war, habe ich zugesagt. Noch für denselben Tag im Seminarzentrum. Sie hat dann
mit Freundinnen einen Saal mit tausenden
von Teelichtern geschmückt. Ich bin in den
Raum, der dunkel war, voll mit diesen Kerzen, sie hat sich vor mir drapiert, dann musste ich natürlich länger spielen als ich wollte,
hab wirklich aus dem Stegreif einen ganzen
Solo-Abend gespielt, eineinhalb Stunden
lang. Es waren doch an die 100 Leute. So hat
das Ganze mit meiner Frau begonnen.
Zum Beispiel?
Ich bin von meinem CD-Label und meinem
Vertrieb gebeten worden, Beethoven zu spielen, und habe keinen Weg gesehen, weil diese Musik mir irgendwie fremd war. Dann hat
meine Frau diese ganzen Biografien, Texte
und Briefe angeschleppt. Wir haben gelesen
und gelesen, und irgendwann habe ich mir
gedacht, ich entsorge alles, was ich über
Beethoven gelernt und gehört habe, und wir
fangen von vorne an. Nur die Noten und die
Biografien. Da sind so tolle Dinge herausgekommen, dass ich sie dann plötzlich verstanden habe, diese eigenartigen Dynamikbezeichnungen, die in den Noten stehen, und
dann ist daraus das Projekt Sonaten entstanden. Dann ist Schubert dran gekommen,
dann Brahms, und da ist dann plötzlich ein
Dialog draus geworden zwischen Brahms
und seiner Haushälterin. Das ist übrigens alles im Rahmen der Kulturpartnerschaft passiert, die die Hypo Steiermark und ich haben.
Wie ging es weiter?
Vom Kennlernen bis zu unserem Zusammenziehen sind dann zwei Jahre vergangen. Als
wir dann wirklich zusammengekommen sind
war meine Frage an Maya: „Warum bist du
nicht Künstlerin?“, weil sie eine wahnsinnig
feinsinnige Art hat, sehr sehr viel spürt. Sie
ist eine spannende Frau, als junges Mädchen
ist sie nach Indien für ein halbes Jahr, mit
dem Rucksack, ganz alleine. Hat teilweise in
den Slums gelebt, teilweise in Klöstern. Ist
auch einige Monate lang allein in China unterwegs gewesen – das hat sie geprägt.
Heute arbeiten sie beide gemeinsam an
Kunstprojekten...
Ja, das tun wir schon, seit sie ihren Job und
ihre Wohnung in Wien aufgegeben hat und
zu mir nach Graz gezogen ist. Ich bin mit
Maya eigentlich den ganzen Tag zusammen.
Sie fährt zwar nicht mit zu den Konzerten,
aber ansonsten sind wir eins. Das Interessante an Maya ist, dass sie sich so schnell in die
Welt der klassischen Musik hineingelebt hat.
Sie stellt teilweise Projekte auf, die ich zuvor
als nicht möglich erachtet hätte.
Fotos: Gabriele Moser / KK
Herr Kleinhapl, war Ihnen die Musik an
die Wiege gelegt?
In gewissem Sinne ja. Meine Eltern waren
keine Musiker, aber es wurde immer klassische Musik aus dem Radio oder dem Plattenspieler gehört. Dass ich einen starken Bezug
zur Musik habe, haben meine Eltern früh erkannt, mit drei Jahren wurde ich zur Früherziehung in die Musikschule geschickt.
Wie ist es zu dieser Partnerschaft
gekommen?
Die Hypo hat mich 2002 gefragt, ob ich Lust
auf eine Kulturpartnerschaft hätte. Ich habe
mir zuerst gedacht: „Oh, was bedeutet dass,
wird man da eingeschränkt?“ Es hat sich
dann schnell herausgestellt, dass es Projekte
sind, die man sonst nicht wirtschaftlich realisieren kann, quasi Wunschprojekte. Umgekehrt glaube ich, dass ich die Hypo auch sehr
inspiriert habe. Es ist ja ein intensiver Prozess der Zusammenarbeit, weil man sich als
Partner anfangs sehr fremd ist.
Gibt es auch Parallelen zwischen Bank
und Künstler?
Natürlich. Ich habe bei Business Meetings gespielt, wo nur die Sales-Leute da waren. Ich bin
drauf gekommen, dass die Sales-Leute vor einer ähnlichen Herausforderung stehen wie ich.
Wir haben die Chance, uns eine Stunde lang zu
präsentieren, aber es gibt keine Wiederholung.
Da habe ich mir gedacht, es ist interessant, wie
die das machen, wie wir es machen. Wer kann
vom anderen lernen, von den Herangehensweisen? Letztlich, glaube ich, passiert alles auf archaischen Ebenen, wir funktionieren alle nach
bestimmten Mustern, also müssen wir alle auch
dieselben Muster bedienen.
Haben Sie etwas daraus gelernt?
Es ist für jeden eine Herausforderung, sich
zurückzunehmen, einfacher zu werden in der
Kommunikation. Sich Zugänge zu schaffen,
auch zu schwierigeren Materien oder in der
Musik zu schwierigeren Stücken. Damit man
Menschen, die nichts mit der Materie zu tun
haben, in kurzer Zeit heranführen kann. Wir
leben in verschiedenen Welten, die stark auseinander driften. Jede Welt, jedes spezifische
Fachwissen vertieft sich immer mehr, und es
bilden sich sozusagen Inseln heraus. Aber es
gibt Brücken, an denen sich die eine Welt mit
der anderen verbindet. Diese Brücken zu
bauen – zur Medizin, zur Technik, zur Wirtschaft –, das lasse ich in meine Musik einfließen. Auch hier inspiriert mich Maya sehr.
Wie äußert sich das?
Es war und ist inspirierend, mit ihr zusammen-
zuarbeiten, vielleicht gerade weil meine Frau
aus der Naturwissenschaft kommt und dadurch
völlig andere Zugänge zur Kunst und zur Konzertwelt hat. Dadurch, dass sie am Beginn viele
Erfahrungen noch nicht gemacht hatte, hat sie
Ideen geboren und weiter verfolgt, die ich für
zu aufwändig und zu kompliziert gehalten hätte. Zum Beispiel die Dialoge, die sie verfasst
hat – About Brahms oder About Mendelssohn.
Oder unseren Verein Get a Hearing, mit dem
wir Kinder mit Hörminderung unterstützen.
Ohne Mayas unverbrauchten Optimismus wären all diese Projekte, die uns jetzt extrem viel
Freude bereiten, nie entstanden.
Haben Sie gemeinsame Hobbys?
Ich mag es, in der Natur zu sein, das ist sehr
wichtig. Wir versuchen, möglichst viel zu
wandern. Was ich gern tue und mehr tun
möchte, ist lesen. Ja, und gemeinsam essen
– meine Frau kocht, und sie ist eine geniale
Köchin, weil sie es schafft, einerseits gesunde und andererseits unglaublich köstliche
Speisen zuzubereiten.
Sie kommen mit Ihren Auftritten in
der ganzen Welt herum. Haben Sie
ein Lieblingsland?
Ich bin in vielen Ländern sehr gerne. Ich bin
mir bewusst, dass wir in einem wunderschönen Land leben und wir großes Glück damit
haben. Ich glaube, jeder lebt gerne in seinem
Heimatland, aber wir sind von den Lebensbedingungen schon unglaublich bevorzugt.
Danke für das Gespräch.
JOURNAL GRAZ 19
Vieles wird neu
im Center West
W
ie es sich anfühlt,
die Verantwortung
für einen ganzen
Supermarkt zu übernehmen, konnten
SPAR-Lehrlinge aus
der Steiermark in
Graz erleben. Rund 20
Lehrlinge managten
eine Woche lang
den SPAR-Supermarkt
in der Grazer
Moserhofgasse.
DI Martin Wittigayer, 37, ist seit Anfang September Center
Manager des Center West in Graz. Der studierte Bau-Ingenieur ist verheiratet und Vater einer Tochter und kehrt
damit zu seinen Wurzeln zurück – er lebte trotz internationaler Tätigkeit für Porr und Heta mit seiner Familie immer in Graz. Für das Center West hat er eine Reihe von
Ideen, die Kunden zum Verweilen einladen sollen.
Herr Wittigayer, Sie sind erst ganz kurz im Center West,
sind Sie schon angekommen?
Ja, definitiv. Mittlerweile sind es zweieinhalb Monate, in denen ich hier bin. Ich
habe mich bereits gut eingelebt, habe ein tolles Team, mit dem ich das Einkaufszentrum leiten darf. Und ich kann jetzt schon sagen: Vieles wird neu im Center
West.
Lehrlinge übernahmen
bei SPAR das Ruder
antwortungsbewusstsein und Engagement
näher zu bringen – außerdem ist es eine
ideale Möglichkeit, Bewusstsein für die vielfältigen und herausfordernden Tätigkeiten
der Marktleitung zu schaffen“. Bereits nach
Abschluss der Lehre ist es bei SPAR möglich, eine selbstverantwortliche Tätigkeit wie
die Leitung einer Abteilung oder die Marktleiter-Stellvertretung zu übernehmen.
SPAR ist der größte private Lehrlingsausbilder in Österreich. Nächstes Jahr werden
bundesweit wieder 900 neue Lehrlinge eingestellt, 100 davon in der Steiermark. Den Jugendlichen stehen 17 verschiedene Lehrberufe
zur Auswahl – zum Beispiel im Einzelhandel
mit Schwerpunkt Lebensmittel oder Sportartikel oder die Lehre mit Matura. In den rund 260
SPAR-Standorten in der Steiermark und im
Südburgenland finden die steirischen Lehrlinge immer einen Ausbildungsplatz in der unmittelbaren Nähe ihres Wohnortes.
Bewerbungen sind entweder direkt im Supermarkt oder online auf www.spar.at/lehre
möglich. Hier können sich die Jugendlichen
auch über die Prämien, die sie sich in ihrer
Lehrzeit erarbeiten können, informieren.
„Genau jetzt findet der Auftakt für die
große SPAR-Lehrlingsoffensive 2017 statt.
Wir nehmen jederzeit gerne Bewerbungen
entgegen“, betont Eva Maria Wimmer, Lehrlingsverantwortliche bei SPAR Steiermark
und Südburgenland, und fügt hinzu: „Wir
freuen uns auf freundliche und kommunikative Jugendliche, die gern mit Menschen zusammenarbeiten und uns zeigen wollen, was
sie können.“
Kommen Sie aus dem Bereich Einkaufszentren?
Ursprünglich habe ich Bauingenieurwesen studiert, ich bin Diplom-Ingenieur
für Bauwesen, inklusive Baumeisterkonzession. Eigentlich würde jemand mit
meiner Ausbildung eine Baufirma eröffnen. Nach meinem Studium war ich acht
Jahre lang bei Porr in der Projektentwicklung tätig und habe alles rund um das
Baugeschäft gemanagt. Neben Planung, Finanzierung und Marketing waren Vermietung, Inbetriebnahme und der Verkauf von Objekten im In- und Ausland
mein Schwerpunkt. Später habe ich nach der Notverstaatlichung der Hypo-Alpe-Adria Bank für eine Heta-Tochter Immobilien gesichtet und eine Verkaufsstrategie entwickelt. So bin ich auch mit dem Managen von Einkaufszentren in
Berührung gekommen. Da ich Grazer bin, hat es mich sehr gefreut, als ich gefragt wurde, ob ich das Center West managen will. Ich komme so zurück zu
meinen Wurzeln, ich lebe mit meiner Familie hier und freue mich, dass ich mein
Know-how in meiner Heimatstadt einbringen kann.
Haben Sie schon konkrete Ideen für das Center West?
Wir haben den Schwerpunkt, einen breiteren Mietermix aufzustellen und so die
Leerstandsflächen, die wir noch haben, zu vermieten. Momentan gibt es einen
Kinder- und Familienschwerpunkt am Standort, zum Beispiel durch Toys„R“Us,
Baby One, H&M mit Vollsortiment und weitere Shops wie Ernstings Family.
Unter anderem führen wir im Bereich der Gastronomie jetzt schon Gespräche
mit potenziellen zukünftigen Mietern, denn wir wollen unser Angebot erweitern,
aber keine Konkurrenz für die bereits vorhandenen Gastronomen schaffen.
Fotos: SPAR / Pertzl
I
n intensiver Zusammenarbeit mit dem
verantwortlichen Marktleiter und ihrem
Führungsteam wurden die Lehrlinge auf
die spannende Herausforderung vorbereitet.
„Dieses innovative Projekt bietet unseren
Lehrlingen die Chance, ihr enormes Fachwissen kreativ umzusetzen“, zeigt sich Christoph Holzer, Geschäftsführer von SPAR Steiermark und Burgenland, stolz auf die Initiative. Die jungen SPAR-Mitarbeiter waren
nicht nur für die Leitung des Supermarktes,
sondern auch für die Tätigkeiten in allen Abteilungen des Marktes verantwortlich. So
machten sie Produktpräsentationen, führten
das Büro oder saßen an der Kasse.
Bei den Lehrlingen selbst stieß das Projekt auf große Begeisterung. Marco Trautwein, 17, im dritten Lehrjahr bei SPAR: „Ich
bin stolz, einmal die Position des Marktleiters ausüben zu dürfen. So kann ich erleben,
wie mein Job bei SPAR in einigen Jahren
aussehen könnte.“
Viel Freude bereitete die neue Perspektive
auch Sabrina Teubl, 17, und ebenfalls im
dritten Lehrjahr: „Es ist sehr herausfordernd,
die Verantwortung für einen Supermarkt zu
tragen. Wir haben unseren Kundinnen und
Kunden viele Schwerpunkte geboten, zum
Beispiel in Form von Verkostungen.“
Für Holzer ist das Lehrlingsprojekt „ein
weiterer Schritt, um unseren Lehrlingen Ver-
Wie sind Sie aufgenommen worden?
Was mich besonders gefreut hat ist, dass es in unserem Center ein Miteinander
gibt. Die Mieter helfen sich untereinander, es wird miteinander gearbeitet, sich
gegenseitig ausgeholfen. Auch mein Team ist hervorragend. Dadurch ist die
Stimmung sehr gut. Das ist genau so, wie ich gerne arbeite. Das werde ich fortführen und weiter ausbauen. Und unsere Kunden werden sicher spüren, dass in
unserem Center weiterhin eine gute Stimmung herrscht.
Sie haben eine wunderschöne Terrasse,
warum wird die nicht besser genutzt?
Es kommt zwar der Winter, da ist die Terrasse nicht so attraktiv, aber grundsätzlich ist es dort wunderschön, mit herrlicher Aussicht auf Koralm oder Kehlberg.
Wir planen bereits, die Terrasse in der warmen Jahreszeit verstärkt für Veranstaltungen zu nutzen.
DI MARTIN WITTIGAYER
Was soll sich noch alles ändern?
Es ist mir ein persönliches Anliegen, eine Wohlfühloase für alle Altersklassen zu schaffen. Unsere Kunden sollen nicht nur ins Haus kommen,
um ihre Einkäufe zu erledigen und dann gleich wieder nach Hause fahren.
Sie sollen sich hier wohl fühlen, sollen hier gerne ihre Zeit verbringen.
Dafür wird das Center ein Ort werden, an dem man gerne verweilt.
Wie soll das umgesetzt werden?
Schon rein optisch wollen wir einiges verändern. Grünpflanzen werden
ein Schwerpunkt in der Gestaltung. Es laufen bereits Gespräche mit Gärtnern, die Pläne sollen im Frühjahr umgesetzt werden.
Wie stehen die Eigentümer zu ihren Vorhaben?
Alles was kostenintensiver ist, muss natürlich abgestimmt werden. Allerdings wurde mir signalisiert, dass die Bereitschaft besteht, Geld in die
Hand zu nehmen, wenn es dem Center dient. Wichtig ist natürlich der wirtschaftliche Erfolg. Aus dieser Sicht ist alles, was dem Ambiente und dem
Kunden dient, für das Center West gut.
Haben Sie noch Zeit für Ihre Hobbys?
Leider kommt das Sporteln im Moment ein bisschen zu kurz. Ich bin gerne
in der Natur und genieße die Ruhe. Im Winter mache ich gerne Schitouren,
aber nicht zu stressig, nur um fit zu bleiben.
Wir danken für das Gespräch.
Marktleiter Axel Galli mit seinen „Marktleitern“ Marco Trautwein und Sabrina Teubl
JOURNAL GRAZ 20
JOURNAL GRAZ 21
Neues Murkraftwerk:
GÄRTNEREI LIENHART
Öko-Strom statt Atom!
Dekorativ in den Advent
V
Strom soll sauber sein und ohne Schadstoffe erzeugt werden - das ist Motto der Energie Steiermark, die grünes
Licht für den Bau des Murkraftwerks erhalten hat und diesen jetzt so schnell wie möglich in Angriff nehmen will.
Immerhin soll das geplante Wasserkraftwerk in Graz-Puntigam 20.000 Familien mit reiner Öko-Energie versorgen.
8054 Hautzendorf / Gemeinde Premstätten · Hauptstraße 3
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JOURNAL GRAZ 22
Anzeige
Elisabeth Lienhart mit ihrem Team
lle Jahre wieder läuten die
steirischen Gärtner und
Floristen den Advent in der
ganzen Steiermark besonders
stimmig ein. In der Gärtnerei
Lienhart in Hautzendorf /Premstätten wird ganz besonders viel
Liebe den Details geschenkt,
die die Vorfreude auf das Fest
schüren. Ob moderne oder traditionelle
Weihnachtsdeko,
wunderschöne Gestecke und
Adventkränze aus heimischen
Reisig handgefertigt, sowie
traumhafte Weihnachtssterne
aus eigener Produktion verspricht hochwertige Qualität.
Viel Handarbeit garantiert lange Freude an den dekorativen,
blühenden und grünen Vorboten
für den heiligen Abend. Ein
Rundgang ist nicht nur ein
Schauspiel für die Augen, sondern auch Balsam für die Seele.
Genießen, statt hektisch nach
Ideen zu suchen..! Die Gärtnerei Lienhart ist auch bekannt für
die schönste Trauer- und Eventfloristik und gilt bei Bräuten
längst als Geheimtipp.
Fotos: Energie Steiermark / Entgeltliche Einschaltung
A
ier Jahre lang dauerte die öffentliche Prüfung sämtlicher ökologischer Aspekte des
Großprojekts, alle Anregungen und Kritikpunkte von NGOs, Anrainern und anderen Parteien wurden durch mehr als 50 Gutachter, Umweltexperten des Landes, des Umweltbundessenates und des Verwaltungsgerichtshofes genauestens geprüft. 2014 gab es dann grünes Licht für
den Bau des Wasserkraftwerks in Graz-Puntigam,
das 20.000 Familien mit reiner Öko-Energie versorgen soll und damit im „öffentlichen Interesse“
steht. Die Details des „sauberen“ Stromerzeugers
können sich sehen lassen: Die Leistung beläuft
sich auf 17,7 MW, die Erzeugungsmenge auf
stattliche 82 GWh – dabei wird 100 Prozent CO2freier Ökostrom produziert. Gleichzeitig rechnen
die Experten mit einer Einsparung von stolzen
60.000 Tonnen CO2 pro Jahr – was dem Schadstoffausstoß von 36.000 Pkw entspricht.
Insgesamt 80 Millionen Euro an Investitionssumme liegen bereit, denn man erwartet sich viel
vom neuen Murkraftwerk: So leistet man damit
einen wichtigen Beitrag, um die Klimaziele von
Paris zu erreichen und von Energieimporten unabhängig zu sein. Graz werde energieautarker und
im Fall eines Blackouts versorgungssicherer, versprechen die Initiatoren. Immerhin sieht die Energie- und Klimastrategie des Landes Steiermark
ein starkes Investment in erneuerbare Energieprojekte vor. Der Bau des Kraftwerks wird sich außerdem positiv auf die Arbeitsplatzsituation auswirken: Während der zweijährigen Bauphase sind
1800 Jobs abgesichert, rund 90 Prozent der Aufträge gehen direkt an Unternehmen in der Region.
Darüber hinaus führt der Bau des Speicherkanals (Investment: 80 Mio. Euro) zu einer Verbesserung der Wasserqualität in der Mur. Der Fluss
kehrt zurück in das Stadtbild und wird neu belebt
(durch Radwege, Naturerlebnispfade, Promenade,
Badeplätze etc.). Es wird auch ein Naherholungsgebiet für zahlreiche Freizeit- und WassersportAktivitäten geschaffen. Zusätzlich erhält Graz
3000 neue Bäume: Wo heute zwei Büsche oder
Bäume stehen, müssen während der Umsetzung
des Projekts drei nachgepflanzt werden.
