studium fundamentale - Universität Witten/Herdecke

01.10.2016 BIS 31.03.2017
STUDIUM FUNDAMENTALE
Semesterzeitung WS 16/17
WUT
SCHWERPUNKTTHEMA
GESUNDHEIT
WIRTSCHAFT
KULTUR
REINHARD SCHAUWIENOLD
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Stufu WS16/17
Inhalt
Grußwort des Dekans
001
(Dirk Baecker)
S. 003
Wut
(Mara Zöller)
S. 007
Wut, Hass, Cut-Up & Mix
(Matthias Kettner)
S. 008
Ein Angstunternehmer aus Midtown:
Zur politischen Karriere Donald Trumps
(Bernd Greiner)
S. 012
Erwachen im Scherbenhaufen
(John Burnside)
S. 016
Wut und Krise – Versuch einer
anthropologischen Bestimmung
(Werner Vogd)
S. 018
Wutkultur
(Dirk Baecker)
S. 021
Zum Teufel! Rhetorik des Zorns
(Dirk Rustemeyer)
S. 024
Und noch etwas über die Furcht
(Alfred Hirsch)
S. 028
Television Space – der Offspace als Guerilla
(Pujan Karambeji)
S. 033
Tagung „Gehörtes Sehen“ –
eine Zusammenfassung
(Clara Dvořák)
S. 035
Raumlabor Urban School Ruhr
(Isabell Przemus)
S. 037
Free Work In Free Space
(Nicole Lötzerich)
S. 041
Crazy Little Thing Called Love –
Ein Abend mit den UW/Harmonists
(Tobias Lentzler)
S. 043
Verrückt aber – frei? / Ein Rückblick auf die
Arbeit mit dem Stück „Die Physiker“
(Anna Dißmann)
S. 044
Die Physiker – zum Zweiten
(Ramona Fricke)
S. 047
Vier Abende im Audimax mit Wort und
Musik, gestaltet von Blanche Kommerell und
Studierenden des Studium fundamentale
(Blanche Kommerell)
S. 049
Klänge passieren lassen
(Interview mit
Michael Kiedaisch)
S. 051
Komplexe Idyllen: Monika Rinck an der UW/H
(Johannes
Bungenstab)
S. 054
Shakespeare und ‚Wir‘ (=UW/H)
(Klaus Neuhoff)
S. 055
Kommen & Gehen
(Dirk Baecker)
S. 056
SCHWERPUNKTTHEMA: WUT
AUS FAKULTÄT UND STUDIUM
Vortragsreihen & zusätzliche Angebote
S. 058
002
PROJEKTE RUND UM DIE UNI
Mehr als eine Zusatzbezeichnung:
Witten heißt Universitätsstadt an der Ruhr
(Gabriele Molitor)
S. 063
Der Gott der Liebe ließ mich dich finden
(Lara Venghaus)
S. 065
Amnesty International in Witten
(Philine Töpper)
S. 066
Wie Singen das Leben verändert
(Andrea Böhnke)
S. 067
Winterakademie
S. 069
Temporäre Bilder eines Raumes
(Katinka Theis)
Öffentliche Veranstaltungen
S. 070
S. 072
Förderer
Deutsche Gesellschaft für Philosophie e.V.
dm-drogerie markt GmbH + Co. KG
Friedrich Wilhelm Moll-Stiftung
HB-Stiftung
Rudolf-Steiner-Fonds
Stiftung Die Christengemeinschaft in Deutschland
Werner Richard-Dr. Carl Dörken Stiftung
Willner-Stiftung
Wittener Universitätsgesellschaft
Impressum
Herausgeber
Fakultät für Kulturreflexion – Studium fundamentale, Universität Witten/Herdecke
Verantwortlich i.S.d.P.
Prof. Dr. rer. soc. Dirk Baecker, Prof. Dr. phil. Matthias Kettner,
Prof. Dr. phil. Claus Volkenandt
Redaktion
Marion Jacobs, Alexander Jakobidze-Gitman, Tobias Vogel
Gestaltung ∙ Layout ∙ Satz
SICHTFLUG MEDIEN ∙ Alfred-Herrhausen-Straße 45 ∙ 58455 Witten ∙ sichtflug-medien.de
Coverbild
Fotografie Faust: Nicole Lötzerich ∙ Bild-Compositing: Christian Hilgers
Fotos/Bilder
UW/H: Kay Gropp, Michael Kiedaisch, Lara Venghaus, Matthias Kettner, Felicitas Mai, Joachim Müller, Markus Paulußen // pixabay.de: Bruce Emmerling, John Hain, Gic, volfdrag,
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1. Auflage
1000 Stück, Wintersemester 2016/2017
Alle Rechte vorbehalten, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung. Kein Teil der Schrift darf ohne schriftliche Genehmigung der Fakultät für
Kulturreflexion – Studium fundamentale reproduziert werden.
Stufu WS16/17
003
GRUSSWORT
DES DEKANS
Woran erkennt man eine Kulturwissenschaft? Am einfachsten daran, dass ihr so
recht niemand angehören will. Kaum jemand bestreitet ihre Notwendigkeit, aber
die eigene wissenschaftliche Heimat findet man woanders. So ist es auch an dieser Fakultät. Wir sind Philosophinnen, Kunst- und Literaturwissenschaftlerinnen,
Soziologen, Politologen, Historikerinnen und Künstler.
Dirk Baecker
Dekan der Fakultät für Kulturreflexion – Studium fundamentale
Jeder von uns kennt seinen Gegenstand, seine Theorien,
seine Methoden. Mehr noch, jeder von uns kennt seine
Problemstellung, denn erst diese definiert nach Max Weber eine Wissenschaft. Einen Gegenstand zum Thema zu
erklären, begründet noch keine Wissenschaft. Trotzdem ist
auffällig, dass die Kulturwissenschaften genau das gemacht
haben. Sie beschäftigen sich mit „Kultur“.
Für unsere Fakultät ist dies aus drei Gründen bemerkenswert. Erstens ändert unsere vorsichtige Distanz gegenüber
den Kulturwissenschaften nichts daran, dass wir uns philosophisch, wissenschaftlich und künstlerisch in ihrem Gravitationsfeld bewegen. Zweitens ist dieses Gravitationsfeld,
in dem wir uns bewegen, nicht unwichtig für die Berufsbilder unserer Absolventen, an denen wir unsere Studiengänge orientieren. Und drittens bleibt auch der Bildungsgedanke des Studiums fundamentale nicht unbeeinflusst von
der Art und Weise, wie nahe wir die Kulturwissenschaften
an uns heranlassen.
Wissenschaftlich gesehen forcieren die Kulturwissenschaften eine Tendenz, die Philosophie, Kunst- und Literaturwissenschaft, Soziologie, Politik und Geschichtswissenschaft
selbstverständlich nicht unbekannt ist. Unter den Gegenständen, die diese Wissenschaften erforschen, kommen sie
selbst mit vor. Die Kulturwissenschaften treiben dies jedoch
um eine entscheidende Wendung weiter. Ihr Gegenstand
ist eine Kultur, die sich selbst nicht kennt. Kultur ist das,
was einem menschlichen Handeln, Denken und Erleben
zugrunde liegt, ohne diesem bewusst sein zu müssen. Ausgerechnet ihrer selbstverständlichen Alltäglichkeit verdankt
sie eine Unauffälligkeit, die sie nahezu unbeobachtbar
macht. Kulturwissenschaften sind daher Wissenschaften,
die grundsätzlich damit rechnen, dass ausgerechnet ihre
Theorien und Methoden Dinge unsichtbar machen, die
man eigentlich kennen müsste, wollte man seinem Gegenstand gerecht werden. Die Kulturwissenschaften entgehen
diesem Dilemma, indem sie entweder auf Theorie und Methode verzichten, um sich so weitgehend wie irgend mög-
lich vom Gegenstand an die Hand nehmen zu lassen, oder
mit Verfahren der Psychoanalyse, des historischen Materialismus oder der feministischen, postkolonialistischen und
posthumanistischen Kritik grundsätzlich jeden Gegenstand
unter Ideologieverdacht stellen.
Für die wissenschaftliche und künstlerische Arbeit an der
Fakultät wird damit ein Gravitationsfeld definiert, in dem
jede Gegenstandsdefinition, jede objektivierende Methode und jede theoretische Position ihrerseits auf kulturelle
Voraussetzungen und Folgen hin beobachtet werden können. Zu diesen kulturellen Voraussetzungen und Folgen
gehören insbesondere die medialen. Sich auf die Kulturwissenschaften einzulassen, bedeutet, in dieser Hinsicht jede
Unschuld zu verlieren. Töne, Texte und Bilder, analoge und
digitale Medien sind keine neutralen Instrumente menschlichen Wahrnehmens, Wollens und Handelns, sondern
formatieren Welt und Wirklichkeit, lange bevor wir etwas
wahrnehmen, wollen oder tun. Sie sind wie Formulare, in
die wir hier und da noch etwas eintragen, die wir jedoch nur
selten umschreiben.
Die Problemstellung der Kulturwissenschaften ist das wissenschaftliche Arbeiten selbst Wissenschaft ist eine Kulturtechnik unter anderen. Sie ergibt sich zum Teil aus der
Natur, die uns die Fragen vorgibt, die sich an sie stellen
lassen, zum Teil aber auch aus der Geschichte, die uns materiell, technisch und praktisch, intellektuell, emotional und
normativ so positioniert, wie wir uns nun einmal vorfinden.
Man ahnt, warum sich daraus ein Wissenschaftsverständnis
ergibt, das ohne die Nachbarschaft mit den Künsten nicht
auskommt. Die Künste haben den modernen Wissenschaften voraus, dass sie sich auf die Chimäre einer positivistischen Objektivität nie eingelassen haben. Jede künstlerische Arbeit ist immer schon zum Teil Natur und zum Teil
Geschichte. Je schwieriger dies zu unterscheiden ist, umso
notwendiger wird die Unterscheidung und desto faszinierender die Kunst.
004
Interessanterweise sind es diese Komplikation des wissenschaftlichen Arbeitens und die gleichzeitige Nähe zu den
Künsten, die die Kulturwissenschaften für die Formulierung
eines Berufsbilds fruchtbar machen. Der Verzicht auf theoretische und methodische Objektivität, der Verlust ins­
trumenteller Eindeutigkeit in Tateinheit mit einem Einblick
in kreative Prozesse, die nichts mit Beliebigkeit, aber sehr
viel mit einer harten Auseinandersetzung mit der Sache zu
tun haben, befähigen die Kulturwissenschaftlerin zu einer
Arbeit, die nicht ihresgleichen hat. Mit der Ärztin, dem Pfleger, der Unternehmerin und dem Berater hat sie gemeinsam, den Dingen einen hohen Grad an Eigendynamik, an
Komplexität zu unterstellen, die sich dem kausalen Zugriff
entziehen. Darüber hinaus rechnet die Kulturwissenschaftlerin jedoch auch damit, dass sie sich selber unbekannt ist
und daher erst in der Auseinandersetzung mit der Sache
etwas über sich selbst herausfindet. Zurecht hält sie dies
zugleich für einen Beitrag zur Erkenntnis der Sache. Ihre
Professionalität besteht darin, dass sie sich wie ein Sensor
den Dingen zur Verfügung stellen kann, um zur Selbstklärung künstlerischer Projekte und kultureller Prozesse etwas
beizutragen.
Ein geschärftes Verständnis der Kulturwissenschaften und
ein präzises Berufsbild der Kulturwissenschaftlerin und Kulturwissenschaftlers, so gewöhnungsbedürftig dieses Verständnis und dieses Berufsbild in der modernen Expertenkultur noch immer sind, kommen auch unserem Verständnis
des Studiums fundamentale entgegen. Das Studium fundamentale ist eine theoretische, methodische und künstlerische Überprüfung der medialen Voraussetzungen von
Wissenschaft, beruflicher Kompetenz und Persönlichkeit.
Nichts ist natürlicher und zugleich kultureller, also insgesamt menschlicher, als sich dagegen zu wehren, dem eigenen Glauben an Bilder, der Faszination für Töne, der fast
rituellen Bindung an bestimmte Texte, dem Mitschwingen
im Takt der elektronischen Medien auf die Spur zu kommen. Nur selten und ausnahmsweise wollen wir uns verstehen. Normalerweise genügt es uns, uns nicht zu verstehen.
Hat man diese Geste des Studiums fundamentale jedoch
einmal geübt, kann man sie anschließend sowohl nutzen als
auch auf sich beruhen lassen.
In diesem Dreitakt einer Beschäftigung mit den Kulturwissenschaften wünsche ich uns ein erfolgreiches Wintersemester 2016/17.
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WITTEN
WUT
SCHWERPUNKTTHEMA
Schwerpunktthema Wut
WUT
Mara Zöller
Studierende des B.A.-Studiengangs „Philosophie, Kulturreflexion und kulturelle Praxis“
WUT
über DAS UNVERSTÄNDLICHE
WUT
über DAS EINFACHE
WUT
über DIE OBEN
WUT
über DIE UNTEN
WUT
über DIE ANDEREN
WUT
über DAS WIR
WUT
über DAS ALTE
WUT
über DAS NEUE
WUT
über VERÄNDERUNG
WUT
über STILLSTAND
WUT
über GESTERN
WUT
über HEUTE
WUT
über MORGEN
WUT
über WUT
STILLE WUT
LAUTE WUT
EINFACH WUT
…. UND STÄNDIG DIESE
007
008
WUT,
HASS,
CUT-UP
& MIX
Wutkommunikation: „Wut ist (...) [...] ebensosehr eine
politische Angelegenheit wie eine biologische. Die
Entscheidung, wütend zu werden, hat machtvolle Konsequenzen, ob die Wut nun auf den Partner oder auf
die Regierung gerichtet ist. Partner und Regierungen
wissen das. Sie wissen, dass Wut letztendlich eine
nachdrückliche Botschaft ist: Beachte mich. Mir passt
das nicht, was du da tust. Gib mir meinen Stolz wieder.
Du bist mir im Weg. Vorsicht. Verschaffe mir Gerechtigkeit.“ (Carol Travis: Wut – das missverstandene Gefühl.
Hamburg: Hoffmann und Campe 1992, S. 45.)
Schwerpunktthema Wut
Matthias Kettner
Professor für Praktische Philosophie
Fakultät für Kulturreflexion – Studium fundamentale
Tut mir Leid wenn ich den Untertanenstolz jetzt verletze
Doch was quatscht ihr da, es gibt nicht genug Ausbeutungsplätze
Ihr wollt Kapitalismus mit Herz?
Fick mich, aber nicht im Etap Hotel
Sondern richtig schön mit Essen gehen
Und am nächsten Morgen noch Taxigeld
Vor der Glotze, sauer auf die scheiß Sozialschmarotzer
Anstatt auf den Chef, der mit dem Geld aus eurer Arbeit
Seiner Tochter noch ‘nen Lamborghini kauft
Alter, dann verdient ihr‘s auch
Doch ich versteh, ihr regt euch lieber über Brangelina auf
Für‘s Gewissen 10 Euro spenden
Dann kommen die hoffentlich nicht über die Grenzen
Und holen sich alles zurück,
vielleicht lieber doch die Waffenlieferung canceln,
fleißig wie ihr seid
Habt ihr doch die Sterbeurkunde schon vom Amt geholt
Der Knopf leuchtet in Ampelrot
Tarek sag‘ ihnen, was haben wir im Angebot!
„Hass steht in einer dialektischen Beziehung zu Liebe. Hass
setzt eine intensive Beziehung zu einem Objekt einstiger oder
potentieller Liebe voraus, das der Betreffenden irgendwann
einmal sehr gebraucht hat. Hass richtet sich in erster Linie auf
das frustrierende Objekt, zugleich aber auch auf das geliebte
und gebrauchte Objekt, von dem Liebe erwarte wurde, von
dem aber zwangsläufig auch Frustrationen ausgehen müssen.
Hass entspringt dem Unvermögen, Frustrationen mittels Wut
auszuräumen, und er geht über die Wut hinaus, insofern er das
anhaltende Bedürfnis einschließt, das Objekt zu beseitigen.“
(Otto Kernberg: „Die Entwicklung des Hasses und die Lust an
ihm“, in: Ders.: Wut und Hass. Über die Bedeutung von Aggression bei Persönlichkeitsstörungen und sexuellen Perversionen.
Stuttgart: Klett-Cotta, 2002, S. 264-276, hier S. 266 f.)
Soll ich dich -– ? [Gewaltgeräusch: *stich*]
Willst du, dass -– ?
[Gewaltgeräusch: *piu piu*]
Wie wär‘s mit - – ?
[Gewaltgeräusch: *ratata*]
Oder lieber - – ?
[Gewaltgeräusch: *boom*}
Ich hab ein‘ roten Knopf
Mit einem Totenkopf
Wenn ich ihn drücke, dann geht alles hoch am Block
Boom Boom Boom Boom
Ich bring euch alle um
Bring euch alle um, bring euch alle um
Boom Boom Boom Boom
Ich bring euch alle um
Bring euch alle um, bring euch alle um
Boom Boom Boom Boom
009
010
„Hass hat aber auch einen Differenzierungsaspekt: Während
Liebe mit Verschmelzungsbemühungen gekoppelt ist, versucht
der Hassende, das Selbst gegen das Objekt abzugrenzen.
Falls der Hass nicht hingenommen werden kann und aus dem
Selbst nach außen projiziert wird, trägt er zur Differenzierung
des Selbst vom Objekt bei und wirkt dem Verlangen nach Verschmelzung entgegen. Auf diese Weise kann Hass die Unterscheidung, das Erleben und Ausprobieren der eigenen Stärke,
die Selbstvergewisserung und die Autonomie fördern und, als
gesunde Selbstvergewisserung, in den Dienst der sublimatorischen Funktion der Aggression treten. Nur auf der primitivsten
Stufe der Wut – der Urquell des Hasses – wird Wut höchster
Intensität (ein hocherregter Affektzustand) als eine Verschmelzung mit dem Objekt erlebt.“ (Kernberg, ebd.)
Meine Vorfahren haben Wildschweine gejagt
Jetzt leb‘‚ ich mit Barbaren, die tun was die Bildzeitung ihn‘ sagt
Ihr Partypatrioten
Seid nur weniger konsequent als diese Hakenkreuz-Idioten
Die geh‘n halt noch selber ein paar Ausländer töten
Anstatt jemand‘ zu bezahl‘n, um sie vom Schlauchboot zu treten
Die Welt zu Gast bei Freunden und so
Du und dein Boss ham nix gemeinsam bis auf das Deutschlandtrikot
Ich hab noch nie so treue Sklaven gesehen
Die bereit sind für mehr Arbeit auf die Straße zu gehen
Und Promis treten für die Truppen in Afghanistan auf
Wo sind bloß die Terroristen, wenn man sie grade mal braucht?
“The American people are the ones who pay the taxes which
fund the planes that bomb us in Afghanistan, the tanks that
strike and destroy our homes in Palestine, the armies which occupy our lands in the Arabian Gulf, and the fleets which ensure
the blockade of Iraq. These tax dollars are given to Israel for it
to continue to attack us and penetrate our lands. So the American people are the ones who fund the attacks against us, and
they are the ones who oversee the expenditure of these monies
in the way they wish, through their elected candidates.“ (Aus
Osama Bin Ladens “Letter to the American People“, The Observer 24.11.2002 <www.theguardian.com/world/2002/nov/24/
theobserverwww.theguardian.com/world/2002/nov/24/theobserver> (05.08.2016)
Soll ich dich -– ? [Gewaltgeräusch: *stich*]
Willst du, dass -– ?
[Gewaltgeräusch: *piu piu*]
Wie wär‘s mit - – ?
[Gewaltgeräusch: *ratata*]
Oder lieber - – ?
[Gewaltgeräusch: *boom*}
Ich hab ein‘ roten Knopf
Mit einem Totenkopf
Wenn ich ihn drücke, dann geht alles hoch am Block
Boom Boom Boom Boom
Ich bring euch alle um
Bring euch alle um, bring euch alle um
Boom Boom Boom Boom
Ich bring euch alle um
Bring euch alle um, bring euch alle um
Boom Boom Boom Boom
Schwerpunktthema Wut
„Anhaltender und starker primitiver Hass jedoch ruft eine Zirkulärreaktion hervor, die den Hass nicht nur fortbestehen lässt,
sondern ihn auch auf ein pathologisches Maß steigert. Durch
projektive Mechanismen, insbesondere projektive Identifizierung, führt Wut auf das frustrierende Objekt eine verzerrte Wahrnehmung desselben herbei, und die Frustration wird
nunmehr als vorsätzlicher Angriff interpretiert. Dieses Empfinden, von einem vormals gebrauchten und geliebten Objekt
bedrängt zu werden, ist die primitive Erfahrung enttäuschter
Liebe, deren mächtiger Nachhall durch die gesamte Abfolge
präodipaler und ödipaler Entwicklungsstadien hindurch zu vernehmen ist.“ (Kernberg, ibid.)
Der Lynchmob ist krank vor Neid
Auf das 5-Sterne-Hotel im Asylantenheim
Der Lynchmob hat keinen Cent im Portemonnaie
Egal ob Merkel nun ein‘ Minirock oder Kopftuch trägt
Ihr könnt im Wahllokal ankreuzen, wer den Puff besitzt
Es bleiben immer die gleichen Freier, denen ihr ein‘ lutschen müsst
Denkt ihr die Flüchtlinge sind in Partyboote gestiegen
Mit dem großen Traum im Park mit Drogen zu dealen?
Keine Nazis - – ihr seid brave Deutsche
Die sich nicht infizieren lassen mit der Affenseuche
K.I.Z. Selbstmordattentäter
Ich sprenge eure Demo und es regnet Hackepeter
„Die Erfahrung enttäuschter Liebe steigert den Hass, wobei
sein Wirkungsbereich durch projektive Identifizierungen sogar
noch weiter ausgedehnt wird; das Objekt wird nun als grausam und sadistisch wahrgenommen. Die Internalisierung dieser
entstellten Objektbeziehung lässt das Individuum in der Erfahrung eines aufgebrachten, gedemütigten, entwürdigten Selbst
verharren, das sich einem grausamen, sadistischen, geringgeschätzten Objekt gegenübersieht; die daraus abgeleiteten
Ich- und Über-Ich-Identifizierungen bewirken eine durchgängige Verzerrung verinnerlichter Objektbeziehungen. Zudem
führt die Identifizierung mit dem aggressiven und triumphierenden Objekt in der dyadischen Beziehung dazu, dass – falls
sich das unerträgliche Bild eines entwürdigten Selbst auf das
Objekt projizieren lässt – Grausamkeit und Verachtung in die
Hass­äußerungen gegen das Objekt hineinspielen und sich die
Aggression, in Identifizierung mit dem Objekt, auch gegen das
Selbst richtet.“ (Kernberg, ebd.)
Soll ich dich -– ? [Gewaltgeräusch: *stich*]
Willst du, dass -– ?
[Gewaltgeräusch: *piu piu*]
Wie wär‘s mit - – ?
[Gewaltgeräusch: *ratata*]
Oder lieber - – ?
[Gewaltgeräusch: *boom*}
Ich hab ein‘ roten Knopf
Mit einem Totenkopf
Wenn ich ihn drücke, dann geht alles hoch am Block
(„Boom Boom Boom“, Song der Hip-Hop Gruppe K.I.Z. aus dem 2015 veröffentlichten Album Hurra die
Welt geht unter. Video: www.clipfish.de/musikvideos/video/4220190/kiz-boom-boom-boom/www.clipfish.
de/musikvideos/video/4220190/kiz-boom-boom-boom/.)
011
012
EIN ANGST­
UNTERNEHMER
AUS MIDTOWN
Zur politischen
Karriere Donald
Trumps
Schwerpunktthema Wut
013
Niemand wird im Ernst behaupten können, dass Donald Trump eine Mehrheit vertritt oder auf sonstige Weise das moderne Amerika repräsentiert. Im Gegenteil.
Dieses Land ist heute bunter denn je, nie zuvor war die Toleranz für Unterschiedliches und Vielfältiges derart ausgeprägt, auch und gerade in der Provinz boomt
der Markt alternativer Wirtschafts- und Gemeinschaftsprojekte zur Wiederbelebung krisengeschüttelter Kommunen.
Bernd Greiner
Berliner Kolleg Kalter Krieg / Professor am Hamburger Institut für Sozialforschung
Und dennoch ist Trump kein irrlichternder Fremdkörper. Er
bedient sich vielmehr aus einem in allen Milieus vorhandenen Ideen- und Gefühlshaushalt, spielt der Mitte der Gesellschaft ihre eigenen Melodien vor und reiht sich in eine
Kohorte politischer Aktivisten ein, die einen festen Platz in
der amerikanischen Geschichte haben. Die Rede ist von
Angstunternehmern. Unsicherheit in Angst zu verwandeln,
abstrakte Risiken in akute Gefahren umzudeuten und Gefahren umstandslos als Bedrohung innerer oder äußerer
Sicherheit aufzubauschen, darin besteht ihr Geschäft. Zwar
versprechen Angstunternehmer stets eine Bändigung des
Bedrohlichen; aber wenn sie im Geschäft bleiben wollen,
müssen sie diffuse Ängste am Köcheln halten. Andernfalls
verspielen sie ihr wichtigstes Kapital.
– Amerika vor einer akut drohenden Vernichtung von Innen und Außen zu bewahren. Minimale Möglichkeiten in
maximale Wahrscheinlichkeiten umzudeuten, ist der Ausgangspunkt dieser Gefühls- und Gedankenwelten, das
Verlangen nach „totaler Sicherheit“ ihr flirrender End- und
Fluchtpunkt. Der Manichäismus definiert eine politische
Grundrechenart, die historischen Umbrüchen beharrlich
trotzt. Diese überzeitliche Resistenz, die Selbstimmunisierung gegenüber Korrekturversuchen, kann nicht oft und
nachdrücklich genug betont werden. In anderen Worten:
Angstunternehmer sind keineswegs auf Wirtschaftskrisen,
Kriegsgefahr oder Terror angewiesen. Sie betreiben auch
in Phasen wirtschaftlicher Blüte oder machtpolitischer Triumphe erfolgreiche Geschäfte.
Das 20. Jahrhundert bereitete Angstunternehmern jeder
Couleur eine große Bühne und überdimensionierte Echokammer. Parteienvertreter und Kongressabgeordnete traten in dieser Rolle auf, Präsidenten nicht minder – und Millionen von Bürgern, die sich in patriotischen Organisationen
gegen den vermeintlich drohenden Untergang stemmten
und für eine Revitalisierung von Amerikas Größe und Stärke trommelten. Einwanderungsstopp, Deportation illegaler
Immigranten, Säuberung aller Schulen und Universitäten
von unzuverlässigem Lehrpersonal und anstößigem Schrifttum und vor allem eine kulturelle „Amerikanisierung“ standen bis 1945 ganz oben auf der Agenda. Auch das zweite Dauerthema klingt merkwürdig aktuell: Die Phobie vor
dem „Verrat von oben“, lauthals artikuliert in Kampagnen
„gegen Washington“, mit der sich die Vertreter eines ungefilterten „Volkswillens“ in Szene setzen. Die alles andere
ausstechende Trumpfkarte indes hieß und heißt „nationale Sicherheit“. Der Vorwurf der „Schwäche“ – gegenüber
Kommunismus, Totalitarismus oder Islamismus – ist eine
Allzweckwaffe, die politische Konkurrenten verlässlich in
den Ruin treibt. Und dafür sorgt, dass der zur Abwehr äußerer Bedrohungen aufgeblasene Staat wie von Zauberhand
seine freiheitsbedrohenden Züge zu verlieren scheint. Donald Trumps Panikskript ist also gut und gerne 100 Jahre alt.
So gesehen, kann die jüngere Geschichte der USA auch als
Zyklus hausgemachter Hysterisierung beschrieben werden.
