Meldung als pdf - Pressestelle der Universität Augsburg

 UniPressedienst Verantwortlich: Pressestelle der Universität Augsburg Klaus P. Prem, Michael Hallermayer 86135 Augsburg Telefon 0821/598‐2096 [email protected]‐augsburg.de [email protected]‐augsburg.de www.presse.uni‐augsburg.de 165/16 – 21. November 2016 Geschichte einer Gratwanderung Die Historikerin Dr. Kristina Meyer (Universität Jena) über die deutsche Sozialdemokratie im Umgang mit den Hypotheken des „Dritten Reiches“ Augsburg/KPP ‐ Eingeladen vom Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte spricht die Histori‐
kerin Dr. Kristina Meyer (Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts) am 23. November 2016 an der Universität Augsburg über „Die SPD und die NS‐Vergangenheit 1945‐1990“. Meyers gleichna‐
miges Buch wurde 2015 mit dem Willy‐Brandt‐Preis für Zeitgeschichte ausgezeichnet und von der Kritik als „Standardwerk zur sozialdemokratischen Geschichtspolitik“, darüber hinaus als „glänzend geschrieben, die schwierige Balance zwischen Empathie und kriti‐
scher Distanz wahrend“ gewürdigt. Aus den Trümmern des „Dritten Reiches“ eine demokratische und sozial gerechte Ge‐
sellschaft aufzubauen, war das erklärte Ziel der SPD nach dem Ende des Zweiten Welt‐
kriegs. Dafür jedoch waren ihre vielfach aus Haft und Emigration zurückgekehrten Funktionäre auf die Unterstützung von Millionen ehemaliger „Volksgenossen“ angewie‐
sen. Kristina Meyer zeichnet den Umgang der deutschen Sozialdemokratie mit der NS‐
Diktatur von der Wiedergründung der SPD an bis 1990 nach. Sie fragt nach der Bedeu‐
tung von Widerstands‐ und Verfolgungserfahrungen für das Selbstverständnis und für die Außenwahrnehmung der Partei, nach deren Beitrag zur politischen, juristischen und gesellschaftlichen Aufarbeitung der nationalsozialistischen Massenverbrechen, aber auch nach der Auseinandersetzung der SPD mit Rechtsradikalismus, Neonazismus und Antisemitismus. Der vergangenheitspolitische Weg der SPD in der alten Bundesrepublik erweist sich da‐
bei als eine permanente Gratwanderung zwischen dem Streben nach gerechter Aufar‐
beitung der NS‐Geschichte einerseits und den Bedürfnissen nach „innerer Versöhnung“ andererseits. UPD 165/16, Seite 1 von 2
Eine andere, auf ihre Weise faszinierende Geschichte der Republik „Wir freuen uns auf den Besuch unserer jungen Kollegin aus Jena und die Präsentation ihrer fundierten Studien, die in DIE ZEIT als ‚eine andere, auf ihre Weise faszinierende Geschichte der Republik’ apostrophiert worden sind“, so Prof. Dr. Dietmar Süß, Inhaber des einladenden Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte. Mitveranstalter des Abends sind die "Bundeskanzler‐Willy‐Brandt‐Stiftung" und die "Georg‐von‐Vollmar‐Akademie". _________________________ Termin: Mittwoch, 23. November 2016, 18.00 Uhr Geschichte einer Gratwanderung Dr. Kristina Meyer über ihr Buch „Die SPD und die NS‐Vergangenheit 1945‐1990“ Ort: Phil.‐Hist‐Fakultät, Universitätsstraße 10 (Gebäude D), Raum 2122 Eintritt: frei UPD 165/16, Seite 2 von 2