Und, ebenfalls positiv: Insgesamt 99 ökologische Maßnahmen wurden zum Schutz der Umwelt entwickelt. Die Maßnahmen betreffen die
Bereiche Forst und Pflanzen, Ausgleichsflächen
am und im Gewässer, Tiere am Land sowie allgemeine ökologische Maßnahmen. „Das Murkraftwerk bietet die einmalige Chance, die Mur endlich spürbar ins Stadtbild zu rücken. Gerade im
Tourismus spielt das Element Wasser eine große
Rolle und Destinationen mit gut zugänglichen und
erlebbaren Wasserflächen und Uferzonen haben
klare Wettbewerbsvorteile. Das könnte auch Graz
nutzen, indem die Murufer zu einem echten Naherholungsgebiet gemacht werden. Das bedeutet
eine weitere Verbesserung in der ohnehin sehr hohen Lebensqualität, die sowohl von Einheimischen als auch von unseren Besuchern so sehr geschätzt wird. Darüber hinaus bedeutet Wasserkraft
grünen Strom und somit einen wesentlichen
Schritt zur Erreichung der hoch gesteckten und jedenfalls einzufordernden Klimaziele“, so Dieter
Hardt-Stremayr, Geschäftsführer Graz Tourismus
Für Fragen zum Projekt steht das Projektteam
telefonisch unter 0316 / 9000-50861 oder per Mail
[email protected] jederzeit zur Verfügung!
MURKRAFTWERK GRAZ
Leistung: 17,7 MW
Versorgung von 20.000 Haushalten
und E-Fahrzeugen
Erzeugungsmenge 82 GWh
- 100 % CO2 freier Ökostrom
Einsparung von 60.000 t CO2 pro Jahr –
das entspricht dem Schadstoffausstoß von
36.000 PKWs
Investitionssumme: rd. 80 Mio. Euro
Errichtung: E-Steiermark gemeinsam
mit zwei Partnern
Vier Jahre lang dauerte die öffentliche
Prüfung sämtlicher ökologischer Aspekte des Projekts. Alle Anregungen und Kritikpunkte von NGOs, Anrainern und anderen Parteien wurden durch mehr als 50
Gutachter, Umweltexperten des Landes, des Umweltbundessenates und
des Verwaltungsgerichtshofes geprüft.
Ergebnis 2014: Grünes Licht für den Bau
JOURNAL GRAZ 23
TRITSCH-TRATSCH
LOKALES
Platz 1 für HYPO Steiermark
Anhand von vier Hauptkriterien, nämlich Beratung, Transparenz, Service und Ambiente, wurden von der ÖGVS, der Gesellschaft für Verbraucherstudien GmbH, fünf überregionale und sechzehn regionale
Filialbanken einem Mystery-Check unterzogen. Getestet wurde die
Kompetenz in der Veranlagungsberatung. Die Landes-Hypothekenbank Steiermark AG konnte sich dabei in Graz deutlich gegen die getesteten Mitbewerber durchsetzen und erreichte als einzige Bank die
Note „sehr gut“. Besonders in den Bereichen Beratung und Transparenz konnten exzellente Ergebnisse erzielt werden. Generaldirektor
Mag. Martin Gölles und Vorstandsdirektor Bernhard Türk: „Seit
vielen Jahren investieren wir viel in die Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeiter. Das Ergebnis macht uns stolz und bestärkt uns, den
Foto: Toni Muhr
eingeschlagenen Weg fortzusetzen“.
Nagl holt Weltmeisterin
Marion Kreiner in sein Team.
Die Snowboard-Weltmeisterin Marion Kreiner kandidiert für die Grazer ÖVP bei der
Gemeinderatswahl 2017. Bürgermeister
Siegfried Nagl präsentierte die Top-Sportlerin
in seiner Mannschaft: „Ich habe versprochen,
dass unser Gemeinderatsteam verjüngt wird
und spannende Persönlichkeiten für uns kandidieren werden, deshalb freue ich mich, dass
ich mit einer Weltmeisterin beginnen kann.“
Die 35 Jahre alte Marion Kreiner hat heuer
ihre Profikarriere im Snowboarden beendet.
Sie ist nicht nur auf der Piste top: Kreiner ist
Grafikdesignerin und Wirtschaftspsychologin.
Sie will ihre Erfahrungen in Graz einbringen.
„Für mich war klar, dass ich im Leben nach
dem Sport etwas bewegen möchte. Neben
meiner Tätigkeit im Marketing versuche ich,
Kinder für den Sport zu begeistern. Das wird
auch ein Schwerpunkt meiner politischen Arbeit – aber meine Interessen sind von
Wirtschaft bis zur Integration breit gestreut.
Wir können mit den ersten Schwüngen beginnen“, so Kreiner.
Generaldirektor Martin Gölles und Vorstandsdirektor Bernhard Türk
Europaweit einzigartiges Pilotprojekt
Holding-Vorstand Gert Heigl, Bürgermeister Siegfried Nagl und die
Holding-Vorstände Barbara Muhr und Wolfgang Malik
Der Start des Testbetriebs von vier Elektrobussen mit schnell ladenden
Superkondensatoren auf den Grazer Buslinien 34E (Jakominiplatz –
Theyergasse) und 50 (Hauptbahnhof – Zentralfriedhof) ist ein Meilenstein hinsichtlich eines möglichen Umstiegs auf Verkehrsmittel mit
umweltschonender Antriebstechnik. „Die China Railway Rolling
Stock Corp. (CRRC) und die Firma Chariot Motors stellen der Holding Graz je zwei Elektrobusse plus Ladeinfrastruktur für ein Jahr
kostenlos zur Verfügung. Nach dem einjährigen Testbetrieb werden
die Partnerunternehmen die zur Verfügung gestellten Elektrobusse auf
eigene Kosten zurück nehmen. Die Ergebnisse der Fahrzeugtests werden evaluiert und bilden auch eine Entscheidungsgrundlage für die
zukünftige Beschaffungsstrategie von Elektrobussen. Sind die Testergebnisse positiv, ist es möglich, dass wir in Zukunft verstärkt Elektrobusse einsetzen“, konkretisiert Holding Graz Vorstand Wolfgang
Foto: Fischer
Malik das Vorhaben.
Budgetprovisorium soll ärgstes Chaos vermeiden
Geplatzte Budgetverhandlungen, vorgezogene Neuwahlen – warum die Stadt Graz jetzt trotzdem nicht im finanziellen
Chaos versinkt, darüber sprach das Journal Graz mit Bürgermeister Siegfried Nagl und Stadtrat Kurt Hohensinner.
Herr Bürgermeister, das Nicht-Zustandekommen des Grazer Budgets sorgt für
vorgezogene Neuwahlen Anfang Februar –
versinkt die Stadt Graz ab 1. Jänner im
finanziellen Chaos?
Wir haben im Gemeinderat am 17. November ein
Budgetprovisorium vorgelegt. Das orientiert sich
übrigens über weite Strecken an dem, was auch
im normalen Budget vorgesehen gewesen wäre.
Neben den Pflichtausgaben werden auch 50 Prozent der Mittel, die heuer im Budget vorgesehen
waren, den einzelnen Magistratsabteilungen zur
Verfügung gestellt.
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Viele Grazer Vereine kommen ohne
Zuwendungen der Stadt in akute finanzielle
Bedrängnis. Was kann man da tun?
Mit dem vorliegenden Provisorium ist gesichert,
dass die Vereine ihre Arbeit bis zum Sommer
nächsten Jahres, also bis hoffentlich ein neues
Budget steht, fortsetzen können. Gemeinsam mit
der SPÖ sorgt die ÖVP so dafür, dass die Politspielchen nicht auf dem Rücken der Grazer Bevölkerung und schon gar nicht auf dem Rücken
der vielen engagierten Menschen in den Vereinen
ausgetragen wird.
JOURNAL GRAZ 24
Mit „Politspielchen“ spielen sie nun
auf die Kommunisten an?
Nicht nur, aber vor allem. Im Rathaus sitzen drei
Parteien, die Regierungsfunktion haben, aber ihrer Verantwortung für die Stadt nicht nachkom-
men wollen. Grüne, FPÖ und allen voran die
KPÖ, die mit der ÖVP sieben Wochen lang ein
Budget verhandelt hat, um sich dann mit einem
fadenscheinigen Argument aus der Verantwortung zu stehlen. Wenn KPÖ-Chefin Elke Kahr
jetzt meint, man könne ein bereits ausverhandeltes Budget ohne inhaltliche Begründung einfach
absagen, und dem hinzufügt, dass die Vereine es
ohnehin gewohnt seien, auf ihr Geld zu warten,
dann ist das nur zynisch.
Wird es im Budgetprovisorium
neue Belastungen für die Grazer
Bevölkerung geben?
Wie im ursprünglich geplanten Budget auch sind
im Provisorium keine Erhöhungen von städtischen Gebühren vorgesehen.
Wie stehen sie zur vorgezogenen Neuwahl?
Ich hätte, wie es von den Grazerinnen und Grazern erwartet wird, gerne die Periode durchgearbeitet, leider sieht das neben der ÖVP nur die
SPÖ so, und deshalb können wir nur ein Budgetprovisorium und kein Budget 2017 vorlegen. Ich
bitte daher besonders bei der Wahl im Februar
daran zu denken, welche Parteien Verantwortung
übernehmen und wer trotz Regierungsfunktion
nur Trittbrettfahrer ist!
Dass durch den Absprung der KPÖ vom geplanten Budget trotz des Provisoriums große
Probleme entstehen, betont auch VP-Stadtrat
Kurt Hohensinner, zuständig für Bildung, Sport
und Integration.
Herr Stadtrat, was sind die schwerwiegendsten Folgen des geplatzten Budgets?
Mit dem Provisorium ist noch nicht alles eitel
Wonne. Das Ausscheren der KPÖ und die Arbeitsverweigerung von Grünen und FPÖ führen
dazu, dass es 2017 keine neuen Kinderkrippen
und keine neuen Kindergartengruppen geben
wird. 250 Kinder bleiben damit in Graz auf der
Strecke. Die Eltern können sich bei KP-Chefin
Elke Kahr, Grünen-Ex-Chefin Lisa Rücker und
FP-Chef Mario Eustacchio bedanken.
Gibt es Auswirkungen auf Integrationsmaßnahmen, die wir ja wegen der vielen Flüchtlinge dringend benötigen?
Wir können die Sprachoffensive nicht fortsetzen,
da die notwendigen 400.000 Euro nicht freigegeben sind, und das, obwohl wir gerade jetzt zusätzliche Sprachkurse für die Integration brauchen.
Leidet auch der Sport in Graz
unter der Situation?
Ja, natürlich. Wir können zum Beispiel den LUVPlatz und drei Bezirkssportplätze nicht sanieren,
und auch die Schulausbauten für 2017 finden
vorerst nicht statt. Aber ich freue mich, dass wir
wenigstens den Vereinen helfen können.
Danke für das Gespräch.
JOURNAL GRAZ 25
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K
ein leichtes Erntejahr für
die steirischen Weinbauern nach
dem großflächigen Frühfrost im
April. Auch die Familie Wohlmuth
muss die kleinste Ernte in ihrer
Geschichte bilanzieren.
Wohlmuth ist
Fair’n Green zertifiziert:
Gerhard Josef Wohlmuth, Keith Ulrich von Fair’n Green und Gerhard Wohlmuth
Keine Fremdtrauben in der Flasche
G
erhard Wohlmuth konnte nur 20 bis
30 Prozent einer Normalernte einfahren, verspricht den Weinbeißern
aber dennoch unverfälschten Wohlmuth-Geschmack aus der Flasche, „weil der Einkauf
von Fremdtrauben für uns niemals in Frage
kommt.“ Die Qualität des Jahrgangs 2016 ist
dafür großartig, es werden dichte, komplexe
Weine sein, die voller Mineralität und mit
guter Säure ausgestattet sind. Sie dürfen
noch einige Monate reifen, und in der Zwischenzeit darf man sich am großartigen
2015er Jahrgang erfreuen, der zu den ganz
großen gezählt werden darf. Es ist auch 2017
genug Wein für die Steirer da, verspricht der
Paradewinzer, „nur der Export wird auf ein
Mindestmaß reduziert.
Die hohe Qualität seines Weines wurde
einmal mehr offiziell bestätigt: Wohlmuth
trägt als erstes Steirer-Weingut das international angesehene „Fair’n Green-Zertifikat“
für Nachhaltigkeit. Fair’n Green ist ein ganzheitliches und detailliertes System für nachhaltigen Weinbau, das sowohl Umweltkrite-
rien als auch wirtschaftliche und gesellschaftliche Faktoren umfasst. Im Rahmen
des Zertifizierungsprozesses wird jeder Betrieb anhand eines detaillierten Kriterienkatalogs auditiert und vor Ort begutachtet.
Jedes Fair’n Green-Weingut ist verpflichtet,
seine Nachhaltigkeitsleistung fortwährend zu
verbessern.
Zu diesem Zwecke werden jährlich ein
Prüfbericht zur Nachhaltigkeit des Betriebs
sowie eine Ökobilanz erstellt und die CO2Emissionen berechnet.
DIREKTOR KURT EGGER
WIRTSCHAFTSBUND-STEIERMARK
„Arbeitszeitflexibilisierung
dringend notwendig!“
WB-Dir. Kurt Egger im Gespräch über Gewerbeordnungsreform, Betriebsanlagenrecht, u.v.m.
Stichwort Gewerbeordnung: In manchen Medien und vom politischen Mitbewerb wurde
diese spöttisch als „Reförmchen“ bezeichnet.
Wie schätzen Sie die Veränderungen ein?
Bei manchen Kommentatoren von außen hat man
das Gefühl, dass sie leider keine Ahnung haben,
wie es unseren Unternehmerinnen und Unternehmern geht. Wir sind ständig im Land unterwegs
und kümmern uns um die Sorgen der steirischen
KMUs. Sehr selten wird über die Gewerbeordnung geklagt – vielmehr sind es Themen wie Betriebsanlagenrecht, Lohnnebenkosten und Fachkräftemangel. Und außerdem sind nach dieser Reform 85 Prozent aller Gewerbe freie, auch die Nebenrechte wurden sehr stark erweitert. Aber wir
JOURNAL GRAZ 26
bleiben dabei: Qualität muss erhalten bleiben.
Gott sei Dank gibt’s hier jetzt keine Experimente
zu Lasten des Standortes und der Qualität unserer
zukünftigen Fachkräfte. Wer soll unsere Jungend
ausbilden ohne selbst je eine Ausbildung gemacht
zu haben?
Wird das Betriebsanlagenrecht
nun modernisiert?
Ja, und zwar wesentlich. Der Entwurf der Bundesregierung enthält wichtige Maßnahmen, die die
Dauer und Kosten von Betriebsanlagenverfahren
effektiv senken sollen. Insbesondere die Einsetzung von One-Stop-Shops im gewerblichen Betriebsanlagenverfahren führt zu einer Beschleunigung der Verfahrensdauer. Das ist im Interesse unserer heimischen Unternehmen und entlastet diese
um zehn Millionen jährlich.
Betriebe werden aber nicht nur durch bürokratische Fesseln gebremst, vom neuen SPÖBundeskanzler sind altbekannte Forderungen
nach Maschinensteuer und Arbeitszeitverkürzung aufgebracht worden: Wie antwortet der
Wirtschaftsbund?
Wir sind verwundert, dass jemand der angeblich
Wirtschaftskompetenz hat, solche Forderungen
aufstellen kann. Bei seinem Antritt hat Bundes-
kanzler Kern noch betont, die wichtigste Aufgabe
der Bundesregierung sei es, die Wirtschaft anzukurbeln. Das geht aber nur mit Maßnahmen, die
den Unternehmen signalisieren, dass die Politik
sie dabei unterstützt, zu investieren und damit zu
wachsen. Eine neue Steuer ist da definitiv das falsche Signal! Für uns gilt: Keine neuen Belastungen, keine neuen Steuern!
Es erwartet uns ja auch in Graz eine Gemeinderatswahl. Sie kennen die Grazer Unternehmerinnen und Unternehmer aus ihrer langjährigen Tätigkeit. Was braucht der Wirtschaftsstandort Graz?
Klare Verhältnisse, Planungssicherheit und einen
Bürgermeister, der auch bereit ist, innovative Projekte voranzutreiben und zu forcieren – und den
haben wir mit Siegfried Nagl.
Zum Abschluss: Bleibt in diesem Herbst auch
noch Freizeit und wie verbringen Sie diese?
Die ist derzeit in der Tat sehr knapp, aber ich versuche, mir ein paar Stunden wöchentlich freizuschaufeln, um ins Fitnessstudio zu gehen. Wenn
das Wetter passt, kann es gerne auch der Tennisplatz sein. Im Winter versuche ich, Zeit mit meinen Kindern auf der Schipiste zu verbringen.
Danke für das Gespräch.
JOURNAL GRAZ 27
Foto: Regine Schoettl
Sehr geehrter Herr Direktor! Die Politik im
Allgemeinen und vor allem die Interessensvertretung befinden sich in einem intensiven
Herbst. Wie geht’s dem Wirtschaftsbund
Steiermark?
Der Wirtschaftsbund arbeitet derzeit sehr intensiv
an vielen Fronten. Die Reform der Gewerbeordnung war bis jetzt das bestimmende Thema. Wir
werden bis Frühjahr nächsten Jahres auch wieder
alle Regionen besuchen und auf die enorme Bedeutung der Wirtschaft für unser gesamtes Leben
hinweisen.
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D
Foto: Melbinger / Anzeige
SPAR Steiermark und
Österreichs neues Freizeit- und Erlebnis-Gelände AIRBASE ONE in Kalsdorf bei Graz machen
„gemeinsame Sache“
und bieten den Kunden
ab sofort ein äußerst
„sprunghaftes“ Vergnügen. Ein Gutscheinheft
macht’s möglich.
LOKALES
Mario Edler (SOS Kinderdorf), SPAR-GF Mag. Christoph Holzer und AIRBASE-ONE Manager Leo Germovsek
Gutscheine für „sprunghaftes“ Vergnügen
„Auf einer Fläche von 3600 Quadratmetern
können sich Kinder, Hobbysportler und Profis 365 Tage im Jahr austoben“, schickt AIRBASE-ONE-Manager Leo Germovsek
gleich voraus. Und er hat Recht, denn zahlreiche Attraktionen warten hier auf die steirischen Familien. Das Motto dabei: den Körper in Bewegung setzen und mit einer Menge
Spaß und Adrenalin die Freizeit genießen! So
bietet Europas größter Jump- und Trampolinpark alles, was es an Trampolin-Action
gibt, Groß und Klein kommen im Erlebnisund Abenteuerpark auf ihre Rechnung, und
Wintersportler genießen erholsame wie
abenteuerliche Stunden in der Ski- und Erlebniswelt.
Die Aktionen reichen von verbilligten
Eintrittspreisen über die Aktion „1+1 gratis“,
bei der jedes Einzelpreis-Ticket für zwei Besucher gilt, bis hin zu 25 Prozent Rabatt beim
Erwerb einer Jump25-Jahreskarte. „Mit dem
AIRBASE-ONE-Gutscheinheft kommt bei
unseren Kundinnen und Kunden und deren
Familien garantiert keine Langeweile in den
Wintermonaten auf. Einkaufen lohnt sich
jetzt also doppelt“, betont SPAR-SteiermarkGeschäftsführer Christoph Holzer.
Die Handelskette unterstützt immer wie-
der soziale Organisationen, die sich um die
kleinsten Mitglieder unserer Gesellschaft
kümmern. Im Zuge der Gutschein-Aktion
wird es etwa den Schützlingen des SOS-Kinderdorfes Stübing ermöglicht, ihre Freizeit
mit Freude und Spaß zu erfüllen. „Deswegen
laden wir 60 Kinder des SOS-Kinderdorfs
Stübing dazu ein, das Angebot der AIRBASE
kostenlos zu nutzen, und sorgen außerdem
für Anfahrt und Verpflegung“, so Holzer.
Bei SPAR, EUROSPAR und INTERSPAR
liegt das Heft auf, solange der Vorrat von
200.000 Stück reicht. Die Gutscheine sind dann
bis Dienstag, 28. Februar 2017, einlösbar.
as Skigebiet PlanaiHochwurzen hat in der
kommenden Skisaison viel
Neues zu bieten. Direktor
Georg Bliem im Gespräch
mit dem Journal Graz.
Dir. Georg Bliem (3.v.li) mit
seinem Team beim Saisonstart:
Marlene Scheidl, Pistenchef Bernhard
Schupfer und Prok. Karl Höflehner
Kinder-Wonderland, Funslope und Funcross auf der Planai:
Ski-Spass für die ganze Familie
Herr Bliem, sind Sie schon
startklar für den Winter?