Die Rede ist von kollektiven Obsessionen und Erregungszuständen in prekärer Nähe zur Paranoia. Immer steht angeblich das Ganze auf dem Spiel, ist die Bedrohung total,
der Feind zu Allem entschlossen und – in Trumps Worten
Dreh- und Angelpunkt dieser Horrorvisionen ist die angebliche Immunschwäche von Einwanderergesellschaften wie
den USA. Gerade wegen seiner Weltoffenheit und Toleranz
– so der traditionelle Tenor von Angstunternehmern – setzt
sich Amerika dauerhaft einem Belastungstest voller Unwägbarkeiten aus. Im Grunde genommen wird der liberale
Glaube an die Integrationskraft der amerikanischen Gesellschaft durch ein angstbesetztes Dogma ersetzt: Nationale Sicherheit ist ein prekäres Gut, weil das Land es immer
wieder mit Neuankömmlingen zu tun bekommt, die sich
nicht „amerikanisieren“ können oder wollen. Sei es, weil
mangelhafte Bildung oder bedrückende Lebensumstände
sie in die Arme radikaler Agitatoren treiben, sei es, weil ihnen die Liebe zu ihrem Herkunftsland wichtiger ist als die
Loyalität zur neuen Heimat. Sozialpsychologen sprechen
von „Überwältigungsphantasien“ oder „Infektionsängsten“, die phobische Züge annehmen, sobald bestimmte
Gruppen oder Ethnien als verlängerter Arm ausländischer
Mächte gesehen werden. Just darum drehte sich beispielsweise der „Red Scare“ nach den beiden Weltkriegen. Nicht
die materielle oder militärische Macht der UdSSR war das
entscheidende Problem; den Ausschlag gab vielmehr die
Vision eines Antagonisten im Äußeren, der Helfershelfer im
Inneren der USA rekrutiert – vorzugsweise in den Reihen
der Nicht-Assimilierten. Demzufolge können auch schwache Gegner eine tödliche Bedrohung „nationaler Sicherheit“ darstellen. Wie immer die einschlägigen Phantasien
ausbuchstabiert werden, eines schwingt stets mit: der Appell zur periodischen Selbstreinigung des öffentlichen Lebens von Unangepassten jeder Couleur.
014
Die Kehrseite der chronischen Angstattacken ist ein gleichermaßen ausgeprägtes Verlangen nach Sicherheit. Just
darin gründen Prestige und Akzeptanz von Angstunternehmern – in dem Versprechen, dem Staat auf eigene Rechnung und Verantwortung zur Seite zu stehen, sobald die
Gefahrenlage es erfordert. Nicht von ungefähr standen „Vigilanten“, freiwillige Sicherheitskräfte und Bürgerwehren
zur Zeit des Ersten Weltkrieges besonders hoch im Kurs.
Bei der Abwehr der „fünften Kolonnen“ feindlicher Ausländer und Agenten übernahmen sie de facto die Aufgaben
eines damals nur rudimentär vorhandenen Inlandsgeheimdienstes. Der zügige Aufbau des FBI, vor allem aber die
Entwicklung des „Nationalen Sicherheitsstaates“ machten
dergleichen Zuarbeit überflüssig. Das übersteigerte Bedürfnis nach Schutz vor realen und imaginierten Gefahren
aber blieb und wurde zur Messlatte für Präsidenten. In anderen Worten: Wer das Image des „mächtigsten Mannes
der Welt“ bedienen will, muss diffuse Ängste dramatisieren und sich zugleich als zuverlässiger Feuerwehrmann anpreisen. In diesem Sinne lieferten sich alle Kandidaten, von
Jimmy Carter und Barack Obama abgesehen, einen Überbietungswettbewerb um das Prädikat des furchtlosesten
Kriegsherren.
Daran wird sich so lange nichts ändern, wie die Öffentlichkeit martialische Auftritte und eine „Politik der Stärke“ um
ihrer selbst willen honoriert. Auch in dieser Hinsicht fällt Donald Trump mit seiner Bemerkung, der größte Militarist von
allen zu sein, nicht aus dem Rahmen. Und deshalb läuft die
Kritik an „imperialen Präsidenten“ in der Regel ins Leere –
weil sie durchaus als Kompliment verstanden werden kann.
Dass Angstunternehmer auch und gerade aus Rassismus
und Fremdenhass Kapital schlagen, wurde mit dem Aufstieg
der „Tea Party“ in Erinnerung gerufen. Vermutlich wäre diese Bewegung ohne die Wahl des ersten schwarzen Präsidenten im November 2007 gar nicht zustande gekommen.
Barack Obama aber weckte Urängste im Milieu des weißen,
konservativen Amerika, sein unerwarteter Erfolg schweißte
eine Negativkoalition aus „Graswurzelaktivisten“, einfluss­
reichen Radio-, Fernseh-, Print- und Online-Journalisten
sowie Granden der republikanischen Partei zusammen. Im
Zentrum ihres Welt- und Politikbildes steht der in düstersten
Farben ausgemalte demographische Wandel Amerikas, die
Tatsache, dass Weiße voraussichtlich im Jahr 2045 erstmals
seit Gründung der Republik in der Minderheit sein werden.
Und die Behauptung, schon heute die hauptsächlichen
Opfer von Diskriminierung zu sein – wie deutlich über 50
Prozent weißer Amerikaner in einer Meinungsumfrage zu
Protokoll gaben. Daher der Zorn gegen alle, die schon jetzt
zur neuen Mehrheit gerechnet werden können: nicht-weiße Immigranten, Ethnien und Rassen. Hauptsächlich auf
sie bezieht sich die aggressiv aufgeladene Unterscheidung
zwischen „uns“ und „denen“, ihnen gilt der Vorwurf, sich
auf Kosten hart arbeitender Amerikaner staatliche Sozialleistungen zu erschwindeln oder gar als Handlanger des
politischen Islam den „American Way“ von innen angreifen
zu wollen. Aus derlei Konstrukten eine gravierende Gefahr
für die „nationale Sicherheit“ abzuleiten, gehört zum politischen Kerngeschäft der „Tea Party“ und der Wählerschaft
von Donald Trump.
Intoniert wird diese politische und moralische Zukunftspanik von einem gut situierten Mittelstand, von überwiegend
weißen Amerikanern, die im Vergleich zum Bevölkerungsdurchschnitt älter, gebildeter und wohlhabender sind. Zwar
spricht die „Tea Party“ auch Unterprivilegierte, Abgehängte und Perspektivlose an, aber sie lebt nicht von ihnen –
weshalb alle Versuche, sich mit aktuellen Krisendaten aus
dem Wirtschafts- und Sozialleben einen Reim auf die Bewegung zu machen, in die Irre gehen. Verhandelt werden nicht
so sehr handfeste Zustände in der Gegenwart als Phantasien über eine bleierne Zukunft, der Phantomschmerz
wiegt schwerer als reale Kalamitäten. Hier kämpfen weder
Sprachlose noch Ohnmächtige, sondern wortmächtige Protagonisten, die für sich die alleinige Deutungshoheit über
Politik und Kultur beanspruchen. Und denen die Polarisierung des Landes Mittel zum Zweck ist.
Zugleich erhebt sich Trump über die selbst verfertigten
Horrorszenarien und pflegt sein Bild des Beschützers und
Erlösers von Ängsten. Im Grunde tritt er wie der Prototyp
des wehrhaften Helden, des „Vigilanten“, auf: In einem System, das seinen Bürgern keinen Schutz mehr bietet, nimmt
ein Außenseiter das Gesetz in die eigene Hand, diktiert das
Geschehen nach seinen Regeln und rettet das Land aus einer tödlichen Abwärtsspirale. „Das ist ein Kerl, der keine
Scheu hat, jene zu missbrauchen, die uns missbrauchen. Er
wird austeilen, […] weil er es kann“, tönt es aus seiner Anhängerschaft. „Trump kämpft. Trump gewinnt. Ich will einen
Alphamann, der es den Feinden gibt. Ich bin es leid, Verlierer zu unterstützen.“ Reinigungsphantasien gepaart mit
dem Wunsch nach Selbstermächtigung und dem Anspruch,
tun und lassen zu können, was man will, politisch motivierte
Gewalt inklusive – davon sprechen diese in endloser Zahl
protokollierten Aussagen, Zeugnisse autoritär fixierter Persönlichkeiten, die im Lager des Starken unterkommen wollen und zugleich eine Lizenz zum Kujonieren der Schwachen
beanspruchen. Selbstverständlich ist Trumps Retter-Image
so hohl wie alles andere in seiner Kampagne. Was aber
zählt, ist nicht der reale Trump, sondern die Vorstellung, die
sich das Publikum von ihm macht – und die Tatsache, dass
er mit einem trefflichen Gespür für emotionales Verlangen
genau das ausspricht, wonach seine Klientel giert. Als „confidance man“ kann er Lächerliches sagen, ohne in den Augen seiner Wähler lächerlich zu wirken.
Die lange Geschichte amerikanischer Angstunternehmer
zeigt, dass sie keine Wahl gewinnen müssen, um zu siegen. Als die Aktivisten des „Red Scare“ 1920 vom Innenministerium demobilisiert wurden, war ihre rassistische und
fremdenfeindliche Mission noch längst nicht zu Ende; sie
wurde von anderen weitergeführt, weniger rowdyhaft, aber
nicht minder effektiv. Als Joseph McCarthy von Präsident
Eisenhower zur Ordnung gerufen wurde und seine Pho­bien
anschließend nur noch im Suff zu betäuben wusste, ließ er
eine von Misstrauen zerfressene politische Kultur zurück.
Und als der republikanische Rechtsaußen Barry Goldwater
1964 seinen Kampf um das Weiße Haus krachend verloren
hatte, frohlockte er trotzdem; er hatte nämlich die Partei
umgekrempelt und dafür gesorgt, dass die Republikaner
wenige Jahre später seine Ideen zu ihrem Programm erklärten. Auch der „Trumpismus“ wird seinen Namensgeber
Schwerpunktthema Wut
überleben, teils, weil dieser mit seiner Grobheit und Pöbelei die Grenzen des Sag- und Machbaren bereits jetzt verschoben hat, vor allem aber, weil der Treibstoff für Trumps
politische Karriere weiterhin reichlich fließt.
spricht: Staaten wie Unternehmen führen, das betrogene
Volk vom Diktat der Eliten befreien und jene mit allumfassenden Befugnissen ausstatten, die den „wahren Willen“ des Volkes erkannt haben. Erst Recht aber dämmert
Trumps Gegnern, wie fest und belastbar der heimische
Boden unter seinen Füßen ist und welchen Preis Amerika
für die Politik von Generationen seiner Angstunternehmer
zahlt. Nämlich den Preis einer inflationären Angst, die in der
kollektiven Imagination verwurzelt ist und vor dem Hintergrund tatsächlicher Krisen ebenso regelmäßig wie maßlos
dramatisiert wird. Ständig auf der Suche nach Monstern,
die es zu zerstören gilt, sind offenkundig die Maßstäbe zur
Unterscheidung zwischen Risiko, Gefahr und Bedrohung
abhandengekommen – nicht mehr nur an den Rändern des
politischen Spektrums, sondern in dessen Zentrum. Davon
handeln die Geschichte des Donald Trump und sein Aufstieg zu einem Extremisten der Mitte.
Dass Politiker vom Schlage Donald Trumps Gegner einschüchtern und ihnen die eigene Agenda aufzwingen
können, ist hinlänglich bekannt. Im Unterschied zu paranoiden Aufwallungen der Vergangenheit aber grassiert ein
merkwürdiger Pessimismus unter Amerikas Liberalen, viele
scheinen das Zutrauen in die Widerstandsfähigkeit des politischen Systems verloren zu haben. Auch in diesem Sinne
können die landläufigen Vergleiche mit Hitler oder Mussolini gelesen werden. Zweifellos trägt die Internationalisierung des „Trumpismus“ zu dieser Wahrnehmung bei, die
Tatsache, dass von Venezuela bis Russland eine Front aus
Populisten und Autokraten mittlerweile die gleiche Sprache
Dieser Text ist eine stark gekürzte Fassung eines Aufsatzes, der im September
2016 in den „Blättern für deutsche und internationale Politik“ erschienen ist.
v
Zur Rolle von Angstunternehmern siehe Berliner Colloquien zur Zeitgeschichte, Innovative Demokratie – die USA im 20. Jahrhundert, Beilage zu „Mittelweg
36“, Juni / Juli 2016 sowie Bernd Greiner, Made in USA. Über politische Ängste
und Paranoia, in: „Mittelweg 36“, April / Mai 2015, S. 137-156.
vi
i
ii
Donald Trump, zit. n. “Der Spiegel“, 5, 2016, S. 21.
iii
Vgl. Berliner Colloquien zur Zeitgeschichte, “Imperial Presidency”, Beilage zu
“Mittelweg 36“, August / September 2010, S. 37-68.
iv
015
Evan Osnos, The Fearful and the Frustrated, in: “The New Yorker”, 31.8.2015,
S. 57.
Ronald B. Rapoport et. al., Why Trump was Inevitable, in: “The New York Review of Books”, 23.6.2016, S. 8-10.
Vgl. Berliner Colloquien zur Zeitgeschichte, “Polarized Politics”: The United
States in the Age of “Tea Party” and “Occupy Wall Street”, Beilage zu “Mittelweg 36”, Oktober / November 2012, S. 37-52.
vii
Zit. n. Conor Friedersdorf, What Do Donald Trump Voters Actually Want?, in:
“The Atlantic”, 17.8.2015, S. 28, 32.
viii
016
ERWACHEN
IM SCHERBENHAUFEN
John Burnside
1955 im schottischen Dunfermline geborener Schriftsteller wurde mit eigenwilligen, atmosphärisch dichten
Romanen und harschen autobiografischen Zeugnissen, aber auch als Lyriker über die britischen Grenzen hinaus bekannt. Seinen von Umweltbewusstsein und der Sensibilität für Benachteiligte gefärbten politischen
Standpunkt vertritt er prononciert. Im August werden der dritte Teil seiner Autobiografie und der Lyrikband
«Anweisungen für eine Himmelsbestattung» auf Deutsch erscheinen. (Angela Schader)
Es ist fünf Uhr früh am 24. Juni 2016. Das Datum könnte in
die Geschichte eingehen als der Tag, an dem klarwurde,
dass das britische Volk (oder ein Teil davon) beschlossen
hat, die Europäische Union zu verlassen. Dieser Entscheid
wird eine Kettenreaktion auslösen, deren Folgen, dem farcenhaften Charakter des Unterfangens zum Trotz, weltweit
und dramatisch spürbar sein dürften.
EIN BÖSER TRAUM
Die Brexit-Debatte im Vorfeld der Abstimmung fokussierte
weitgehend auf die wirtschaftlichen Folgen eines EU-Austritts; und weil diese Folgen für beide Seiten so offensichtlich negativ sind, gingen viele davon aus, dass der gesunde
Menschenverstand am Ende obsiegen würde. Jetzt aber,
da sich das schiere Gewicht dieses Tages auf uns senkt,
kann man sich nur schwer dem Gefühl entziehen, dass wir in
einem bösen Traum befangen sind – es müsste doch jeden
Moment einer unserer Weisen vors Mikrofon treten und
sich mit einem höflichen Lächeln für den Irrtum entschuldigen: Nein, natürlich nicht, diese Brexit-Narren haben nicht
gewonnen, ihr dürft immer noch lachen, wenn der Name
Nigel Farage fällt, alles ist in bester Ordnung.
Verhängnisvollerweise hat sich die ernsthafte Diskussion
über den Brexit fast ausschließlich auf die ökonomischen
Aspekte beschränkt. So spielte sich das eigentliche Drama
in den trüberen, eher beschämenden Tiefen der nationalen
Psyche ab – in einer Zone, die mit gesundem Menschenverstand und vernunftgeleitetem Diskurs nichts zu tun hat.
Wären die dort kursierenden Missstimmungen auf die Höhe
einer echten Debatte gehoben worden, dann hätten viele schamlose Lügen – insbesondere über die Immigration
– entlarvt werden können. (Gewiss, wir gehen mittlerweile
alle davon aus, dass Politiker lügen; aber selten haben sie
so seelenvergnügt gelogen wie die Ukip und andere Akteure vor diesem Referendum.) Nun stehen wir vor der Tatsache, dass die Unterstützer des Brexit – ähnlich wie Donald
Trumps Gefolgschaft in den USA – einer potenten Mixtur
von Emotionen Nachachtung verschafften, denen die Politik viel zu lange kein Augenmerk hatte schenken wollen.
Der Erfolg der Brexit-Kampagne bestätigt definitiv die Malaise der Arbeiterklasse und der unteren Mittelklasse insbesondere in England und Wales; sie leiden seit langem
daran, dass sie in der Regierung nichts zu sagen haben,
dass sie sich nicht auf eine eigene, respektierte Kultur berufen können und dass ihre wirtschaftlichen Horizonte eng
geworden sind. Dieses Gefühl der Entrechtung wurzelt in
mehreren Ursachen: Es gab in den letzten gut dreißig Jahren keine reale Alternative zur post-thatcheristischen Politik
(New Labour war nie etwas anderes als eine Light-Version
der Tories); die nationalistischen Strömungen in Schottland
und Nordirland zerrten am Staatsgefüge (bereits spricht
man dort über erneute Unabhängigkeitsbestrebungen, um
in der EU bleiben zu können); das britische Kulturleben, das
einst vom Selbstbewusstsein der Gemeinschaft getragen
war, und die Pop-Kultur als ernstzunehmendes Ausdrucksmittel wurden kommerziellen Interessen geopfert. Gleichzeitig verlor die Arbeiterklasse mit Old Labour die Instanz,
die ihre Anliegen auf der politischen Bühne verfocht.
Schwerpunktthema Wut
Ich habe in den letzten Jahrzehnten auf beiden Seiten der
schottisch-englischen Grenze gelebt; dabei wurde mir klar,
dass in Schottland der Widerstand gegen Westminster und
die nationalistische Politik als einigende, bestärkende Faktoren wirkten, während in England viele Menschen nicht
mehr genau wissen, wohin sie gehören und welche Rechte
ihnen vorenthalten werden – und in dieser Grauzone gedeiht die hässliche Seite des Nationalismus. Dort geht es
mehr um Xenophobie denn um Nationalstolz, mehr um
das, was man nicht hat, denn um das, was man hat, mehr
um Schreckgespenster denn um den realen Schaden, den
ein zementiertes Klassensystem und eine in Eton herangebildete politische Elite angerichtet haben.
FINGIERTE UND REALE MISSSTÄNDE
In einem solchen Klima war es für die Brexit-Befürworter
nicht schwer, die Irrtümer und Fehlleistungen der EU he­
rauszustreichen und deren Erfolge zur reinen Augenwischerei kleinzureden. Allerdings waren die Briten insbesondere
im Bereich der EU-Subventionen auch mit manifesten Fällen von Korruption und Zweckentfremdung konfrontiert:
Systeme, die im restlichen Europa recht gut funktionierten,
wurden hierzulande teilweise auf missbräuchliche Art umgesetzt. Nehmen wir etwa die Landwirtschaft: Ein britischer
Betrieb ist durchschnittlich 100 Hektaren groß, während auf
dem Kontinent der Durchschnitt bei 15 Hektaren liegt; eine
Subvention, die für einen kleinen Bauernhof in Frankreich
oder Italien lebenswichtig ist, kann in einem Land wie Großbritannien – wo Landbesitz häufig noch klar ein Privileg der
oberen Klassen ist – schlicht in die falschen Hände kommen.
Schon vor drei Jahren schrieb George Monbiot im «Guardian» einen kritischen Beitrag zu diesem Thema. Darin heißt
es etwa: «Wenn unsere Regierung sagt: ‹Wir müssen den
Landwirten helfen›, dann meint sie eigentlich: ‹Wir müssen
den 0,1 Prozent helfen.›» Ein ansehnlicher Teil des Bodens
hier gehört sehr wohlhabenden Leuten; darunter sind auch
ausländische Superreiche – Scheichs, Oligarchen, Bergbaumagnaten. Sie zahlen möglicherweise in Großbritannien
nicht einmal Steuern, streichen aber Subventionsbeiträge
in Millionenhöhe ein. Sie sind die erfolgreichsten Wohlfahrtstouristen weltweit. Aber während sich Großbritannien
in eine irreale Panik vor Immigranten hineinsteigert, die vorgeblich an die Fleischtöpfe unseres Sozialsystems drängen,
wird über jene Herrschaften kaum je ein Wort laut.
Diese Problematik hat aber, genaugenommen, nicht nur
mit der EU zu tun. Hätte sie es nämlich gewollt, dann wäre
es der britischen Regierung durchaus möglich gewesen,
die Finanzströme zu kontrollieren. Ebenso wenig ist es allein der EU anzulasten, dass Westminster mit großzügigen
Geldbeiträgen zur Hand war, als Landbesitzer und Unternehmer damit begannen, einige der unberührtesten Landschaften, die Großbritannien sein eigen nennt, mit Windturbinen vollzupflanzen; oft handelt es sich um Torfmoore
oder ähnlich empfindliche Ökosysteme, wo derartige Inter-
017
ventionen zur Freisetzung von Treibhausgasen, zum Verlust
seltener Pflanzen-, Tier- beziehungsweise Vogelarten und,
in einigen Fällen, zu irreversiblen Schäden an der Struktur
und der chemischen Zusammensetzung der Böden geführt
haben.
Diese Fehlentscheide gehen auf eine Reihe von Ursachen
zurück. Da beispielsweise keine nationale Politik für den
Umgang mit erneuerbaren Energien existiert, liegt es im Ermessen der Landbesitzer, wo eine Windanlage erstellt werden soll – und sie werden sich naturgemäß für das weniger
produktive «wilde» Land entscheiden. In der öffentlichen
Wahrnehmung jedoch sind die Windfarmen ein direktes
Resultat der von der EU oktroyierten Energiepolitik – und
viele Unterstützer der Ukip und der Konservativen glauben,
dass ihre geliebte britische Landschaft von «Europa» auf
dem Altar irgendwelcher arbiträrer Zielsetzungen geopfert
werde.
Die Tatsache, dass sich auch Vertreter einer ökologisch
nachhaltigen Politik gegen eine Förderung erneuerbarer
Energien mit derartigen Folgekosten stellen, hat in jüngster Zeit zu merkwürdigen Allianzen mit EU-Gegnern geführt. Gleichzeitig haben andere Grüne mit ihrer Kritik an
den Umweltschäden hinterm Berg gehalten – aus schierer
Furcht, sonst auch dem Lager der bornierten «Little Englanders» zugerechnet zu werden. Lieber tut man das Falsche,
als der Rechten einmal recht zu geben.
DIE ANGST VOR DEM «ANDEREN»
Diese Dinge spielten beim Brexit-Entscheid sicherlich eine
Rolle; aber wir wissen alle, dass der eigentliche Grund für
den Fehlentscheid in der tiefen, irrationalen, aber leicht
entflammbaren Angst vor dem «Anderen» liegt. Dem Asylsuchenden. Dem Arbeitsmigranten. Dem Terroristen. Die
Befürworter des Brexit haben diese Angst schamlos ausgereizt; sie warfen derart liederlich mit Unterstellungen und
Schuldzuweisungen um sich, dass eine Parlamentarierin dafür mit ihrem Leben bezahlen musste und mindestens eine
weitere Abgeordnete Todesdrohungen erhielt.
Letztlich beruhte die ganze Brexit-Kampagne auf der Instrumentalisierung von Ängsten – und die Ausgeburt dessen, was William Burroughs den «Ugly Spirit» nannte, feiert
nun ihren Erfolg (wenn das Wort angesichts der zu erwartenden katastrophalen Folgen überhaupt angebracht ist).
Zu diesen Folgen dürfte mit einiger Wahrscheinlichkeit ein
europaweiter Aufschwung anderer xenophober Rechtsaußenparteien gehören; und wenn die EU nicht rasch handelt,
könnten sie versucht sein, dem Erfolg der Brexit-Kampagne
nachzueifern.
Aus dem Englischen von Angela Schader, Nachdruck aus
der Neuen Zürcher Zeitung, 25. Juni 2016
Wir danken der Neuen Züricher Zeitung sowie der Übersetzerin Angela Schader für die Erlaubnis, den ursprünglich am
25.6.2016 in der Neuen Züricher Zeitung erschienen Aufsatz in der Stufu-Zeitung nachzudrucken.
018
WUT UND
KRISE
Versuch einer a
­ nthropologischen
Bestimmung
Werner Vogd
Professor für Soziologie
Fakultät für Kulturreflexion – Studium fundamentale
„Das Individuum [findet] sich in stärkerem Maße eigenen
Gefühlen ausgesetzt [...], wenn die Ansprüche nicht routinisiert werden können. Von daher ist die moderne Gesellschaft mehr, als man gemeinhin denkt, durch Emotionen
gefährdet.“ (Niklas Luhmann)
„Die Tatsache, daß wir Tiere sind, ist nicht die Hauptursache unserer moralischen Schwierigkeiten. [...] Der Versucher, der unsichtbare innere Feind, ist etwas spezifisch
Menschliches, eine Neigung zu Selbstliebe und Konkurrenzdenken, die sich immer dann manifestiert, wenn wir in
einer Gruppe zusammen kommen.“ (Marta C. Nussbaum)
„In Wahrheit würde ein Bruch in der scheinbaren Kohärenz
unseres geistigen logischen Prozesses als eine Art Tod erscheinen. [...] Um den Millionen von metaphorischen Toden
zu entkommen, die sich in einem Universum von Zirkeln der
Kausalität abzeichnen, leugnen wir eifrig die Realität des
gewöhnlichen Sterbens und flüchten in Phantasien von einer Nachwelt.“ (Gregory Bateson)
Ärger und Wut sind komplexere kognitiv-emotionale Lagerungen, die das Selbstsystem des Menschen betreffen. Nur
Menschen lassen sich durch die Kränkung dessen, was sie
als ihre Identität betrachten, in Rage bringen. Worin aber
besteht die menschliche Identität und das hiermit einhergehende typische Ich-Empfinden und wodurch erscheint
sie bedroht?
Unser Ich-Empfinden ist eng mit den kommunikativen Prozessen verwoben, die wir Menschen im Alltag leben. Die
Worte und Symbole, die dabei eine Rolle spielen, entstehen im Rahmen von bedeutsamen sozialen Praxen und
werden deshalb als existenziell empfunden. Ab einer bestimmten sozialen und psychischen Komplexität gewinnen
sie gar ein Eigenleben, welches die empfundenen Praxen
mit einem außerhalb dieser Prozesse stehenden Ich-Selbst
verwechseln lässt. Letzteres ist damit, so auch der Neurowissenschaftler Wolf Singer, vor allem als ein „kulturelles
Konstrukt“ anzusehen, das mit der Ausbildung einer theory
of mind in der frühen Kindheit erworben wird. (Der Beob-
achter im Gehirn. Essays zur Hirnforschung, Frankfurt a. M.
2002, S. 73ff.)
Wie Michael Tomasello in seinen Arbeiten argumentiert,
entfalten sich diese Prozesse vorrangig auf Basis mimetischer Identifikation. Dabei werden nicht nur Haltungen
und Gesten von anderen Menschen übernommen und
gespiegelt, sondern auch das Streben und Begehren der
Mitglieder der jeweiligen Gruppe. So lernen Menschen auf
natürliche Weise an Kultur teilzuhaben und die mit ihr verbundenen Verhaltensweisen, Perspektiven und Empfindungen als die eigenen zu empfinden und zu praktizieren.
Der Segen der oben genannten Prozesse ist also die
menschliche Kultur. Doch jede Errungenschaft hat auch ihre
Schattenseite. Die habituelle Identifikation mit den Praxen
der Mitmenschen und die hieraus erwachsen(d)e geteilte
Lebenswelt kann jedoch aus viererlei Gründen zum Pro­
blem werden oder gar mit einer ernsthaften Krise einhergehen.
KRISE 1: WEGFALL DER BESTÄTIGUNG,
DIE DAS ICH NÄHRT
Menschlicher Selbstwert – und damit auch das Ich-Empfinden – hängt unmittelbar von den sprachlichen und symbolischen Handlungen der Mitmenschen ab. „Im Unterschied
zum Pavian, der allein vom Futter lebt, ernährt sich der
Mensch vor allem von seiner Selbstachtung“, so Ernest
Baecker. Da sich die menschliche Selbstachtung jedoch
sozial angeliefertem Sinn verdankt, der nur im Prozess der
Kommunikation reproduziert werden kann, gilt entsprechend umgekehrt: Wird diese Wertschätzung – etwa durch
eine Demütigung – entzogen, droht das Konstrukt des IchSelbst zu kollabieren. Es tritt eine Sinnlücke auf. Sozusagen
als Immunreaktion gegen diese Sinnlücke treten Gefühle
auf. Anstelle der Auflösung im Nicht-Selbst – etwa in der
grenzenlosen Liebe als einer besonderen Form der Offenheit, die mit den Kontingenzen einer unbestimmten Identität umgehen lässt – findet das Selbst erneut Zentrierung,
und zwar in der Emotion Wut.
Sozial ließen sich die hiermit einhergehenden Problemlagen durch eine Kultur ausgleichen, die um die Verletzlichkeit der menschlichen Identität weiß und im Falle entsprechender emotionaler Ausbrüche mit Takt und Mitgefühl zu
reagieren weiß.
KRISE 2: MIMETISCHE RIVALITÄT – HASS
UND EIFERSUCHT GEGENÜBER
DENJENIGEN, MIT DENEN WIR UNS
IDENTIFIZIEREN
Das zweite krisenhafte Moment ergibt sich aus einer Dynamik, die René Girard in seiner Theorie der mimetischen
Rivalität entdeckt und beschrieben hat. Darin identifiziert er
Rivalität als die notwendige Schattenseite der mimetischen
Identifikation. Die empathische Nachahmung des Anderen
bilde zwar einerseits einen gelungen Ansporn für die Teilhabe an Kultur und damit auch für die eigene Individuation. Andererseits entstehe aber auf Basis der Identifikation
Schwerpunktthema Wut
eine prekäre Egostruktur, entsprechend der die Existenz
der signifikanten Anderen sowohl nährend als auch bedrohend wirken muss. Beispielsweise kann mich die attraktive
Lebensgefährtin eines Freundes nicht nur dazu inspirieren, selbst im Liebesleben erfolgreich zu werden, sondern
auch den Impuls hervorrufen, die Partnerin des Freundes
abwerben zu wollen. Ebenso kann der Erfolg eines Kollegen zugleich Ansporn sein, es ihm gleich zu tun, als auch
Anlass für Neid, Missgunst und Intrige bieten. Der Konflikt
ist mit René Girard also vorprogrammiert und dass mimetische Rivalität in Gewalt eskalieren kann, zeigen schon die
biblischen Geschichten um die Söhne Evas und Adams. So
bringt Kain seinen Bruder Abel um, weil er ihn um die Gunst
des Vaters beneidet.
Das „radikal Böse“, schlummert also immer dort – so der
verstörende Befund, den bereits Immanuel Kant formulierte – wo Menschen sich in Gemeinschaft befinden und sich
aneinander orientieren.
Wie aber kann dieses Dilemma gezähmt werden? Da die
genannten Gewaltmomente selbst Ausdruck der sozialen
Dynamik sind, hilft hier – so die befremdliche Einsicht von
René Girard – letztlich nur das Opfer. Letzteres ist idealerweise wiederum in eine Kulturform zu überführen, die mit
symbolischen Opferungen und ritualisierter Reproduktion
des Rivalitätskonflikts operiert und nicht nach wirklichem
Blut und Fleisch verlangt.
KRISE 3: WEGFALL DER ROUTINEN, DIE
SOZIALE POSITIONEN
AUFRECHTERHALTEN
Enttäuschte Erwartungen können balanciert werden, indem man zu bestimmten Menschen Distanz hält und sich in
Routinen einrichtet, die Sicherheit versprechen. Rivalitätskonflikte können abgemildert werden, indem spezifische
soziale Felder entstehen, die Konkurrenz in eine zivilisierte
Form bringen (etwa im Sport, in vertraglich geregelter wirtschaftlicher Konkurrenz oder im wissenschaftlichen Disput).
In Folge können mehr oder weniger subtile Balancen sozialer Ordnungen entstehen, deren Verlust mitunter mehr
gefürchtet wird als der Wunsch, den Enttäuschungen durch
TAXI-RUF
019
Zerstörung Ausdruck zu verleihen. Auf diese Weise lernen
Menschen, Positionen im sozialen Raum einzunehmen und
sich in spezifischen Mustern aus Nähe und Distanz zu anderen Menschen einzurichten. Sie gewinnen einen Habitus,
der sie gleichsam natürlich wissen lässt, was zu tun ist, wie
man sich zu benehmen hat, um zugleich den praktischen
Sinn dafür zu behalten, wie mit Identitätskonflikten umzugehen ist.
Doch die Felder, die diesen Habitus stabilisieren, unterliegen ihrerseits dem Wandel. Die mit ihnen einhergehende
stabilisierende Kultur kann brüchig werden (man denke an
Wirtschaftskrisen, Arbeitslosigkeit oder das Eindringen von
Willkür und Gewalt in die zuvor vertraute Ordnung).
KRISE 4: SINNBRÜCHE UND DER STACHEL
DES TODES
Kommen wir zu einem weiteren krisenhaften Moment, das
sich aus der typisch menschlichen Disposition ergibt, gemeinsam mit anderen Menschen in der Sprache zu sein
und die hiermit verbundenen Bewegungen zu fühlen. Die
propositionale Struktur der Sprache bringt eine spezifische
Grammatik mit sich, die Subjekt und Objekt verdinglicht
und dadurch Weltvollzüge einem Ich gegenüber stellen
lässt. Mit den hiermit einhergehenden Rekombinationsmöglichkeiten in Hinblick auf die Sozial- und Zeitdimension
von Sinn ergeben sich die typischen, nur vom Menschen
empfundenen Sinnprobleme: Der Mensch beginnt mit
Blick auf Vergangenes Schuld oder Reue zu empfinden und
mit Blick auf die Zukunft Hoffnungen zu hegen oder Unglück zu befürchten. Zudem tritt mit der Projektion von Zeit
der Stachel des Todes ins Bewusstsein ein. Da sich jedoch
das Bewusstsein sein eigenes Ende nicht vorstellen kann,
neigt es dazu, der Bedrohung des Todes und der hiermit
einhergehenden Unruhe mit weiteren Projektionen zu begegnen, die dem sozial angeliefertem Sinn aufreiten. So erlauben es etwa zivilreligiöse Bewegungen dem Menschen,
sich mit einem Gruppengeist zu verbinden (etwa einer
Nation oder Ethnie), dem ein transzendenter Status zugewiesen wird. Ebenso können die traditionellen Religionen
die Projektion in eine unsterbliche Seele als Sinnangebot
anbieten, in der das eigene Ich aufgehen kann. Da sich die
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020
hierfür notwendigen Sinnfigurationen selbst wiederum sozialen Prozessen und der Bestätigung innerhalb einer entsprechenden Gemeinschaft von Sprechern verdanken, wird
jede Begegnung mit Menschen, die anders sind oder ihre
Leiblichkeit und die hiermit verbundenen Schwächen zu
offensichtlich zeigen, als Provokation erfahren. Die Begegnung mit dem Fremden – insbesondere wenn er animalisch,
also als vergängliche Leiblichkeit erscheint – wird damit zu
einer Bedrohung für das eigene Ich-Selbst. Sie konfrontiert
mit der eigenen Schwäche und verweist auf einen Riss in
der Sinnkohärenz, welche uns die imaginären Projektionen
der Grammatik unseres Selbst suggerieren.
Die Balance der mit dieser Krise einhergehenden Problemlagen kann wiederum nur innerhalb einer hinreichend ausdifferenzierten Kultur gelingen. Die Voraussetzung hierfür
ist die Fähigkeit, spirituelle Fragen komplex, das heißt unter Einschluss situativer Affirmation und Negation religiöser
Gehalte zu behandeln (so wie es etwa dem Islam in seinen
Hochzeiten möglich war, indem seine Texte zugleich als
Poesie, Religion oder im Sufismus als mystische Negation
gelesen werden konnten).
KULMINATION
Menschliche Identitäten sind prekär, denn sie nähren sich
nicht aus sich selbst, sondern aus den Signifikationen sozial
angelieferten Sinns, der jederzeit wegfallen kann. Aufgrund
der mimetischen Rivalität sind menschliche Gruppen zugleich Fluch und Segen, sie ermöglichen Kultur, aber bilden
auch den Keim mörderischer Gewalt.
Insbesondere wenn unterschiedliche der zuvor geschilderten Krisenmomente aufeinandertreffen, kann es zu fatalen
Umkippeffekten kommen.
Dies ist insbesondere der Fall, wenn in Zeiten des Aufbrechens kultureller Selbstverständlichkeiten degradierte und
gedemütigte Menschen auf fundamentalistische (Zivil-)
Religionen treffen, welche die nun rasende Wut auf Menschen mit anderer Kultur, mit Todesverdrängung verbinden
lassen. Dies ist der Fluch jener Ideologie, die vorgibt, die
Vergänglichkeit zu überwinden, aber letztlich nur Leiden
schafft.
Hierauf gibt es eigentlich nur eine Antwort: Eine Kultur der
Liebe, die um die Sinnlosigkeit der oben genannten Projektionen weiß und trotzdem nicht daran verzweifelt.
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Schwerpunktthema Wut
021
WUTKULTUR
Theorie der Affekte
Dirk Baecker
Professor für Kulturtheorie und Management
Fakultät für Kulturreflexion – Studium fundamentale
I. THEORIE DER AFFEKTE
Es hat lange gedauert, bis die Soziologie die Rolle der Gefühle,
Stimmungen, Affekte, Emotionen entdeckte. Mit den großen
Fragen nach der politischen Planung der Gesellschaft (Auguste Comte), nach Arbeitsteilung, Religion und Familie (Emile
Durkheim), nach der Vergesellschaftung durch Religion, Markt
und Bürokratie (Max Weber), ja sogar nach der Indifferenz des
Geldes gegenüber den Dingen, der Intensität des Streits und
der Blasiertheit des Verhaltens in der Stadt (Georg Simmel)
schienen Gefühle wenig zu tun zu haben. Kants Abwertung der
Sinnlichkeit gegenüber der Sittlichkeit wirkte lange nach. Soziologen erkennt man daran, dass sie nicht nur Handlungen, sondern auch Persönlichkeitsstrukturen auf „Gesellschaft“, nicht
auf subjektive Befindlichkeiten zurechnen. Erst Vilfredo Pareto
fiel auf, dass bei aller Bemühung um „logisches Handeln“ in
sozialen Situationen immer ein „nicht-logisches Handeln“ mitwirkt, das man am besten als Residuum früherer Situationen, als
unverdaute, auf ihren Moment wartende Stimmung der beteiligten Akteure verstand.
Damit war jedoch die entscheidende Entdeckung bereits gemacht. Stimmungen stimmen die Person mit der Situation ab,
in der sie sich befindet. Gefühle erlauben das Verwischen der
Frage, welche Situation „objektiv“ vorliegt und in welcher Befindlichkeit die Person sich „subjektiv“ befindet. Mithilfe ihrer
Emotion macht sich die Person zur Situation, in der sie und ihr
Gegenüber sich auseinanderzusetzen haben. Das hatte Charles
Darwin bereits an Mensch und Tier beobachtet. Emotionen
dienen der Moderation sozialer Beziehungen. Deswegen regen
wir uns zwar auf, achten jedoch zugleich darauf, dass wir uns,
gemessen an der Situation und an der Resonanzfähigkeit unseres Gegenübers, nicht zu viel und nicht zu wenig aufregen. Wir
dosieren unsere Gefühle. Wir übertreiben sie allenfalls soweit,
dass sie „authentisch“ wirken. Und gleichzeitig merken wir, dass
wir uns nur scheinbar in der Hand haben. Die Dosierung sind wir
uns auch selbst schuldig, doch sie gelingt uns nicht immer. Zuweilen müssen wir uns zu unseren Gefühlen ermutigen, müssen
wir es lernen, ihnen den passenden Ausdruck zu geben, bis wir
merken, dass zwischen uns und unserer Situation wieder etwas
stimmt.
Talcott Parsons war vermutlich der erste, der in seine soziologische Theorie der Handlung eine Theorie der Affekte einbaute.
Im Rückblick muss es erstaunen, wie sehr er es verstand, aus
einer Enttäuschung die Entdeckung einer funktionalen Leistung der Gesellschaft zu gewinnen. Er sublimierte seine Enttäuschung. Er formulierte eine Theorie der Gesellschaft, die seinen
Rationalitätserwartungen nicht mehr genügte und dennoch
seiner Überzeugung entsprach, ihre Probleme auf funktionale
.Kultur.
(Wut)
022
Weise selber lösen zu können. Der Moment der Offenbarung war die Studentenbewegung an den Universitäten der
Ost- und der Westküste Amerikas in den 1960er Jahren.
Diese Protestbewegung zerstörte weniger mit ihren Inhalten als vielmehr in den Formen, in denen sie Ausdruck fanden, Parsons‘ These, dass die Universität in der modernen
Gesellschaft der Gipfelpunkt einer Rationalitätskultur ist.
Denn der Protest setzte die Präsenz der Körper, die moralische Überzeugung und die Denunziation der Gegner
an die Stelle des Arguments, der Prüfung, der Diskussion
und des Respekts vor der abweichenden Meinung. Parsons
reagierte mit einer Umstellung und damit erst Ausformulierung seiner Theorie der Affekte. Hatte er noch vor kurzem
dazu geneigt, Affekte für ein Medium der Integration von
Personen zu halten, die sich in ihren Gefühlen gleichsam
mit sich selber abstimmen, so erkennt er jetzt, 1970, dass
Affekte ein Medium der Integration des sozialen Systems
sind. Für die Integration der Person genügt es, anerkannt
zu sein, Respekt zu erfahren. Doch wenn es darauf ankommt, innerhalb einer Gesellschaft kollektive Solidarität
und Loyalität zu erfahren, sei kein Medium geeigneter als
das der Affekte.
In Parsons‘ Theorie finden die Affekte nicht nur eine thematische Anerkennung, sondern zugleich einen theoretischen
Ort. Immerhin ist das die Funktion von Theorie. Sie zieht
Vergleiche, stellt Beziehungen her, trifft Unterscheidungen
und benennt Abhängigkeiten. Affekte werden von Parsons
als ein Medium verstanden, in dem Handlungen mit Personen, Umwelten und kulturellen Normen abgestimmt werden. Das macht sie vergleichbar mit anderen Medien, die
dieselbe Funktion mit anderen Akzentsetzungen erfüllen.
Parsons interessierte sich neben den Affekten vor allem
für Intelligenz, Kompetenz und Situationsdefinition auf der
Ebene des Handlungssystems und für Einfluss, Macht, Geld
und wiederum so etwas wie das Gefühl für Solidarität und
Loyalität auf der Ebene des Sozialsystems. Der Unterschied
zwischen Handlungssystem (korreliert mit Telos, Organismus und natürlicher Umwelt) und Sozialsystem (neben Persönlichkeit, Verhalten und Kultur eines der vier Subsysteme
des Handlungssystems) muss uns hier nicht interessieren.
Das Schema ist vielfach als zu artifiziell kritisiert worden, so
anregend es nach wie vor für die empirische Untersuchung
der Verhältnisse sein kann. Auch Parsons‘ Überschätzung
der normativen, ja sogar teleologischen, Sinn und Richtung
vermittelnden Rolle der Kultur kann allenfalls noch als ein
Dokument seiner Zeit (die für viele noch nicht vorbei ist)
gewertet werden.
Wichtiger als diese technischen Details der Theorie sind
die Beschreibung der Funktion von Medien, die Möglichkeit des Vergleichs zwischen den Medien und die spezifische Erklärung der Rolle der Affekte. Parsons kann ja als
der eigentliche Entdecker von Medien der Handlung und
Kommunikation in der Soziologie gelten. Einige sagen, das
sei die einzige Entdeckung, die sich die Soziologie im 20.
Jahrhundert zuschreiben könne, vergleichbar nur Comtes
Entdeckung der Komplexität im 19. Jahrhundert. Immerhin
tritt für Parsons die Dynamik der Medien funktional an die
Stelle, die zuvor die Struktur der sozialen Schichten gehabt
habe. Sie ermöglichen die Orientierung in Situationen.
Wichtig ist jetzt nicht mehr, welchen Standes eine Person
ist, sondern auf welches Medium sie sich einlässt und wie
erfolgreich oder erfolglos sie darin ist, mit der Wahl des
Mediums Zustimmung zu erfahren. Konnte die traditionale Gesellschaft Beweglichkeit nur zulassen, indem sie zwischen den sozialen Schichten Chancen der Mobilität (durch
den Klerus, das Militär, die Heirat) einrichtete, so wird die
moderne Gesellschaft beweglich, indem sie den Wechsel
zwischen den Medien ermöglicht, das heißt Intelligenz und
Affekt, Macht und Geld, Einfluss und Prestige (eine Art Segen der Kultur) je unterschiedlich in Anspruch nimmt und
gewichtet.
Wichtig ist immer beides, die Orientierung einer Handlung
an einem Medium und die Orientierung eines Erlebens an
einem Medium. Gesellschaft strukturiert die Handlungsmöglichkeiten der Beteiligten ebenso wie ihr Erleben. Deswegen kann ich der Gesellschaft eine andere Orientierung
geben, indem ich sie anders erlebe und dafür Zustimmung
erfahre. In beiden Fällen ist das jeweilige Medium ein Raum
der Potentialität, innerhalb dessen ich meine aktuelle Orientierung vornehme, indem ich meinen Zielen, meiner
Rücksicht auf andere, meiner Anpassung an die Verhältnisse und meiner Berufung auf bestimmte Werte einen bestimmten Ausdruck gebe. Dass dies nicht widerspruchsfrei
gelingt und vor allem nicht einfach ist, liegt auf der Hand.
Das Medium selber springt hier hilfreich ein. Jedes Medium erlaubt es, bestimmte Aspekte stärker zu gewichten als
andere. Habe ich mit diesem Medium Erfolg, wird auch die
entsprechende Gewichtung akzeptiert. Intelligenz zum Beispiel ist primär eine Orientierung an den tatsächlich gegebenen beziehungsweise entsprechend variierten Verhältnissen. Kompetenz, verstanden als Medium, ist die Fähigkeit
zur Orientierung an bestimmten Zielen. Situationsdefinition
im Sinne von Parsons ist der Versuch, eine Situation kulturell
so zu interpretieren, dass sie im Einklang mit bestimmten
Werten und Normen steht und deswegen akzeptiert wird.
Und Affekte sind das Medium, in dem ich Solidaritätseffekte erzielen kann, das heißt relativ unbekümmert um mögliche Ziele, die tatsächlichen Verhältnisse und irgendwelche
kulturell eingeübten Interpretationen Einstimmigkeit des
Erlebens und möglicher Handlungen erreichen kann. Affekte produzieren Konsens um seiner selbst willen. Es ist
schwer, sich dem zu entziehen. Typischerweise reagiert man
daher auch nicht mit Dissens, der Aufkündigung von Integration, auf Gefühle, die man ablehnt, sondern mit dem
Versuch eines Medienwechsels. Adam Smith hat dafür in
seiner Theory of Moral Sentiments von 1759 gute Beispiele
gegeben. Man reagiert mit Intelligenz oder mit Kompetenz
und erübrigt dadurch, wenn es gelingt, den Affekt. Auch
Spinozas „Geometrie der Affekte“ in seiner Ethik aus dem
Jahr 1677 und nicht zuletzt Aristoteles‘ Rhetorik als Lehre
des Gewinns von Überzeugungen aus der Unterscheidung
des Möglichen vom Unmöglichen ließen sich hier mit Gewinn lesen.
Neu ist das Wissen um die Bedeutung der Affekte in der
alternativen Formatierung von Handeln und Erleben wahrlich nicht. Aber die Soziologie musste dieses Wissen erst
wiederentdecken. Und sie musste es theoretisch formulieren, um es als eine Form der Orientierung von Handeln und
Erleben unter anderen Formen würdigen zu können. Jüngere Soziologien der Emotion wie vor allem Heinz Budes
Schwerpunktthema Wut
Bücher „Gesellschaft der Angst“ (2014) und „Das Gefühl
der Welt: Die Macht der Stimmungen“ (2016) können darauf aufbauen.
II. DIE MACHT DER NEGATION
Einem Verständnis der Wut nähert man sich nicht bereits
durch ihre Beschreibung als Affekt. Außer Frage steht,
dass der politische Erfolg der Wut, wie er in vielen ebenso rechtsnationalen wie populistischen Strömungen der
gegenwärtigen Weltlage zum Ausdruck kommt, auf Solidaritätseffekten unter denen beruht, die sich durch Globalisierung und Immigration, kulturelle Diversität und feministische Ambitionen bedroht fühlen. Anders als die Empörung,
die im Anschluss an Stéphane Hessels Aufforderung des
„Indignez-vous!“ (2010) auf verletzte Gerechtigkeitsgefühle
aufmerksam macht, ist die Wut das Medium der Integration
unter jenen, die keinen Anspruch auf die Gestaltung der
gesellschaftlichen Verhältnisse erheben, sondern ihr Ressentiment nur daraus beziehen, dass nichts mehr so ist, wie
es noch nie war, aber im Nachhinein imaginiert wird. Die
„politics of anger“, so formuliert The Economist in seiner
Ausgabe vom 2. Juli 2016 nach dem Brexit, hat Erfolg unter
jenen „industrial communities that look to family and na­
tion“, yet suffer „alienation and decay.“
Die Wut, so könnte man sagen, setzt die Anschauung ihres
eigenen Affekts an die Stelle der Anschauung von Familie
und Nation. Sie integriert jene, die ihre gefühlten Bindungen an Familie und Nation verloren haben. Die kulturell
integrierte Familie zerbricht am Verlust traditioneller beruflicher Perspektiven. Und die Nation verliert ihre „Kontrolle“
an „expertokratische Fusionsbürokratien“ (Maurizio Bach),
wie man sie in Brüssel beobachten kann. Die „Take con­
trol“-Parole der Wütenden richtet sich darauf, persönliche
Befindlichkeiten, Wahrnehmungen der Situation und kulturelle Evidenz wieder zur Einheit zu bringen. Sie erleben das
Scheitern von Integration, ihrer eigenen Integration. In der
Wut finden sie sie wieder.
Das ist das eine. Die Wut ist auf anschauliche Art und Weise
die Besetzung einer Situation durch eine emotionalisierte
Bevölkerung, die sich zu ihrer Situation macht, weil sie den
Verlust der gewohnten Anschauung einer Orientierung an
Familie und Nation durch nichts anderes ersetzen kann.
Keine intelligente Einschätzung der Verhältnisse, keine
kompetente Verfolgung möglicher Ziele, keine kulturell
überzeugende Interpretation ihrer Situation kommen ihnen
zu Hilfe, um sich neu zu orientieren. Die Strukturen der Intimität, die Sorge der Eltern um die Kinder, der Respekt der
Kinder vor den Eltern, die Kenntnis biographischer Kontinuität im Wechsel der Generationen sind so verunsichert wie
die Fragen der politischen Repräsentation, der demokratischen Willensbildung, der gesellschaftlichen Solidarität
der Alten mit den Jungen und der Jungen mit den Alten.
Es sind zwar nur zwei Stellgrößen, die hier bereits erhebli-
023
che Abhilfe leisten könnten, nämlich Reallohnsteigerungen
auf flexiblen Arbeitsmärkten zum einen und die Wiedergewinnung demokratischer Selbstbestimmung zum anderen,
aber beide haben aktuell den Charakter einer nostalgischen Erinnerung an frühere Verhältnisse, wenn nicht einer
ganz und gar utopischen Beschreibung gesellschaftlicher
Möglichkeiten.
Ein Zweites kommt hinzu. Die Wut ist ein solidarisierender
Affekt, der gegenüber anderen Affekten wie dem Mitleid
(Adam Smiths großes Thema) oder der Begeisterung die
Negation auf ihrer Seite hat. Die Negation, das wissen wir
spätestens seit Hegel, hat den ungeheuren Vorzug, mit einem einzigen Wort alles zur Einheit fassen zu können. Das
hat das Nein mit dem Ja zwar gemeinsam, aber wenn das
Ja nicht mehr geht, weil ihm zu viel widerspricht, geht das
Nein umso besser. Der „destruktive Charakter“, den Walter
Benjamin 1931 beschrieben hat, bezieht seine Lust aus der
„Einsicht, wie ungeheuer sich die Welt vereinfacht, wenn sie
auf ihre Zerstörungswürdigkeit geprüft wird.“ Kann man sagen, dass auch die Wut von dieser Lust profitiert? Kann man
sagen, dass die Wütenden ihre Solidaritätseffekte daraus
beziehen, dass sie sich in ihrem Ja zum Nein einig wissen?
Zwar gelingt es den Wütenden nicht, die Welt in ihre Einheit zu fassen. Zu deutlich ist, dass das, worauf die wütend
sind, ihnen entgegensteht. Aber je diffuser das ist, was ihnen entgegensteht, je anonymer die politischen Mächte, je
hilfloser die Experten, je differenzierter die massenmediale
Berichterstattung, desto attraktiver wird der Wutausbruch,
der all dies als dasselbe Versagen fasst.
So paradox und gefährlich es ist, aber in der Wut organisiert
sich eine integrationsbedürftige Bevölkerung. Identitäre
Bewegungen beuten dies aus. Die Integration beruht auf
einem Affekt, der die einzige Anschauung der Evidenz seiner Weltsicht aus sich selbst, aus dem Blick in das wütende
Antlitz der Gesinnungsgenossen, bezieht. Die Kraft dieses
Gefühls setzt sich trotz aller Sehnsucht nach dem großen Ja
nur als großes Nein mit sich ins Benehmen. Gefährlich wird
es, wenn dieser Affekt neben seinem Anlass auch einen wie
immer imaginären Gegner findet.
III. EIN AUSWEG
Ein Ausweg lässt sich für alle Beteiligten, die Wütenden
ebenso wie die Besorgten, nur finden, indem man die Wut
als Suche nach Anschauung und Lust an der Negation respektiert. Wenn die soziologische Theorie der Medien
neben ihrem wissenschaftlichen Wert auch einen Rat zu
geben hat, dann den, dem einen Medium ein anderes an
die Seite zu stellen. Die Wut hat nur eine Chance, wenn
Intelligenz, Kompetenz und Interpretation keine alternativen Anhaltspunkte finden. Die Wut gehört genauso wie die
Empörung zum Gefühlshaushalt einer Gesellschaft. In Frage steht nicht, ob und wie man ihr entgegnen kann. Sondern in Frage steht, in welcher Frequenz und mit welcher
Reichweite sie zum Ausdruck kommt.
024
ZUM
TEUFEL!
Rhetorik des Zorns
Dirk Rustemeyer
Gastprofessor für Philosophie
Fakultät für Kulturreflexion – Studium fundamentale
1
„Ich bin der Zorn der Welt“, verkündet, das Antlitz vom
Wahnsinn erleuchtet, Don Lope de Aguirre. Als letzter
Überlebender eines spanischen Conquistadorentrupps,
der sich 1560 im Amazonasdschungel verirrt, von Indianer­
angriffen dezimiert wird und dessen Mitglieder einander
gegenseitig ums Leben bringen, wird er sich allein auf die
weitere Suche nach dem sagenhaften Goldland „El Dorado“ begeben. Aguirres Worte verklingen in der Wildnis.