Seit einigen Wochen stehen wir in den Startlöchern für die Wintersaison, und die Vorfreude ist
riesengroß. Am 11. November haben wir es geschafft, als einziges steirisches Skigebiet mit dem
Skibetrieb zu starten.
trieb. Die notwendige behördliche Abnahme
erfolgte am 8. November, und pünktlich zum
ersten Skitag konnten wir die Gäste schon mit
der neuen Bahn auf den Gipfel bringen. Am
20. Dezember werden wir die Bahn nochmals
ganz offiziell im Beisein von Tourismuslandesrat Christian Buchmann eröffnen.
Aber nicht nur der Winterstart bereitet große
Freude, auch eine neue Sesselbahn oder?
Ja, wir haben im Sommer die neue Burgstallalm
8er Sesselbahn gebaut. Die alte Bahn war nicht
mehr zeitgemäß, sie war 26 Jahre in Betrieb. Ab
sofort fahren unsere Gäste komfortabel und vor
allem auch schnell auf den Gipfel. Diese Bahn aus
dem Hause Leitner ist eine er schnellsten Sesselbahnen ihrer Art und dazu, dank eines Direktantriebs, auch noch leise und umweltschonend. Und
besonders ist auch die Talstation, welche einen
tollen Blick auf die Technik freigibt. Im Zuge des
Neubaus der 8er Sesselbahn wird auch das Pistenangebot erweitert, es entstehen weitläufige und
großzügige Pisten, die für noch mehr Pistenspaß
sorgen.
Haben Sie auch schon
eine Probefahrt gemacht?
Selbstverständlich.
Wann wird die Bahn in Betrieb gehen?
Die Bahn ist bereits seit 11. November in Be-
Die neue Bahn ist ja auch eine Hommage
an die Sieger der Ski-WM 2013, oder?
Ja, das ist richtig! Um den Gästen auch optisch
etwas zu bieten, haben wir die Sessel speziell
designt und die Sieger der einzelnen Bewerbe
der Ski-WM aufgedruckt. So schweben die
Gäste quasi mit ihren Idolen ins Gipfelglück.
Was erwartet den Gast in der kommenden
Saison noch auf der Planai?
Wir haben uns auf der Planai auch für diesen
Winter wieder etwas ganz Besonderes für unsere Gäste einfallen lassen: Der Startschuss
für die diesjährige Skisaison fällt am 2. Dezember mit dem jährlichen Ski-Opening. Die-
ses Jahr live auf der Bühne sind Deichkind
und Alligatoah, die mit fulminanten Bühnenshows die Saison eröffnen werden. Im Bereich Märchenwiese-Weitmoos starten wir in
diesem Jahr mit dem Projekt „Winter-Kinderland“ - mit zwei neuen Funslopes, Waldwegerl und einigen Überraschungen für die kleinen Skigäste. Ein wichtiger Bestandteil wird
das Maskottchen Hopsi werden.
Die Planai-Bahnen möchten
den Fokus mehr auf Familien legen?
Ich war in der letzten Saison in Andorra unterwegs und musste feststellen, dass wir uns
dort sehr viel abschauen können – ganz besonders, was das Service für Familien betrifft.
Einige Ideen habe ich mitgebracht, welche
wir nun steirisch umsetzen werden. Gemeinsam mit der Grazer Firma QParks, welche
auch für unsere Superparks verantwortlich
zeichnet, werden wir eine neue Funslope, eine
Spaßpiste für die ganze Familie bauen und ein
Funcross. Ein Funcross ist für geübtere Fahrer
und ist sozusagen die Vorstufe zum Superpark.
Worauf freuen sie sich ganz besonders im
kommenden Winter?
Ganz klar auf viele schöne Skitage! Aber wir
haben auch noch einige Eventhighlights vom
Ski Opening am 2. Dezember bis hin zum
Nightrace am 24. Jänner, und nicht zu vergessen die Special Olympics World Winter Games von 14. bis 25. März 2017. Sicher eine der
emotional eindrucksvollsten Sportveranstaltungen, die es gibt. Am 26. März setzen wir
noch einen kulinarischen Gipfelgenuss drauf:
bei der großen Wintergrillparty auf der Schafalm mit Johann Lafer.
Danke für das Gespräch.
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Funslope und Funcross
JOURNAL GRAZ 29
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Entscheiden Sie selbst, ob Sie Ihr Auto lenken oder nicht:
Sie haben es in der Hand!
Weihnachten rückt immer näher. Eine Weihnachtsfeier jagt die andere, und der Alkohol schmeckt in dieser Zeit besonders gut. Nach der Arbeit noch auf typisches Vorweihnachtsgetränk, aber die Wirkung dieser süß schmeckenden
Adventgetränke sollte nicht unterschätzt werden. Sie schlagen sich kräftig auf die Promille-Bilanz nieder.
B
ei 0,5 Promille ist die Unfallgefahr
bereits doppelt so hoch wie im nüchternen Zustand, bei 0,8 Promille
steigt sie sogar auf das Fünffache. Was viele
AutofahrerInnen vergessen: Der Alkohol des
Vorabends ist oft bis zum nächsten Morgen
noch nicht restlos aus dem Körper verschwunden.
Der Körper braucht einige Zeit, um Alkohol
abzubauen, pro Stunde werden 0,1 bis 0,15
Promille Alkohol abgebaut - nicht mehr und
nicht weniger. Auch wenn Sie sich nach ein
paar Stunden Schlaf schon erholt fühlen - die
Promille im Blut sind trotzdem vorhanden.
Ein Trugschluss ist auch zu glauben, dass
durch Kaffeetrinken oder fettes Essen etc.
die Abbaurate von Alkohol beschleunigt werden kann.
Egal, welches „Hausmittel“ Sie verwen-
JOURNAL GRAZ 30
den, den Alkoholabbau im Körper kann man
dadurch nicht beschleunigen.
„Der Körper braucht
einige Zeit, um Alkohol
abzubauen, pro Stunde
werden 0,1 bis 0,15 Promille
Alkohol abgebaut nicht mehr
und nicht weniger!“
Anregende Getränke wie Energy-Drinks,
Cola und starker Kaffee sind auch kein Ersatz für Schlaf. Sie können kurzzeitig zur
Aufmunterung führen, nach einer ersten Auf-
putschphase kommt es aber zu einem Leistungstief, und das Risiko eines Unfalls durch
„Sekundenschlaf“ wird um ein Vielfaches
erhöht.
Dazu kommt, dass gerade in dieser dunklen Jahreszeit aufgrund der schlechten Witterungs- und Sichtverhältnisse ein erhöhtes
Unfallrisiko besteht. Besonders dann, wenn
die schwächeren VerkehrsteilnehmerInnen –
nämlich FußgängerInnen und RadfahrerInnen von den AutofahrerInnen nicht ausreichend oder zu spät wahrgenommen werden.
Alkohol, Übermüdung und Unaufmerksamkeit können fatale Folgen für die LenkerInnen selbst und für alle anderen haben!
Entscheiden Sie selbst, ob Sie Ihr Auto
lenken oder nicht. Sie haben es in der
Hand. Wir sind in der Eigenverantwortung
und können entscheiden, es nicht zu tun.
JOURNAL GRAZ 31
TRITSCH -TRATSCH
TRITSCH-TRATSCH
Waltraud Pertzl
m Zeichen der steirisch-maltesischen Freundschaft und der Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft 2017 durch Malta stand der Abend, zu
dem Landtagspräsidentin Bettina Vollath und der
Honorarkonsul der Republik Malta Alois Sundl
ins Landhaus baten. In seiner Eröffnungsrede fand
Sundl überraschend ehrliche und harte Worte zu
den brennenden Themen unserer Zeit. Unter den
Zuhörern: Maltas Botschafter Keith Azzopardi,
Altbischof Egon Kapellari, AK-Präsident Josef
Pesserl, ORF-Landesintendant Gerhard Draxler,
GKK-Chefin Andrea Hirschenberger, SturmPräsident Christian Jauk (übrigens portugiesischer Honorarkonsul) sowie zahlreiche weitere
Mitglieder des diplomatischen Korps.
Foto: Elisabeth Paulitsch
I
Alois Sundl, Bettina Vollath und Keith Azzopardi
So viel Spaß kann Kirche bieten
Foto: Nicole Götschmaier
So viel Gelächter hat man in einer Kirche noch nie gehört! Die Premiere des Reformations-Kabaretts „Luther
2.017“ in der Grazer Kreuzkirche bot ein nicht endendes
Feuerwerk an Pointen, Informationen und Spaß für Jung
und Alt. Das Publikum war sich einig: Das muss man einfach gesehen haben! Große Augen machten die Kabarettisten Oliver Hochkofler und Imo Trojan nach der Auszählung der freiwilligen Spenden, die die Kabarettisten
dem diakonischen Projekt „Eine von vier“ spendeten: es
waren erstaunlicherweise exakt € 1.517.-. Ein Hoch auf
das Reformationsjahr 1517! Weitere Termine auf
www.oliver-hochkofler.com/reformationskabarett.
Verliebtes JA
Am 5. August ist er in den Hafen der Ehe eingelaufen: Landesbaudirektor
Andreas Tropper hat im G’Schlössl Murtal in Großlobming seiner Anja
die Hand für`s Leben gereicht. Das verliebte „Ja“ wurde nach der kirchlichen
Trauung in einer Traumkulisse beim Fest mit 100 Gästen im „Da Franco in
Judenburg“, einem echten kulinarischen Geheimtipp, gefeiert. Nicht fehlen
durfte auch Hündin Cisha, die die beiden Glücklichen einen ganzen Hochzeitstag begleitet hat. Da konnte auch der Regen die Stimmung nicht trüben.
Kennengelernt haben sich der Landesbaudirektor und die ehemalige Presselady von LR Gerhard Kurzmann - wie könnte es anders sein - 2010 im
Job. Seither sind die Beiden ein Herz und eine Seele. Geflittert wird im
nächsten Jahr. Von Hongkong über Singapur bis nach Australien und in die
Südsee wird die die große Hochzeitsreise führen, die dem Ehepaar viele Gelegenheiten bieten wird, den schönsten Tag im Leben noch einmal Revue
passieren zu lassen. Wir wünschen euch viel Glück.
Foto: Franz&Anja
Ex-Bankerin engagiert
sich nun im privaten Bereich
Anneliese Hofstätter wurde in den St.Georgs-Orden aufgenommen
JOURNAL GRAZ 32
Anneliese Hofstätter ist bei einer Zeremonie in Laibach in den St.
Georgs-Orden aufgenommen worden und nun geschäftsführende Präsidentin der Vereinigung der Damen in diesem Orden. Es ist ein europäischer Orden des Hauses Habsburg- Lothringen, in dem bisher
nur Männer Ritter waren und Damen nur als Gast willkommen waren.
Hofstätter hat viel vor und schon einige Damen für diese besondere
Aufgabe gewinnen können. Der St. Georgs-Orden, ist nicht auf Gewinn ausgerichtet und christlich orientiert und damit auch karitativ
tätig und bemüht, das achtfache Elend: „Krankheit und Verlassenheit,
Heimatlosigkeit und Hunger, Lieblosigkeit und Schuld, Gleichgültigkeit und Unglaube“ zu lindern und zu bekämpfen. Die Damen unterstützen nun auch die Ritter bei der Erfüllung, der in den Ordensprinzipien festgehaltenen karitativen Aufgaben. Ziel des Ordens ist es, eine flächendeckende Präsenz zu erzielen.
Stadtrat Mario Eustacchio, Holding Graz-Vorständin Barbara Muhr, Bürgermeister
Siegfried Nagl und Stadtpolzeikommandant Brigadier Kurt Kemter
Kampf gegen „Taschlzupfer“
Tolle Initiative: Ab sofort werden die Fahrgäste der Graz Linien gewarnt, sobald mehr
als zwei Taschendiebstähle binnen kürzester
Zeit bei der Polizei angezeigt werden. Stadt
und Holding Graz sagen - rechtzeitig zur Adventzeit – Taschendieben den Kampf an. Zeigen mehrere Opfer nahezu gleichzeitig Diebstähle an, schlägt die Polizei direkt bei den
Graz Linien Alarm. Diese geben dann per
Knopfdruck entsprechende Informationen an
die Fahrgäste in Bussen und Straßenbahnen
weiter. Dabei setzen die Verantwortlichen auf
einen Informationsmix: Über die Infoscreens
in den Bussen und Straßenbahnen werden
entsprechende Hinweise in deutscher und
englischer Sprache eingespielt. Die Funkleitstelle der Graz Linien veranlasst auf Knopfdruck Durchsagen in den Fahrzeugen. Außerdem weisen Plakate, die in den Bussen und
Straßenbahnen ausgehängt sind, auf die entsprechenden Durchsagen hin. Parallel zu den
Informationen für die Fahrgäste verstärkt die
Ordnungswache Graz ihre Streifentätigkeit in
den Bussen und Straßenbahnen. Wer einen
Diebstahl bemerkt, sollte unverzüglich den
Notruf 133 bzw. 112 ( Euronotruf) wählen.,
nur so können alle GEMEINSAM.Sicher gegen Taschendiebe reagieren.
Reformationsjubiläum 2017
2017 feiern die evangelischen Kirchen dieses
Jubiläum erstmals gemeinsam. Nicht das historische Datum stehe laut Hermann Miklas
im Mittelpunkt, sondern die grundlegende
Haltung, die die Evangelische Kirche A. und
H.B. und die Evangelisch-Methodistische
Kirche miteinander teilen. Es gehe also um
den Erneuerungsimpuls der Reformation und
seine Bedeutung für heute, um eine Idee, die
die drei Kirchen miteinander verbindet. Die
ökumenische Ausrichtung des Reformationsjubiläums betrifft insbesondere das Verhält-
nis zur Römisch-Katholischen Kirche. Ihre
Entwicklung wurde durch die Reformation
mitbestimmt. Dabei spannt sich ein Bogen
von der ausdrücklichen Abgrenzung bis hin
zur Aufnahme zahlreicher evangelischer Anliegen, wie beim Zweiten Vatikanum. Die
Fragen nach der Verkündigung des Evangeliums heute und der notwendigen Erneuerung
der Kirche sind ein gemeinsames Anliegen
der Ökumene. Im gemeinsamen Feiern sieht
Miklas einen wertvollen Beitrag für gelebte
kirchliche Vielfalt. Besonders wichtig ist es
für Superintendentialkurator Michael Axmann „die Ökumene nicht nur einfach zu
verwalten, sondern praktisch zu leben. Gerade evangelische und katholische Christinnen
und Christen können aufgrund ihrer Geschichte ein Beispiel für die Gesellschaft darstellen, wie man – trotz Verletzungen und bestehender Unterschiede – friedlich und in
Wertschätzung miteinander leben kann.“
Michael Axmann
und Hermann Miklas
JOURNAL GRAZ 33
TRITSCH-TRATSCH
TRITSCH-TRATSCH
kurz & bündig
Holding Graz-Vorstand Wolfgang Malik, Elisabeth Luszu, Vereins-Obmann Manfred Pamer, Gemeinderätin Ingrid Heuberger und FlughaFoto: A. Witek
fen Graz-Geschäftsführer Gerhard Widmann
30 Jahre „Freunde des Flughafen Graz“
Freiheitliche Arbeitnehmer-Generalsekretär Harald Korschelt und
FPÖ-Landesparteiobmann Mario Kunasek Foto: FPÖ-Stmk/Wagner
E
in Steirer übernimmt eine wichtige Führungsposition der Freiheitlichen Arbeitnehmer. Mag. Harald Korschelt, langjähriger Kammerrat
und seit 2014 Vorstandsmitglied der AK Steiermark, wurde m Zuge der
letzten Bundesvorstandssitzung der Freiheitlichen Arbeitnehmer einstimmig zum ehrenamtlichen FA-Generalsekretär gewählt. Landesparteiobmann Mario Kunasek gratuliert und betont die Wichtigkeit einer starken
Arbeitervertretung innerhalb der freiheitlichen Familie. „Harald Korschelt
leistet seit Jahren hervorragende Arbeit in der Steiermark. Es ist sehr gut,
dass er nun bundesweit noch stärker für die Interessen der heimischen Arbeitnehmer eintreten kann“, so Kunasek.
Seit drei Jahrzehnten setzt sich der Verein „Freunde des Flughafen
Graz“ mit dem Fluggeschehen am heimischen Airport auseinander
und bietet seinen über 750 Mitgliedern eine Plattform für monatliche
Informationsveranstaltungen und Club-Reisen mit aviatischen Themenschwerpunkten. Mit seinem Magazin „Clearance“ dokumentiert
der Airportclub Graz nicht nur die umfassendste Flughafen GrazChronik der Neuzeit, sondern auch News aus der österreichischen
Luftfahrtszene, Reise- und Destinations-Portraits, und natürlich auch
die Club-Events und Aktivitäten. Im Rahmen der Jubiläums-Feierlichkeiten wurde auch die reich bebilderte, vierbändige Buch-Edition
mit insgesamt mehr als 1.400 Seiten Inhalt präsentiert. Ebenfalls zu
Gast in der Steiermark waren Delegationen aller Vereine Österreichs
ähnlicher Zielsetzung.
Ronald Zentner, Gerald Zanker, Siegfried Nagl, Markus Liebl und
Foto: Brau Union Österreich/Josef Pail
Andreas Werner
Das Bier für die kalte Jahreszeit ist wieder da
Mit dem traditionellen Brauspruch „Hopfen und Malz – Gott erhalt’s!“ und dem Anstich des ersten Puntigamer Winterbier-Fasses
eröffnete Bürgermeister Siegfried Nagl in gekonnter Manier die Winterbier-Saison. Tatkräftige Unterstützung erhielt er dabei von Brau
Union Österreich Generaldirektor Markus Liebl und Braumeister
Andreas Werner sowie Verkaufsdirektor Gastronomie Region Süd
Ronald Zentner. Mit seiner leichten Karamell-Note verführt das Puntigamer Winterbier den Gaumen und sorgt mit seinem weichen, vollmundigen und dezent hopfigen Geschmack für einen besonders bierigen Trink-Genuss. Gastronomen, Prominente aus Wirtschaft und
Kultur sowie Freunde der beliebten steirischen Bier-Spezialität nutzten daher die Gelegenheit, das erste Winterbier des Jahres zu genießen.
„Mit einer Stammwürze von 13,8 Grad und einem Alkoholgehalt von
sechs Prozent ist das Puntigamer Winterbier eine gelungene Bierspezialität für die kalte Jahreszeit rund um Weihnachten“, zeigte sich
Braumeister Andreas Werner vom Produkt überzeugt. Das Puntigamer
Winterbier harmoniert besonders gut mit Braten, Wildgerichten, aber
auch mit einem deftigen Blunzngröstl.
Bereits zum 8. Mal wurde der LandesVerkehrsAward als wichtiges Zeichen der Anerkennung verkehrspolizeilicher Leistungen an verdiente
Mitarbeiter der Landesverkehrsabteilung der Landespolizeidirektion
Steiermark von Verkehrslandesrat Anton Lang im Beisein von Landespolizeidirektor Josef Klamminger verliehen. Stellvertretend für
die vielen Kollegen, die tagtäglich die schwierigsten Situationen im
Außendienst zu meistern haben, übergab LR Anton Lang Gruppeninspektor Rudolf Ambros die Auszeichnung und bedankte sich für seine
Leistungen und sein langjähriges Engagement im Sinne der Verkehrssicherheit. Bedingungsloser Einsatz, Teamfähigkeit und Konsequenz
- all diese Eigenschaften hat Gruppeninspektor Ambros auch während
seiner 35-jährigen Außendienstzeit bei der Gendarmerie/Polizei gelebt.
Jetzt wird er seinen wohlverdienten Ruhestand antreten.
Patron Franz Grossauer, Genuss Hauptstadt-Chefin Waltraud
Hutter, Magazin-Macherin Christina Dow und SCHLOSSBERGFoto: Werner Krug
Chef Christof Widakovich
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wölfte Ausgabe des SCHLOSSBERG-Magazins. Über 180 geladene Gästen kamen auf den Grazer Hausberg, um im Restaurant SCHLOSSBERG die neue Ausgabe in Händen zu halten. In den
druckfrischen 88 Seiten wurde zu Schmankerln aus allen Grossauer
Betrieben geblättert. Das Gösser Bräu servierte die wohl besten Ribs
von Graz, vom Glöckl gab es Fingerfood-Gerichte passend zum Qinta
Bier, das el Gaucho verwöhnte mit seinen Beef Burger, das
SCHLOSSBERG mit Beef Tatar und vom EL PESCADOR gab es
die bereits legendäre Fischsuppe. Am Piano spielte Michele vom Casino Graz. Das SCHLOSSBERG Magazin ist bei allen GrossauerBetrieben sowie den Partnern erhältlich.
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pecial Olympics Österreich mit neuem
Präsdidenten. Die Nachfolge des verstorbenen Hermann Kröll, der seit dem Jahr
1993 unermüdlich als Präsident an der Spitze
stand, tritt der Schladminger Bürgermeister
Jürgen Winter an, der in den letzten Jahren
bereits die Funktion des FinanzreferentenStellvertreters ausgeübt hat. „Es ist für mich
eine große Ehre, das Werk unseres verstorbenen Präsidenten fortzusetzen und mit aller
Kraft und Energie dazu beizutragen, dass unsere Athleten nicht am Rande stehen, sondern
in die Mitte der Gesellschaft rücken“, so
Winter. Foto: GEPA pictures/Special Olympics
JOURNAL GRAZ 34
GRAWE Ehrenpräsident und Juryvorsitzender Dr. Franz Harnoncourt-Unverzagt, Preisträgerin 2016 DI Dr. Veronika Proschek, und
GRAWE Generaldirektor Dr. Othmar Ederer
Foto: Ralph König
GRAWE Award im Bereich „Wissenschaft“
Der GRAWE Award, der jährlich unter der Leitung des GRAWE-Ehrenpräsidenten Dr. Franz Harnoncourt-Unverzagt von einer unabhängigen Jury verliehen wird, geht heuer an DI Dr. Veronika Proschek für ihre Forschung zur Messung von Treibhausgasen sowie ihre
Tätigkeit als Post-Doc Wissenschaftlerin am Wegener Center für Klima und Globalen Wandel in Graz. Sie war an der Entwicklung der
Mikrowellen- und Infrarotlaser-Okkultation - ein neues Satellitenmissionskonzept zur Messung von Treibhausgasen - beteiligt. Durch diese
Methode können Temperatur, Druck, Feuchte und Treibhausgase in
der freien Atmosphäre weltweit, langfristig, vertikal hoch aufgelöst
und unabhängig von externen Daten gemessen werden. Veronika Proschek war Erstautorin der 2015 veröffentlichten Publikation über die
Ergebnisse des ersten Bodenexperiments auf den Kanarischen Inseln,
das dieses Messprinzip demonstrierte.
Das nächste Journal Graz
erscheint am 14. Dezember 2016
LandesVerkehrsAward 2016
LR Christian Buchmann, Minister Jörg Leichtfried, ESA-GD Jan
Wörner und Bgmst. Siegfried Nagl Foto: Science Park Graz / Frankl
All-Technologie für Grazer
Minister Jörg Leichtfried, der Generaldirektor der Europäischen
Weltraumorganisation ESA, Jan Wörner, Landesrat Christian Buchmann und Bürgermeister Siegfried Nagl eröffneten das neue Business Incubation Center Austria am Standort Graz. Das Gründerzentrum unterstützt Start-up-Unternehmen dabei, auf Basis von Raumfahrttechnologien Produkte für den Gebrauch auf der Erde zu entwickeln. In den kommenden fünf Jahren bekommen insgesamt 50 Jungunternehmen die Möglichkeit, hier zu arbeiten und ihre Ideen umzusetzen. „Wir geben damit jungen Menschen die Chance, auf Basis von
Weltraum-Technologie neue Ideen und Produkte zu entwickeln, die
uns hier auf der Erde das Leben leichter, angenehmer und sicherer
machen“, erklärte Jörg Leichtfried. So wurde etwa ein Fallschirm für
Drohnen entwickelt, der sich mithilfe von Satellitennavigation bei einem Absturz automatisch öffnet und so Unfälle verhindert.
Überreichung der LandesVerkehrsAward
Foto: Land Steiermark
JOURNAL GRAZ 35
LOKALES
TRITSCH-TRATSCH
kurz & bündig
Verkehrs-Landesrat Anton Lang, Infrastruktur-Minister Jörg Leichtfried und ÖBB-Vorstandsdirektor Franz Bauer
Neue Südstrecke
S
pitzenleistungen: Davon leben sowohl der Sport, als auch die
Wirtschaft. Dieser Ansatz wird nicht nur in den steirischen Unternehmen, sondern auch im Nordischen Ausbildungszentrum Eisenerz gelebt: Österreichs nordische Nachwuchs-Asse erhalten
dort neben erstklassiger sportlicher Unterstützung auch eine hochqualitative Berufsausbildung. Gemeinsam mit dem Erzberg und
der WKO Steiermark wurde von Ex-Biathlet Christoph Sumann,
WKO Steiermark Präsident Josef Herk, NAZ-Vorsitzender und
steirischer Skiverbandsboss Helmuth Lexer sowie ÖSV Sportdirektor Hans Pum der neue Kalender präsentiert. Foto: geopho.com
D
er Club Graz Rubin der
Soroptimistinnen International (SI), eine Serviceorganisation für zahlreichen
Hilfsprojekte auf internationaler, nationaler und lokaler
Ebene, hat eine neue Präsidentin. Konsulin Edith Hornig (l.) folgt der Unternehmerin Ingrid Gerencser (m.)
als neue Präsidentin nach.
Die Funktionen der beiden
Vizepräsidentinnen
üben
weiterhin Dr. Claudia Pongratz (r.) und Mag. Claudia Brandstätter-Matuschkowitz aus. Foto: SI International Club Rubin Graz
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ach dich sichtbar. Besonders
jetzt, wenn die kalte Jahreszeit hereinbricht und es immer rascher dunkel wird, ist Sichtbarkeit
das „Um und Auf“. „Kinder sind
die schwächsten aller Verkehrsteilnehmer, und das macht sie gerade
jetzt im Herbst bei Dunkelheit, Nebel und Nässe ganz besonders verletzlich. Umso wichtiger ist, dass
sie auf dem Schulweg von den stärkeren Verkehrsteilnehmern wahrgenommen werden können. Daher
möchten wir einen wertvollen Beitrag mit den Reflektionsbändern
leisten“, so AUVA- Dir. Hannes Weißenbacher und Landesschulratspräsidentin Elisabeth Meixner. Diese wurden dieses
Mal an die Volksschüler der ersten Klassen unter dem Motto
„MACH DICH SICHTBAR!“ von der AUVA-Landesstelle Graz
mit Unterstützung des Landesschulrates für Steiermark an die
Volksschule Gratkorn verteilt.
JOURNAL GRAZ 36
Die neue Südstrecke konnte als österreichweite Mobile Ausstellung
auch am Grazer Hauptbahnhof eine Woche lang live erlebt werden.
Die Ausstellung InfoRail gab faszinierende Einblicke in die vielen
Projekte entlang der Südstrecke und erzählt Geschichten von den
Menschen, die daran arbeiten. Die mobile Ausstellung wurde von den
Lehrlingen der ÖBB-Lehrwerkstätte Floridsdorf gebaut, „und damit
wollen wir den Menschen einen Ausblick auf die Zukunft der Bahn
geben und sie dafür begeistern.“ so Vorstandsdirektor Franz Bauer
von der ÖBB. Infrastrukturminister Jörg Leichtfried bei der Ausstellungseröffnung in Graz: „Wir haben die Westachse erfolgreich ausgebaut, jetzt ist der Süden dran. Allein in das steirische Schienennetz
investieren wir in den kommenden Jahren rund 2,8 Milliarden Euro.
Damit sichern und schaffen wir bis zu 50.000 Arbeitsplätze in der
Steiermark. Und wir sorgen künftig dafür, dass die Bahnfahrer schnell,
bequem und sicher an ihr Ziel kommen. Graz - Klagenfurt ist künftig
in 45 Minuten machbar und wird damit zu einer neuen Pendlerstrecke.“ Auch Landesrat Anton Lang freut sich, dass nun endlich der
Süden Österreichs dran ist. „Die ,Neue Südstrecke’ bringt eine enorme
Aufwertung des Wirtschafts- und Beschäftigungsstandortes Steiermark. Mit dieser tollen Ausstellung wurde eindrucksvoll gezeigt, was
dieser milliardenschwere Infrastruktur-Impuls für unser Land zu leisten vermag!" Das Erfolgsmodell "moderne Weststrecke" kommt jetzt
auch in den Süden Österreichs. Die bestehende Südstrecke wird bis
zum Jahr 2026 umfangreich modernisiert: 200 Kilometer Bahnlinie
werden saniert, 170 neu gebaut. Die neue Südstrecke wird auch die
Reisezeiten maßgeblich verkürzen. Die Fahrzeit zwischen Graz und
Wien wird künftig nur mehr 1 Stunde und 50 Minuten betragen (heute
2:40). Insgesamt werden neun große Bauprojekte realisiert, die alle
dieselben Ziele verfolgen: Reisende und Güter noch schneller und
umweltfreundlicher an ihr Ziel zu bringen. Weitere Details unter
infra.oebb.at/suedstrecke
STEIERMARK - Das Land in seiner vollen Breite
Er ist ein begnadeter Musiker und liebt die Stille, er hat 60 Länder bereist und 16 davon zu Fuß durchquert, ist auf sieben Pilgerreisen 4.000 km gewandert und hat in der
Langsamkeit seinen Blick geschärft - der Steirer Christian Klöckl. Er ist Pianist,
Komponist, Geograf - und er ist ein grandioser Fotograf. 15 Jahre ließ sich Christian
Klöckl Zeit, um sein Heimatland in 3.000 Panoramabildern in Szene zu setzen. Und
nun legt er mit „STEIERMARK - Das Land in seiner vollen Breite“ ein Buch der Superlative und mit einem Vorwort von Dietrich Mateschitz vor.
176 Seiten, Format: 600 x 300 mm, ISBN: 978-3710401237, Preis: € 149,-
D
er Steirische Bauernkalender 2017, ein traditionelles
Buch, das nicht nur in den bäuerlichen Haushalten gerne gelesen wird, liegt druckfrisch vor. Er enthält auf 256
Seiten viel interessanten Lesestoff. Der Kalender kann beim
Steirischen Bauernbund, Reitschulgasse 3, 8010 Graz bestellt werden und kostet zehn Euro. Dazu kommen die Versandspesen. Telefon 0316/826361-11 oder E-Mail
[email protected]
Der Lions-Club-Kalender hilft auch heuer wieder!
Ein karitatives Projekt unterstützen und zugleich Waren oder Gutscheine
gewinnen, all das ist dank des Adventkalenders des Lions Club Graz Styria
möglich. Bereits in der vierten Auflage präsentierte Lions-Präsident Gerhard Weswaldi den begehrten Adventkalender. Auch dieses Jahr war die
Bereitschaft von Geschäftsleuten und Privatpersonen, Gutscheine, Waren
und Dienstleistungen zu spenden, groß, die 24 Fenster waren somit in kürzester Zeit befüllt. Der Reinerlös dieser Charity-Aktion geht an Bedürftige,
heuer zum Großteil an die Künstler der Malwerkstatt von Jugend am Werk
Graz. Der Gesamtbetrag der Spenden beträgt mehr als 17.000 Euro. Zu
kaufen ist der mit einer Auflage von 4.000 Stück begrenzte Kalender u. a.
bei Jugend am Werk am Andreas-Hofer-Platz in Graz. Foto: Chris Zenz
Gerhard Weswaldi (Lions-Präsident), Urs Harnik-Lauris (Energie-Steiermark-Kommunikationsleiter) Michael Gradischnig (Leiter Werbung Steiermärkische Sparkasse), Andreas Haas (Künstler), Andreas Pepper, Helen
Nessmann (Jugend am Werk) und Norbert Ulbing (Lions Club Graz Styria)
Volle Unterstützung für Magna
Aufbruchstimmung in
Graz: 3000 zusätzliche
Mitarbeiter werden bei
Magna im Laufe des
kommenden Jahres aufgenommen. Die Fahrzeugproduktion soll damit ab dem Jahr 2018
auf 200.000 Stück aufgestockt werden. Ein
Ausbau, von dem die
gesamte steirische Wirtschaft profitiert. WKOSteiermark-Präsident
Josef Herk sicherte
Magna-Europa-Präsident Günther Apfalter
seine volle Unterstüt- Magna-Europa-Präs. Günther Apfalter und
Foto: Fischer
WKO-Stmk-Präs. Josef Herk
zung zu.
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TRITSCH-TRATSCH
Gilbert und Katharina Frizberg
TRITSCH-TRATSCH
Gerhard Geisswinkler und Christian Purrer
Rupert Florian, Igo Huber und Kurt Egger
Journal Graz Sturm und Maroni-Fest
Bei Maroni, Sturm und Plusgraden hervorragende Stimmung und entspannter Small-Talk in der Redaktion
GPS-GF Alexander Lozinsek, Sicherheits-Manager Wolfgang Hübl,
Gemeinderätin Claudia Schönbacher, Holding Graz-Vorständin
Barbara Muhr und Stadtrat Mario Eustacchio
Premiere für Heimweg-Telefon
Dorine Ferk, Klaus Eichberger, Pater Augustin und Walter Ferk
Josef und Eveline Klamminger
Waltraud Pertzl und Martin Haidvogl
Christina Stauber und Steffi Adam
Margarita und Bruno Wakonig mit Pater Ausgustin
Josef Pesserl und Stefan Helmreich
Es ist ein einmaliges Projekt in Österreich: Ab sofort können sich die
Grazerinnen und Grazer in der Nacht nach Hause begleiten lassen zumindest telefonisch. Denn als erste Stadt Österreichs richtet die
Murmeptropole ein „Heimweg-Telefon" ein; rechtzeitig zur Ballsaison und zum Advent mit seinen vielen Märkten und Veranstaltungen.
Und so funktioniert es: Wer allein unterwegs ist und sich unsicher
fühlt, kann am Freitag, Samstag und vor Feiertagen von 23 bis 3
Uhr die Telefonnummer 872-2277 anrufen. Abheben wird ein Experte eines insgesamt 13-köpfigen Teams der Ordnungswache Graz,
der nach dem Standort und dem Ziel fragt und solange mit dem Anrufer spricht, bis er wohlbehalten zu Hause angekommen ist. Sollte
es einen Zwischenfall geben, dann verständigt die Ordnungswache
sofort die Polizei und schickt sie zum aktuellen Standort. Für diese
Aufgabe wurde die Ordnungswache speziell geschult. Begleitend gibt
es die Heimweg-App - als Download für Android und iPhone verfügbar -, mit einer direkten Verbindung zum Heimweg-Telefon, den wichtigsten Notrufnummern, hilfreichen Links (z. B. Stadtplan von Graz,
Fahrpläne der Holding Graz Linien) und Tipps zum Selbstschutz.
Dieter Stremayr und Boris Peitler
StR Kurt Hohensinner, Bgmst. Siegfried Nagl und StR Michael Ehmann
Budgetprovisorium für Graz
Manfred und Larisa Zenz, Thomas und Silke Gangl mit Irmi Breithuber
Horst Schachner
Karin Gutschi, Werner Gröbl und Alois Tax
Gastronomen der asiatischen Küche lieben Maroni
Das Team: Daniela und Waltraud Pertzl mit Milovan
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Bürgermeister Siegfried Nagl und die Stadträte Michael Ehmann sowie Kurt Hohensinner stellten ihren Vorschlag für das Budgetprovisorium für das erste Halbjahr 2017 vor. Das Provisorium wird eine
Summe von 505,5 Millionen Euro aufweisen, der außerordentliche
Haushalt – der bereits durch Projektgenehmigungen beschlossen wurde – 44,2 Millionen Euro betragen. SPÖ-Stadtrat Michael Ehmann
erklärte, dass es Ziel sei, die Ermessensausgaben, die Graz bisher im
Budget 2016 hatte, im nächsten Jahr fortzuführen, bis ein neues Budget ausverhandelt sei. Stadtrat Kurt Hohensinner wiederum sieht aufgrund der vorgezogenen Neuwahl besonders in seinen Zuständigkeitsbereichen große Schwierigkeiten. Die Tatsache, dass die KPÖ und Elke Kahr dieses ausverhandelte Budget nicht mehr mitgetragen hatten, sorgte sowohl bei der ÖVP als auch der SPÖ für Unverständnis.
Maronessa’s Profi-Maronibräter Hubert
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TRITSCH-TRATSCH
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Denk KLObal-Initiator ausgezeichnet
Anlässlich des 70. Geburtstages von DI Franz Hammer überraschte
Saubermacher-Chef Hans Roth den Initiator der Umweltaktion
"Denk KLObal schütz` den Kanal" mit einer ganz besonderen Torte
in Form eines Kanaldeckels. DI Franz Hammer, seines Zeichens auch
Obmann des Reinhaltungsverbandes Pößnitz-Saggautal im Bezirk
Leibnitz, hat vor acht Jahren als Obmann der Gemeinschaft Steirischer
Abwasserentsorger (GSA) die Initiative gegen die sorglose und überaus kostspielige Müllentsorgung über den Kanal gestartet. Mittlerweile wird die Initiative, die schon vielfach mit Preisen ausgezeichnet
wurde, auch in anderen Bundesländern wie Oberösterreich, Niederösterreich, Kärnten und schon bald auch in Tirol umgesetzt.
Saubermacher Hans Roth gratuliert Franz Hammer zum 70er mit
Foto: Roth
einer Denk KLObal-Torte
SK Sturm weiht neuen Pokerbereich ein
Franco Foda, Kristijan Dobras, Marvin Potzmann, Thomas Kristl
und Casino Austria-Dir. Andreas Sauseng Foto: Casinos Austria
Im Casino Graz trafen sich die Kicker des SK Sturm abseits des grünen Rasens
zum Pokerturnier. Nach einer lockeren „Aufwärmrunde“ mit Drinks und Fingerfood im neuen Spielbereich wurde es für die Fußballprofis ernst. Nach einer kurzen
Einführung von Casino Graz Direktor Andreas Sauseng legten die Sportler los.
Auch die beiden Trainer Franco Foda und Thomas Kristl ließen es sich nicht
nehmen, ihre Schützlinge beim Pokerturnier herauszufordern. Noch mehr als im
Fußball reichen beim Poker Können und Nerven aus Stahl jedoch nicht aus, um zu
siegen. Glück ist letztendlich der entscheidende Faktor und das stand diesmal nicht
auf Franco Fodas Seite: Schon nach wenigen Minuten musste er den Spieltisch
verlassen, nahm seine „Niederlage“ jedoch äußerst sportlich und fieberte mit seinen
Spielern weiter mit. Schließlich war es Kristijan Dobras, der sich gegen seinen
Kollegen Marvin Potzmann und Co-Trainer Thomas Kristl durchsetzen konnte und
sich über einen Dinner & Casino Gutschein für zwei Personen im neuen Casino
Restaurant freuen durfte.
Michael Fleischhacker, Herbert Beiglböck, August Wöginger und
Detlev Eisel-Eiselsberg
Foto: STVP/Fischer
Soziale Diskussion
„Im Ausland beneiden uns viele um unser Sozialsystem, im Inland
wird viel und oft darüber diskutiert, ob es gerecht ist.“ So leitete der
Landesgeschäftsführer der steirischen ÖVP, Detlev Eisel Eiselsberg
eine Diskussion zum Thema Sozialstaat in der VP-Zentrale am Grazer
Karmeliterplatz ein. Weitgehend einig war man sich darüber, dass bei
den Sozialleistungen ein Mehr an Transparenz nötig ist. Das dürfe
aber nicht dazu führen, „Dass Menschen an den Pranger gestellt werden“, schränkte Caritasdirektor Herbert Beiglböck ein. Für ÖAABChef August Wöginger war es wichtig, eine „Differenz zwischen sozialer Mindestausstattung und Erwerbseinkommen“ zu haben.
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vor ihrem geistigen Auge gleich selbst als Oberärzte und Krankenpfleger im lebensrettenden Einsatz für Schwerverletzte sahen. In Nullkommanix war ein Freiwilliger gefunden, der sich vom Facharzt persönlich mit einem Ultraschallgerät (inklusive dem „Gatsch“ den man
dafür braucht) untersuchen ließ. Bald konnte DDr. Sauerschnig an einen Jugendlichen übergeben, der die Bauchuntersuchung ohne größere Patientenschäden erfolgreich beendete.