Gehört werden sie von Affen – und vom Kinopublikum. Erzählt wird die Geschichte der Expedition aus dem Off von
Gaspar de Carvajal (Del Negro), einem Franziskaner, der die
Gruppe als Missionar und Chronist begleitet.
Werner Herzogs Film „Aguirre – der Zorn Gottes“ (1972,
91 Min.) lehnt sich an Joseph Conrads Novelle „Herz der
Finsternis“ (1899) an. Gezeigt wird eine Parabel auf das
Scheitern westlicher Vorstellungen von Macht, Glück und
Erfolg am Beispiel der Geschichte der Unterwerfung Amerikas. Conrads „Afrika“ steht bei Herzogs „Amerika“, dem
„Elfenbein“ das „Gold“, dem „Kongo“ der „Amazonas“
gegenüber. Jeweils überquert ein Weißer – der Elfenbeinhändler Kurtz bzw. Don Lope de Aguirre – die Grenze zwischen Vernunft und Wahnsinn, Eigenem und Fremdem, Zivilisation und Gewalt, Herrschaft und Terror. Im Spiegel der
Darstellungen zeigen sich dunkle Seiten westlicher Kultur.
Ähnlich Kinskis Gesichtszügen verzerren sich die Werte und
Ideale europäischer Gesellschaften.
2
Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto mehr nimmt
Don Lope de Aguirre teuflische Züge an. Gutes in den Menschen verwandelt er mit Grausamkeit und List in böse Instinkte und skrupellose Handlungen. Lauern hinter menschlicher Anmut Niedertracht und Verbrechen, bleibt die
Schönheit der Natur teuflischen Neigungen der Menschen
gegenüber gleichgültig. „Gut“ und „böse“ sind kulturelle
Kategorien. Sie verweisen auf menschliche Unterscheidun-
gen. Einmal getroffen, spalten sie die Welt. Wer sich mit
ihrer Hilfe beschreibt, muss das Paradies, den unterscheidungslosen Zustand vor dem Beginn der menschlichen
Geschichte, verlassen. Der Dschungel erscheint im Film als
Metapher des Gartens Eden. Gottes paradoxes Gebot zu
verstehen, nicht vom Baum der Erkenntnis des Guten und
Bösen zu essen, bedeutet, bereits die Unterscheidung zu
vollziehen, gegen das Verbot zu verstoßen und die logische
Stelle Gottes zu usurpieren.
Im Unterscheiden werden Gott und Teufel, gut und böse
verwechselbar. Innerweltliches Entkommen aus diesem Dilemma ist unmöglich. Reflexion – Bildermachen –, zunächst
in Form des schriftlich niedergelegten Mythos, bleibt die
einzige Möglichkeit, mit der Paradoxie des Unterscheidens
und dem Verlust der Einheit, aus der die Welt entsteht, umzugehen. Kulturell gewinnt die Verschränkung von Einheit
und Unterscheidung Gestalt im Imaginären. Reflexion verlangt nach symbolischen Inszenierungen. Aus mythisch-religiösen Wurzeln erwächst auch die Mythologie der Logik als
einer vermeintlich reinen Form. Biblische Erzählungen reflektieren diesen Zusammenhang, wie auf seine Weise auch
der Film es tut. Aguirre scheint Petrus’ Warnung vor dem
Teufel zu bestätigen: Dieser geht umher „wie ein brüllender
Löwe und sucht, welchen er verschlinge“ (1. Pt 5,8).
In Herzogs Film werden nach und nach alle verschlungen.
Hass und Gier, Angst und Eitelkeit nutzt der Teufel, um
die Welt, ursprünglich ein Feld pflegender Inbesitznahme
durch den Menschen, in eine Hölle zu verwandeln. Der jüdisch-christliche Genesis-Mythos erscheint in einer düsteren Lesart: Aus dem Paradies vertrieben, macht der Mensch
sich daran, die Schöpfung zu regieren, indem er sie rücksichtslos in Besitz nimmt. Aus der adamitischen Namengebung wird eine bizarre Unterwerfung. Don Fernande de
Guzmán (Peter Berling), der groteske, Unmengen von Lebensmitteln verschlingende und dabei gleichgültig Länder
in Besitz nehmende „Kaiser von El Dorado“ von Aguirres
Gnaden, erscheint als so lächerliche wie bösartige Karikatur
eines biblischen Auftrags an den Menschen, sich die Welt
Schwerpunktthema Wut
untertan zu machen. Kains Brudermord führt nicht in eine
Geschichte des Fortschritts der Menschheit durch Arbeit,
sondern in ein Inferno immer weiteren Mordens. Jahwe, der
Kains Opfergabe zurückweist, bestraft dessen aus Zorn geborene Tat mit dem Fluch der Heimatlosigkeit (Gen 4). Erstgeborener Sohn Adams und Evas, dessen Nachfahren die
Zivilisation begründen, trägt Kain das ewige Zeichen der
Gewalt, das ihn als Mörder stigmatisiert und, durch Gott
selbst, vor Auslöschung bewahrt. Jahwes Zorn begründet
den Zusammenhang zwischen Kultur und Gewalt, dessen
schaurig-schönes Antlitz Kinskis Figur des „Aguirre“ zitiert.
Teuflisch werden natürliche Unterscheidungen, wie die
von Mann und Frau, Adam und Eva im Wahn menschlicher Selbstvergottung verleugnet: Aguirre will mit seiner
eigenen Tochter eine Dynastie begründen, um die Neue
Welt zu beherrschen wie die Nachfolger Kains. Hat eine
zur Hölle verwandelte Welt sich längst von der biblischen
Botschaft gelöst, bestrafen die Invasoren ein wörtliches Verständnis der Schrift mit dem Tode. Zwei Eingeborene, die
versuchen, wie ihnen geheißen, das Wort Gottes zu hören,
indem sie ihr Ohr an die Bibel legen, werden wegen Gotteslästerung umgebracht. Lüstern von goldenen Kruzifixen
träumend, lässt der Missionar den Mord geschehen. Was
die Schrift sagt, ist Sache der Auslegung durch den Herrn –
doch durch den jeweiligen Herrn dieser Welt. Er tritt an die
Stelle Gottes als absoluter Souverän, Herr über Leben und
Tod. Die Logik des Unterscheidens führt in eine diabolische
Paradoxie, deren Entfaltung sich als Geschichte realisiert
und reflexiv im Bild zeigt.
3
Darin wiederholt sich die biblische Urgeschichte der Herrschaft als einer Rhetorik des Zorns. Hermeneutik und Gewalt, Wort und Macht sind miteinander verflochten. Moses,
auf dem Berg Sinai weilend, um von Jahwe die Gesetze entgegenzunehmen, beobachtet gemeinsam mit seinem Gott,
wie das Volk der Israeliten derweil einem goldenen Götzen
in Gestalt eines Kalbes huldigt. Besser als ein bilderloser
Gedanken-Gott vermag das Abbild sinnliche Wünsche zu
repräsentieren. Erzürnt schickt Jahwe sich an, die Abtrünnigen zu vertilgen. Moses, der seinen Herrn zunächst besänftigt, exekutiert die Strafe schließlich selbst: Er, der bereits
weiß, was geschehen ist, entbrennt nun – für alle sichtbar,
also öffentlich und in der Welt – in Zorn, zerschmettert die
Gesetzestafeln und befiehlt ein Massaker an den Frevlern
(vgl. Ex 32, 7-29). Moses’ Zorn tritt an die Stelle der göttlichen Wut und wird zur rhetorischen Inszenierung eines politischen Zeichens. Von nun an ist der Herrscher dieser Welt
der einzige Interpret des Wortes der Schrift und damit Herr
über Leben und Tod. Der mythisch-religiöse Logos entfaltet sich als Hermeneutik der Macht in der Kunst des Unterscheidens und der begründungslosen Macht des Entscheidens. Politik entsteht als Verbindung von Macht, Wort und
Autorität, die von kommunikativer Einkleidung der Affekte
lebt. Folgen eines Frevels gegen das Wort müssen sichtbar
sein und innerweltliches Zeichen werden, um glaubwürdig
Taten zu begründen. Moses erzürnt sich stellvertretend für
den unsichtbaren Jahwe, um seinen Zorn als Form der Welt
in eine Rhetorik politischer Unterscheidungen zu transformieren.
025
Politiker sollten, wie Aristoteles mahnt, um den Zusammenhang von Affekt und Kommunikation wissen, wollen
sie nicht grundlos und mit unübersehbaren Konsequenzen,
mithin tatsächlich und deshalb vergeblich, in Zorn geraten.
Weniger das situationsübergreifend Wahre als das jeweils
Überzeugende zu erkennen, lehrt die Kunst der Rhetorik.
Menschliche Vernunft ist nicht rein. Sie steht unter dem
Einfluss von Affekten, die das Urteil beeinflussen. Öffentlicher Vernunftgebrauch muss sich deshalb auf den situativen Zusammenhang von Urteil und Affekt im Logos der
Rede verstehen, um kluge Entscheidungen zu treffen. Statt
um Psychologie geht es Aristoteles um Ordnungen der
Kommunikation, die auch den Zorn unter Kontrolle halten,
der zu Handlungen der Vergeltung neigt. Zorn gilt jemandem, von dem der Erzürnte eine Kränkung erlitten zu haben meint. Moses verwandelt den Zorn des unsichtbaren
Jahwe in Taten. Um als politisches Zeichen wirksam zu sein,
muß Zorn jemandem zugerechnet werden, der in der Welt
agiert. Aus dem „Off“ des Berges Sinai ist das Volk nicht
zur Räson zu bringen. In dieser Position befindet sich sogar
Jahwe nur als erzählte Figur der Thora. Wohnstatt findet er
in Geschichten – wie auch Aguirre, sein diabolischer Gegenspieler in der filmischen Interpretation der Genesiserzählung.
4
Für den Jahwe des Alten Testaments ist es keineswegs
unter seiner göttlichen Würde, bei Gelegenheit in Zorn zu
geraten. Jenseits der Unterscheidung zwischen Gut und
Böse stehend, gönnt er sich, nach modernem Verständnis,
das Privileg der Amoralität, wie sie einem Weltenschöpfer
zustehen mag. Weil sein Handeln, ganz wie das menschliche Leben, auch von Gefühlen bewegt wird, fordert die
biblische Erzählung göttlicher Taten zur Reflexion auf die
Logik des Urteils und die Folgen des Unterscheidens heraus. Ethische Begründungspflichten sind Jahwes Sache
nicht. Liebe, auch die Liebe Gottes zu seiner Schöpfung,
ist ein Geschenk. Ohne moralische Begründung oder die
Möglichkeit argumentativer Einforderung wird sie vielleicht
gewährt. Kains Opfer weist Jahwe grundlos zurück; das
Herz des Pharao verhärtet er einzig zu dem Zweck, Strafen
auf ihn herabbeschwören zu können (vgl. Ex 7, 1-5). Seine
Besänftigung zum liebenden Gott im Neuen Testament
verdankt sich einer onto-theologischen Arbeitsteilung: Nun
muss der Teufel die Rolle des Bösen übernehmen. Satan
wird, wie Paulus schreibt, zum „Herrn dieser Welt“ (2. Kor
4,4).
In seiner langen Geschichte trägt der Teufel viele Gesichter.
Fratzenhaft und schauerlich, wie er durch Bildwelten von
Hieronymus Bosch spukt oder auf den Tympana der Kathedralen hockt, ist der listenreiche Verführer keineswegs
immer. Bei Goethe betritt er als eloquenter, scharfsinniger
Mann von Welt die Bühne, der Doktor Faust das Leben
zeigt. Menschliche Schwächen werden von ihm unterstützt
und entlarvt. Statt zu verführen, verstärkt und vergrößert
er Konsequenzen von Entscheidungen, die er nicht selber
trifft. Ironisch verwandelt Mephisto Wissenschaftsgläubigkeit und Aufklärungspathos in eine Beobachtungskunst,
der nichts Menschliches fremd bleibt. Verstaubten Bil-
026
dungsplunder verspottet Mephisto als Dressur des Geistes.
Mit lüsternem Wahnsinn, wie in Kinskis Interpretation des
„Aguirre“, kommt der Teufel ebenso daher wie als „man
of wealth and taste“, ein Gentleman der Popkultur, der um
Höflichkeit bitten darf, ist er doch einer von uns – ein „you
and me“. Große Menschheitsverbrechen, Kriege und Morde mögen auf sein Konto gehen, doch ist er nichts anderes
als die personifizierte Logik dieser Welt. Wer den Teufel erkennt, erkennt sich selbst. Im Zeichen Kains hält Satan den
Mord in der Welt und exekutiert, so betrachtet, die ewige
Strafe Gottes für den ersten Brudermord. Ihn zu erkennen,
fällt nicht leicht, da er, wie Paulus erklärt, den „Sinn verblendet“ (2. Kor 4, 4). Listenreich und vielgestaltig wie er ist,
lässt er sich schwer entdecken. Wir müssen die Zeichen der
Welt richtig deuten. Dazu verhilft uns, wie jedenfalls Paulus
behauptet, die Vernunft.
entdecken. Werner Herzogs Film über Abgründe der Vernunft am Rande der Zivilisation liefert ein exemplarisches
Beispiel für solche Lektüren. Aguirres Wahn entpuppt sich
als selbstdestruktive Realität der Vernunft in der Welt, an
der wiederum „Vernunft“ selbst erscheint wie im Negativ:
als direkt unsichtbares Wesen Gottes. Logos und Bild bleiben ineinander verschränkt. Reflexion erweist sich als Form
des Imaginären, in der Vernunft sich vollzieht, indem sie
sich als unmittelbare Erkenntnis verhüllt.
Francis Ford Coppola, der 1979 mit „Apocalypse now“
(1979, 202 min Redux-Fassung) einen monumentalen Film
über die Wirklichkeit des Krieges und den Mythos Vietnam
dreht, der zum amerikanischen Alptraum wurde, nimmt seinerseits auf Joseph Conrads „Herz der Finsternis“ bezug.
Auch Herzogs Verfilmung rechnet Coppola zu seinen anregenden Vorlagen. In glühenden, surreal anmutenden Bildern scheint in der grünen Hölle Vietnams die Apokalypse
des Johannes Realität geworden zu sein. „Hagel und Feuer,
mit Blut gemischt“, ergießen sich über die Erde. Flammen,
Rauch und Schwefel schießen aus den Löwenmäulern der
Pferde wie aus den Mündungen der Maschinengewehre.
Sterne fallen vom Himmel wie Leuchtkugeln, als der Tod
auf seinem fahlen Pferd über das Schlachtfeld reitet (vgl.
Offb 6, 12f.). An die Stelle Aguirres tritt Colonel Kurtz (Marlon Brando), ein ehemaliger amerikanischer Offizier, der
schließlich ein bizarres eigenes Reich gründet, in dem er
als absoluter Souverän regiert. Kurtz praktiziert seine eigene Form der Aufklärung. Den Glauben an Vernunft und
Freiheit ersetzt er durch Dezision als paradoxer Form der
Aufklärung. Er ist der absolute Grund der Autorität – aber
als paradoxe Figur in der Welt unerträglich. Gott und Teufel
fallen in der Figur von Kurtz zusammen. Kurtz muß sterben.
Politisch, logisch und religiös sprengt er die ontologischen
Register. Captain Willard (Martin Sheen), der auf die Suche
nach Kurtz geschickt wird und dessen Off-Stimme die Geschichte erzählt, wird Kurtz in einer furios-ästhetischen und
mythisch-schrecklichen finalen Begegnung töten. Coppola
choreografiert einen Rausch des Opfers: Während Eingeborene rituell einen Ochsen – Zitat des Goldenen Kalbes
– schlachten, indem sie ihn in blutige Stücke hauen, metzelt
Willard in Trance den mächtigen Körper von Kurtz nieder.
Tier und Mensch erscheinen trotz ihrer Stärke plötzlich als
wehrlos der Gewalt ausgelieferte Kreaturen. Ihre Bedeutung – ihre symbolische Natur – verurteilt sie physisch zum
Tode. Opfertier und Souverän werden geschlachtet, ist das
Opfer doch Preis der Vernunft: In der Wirklichkeit der Gesellschaft findet die Logik der Vernunft die Logik ihrer eigenen Paradoxie unerträglich. Im Opfer geht die Vernunft im
Mythos unter, dessen Gestalt der Film beschwört, wiederholt und entfaltet. Auch der Mythos hat zwei Seiten, wie
Captain Willard begreift: Er existiert im Modus der Reflexion oder der Macht, als Rhetorik des Zorns.
Das Licht der Vernunft, Hoffnung der Aufklärung und Stolz
europäischer Wissenschaft, scheint sich jedoch im Dschungel des Amazonas zu verfinstern. Geographische, religiöse
oder moralische Maßstäbe kommen abhanden. Im Schicksal der Expedition scheint sich Paulus’ Wort zu bestätigen:
„Gottes Zorn enthüllt sich vom Himmel her über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen ...“ (Röm 1,
18f). Wer von seiner Vernunft, dem Geschenk Gottes an die
Menschen, keinen Gebrauch macht, wer sie sogar wissentlich ignoriert oder zynisch ins Gegenteil verkehrt, den trifft
der Zorn des Herrn. Darf man daraus umgekehrt schließen,
dass, wer in der Welt gestraft ist, zurecht gestraft ist? Ist
das Böse Zeichen göttlicher Wut? Wäre demnach das Übel
der Welt eine Rhetorik des Zorns, in der sich, umgekehrt,
Wesen und Macht des Herrn bestätigen? Paulus immerhin
versichert, Gott sei „an seinen Werken durch die Vernunft“
zu erkennen (Röm 1, 18f ). Er folgert daraus, dass es unentschuldbar sei, ihn nicht zu erkennen. Doch so zwiespältig
wie der Mythos bleibt diese Behauptung. Denn wie ist das
Gute vom Bösen – das paradiesische Erkenntnisparadox –
in der Welt zu unterscheiden, wenn seit den Tagen Kains
der Zorn seine mörderische Wirkung tut? Mit welchen Werken tritt Gott in Erscheinung? Wäre gar das Elend der Welt
als negatives Zeichen für die Güte Gottes zu lesen, gegen
das kein innerweltlicher Zorn hilft, weil Gott – die Paradoxie
der Welt – als ein affektuell adressierbarer Jemand gar nicht
in Frage kommt? Mündet „Vernunft“ womöglich in Resignation, wenn nicht gar in apokalyptischen Zorn angesichts
der Paradoxien der Vernunft? Sollen wir in Figuren wie Don
Lope de Aguirre die Gottes-Logik als Vernunftparadox erkennen?
5
Wer so die Zeichen liest – und die Welt als Zeichenordnung
betrachtet – mag in der Schöpfung eine Rhetorik des Zorns
Vgl.. Kant, I.: Mutmasslicher Anfang der Menschengeschichte (1786). In: Ders.:
Werke in sechs Bänden, Bd. VI. Darmstadt 1983, S. 83-102; zur Umdeutung der
Kains-Geschichte in eine Fortschrittsgeschichte vgl. auch Konersmann, R.: Die
Unruhe der Welt. Frankfurt/M. 2015, S. 132ff.
i
ii
Vgl. Aristoteles: Rhetorik. Stuttgart 2007, 1378a-1378b.
iii
Vgl. Flasch, K.: Der Teufel und seine Engel. Die neue Biographie. München
2015.
iv
Vgl. Goethe; J.W.: Faust I (1808). In: Werke in sechs Bänden Bd. III. Frankfurt/M.
1993, S. 5-136, hier S. 56ff.
v
The Rolling Stones: Sympathy for the Devil (1968). Geschrieben von Mick Jagger, zuerst erschienen auf dem Album Beggars Banquet.
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028
UND NOCH ETWAS
ÜBER DIE FURCHT
Das Gefühlsleben der Menschen kennt viele und unterschiedlichste Empfindungen. Liebe und Hass, Wut und Freude, spontanes Glücksempfinden und heftige
Verzweiflung sind nur einige wenige Emotionen, die viele von uns kennen und
schon intensiv erfahren haben.
Es gibt aber bei weitem mehr, vielleicht sogar unendlich
viele Emotionen, die ebenfalls von Menschen durchlebt
und erfahren worden sind. Mit all diesen Gefühlen sind wir
selten allein und auch ihre Entstehung hat zumeist mit anderen Menschen zu tun. Wir lieben oder hassen einander,
wir trauern um unsere Eltern oder einen guten Freund oder
wir freuen uns über eine unerwartete Hilfe. Auch ein spontanes Glücksempfinden hat nahezu immer – manchmal mittelbar, aber oft direkt – mit unserer Beziehung zu anderen
Menschen zu tun. Dasselbe gilt für die Verzweiflung, in die
wir stürzen, weil – aus welchen Gründen auch immer – wir
uns durch unser Handeln mit guten Freunden überworfen
haben und uns damit die soziale Isolation und Missachtung der Anderen droht. Bei all diesen Gefühlszuständen
haben wir es mit zwischenmenschlich und gesellschaftlich
bedeutsamen Erfahrungen zu tun. Und wir könnten diese Darstellung sogar umkehren und bemerken, dass zwischenmenschliche und gesellschaftliche Beziehungen nur
schwer ohne solche Emotionen denkbar sind.
Alfred Hirsch
Apl. Professor für Philosophie
Fakultät für Kulturreflexion – Studium fundamentale
Es wäre daher nur allzu plausibel und leicht nachvollziehbar, eine politische oder gesellschaftliche Theorie auf
eine oder mehrere der genannten Gefühlserlebnisse zu gründen. Möglicherweise gibt es hier
oder dort Aspekte von Liebe oder Hass, die in
die Begründungen und Einsichten mancher
politischen Theorie einfließen. Mir ist jedoch
keine einzige Theorie des Staates und
seiner gesellschaftlichen Institutionen bekannt, die beispielsweise
Liebe oder Hass zum zentralen Ausgangspunkt der
politischen Ordnung
erkoren hat. Ganz
anders verhält sich
dies mit dem von
uns wenig geschätzten Gefühl der Furcht. Lange
bevor Judith Shklar ihre Theorie des
politischen Liberalismus auf die Furcht und die ‚Furcht vor
der Furcht‘ gründet, haben wichtige politische Philosophen
ebenfalls ihre theoretischen Ordnungen um den Begriff der
Furcht zentriert.
Schwerpunktthema Wut
DIE FURCHT VOR DEM ANDEREN UND
DER TERROR DES STAATES
Allen voran ließe sich Thomas Hobbes nennen, der nicht nur
in seinem theoretischen Hauptwerk, dem ‚Leviathan‘, von
der außerordentlichen Bedeutung der Furcht überzeugt
war und dieser eine entsprechende Rolle zuwies. Auch in
seiner Autobiographie erzählt er gleichnishaft, dass seine
Mutter nicht ihn alleine zur Welt brachte, vielmehr gebar sie
‚Zwillingen‘: die Mutter „did bring forth Twins at once, both
Me, an Fear“. Diese zweifelsohne etwas ironisch metaphorische Zuspitzung charakterisiert die innige Verbindung, die
Hobbes lebenslang mit der Empfindung von Furcht hat eingehen müssen. Und wenn in der englischen Sprache von
‚fear‘ die Rede ist, dann lässt sich die Bedeutung dieses
Wortes im Deutschen nicht einfach durch ‚Furcht‘ übertragen. Denn die in der deutschen Semantik so markante
Unterscheidung von ‚Furcht‘ und ‚Angst‘ gibt es im Englischen nicht. Das Wort ‚fear‘ fasst daher beide Bedeutungen
zusammen und oszilliert zwischen einer ‚Furcht‘ vor einer
konkreten Gefahr einerseits sowie der ‚Angst‘ als einem
unspezifischen Bedrohungsempfinden andererseits. Mit
der Angst wird die Furcht zu einer existentiellen Grunderfahrung, deren Thematisierung Hobbes zu einem beachtlichen Vordenker und Stichwortgeber der Philosophie der
Moderne hat werden lassen.
Besonders die mit Kierkegaard im 19. Jahrhundert anhebende Existenzphilosophie hob nachdrücklich hervor, dass
die Empfindung der Angst gewissermaßen die Kehrseite
der durch die Aufklärung in Theorie und Praxis gewonnenen Freiheit des menschlichen Individuums und des
Verlustes seines metaphysischen Obdachs sei. Anders als
bei Hobbes und Shklar findet die Furcht/Angst bei Kierkegaard zwar keinen Einlass in eine Theorie der politischen
Vergesellschaftung, jedoch durchzieht die Beschreibung
der Angst nach ihm als intrinsische Erfahrung des modernen Subjekts die weiten Sphären gesellschaftsphilosophischer Einlassungen. Aber schon bei Hobbes erhält die
Bestimmung der Furcht (‚fear‘) eine existenzphilosophisch
anthropologische Note, wenn er schreibt: „Abneigung,
verbunden mit der Erwartung eines durch den Gegenstand
bewirkten Schadens, ist Furcht.“ Zugleich aber wird deutlich, dass Hobbes den Begriff ‚fear‘ stärker im Hinblick auf
eine konkrete Befürchtung zuspitzt. Dies bedeutet allerdings nicht, dass er das Gefühl der Angst ganz außer Acht
lässt. Vielmehr versucht er es von dem der ‚Furcht‘ (‚fear‘) zu
unterscheiden, wenn er im Englischen von ‚Panique Terror‘
oder ‚anxiety‘ spricht. Denn diese bezeichnen seiner Einordnung nach eine „Furcht ohne Wahrnehmung des Warum oder Was“.
Sowohl Angst als auch Furcht haben eine zeitliche Struktur
und Dynamik, die – im Falle der Furcht – mit der Erwartung
eines bestimmten Zustandes oder Geschehens einhergeht oder die – im Falle der Angst – mit einer allgemeinen
und unbestimmten starken Sorge um zukünftig hereinbrechende Gefahren koinzidiert. Daher bedeutet es, wenn im
Rahmen einer politischen Theorie eine besondere Betonung auf die Rolle von Furcht und Angst gelegt wird, ein
besonderes Augenmerk auf die Zukunftsorientierung der
Menschen zu legen. Hier wird ein inniger Zusammenhang
029
zwischen den sich vor der Zukunft fürchtenden und ängstigenden Menschen einerseits und der politischen Ordnung
andererseits gestiftet. Denn es ist nur allzu evident, dass
eine politische Ordnung, die von vielen, miteinander in Verbindung stehenden, sich ängstigenden menschlichen Wesen ausgeht, entsprechender Strukturen und Institutionen
bedarf.
Die zu entwerfende und zu entwickelnde politische Ordnung müsste das ‚Bewusstsein‘ eines Gefühls vermeiden,
das uns unsere Zukunft streitig machen will. Es ist Sartre
der sagt: „Das Bewusstsein, seine eigene Zukunft zu sein
in der Weise, sie nicht zu sein, das ist genau das, was wir
Angst nennen.“ Unser Denken des Staates und seiner unterschiedlichen Einrichtungen müsste also versuchen, ein
Konzept zu entwerfen, das unserer Angst, in Zukunft ‚nicht
zu sein‘ jegliche Grundlage entzieht. Eine politische Ordnung, die dies vermag, müsste das Leben der in ihr lebenden Menschen bewahren können und die Sicherheit ihrer
Mitglieder auf Dauer stellen. Sie müsste in der Lage sein,
die Zukunftsplanung der einzelnen und der Gesellschaft
berechenbar zu machen. Sie müsste es schaffen, innergesellschaftliche Auseinandersetzungen und Konflikte so zu
regeln, dass es nicht zur Bedrohung von Leib und Leben
kommt. Die politische Theorie Hobbes‘ hat bekanntlich
versucht, diese Bedingungen mittels einer vertraglichen
Befriedung der zwischenmenschlichen Verhältnisse zu gewährleisten: Angst und Furcht sind Befindlichkeiten des
‚Naturzustandes‘, die den einzelnen Menschen im ‚war of
every man against every man‘ beherrschen. Erst mit der
Ausschaltung des ‚natürlichen‘ Krieges und der vertraglichen Übergabe des den einzelnen ursprünglich eigenen
Rechtes auf Gewalt an einen ‚Leviathan‘, vermag der ‚Krieg
aller gegen alle‘ unterbunden zu werden.