Im Gipszimmer machte anschließend Gerhard Fasching mit den
unterschiedlichsten Möglichkeiten, auch die aufgewecktesten Jugendlichen mit Gipsverbänden ruhig stellen zu können, wirklich großen
Eindruck. Auf der Intensivstation wurde ein freiwilliger Jugendlicher
von den diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegern Gerhard
Ferstl und Peter Diplinger fachgerecht „verkabelt“ und anschließend
mit einem Hebekran vom Bett auf einen Lehnstuhl „verfrachtet“ – der
Anstieg der Puls- und Herzfrequenz war dabei deutlich messbar, der
„Patient“ konnte die Intensivstation dennoch bald mit seinen Klassenfreunden wieder verlassen. Auf der Krankenstation wurden Finger
verbunden, Schultern ruhiggestellt und ein Jugendlicher unter Einsatz
„Für das Unfallkrankenhaus Graz ist es
immer wieder eine Freude, am „BoysDay“
teilzunehmen und den Schülern die Vielfalt
des Pflegeberufes näher zu bringen!“
Oberarzt Dr. Martin Sauerschnig, Barbara Simitz, DGKP, Stv. Pflegedienstleitung Luise Safner, MSc, Dir. DI Dr. Hannes Weißenbacher und
Mag. (FH) Martin Kurzmann-Fachstelle für Burschenarbeit mit den Schülern der NMS Andritz
Landesstellendirektor DI Dr. Hannes Weißenbacher
„BoysDay“ 2016 im UKH
kinästhetischer Prinzipien von der Liegeposition zum Querbettsitzen
gebracht. Eine kurze Vorstellung des „coolen“ Pflegeassistenten
Christian Papst brachte den Burschen seine Beweggründe näher, warum er im zweiten Bildungsweg diesen Beruf erlernt hat und welche
Erfahrungen er in diesem Job gemacht hat.
Auf einen geplanten Kurzbesuch schaute auch eine echte Patientin
mit einem „Eisengestell“, einem externen Fixateur, vorbei und erzählte von der Verletzung und von den therapeutischen Tätigkeiten, welche
die Pflege täglich durchführt. Im Heizungstechnikraum erlaubte Jürgen Ertl den Jugendlichen einen Blick hinter die Kulissen eines Krankenhauses, bis das Knurren der Mägen die Lüftungsgeräusche übertönte. Das Ausfüllen eines Feedbackbogens stand als Hindernis noch
bevor, danach konnte jeder Jugendliche wohlverdient eine Urkunde
und ein kleines Präsent in Empfang nehmen. Vor der Stärkung musste
aber noch jeder der Burschen unter den gestrengen Augen des Qualitätsmanagers Markus Bärnthaler, MSc, beweisen, dass er sich richtig
die Hände desinfizieren kann – unter UV Licht wurde jede noch so
kleine Stelle ohne Desinfektionsmittel sofort entlarvt.
„Für das Unfallkrankenhaus Graz ist es immer wieder eine Freude, am
BoysDay teilzunehmen und den Schülern die Vielfalt des Pflegeberufes
näher zu bringen. Vielleicht konnten wir ja den einen oder anderen davon
überzeugen und den Pflegeberuf als Berufswahl schmackhaft machen?“,
so Landesstellendirektor DI Dr. Hannes Weißenbacher.
Der Boys Day, ein Aktionstag zur Berufsorientierung jenseits von Rollenklischees, ist eine österreichweite Initiative des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz. Auch heuer nahmen an dieser Einladung 44 Schulen und 723 Schulen aus Graz und allen Regionen der Steiermark teil. Ziel der Exkursionen ist es,
dass Burschen bislang als „typisch weiblich“ geltende Berufswelten kennenlernen.
Luise Safner, MSc, und die stellvertretende
Bereichsleiterin Barbara Simitz stellten in
einer kurzen Präsentation die Geschichte der
AUVA und des Unfallkrankenhauses Graz
dar und beleuchteten die vielfältigen Arbeitsfelder und mögliche Karrierechancen im
Pflegeberuf. Die Burschen zeigten an den
vorgestellten pflegerischen Herausforderungen und den schönen Aspekten des Berufsbildes großes Interesse, viele Fragen und
Meldungen wurden eingebracht. Ein abschließendes Quiz steigerte zusätzlich die
Aufmerksamkeit der Schüler - die Erleichterung war riesengroß, als endlich alle Fragen
mit Bravour beantwortet waren.Die anschließende Führung durch das Unfallkrankenhaus
Graz gab den Burschen die Möglichkeit, einen ganz konkreten Einblick in die Arbeit der
Pflege zu erlangen und auch selbst im wahrsten Sinn des Wortes „Hand anzulegen“.
Von der Rettungseinfahrtshalle ging es in
den Schockraum, wo sie mit großen Augen
und offenen Ohren den Ausführungen von
DDr. Martin Sauerschnig lauschten und sich
Fotos: AUVA / Buchinger
25 Burschen im Alter von 12 bis14 Jahren
der NMS Graz Andritz besuchten dieses Jahr
das AUVA-Unfallkrankenhaus Graz, um unter dem Motto „Jung, männlich, cool,
KRANKENPFLEGER“ in den Krankenhausalltag und in den Pflegeberuf hinein zu
schnuppern. Landesstellendirektor DI Dr.
Hannes Weißenbacher und Mag. (FH) Michael Kurzmann (Fachstelle für Burschenarbeit) überzeugten sich persönlich vom Engagement der Jugendlichen.
Die stellvertretende Pflegedienstleiterin
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JOURNAL GRAZ 43
TRITSCH-TRATSCH
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Weltspartag
Die Zukunftsmacher
W
Zum gemütlichen Gedankenaustausch
und als Danke für das Vertrauen und die
Verbundenheit luden die Banken und
Sparkassen am 28. Oktober 2016 zu ihren
traditionellen Weltspartagsempfängen.
Menschen in der Industrie über die Schulter schauen
G
Dr. Wolfgang Stock,
Büro für Freizeitrecht
(www.freizeitrecht.at)
emütliches Zusammensein
mit kulinarischen Genüssen in der Volksbank Steiermark. Vorstandsdirektor Johannes Monsberger und Generaldirektorin Regina Ovesny-Straka
Im Hallenbad
Muss es auch im Hallenbad – so wie im Sommer
im Freibad – einen Bademeister geben?
JOURNAL GRAZ 44
I
talienische Köstlichkeiten:
WKO Stmk-Dir. Karlheinz
Dernoscheg mit den Leitern der
BKS Bank-Direktion Steiermark Alfred Kordasch und Nikolaus Juhász
M
it steirischen Schmankerln
wie zum Beispiel Blunzengröstl mit Sauerkraut verwöhnte die Bank Burgenland ihre Gäste. Filialdirektor Steiermark Manfred Huber und BobWeltmeister Harry Winkler.
Foto: Symbol
Dazu steht in § 14 Abs 1 des
Bäderhygienegesetzes Folgendes: Der Bewilligungsinhaber eines Hallenbades
hat dafür zu sorgen, dass
während der Betriebszeiten
eine Person erreichbar ist,
die mit der Wahrnehmung
des Schutzes der Gesundheit der Badegäste betraut
ist und die entsprechenden
Kenntnisse aufweist. Wie
dem Gesetz zu entnehmen
ist, muss eine solche Person
nicht ständig im Hallenbad
anwesend sein, wohl aber
im Betrieb verfügbar. Die
fachlichen Anforderungen
an einen „Bademeister“ sind
in der ÖNORM S1150:2008
festgelegt. Die in dieser
ÖNORM definierten „Befähigungen“ entsprechen den
vom Gesetz geforderten
„Kenntnissen“. Wenn Sie
mehr über das Thema „Baden und Recht“ wissen wollen, kann ich Ihnen mein soeben in dritter Auflage im
Neuen Wissenschaftlichen
Verlag (www.nwv.at) erschienenes Buch „Grundzüge des Tourismusrechts“
empfehlen, wo Sie auf den
Seiten 100 bis 106 auch die
rechtlichen Aspekte des Badetourismus beschrieben
finden.
as Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter der
steirischen Industrie
tun, erleichtert unmittelbar unseren Alltag, auch wenn wir es
gar nicht wissen. Sie erwecken
mit ihrem Know-how und in
Handarbeit Smartphones zum
Leben, bringen Bewegung in
Schreibtische, schaffen die
Grundlage dafür, dass wir in
der Apotheke die richtigen Medikamente rasch bekommen
oder den richtigen Sound aus
Sportwägen. In Medienbeiträgen werden diese beeindruckenden Leistungen in der
nächsten Zeit verstärkt dargestellt. Motto: Den „Zukunftsmachern“, wie man die Menschen, die in der Industrie arbeiten, mit Fug und Recht bezeichnen kann über die Schulter zu schauen.
„Es wird spannende Einblicke
in die Vielfalt der steirischen
Industrie geben“, versprechen
Angelika Kresch, Spartenobmann Industrie in der WKO
Steiermark und der Präsident
der Industriellenvereinigung
Steiermark, Georg Knill. Die
beiden verraten weiter: „Die
Zuseher lernen die Menschen
in der Industrie und die Produkte kennen, die aus ihren
Händen kommen.“ Mit dabei
sind Philipp Lehner und Franz
Hergan von der ams AG, Helmut Mixner und Robert Reinprecht (Remus Innovation
GmbH) sowie Dieter Hochörtler gemeinsam mit Johannes
Hutter von Knapp. Und viele
andere. Denn jeder zweite steirische Arbeitsplatz in der Steiermark hat direkt oder indirekt
mit der Industrie zu tun.
IV-Präsident Georg Knill und Spartenobfrau Angelika Kresch
S
pezialitäten aus vielen steirischen Regionen präsentierten die Produzenten persönlich
auf drei Etagen in der HYPO
Steiermark-Zentrale den HYPOKunden. Wirtschaftsbund-Dir.
Kurt Egger, HYPO-Vorstandsdirektor Bernhard Türk, Landespolizei-Dir. Josef Klamminger
und
HYPO-Generaldirektor
Martin Gölles.
T
raditonell Weißwurst und
Brezel in der Raiffeisen
Landesbank Kaiserfeldgasse.
Raiffeisen-Vorstandsdirektoren
Matthias Heinrich und Rainer
Stelzer, Landesrat Johann Seitinger, Aufsichtsrats-Präs. Wilfried Thoma, Landeshauptmann
Hermann Schützenhöfer und
Raiffeisen-Generaldirektor Martin Schaller.
JOURNAL GRAZ 45
PORTRÄT
PORTRÄT
Quellenhotel Heiltherme Bad Waltersdorf
Österreichs erstes
MAG. GERNOT DEUTSCH
2-Thermenresort
GESCHÄFTSFÜHRER QUELLENHOTEL
HEILTHERME BAD WALTERSDORF
gewissermaßen eine Therme für zuhause zu
bieten, also die Gäste nicht nur vor Ort zu
verwöhnen, sondern ihnen auch Möglichkeiten zu geben, sich die „Therme für zuhause“
in den eigenen vier Wänden zu gönnen.
Neue Lebensenergie durch heilkräftiges Thermalwasser tanken und Gesundheit mit Genuss verbinden. Mit der
rundum erneuerten Heiltherme und der Hoteltherme Quellenoase ist das Quellenhotel direkt verbunden. In den
zwei eigenen Thermen – beide wetterunabhängig im Bademantel erreichbar – erlebt man quellfrisches Thermalwasser, das täglich mehrmals getauscht wird.
Herr Deutsch, seit wann sind Sie
für die Heiltherme Bad Waltersdorf
verantwortlich?
Seit 2006, also seit genau zehn Jahren.
Was ist für Sie das Besondere an
der Heiltherme Bad Waltersdorf?
Das echte Thermalwasser und die Vielfalt aus
Sport, Entspannung und Freizeit, die Einbettung in die natürliche Umgebung der Oststeiermark, die ständige Modernisierung (für
die auch die privaten Eigentümer eine wesentliche Voraussetzung sind), die Harmonie
durch ausschließlich einheimischen MitarJOURNAL GRAZ 46
beiter und der Bezug auf Erwachsene und somit Ruhe. Die Heiltherme Bad Waltersdorf
ist die erste Therme Österreichs, die sich rein
dem Erwachsenenurlaub und ErwachsenenTagesaufenthalt verschrieben hat – um Ruhe
und eine wirkliche Auszeit vom Alltag zu gewährleisten.
Woher stammt die Idee der TSM® bzw.
wie hat sich dieses Thema für die Heiltherme entwickelt?
Die TSM® spiegelt den Bezug zur Region
mit ihren Mitarbeitern wider. Bei der Entwicklung vor zehn Jahren haben wir auch eine Wettbewerbsanalyse gemacht, die ergeben
hat, dass die am Markt angebotenen Gesund-
heitsbehandlungen allesamt von weit her kamen: aus Asien, Amerika oder Afrika etwa.
Kaum ein Angebot war aus Europa dabei,
schon gar nicht aus Österreich, geschweige
denn der Steiermark. Wir wollten daher bewusst die Nähe und das typische Oststeirische hineinbringen, das war die Grundidee.
Und mit dem Namen TSM® wollten wir bewusst einen Gegenpunkt zu TCM setzen. Die
„Traditionell Steirische Medizin“ war geboren!
Ihr persönlicher Bezug zur TSM®?
Einen besonders starken Bezug habe ich zur
Entwicklung des TSM®-Thermalbadesalzes.
Eine der Ideen zur TSM® war ja, den Gästen
Wobei können Sie besonders
gut entspannen?
Beim Schwimmen. Man sagt im Alltag ja oft,
Fotos: Heiltherme / Gotz, Harald Eisenberger
D
ie Thermalwasserbecken, der Naturbadeteich, charmante Ruheoasen und
Saunen sorgen für ein Wohlfühlerlebnis mitten im Grünen. Weltweit einzigartig
sind Massage- und Kosmetikbehandlungen
nach „Traditionell Steirischer Medizin®“
(TSM®). Dafür wurde altes Heilwissen aus
der Oststeiermark neu interpretiert. Die
Schätze der Region nutzt man auch als Kraftquellen für den Gaumen. Die TSM®-Kulinarik steht für gesunden Genuss, regional und
saisonal gekocht und in stilvollem Ambiente
liebevoll serviert. Heiltherme Bad WaltersorfGeschäftsführer Mag. Gernot Deutsch im Gespräch über die Heiltherme Bad Waltersdorf
und die TSM®.
Was bedeutet kulinarischer
Genuss für Sie?
Der Genuss fängt bei mir dann an, wenn ich
weiß, wo die Lebensmittel herkommen. Das
habe ich bereits bei sehr vielen Einladungen
erlebt: Wenn ein Bezug hergestellt wird aus
Hersteller, Produktionsweg und Lagerung
bzw. wenn im Idealfall überhaupt keine Lagerung erforderlich ist, sondern direkt nach
der Lieferung die Verarbeitung erfolgt, erzeugt das den echten kulinarischen Genuss
in mir. Das Wissen um die Frische und auch
die Nährstoffe, das ergibt den entscheidenden Mehrwert beim Essen und Trinken.
man möchte abtauchen. Beim Schwimmen
kann man das tatsächlich tun, wenn die Ohren unter Wasser sind und alle Sinne weggeschaltet sind vom Alltag.
Kurz gefragt – schnell geantwortet:
Ihr Lieblingsgericht?
Die klassische steirische Kürbiscremesuppe.
Ihr Lieblingsgetränk?
Auch hier bleibe ich regional verbunden: Der
steirische Wein. Am liebsten Muskateller.
Kochen bedeutet für Sie ...?
Ich bin ein begeisterter Frühstückskoch. Das
fängt bei mir an bei den Lebensmitteln, dass
ich frisches Obst und Gemüse verarbeite – mit
einem Hochgeschwindigkeitsmixer, damit die
Nähr- und Ballaststoffe drinnen bleiben.
Wenn Sie nicht in der Heiltherme sind,
wo findet man Sie?
Zuhause. Im Sommer meist im Garten bei
den Hochbeeten. Ich bin Hobbygärtner. Im
Winter sehr viel in der Heiltherme beim
Schwimmen und Saunieren.
Ihr Tipp für
nachhaltiges Wohlbefinden...
Sich regelmäßig Auszeiten nehmen und dabei wirklich wegkommen vom Alltag – und
Computer, iPad, Handy und Co. abschalten.
Danke für das Gespräch.
Zur Person
Gernot Deutsch seit 2006 Geschäftsführer
der Heiltherme Bad Waltersdorf. Der gebürtige Fürstenfelder ist außerdem Obmann des
Thermenlandes Steiermark und der 2-Thermenregion Bad Waltersdorf, Sprecher im
Fachbeirat Tourismus im Regionalmanagement Oststeiermark und Ausschussmitglied
in der Fachgruppe Gesundheitsbetriebe der
Wirtschaftskammer Steiermark. Deutsch hat
Sportwissenschaften mit Schwerpunkt Gesundheit und Tourismus studiert und war beruflich u.a. für Rogner Bad Blumau, MarriottHotels, Radisson SAS und Falkensteiner tätig. Er arbeitet seit nun fast 30 Jahren ausschließlich im Thermen-Business mit dem
Spezialgebiet „Gesundheit & Genuss“ und
gilt als absoluter Spezialist seiner Branche.
JOURNAL GRAZ 47
PREISAUSSCHREIBEN
oder Panama, die liebevoll gezeichneten Werke
begeistern die ganze Familie. Die Ausstellung
zeigt Gemälde auf Leinwand, Zeichnungen und
Grafiken aus rund 60 Jahren seines Schaffens. Figuren wie Schnuddel, der Bär, die Tigerente, der
Kastenfrosch, Emil und seine Bande und Wondrak
haben den Illustrator, Kinderbuchautor und
Schriftsteller Janosch weltberühmt gemacht. Der
Besuch der Janosch-Ausstellung ist im Parkeintritt
inkludiert.
Schlittschuhe, Plätzchen und Achterbahnen
Schneebedeckte Tannenzweige, duftender Glühwein und stimmungsvolle Lieder läuten die Weihnachtszeit in Deutschlands größtem Freizeitpark ein. Bis zum 8. Jänner 2017 (außer 24./25. Dezember) sowie vom 13. bis 15. Jänner begrüßt
der Europa-Park Groß und Klein zur Winteröffnung. Zwischen 2.500 verschneiten Tannen und 10.000 Christbaumkugeln
verzaubern atemberaubende Attraktionen. Ein faszinierendes Showprogramm, viele winterliche Specials und ein der
Jahreszeit angepasstes kulinarisches Angebot bieten den Besuchern jede Menge Spaß und Abwechslung. Die große
Kunstausstellung begeistert dieses Jahr mit den beliebten Werken des Illustrators Janosch.
Rasanter Winterzauber
Zahlreiche Attraktionen wirbeln durch kristallklare Landschaften und bereiten zauberhaftes Vergnügen.* In der Spanischen Arena begeistert die
Ausstellung „MAGIC ICE − die traumhafte Märchenwelt aus Eis“ die Gäste. Über 30 bis zu vier
Meter große Eisskulpturen entführen die Besucher
auf eine glitzernde Zeitreise durch den EuropaPark. In Skandinavien sausen mutige Winterabenteurer auf Skibobs um die Kurven oder stellen ihr
Talent auf der großen Eislauffläche auf dem See
unter Beweis. In der Indoor-Spielewelt „Limerick
Castle“ im neuen Themenbereich „Irland – Welt
der Kinder“ gehen die Kleinen auf Entdeckungsreise, während die Eltern sich bei einem Irish Coffee im weihnachtlich dekorierten „The
O’Mackay’s Café and Pub” aufwärmen. Einen
traumhaften Blick über den adventlich geschmückten Europa-Park erhaschen die Besucher
im 55 Meter hohen Riesenrad „Bellevue“ im Portugiesischen Themenbereich. Die jungen Besucher können im Französischen Themenbereich eine Schneerampe mit Snowtubes hinunterrutschen
und die Erwachsenen genießen in der vereisten
„Bar Glaciar“ im Spanischen Themenbereich einen heißen Glühwein. Ein ganz besonderer Hingucker ist zudem der Riesen-Adventskalender auf
der Italienischen Freilichtbühne, wo täglich um 19
Mit dem Journal Graz
in den Europa-Park
Gewinnen Sie einen
dreitägigen Familienaufenthalt
für 4 Personen inkl. 2 Übernachtungen
in einem der Europa-Park eigenen
4-Sterne-Hotels, reichhaltigem Frühstücksbuffet
und 3-Tages-Eintritten in den Europa-Park.
JOURNAL GRAZ 48
Senden Sie ein E-Mail an
[email protected] mit dem
Kennwort „Europa-Park“ oder schreiben
Sie einfach eine Postkarte an
Journal Graz, Elariweg 6, 8054 Seiersberg.*
Uhr mit einer weihnachtlichen Kinderanimation
ein Türchen geöffnet wird. Außerdem empfängt
der Weihnachtsmann im Russischen Themenbereich beim „Postamt Himmelspforten“ Kinder, die
ihm höchstpersönlich ihre Wünsche ins Ohr flüstern möchten. Wer am 30. November 2016 selbst
mit rotem Mantel, Zipfelmütze und weißem Rauschebart verkleidet den Europa-Park besucht, darf
sich über einen vergünstigten Eintritt freuen: Erwachsene, die am Weihnachtsmanntreffen in
Deutschlands größtem Freizeitpark teilnehmen,
zahlen an diesem Tag lediglich 25 Euro und Kinder (4-11 Jahre) 20 Euro.
Janosch-Ausstellung
Diesen Winter präsentiert der Europa-Park über
200 Exponate des berühmten Künstlers Janosch
in der Mercedes-Benz Hall. Egal ob Tigerente
*Der Gewinner wird durch das Los ermittelt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen und der Betrag kann nicht in bar abgelöst werden. Einsendeschluss: 9.Dezember 2016. Preisausschreiben / Fotos: europapark
Traumhafte Winterzeit im Europa-Park
Fantastische Shows
In der kalten Jahreszeit lockt eine Vielzahl an
Show-Highlights in Deutschlands größtem Freizeitpark. Tänzer, Artisten und Clowns begeistern
mit der zauberhaften „Zirkus-Revue“. Das Globe
Theater-Musical „Ein musikalischer Weihnachtsmarkt“ bietet beste Unterhaltung für die ganze Familie. Nicht nur die kleinen Gäste können sich in
der Eisshow „Surpr‘Ice with the Son of Santa“
oder beim beliebten Kinder-Musical „Ich will
...das Weihnachtschaos“ verzaubern lassen. Auch
die „Winter Starlight Parade“ zieht durch den
Europa-Park und eine neue Akrobatik-Show in
der Mercedes-Benz Hall sowie die Lichtershow
„Luna Magica“ versprechen ein buntes Programm
für Groß und Klein.
Einen zusätzlichen Höhepunkt bietet die DinnerShow „Cirque d’Europe“, bei der die Besucher ein
spektakulärer Abend im prachtvollen Barocktheater „Teatro dell’Arte“ erwartet. Die einmalige
Kombination aus artistischen Meisterleistungen,
Livemusik, Comedy und einem exquisiten Menü
kreiert von 2-Sterne Koch Peter Hagen-Wiest
sorgt vom 17. November 2016 bis 11. Februar
2017 für erstklassige Unterhaltung und exklusive
Gaumenfreuden.
Stimmungsvolle Weihnachtsmärkte
Der Altertümliche Christkindlmarkt im Historischen Schlosspark Balthasar lädt auch in diesem
Jahr mit seiner gemütlichen Atmosphäre, melodischer Weihnachtsmusik und winterlichen Düften
auf einen Spaziergang ein. In zahlreichen Zelten
im Deutschen Themenbereich werden alte Berufe
wie der des Buchbinders oder des Goldschmieds
vorgestellt. Außerdem können die Besucher eine
Puppenklinik, Lehmfiguren, alte Schwarzwälder
Uhren und vieles mehr entdecken. Bei Einbruch
der Dunkelheit erleuchten Fackeln und Feuerstellen die Stände.
Zauberhaft übernachten
Für all diejenigen, die von der winterlichen Pracht
nicht genug bekommen können, bieten die fünf
parkeigenen 4-Sterne Erlebnishotels traumhafte
Übernachtungsmöglichkeiten in stimmungsvollem Ambiente. Die Gäste genießen entspannende
Massagen oder heißen Wintertee vor kuscheligen
Kaminen oder in adventlich geschmückten Bars.
Urig und gemütlich präsentiert sich auch das
Camp Resort während der kalten Jahreszeit. Mutige Cowboys und Indianer übernachten zu ausgewählten Terminen in beheizten Blockhütten und
Planwagen. Infos unter www.europapark.de.
4. Kinder-Flohmarkt
Das Journal Graz
veranstaltet am
4. Februar 2017
gemeinsam mit
dem Center West
einen Kinderflohmarkt
im Innenbereich.
Um 11.00 Uhr
große Zauber-Show
am Eventplatz im 1. Stock
4. Februar 2017
von 8-14 Uhr
Anmeldung
[email protected], Kennwort „Kinderflohmarkt“
Begrenzte Teilnehmerzahl!
JOURNAL GRAZ 49
Foto: Steiermark Tourismus / ikarus.cc
Auf die Brettln, Kinder, los …
Präsentation des gesunden Kalenders 2017 mit Christoph Holzer (SPAR-Geschäftsführer Steiermark und Burgenland), Elisabeth Pail (FH
Joanneum – Bad Gleichenberg), Sandra Marczik-Zettinig (Gesundheitsfonds Steiermark) und Gesundheitslandesrat Christopher Drexler
D
ie Pistenakrobaten aller Altersklassen dürfen
sich freuen: Der Startschuss in den Ski-Winter ist gefallen, die ersten Skigebiete haben schon
einen lupenreinen Saisonstart hingelegt und präsentieren perfekte Pisten und viel Komfort. Die
Steiermark ist bereit und startet am 17. Dezember
einen ganz besonderen Schwerpunkt unter dem
Motto „Auf die Brettln, Kinder los...“! In 37 Skiund Langlaufgebieten setzen die Tourismusverantwortlichen auf den winterlichen Freizeitspaß
für die ganze Familie, der sicher und leistbar sein
soll und vor allem viel Spaß und Freude bereiten
GEMEINSAM G’SUND GENIESSEN
Die Chance auf mehr Gesundheit: Übergewicht ist ein wichtiges Gesundheitsthema, aber auch die Mangelernährung darf nicht übersehen werden. Für viele zählt zur Einschätzung des Ernährungsverhaltens oftmals nur
das Körpergewicht. Wer schlank ist, is(s)t gesund – wer übergewichtig ist, ungesund - mein man.
JOURNAL GRAZ 50
nem Programm mit Pistenpräparierung, (richtigem) Verhalten auf und abseits der Piste bis zur
Skitechnik auf der Tauplitz, bis zur Après-Ski-Party mit DJ-Sounds. Auf der Turracher Höhe wird
sogar die vielfache Weltmeisterin Renate Götschl
„skilehrern“. Auch die Gastlichkeit punktet mit
Vergünstigungen in einigen Skihütten wie z.B. am
Loser und auf der Tauplitz.
So gesehen steht dem Skivergnügen in der
Steiermark für die ganze Familie nicht mehr im
Weg. „Auf die Brettln,....“
www.steiermark.com/familienskifest
nahme, um gesunde und vor allem leistbare
Rezepte an möglichst viele Menschen zu
bringen. Unser Ziel ist es, durch Informationsmaßnahmen die Gesundheit der
Steirerinnen und Steirer zu fördern“, so
Gesundheitslandesrat Drexler. „Der Dank
gilt dem Institut Diätologie der FH Joanneum
für die Unterstützung bei der Umsetzung
dieses gesundheitsförderlichen Kalenders
und der Firma SPAR, die ein wertvoller Kooperationspartner ist und diese Initiative
tatkräftig durch die steiermarkweite
Verteilung des Kalenders unterstützt.“
Wo ist der Kalender erhältlich?
Damit möglichst viele Steierinnen und Steirer die Chance haben, sich den Kalender zu
Hause oder in der Arbeit aufzuhängen und
die Rezepte und Anregungen zu nutzen, wurden verschiedenste Organisationen um Unterstützung bei der Verteilung gebeten. Ein
Dank gilt der Arbeiterkammer, der Wirtschaftskammer, der Gebietskrankenkasse,
dem ÖGB, dem AMS, dem bfi, der Caritas,
dem Roten Kreuz-Team Österreich, der
Volkshilfe und vor allem auch dem Vertriebspartner SPAR. Der Kalender ist in den
steirischen SPAR-Filialen und bei den
genannten Organisationen kostenlos erhältlich, solange der Vorrat reicht. Im Internet
unter www.gemeinsam- geniessen.at kann
man den Kalender durchblättern und downloaden.
Anzeige
Ausgewogenes Essen als Medizin
Dabei kann Essen aber als Medizin angesehen werden. Passt der Ernährungszustand,
können wir Krankheiten und Operationen
besser überstehen, und auch für den Alltag
sind wir besser gerüstet! Insbesondere im
höheren Alter ist deshalb auch nicht
Übergewicht, sondern Mangelernährung das
zentrale Ernährungsthema. Gründe genug,
um einmal mehr zu schauen, was auf dem
Teller landet bzw. das eigene Ess- und
Trinkverhalten zu optimieren. Mit dem
kostenlosen GEMEINSAM G’SUND GENIESSEN-Kalender möchten die Herausgeber alle Steirerinnen und Steirern - aber insbesondere Seniorinnen und Senioren - dabei
unterstützen!
Der GEMEINSAM G’SUND GENIESSEN-Kalender soll bei der Umsetzung
einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung einen Beitrag leisten - unabhängige Informationen über gesundheitsförderliches Essen und Trinken stehen
Steirerinnen und Steirern damit kostenlos zur
Verfügung und regen zum gesunden Genuss
an.
Von Jänner bis Dezember gibt es so pro
Kalenderblatt spannende Informationen und
gute saisonale Rezepte. Um immer wieder
daran zu erinnern, auch öfter einmal vegetarisch zu genießen, gibt es den vegetarischen Genusstag. Eine Lebensmittelwaage vergleicht Produkte und zeigt bessere
Alternativen auf. Da für ein gesundes Körpergewicht bzw. für eine gut ausgebildete
Muskulatur, die uns insbesondere im Alter
auch vor Stürzen schützen kann, natürlich
auch Bewegung wichtig ist, zeigt die Waage
auch, wie viel Bewegung es braucht, um die
Kalorien der miteinander verglichenen
Speisen mit Gehen oder Radfahren zu verbrennen. Ergänzend finden sich auf der
Rückseite des Kalenders auch die österreichischen Bewegungsempfehlungen. Und
schließlich gibt es jeden Monat auch einen
speziellen Tipp für die Ernährung für Seniorinnen und Senioren.
„Im Kalender 2017 gibt es wieder viele
Tipps und Ideen für gesunde Ernährung.
Durch ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung steigt die Chance auf längere
Gesundheit. Der Kalender ist auch eine Maß-
Anzeige
D
enn diese Annahme ist nicht haltbar.
Schlanke oder untergewichtige Personen
können
ebenso
wie
übergewichtige oder adipöse Menschen an
einer Mangelernährung leiden. Und ältere
Menschen sind ganz besonders davon betroffen, denn durch bestehende Krankheiten oder
Beeinträchtigungen (wie z. B. Kau- und
Schluckprobleme) wird oft zu wenig oder
nicht optimal gegessen. Spezifischer
Nährstoffmangel, ein Eiweißmangel oder ein
krankheitsbedingter Gewichtsverlust sind die
Folge.
soll. Steiermark Tourismus-Chef Erich Neuhold
über die vielen Initiativen: „Alle Gebiete bieten
50 Prozent Ermäßigung auf Skikarte, Skikurs und
Skiverleih für Kinder bis 15 Jahren, die Teichalm bietet sogar einen Gratis-Skitag mit Skikurs
am 17. Dezember für Kinder an.“ Damit das
sportliche Skivergnügen auch Spaß macht, locken
unzählige Veranstaltungen auf, aber auch abseits
der Pisten: Von der Kids Trophy in jedem Gebiet
über die Goldbarrensuche im Skigebiet Grebenzen, ein Zipfelbobrennen auf der Mariazeller Bürgeralpe, einer Kinder-Olympiade am Präbichl, ei-
JOURNAL GRAZ 51
SCHICKSAL
LOKALES
Wir haben bei Hubert
alles richtig gemacht!
Im Rahmen unseres Projekts „Helfen bei uns daham“ konnten wir schon unzähligen Menschen unter die Arme
greifen. Einige von ihnen, die es geschafft haben, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen, möchten wir Ihnen
vorstellen – heute bitten wir Hubert W. vor den Vorhang. Und sagen gleichzeitig Danke an alle, die mitgeholfen
haben, ihm ein neues Obdach zu geben.
U
nseren Journal-Graz-Lesern ist er
bestens bekannt: Hubert W., der es
dank des Engagements von Edith B.
und mir geschafft hat, seiner Obdachlosigkeit
zu entfliehen. Nach dem Tod seiner Frau Erna und der Auflösung der Firma, in der er arbeitete, verlor der Grazer den Boden unter
den Füßen. Obwohl er 40 Jahre lang (!) berufstätig war, bekam er massive finanzielle
Schwierigkeiten, musste jahrelang in einem
alten Waggon nächtigen. Erst nachdem wir
im Jahr 2004 auf sein tragisches Schicksal
aufmerksam gemacht hatten, wurde dem
Mann mit vereinten Kräften geholfen, wieder
auf den Weg in eine bessere Zukunft zurückzufinden.
Fast zwölf Jahre danach stattete ich Hubert in seinem schmucken Zuhause einen Besuch ab und freute mich auch, Edith wieder
zu treffen, die mich damals auf Huberts
Schicksal aufmerksam gemacht hatte. Erinnerungen kamen wieder hoch, vor allem
Schöne: an unsere erste Begegnung, an gemeinsame Anstrengungen, eine Wohnung zu
finden, und an sein Lächeln, das uns signali-
sierte: Ich brauche euch! Wir verloren den
Mann in all den Jahren nie aus den Augen.
Edith besucht Hubert heute noch vier Mal
pro Woche, regelt seine finanziellen Angelegenheiten, erledigt Einkäufe und hat auch
sonst alles im Griff. Hubert könnte und
möchte auf diese Freundschaft niemals verzichten, obwohl er lächelnd sagt: „Sie ist oft
ganz schön streng.“ Meiner Tochter Daniela
„Biene“ ist er auch ans Herz gewachsen, zumal wir ihm monatelang intensiv mit Rat und
Tat zur Seite standen: Wir kümmerten uns
um eine Wohnung, organisierten, dass er die
ihm zustehende Pension bekommt, putzten,
kauften mit Unterstützung vieler, wie z.B.
der Oberlandler, Möbel. Kurz vor Weihnachten kam er dann zu mir ins Büro, hielt einen
Weihnachtstern in der Hand, zeigte mir stolz
seine neuen Zähne und sagte einfach nur
„Danke!“. Ja, es war eine tolle, arbeitsintensive Zeit, und als ich den heute 73-Jährigen
nach langer Zeit wieder sah, war ich mir sicher: Wir haben alles richtig gemacht!
Immer, wenn ich an der Siedlung, in der
er heute in einer Parterrewohnung lebt, vor-
beifuhr, dachte ich an „unseren“ Hubert, den
wir so lange begleitet hatten, und fragte
mich, ob es ihm wohl gut gehe. Jetzt, nach
unserem Wiedersehen, kann ich diese Frage
beantworten: Ja, es geht im gut! Der einst
Obdachlose siedelte vor vier Jahren, nur über
die Straße, in eine neu umgebaute Wohnung
mit Zentralheizung, die immer stets sauber
geputzt ist. Er lacht viel, scherzt und erzählt
von der Zeit, als für ihn die Welt noch in Ordnung war: als er eine Frau, einen Job, ein
Dach über dem Kopf hatte. Die dunkle Zeit
danach, die verdrängt er. Er bezahlt eine
Heimhilfe, die täglich nach dem Rechten
sieht, dafür sorgt, dass er täglich duscht, der
Boden sauber ist usw. „Aber das meiste mache ich selbst“, verrät Hubert, der einst Abteilungsleiter bei einem renommierten Unternehmen war.
Er macht sich sein Frühstück, nimmt
Tabletten gegen Bluthochdruck, fährt dann
meistens mit dem Bus in die Stadt und sitzt
gerne beim Brunnen am Eisernen Tor oder
geht in ein Cafe am Lendplatz. Mittags
macht er sich dann auf den Nachhauseweg,
HUBERT W.
um im Gasthaus „Buchmesser“ sein tägliches Menü einzunehmen. Ein bis zwei Achterl Rotwein gönnt er sich über den Tag hinweg. „Aber ich werde nie mehr betrunken
sein. Denn das Saufen hat mich damals aus
der Bahn geworfen“, gibt er sich keinen Illusionen hin. Selbst ärztliche Kontrollen, die
anfangs unmöglich waren, lässt Hubert mittlerweile zu. Der Fernseher ist nach wie vor
sein ständiger Begleiter: „Das ist mein Kommunikationsmittel, der läuft immer, ob ich
hinschaue oder nicht. Denn es redet einfach
immer wer mit mir….“
Der 73-Jährige lebt von zwei Pensionen,
der Witwenrente und seiner eigenen. „Damit
komme ich gut zurecht“, verrät er mir. Davon
kann er auch sein großes Laster bezahlen:
„Ich rauche noch immer wie ein Misthaufen“, schmunzelt Hubert, der mittlerweile
auffallend schick gekleidet ist. Das mit der
Mode erledigt Edith mit mir gemeinsam, sie
hat einen guten Geschmack – auch wenn ihrem „Schützling“ die neue Jacke mit Kapuze
so gar nicht zusagt. Ebenso wie ihr Vorschlag, doch einmal Urlaub im Süden oder
eine Kur zu machen: „Ich war früher mit
meiner Frau oft in Caorle, aber das brauche
ich alles nicht mehr.“ Nein danke!
Für Edith ist es wie eine Verpflichtung,
Menschen in Not zu helfen, „denn das gehört
bis zu einem gewissen Maß zur Menschlichkeit“, wie sie sagt. „Uns geht es so gut, dass
ich gerne etwas abgeben kann und meine
Zeit zur Verfügung stelle. Aber ich kann einfach nicht zuschauen und nicht anpacken, das
ist einfach mein Naturell.“
So geht s mir auch oft, liebe Leser, darum
stelle ich mich immer wieder in den Dienst
der guten Sache. Und sage all jenen Danke,
die mir beim „Helfen“ helfen. Denn das Beispiel von Hubert W. zeigt uns: Mit vereinten
Kräften schafft man es Menschen, die aus
Einen Auszug aus der Geschichte „Der
Waggon ist mein Zuhause“ aus dem Jahr
2004 lesen Sie auf den nächsten Seiten.
Helfen bei uns daham
Wirklich sozial Arme oder kranke Menschen
kommen nicht zu mir, nein, ich finde sie einfach, irgendwo oder irgendwann, sie sind
einfach da und ich spüre, da packe ich an,
da für nehme ich mir Zeit und stecke all
meine Energie und Leidenschaft in die Hilfe
für diese Menschen. Damit ich auch weiterhin Menschen, die meine Hilfe benötigen,
helfen kann, bin ich natürlich auch auf die
Mithilfe unserer Leserinnen und Leser angewiesen. Wenn Sie auch mithelfen möchten, „Helfen bei uns daham“ zu untersützen, zählt jede Spende, auch wenn sie noch
so klein ist. Raiffeisenbank Gratwein, IBAN:
AT 933811200000076877
Hubert W. und Waltraud Pertzl freuen sich, dass beide
Seiten alles richtig gemacht haben.
Hubert wohnt heute in einer schmucken und stets von ihm sauber gehaltenen Wohnung. Seine Schlafgewohneit ist „seitenverkehrt“.
JOURNAL GRAZ 52
der Bahn geworfen werden, zu helfen, sie zu
begleiten und ihnen wieder eine Perspektive
zu geben!
Waltraud Pertzl
Edith B. hat ihn gefunden und sorgt seit zwölf
Jahren vier Mal die Woche für Hubert
Trotzig führt er uns seine
ungeliebte Kapuzenjacke vor
JOURNAL GRAZ 53
SCHICKSAL
Im Waggon, da ist
mein Zuhause
Was er besitzt, das trägt er am Leib: eine Hose, ein T-Shirt, einen Pulli, eine Winterjacke, Unterwäsche, Socken, Turnschuhe.
Seine Papiere und damit seine Identität hat er längst verloren.
Einzig greifbarer Beweis seiner Existenz ist eine Bankkarte mit
seinem Namen Hubert W.. In einem alten Waggon verbringt er
seit nunmehr sechs Jahren die Nacht. Wobei er sich glücklich
schätzen muss. Denn nur, weil er so ein „umgänglicher Typ“
ist, wird ihm diese Nachtbleibe gestattet. Das Feld mit der
Wohnadresse ist auf seinen Bankauszügen mit dem Vermerk
„unbekannt“ beschrieben. Unbekannt und vergessen, so
kommt er sich manchmal auch vor: „Von unserem Sozialstaat“,
sagt er, „habe ich bis jetzt noch nicht viel erfahren.“
Ein Auszug der Geschichte über Hubert
aus dem Jahre 2004
D
HUBERT W.