Der ‚Leviathan‘ als übermächtiger Inhaber des Gewaltmonopols ist gemäß Hobbes mit so weitreichenden Befugnissen auszustatten, dass er nicht nur die gewaltsamen Konflikte der Bürger untereinander beenden kann, sondern
auch jeglichen gegen ihn selbst gerichteten Widerstand
zu brechen in der Lage ist. Diese nicht selten als politische
Theorie des historischen Absolutismus des 17. Jahrhunderts eingeordnete Konzeption tendiert dazu, die ehemals
zwischenmenschliche Furcht des Naturzustandes in eine
neuartige Furchtbeziehung zu übertragen. Nun wird nicht
mehr der andere Mensch in einem regellosen Zustand gefürchtet, sondern es gilt den ‚Leviathan‘ und seine staatlichen Einrichtungen zu fürchten, die den Bürgern keinerlei
politischen Bewegungsspielraum und individuelle Freiheit
lassen. Schon Locke hatte dieses politische Modell für die
eigenartige Einsicht gehalten, es aus Angst vor Mardern
und Füchsen für ‚Sicherheit‘ zu halten, von einem Löwen
gefressen zu werden. Und er lag mit dieser Einschätzung
des Staatsmodells Hobbes‘ nicht so falsch, denn dieser
macht im ‚Leviathan‘ immer wieder deutlich, dass sich die
Rechtmäßigkeit der staatlichen Zwangsgewalt daran zu bemessen habe, wie sehr sie die Bürger im Staate zu zwingen
vermag.
Der ‚Leviathan‘ muss geradezu dafür sorgen, dass die ehemals im Naturzustand virulente Furcht der Menschen untereinander nun in der staatlichen Ordnung dem ‚Leviathan‘
030
gegenüber empfunden wird. Denn nur, wenn die staatliche
Zwangsgewalt in der Lage ist, durch ‚Schrecken‘ (‚terror‘)
und Einschüchterung der Bürger für dauerhafte Sicherheit
zu sorgen, ist sie auch legitim. Einer in Zeiten des englischen und kontinentaleuropäischen Bürgerkrieges entworfenen politischen Theorie mag zu Gute gehalten werden,
dass der Beendigung der privaten Gewalthandlungen und
der Verheerung ganzer Landstriche oberste Priorität einzuräumen ist. Fraglich scheint allerdings, ob sie darüber hinaus auch für die wesentlichen Bedingungen des modernen bürokratischen Staates aufzukommen vermag, dessen
Kontroll- und Disziplinierungseffiziens ganz neue Formen
staatlicher Schreckensherrschaft ermöglichten. Zweifelsfrei
divergieren Bedingungen, Notwendigkeiten und Chancen
politischer Herrschaft zwischen dem 17. und dem 20./21.
Jahrhundert. Letztlich bedeutet das von Hobbes geforderte Schreckensregime jedoch auch zeitenthoben die Fortsetzung der Erzeugung von Furcht im Staat mit anderen
Mittel – mit der Begründung, Schlimmeres zu vermeiden.
Von in gewisser Hinsicht sehr ähnlichen und doch auch
gänzlich verschiedenen Voraussetzungen geht Judith Shklar
in ihrem Entwurf eines ‚Liberalismus der Furcht‘ aus. Indem
sie eine politische Theorie entwirft, die an die existentiell
starke Erfahrung der Furcht anknüpft, rückt sie unmittelbar
in die Tradition der politischen Philosophie Hobbes. Anders als dieser aber geht sie nicht von einem hypothetisch
fernen Naturzustand aus, in dem Menschen ohne staatlichen Schutz der Willkür anderer ausgesetzt sind. Vielmehr
setzt sie bei der staatlichen und sozialen Realität des 20.
Jahrhunderts an. Anders als in den Überlegungen Hobbes,
die von den bürgerkriegsnahen Einsichten geprägt waren,
steht am Horizont ihrer Reflexionen der das Individuum
bedrängende übermächtige Staat. Die Gefahr für den Einzelnen geht zunächst und vor allem von diesem aus. Dies
entspricht der zeitgenössischen Bestandsaufnahme der
von den Schreckensstaaten der Nationalsozialisten und
Stalinisten verübten Grausamkeiten. Für so viele Menschen
brachten diese politischen Regime Verfolgung, Folter und
Mord – und die permanente, jeden Augenblick und Ort bedrängende Furcht davor.
Gemäß Shklar geht es daher primär um die Freiheit „von
Machtmissbrauch und der Einschüchterung Wehrloser;
denn genau dazu verführt der Unterschied zwischen den
Grundeinheiten“ der politischen Sphäre: den ‚Schwachen‘ und den ‚Mächtigen‘. Diese Unterscheidung gibt es
evidentermaßen aber nicht nur in autoritären und totalitären Staaten, sondern auch in den demokratischen Rechtsstaaten des 21. Jahrhunderts. Dieser Leitgedanke Shklars
veranlasst sie auch zu einer kritischen Anmerkung die Totalitarismustheorie Hannah Arendts betreffend, denn der
Missbrauch von Macht und die ‚Einschüchterung Wehrloser‘ lässt sich auch in den liberalen Staaten feststellen. Daher gilt es, auch in diesen beständig und ausdauernd jene
Handlungsweisen und Institutionen in Frage zu stellen, die
die Schwachen den Repressalien der Mächtigen aussetzen.
Um dauerhaft die Freiheit von Repressalien und Furcht vor
diesen zu gewährleisten, bedarf es daher politischer Institutionen, die die Schwachen und Wehrlosen nicht allein
vor den Mächtigen schützen, sondern die zugleich auch so
aufgebaut sind, dass diese einander kontrollieren. Hierzu
ist eine Teilung und vielleicht sogar Konkurrenz staatlicher
Einrichtungen und Körperschaften notwendig.
Nun stellt die Begrenzung der Macht staatlicher Gewalt
und ihrer jeweiligen Institutionen ein Kernelement der liberalen Theoriebildung dar. Naheliegend ist damit zugleich,
dass der Ansatz Shklars nachdrücklich die Gründungsnähe
zum Liberalismus, die Hobbes von einigen Autoren zugeschrieben wird, zurückweisen muss. Größer und plausibler ist ihre Nähe zum Vordenker der liberalen Staatlichkeit,
dem politischen Aufklärer Montesquieu. Dieser entwarf, die
Machtfülle des modernen Staates vorausahnend, ein Konzept innerstaatlicher Gewaltenteilung. Er schrieb die Idee
einer die staatlichen Machtpole ausbalancierenden Staatlichkeit im Sinne Lockes fort. Unterschied dieser noch zwischen zwei Gewalten, entwickelte Montesquieu weitergehend eine Differenzierung zwischen Legislative, Exekutive
und Jurisdiktion. Diese Dreiteilung der Gewalten sollte die
Macht über Leben und Freiheit der Bürger solchermaßen
beschränken, dass die die Gesetze auslegenden Personen
nicht auch diejenigen sind, die die Gesetze erlassen oder
exekutieren.
Das Recht auf ein faires Rechtsverfahren, das Recht sich einen juristischen Beistand suchen zu dürfen und das Recht,
bei Beleg der Unschuld des Angeklagten wieder freigelassen zu werden, sind Grundvoraussetzungen der bürgerlichen Freiheit. Es handelt sich hier um eine ‚Freiheit von…‘,
die keiner weiteren inhaltlichen Voraussetzungen bedarf.
Entscheidend ist die Freiheit von staatlichen Übergriffen
und der Schutz durch staatliche Institutionen vor privater
Gewalt. Shklar knüpft an dieses bei Montesquieu noch in
den Kinderschuhen steckende Projekt einer ‚negativen Freiheit‘ an und spitzt es dahingehend zu, dass der ‚Liberalismus der Furcht‘ nicht nur auf die Freiheit vor Gewalt abzielt,
sondern auf jede Form der ‚öffentlichen und privaten Einschüchterung‘. Auch Shklar beharrt darauf, dass die Machtbegrenzung der Regierung und der anderen staatlichen
Gewalten erst die Voraussetzung dafür bilden, dass Freiheit
in einer politischen Ordnung möglich wird. Zwar bedarf es
noch weiterer notwendiger Voraussetzungen, um eine umfassende Freiheit von und ein ‚Nicht-Gezwungen-Werden‘
in der staatlichen Organisation für den Einzelnen zu erreichen, aber auf der Ebene der politischen Ordnungsstiftung
sind dies entscheidende Ermöglichungsbedingungen.
Dabei bemüht sich Shklar durchgehend um die Abgrenzung von einem emphatischen oder ‚positiven‘ Freiheitsbegriff. Das Denken der Freiheit hat von einer besonderen intellektuellen Zurückhaltung auszugehen, um nicht am Ende
in einem utopisch normativen Gegenentwurf zu landen,
der eine neue, einzig wahre Welt der Freiheit als Dogma
dem Hier und Jetzt entgegenhält. Die darin stets keimende Gefahr einer Zwangsausübung mit gutem Gewissen gegenüber einer großen Zahl von Menschen zum Zweck der
Überzeugung von einer idealen zukünftigen Freiheit gilt es
zu vermeiden. Dieses politische Denken in kleinen Schritten, das vor allem die Vermeidung eines ‚sumum malum‘
intendiert, zielt vorrangig auf die Vermeidung von ‚Grausamkeit‘, die nach Shklar „ein absolut böses ist“. Die in
dieser Haltung liegende theoretische Demut weiß um die
dringend notwendige Erinnerung an die Gewaltexzesse im
Namen einer gerechteren Welt. Sie appelliert geradezu an
Schwerpunktthema Wut
die Pflege des kollektiven Gedächtnisses, das die unendlich
vielen Opfer staatsutopischen Tugendterrors nie mehr aus
dem Blick verlieren darf.
031
facher Hinsicht an den Benjaminschen ‚Engel der Geschichte‘, der ebenfalls rückwärtsgewandt von einem Sturm, der
von der Geschichte her weht, in die Zukunft treibt. Dabei
bleibt sein Blick auf den Trümmerhaufen gerichtet, den die
Geschichte vor ihm auftürmt. Nun ist keineswegs gewiss,
ob der ‚Engel der Geschichte‘ aus dem vor ihm liegenden
Desaster der Vergangenheit zu lernen vermag und eine Vermeidung der nunmehr bekannten fürchterlichsten Erfahrungen und Grausamkeiten der Vergangenheit anzustreben
in der Lage ist.
Dieses kollektive Gedächtnis ist vielleicht die einzige Orientierung, die einem ‚Liberalismus der Furcht‘ bleibt, da in
diesem der Ort einer überzeugenden Perspektive wurzelt.
Nur im Ausgang der Opfer politischer Grausamkeit lässt
sich ein weitgehend voraussetzungsarmes Denken politischer Vergemeinschaftung skizzieren. Es bleibt gleichwohl
ein schwaches Denken, das von der Vermeidung der gravierendsten Zwangsregime und ihren Gewaltsamkeiten getrieben wird. Wir haben es so mit einer gewissermaßen blinden,
rückwärtsgewandten Orientierung zu tun, die gleichwohl in
die Zukunft voranschreitet. Die Denkfigur erinnert in mehr-
(Dieser Text ist die stark gekürzte und überarbeitet Fassung
meines Aufsatzes‚ Furcht vor Verletzungen‘, der 2014 in der
‚Deutschen Zeitschrift für Philosophie‘, S.171-186 erschien.)
Thomas Hobbes, The Life of Mr.Thomas Hobbes of Malmesbury, Written by
Himself in a Latine Poem, and now Translated into English, London 1680, 2.
6
Judith Shklar, Liberalismus der Furcht, hg. und übers. von Hannes Bajohr, Berlin
2013.
Thomas Hobbes, Leviathan oder Stoff, Form und Gewalt eines kirchlichen und
bürgerlichen Staates, hg. von I.Fetscher, übers. Von W.Euchner, Frankfurt am
Main 1994, 42.
7
Judith Shklar, Liberalismus, a.a.O., 41.
8
Vg. Judith Shklar, Liberalismus, a.a.O., 32.
9
Vgl. Judith Shklar, Liberalismus, a.a.O., 42.
3
Thomas Hobbes, Leviathan, a.a.O., 44.
10
Judith Shklar, Liberalismus, a.a.O., 32.
4
Jean-Paul Sartre, Das Sein und das Nichts. Versuch einer phänomenologischen
Ontologie, übers. Von J.Streller, K.A.Ott und A.Wagner (1962), Hamburg 1982,
74.
11
Vgl. Walter Benjamin, Über den Begriff der Geschichte, in: ders., Gesammelte Schriften, hg. von Rolf Tiedemann und Hermann Schweppenhäuser, 5 Bd.,
Frankfurt am Main 1980, Bd.1, 697.
5
Vgl. John Locke, Zwei Abhandlungen über die Regierung, übers. von H.J.Hoffmann, hg. von W.Euchner, Frankfurt am Main 1977, 258.
1
2
658_Wedhorn_W86_3
25.07.2013
10:56 Uhr
Seite 1
Länder · Menschen · Abenteuer
WITTENER REISEBÜRO
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�
AUS
FAKULTÄT
UND
STUDIUM
Aus Fakultät und Studium
033
TELEVISION SPACE
Pierre Schwarzer & Pujan Karambeigi für super_filme
Studierende des B.A.-Studiengangs „Philosophie, Kulturreflexion und kulturelle Praxis“ und
des M.A.-Studiengangs „Philosophie und Kulturreflexion“
Zwischen offenem Raum – Offspace – voller Fernseher und verdunkeltem Projektionsraum, zwischen Fernsehen, Kino und
Galerie, zwischen on- und offline – der
television space war ein sechswöchiges
multimediales Experiment in Witten.
WARUM FERNSEHEN?
Wie kein anderes Medium hat
das Aufkommen des Fernsehens Städte und Gesellschaften geprägt. Als generischer,
gelegentlich mit Holz getäfelter Kasten im Wohnzimmer, ersetzte das Flimmern
des Apparats das Flackern
des Kamins. Zwischen Wärme
und Achtlosigkeit gab es nun
ein Fenster zur Welt, zu einer
zerlegten, flimmernden Welt aus
programmierten visuellen Modulen, Programmbausteinen und Kulissen.
Das Kollektiv super_filme hatte schon
seit zwei Jahren mit Kino als Bildtechnologie
Leerstände bespielt – für eine laue Sommernacht
wurde so eine ehemalige Bäckerei zum Kino – oder eine
Fabrik zum Lichtspielhaus. Aus Leere wurde Möglichkeit.
Doch das Fernsehen war anders als das Kino: nicht so sehr
immersive Erzählungen, vielmehr Auflösung von Vereinzeltem und Masse; Nähe und Distanz zum Kollaps bringen;
lustvoll Grausamkeiten und Vergnügen einschleusen, die
sich einbrennen wie die Strahlen der Kathodenröhre auf der
Mattscheibe. Schwerelose Schritte des ersten Menschen
auf dem Mond, Siegestore von Weltmeisterschaften, pilzförmige Schwaden einer Atombombe in schauriger Schönheit – von Euphorie bis Entsetzen spiegelte das Fernsehen
die verbildlichten Affekte der beschleunigten Moderne in
seinem ständigen Fluss.
Dementsprechend musste der television space auch fließen: ständiges Programm (24 Stunden am Tag, 7 Tage
die Woche), ständige Wechsel zu festen Zeiten. Der Pro-
jektionsraum versammelte Zuschauer_innen, evozierte
gemeinsames Lachen bei gleichzeitiger Gewissheit, dass
jene gerade erst entstandene Gruppe beim nächsten Programmpunkt eine andere sein würde. Spontane Bindung,
spontane Zerstreuung – inmitten einer affirmierten Bilderflut.
WARUM OFFSPACE?
War against the center: Junge Positionen, intermediale Visualisierungstechniken, nicht-kommerzielle Ausstellungsformate. Der Offspace ist Guerilla gegenüber dem etablierten Zentrum. Je irregulärer der Angriff desto besser. Seine
vermeintlichen Freiheiten, also die Unabhängigkeit gegen-
034
über dem Markt (nicht der Kunstwelt!), die lose Kopplung
von ästhetischen Konventionen und die radikale Ausrichtung am Neuen, machen den Offspace zum idealen Labor
für ein zukünftiges Zentrum.
Alles begann mit einer Ausstellung des Kollektivs Ogino
Knauss, welche die Peripherie in post-kommunistischen
Räumen dokumentierte und seine Zugehörigkeit zur Untergrund-Szene ebenso mitbrachte. Dokumentarfilme zu
queeren Subkulturen, Kino von Filmemacherinnen aus den
70ern und eine Filmreihe mit Kunstfilmen aus Istanbul waren ebenso Teil unseres Programms wie eine Reflexion zu
den materialen Konsequenzen des digitalen Bildes. Das
Marginale des Guerillas drückte sich dabei entweder im
Thema, Hintergrund oder der kuratorischen Beilage der
künstlerischen Praxis aus.
In der mit Marginalitäten gefüllten Brache der Bahnhofstrasse versuchte sich der televisual space sowohl als künstlerisches Projekt als auch als politische Behauptung. In
seiner Zurschaustellung eines simulierten Zentrums, in der
Thematisierung urbaner Fragen, in seiner offenen Struktur
bot super_filme ein gezeichnetes Widerlager inmitten der
Stadt, als Bündelung von Unvereinbarem: Kunstdiskurs und
Kleinstadt, Leerstand und ständiges Programm, Zentrum
und Peripherie, verkehrsberuhigte Zone und beschleunigte
Guerilla. Der televisual space brach mit peripherem Zeiterleben – einerseits komplett temporär, 6 Wochen, andererseits durch gebündelte, einander abfolgende Bilder, die
Zeiterleben kondensieren.
Spielerische Guerilla, spielerische Bilder, Programmzeitschriften im glänzenden Einheitsbunt der 90er Jahre
– gewaltvolles Eindringen des Fernsehens in unsere Subjektivitäten und Ästhetiken, behutsame Besetzung der Innenstadt, plakativ – und doch temporär, als Fragezeichen,
Ort für Erkundung.
Der Gong der Tagesschau, sittlicher Talk oder das literarische Quartett – Fernsehen war Teilhabe auf Knopfdruck,
Öffentlichkeit zwischen Emanzipation und Regression – es
bot Gesprächsangebote, Kommunikationsräume, informierte und verwirrte. Die verschiedensten Formate (Diskussionsrunden, Fernsehfilme, Frühstücksfernsehen, Gameshows) spiegelten sich auf der Mattscheibe, glitten ins
Wohnzimmer hinein. Und plötzlich war das Bild nicht mehr
nur Erzählung, nicht mehr nur Entführung. Spätestens seit
dem Untergang des Fernsehens ist es kommodifizierte Fläche, räumlicher Kollaps und vor allem Diskurs.
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Aus Fakultät und Studium
GEHÖRTES
SEHEN
035
Tagung zu den Wittener Tagen für neue
Kammermusik GEHÖRTES SEHEN –
Eine Zusammenfassung
Clara-Michaela Dvořák
M.A.-Studiengang Doing Culture. Bildung und Reflexion kultureller Prozesse
Mitorganisatorin der Tagung zu den Wittener Tagen für neue Kammermusik 2016
Auch dieses Jahr, am 22. April, fand wieder ein reflexiver Auftakt zu den Wittener Tagen für neue Kammermusik
statt, diesmal mit dem Oberthema
GEHÖRTES SEHEN.
Wer von den Wittener Tagen für
neue Kammermusik noch nie etwas gehört hat, soll hier kurz aufgeklärt werden. Die Wittener Tage
für neue Kammermusik sind ein
Musikfestival für Neue Musik, das
sich über das letzte April-Wochenende erstreckt und neben Donaueschingen und Darmstadt zu den
wichtigsten Veranstaltungen im
Bereich der Neuen Musik
gehört.
Am ersten Tag
der Wittener Tage
wurden im Rahmen
einer Tagung jedes
Jahr verschiedene Aspekte der Neuen Musik
zusammen mit Referent_innen aus unterschiedlichsten
Disziplinen ausgeleuchtet und
diskutiert. Die Organisation
übernahm dieses Jahr mit Clara Dvořák, Friedemann Brennecke,
Adele Jakumeit und Johanna Lamprecht
nicht nur zwei Masterandinnen des Studiengangs
„Doing Culture. Bildung und Reflexion kultureller Prozesse“, sondern auch Studierende der Folkwang-Universität
der Künste Essen sowie der TU Dortmund. Dieses Jahr
wurde die Aufführung von Musikwerken unter dem Aspekt
beleuchtet, dass es sich eigentlich bei allen Aufführungen
um eine Art Performance-Akt handelt, wo nicht nur das
Hören beteiligt ist, sondern auch maßgeblich das Sehen –
GEHÖRTES SEHEN.
Wie hängen beide Sinneswahrnehmungen zusammen?
Wie viel Einfluss hat das eine auf das andere und damit verbunden, wie wird das Wissen um diese Interdependenz in
der Neuen Musik genutzt?
Mit diesen Fragen haben sich
in ganz unterschiedlicher
Weise und über verschiedene Perspektiven unsere
Referent_innen Paul Hübner, Rainer Nonnenmann,
Brigitta Muntendorf, Christian Grüny, Gordon Kampe, Daniel Moreira, Daniel Kötter und Bastian
Zimmermann auseinandergesetzt.
Zu Beginn gab es eine
musikalische
Konfrontation: Der Trompeter
und Komponist Paul
Hübner führte zwei Stücke auf. Das erste Werk,
ein audiovisueller Videoausschnitt aus A GYÖRGY ENTERTÉJNMENT,
kombinierte Hübner mit
„Oehr. Für Hören solo“
von Robin Hoffmann: „Der
zeitliche Verlauf ist in der
Partitur von oben nach unten dargestellt. Notiert sind
Bewegungen der Hände vor
und an den Ohrmuscheln. Sie
dienen der Filterung des gegenwärtigen Umgebungsklanges. Die sich
ergebenden Kurvenformen müssen bei einer Interpretation genauestens nachgezeichnet werden. Proportion,
Winkel und Ambitus, sowie Abstand zur Ohrmuschel sind
zu beachten.“ (Hoffmann, 2006, S. 2) Normalerweise werden die Anweisungen in dieser Partitur nicht nur von dem_r
Interpret_in ausgeführt, sondern es gibt eine explizite Aufforderung zur Publikumsteilnahme. In unserem Fall kam es
eher zu einer Konfrontation, da die Erwartungshaltung
gemeinhin auf „Tagung“ und nicht auf „Konzert“ ausgerichtet war.
Auch das Filmmaterial ließ Verwirrung zu. Man sah einen
Zusammenschnitt von Fernseh- und Filmausschnitten, von
Heimatfilmen über Werbung bis hin zu Dokumentationen,
036
mit Einwürfen aus einem Videoportrait von György Ligeti
und hörte eine völlig andere, auch abschnitthafte, Tonspur,
dessen Kombination zu teils humoristischen Situationen
führte. Fast nahtlos wurde zum nächsten Stück übergeleitet:
Jagoda Szmytka: scoring – für Trompete, Audio/Video und
Live-Elektronik, ähnlich und doch sehr anders, mit einem
scheinbaren Durchlauf durch das Jump and Run-Videospiel
„Mario World“, diesmal ohne Handbewegungen sondern
mit Trompeten- und Synthesizer-Einlagen des Musikers.
Dieser erste musikalische Einwurf durfte zunächst einmal
für sich stehen bleiben und der Musikwissenschaftler Rainer Nonnenmann schloss mit einer sehr interessanten und
kurzweiligen Übersicht über das Visuelle und das Hörbare
in der Neuen Musik an die Performance an: Das Klingen
des Stummen. Angefangen mit der biologischen Dominanz
des Auges (das Sehen nimmt durchschnittlich 70% unseres
Bewusstseins in Anspruch), über das klassische Format des
Konzertes, das ja an und für sich auch schon ein Gesamterlebnis und nicht nur Hörerlebnis ist, zu eigens für Dirigent_
innen komponierten Stücken von Kagel und Performances
über sie von Xavier Le Roy, ging Nonnenmann mit bildhaften Beispielen auf das Thema ein.
Danach sprach Christian Grüny mit der Komponistin und
Performerin Brigitta Muntendorf über ihre Werkreihe PUBLIC PRIVACY. Darin beschäftigt sie sich musikalisch mit der
Dialektik zwischen dem Privaten und Öffentlichen in Social
Media, dem Bereich, dessen Grundlage diese Gegensätzlichkeit ausmacht (http://www.post-privacy.de/my-music/).
An den Wittener Tagen für neue Kammermusik hatte zum
einen das Stück PUBLIC PRIVACY #ARIA Premiere und zum
anderen konnte im Turm des Wittener Rathauses eine Installation zum Thema Videoüberwachung zu besucht werden.
Der Komponist und Musikwissenschaftler Gordon Kampe
ging dann in einem Kurzvortrag nochmals auf Social Media
und diesmal nur auf eine bestimmte Internetplattform und
ihren Gebrauch ein: YouTube, der Videokanal, der sich seit
seiner Gründung 2005 dramatisch verändert hat, sodass
„YouTuber_innen“ heutzutage bereits gut von ihrer Tätigkeit als YouTube-Videoproduzent_innen leben können.
Kampe führte mit zahlreichen audiovisuellen Beispielen
durch die Geschichte YouTubes, von einer reinen Plattform
für Videomaterial, die sich alsbald die Frage der Archivierung und Kategorisierung stellen musste, über YouTube als
Materialsammlung für neue Videokreationen bis hin zu eigens für YouTube konzipierten Videoformaten.
Die verschiedenen inhaltlichen Fragestellungen führte
Mitorganisator Friedemann Brennecke in einem abschließenden Podiumsgespräch zusammen. Neben Paul Hübner
beteiligten sich der Filmemacher Daniel Kötter, der immer
wieder mit Hübner zusammenarbeitet, Daniel Moreira,
Komponist und Dirigent und der Musikwissenschaftler und
Journalist Bastian Zimmermann an dem Gespräch. Angerissen wurden Formen der Komposition, der Aufführung
und Vermittlung, Herangehensweisen der verschiedenen
Standpunkte – des_r Videoproduzent_in, des_r Theoretiker_in, des_r Musiker_in, des_r Interpret_in – und wie einige davon in Konflikt und Konvergenz stehen. Neue Musik geht so weit, dass immer wieder die Frage provoziert
wird: Ist das noch Musik? Wenn Video und Interpret_in in
den Mittelpunkt rücken und sich im Musikstück unersetzlich machen, liegt der Verdacht der Performance nahe. Es
werden die Grenzen und gleichzeitig auch Möglichkeiten
der (Neuen) Musik vor Augen und vor Ohren geführt. Die
Grenze des Klanglichen, die versucht wird durch Visuelles
zu erweitern, um die Vermutung „das Auge hört mit“ zu
konstituieren. Die Möglichkeiten der weiteren Verbreitung
und der neuen Darstellungsplattformen, die über den klassischen Konzertsaal hinausgehen. Das heißt, die Frage, ob
Performance oder noch Musik, stellt sich in der Neuen Musik insofern, dass sie diese und weitere Grenzen und Möglichkeiten erfahrbar macht.
Wir freuen uns auf die nächsten Wittener Tage für neue
Kammermusik und hoffen durch diese Tagung, die einen
der etlichen Aspekte (Neuer) Musik herausgriff, einen kleinen Impuls zum Weiterdenken und zur Nachrecherche gegeben zu haben.