JOURNAL GRAZ 54
ass er jemals auf der Straße landen würde, das hätte sich der
gelernte Einzelhandelskaufmann nie träumen lassen: Zum
stellvertretenden Abteilungsleiter arbeitete er sich in einem
renommierten Grazer Betrieb hoch, konnte ohne jegliche finanzielle
Probleme mit seiner Gattin Erna in einer Drei-Zimmer Wohnung leben. Seine große Leidenschaft galt dem Schifahren und dem Wandern.
Dabei pflegte er einen großen Bekanntenkreis, obwohl Hubert W. sich
selbst als Einzelgänger beschreiben würde: „Ich habe nie jemanden
näher an mich heran gelassen. Mein bester Freund war meine Frau.“
Der Tod Ernas vor zehn Jahren brachte seine Welt zum Einstürzen.
Er begann zu trinken, hielt den Alkoholkonsum aber stets in Grenzen.
Verliebt hat er sich nicht mehr. „Ich hätte es einer neuen Frau nicht
zumuten können, ständig mit der Erna verglichen zu werden“, begründet der gebürtige Grazer seinen Entschluss, alleine zu leben.
Der zweite Schicksalsschlag, der Hubert W. einige Monate nach
dem Tod seiner Frau trifft, war die Auflösung der Firma, in der er tätig
war. Eine neue Arbeitsstelle fand er - mit Ausnahme einer kurzen Beschäftigung als Außendienstmitarbeiter - nicht mehr. „Ich konnte mit
der Technik einfach nicht Schritt halten“, erklärt sich der 60-Jährige
diese prekäre Situation heute. Dass er dann auch noch sein Arbeitslosengeld verlor, brachte das Fass schließlich zum Überlaufen: „Ich arbeitete als Platzwart bei einer Tennisanlage, obwohl ich Arbeitslosengeld bezog. Als das Arbeitsamt davon erfuhr, musste ich das gesamte
Geld zurückzahlen.“ Eine Wohnung konnte sich Hubert W. wegen
dieser unbedachten Handlung nun nicht mehr leisten. „Was ich verkaufen konnte, verkaufte ich, den Rest verschenkte ich“, erinnert er
sich an diese schwere Zeit zurück. „Von da an ging es immer weiter
bergab. Ich wusste nicht, zu wem ich hätte gehen können, und landete
schließlich auf der Straße. Seit nunmehr fünf Jahren lebe ich von der
Witwenpension meiner verstorbenen Frau, die ca. 300 Euro im Monat
ausmacht. Um für ‚harte Zeiten’ zu sparen, hebe ich aber nicht mehr
als 200 monatlich davon ab. Verstehen konnte ich es nie, warum mir
nicht mehr Geld zusteht, da ich ja 40 Dienstjahre vorweisen kann.“
Was man so den ganzen Tag macht, wenn
sichtlich betrunken.“ Ein weiterer Meilenman obdachlos ist: „Man tut alles und nichts,
stein wäre es nun für Hubert W., die Straße
ist überall und nirgends“, resümiert Hubert
verlassen zu können und wieder eine eigene
W. gegenüber dem JOURNAL GRAZ. „Man
Wohnung zu beziehen. Das JOURNAL
hat sehr viel Zeit, um über alles nachzudenGRAZ setzte sich aus diesem Grund mit
ken. Meistens wandere ich umher oder lese
Stadtrat Ernest Kaltenegger in Verbindung,
ein Buch, das ich später an andere Obdachder noch am selben Tag das Antragformular
lose weiterschenkte.“ Einmal, da hatte er verfür eine Gemeindewohnung ausfüllte. Am
sucht, im Vinzidorf unterzukommen, ging so10. Februar 2004, ein Tag, den Hubert W.
gar ein paar Mal zum Essen in das Marienwohl nicht so schnell vergessen wird, war es
stüberl. „Ich fühlte mich aber so unwohl in
schließlich soweit. Begleitet von Edith B.,
der Gesellschaft anderer ‚Sandler’. Ich hielt
Waltraud Pertzl und ihren beiden Töchtern
das herrschende Niveau nicht aus, hasste es,
Daniela und Claudia, die wie „Zahnräder“
den ganzen Tag von Betrunkenen umgeben
die vielen Hilfen koordinierten und selbst
zu sein.“ Das Thema „Alkohol“ behandelt
Hand anlegten, bezog Hubert W. seine erste
Hubert W. generell sehr sorgsam: „Ich trinke
fixe Bleibe seit sechs Jahren - eine kleine,
nie vor Mittag, höchstens zwei Dosen Bier.
aber feine Wohnung.
Mit Tetrapack-Wein kann man mich jagen,
Rasch und unbürokratisch schafften sie
denn wenn ich Wein trinken würde, dann nur
es, eine Bleibe zu organisieren. Liebevoll
aus dem Glas“, bekräftigt er seine Einstelwurde eingerichtet, ein neues Leben organilung. Eine zweite „Eigenart“, die Hubert W.
siert, doch Hubert hatte verlernt, mit einem
auszeichnet, ist der Grundsatz, nicht zu beteigenen Dach über dem Kopf umzugehen.
teln: „Schon aus Prinzip könnte ich so etwas
Ebenso wie das Essen, und vor allem den
nie machen. Ich lebe von den 200 Euro, das
Umgang mit Geld. Ganz zu schweigen den
reicht gerade. Ich friere selten, und Hunger
Umgang mit der neuen Währung Euro, den
habe ich eigentlich auch nie, das hab ich mir
Hubert bis dato noch nicht praktiziert hatte.
in meiner Bundesheerzeit abgewöhnt.“
Edith B. wurde für Hubert ein unverzichtbaDie große Wende im Leben des Hubert W.
rer Begleiter auf dem Weg zurück ins Leben.
brachte wohl der Tag, an dem Edith B. ihn
Jede freie Minute war sie für ihn da. Auch
„beim Packerlaufgeben“ in der Vorhalle des
dann, als Hubert mit einem neuerlichen
Hauptbahnhofes wiedererkannte, wiedererRückzug auf den Bahnhof alle Pläne zunichkannte als alten
te zu machen
Freund, mit dem
schien. Aber,
sie im FreundesEdith
gab
kreis vor gut 30
nicht
auf!
Jahren
öfters
Gemeinsam
Schifahren war.
mit Waltraud
„Am Anfang war
löste sie den
Hubert W.
es ein Schock“,
Rückfälligen
erinnert
sich
ein zweites
Edith B. an diesen trüben Novembertag im
Mal aus dem Trauma der Verwahrlosung,
Jahre 2003 zurück. „Hubert war in einem
Hubert unterzog sich freiwillig einem Entzug
schrecklichen Zustand, den ich gar nicht näin der Siegmund Freud-Klinik.
her beschreiben möchte.“ Trotzdem scheute
Jetzt ist er trocken, die Mitgliedschaft bei
sich die engagierte Frau nicht, packte Hubert
den Anonymen Alkoholikern ist für ihn ein
W. in ihr Auto und brachte ihn zum Waschen.
neuer Weg bei einem weiteren Versuch, ins
Er bekam erst einmal etwas Warmes zu esLeben zurückzufinden. Mit einem geregelten
sen. Kurz darauf ging sie mit ihm zum FriLeben in seinem neuen Domizil kann er sich
seur und neues Gewand einkaufen. „Es ist
immer besser anfreunden, sein Tagesablauf
alarmierend, dass in sechs Jahren kaum jeist geordnet, die 30 Zigaretten täglich braucht
mand Notiz nahm von Hubert, ihn niemand
er allerdings.
über die Ausgleichszulage von über 600 Euro
Noch viel wichtiger ist für Hubert allerinformierte, die ihm eigentlich zusteht“, zeigt
dings Edith, die für ihn zum „Steigbügel“ gesich Edith B. verwundert. Durch ihr soziales
worden ist. Selbstlos opfert sie ihre Freizeit
Engagement ermöglichte sie schon mehreren
für Hubert, um mit ihm gemeinsam alle GeMenschen den Einstieg in ein „normales Lefahren zu umschiffen, rückfällig zu werden.
ben“.
Ihre Hand ist am Ende einer langen Leine,
Nach dem Stellen des Antrages bei der
die für Hubert Halt bedeutet.
Pensionsversicherungsanstalt wurden sofort
Hubert hat gelernt, wie wichtig es ist, ein
für weitere rechtliche Schritte gesetzt. Auch
ordentliches Dach über dem Kopf zu haben.
Erich P. den ÖBB der Hubert W. schon zuvor
Trotzdem, die Gefahr, rückfällig zu werden,
versucht hatte, zu diesen Schritten zu überist groß. Aber Edith lässt nicht locker. Heute
reden, ist nun froh, dass es bergauf geht.
nicht und auch nicht morgen! Danke, Edith,
„Hubert fiel nie ungut auf am Bahnhof, er
du bist eine unglaubliche Frau!
grüßte immer sehr freundlich, war nie offenWaltraud Pertzl
„Als Obachloser
tut man alles und nichts,
man ist überall und nirgends!“
Nur die Ruhe!
Der Advent und Weihnachten gelten als
die stillste Zeit im Jahr… Doch tatsächlich
ist oft das Gegenteil der Fall. Eine
Weihnachtsfeier
jagt die andere,
noch eine Verabredung
zum
P u n s c h t r i n ke n
mit Freunden und
Weihnachtsgeschenke sollte
man auch besorgen! Der Druck
in der Arbeit
steigt, schließlich Mag.a pharm. Dr.in
sollen alle Projek- Alexandra Mandl,
te vor den Weih- Apothekerin in Graz
nachtsferien abgeschlossen sein. Der Stress wird immer
schlimmer und ganz unbemerkt schleicht
es sich heran: das Burnout, dieser Symptomenkomplex mit stark reduzierter Leistungsfähigkeit und Erschöpfung. Pflanzliche Hilfe für Gestresste gibt es aus der
Apotheke! Dadurch können zwar die Ursachen der Erschöpfung nicht beseitigt
werden, daran muss jeder selbst arbeiten,
aber pflanzliche Arzneimittel können Beschwerden wie Unruhe, Konzentrationsstörungen und Angstzustände mildern.
Das erste Anzeichen eines Burnouts sind
Ein- und Durchschlafstörungen. Beruhigend und schlaffördernd wirken Auszüge
aus Baldrian, am besten in Kombination
mit Hopfen und Melisse. Die Passionsblume hilft bei nervöser Unruhe am Tag genauso wie Lavendel. Optimale Wirkungen
erzielt man mit einem längeren Einnahmezeitraum über mindestens zwei Wochen.
Inhaltsstoffe aus Pflanzen können ebenso
helfen, die eigene Stressresistenz zu erhöhen. So zeigt die Rosenwurz bereits nach
einmaliger Einnahme Wirkung gegen
Symptome wie Müdigkeit und Schwäche,
die stresslindernde Wirkung hält nach dem
Absetzen länger an. Ähnliche Effekte sind
von den Extrakten der Taigawurzel und
des Ginseng bekannt. Gemeinsam ist diesen Präparaten: sie sind gut verträglich,
frei von Nebenwirkungen und können mit
anderen Arzneimitteln gemeinsam eingenommen werden. In Kombination mit
Nährstoffen wie dem Anti-Stressmineral
Magnesium, den Vitaminen des B-Komplexes und
Vitamin C fürs Immunsystem ist der Körper gegen höhere Belastungen
optimal gewappnet.
Apothekerkammer Steiermark
www.apotheker.or.at
JOURNAL GRAZ 55
Foto: Furgler / Anzeige
SCHICKSAL
Foto: Fischer
Was hat Gewalt in Notaufnahmen zu suchen?
Was ist los in unserer Gesellschaft? Beim Rundblick durch die internationalen Gazetten
ist mir ein Artikel ins Auge gesprungen, der mir die Haare zu Berge stehen lässt.
I
n deutschen Krankenhäusern kommen in
den Notaufnahmen verstärkt Sicherheitskräfte zum Einsatz, weil hilfesuchende Patienten zu Gewalttaten neigen, wenn
ihnen irgendetwas nicht passt. Da kann es
schon passieren, dass Ärzte und Pflegepersonal nicht nur gemeinst angepöbelt werden, sondern da können auch die Fäuste
fliegen. Wohin sind wir nur geraten, muss
man sich fragen, wenn Orte, an denen
Menschen eigentlich geholfen werden soll,
zu Kampfstätten werden? Was denken sich
Hilfesuchende dabei, wenn sie ihre Behandlungswünsche brachial durchsetzen
möchten? Es kann doch nicht sein, dass in
Zukunft Security-Mannschaften in Wartezimmern von Ordinationen oder Notaufnahmen sitzen, nur um die Mediziner vor
Übergriffen zu schützen? Reicht es nicht,
dass sich diese zunehmend mit den Sitten
und Gebräuchen der Herkunftsländer von
Flüchtlingen auseinandersetzen müssen,
die zum Beispiel die Behandlung von
Frauen durch männliche Ärzte strikt ablehnen? Krankenhäuser sind Orte, an denen
geholfen wird, wo es meist ohnehin viel
Leid gibt. Muss man das noch verstärken?
Aufgespießt
... von Ulli Glettler
Wie hoch muss die Aggressionsbereitschaft von Menschen sein, die Ärzte,
Schwestern und Pfleger angreifen, weil ihnen irgendetwas nicht passt, weil diese
nicht gleich springen, um zu helfen. Auch
im Notfall, solange er nicht lebensbedrohend ist, gibt es Warteschleifen. Und gerade die Ärzte in den Notaufnahmen leisten
Großartiges und arbeiten nicht selten bis
zum Umfallen. Und das nur, um anderen
zu helfen. Auch wenn es ihr Job ist, so verdienen sie nicht nur unsere Anerkennung,
sondern unseren Respekt. Ein Wort, das allerdings aus den Köpfen vieler Mitbürger
und auch von Zuwanderern verschwunden
zu sein scheint und in vielen Familien auch
gar nicht mehr gelehrt wird. Respekt ist der
Zement, der unsere Gesellschaft zusammen hält. Ohne Respekt gehen Manieren
verloren, ohne Manieren verroht unsere
Gesellschaft. Das sollten wir uns alle vor
Augen halten, wenn wir uns begegnen. Jeder Mensch ist ein Individuum, das geachtet werden muss. Auch mit seinen Fehlern.
Lernen wir wieder, miteinander umzugehen. Auch abseits der Spaßgesellschaft, die
jetzt im Advent auf den Märkten wieder ihre große Bühne findet. Gerade weil die
Welt in großer Unruhe ist, sollten wir uns
näher kommen. Aber nicht mit der geballten Faust, sondern mit der ausgestreckten
Hand. In diesem Sinn, friedliche Tage bis
Weihnachten und darüber hinaus!
Anlässlich der Neueröffnung wurde an Marktleiterin Bernadette Schober-Lipp der Schlüssel übergeben. Caritasdirektor Mag. Herbert Beiglböck,
Marktleiterin Bernadette Schober-Lipp, Soziallandesrätin Doris Kampus, stellvertretende Landesgeschäftsführerin des AMS Steiermark Mag.
Christina Lind und SPAR Steiermark und Südburgenland-GF Mag. Christoph Holzer
AMS und Land gehen mit SPAR und der
Caritas neuen Weg und eröffnen Supermarkt
Der vor kurzem in der Grazer Grottenhofstraße 1 neu eröffnete SPAR-Supermarkt ist etwas ganz Besonderes: Er
wird nämlich von der CARITAS im Auftrag des AMS und des Landes Steiermark im Rahmen des gemeinnützigen
Beschäftigungsprojektes WerkStart betrieben. In Sortiment und Preisgestaltung unterscheidet sich der neue Nahversorger nicht von anderen SPAR-Märkten. Das moderne Erscheinungsbild des Marktes, mit einem großen Fokus
auf Frische, bietet künftig ein völlig neues Einkaufserlebnis.
D
man auch leben kann. Dieses Projekt verfolgt
genau diesen Ansatz, indem es arbeitslosen
Menschen wieder eine Job-Chance bietet.
Daher wird es auch vom Land Steiermark
unterstützt“, betont Soziallandesrätin Doris
Kampus.
Der neue SPAR-Supermarkt wird von der
Caritas als selbstständiger Supermarkt geführt. Insgesamt werden in der Steiermark
und im Südburgenland 144 der 261 SPARStandorte von selbständigen Kaufleuten geführt. „Selbstständige Kaufleute sind eine
wichtige Ecksäule für SPAR. Der SPAR-Supermarkt in der Grazer Grottenhofstraße ist
für uns ein ganz besonderer EinzelhändlerStandort. Das Projekt bietet tolle Chancen.
Wir danken dem AMS, dem Land Steiermark
und der Caritas für ein so tolles Projekt“, so
SPAR Steiermark Geschäftsführer Mag.
Christoph Holzer.
Der neue Nahversorger besticht nicht nur
durch modernste Ladengestaltung, sondern
auch durch einen großen Frischebereich: Im
Eingangsbereich erwartet die Kundinnen
und Kunden eine großzügige Obst- und Gemüseabteilung. Direkt daneben folgt die
neue Feinkostabteilung. Insgesamt verfügt
der SPAR-Supermarkt Grottenhofstraße
über eine rund 500 m² große Verkaufsfläche
und über 65 Parkplätze. Die Öffnungszeiten
von Montag bis Freitag von 7.15 bis 19.30
Uhr und samstags von 7.15 bis 18.00 Uhr
bieten ein kinderfreundliches Einkaufserlebnis.
Auch nachhaltige Energiekonzepte wurden bei dem neuen Supermarkt integriert. So
wurde auf eine energieschonende LED-Beleuchtung und eine Wärmerückgewinnungsanlage gesetzt, welche die Abwärme der
Kühlgeräte zum Heizen wiederverwendet.
Fotos: SPAR /Anzeige
as Konzept für diesen Betrieb bietet
für Menschen, die am Arbeitsmarkt
benachteiligt sind, neuartige Weiterbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten.
„Unser Ziel ist es, Menschen auf Arbeitssuche den Sprung in den Handel zu ermöglichen und damit eine möglichst rasche und
nachhaltige Integration am Arbeitsmarkt“, so
Mag. Christina Lind (stellvertretende Landesgeschäftsführerin des AMS Steiermark).
Erreicht wird das durch passgenaue Einschulung und Praxis in einem realen Arbeitsfeld,
durch sozialpädagogische Begleitung und
Unterstützung bei der Arbeitssuche. „Sozialleistungen wie die Mindestsicherung oder die
Wohnunterstützung sind wesentliche Maßnahmen bei der Armutsbekämpfung. Aber
die wirkungsvollste Maßnahme im Kampf
gegen die Armut ist und bleibt dauerhafte
Beschäftigung mit einer Entlohnung, von der
JOURNAL GRAZ 56
Schlüsselübergabe: Marktleiterin Bernadette Schober-Lipp mit ihrem Team
JOURNAL GRAZ 57
SCHICKSAL
SCHICKSAL
Herr Prem hat auch diese gesundheitliche
Herausforderung fast geschafft und ist heute
soweit wieder gesund, „auch wenn ich körperliche Arbeiten nicht mehr schaffe.“ Da
werden einfache Putzarbeiten zu einer Herausforderung, die er nur noch mit Hilfe des
Sohnes und der Schwiegertochter, die im
gleichen Haus leben, meistern kann. Herr
Prem ist trotz vieler Einschränkungen zufrieden und kommt mit seiner kleinen Pension
und der Pflegestufe 1 so recht und schlecht
über die Runden. „Vor allem, weil ich keine
Schulden habe.“ Wermutstropfen im knappen Budget sind nur die hohen Stromkosten
von monatlich 134 Euro, die seiner Meinung
nach vor allem die E-Heizung verschlingt:
„2014 musste ich 1000 Euro nachzahlen, was
meine ganzen Ersparnisse aufgebraucht hat.
Ein war ein „neuer“ Auftrag für mich, sein
Heizungsverhalten abzuklären. Worüber er
sehr glücklich ist, denn der Stromzähler läuft
nun wieder ganz langsam. Somit kann er in
Zukunft auf ein Guthaben hoffen.
Josef Prem ist 77 Jahre alt und hat seinen
Lebenstakt gefunden. Beim Einkaufen am
Markt am Lendplatz, beim Kochen und auch
bei gelegentlichen Kaffeehausbesuchen, wo
er sich ab und zu auch ein Glas Bier leistet.
„Der Herr Doktor hat gesagt, das schadet
nicht“, lacht Herr Prem, der niemandem zur
Last fallen will und genau deswegen für jede
auch noch so kleine Zuneigung dankbar ist.
Wir wollen aber keine Dankbarkeit, sondern
freuen uns über jedes Lächeln, mit dem er signalisiert: „Ich habe mich mit dem Leben wieder versöhnt“. Waltraud und Daniela Pertzl
D
as Schicksal fordert immer seinen Tribut. Es
lässt Menschen zerbrechen oder wachsen. Es kommt
immer nur darauf an, wo es seinen Hobel ansetzt ... !
Bei Herrn Prem sind zwar auch Späne geflogen,
aber in die richtige Richtung: Unsere Lebenswege
haben sich gekreuzt, nachdem mir der ehemalige
Caritas-Präsident Franz Küberl vom Schicksal des
Herrn Prem und dessen berührende Worte am
heiligen Abend 2014 in der Arche 38 „Herr Präsident,
ich bin schuldenfrei“ erzählt hat. Diese Worte sind
mir damals tief ins Herz gedrungen, und ich besuchte
daraufhin Josef Prem in der Arche 38.
„Tu Gutes und
rede darüber“
JOSEF PREM
Herr Prem und die Waschmaschine
H
err Prem ist ein herzlicher Mensch, dem meine Tochter Daniela (Biene) und ich wieder auf die Beine geholfen haben,
nachdem ihn das Schicksal straucheln hat lassen. Eine kleine
Wohnung, auf der er als Obdachloser gar nicht mehr zu hoffen wagte,
hat ihm ein Stück Leben zurück gegeben. Aber, etwas chaotisch, weil
es doch einiges zu richten gab, auch frische Farbe war gefragt. Zu viel
Organisation für einen Mann, der es gewohnt ist, im Schatten zu leben.
Ein Auftrag für uns, ihm in den vier Wänden in zwei Wochen ein lebenswertes Umfeld zu schaffen. Frisch (heraus-)geputzt und - so wie
es sich Herr Prem gewünscht hat - mit ganz viel hellen Farben. Fast
wäre Herr Prem wunschlos glücklich gewesen, wäre da nicht der
Traum von der eigenen Waschmaschine gewesen, dem Herr Prem
schon lange nachgehangen ist. Auch diesen Wunsch konnte wir ihm
erfüllen, heute hat Herr Prem immer noch Tränen in den Augen, wenn
er von der Waschmaschine erzählt, dass es für ihn das schönste auf
der Welt ist, seine Wäsche in der eigenen Maschine zu waschen .
Das Schicksal hat Herrn Prem aber keinesfalls aus den Klauen gelassen. „Ein Dickdarmverschluss hat mich 2015 fast das Leben gekostet“, erzählt mir Herr Prem bei einem Treffen nach langer Zeit.
Die Angst, an Krebs erkrankt zu sein, hatte sich Gott sei Dank nicht
bestätigt, aber schwere Komplikationen nach der OP haben die Zukunft lange in ein dunkles Grau gehüllt. Kaum einigermaßen genesen,
litt Herr Prem plötzlich an massiven Lungenproblemen. „Und das, obwohl ich seit 28
Jahren nicht mehr rauche. Aber dann habe
mich an eine Ansteckung auf einer Baustelle
erinnert“, blickt Herr Prem zurück.TBC, so
lautete damals die Diagnose, die angeblich
auch ausgeheilt wurde, aber eben Spuren
hinterlassen hat. In Enzenbach wurden Herrn
Prem täglich 16 Stunden lang Sauerstoff verordnet. Die kleine Flasche wurde über drei
Monate zu einem unverzichtbaren Begleiter,
der allerdings sein Leben deutlich eingeschränkt hat.
Nun nimmt er sie immer seltener, denn
Einen Auszug aus der Geschichte „Ich
bin schuldenfrei“ aus dem Jahr 2014 lesen
Sie auf den nächsten Seiten.
Helfen bei uns daham
Wirklich sozial Arme oder kranke Menschen
kommen nicht zu mir, nein, ich finde sie einfach, irgendwo oder irgendwann, sie sind
einfach da und ich spüre, da packe ich an,
da für nehme ich mir Zeit und stecke all
meine Energie und Leidenschaft in die Hilfe
für diese Menschen. Damit ich auch weiterhin Menschen, die meine Hilfe benötigen,
helfen kann, bin ich natürlich auch auf die
Mithilfe unserer Leserinnen und Leser angewiesen. Wenn Sie auch mithelfen möchten, „Helfen bei uns daham“ zu untersützen, zählt jede Spende, auch wenn sie noch
so klein ist. Raiffeisenbank Gratwein, IBAN:
AT 933811200000076877
JOURNAL GRAZ 59
JOURNAL GRAZ 58
Waltraud Pertzl besucht Josef Prem
in seiner ordentlich aufgeräumten Wohnung
INTERVIEW
SCHICKSAL
M
enschen geraten oft aus
verschiedenen Gründen in Notsituationen. Kein Job - kein Geld Schulden - Delogierung! Letzter
Ausweg: Arche 38. Wir trafen
Josef Prem, einen Betroffenen, der
uns unverblümt und ganz ehrlich
seine Geschichte erzählte.
JOSEF PREM
Ein Auszug aus der Geschichte „Ich
bin schuldenfrei“ aus dem Jahr 2014
Einmal Arche 38 und zurück:
Ich bin SCHULDENFREI
E
in Zimmer in einer Wohngemeinschaft in
der Arche 38. Ein Bett, ein Kasten, ein
Schreibtisch. Delogiert und fast das ganze Hab und Gut verkauft für 300 Euro: so lebt
Josef Prem (74). Der gebürtige Oststeirer lebte
viele Jahre in einer glücklichen Lebensgemeinschaft. Mit 49 Jahren wurde Josef Prem auch
noch Vater, was sein Leben damals nahezu perfekt machte. Doch dann schlug das Schicksal
zu: Der gelernte Installateur wurde mit 54 Jahren krankheitsbedingt zum Frühpensionisten.
Zwei Jahre danach der nächste Schock: Seine
Partnerin verstarb und er wurde zum alleinerziehenden Vater seines damals siebenjährigen
Sohnes.
Vater und Sohn arrangierten sich und wohnten weiterhin in einer Gemeindewohnung. Der
Sohn wurde älter und die monatliche Pension
war nicht allzu groß. Als die Familienbeihilfe
dann weg war und die Halbwaisenrente auch,
wurde es immer enger mit dem Geld. Die
Schulden, die noch von früher aus der gemeinsamen Beziehung stammten, auch die Wünsche
des Sohnes, die oft „auf Pump“ finanziert wurden, aber auch hin und wieder etwas Alkohol,
der ja auch Geld kostet, ließ die finanzielle Situation im Männerhaushalt immer schwieriger
werden.
„Ich habe nie den Staat ausgenutzt und um
irgendwelche Zuschüsse oder sonst was angesucht, dazu war ich zu stolz“, stellt der Witwer
von Anfang an klar.
Die Schuldenfalle
Not macht bekanntlich erfinderisch: und so kam
Prem auf die glorreiche Idee, er könnte sich ja
den Strom von 60 Euro/Monat „sparen“ und diesen illegal aus dem Gemeindebau vom Dachboden durch ein Lüftungsrohr abzweigen. Solch
ein Missbrauch bleibt natürlich nicht unent-
deckt. Durch eine andere Hauspartei angezeigt,
wurde der Frühpensionist ein halbes Jahr später
erwischt. „Somit saß ich vor einem Tribunal,
von dem ich 2.000 Euro aufgebrummt bekam.
Aber das könnte ich ja in drei Jahren nicht verbrauchen und schon gar nicht in einem halben
Jahr... Ich zahlte nichts und ließ es drauf ankommen“, gab sich der 74-Jährige damals uneinsichtig. Der KSV und ein Schreiben vom Rechtsanwalt machten aus 700 plötzlich 1.400 Euro. Und
die angedrohte Delogierung, womit wieder
1.000 Euro dazu kamen, ließen den Schuldenberg auf letztendlich 6.000 Euro wachsen. „Da
fällt einem schon der Unterkiefer runter“, so Josef Prem.
„Somit wurde ich delogiert“, wird der Pensionist ganz nachdenklich, „und sie nahmen alles mit, was ich besaß.“ Einige Kleinigkeiten
stellte er bei seinem Sohn ein und der Rest wurde in einem Lager untergebracht, was natürlich
auch bezahlt werden wollte und die Schulden
wieder wachsen ließ. Wenn man also Schulden
hat, kommen immer weiter welche dazu, denn
alleine die Zinsen sind so hoch, dass es zum Teufelskreis wird und man ohne Konsequenz und
starken Willen niemals rauskommt.
Delogierung, und nun?!
Der Schock war groß. Nun stand der damals
schon über 70-Jährige auf der Straße. „Ich wollte es schaffen, doch wusste einfach nicht, wie.
Der Gedanke, auf der Straße zu leben, war mir
ein Graus, und ich hatte Angst davor, also wandte ich mich an die Arche 38. Hier bekam ich für
ein paar Nächte in der Notschlafstelle ein Bett.
Aber da musst um 8 Uhr morgens raus und
darfst erst um 18 Uhr wieder rein“, erinnert er
sich an die damalige Zeit, als er plötzlich Obdachlos wurde. Zum Glück wurde gerade ein
Zimmer in der Wohngemeinschaft frei, wo Josef
Prem nun seit mittlerweile 2 1/2 Jahren lebt,
was nicht der Regelfall ist. Die Umstellung damals von der eigenen Wohnung in die Arche 38
war schwer, denn hier wohnen wildfremde
Menschen zusammen und müssen sich arrangieren. „Ich fühle mich derzeit hier zu Hause,
und die Betreuer sind wirklich nett. Sie behandeln uns wie Menschen, und ich komme mit allen gut aus. Ich bin hier der Älteste, denn vorwiegend sind junge Menschen hier“, bekommen
wir einen Einblick in sein Leben.
Alle Bewohner der Wohngemeinschaft in
der Arche 38 bekommen ein Frühstück, müssen
sich sonst aber selbst versorgen. Jeden zweiten
Freitag kocht ein Betreuer mit ihnen ein Mittagessen, bezahlt von der Caritas. Auch die Wäsche
wird gewaschen und die Bettwäsche ist immer
frisch. Nur Ordnung halten müssen sie selbst,
was aber für die meisten Jungen nicht einfach
machbar scheint. „Ich zahle hier im Monat 110
Euro Miete. Um anzusparen, bekommen die
Betreuer, was ich übrig habe, stets so zwischen
70 und 100 Euro. Mit dem Rest werden eifrig
Schulden abbezahlt“, so Prem.
Schuldenfrei. „Bis auf 200 Euro, die der
Rechtsanwalt mir dankenswerter Weise erlassen
hat, habe ich alles bezahlt, ganz ohne fremde
Hilfe, und bin somit schuldenfrei. Ein herrliches
Gefühl!“ Dass es Josef Prem aus diesem Schlamassel selbst wieder rausgeschafft hat, war nur
mit äußerster Disziplin zu schaffen. Und auch
wenn er noch immer in der Arche 38 wohnt, ist
der Pensionist sehr stolz. Berechtigt, wie wir finden. Zum Abschluss erzählt uns Josef Prem
noch voller Stolz, dass er im Oktober eine neue
Wohnung bekommt und auch die Kaution bereits angespart hat. Leider wird er nie mehr eine
Gemeindewohnung bekommen, denn der
Stromdiebstahl war zu gravierend, und Strom
gibt es auch nur mehr gegen Kaution, aber das
wird er bestimmt schaffen. Es war eine rührende
Begegnung mit Josef Prem, und ich möchte ihn
ein Stück seines Weges begleiten und einen Teil
dazu beitragen, wenn er seine neue Wohnung beziehen kann.
Neues Zuhause für Herrn Prem
Manchmal im Leben gibt es diese Momente.
Momente, die sich tief in mein Gedächtnis und
Herz eingraben und darin ewig verankert bleiben. Einen dieser unvergesslichen Momente
durfte ich erst kürzlich erleben - als wir „unserem“ Herrn Prem ein neues Zuhause einrichteten. Sein eigenes Heim! Er ist ein echter Kämpfer. Einer, dem das Schicksal oft übel mitgespielt hat und der sich trotzdem niemals unterkriegen ließ. Inzwischen hatte er von seinem
kargen Einkommen die Kaution für ein neues
Heim gespart.
Bei unserem letzten Interview versprach ich
ihm, ich würde mich um die Einrichtung kümmern, sollte er eine Wohnung finden. Josef
Prem fand sie: 32 Quadratmeter groß, aber in
desolatem Zustand. Dennoch überwog bei Josef
Prem die Freude. Die Freude darüber, dass er
bald am Ziel seiner Träume sein würde. Doch
ich hörte nichts mehr von ihm – und so nahm
ich mit seinem Betreuer Kontakt auf und besichtigte die neue Wohnung. Herr Prem selbst
war nicht gekommen, denn seine Scham war zu
groß, um sich mit mir zu treffen. Denn Hilfe zu
bekommen bzw. diese anzunehmen war ihm ein
Leben lang fremd gewesen. Nur niemandem zur
Last fallen, das war und ist das Motto dieses
tapferen Mannes, der sich in der Arche 38 sogar
um die Allgemeinküche gekümmert hatte, damit sie auch immer sauber ist.
Trotzdem packten wir es an, besorgten aus
unserem Spendentopf „Helfen bei uns daham“
erst einmal die wichtigsten Utensilien, um die
verwahrloste Wohnung wieder heimelig zu machen. Und um Herrn Prem eine Bleibe zu schaffen, in der er sich geborgen und wohl fühlt! Er
selbst hatte nur den Wunsch geäußert: „Bitte alles hell!“ Dieser Wunsch war unser Auftrag. Also ging’s rasch an die Arbeit, mit tatkräftiger
Unterstützung seines Sohnes und der „Oberlandler“, die dankenswerterweise das neue
Schlafzimmer gekauft hatten, wurde die Wohnung mit jeder Stunde freundlicher, einladender,
ja lebenswerter. Nach einer Woche hatten wir es
endlich geschafft. Die Wohnung war fertig und,
zugegeben, wir waren es auch. Müde, erschöpft, aber glücklich darüber, Herrn Prem eine Freude bereitet und ein neues Leben geschenkt zu haben.
Neues Zuhause. Dann dieser Gänsehaut-Moment, als Herr Prem seine kleine, aber feine
Wohnung zum ersten Mal sah: „Ist Weihnachten
oder sind Sie ein Engel?“ waren seine berührenden Worte, die mir ewig in Erinnerung bleiben
werden.
Neues Leben. Danach übernahm Josef Prem das
„Kommando“ und begann alles so einzuräumen,
wie er es benötigte. „Das muss System haben,
damit ich’s gleich wieder finde“, schmunzelte er.
Einem Neustart stand also nichts mehr im Wege.Als die Oberlandler dem Mann schließlich
noch Hofer-Gutscheine im Wert von 500 Euro
überreichten, kannte Herrn Prems Rührung keine Grenzen mehr. So hart und steinig sein bisheriger Lebensweg auch war, so viel Glück
schien er nun zu haben. Und es ging weiter aufwärts für ihn: Tage danach erzählte er mir, dass
er plötzlich keine Atemnot mehr habe und sich
in seinem neuen Zuhause rundum wohl fühle.
Als ich ihn wieder einmal besuchte, sagte er zu
mir: „Wissen Sie, Frau Pertzl: Mit den Gutscheinen konnte ich das erste Mal ohne mitzurechnen
einkaufen, da habe ich mir zwei Töpfe gegönnt
und Waschpulver, Lebensmittel usw. Aber da
komme ich sicherlich noch drei Monate gut
aus.“
Liebe Leser, ich bin froh, dass wir, auch dank
Ihrer Unterstützung, dem Richtigen geholfen haben. Ich werde Herrn Prem immer wieder besuchen und auch helfen wenn er Hilfe braucht.
Waltraud und Daniela Pertzl
Ein Dankeschön:
Liebe Waltraud / liebes Journal Graz-Team!
Endlich habe ich Zeit gefunden Herrn Prem in
seiner Wohnung zu besuchen. Die Wohnung
kenne ich noch von früher, als sie noch von einem anderen bewohnt wurde. Die ist ja nicht
mehr wiederzuerkennen. Es wäre wirklich
schön, wenn wir alle unserer Klienten in so
schöne Wohnungen „entlassen“ könnten. Dass
Herr Prem dir sehr dankbar ist, hat er dir bestimmt schon mitgeteilt. Ich möchte mich auch
nochmals bedanken. Durch deine Unterstützung haben wir uns sehr viel Arbeit erspart und
wir hätten die Wohnung auch nicht so schön
einrichten können.
Mag. Klemens Prem,
Caritas Diözese Graz-Seckau, Arche 38
Waltraud Pertzl im Gespräch mit Josef Prem
JOURNAL GRAZ 60
JOURNAL GRAZ 61
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LOKALES
LOKALES
auch unter www.journal-graz.at
VERKEHRSLANDESRAT
ANTON LANG UND
LANDESHAUPTMANN-STV.
MICHAEL SCHICKHOFER
Besuchen Sie uns im Internet!
Dank umfangreicher Fotogalerien sind Sie immer im „Bild“
www.journal-graz.at
Die S-Bahn Steiermark ist eine Erfolgsgeschichte
„War das 20. Jahrhundert das Jahrhundert der Straße, so soll das 21. Jahrhundert jenes der Schiene werden. Jedenfalls bei uns in der Steiermark - und mit der S-Bahn sind wir am besten Weg dazu, dieses große Ziel zu erreichen.
Denn Feinstaub und CO2, Verkehrsüberlastung und Parkplatzproblematik lassen sich einfach nicht wegdiskutieren“,
so LH-Stv. Michael Schickhofer und Verkehrslandesrat Anton Lang.
S
eit Dezember 2007 ist in der Steiermark die
erste Stufe der S-Bahn in Betrieb. In vorbildlicher Zusammenarbeit von ÖBB, GKB,
STLB und Verkehrsverbund ist damit ein Meilenstein im öffentlichen Verkehr der Steiermark
gelungen. Mit rund 100 zusätzlichen Zugverbindungen im Großraum Graz zum Start ist das
Bahnangebot wesentlich ausgeweitet worden.
Erste Highlights waren (und sind) die Einführung regelmäßiger Taktverkehre auf der S1 von
Graz nach Bruck an der Mur sowie auf der S5
nach Spielfeld-Straß, ein Viertelstundentakt in
der Frühspitze auf der S1 von Norden nach Graz
oder die Ausdehnung des Verkehrsangebots ab
Graz bis Mitternacht.
„Die S-Bahn stellt eine enorme Aufwertung
des Wirtschafts- und Beschäftigungsstandortes
Steiermark dar. Sie ist eine Lebensader für unser Land und ein Gewinn für alle PendlerInnen.
Ich will schließlich, dass die SteirerInnen in al-
Stolzer Opa, Manfred Huber mit Enkerl Anna-Lena
len Regionen die bestmöglichen Verkehrsanbindungen vorfinden“, so LH-Stv. Schickhofer.
Der Erfolg der S-Bahn Steiermark lässt sich
mit den gestiegenen Passagierzahlen belegen:
Im Vergleich von Oktober 2007 zu 2015 sind
um rund 18.600 oder um plus 69 Prozent mehr
tägliche Fahrgäste (Montag bis Freitag) im SBahn-Netz unterwegs. „In Summe fahren nun
rund 45.500 KundInnen pro Tag mit der SFoto: Frankl
Bahn“, freut sich Lang.
Jung vermählt, Ela und Michael Haintz
Keine Höhenangst bei Ferdinand „Ferdl“ Lienhart
Aufmerksame Zuhörer, Ernst Brandl und Wolfgang Malik
Opernkenner, Eva Tarjan und Bernd Pürcher
I M P R E S S U M
Herausgeber und Verlagsinhaber: Waltraud Pertzl. Redaktion: Fritz Pertzl, Mag. Ulli Glettler, Daniela Kahr-Pertzl, Robert Pertzl. Grafik und Layout: Fritz Pertzl. Fotos: Pertzl. Gestaltung: Werbeagentur Pertzl. Anzeigenleitung: Waltraud Pertzl. Erscheinungsweise: monatlich. Druck: Leykam Druck-Neudörfl. Vertrieb: Gratis an jeden Haushalt durch Hurtig;
Telefon 0316/28 10 30. Redaktionsadresse: 8054 Graz-Seiersberg, Elariweg 6, Telefon 0316/57 44 44, Telefax: 0316/57 44 44-4,E-Mail: [email protected]. Internet: www.journal-graz.at. Urheberrechte: Die im Journal Graz veröffentlichten Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Jede - auch auszugsweise - Verbreitung und Veröffentlichung ist grundsätzlich nur mit vorheriger schriftlicher Zustimmung des Herausgebers gestattet. Zur besseren Lesbarkeit wurde auf geschlechtsspezifische Formulierungen verzichtet. Es wird
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Beiträge geben nicht immer die Meinung des Herausgebers wieder. P.b.b. Verlagsort 8054 Graz/Seiersberg Plus.Zeitung 13Z039714 P. Aufgabepostamt 8054.
JOURNAL GRAZ 62
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