Hoffmann, Robin: Oehr. Für Hören solo. In: Wordpress-Blog “Acustica
Musical. Facultad de Bellas Artes - UNLP” (https://acusticamusicalfbaunlp.files.wordpress.com/2009/03/hoffman-oehr.pdf), 2006, gesichtet am
05.09.2016.
i
Aus Fakultät und Studium
037
DIE ENTDECKUNG DER
Isabell Przemus
Studierende des B.A.-Studiengangs „Philosophie, Kulturreflexion und kulturelle Praxis“
In Sommersemester 2016 nimmt die Studentin Isabell Przemus an der Urban
School Ruhr teil. Ein Bericht über den kulturpolitischen Hintergrund, die experimentelle Wirklichkeit und weitere Gedanken zur USR.
PRÄSENTATION UND HINTERGRUND
Im März ereilt uns, die Studierenden der Universität Witten/Herdecke, über den Univerteiler ein Aufruf, sich bei der
Urban School Ruhr (USR) für Forschungsreisen nach Paris,
Marseille, Athen und/oder Liverpool zu bewerben. Was für
ein attraktives Angebot für uns, die wir der Generation angehören, die nichts inniger zelebriert als das Reisen. Und
nicht nur das. Für alle Kunstkenner kommt hinzu, dass die
USR ein Projekt der „Open raumlabor University“ ist, eine
Lehreinrichtung vom renommierten Architekten-Kollektiv
raumlabor in Berlin.
Suzanne Labourie, eine Mitarbeiterin von raumlabor suchte
in diesem Aufruf nach „Wittenern und Hattingern, die sich
für die Querverbindung zwischen Stadt und Kultur interessieren“ und mit auf Forschungsreise kommen wollen. Daneben kündigt sie eine „Autumn Session“ an, in der durch
verschiedene Lehrformate und Initiatoren Stadt und Kunst
in Witten und Hattingen thematisiert werden sollen.
Es klingt verlockend. Urbane Projekte in bewegten Metropolen besichtigen und einen Rahmen bekommen, in dem
die Entwicklung der eigenen Stadt thematisiert werden
kann.
Es ist überraschend, dass sich ein Künstlerkollektiv aus Berlin nach Witten und Hattingen verliert, um ein derartiges
Programm anzubieten. Wie kommt es zu diesem Angebot?
Ein Blick auf die Internetseite (http://www.urbanschoolruhr.
org): Die USR stellt sich hier als „Lernplattform“, als „komplexes Bildungsangebot“ und „pädagogisches Experiment“ dar, das „partizipative und künstlerische Praxen im
urbanen Raum untersucht“. Neben den Exkursionen bietet
die Lernplattform kosten- und zugangsfreie „Vor-Ort-Workshops“, „Als-Ob-Installationen“ und „Versammlungs-Seminare“ an. Auch die Exkursionen sind kostenfrei. Es fallen
lediglich die eigenen Kosten für Reise, Verpflegung und
Unterkunft an. Die Reise-Interessierten müssen sich jedoch
schriftlich bewerben und ihre Motivation, sowie ihre Verbindung zu Witten und Hattingen beschreiben. Der Bewerbungsbogen enthält die Möglichkeit sich auch für ein Stipendium in Höhe von 400 € bewerben. Pro Forschungsreise
vergibt die USR vier bis fünf Stipendien an BewerberInnen.
Auf der Seite wird auch ersichtlich, dass die USR zwar ein
Bildungsangebot von raumlabor ist, aber in Kooperation
038
mit Urbane Künste Ruhr (UKR) finanziert wird. Die Kette der
Aufschlüsselung, wer und was hinter dem Projekt USR steht,
muss also weiter ertastet werden. Die UKR sind die vierte
Programmsäule der Kultur Ruhr GmbH, die 1998 von der
Landesregierung NRW beauftragt wurde, in der Nachfolge
der Kulturhauptstadt Europas „RUHR.2010“ durch künstlerische Produktionen eine Profilierung des Ruhrgebiets zu
erzielen.
Im Entstehungshintergrund der Förderinstitutionen wird
das kulturpolitische Interesse der Urban School Ruhr deutlich. Es wird noch deutlicher, wenn man die Mitglieder des
Beirats der USR, der auch über die Zulassung der BewerberInnen entscheidet, in Betracht zieht: Neben dem raumlabor und der künstlerischen Leiterin von UKR sind hier das
Stadtparlament Hattingen, das Kulturbüro Witten, sowie
Herr Prof. Dr. Dirk Baecker für die Universität Witten/Herdecke vertreten.
Durch die Selbstbeschreibung der USR auf den Internetseiten der USR selbst, den UKR, sowie der Universität, kann
man vier verschiedene Interessen erkennen, die die Initiatoren, die Kooperationen und Teilnehmenden der USR
vereint. (1.) Die Mitglieder von raumlabor verwirklichen ihre
Idee einer freien Bildungseinrichtung zu bürgernaher Stadtentwicklung und treffen auf (2.) finanzfähige Interessenten
an Stadtentwicklung (UKR und Städte), für die die Idee von
raumlabor eine vielversprechende Möglichkeit zur urbanen
Thematisierung bietet. Diese Interessenten ermöglichen,
neben den Stipendien für die Forschungsreisen, die Finanzierung der ArchitektInnen und weiterer Unkosten des
Projekts. (3.) Die Universität gewinnt durch die Zusammenarbeit mit einem renommierten Künstlerkollektiv aus Berlin
an Prestige und schlussendlich (4.) lernen die partizipierenden praxisinteressierten BürgerInnen an der USR durch verschiedene Angebote die künstlerische Thematisierung von
Städten kennen.
DURCHFÜHRUNG UND REALITÄT
Ein erstes Treffen für alle, die zu einer der vier Forschungsreisen ausgewählt wurden. Im Television Space in der unbelebten Bahnhofsstraße mit belegten Brötchen und Bier
entsteht eine unkonventionelle Atmosphäre. Alle folgen
aber der Präsentation des Programms auf einem Fernsehbildschirm. Die Vorstellenden sind Suzanne Labourie und
Rosario Talevi vom raumlabor sowie Christina Danick als
Assistentin der künstlerischen Leitung von den UKR. Jemand macht Fotos von unserer Sitzung. Bei der kleinen Vorstellungsrunde wird deutlich, dass alle sich freuen Teil der
„Klasse 2016“ zu sein. Nur wenige Fragen werden nach der
Programmpräsentation zum Projekt gestellt (das Programm
der Reise ist ja auch klar) und zögerliche, spontane Antworten kommen zurück. Was ist das Ziel der USR?
Ein bestimmtes Ziel gäbe es nicht. Aber im Herbst würde
ein „offenes Programm“ stattfinden, an dem die Klassen
der Forschungsreisen teilnehmen könnten, um ihre dort
gewonnenen Ideen in den Städten Witten und Hattingen
zu realisieren.
Warum eigentlich Witten und Hattingen? Wie kommt ein
Künstlerkollektiv aus Berlin auf diese beiden kleinen Städte?
(Die raumlaborvertreterinnen übergeben an Christine von
den UKR.) Die UKR habe sich für Witten und Hattingen entschieden, da es in Witten ja bereits eine aktivere Stadtentwicklungsszene gäbe, die man fördern wolle, um dann auch
Ideen nach Hattingen zu bringen und das etwas ruhigere
Städtchen zu beleben.
Wir, die Auserwählten, starten die Reisen nach Paris, Marseille, Athen oder Liverpool. Erfreulicherweise sind wir nicht
nur unter StudentInnen unserer Universität, denn die Kommunikation des Projekts fand auch über den Emailverteiler
von raumlabor, den „[...]raum“ in Witten und Zeitungsartikeln statt. Es gibt auch einige Studierende oder Studierte
aus anderen deutschen Städten, die auf die USR aufmerksam geworden waren; sogar einige internationale Studierte
sind unter uns. Immer hinter Suzanne Labourie her, werden
wir zwischen Urbangardening, inspirativen Co-Working
Places, sich belebenden Vororten und legalen Hausbesetzungen durch die Städte geführt. Nicht nur wir sind dazu
aufgefordert unsere Reise zu dokumentieren, auch Mathilde Bonnet, eine Praktikantin von raumlabor verpasst kaum
eine Gelegenheit für gelungene Fotos. Wir treffen alle Verantwortlichen für diese Projekte, sowie Stadtentwickler, die
für Großprojekte verantwortlich sind und im Gegenteil zu
raumlabor von oben nach unten agieren. Wir betrachten
aber auch Großprojekte der Architektur aus den 70ern. Be-/
Geleitet von unseren raumlabor ArchitektInnen Markus Bader und Rosario Talevi gibt es genügend Informationen, um
zu erkennen, dass diese Bauten heute misslungene Werke
von utopischen, vergangen Visionen sind.
Wir lernen aber nicht nur die Städte aus einem anderen Blickwinkel kennen, sondern auch die Arbeitsweise von raumlabor: „Erst machen, dann diskutieren“, wie
Markus Bader in einem Interview mit der FAZ erzählt
(http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=bt&dig=2015%2F01%2F10%2Fa0111&cHash=0e23aa28e52e27c51f341234b5acec3b). So viele interessante Projekte
wie möglich zu sehen und mit so vielen Menschen wie möglich zu sprechen, ist hier unser „Machen“.
Nach einigen Kilometern, spannenden Zusammentreffen,
zahlreichen Weggesprächen und einigen befüllten SD-Karten, treten wir müde Rückreisen in verschiedenste Richtungen an.
Was passiert aber nun? Unsere „Städteführer“ Markus,
Rosario, Suzanne und Mathilde fahren nach Berlin. Einen
Treffpunkt der USR gibt es in Witten oder Hattingen nicht
und eine Nachbesprechung der Projekte ist nicht in Sicht.
Da niemand verpflichtet ist, nach den Forschungsreisen
weiterhin an Projekten der USR teilzunehmen oder das Erlebte zu thematisieren, ist auch unklar, ob überhaupt etwas
geschieht.
Wir erfahren, dass die USR in Hattingen nicht zu funktionieren scheint. Suzannes und Rosarios Versuche in der Stadtbibliothek Hattingens, in einem Flüchtlingsheim und durch
039
Aus Fakultät und Studium
Zeitungsannoncen für die Forschungsreisen Interessierte
zu finden, bleibt erfolglos. Vielleicht fehlt in Hattingen ein
spezielles Klientel, das in Witten durch die Universität verfügbar ist.
Die USR geht auch in Witten in Kooperation mit der Universität weiter. Benjamin Foerster-Baldenius, auch ein Mitglied
von raumlabor, kommt im Juni an drei Wochenenden zu
uns nach Witten, um mit Studierenden der Universität und
Klassenmitgliedern der USR ein „Mini Festival“ zu planen
und durchzuführen.
Wieder finden wir uns in einer Stimmung aus unkonventionellen, witzigen Gesprächen gemischt mit ein wenig Erwartung und Überresten aus alten Förmlichkeiten wieder.
Wir duzen uns, wie immer in den Projekten der USR, und
Herr Foerster-Baldenius wird für uns, die SeminarteilnehmerInnen, zu „Beni“. Und in dieser Laune, hoch motiviert,
starten wir unsere Suche nach möglichen Festivalorten, diskutieren ohne
Sprache nur mit Post-its und kleinen
Zettelbotschaften über formale Entscheidungen und stimmen über ein
Festival Thema ab. Da wir so wenig
Zeit haben, nennt Beni jedem von
uns eine/n KünstlerIn, den/die wir
googeln sollen, um uns Inhalte für
unsere Aktionen abzugucken. Über
diese Entscheidung wird nicht abgestimmt. So basteln wir innerhalb von
20 Stunden unseren Rahmen für „Die
wirkliche Welt“, ein „Mikro Festival
über Unterhaltung“.
in dem „pädagogischen Experiment“ USR die Vorstellungen des Seminarleiters wichtiger sind, als die Erfahrungen
der TeilnehmerInnen mit ihren eigenen Gestaltungsversuchen und die praktische oder theoretische Thematisierung
zur Entwicklung der Stadt Witten nicht im Zentrum steht?
ERFOLG, ENTTÄUSCHUNG,
ENTSPANNUNG
Wir erinnern uns daran, dass raumlabor aus Architekten
besteht, die keine Häuser planen, sondern urbanen Raum
künstlerisch thematisieren. In diesem Projekt aber geht es
raumlabor nicht direkt um die künstlerische Thematisierung
von urbanem Raum, sondern um die Thematisierung der
künstlerischen Thematisierung von urbanem Raum. Das
Hauptinteresse des Raumlabors besteht nicht darin, innovative Projekte für die Städte Witten und Hattingen zu
!
Ganz schön
Extra
Nach dem letzten Treffen vor dem
Festival haben die TeilnehmerInnen
noch zwei Wochen, um alles für die
Durchführung vorzubereiten. Jeder
hat sich verantwortlich für eine Organisationsgruppe
(Dramaturgie,
Öffentlichkeitsarbeit und Kooperationsaufgaben) gemacht. Jede
Entscheidung soll aber mit Beni abgesprochen werden. Warum weiß
niemand. Die experimentellen, lustigen Treffen werden von getakteten
Skype-Konferenzen abgelöst. Wir
wundern uns, dass uns die Verantwortung für die Organisation und die
Inhalte nicht gelassen wird. Und uns
fällt auf, dass die Stadt Witten in dem
Festival nicht thematisiert wird. Wir
wundern uns, dass es nicht mehr um
unsere Ideen als BürgerInnen geht,
als vielmehr darum, gute Copy- und
Cover-Versionen von Aktionen berühmter Künstler zu planen. Und das
von der USR abgelehnte „traditionelle vertikale Lehrer-Schüler-System“
erscheint in der Realisierung der
Projekte auf einmal doch. Wir fragen
uns, worum es tatsächlich geht, wenn
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von 8.30 - 12.00 Uhr
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Sonn - und feiertag
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040
entwickeln, sondern darin, andere diese Projekte durchführen zu lassen. raumlabor hat eine Stadtentwicklungs-Thematisierungs-Institution erfunden, durch die sich andere
zur Versammlung aufgerufen fühlen und Stadtentwicklung
betreiben. Die Ergebnisse dieser Aktionen kann raumlabor
aber wieder auf sich selber, als übergeordneter Thematisier, zurückführen und auch das Fehlen von Ergebnissen,
wäre Ergebnis genug. Und endlich kann man verstehen,
warum es keine spezifischen Ziele innerhalb der Aktionen
der USR gibt: Für raumlabor ist die USR selber das Ziel und
ist längst erreicht. Für raumlabor ist die USR eine bereits
funktionierende, künstlerische Arbeit und somit die konkrete Stadtentwicklung kontingent. Das wichtigste an unseren
kleinen Aktionen für das Festival ist, dass sie fotografisch
dokumentiert werden können und in das Profil von raumlabor passen, um so durch den Nachweis der Aktivität der
USR-TeilnehmerInnen das bestehende Kunstwerk nach außen hin darzustellen.
Am Samstag den 09.07.2016 stehen sieben Aktionen des
Festivals „Die wirkliche Welt“ präsentabel in Wittens Innenstadt.
An der Arbeitsweise in der Durchführung der „wirkliche[n]
Welt“ erkennen wir, dass es in der Realität der USR an erster
Stelle nicht um experiementelle Bildung von Interessierten
Urbanisten geht. Wir erkennen auch, dass raumlabor nicht
durch ihr Interesse an den Städten Witten und Hattingen
zu uns geführt wurde, sondern durch eine finanzfähige Kooperationsmöglichkeit (UKR) und dass, wie man durch das
Scheitern der USR in Hattingen erkennt, eine bestehende
Szene mit Interesse an künstlerischer Thematisierung, wie
sie in Witten durch die Universität vorzufinden ist, ebenfalls
Voraussetzung ist.
Was bedeutet dies aber für die am Anfang aufgezählten Interessen der anderen Kooperationspartner der USR? Wenn
die Mitglieder von raumlabor schon in der USR ihr Interesse
erfüllt sehen und die konkrete Zuwendung zur Stadt und
zu einem mehrschichtigen Meinungsbild der BürgerInnen
(bis jetzt sind nur Teilnehmende mit akademischem Hintergrund beteiligt), zweitrangig und kontingent ist, können
dann die UKR und die Städte ihre Interessen zur Profilierung
der Gebiete verfolgen? Und reicht der Universität die Kooperation mit einem renommierten Künstlerkollektiv oder
würde sie eine Kooperation ohne Ergebnisse zur Stadtentwicklung weiterhin als erfolgreich betrachten? Und was ist
mit den teilnehmenden BürgerInnen? Ist das kennenlernen
einer Gegenstrategie („Erst machen, dann diskutieren“) Bildungsinhalt genug?
Warum das mehrschichtige Konzept nicht offen kommuniziert wird, ist fraglich und spannend zugleich. Im Gedanken
an die Zusammenarbeit bleibt vorerst ein seltsamer Geschmack übrig. Dieser Geschmack sollte einen aber nicht
dazu verleiten, das weitere Programm der USR zu boykottieren. Im Gegenteil: Das Verständnis des Konzepts ermöglicht einen ganz anderen Umgang mit dem Projekt. Man
kann nicht nur größere und kleinere Tricks erfahren, sondern hat auch die Chance, ein künstlerisches Projekt durch
die eigene Beteiligung genau zu betrachten. Natürlich warten auch noch alle gespannt auf die „Vor-Ort-Workshops“,
„Als-Ob-Installationen“ und „Versammlungs-Seminare“,
deren Inhalte sich versprechend anhören und ob das Projekt in Hattingen doch noch realisiert wird. Man sollte sich
daher nicht davon abschrecken lassen, dass die eigenen
Aktivitäten in der USR immer wieder genutzt werden, um
die künstlerische Aktivität raumlabors nachzuweisen, sondern die USR als Netzwerk mit testwürdigen Finanztöpfen
nutzen, um tatsächliche Interessen von BürgerInnen und
Stadt durchzusetzen. Lasst uns daher weiter in der USR reisen und arbeiten, um vor der Hoheit des Kunstwerks und
der KünstlerInnen, die Sinnhaftigkeit für BürgerInnen und
Stadt zu setzen.
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FREE WORK IN
FREE SPACE
041
Persönlicher Erfahrungsbericht
Seminar:
„Free Work In Free Space“ bei
Anne Oberste-Padtberg
Sommersemester 2016
Nicole Lötzerich
Studierende des M.A.-Studiengangs “Klinische Psychologie/Psychotherapie“
Fakultät für Gesundheit
Für mein letztes Semester an der Uni hatte ich mir vorgenommen, meiner künstlerischen Seite mehr Raum zu geben und suchte vorwiegend entsprechende
Stufu-Kurse. Ich stolperte über den Kurs „Free Work In Free Space“ und alleine
der Titel weckte mein Interesse und meine Neugierde und so wählte ich den Kurs
ohne eine konkrete Vorstellung davon zu haben, was mich erwarten würde.
Letztendlich stellte sich heraus: Hier ist der Name Programm!
FREE WORK?
Die künstlerische Methode ist „nur“ Mittel zum Zweck. Der
Fokus liegt darauf, sich auf den künstlerischen Prozess einzulassen. Neu sehen lernen, neu „komponieren“ lernen –
experimentieren.
Im Austausch mit der Dozentin Anne Oberste-Padtberg
und den Kommilitonen entwickeln sich die Arbeiten individuell weiter.
So können zum Beispiel mit Hilfe von Pommesgabeln und
Spraydosen beeindruckende Arbeiten gestaltet werden
oder am Computer entstehen Ideen zur (nachhaltigen)
Containerarchitektur. Die Unendlichkeit von Möglichkeiten
steht zur vollen Verfügung.
Dort, wo man nicht darauf achten muss, nicht „übers Blatt
zu malen“ und dort, wo man keine Angst vor negativer
Bewertung haben muss, man aber gemeinsam die Arbeiten reflektiert, dort kann meiner Meinung nach bildende
Kunst entstehen. Die Uni Witten/ Herdecke bietet diesen
(abstrakten) Raum der freien Entfaltung. Doch obwohl Architektur und Lage der Uni so viel Potential in sich birgt,
fehlt es der Universität derzeit leider noch an einer (realen)
Räumlichkeit – einem Atelier.
UND WAS SOLLTE ICH NUN MIT DIESER
FREIHEIT ANFANGEN?
Ich für meinen Teil wählte die Fotografie als „Methode“
meines künstlerischen Prozesses.
Ich versuchte, meine Erwartungen und Gedanken am Hof­
eingang des Geländes der Dozentin zurückzulassen und
erkundete das Gelände mit Hilfe meines „zweiten Auges“
– meiner Kamera. Immer wieder stieß ich unweigerlich auf
das Problem, dass sich das, was ich auf dem Bild haben
wollte, nicht fotografieren ließ, denn das Bild, das ich im
Kopf hatte, war mehr in meinem Kopf entstanden, als dass
ich es tatsächlich gesehen hätte. Das Sehen mit den Augen
fiel mir sehr schwer.
FREE SPACE?
Und der „Space“, das Gelände der Dozentin, ist wirklich frei
und voller Möglichkeiten. Letztendlich lassen sich natürlich
in fast jedem Raum vielzählige Möglichkeiten finden, künstlerisch zu arbeiten, doch nicht jede Räumlichkeit macht
künstlerische Arbeit möglich und fördert sie.
Hinter der mit Wein behangenen Fassade des 750 Jahre
alten Schuppens begann ich dann den Kopf bei Seite und
die Realität hinter mir zu lassen. Das Licht war so reduziert,
dass ich mich auf das wesentliche der Wahrnehmung konzentrieren konnte und wieder mit den Augen, statt mit der
Vorstellung, sah. Und die Langzeitbelichtungen (von bis zu
60s) zwangen mich dazu, mich zu entschleunigen. Ich entdeckte zunehmend meine Vorliebe für Details und das Spiel
von Schatten und Licht (s. nächste Seite).
042
Und obwohl ich allein durch die „Methodik“ zwangsweise
Realität abbildete, begann ich zunehmend die Realität aufzubrechen und über die Perspektive, die Belichtungszeit,
den Fokus, die Blende und nicht zuletzt durch digitale Bild-
bearbeitung Neues zu komponieren und Freiraum für Fantasie und Interpretation herzustellen. Frei nach dem Zitat
von Robert Bresson:
MACH SICHTBAR, WAS
OHNE DICH NIEMALS
WAHRGENOMMEN
WORDEN WÄRE.
UND WAS HAT ES MIR GEBRACHT?
Bieneninvasion
Das Meer in der Schale
Unter dem Blätterdach
Im Austausch mit der Dozentin und den Kommilitonen entsteht außerdem eine Vorstellung davon, welche persönlichen Themen sich auch in der Kunst wiederspiegeln können. Klarheit, die Art wie man Dinge in Komposition setzt,
schnelles oder langsames Arbeiten, Perfektionismus, Freigeistigkeit – das alles kann sich in dem künstlerischen Werk
wiederspiegeln.
Ich für meinen Teil bin meinem Perfektionismus begegnet
und habe ihn „bekämpft“ und genutzt, habe erneut realisiert, wie sehr ich sprachlich denke und daran gearbeitet,
visuell zu denken. Ich habe mich im Schuppen in frühere
Zeiten zurückversetzt und Nostalgie gespürt, aber auch
am Laptop mit der Bildbearbeitungen neue Realitäten geschaffen.
Mit der Freiheit des Kurses umzugehen war zunächst eine
Herausforderung, doch bescherte es mir das Maximum an
möglichen Erfahrungen.
Einsame Hütte im Holzgebirge
Aus Fakultät und Studium
043
CRAZY LITTLE THING
CALLED LOVE
Ein Abend mit den UW/Harmonists
Tobias Lentzler
Studierender des B.A.-Studiengangs Philosophie, Politik und Ökonomik
Die UWHarmonists sind Johannes Brockhaus, Paul Endres, Phillip Jacobi,
Tobias Lentzler, Raphael Moser, Daniel Thamm und Matthias Thamm.
Ich spüre mein Herz bis hinauf in meinen Hals. Es pocht unerbittlich, unregelmäßig. Ich atme tief aus und spüre, dass
mein Magen Purzelbäume zu schlagen scheint. Ich blicke
in die Gesichter von Matthias, Johannes, Raphael, Daniel,
Phillip und Paul. Uns allen steht die Anspannung vor dem
ersten abendfüllenden Konzert der UW/Harmonists ins Gesicht geschrieben. Wir bilden einen Kreis, legen die Hände
aufeinander und wissen: Jetzt gibt es kein zurück mehr!
Im Nachhinein erscheint mir die Aufregung vor dem a-cappella-Konzert, das wir am 03. Juli 2016 ab 19:30 Uhr im Audimax der Universität Witten/Herdecke gaben, völlig überzogen. Doch genauso fühlt es sich an, wenn man etwas zum
ersten Mal macht. – Seit 2013 haben wir viele Veranstaltungen musikalisch begleitet, aber noch nie ein ganzes Konzert gegeben. Die Planung dafür lief ein gutes Jahr. Von
einer fixen Idee in unserem Probenurlaub in Schweden im
Juli 2015, entwickelte sich der Gedanke einen vollen Abend
zu gestalten, immer weiter. Wir vereinbarten Probenwochenenden, gaben ein Test-Konzert in der Luther-WG und
stellten Songs aus unserem Repertoire zusammen. Auch
drei Eigenkompositionen sollten schlussendlich den Weg
in unser Programm finden. Mit der unermüdlichen Hilfe von
Herrn Tetzlaff gelang es uns, einen Termin für das Konzert
zu finden und dafür zu werben – vor dem Abend hatten wir
keine Vorstellung davon, wie viele Leute den Weg in die
Uni finden würden. Als wir auftraten, blickten wir in die gespannten Gesichter von rund 120 Studierenden, Eltern und
Interessierten. Das gab uns die nötige Sicherheit für ein gelingendes Konzert.
Wer die UWHarmonists kennt, hat an diesem Abend viele
Lieder zu Gehör bekommen, die wir schon lange singen. So
zum Beispiel den „Mann im Mond“ von den Prinzen oder
„Wie kann es sein“ von den Wise Guys. Aber auch auf neuere Stücke durfte man sich freuen. Allen voran „Crazy Little
Thing Called Love“ von Queen (aus unserer Sicht ein Highlight des Abends, standen wir doch mit Sonnenbrillen und
Lederjacken auf der Bühne!) und „Can You Feel The Love
Tonight“ von Elton John. Mit dem „Fahrschulsong“ von
Phillip Jacobi, „Neue Zeit“ von Paul Endres und „(Hello)
My Love“ von Tobias Lentzler fanden auch eigene Stücke
Eingang in unser Programm.
Uns hat der Abend viel Spaß gemacht, und wir danken
von Herzen für den Zuspruch, den wir vor und nach dem
Konzert erfahren haben. Für alle, die sich fragen, ob dies
das letzte Konzert der UWHarmonists war, habe ich eine
gute Nachricht: Nein! Uns gibt es weiterhin. Wenn auch
vielleicht nicht mehr so regelmäßig wie früher. Um es mit
einem Tweet der Libertines zu sagen: „We’ll meet again;
don’t know where – don’t know when.“ (Johnny Cash).
044
VERRÜCKT ABER –
FREI?
Ein Rückblick auf die Arbeit mit dem Stück „Die Physiker“
Anna Dißmann
Studierende des B.A.-Studiengangs Philosophie, Politik
und Ökonomik
Die Physiker – ein Stück, dass den Wahn seiner Zeit besser
widerspiegelt als irgendein Bericht es je könnte. Darin liegt
die unglaubliche Stärke von Theater und Theaterstücken –
sie sind zeitlos. Die Welt um uns herum mag sich verändert
haben, doch die Menschen bleiben durch ihre währenden
Bedürfnisse – sei es Macht, Anerkennung, Frieden oder die
Liebe – in ihrem Inneren stets sich gleich. Auf diese Weise
können wir uns die Dialoge aneignen und ihnen die Bedeutung zumessen, die sie für uns in dem Moment erlangen,
bzw. erlangen sollen. Es geht also nicht darum, dass die
Zeilen eines Theaterstückes unabhängig von ihrem Kontext
gehört werden können, sondern darum, dass es an uns ist
den Kontext, in den sie eingebettet werden, mit auf die
Bühne, zur Vorstellung oder zu dem Gespräch danach zu
bringen.
Nichts desto trotz besaß Dürrenmatt die unglaubliche
Gabe, Sätze zu bilden, die vielen durch ihre bedeutungs-
schwere Leichtigkeit im Gedächtnis bleiben. Spätestens
als Blanche und ich angefangen haben, vor jeder Aufführung bestimmte Szenen Satz für Satz noch einmal durch
zu sprechen und wir jedes Mal noch kleinere Feinheiten
entdeckten, wurde mir klar: Nehme ich jeden Satz für sich
ernst, würde mir niemals langweilig werden auf der Bühne. Auch nicht nach der fünften oder sechsten Aufführung.
Im Frühjahr 2015 nahmen wir die Arbeit an dem Stück auf.
Bislang hatte ich vor allem nach der Methode erst Körper
dann Kopf Theater gelernt und gespielt, doch Blanches
Arbeit mit uns bestand vor allem darin, zu verstehen, was
wir sagen und damit meinen. In unserem Alltag reden wir
meistens viel zu viel, um darauf Acht zu nehmen, bzw. es
bleibt uns meistens verwehrt, den Raum unserer Aussagen
mit einer anderen Bedeutung zu unterlegen. Wenn ich in
einem affekthaften Dialog sage, dass ich die Macht übernehme, dann ist dies meistens die Botschaft, die vermittelt
wird. Spreche ich jedoch denselben Satz und denke und
Aus Fakultät und Studium
meine dabei `Verantwortung´, erhält der Dialog für mich zumindest eine andere Bedeutung. Auf der Bühne ist dieser
Unterschied zu spüren und er macht es möglich, sich seiner Figur anzunehmen. Auf diese Weise ist es möglich sich
Sätze zu eigen zu machen. Es gibt sicherlich Stücke, in denen diese Art der Herangehensweise unpassender bzw. viel
stärker der Unterstützung von körperlicher Arbeit bedarf.
Und ich muss zugeben, dass mich die doch sehr genaue
Zweiteilung von Text- und Körperarbeit zunächst beunruhigt hat und ich Angst hatte, keinen Zugang zu dem Stück
auf der Bühne zu finden. Schließlich sollte es vor allem auch
darum gehen, die Zuschauer zu unterhalten und nicht nur
das Stück für sich selbst durchdrungen zu haben.
Als wir jedoch im September 2015 unsere Arbeit wiederaufnahmen und in der Nacht des ersten Probentages die
Attentate in Paris geschahen, änderte sich dieses Gefühl.
Meine Wut und Angst darüber, dass wir der Willkür und
Gewalt einiger weniger auf dieser Weise ausgeliefert waren, ließen mich die Möglichkeiten meiner Rolle als Frau
Doktor von Zahnd neu verstehen. Um das Stück mit Leben
zu füllen, bedurfte es keiner großen Performances, sondern
Charakteren, die auf der Bühne für das eintraten, an das sie
glaubten.
Möbius verkriecht sich in einem Irrenhaus, um die Menschheit vor seinen Entdeckungen zu schützen. Was sagt das
über die Gesellschaft aus, in der er lebt? Erstens scheint
man nur wirklich sicher vor Ausbeutung und Verfolgung zu
sein, wenn man für nicht mehr zurechnungsfähig gehalten
wird und von der Bildfläche verschwindet. Andererseits
glaubt er nicht an die Fähigkeit der Gesellschaft, verantwortungsvoll mit seinen mächtigen Erfindungen umzugehen.
Wer an das Wissen gerät, erhält Macht. Demnach hat Möbius die Macht zu entscheiden, wer sie bekommt, bzw. nicht
bekommt – so zumindest seine Idee. Liegt Möbius richtig,
ist es wirklich seine Entscheidung, oder ist ein Genie, wie
Kilton in dem Stück behauptet, nicht doch Allgemeingut?
Kiltons Verständnis von Allgemeinheit bezieht jedoch nur
auf sein Staatsgebiet, möchte man wirklich ernsthaft disku-
045
tieren, inwiefern Forschung und Entdeckungen der Allgemeinheit zur Verfügung stehen, so müssen alle Länder miteinbezogen werden. Hier liegt mitunter ein Grund, weshalb
es auch heute verständlich wäre, dass jemand versucht, sich
mit seinen Formeln in einem Irrenhaus zu verschanzen: Es
gibt bis heute keine glaubhafte Institution, die so etwas wie
den Allgemeinwillen verkörpert bzw. dafür eintritt. Überall
sitzen Regierungsvertreter, die zwar versuchen, eine internationale Einigung zu bewirken, vorherrschend sind dabei
jedoch vor allem die eigenen Interessen. Solange diese
nicht mit dem Leitbild zu vereinbaren sind wird keine Einigung stattfinden. An dieser Stelle könnte man meinen, dass
die Aufgabe von Nationalstaaten zu der Auflösung dieser
Zielkonflikte führen würde. Begibt man sich jedoch auf die
darunterliegenden Ebenen, finden wir ähnliche Strukturen
vor, die dem Gefangenen Dilemma gleichen. Das zwischenmenschliche Leben ist geprägt von Situationen, in denen
Menschen davon profitieren, sich Vorteile gegenüber anderen zu beschaffen. Diese bestehen jedoch nur solange, wie
die anderen nicht nachziehen und sich damit beide in eine
schlechtere Position befördern würden.
Was ist also ein möglicher Ausweg? Es gibt mehrere. Möbius entscheidet sich für den Versuch, die Möglichkeit von
Macht gar nicht erst zu Tage treten zu lassen. Bedenken
wir jedoch: Alles Denkbare wird einmal gedacht. Ich würde
diesen Satz vielleicht sogar dahingehend umformulieren,
dass alles Denkbare auch mehrmals gedacht werden kann,
und aus diesem Grund ist es sinnlos, sich zu verstecken. Es
könnte zu einem späteren Zeitpunkt erneut entdeckt und
weiterentwickelt werden und dann womöglich von jemandem, dessen Absichten nicht so bescheiden sind, wie die
von Möbius. Das heißt, es muss viel eher an einem Umgang
damit gearbeitet werden.
Da sich dies im Hinblick auf Organisationen wie z.B. Staaten, die von nationalen und privaten Interessengruppen
geprägt sind, in einer abgekarteten Welt schwierig zu gestalten scheint, entschied sich Frau Doktor dafür, selbst Verantwortung zu übernehmen. Zu oft bringen uns Misstrau-
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erviceBücherserviceBücherserviceBücherserviceBüch
046
en gegenüber einzelnen Menschen oder Organisationen
dazu, Dinge zu tun, die nicht mehr in unserem Sinne sind
und einen Ausgang befördern, der keinem von uns seine
eigentlichen Ziele ermöglicht. In diesem Sinne entscheidet
sich Frau Doktor dazu, die Macht an sich zu nehmen, um
ihrer Ausnutzung vorzubeugen. Was sie deshalb im Gegensatz zu Möbius tut ist, sich verantwortlich zu zeigen für die
Macht, die geschaffen wurde, und nicht sie zu verleugnen.
Was nun mit dieser geschieht, liegt in ihren Händen. Solange sie nicht von den verschiedenen um sie wirkenden
Kräften beeinflusst wird, besteht die Möglichkeit, dass sie in
den Händen eines gutwilligen Menschen weniger Schaden
anrichtet, als in Verstrickungen anderer Akteure.
In einer Welt, in der so viel Mist passiert, so viel Vertrauen
und Macht ausgenutzt wird, ist irgendeine Idee oder Faszi-
nation an das „Gute“ oder „Bessere“ nötig, um sich trotz
der Rückschläge dafür ein zusetzten. So tendiert man dazu,
auch Frau Zahnd Wahnsinn zu attestieren. Dieser Wahnsinn
ist es jedoch, der sie dazu bringt zu Handeln und weiter
zu machen, auch wenn der Kampf eventuell aussichtslos
scheint. Kann dies zu einem guten Ende führen? Ich weiß
es nicht, ganz alleine geht es vielleicht auch nicht. Jedoch
sollte man sich nicht den Mut rauben lassen und weiter
Verantwortung übernehmen. Wo Gemeinschaften an ihre
Grenzen geraten, da können Einzelpersonen neue Ideen
bewegen. Aus der Vergangenheit und der Aktualität gibt es
zu viele Negativ-Beispiele dafür. Vielleicht ist dies auch der
Grund, weshalb die Zuschauer das Ende des Stückes vor allem als Zerstörung der Welt aufgefasst haben. Es ist daher
an der Zeit, diesem Ungleichgewicht entgegen zu wirken.
Aus Fakultät und Studium
047
DIE PHYSIKER –
ZUM ZWEITEN?
Ramona Fricke
Studierende des B.A.-Studiengangs Philosophie, Politik, Ökonomik
(…) WENN DAS DER
GEIST UNSERER ZEIT
HIER IST
DANN WIRD MORGEN
SEIN WIE VORGESTERN
ALLES WIRD ANDERS
BLEIBEN
WILLKOMMEN IN DEN
MODERNEN ZEITEN
– Prinz Pi „Moderne Zeiten“
– Ben
Dies ist die Geschichte vom Zerbrechen des Bühnensofas
im Knut‘s: Dieses Sofa hat schon in mehreren Inszenierungen mitgespielt und ist jetzt so sehr kaputt gewesen, dass
es hervorragend in die alte Villa der Frau Doktor aus den
„Physikern“ passte. Und auch in den Pausen diente es der
Kommunikation, dem Flirt und dem Schlaf. Also eine Geschichte voller Anekdoten, ausgespielter und versteckter
Pointen, einer Menge Disziplin und Wittener (Team)Geist.
Im Anschluss an Blanche Kommerells Inszenierung von
Hamlet im vorherigen Semester stand bald fest, dass ab
WS 14/15 an Dürrenmatts Drama „Die Physiker“ gearbeitet
würde. Schon fand sich eine in Theatererfahrung und Studienhintergrund bunt gemischte Truppe, die sich der Herausforderung dieser Groteske annehmen mochte. Nachdem wir uns mit dem Text vertraut gemacht hatten, ging es
zusammen auf große Fahrt nach Witzenhausen. Dort angekommen zeigte sich meist bereits durch wenige Blicke, wer
in welcher Rolle zu finden sein würde. Mit viel Bewegung
048
und gezielter Textarbeit ging die Rollenfindung dann in die
nächste Runde, in der sich die Vielfalt und Aktualität des
Stücks langsam vor uns entfaltete.
Tatsächlich war es jedoch ein Ereignis in den letzten Wochen vor der Premiere im WS15/16, das uns von den Lebzeiten Dürrenmatts im Schatten des Nationalsozialismus
und des kalten Krieges direkt in das Jahr 2015 katapultieren
sollte: Die Attentate in Paris. Die Frage nach der Moral in
der Wissenschaft, der Relevanz individueller Entscheidungen für das Weltgeschehen und der Macht von Ideologien sind Fragen, denen wir uns gestern wie heute stellen
müssen. So wundert es nicht, dass unsere Aufführungen in
der Uni, beim Theaterfestival in Görlitz und schließlich im
Knut’s beim Publikum Begeisterung, politische Debatten,
aber auch persönliche Betroffenheit und Beklemmung auslösten.
In Witten spielten wir noch vor Anwohnern, Freunden, Familien und Universitätsgemeinschaft. In Görlitz dagegen
galt es, nur wenige Tage nach intensiver Neuaufnahme der
Proben die Scharfsinnigkeit Dürrenmatts gleich zweimal
von der klar begrenzten Bühne auf die offene Straße zu
bringen. In einem kurzen Schlagabtausch einzelner Szenen
gelang es uns, Passanten in wenigen Minuten auf den Geschmack zu bringen – und so durften wir am Abend des
zweiten Tages vor gut gefüllten Rängen ein letztes Mal auf
großer Bühne Bach und Beethoven fiedeln, verrückt werden
oder bleiben und weitreichende Entscheidungen fällen.
Es dauert, sich auf eine Rolle einzulassen und sie in sich aufzunehmen. Genauso, wie es dauert, sich von ihr zu lösen.
So werden die Nachwirkungen dieser Theaterproduktion
so unterschiedlich sein, wie wir. Sie sind so ungewiss wie
das Ende des Stücks selbst:
ICH ABER FÜRCHTE
MICH NICHT.
Aus Fakultät und Studium
VIER ABENDE IM
AUDIMAX MIT
WORT UND
MUSIK
049
gestaltet von Blanche
Kommerell und Studierenden des Studium
fundamentale
Blanche Kommerell
Leiterin des Theaters UW/H
Ich möchte an dieser Stelle sowohl den Studierenden, den
Wittenern und auch den Umständen danken, dass es im
letzten Sommersemester vier Abende in der Uni gab, die
sowohl von der Qualität der Darstellung, wie auch dem
Zuspruch der Zuhörenden ein Erfolg waren.
Es begann mit einem festlichen Shakespeare-Abend. (Siehe Bericht von Dr. Klaus Neuhoff)
Der zweite Abend ließ Erich Kästner für Erwachsene zu Wort
kommen. Dieses Mal
waren wir ein Quintett.
Beteiligt waren nicht
nur die beiden bewährten Sprecher
Jonas Göken und
Geraint Black – sondern zum ersten
Mal wirkten Richard
Knudsen und Kristof
Székely mit: hervorragend
ihr Klavierspiel – Stücke
von Schönberg und Schubert (Schubert vierhändig).
So wurde dieser Abend, der
Kästner in einem unbekannten Licht zeigte, ein kleines Gesamtkunstwerk.
Dann sollte eigentlich ein Chopin-Abend mit
Helge Antoni und mir folgen – mit Briefen und Selbstzeugnissen der Schriftstellerin George Sand und des Komponisten.
Leider wurde Helge Antoni krank; aber mit Bravour sprangen Kristof und Richard ein.
Sie spielten mit großem
Einfühlungsvermögen
die Musik von Chopin
und ich las Texte von George
Sand.
Auch eine Premiere war
der Abend, den Alexander Jakobidze-Gitman initiiert hatte: Märchen zu der
umwerfend lustigen und
traurigen und lebhaftest
gespielten Musik von
Beethoven. Gelesen von
Jonas Göken, Geraint
Black, Melanie Laskowski
und mir. Die Abgestimmtheit von Text und Musik
machte diesen Abend zu
einem besonderen Vergnügen für alle.
Und die letzte Premiere war
ein Experiment. Studierende aus zwei Kursen, “Freude
am Sprechen“ und „Theater“,
haben sich zusammen gefunden
und einen Balladenabend erarbeitet. Das Audimax war fast überfüllt
mit begeisterten Zuhörern, die den
ebenso begeisterten Sprechern lauschten. Auch wenn im zweiten Teil des sehr
langen Abends, nicht mehr alle geblieben waren, hatten die letzten Zuhörer ein
wahres Gewitter moderner Balladen zu erleben, die völlig
frei gesprochen, den Abend ausklingen ließen.
Eine besondere Zugabe war das Klavierspiel von Franca
Damsch.
050
Kant v s. Party
Für die Party danach
Studentenfreundliche
Öffnungszeiten
Mo. bis Sa.
8 - 20 Uhr
g
esun
RingvoRl
Weltgesundheit – eine Initiative
von L’appel Deutschland e. V.
und dem Integrierten Begleitstudium Anthroposophische
Medizin und Psychologie
(IBAM/P)
an der
Universität Witten/Herdecke
Alfred-Herrhausen-Straße 50
58448 Witten
eintritt: spende erbeten, studenten frei
veranstaltung des studium Fundamentale
Dr. med. Tankred Stöbe
ehemaliger Präsident der deutschen
sektion von Ärzte ohne Grenzen
und heutiges Mitglied im internationalen vorstand der organisation,
Träger der Paracellsus-Medaille,
uWH-Alumnus, schirmherr der
initiative Weltgesundheit
21.10.2016 | 19 Uhr | FEZ
| Filmvorstellung »Living in Emergency«
und anschließende Diskussion
| Vortrag
22.10.2016 | 8 – 16 Uhr | FEZ
| Die Rolle humanitärer Hilfe weltweit
| Workshop *
22.10.2016 | 20 Uhr | FEZ | Lybien –
Bürgerkrieg in einem unbekannten
Land | Vortrag
Austen P. Brandt für Phönix e.V.
»unser Ziel ist, der negativität von
Rassismus positive strategien entgegenzustellen.« (Austen P. Brandt)
Phönix e. v. wurde 2010 mit dem
Aachener Friedenspreis ausgezeichnet
Was ist RASSISMUS? Mechanismen
von institutionellem und alltäglichem
Rassismus
08.12.2016 | 19 Uhr | FEZ | Vortrag
07.01.2017 | 10 – 16 Uhr | E109
| Workshop *
Dr. Ha Vinh Tho
leiter des gross national Happiness
Center (gnH), Buthan
Mentale Gesundheit weltweit
14.01.2017 | 16 Uhr | FEZ | Vortrag
Dr. Olaf Horstick
Direktor des instituts für Public
Health, universität Heidelberg
Globale Gesundheit: Was ist das
überhaupt und warum sollte es jeden
interessieren?
17.03.2017 | 18 Uhr | FEZ | Vortrag
18.03.2017 | 9 – 16 Uhr | FEZ
| Workshop *
Bei Fragen:
lappel.de
[email protected]
Weltgesundh
gefördert von
* Anmeldungen für Workshops erforderlich
Förderung angefragt von:
Mahle stiftung,
gls Treuhand-gesundheit,
Dr. Hauschka stiftung,
Hochschulwerk Witten
Aus Fakultät und Studium
051
KLÄNGE PASSIEREN
LASSEN
Ein Interview mit
Michael Kiedaisch
Im Sommersemester hatte Michael Kiedaisch ein neues Seminar „Neue Musik
spielend Hören lernen“ für den Bereich „Künstlerische Kompetenz“ angekündigt,
das eine beachtliche Resonanz unter den Studierenden fand. In mehreren Sessions lernten die Teilnehmer Formen, Konzepte und Strategien der Freien Improvisation kennen und führten dann am Freitag, 1. Juli 2016 in der Großen Halle eine
40-minütige Klangperformance durch.
Alexander Jakobidze-Gitman
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Phänomenologie der Musik
Da es ein Pilotprojekt war, wollten die Aufführenden
daraus kein großes Ereignis machen. Trotz den mehr
als bescheidenen Werbungsmaßnahmen und dazu
nicht vermeidbarer zeitlicher Überschneidung mit der
Theateraufführung der „Physiker“ im „Knut´s“, wurde die Veranstaltung ziemlich gut besucht, sehr konzentriert zugehört und ganz positiv wahrgenommen.
Das Niveau des Umgangs mit dem Klang, der musikdra-
maturgischen Gestaltung und des Aufeinanderreagierens
der Spieler war ganz eindrucksvoll, vor allem, wenn man
berücksichtigt, dass für die meisten diese Klangperformance die allererste Begegnung mit Neuer Musik war. Im
Anschluss daran fragte ich Michael Kiedaisch, wie es ihm
gelungen ist, in so kurzer Zeit so ein engagiertes Ensemble
zu bilden und solche künstlerische Leistungen zu erbringen.
052
AJG:Die Klangwelt Zeitgenössischer KomponistInnen
ist für viele zunächst fremd. Wer noch nie damit in
Berührung gekommen ist oder gar aktiv diese sogenannte „Neue Musik“ gespielt hat, vermisst beim
Hören zumeist alle lieb gewonnenen gewohnten
Muster und reagiert darauf oft mit Desinteresse oder
Ablehnung. Wie also kann man sich dieser Klangwelt
nähern?
MK: Am Anfang des Arbeits- und Übungsprozesses im
Seminar stand zunächst die nüchterne Feststellung, dass wir es bei Musik mit einer Kunstform zu
tun haben, die mit dem Material des Klanges arbeitet. In der Welt der Klänge finden wir vom indifferenten Geräusch bis zu klar definierten Tonhöhen ein riesiges Spektrum an Möglichkeiten.
Jede Epoche hat aus diesem Spektrum eine
Auswahl getroffen und eine „Ordnung“ hergestellt, die im Laufe der Musikgeschichte immer
wieder erweitert und verändert wurde. Unsere heutige Zeit kennzeichnet, dass dieses große
Spektrum an klanglichen Möglichkeiten weitgehend gleichberechtigt verwendet und der Begriff
der „Ordnung“ sehr weit gefasst werden kann.
Die „musikalische Disziplin“ der freien Improvisation
ermöglicht es, sich diese klanglichen Möglichkeiten
mit Übungen allmählich zu erarbeiten und zu erfahren, wie damit musikalische Prozesse spontan gestaltet werden können. Musik hören wir als den Verlauf
eines klanglichen Ereignisses in der Zeit. Dieser Verlauf kann kompositorisch determiniert oder improvisatorisch spontan gestaltet werden. Zeitgenössische
KomponistInnen wählen zunehmend eine Mischung
beider Möglichkeiten, mit mal mehr Gewicht auf der
einen oder anderen Seite.
AJG: Wie also sahen diese Übungen konkret aus?
MK: Im Seminar begannen wir mit der Reduktion auf ganz
wenige Parameter. Wir improvisierten z.B. Stücke,
die nur mit einer einzigen Tonhöhe, z.B. dem Ton D
in allen möglichen Oktavlagen, auskamen. Dieser
Ton wurde wiederum reduziert auf eine kurze, staccatoartige Spielweise in beliebiger Lautstärke. Entscheidend war nun, dass die SpielerInnen damit in
eine Art „Kommunikation“ miteinander kamen und
aufeinander reagierend einen musikalischen Verlauf
gestalteten. Dieser konnte, je nach der Art wie die
SpielerInnen agierten, den Charakter einer zarten
Zerbrechlichkeit, den eines kraftvollen Schlagabtausches, oder etwas von beidem haben. Eine ähnliche
Übung machten wir, indem jede(r) einen beliebigen
geräuschartigen Klang auswählen sollte, mit dem
ebenso verfahren wurde. Schnell wurde klar, dass
man mit auf so weniges reduziertem klanglichem Material, interessante Ergebnisse erzielen kann. Ebenso
deutlich wurde, dass das Zuhören eine ebenso wichtige, wenn nicht gar wichtigere Funktion hat, als das
Spielen. Nur mit einer intensiven hörenden Aufmerksamkeit auf das was klanglich geschieht, kann man
den musikalischen Prozess mitgestalten.
AJG: Ihr seid aber nicht nur mit einer Tonhöhe ausgekommen. Wie habt ihr dann das Klangmaterial erweitert?
MK: Ganz allmählich. Zunächst nahmen wir andere Tonhöhen dazu, behielten den Ton D aber als zentralen
Ausgangs- und Endpunkt. Oder wir machten dieselben Übungen, nun aber mit gehaltenen, langen Tönen. Dann begannen wir Material und Möglichkeiten
zu mischen. Hilfreich, um die musikalischen Prozesse
anschaulich zu machen, waren Vergleiche mit ande-
Aus Fakultät und Studium
ren Kunstformen wie z.B. Malerei und Architektur. Ein
klangliches Ereignis mit den kurzen, auf die Tonhöhe
D reduzierten Tönen, hätte so z.B. seine Entsprechung
in einem gemeinsam gemalten Bild, bei dem einzelne Punkte einer einzigen Farbe sich auf einer weißen Leinwand zu einer abstrakten Form gruppieren. Wieder andere Übungen beschäftigten sich mit
rhythmischen Mustern. Z.B. sollte jede(r) eine beliebige Tonhöhe in selbst gewähltem regelmäßigem
Tempo wiederholen und zwar jede(r) in ihrem/seinem
eigenen, vom anderen unabhängigen Tempo! Nacheinander einsetzend ergänzten sich diese unterschiedlichen Pulse zu einer komplexen Struktur, die
durch Variation der Einsatzfolge immer wieder verändert werden konnte. Ähnlich verfuhren wir mit sich
wiederholenden frei gewählten Motiven, die sich,
voneinander unabhängig nacheinander einsetzend,
sich vielschichtig überlagerten. Dabei versuchten wir
Muster wie Tonleitern oder bekannte musikalische
Motive zu vermeiden. Ebenso gestalteten wir Klangflächen mit gehaltenen Klängen, auf denen sich
morseartige rhythmische Muster bewegen konnten,
laute Akzente, auf die unmittelbar reagiert werden
sollte, gleichzeitig verlaufende Schichten sich überlagernder unabhängiger musikalischer Strukturen mit
Geräuschen, Tönen, Intervallen, sich reibenden und
manchmal zufälligen harmonischen Akkordklängen
etc. etc.
AJG: Wie habt ihr euch verständigt, gemeinsam anzufangen, Zäsuren zu machen, zu den Kulminationen zu
führen, und schließlich das Ganze überzeugend zu
Ende zu bringen?
MK: Zunehmend ließen wir es zu, dass aus einer verabredeten Ausgangsspielregel sich der musikalische Prozess in einen offenen, dynamischen Verlauf entwickelte und wir am Anfang
nicht wussten, wo wir am Ende landen werden.
053
Dabei wurde in der Gruppe immer mehr das Gefühl für
den Formverlauf sensibilisiert und z.B. ein nicht verabredeter Schluss ergab sich immer selbstverständlicher. Dadurch, dass eine der Teilnehmerinnen mit ihrer
Stimme dabei war, konnte auch Sprache als Element
eingesetzt werden. Wir probierten z.B. zu von ihr
spontan gewählten gesprochenen Texten aus Prosa,
medizinischem Fachbuch, Grundgesetz oder Zeitungsartikeln begleitend zu improvisieren, was sehr
gut gelang. Ebenso experimentierten wir mit einem
in freien Klängen gestalteten Beat, zu dem sie eigene Texte rappte. In den insgesamt sechs Sessions, die wir in diesem
Seminar hatten, erarbeitete sich die Gruppe ein
Repertoire an Möglichkeiten, das zu immer mehr
Spontaneität und Freiheit im Zusammenspiel führte.
Für eine Abschlussperformance verbanden wir die
erarbeiteten Spielverläufe zu einer Abfolge, in der
manche Eckpunkte verabredet, aber die einzelnen
Abschnitte frei und spontan gestaltet wurden. Es
gab auch immer wieder Platz für „open spaces“, die
zuließen, damit zu spielen, was im dynamischen Prozess der Gruppe an Unerwartetem, Überraschendem
eben gerade so passierte. Daher auch der Titel dieser Performance „Klänge passieren lassen“.
054
KOMPLEXE IDYLLEN
Monika Rinck an der UWH
„Zeichnen Sie zwei Linien im Abstand von 2,50 Metern auf die
Aschenbahn. Stellen Sie sich dort auf und fixieren Sie einander.
Sagen Sie im Wechsel: „Mit Müdigkeit meinst du doch eigentlich
Desinteresse. Ihre Mitspieler übernehmen den letzten Begriff
und beginnen erneut: Mit Desinteresse meinst du doch eigentlich
Lässigkeit. Mit Lässigkeit meinst du doch eigentlich Impotenz. Mit
Impotenz meinst du doch eigentlich Widerstand. Den Joker übernimmt die Witterung. Sie können einander selbstverständlich auch
siezen. Das ist vermutlich sogar noch besser.“
(Monika Rinck, Risiko und Idiotie, Berlin 2015)
Johannes Bungenstab
Studierender des B.A.-Studiengangs Philosophie, Kulturreflexion und kulturelle Praxis
Wer jemals Stufu-Seminare an der Universität Witten/Herdecke besucht hat, kennt das von Monika Rinck gespielte
Spiel wohl bestens: Wie sagen, was man denkt, wenn keiner weiß, was man sagt, gar was man meint. Desto besser
war es, dass die Lyrikerin, deren Werk vielfach mit Preisen
– zuletzt mit dem Kleistpreis – ausgezeichnet wurde, am
13.07.2016 unsere Universität besuchte, um es selbst vorzustellen. Sie las und kommentierte Passagen aus ihrem
Essayband „Risiko und Idiotie“ sowie aus den Lyrikbänden
„Honigprotokolle“ und „Zum Fernbleiben der Umarmung“,
aber auch Unveröffentlichtes. Gekonnt lenkte Rinck dabei
den Blick auf Fragen der Begriffsfindung und des Selbstverständnisses wissenschaftlicher, wie auch lyrischer Arbeiten.
Die Lesung von Monika Rinck, als eines der Highlights des
vergangenen Semesters, hielt was sie versprach und bot viel
Futter für Kulturreflexionen. ‚Honigprotokolle bleiben kleben‘ würde Rinck dazu vielleicht sagen. Selbst für manchen
Dozenten mögen praktische Tipps dabei gewesen sein.
Woher sie denn die Fachworte nehme? Na aus dem Studium natürlich. Rinck hat Religionswissenschaften, Geschichte und vergleichende Literaturwissenschaften studiert. Ihre
Texte bilden ein kluges und witziges Verweissystem auf so
ziemlich alle Geisteswissenschaften. Es zeigt sich wieder:
Selbst als Hermeneutiker oder Geisteswissenschaftler kann
man noch Dichter werden.
Aus Fakultät und Studium
055
SHAKESPEARE UND
‚WIR‘ (= UW/H)
Dr. Klaus Neuhoff
Leiter – Institut Stiftung und Gemeinwohl / Private Universität Witten/Herdecke
Der Name von William Shakespeare aus Stratford-uponAvon ist in diesem Jahr wieder in aller Munde, weil: gestorben 1616, also vor vierhundert Jahren. Wahrlich weltweit
ein Grund zum Feiern: Der größte Dramatiker aller Zeiten!
Kein Wunder, dass er in Deutschland schon in der Spielzeit
2014/15 auf deutschsprachigen Bühnen (D, AU, CH) der
meistgespielte Autor war: 151 Inszenierungen (mit insgesamt 1.851 Aufführungen, wobei über 626.000 Theaterbesucher sich von ihm bezaubern oder anregen ließen).
So wollte denn auch die UW/H im Rahmen des Stufu-Programms der Fakultät für Kulturreflexion (konkret innerhalb
der Reihe „Geschichte in der Gegenwart – Entdecken,
Wiederentdecken“) nicht beiseite stehen und sich vor dem
Dichter verneigen. Den Beginn machte zum Anfang des
Sommersemesters ein Shakespeare-Fest unter der Regie
der bewährten Leiterin der hiesigen Schauspielgruppe,
Blanche Kommerell: Rezitationen in englischer und deutscher Sprache aus den Sonetten und aus seinen Stücken
(darunter natürlich der bekannte Hamlet-Monolog), vorgetragen von Studierenden. Dazu Musik (am Flügel Nina
Aristova) und a-capella-Gesang aus der Zeit. Ein kleiner
Empfang zum Abschluss diente dem Gedankenaustausch
und dem Gespräch mit den jungen Künstlern; insgesamt
ein runde Sache – eben festlich.
Im Wintersemester diesen Jahres wird es mit einem Vortrag
des Seniors der deutschen Shakespeare Forschung, Prof.
H.-D. Gelfert, weitergehen. Er wird der Frage nachspüren,
warum, wie schon am Anfang mit der Vielzahl an Aufführungen im Lande angedeutet, dieser Dichter immer wieder
und immer noch einen so einen großen Eindruck auf die
Menschen machte und macht, nach immerhin mehr als 400
Jahren. Darauf sind wir schon gespannt.
Es gibt neuerdings mehr und mehr Zweifel daran, dass der
Mann aus Stratford, der dort auch begraben liegt, überhaupt der Dichter all dieser großen Werke sei. Eine Gemeinde von sogenannten ‚doubters‘ (Zweifler) forscht nun
schon seit gut 150 Jahren nach dem ‚echten‘ Shakespeare.
Viele Dichter aus seiner Zeit (über 60) sind inzwischen in den
Verdacht geraten, sie seien es eigentlich, und neuerdings
hat sich sogar ein (eingebürgerter) ‚Italiener‘ dazugesellt,
daher der Titel des Vortrags von Dr. Klaus Neuhoff „War
Shakespeare ein Italiener?“. Dieser ‚Italiener‘ hat mit detektivischer Akribie den ‚Hamlet‘ auseinander genommen, um
in diesem Stück, das – gleichsam in nuce – das gesamte
Shakespeare-Werk beinhaltet, vielleicht einen Hinweis auf
den ‚echten, den wahren‘ Shakespeare zu finden. Es lohnt
sich, mit ihm auf Spurensuche zu gehen.
Bleibt noch zu erwähnen, dass das Theater der UW/H unter der Leitung von Blanche Kommerell im November den
„Kaufmann von Venedig“ aufführt.
056
&
GEHEN
LINDA HAGEDORN
Linda Hagedorn hat aufgrund eines plötzlichen „Personalnotstands“ auf ein Jahr ihrer Elternzeit verzichtet
und ist seit dem 1. Juni 2016 wieder in der Fakultät für
Kulturreflexion tätig. Frau Hagedorn arbeitet zunächst
an zwei Tagen in der Uni und an zwei Tagen von zu
Hause aus. Aktuell verantwortet sie das Sekretariat von
Prof. Kettner und unterstützt Frau Jacobs im Stufu-Sekretariat. Wir freuen uns, dass sie (schon jetzt) wieder
zum Team des Dekanats gehört und sind ihr dankbar.
Aus Fakultät und Studium
057
ZUR BEGRÜSSUNG VON PROF. DR. GABRIELE GRAMELSBERGER
Dirk Baecker
Dekan der Fakultät für Kulturreflexion – Studium fundamentale
Die Fakultät für Kulturreflexion – Studium fundamentale
richtet zum 1. Oktober 2016 einen neuen Lehrstuhl für die
Philosophie digitaler Medien ein und freut sich sehr, dass
Prof. Dr. Gabriele Gramelsberger den Ruf der Universität
auf diesen Lehrstuhl angenommen hat.
Frau Gramelsberger hat zunächst zwei Jahre Kunstgeschichte an der LMU München studiert, wechselte dann zum Magisterstudium der Philosophie und Wissenschaftstheorie an
die Universität Augsburg und zu einem Promotionsstudium
an die Jan van Eyck Akademie in Maastricht. Promoviert
wurde sie mit einer Dissertation über „Semiotik und Simulation“ an der Freien Universität Berlin. Der Untertitel ihrer Dissertation, „Fortführung der Schrift ins Dynamische“,
bringt bereits jenes Interesse am Schicksal bewährter Kul­
turtechniken, hier der Schrift, unter den Bedingungen einer
neuen Medienepoche auf den Punkt, das sie seither in zahlreichen Arbeiten weiterverfolgt hat. Frau Gramelsberger
habilitierte sich an der TU Darmstadt mit einer Arbeit über
„Operative Epistemologie“, eine „begriffstheoretische
Analyse der Erkenntnis- und Formkraft der Mathematik“.
Sie war Gesamtvorhabenleiterin eines BMBF Forschungsverbunds „Verkörperte Information“, Projektleiterin eines
DFG-Forschungsnetzwerks „Atmospheres & Algorithms“,
wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Ästhetik an
der Kunsthochschule für Medien in Köln, Research Fellow
am Internationalen Kolleg für Kulturtechnikforschung und
Medienphilosophie an der Bauhaus Universität Weimar und
Permant Fellow in beratender Funktion am DFG-Forscherkolleg „MECS Medienkulturen der Gegenwart“ an der
Leuphana Universität in Lüneburg. Hinzu kommen eine führende Rolle in der Erforschung von Computerprogrammen
in der Weltklimaforschung, Mitgliedschaften in weiteren
Forschungsnetzwerken und eine äußert produktive Publikationsaktivität.
Wie ist es uns gelungen, Gabriele Gramelsberger für die
Universität Witten/Herdecke zu gewinnen? Gegenfrage: An
welcher Universität kann man gleichzeitig ein Interesse an
der Philosophie, an der Mathematik und an der angewandten Wissenschaftsforschung verfolgen? Frau Gramelsberger gehört zu jenen seltenen Wissenschaftlerinnen, die
Theorie, Methode und Gegenstand gleichzeitig in Frage
stellen können. Wir nennen das Kulturreflexion. Vielleicht
hat Frau Gramelsbger deswegen unseren Ruf angenommen.
„Digitalisierung“
ist ja leicht gesagt. Aber wie
diese Digitalisierung auf mathematischen Grundlagen beruht, die
sie zugleich „ins
Dynamische“
verändert,
und
wie diese Digitalisierung eine
Gesellschaft voraussetzt, deren Verständnis von Natur und Technik, Mensch
und Kultur sie tiefgreifend verändert, ist dennoch nur philosophisch zu erforschen. Nicht ohne ein starkes Interesse
an der Rolle der Künste konzentriert sich Gabriele Gramelsberger gegenwärtig vor allem auf die Rolle der Wissenschaft. Wissenschaft, so ihre These, arbeitet gegenwärtig
nicht mehr im spekulativ-induktiven Modus des 17. und 18.
Jahrhunderts und nicht mehr im kontrolliert-deduktiven
Modus des 19. und 20. Jahrhunderts, sondern im Modus
des Futur II, der abgeschlossenen, alles andere als „perfekten“ Zukunft. Es geht nicht mehr um Thesen, Verifikation
und Falsifikation, sondern um Prognosen, deren Eintreffen
verhindert werden soll. Etwa in der Klimaforschung, aber
auch überall dort, wo evolutionäre Algorithmen einerseits
freigesetzt und andererseits unter Kontrolle gehalten werden soll, auf Finanzmärkten, im Big-Data Predictive-Coding
oder im Entwurf neuer Materialien und neuer Designs. Wie
kann man Wissenschaft treiben, wenn sie vorhersagen können soll, was nicht passieren darf?
Souverän wechselt Gabriele Gramelsberger zwischen den
Feldern der Philosophie, der Mathematik und der angewandten Forschung, um diesen Fragen nachgehen zu
können. Wir sind froh und stolz, dass sie dies ab diesem
Semester an der Fakultät für Kulturreflexion – Studium fundamentale tun wird. Frau Gramelsberger wird unsere Fakultät verändern. Bisher haben wir uns auf die guten alten
Kulturtechniken Sprache, Bild, Ton, Schrift und Buchdruck
konzentriert. Ab jetzt können wir diese Kulturtechniken in
den Kontext ihrer digitalen Herausforderung stellen. Das
fasziniert uns. Und ein klein wenig, das gehört dazu, erschreckt es uns auch. Beides, die Faszination und das Erschrecken, sind bei einer Philosophin in den besten Händen.
058
VORTRAGSREIHEN &
ZUSÄTZLICHE
ANGEBOTE
Vortragsreihe „Angewandte Kulturreflexion“
Die Fakultät für Kulturreflexion – Studium fundamentale
führt Ihre Vortragsreihe auch im Wintersemester weiter fort.
Somit wird eine neue Runde der öffentlichen Diskussion
über ihren forschungsprogrammatischen Begriff der Kulturreflexion in Szene gesetzt. Sie arbeitet am Beitrag der
Kulturreflexion zur Bestimmung der gesellschaftlichen Lage
des Menschen. Der Homo Sapiens Sapiens Digitalis lebt
nicht mehr im Universum einer antiken Kosmologie noch
im Universum der modernen Vernunft (und ihrer Katastrophen). Aber wo dann?
Die eingeladenen hochprofilierten Referenten vertreten
ausgearbeitete Positionen anwendungsbezogener Kulturtheorie und führen deren Leistungsfähigkeit vor.
15.12.2016
Prof. Dr. Stefan Rieger
Kulturen der Unbescheidenheit. Zur
Rhetorik des Manifests
18:30 – 20:30 Uhr, Raum E.110
Prof. Dr. Stefan Rieger (Ruhr-Universität Bochum) gehört
zu den prominentesten Medientheoretikern im deutschsprachigen Raum. Niemand denkt mit einem breiteren
historischen Wissen und umfangreicheren literarischen
Kenntnissen über Medien nach. Unmöglich sei es, so hält
er fest, Medien dingfest zu machen, obwohl nichts Geringeres als das Schicksal der Menschen von ihnen abhängt.
Fragt man nach dem Menschen in der Moderne, bekommt
man nur noch ein Phantom zu fassen, so vielfach vermittelt
ist sein Verhältnis zu sich, zur Geschichte, zur Gesellschaft.
2001 hat Rieger das Buch „Die Individualität der Medien:
Eine Geschichte der Wissenschaften vom Menschen“ veröffentlicht, 2002 folgte „Die Ästhetik des Menschen: Über
das Technische in Leben und Kunst“, 2003 „Kybernetische
Anthropologie: Eine Geschichte der Virtualität“ und 2009
„Schall und Rausch: Eine Mediengeschichte der Kurve“.
Die Sammlerleidenschaft und präzise Methodologie von
Rieger ist in allen diesen Büchern spürbar, wird jedoch in
vier weiteren Büchern, die er zusammen mit Benjamin Bühler publiziert hat, eindrucksvoll auf eine weitere Spitze getrieben: „Vom Übertier: Ein Bestiarium des Wissens“ (2006),
„Das Wuchern der Pflanzen: Ein Florilegium des Wissens“
(2009), „Kultur: Ein Machinarium des Wissens“ (2014) und
„Bunte Steine: Ein Lapidarium des Wissens“ (2014). Wiederum als Alleinautor hat sich Rieger in dem Buch „Multitasking: Zur Ökonomie der Spaltung“ (2012) selbst beim Wort
genommen und den aktuellen Zustand des Menschen an
den Displays dieser Welt auf den Prüfstand gestellt.
26.01.2017
Dr. Ernst-Wilhelm Händler
Der Roman der Gesellschaft
18:30 – 20:30 Uhr, Raum E.109
Wie und wie gut lässt sich mit den literarischen Mitteln des
modernen Romans das Eigenartige der Gesellschaft erkennen, in der wir so leben, als wäre es unsere zweite Natur?
Was kann der Roman, was soziologische und philosophische Theorien, die die Gegenwart auf Begriffe bringen wollen, nicht können? Hierüber diskutieren wir mit Ernst-Wilhelm Händler, einem Avantgardisten des Realismus in der
deutschen Gegenwartsliteratur. Er wird aus seinem neuen
Buch „München. Gesellschaftsroman“ lesen und über seine kulturreflexive Schreibweise sprechen. Dr. Ernst-Wilhelm
Händler studierte BWL und Philosophie, war als Unternehmer in der Metallindustrie tätig, ist Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland und wurde für mehrere seiner Romane
mit Literatur- und Kulturpreisen ausgezeichnet.
Aus Fakultät und Studium
059
Vortragsreihe mit Professor Selg zur Weiterführung des Themas
„Bewusstseinsbildung und Ethik anhand des Nationalsozialismus“
Kooperations-Veranstaltung zwischen Integriertem Begleitstudium Anthroposophische Medizin (IBAM) und Studium
fundamentale
Zu diesem Thema sind drei Vorträge geplant, die sich u.a.
aus der aktuellen Forschung zur Aufarbeitung der Anthroposophischen Medizin in Dritten Reich/Nationalsozialismus
ergeben.
14.11.2016
Prof. Dr. med. Peter Selg
Anthroposophische Psychiatrie in der
Zeit des Nationalsozialismus. Die Klinik
Wiesneck/Buchenbach, 1933-1945
20:00 – 21:30 Uhr, Raum Audimax
Apr/Mai 2017 Prof. Dr. med. Peter Selg
Dr. med. Ilse Rennefeld (1895-1984) und
der Nationalsozialismus. Vom Lebensweg
einer anthroposophischen Ärztin jüdischer
Herkunft
Ort und Zeit werden rechtzeitig bekannt
gegeben
voraussichtlich November 2017
Prof. Dr. med. Peter Selg
Therapeutischer Widerstand. Ita Wegman
(1876-1843) und ihr Vorgehen in der Zeit
des Nationalsozialismus.
Ort und Zeit werden rechtzeitig bekannt
gegeben
Ringvorlesung im Wintersemester 2016/17
Weltgesundheit-Soziale Verantwortung global denken
- Nach Wahrheit streben
- Zur Freiheit ermutigen
- Soziale Verantwortung fördern
Diese drei Tugenden schreibt sich unsere Universität auf
ihre Fahnen.
Eine Wahrheit ist, dass die Wahrnehmung und das Verständnis verschiedener Menschenbilder und Weltanschauungen anderer Kulturkreise uns bereichern können. Auch
vermag uns die Integration unterschiedlicher therapeutischer Vorgehensweisen Perspektiven zu eröffnen, die größer sind als unsere westlich geprägte Schulweisheit allein
es sich zu träumen vermag – denn sie schenkt ein globales
Bild des Menschen; ein Verständnis, das über die Summe
von messbaren Werten hinaus Bestand hat.
Eine andere Wahrheit ist, dass nur ein Bruchteil der Weltbevölkerung freien Zugang zu der Art von medizinischer
und psychologischer Versorgung hat, die bei uns für selbstverständlich erachtet und gelehrt wird.
Warum ist das so? Was macht Wohlstand mit der Gesundheit und umgekehrt? Was Armut?
Wieso beschäftigen wir uns in unserem eigenen Gesundheitswesen alltäglich mit Krankheiten, wie Übergewicht, Diabetes, Herzerkrankungen und anderen Zivilisationskrankheiten, die in vielen Fällen „selbst gemacht“ sind? Wie ist
die medizinische Situation in anderen Teilen der Welt? Wie
begegne ich als Student, Arzt, Therapeut eigentlich völlig
anderen Auffassungen von Medizin, Gesundheit, Krankheit
und Menschlichkeit? Welche Möglichkeiten der Begegnung und des Von-Einander-Lernens und welche Wege
zum Ausgleich mit Menschen in anderen Kulturkreisen und
Lebenssituationen gibt es? Wie weit geht soziale Verantwortung und wie viel soziale Verantwortung geht aus der
Freiheit hervor in einem der wohlhabendsten und einflussreichsten Länder der Welt studieren zu dürfen?
Die Initiative Weltgesundheit, eine Kooperation zwischen
dem Integrierten Begleitstudium Anthroposophische Medizin und dem gemeinnützigen Verein L’appel Deutschland e.V. will zusammen mit ihrem Schirmherren Dr. med.
Tankred Stöbe Studierende und die Universität Witten/
Herdecke an das Thema Weltgesundheit heran führen und
die Möglichkeit dazu schaffen, eigene Antworten auf diese
Fragen zu finden.
Arbeitsfelder werden vornehmlich die vorklinischen Semester der Humanmedizin, die Bachelorsemester im Studienfach Psychologie und Psychotherapie und das Studium
Fundamentale sein. In dessen Rahmen ist eine Vortragsund Seminarreihe geplant, die fakultätsübergreifend die
Themen humanitäre Hilfe, Global Health, globale Aspekte
der mentalen Gesundheit und die Reflektion der eigenen
Geisteshaltung (Privilegienbewusstsein, Rassismuskritik)
behandeln wird.
Termine:
21.10.2016
22.10.2016
22.10.2016
Dr. med. Tankred Stöbe
Filmvorstellung „Living in emergency“ und
anschließende Diskussion
19.00 Uhr, FEZ
Dr. med Tankred Stöbe
Seminar zum Thema der Rolle humanitärer
Hilfe weltweit (Anmeldung erforderlich!)
08.00 – 16.00 Uhr, FEZ
Dr. med Tankred Stöbe
Vortrag „Lybien-Bürgerkrieg in einem
unbekannten Land“
20.00 Uhr, FEZ
060
08.12.2016
07.01.2017
14.01.2017
17.03.2017
18.03.2017
Austen P. Brandt für Phoenix e.V
Vortrag mit dem Titel „Was ist Rassismus?
Mechanismen von institutionellem und
alltäglichem Rassismus“
19.00 Uhr, FEZ
Phoenix e.V.
Workshop zum Thema des Vortrages
(Anmeldung erforderlich!)
10.00 Uhr, E109
Dr. Ha Vinh Tho
Vortrag zum Thema „Mentale Gesundheit
weltweit“
16.00 Uhr, FEZ
Dr. Olaf Horstick
Vortrag mit dem Titel: „Globale Gesundheit: Was ist das überhaupt und warum
sollte es jeden interessieren?“
17.00 Uhr, FEZ
Dr. Olaf Horstick
Seminar zum Thema globale Gesundheit
und dem heutigen Stand der weltweiten
Entwicklungszusammenarbeit
09.00 – 17.00 Uhr, FEZ
Unsere Dozenten:
Dr. med. Tankred Stöbe: Ehemaliger Präsident der deutschen Sektion von Ärzte ohne Grenzen und heutiges Mitglied im internationalen Vorstand der Organisation. Träger
der Paracellsus-Medaille, UWH-Alumnus, Schirmherr der
Initiative „Weltgesundheit- Soziale Verantwortung global
denken“
Austen P. Brandt für Phönix e.V.: „Unser Ziel ist es, der Negativität von Rassismus positive Strategien entgegenzustellen“ (Austen P. Brandt) Phönix e.V. wurde 2010 mit dem
Aachener Friedenspreis ausgezeichnet.
Dr. Ha Vinh Tho: Leiter des Gross National Happiness Center (GNH), Buthan Dr. Olaf Horstick: Direktor des Instituts
für Public Health der Universität Heidelberg
Ansprechpartner und Kontaktdaten:
Nicolas Aschoff
UWH Humanmedizin JG 34
L‘appel Deutschland e.V. Projektlandleitung Sierra Leone
[email protected]
Symposium –
GEGENWART & WIEDERHOLUNG
Zeitpraktiken der Gegenwartskunst
Sophia Gröning, Manischa Eichwalder, Anja
Engst, Friedemann Uhl
KAMIN-RESTAURANT
mit wechselnden Spezialitäten und jeden Sonntag
Familien-Buffet von 11.45 - 14-30 h mit wöchentlich
wechselnden, saisonalen oder länderbezogenen Themen
FEIERN ZUM FESTPREIS
„Wir planen für Sie die perfekte Feier”
ob Geburtstag, Hochzeit oder Jubiläum,
ab 25 Personen ab 59,00 € p. P.,
Veranstaltungstermine
(genaue Zeiten werden noch bekannt gegeben):
Speisen, Getränke & Dekoration „all inclusive”
PANORAMA-CAFÉ
in der 9. Etage mit herrlicher Aussicht über ganz Witten
- Sekt-Frühstück ab 6.30 h
- Große Auswahl an Kaffee & Kuchen
täglich: frische Waffeln
CANDLELIGHT-DINNER
4-Gänge-Menü für 2 Personen incl. 1 Flasche Wein 60,00 €
Bergerstr. 23
58452 Witten
Tel. 0 23 02 / 58 80
Fax 0 23 02 / 58 8 - 555
Wie schreibt sich eine künstlerische Praxis in eine Gegenwart ein? Und mit welchem Gegenwartsbegriff operieren
wir überhaupt? Diesen und zahlreichen weiteren Fragen
jener Thematik möchten wir in einem Symposium einen
diskursiven Rahmen geben. Den Auftakt der Veranstaltung
macht eine Ausstellungseröffnung am Vorabend, des
Künstlers Axel Braun und seiner Arbeit „Denn es gibt den
Fortschritt!“.
[email protected]
www.riepe.com
2. Dezember
3. Dezember
Ausstellungseröffnung
Symposium
Mit: Axel Braun, Christian Grüny, Sebastian Manhart (Historiker, Universität Trier), Judith Siegmund (Philosophin, UdK
Berlin), Friederike Wappler (Kunsthistorikerin, RUB) Inke
Arns (Kuratorin, HMKV Dortmund), Dirk Baecker, Claus Volkenandt.
Aus Fakultät und Studium
061
Interesse an der chinesischen Sprache?
Dann haben wir hier das passende Angebot:
Im kommenden Wintersemester haben Studierende aller
Fakultäten die Möglichkeit 2 oder 3 Stunden wöchentlich
am Sprachkurs von Frau Shiang-Han Lin teilzunehmen. Je
nach Vorkenntnissen kann man am Anfänger- oder Fortgeschrittenen-Kurs teilnehmen.
Der Sprachkurs wird vom taiwanischen Bildungsministerium gesponsert und ist für Studierende kostenfrei. Er ist Teil
des Angebots der „Professur Literatur und Kommunikation in China“, die neben den Sprachkursen jedes Semester
2–3 China-bezogene Lehrveranstaltungen anbietet. Der
Sprachkurs wird zunächst zwei Semester lang, bei guter
Nachfrage ggf. auch länger angeboten.
Chinesisch I
Dozentin: Lin Shiang Han
wöchentlich 3 Std
Ort und Zeit n.Vb. (keine CPs)*
Chinesisch ist eine im Berufsleben zunehmend wichtige
Sprache und entgegen anderslautenden Mythen zumindest mündlich einfach zu erlernen. Dieser Kurs richtet sich
an Studierende, die einfache Gespräche auf Chinesisch
führen können wollen. Innerhalb eines Semesters kann man
im Rahmen des A1-Niveaus einfache Sätze formulieren und
verstehen sowie einfache Fragen stellen und beantworten.
Chinesisch ist nicht mit westlichen Sprachen verwandt, daher ist es eine neue Lernerfahrung. Im Chinesischen gibt es
nur etwas über 50 An- und Auslaute, die man zu 500 Silben
kombinieren kann. Diese aber können eine unterschiedliche Bedeutung erlangen, auch durch (maximal fünf) unterschiedliche Betonungen. Die Schriftsprache ist tatsächlich
schwieriger als z.B. bei europäischen Sprachen. Chinesisch
ist die Muttersprache von etwa 1 Milliarde Menschen, zum
Vergleich: Englisch von ca. 400 Millionen. Trotz enger Ver-
flechtungen Deutschlands mit China lernen bisher nur wenige Deutsche Chinesisch. Vor allem mit erwachsenen Chinesen kann man häufig nur auf Chinesisch kommunzieren.
Das Erlernen von Englisch als Zweitsprache für Chinesen ist
erst bei der chinesischen Jugend verbreitet. Das Lehrmaterial ist bei der Dozentin erhältlich. Bei Interesse wird im Anschluss in den Semesterferien ein Kurztrip nach China oder
Taiwan (Hin- und Rückflug ca. 600 Euro) angeboten.
Chinesisch II
Dozentin: Lin Shiang Han
wöchentlich 2 Std
Ort und Zeit n.Vb. (keine CPs)*
Dieser Kurs richtet sich an Studierende, die schon Grundkenntnisse im Chinesischen haben, sei es dass sie schon
einen Kurs besucht haben, in China waren und die Sprache etwas erlernt haben oder sich sonstwie erste Chinesisch-Kenntnisse angeeignet haben. Insbesondere im
Hinblick auf die Anwendbarkeit im Berufsleben baut die
Dozentin auf individueller Basis auf diesen Grundkenntnissen auf. Der Schwerpunkt liegt auf der Konversation und
dem Verständnis von Kurztexten im Internet, insbesondere
in Chats. Nach einem Semester sollen sich die Teilnehmer
über Grundkenntnisse hinaus einfach verständigen können.
Während die mündliche Sprache im Vergleich zu europäischen Sprachen mit vergleichbarem Aufwand zu erlernen
ist, ist die chinesische Schriftsprache tatsächlich schwieriger. Die Konversationen sind zwar neben der Transkription
(Hanyu Pinyin) auch mit Schriftzeichen unterlegt, diese bilden jedoch keinen Schwerpunkt im Unterricht. Das Lehrmaterial ist bei der Dozentin erhältlich. Bei Interesse wird
im Anschluss in den Semesterferien ein Kurztrip nach China
oder Taiwan (Hin- und Rückflug ca. 600 Euro) angeboten.
*Bitte beachten: Diese Kurse sind keine Lehrveranstaltungen und somit auch nicht anrechenbar.
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Rund um die Uni
063
MEHR ALS EINE
ZUSATZBEZEICHNUNG
WITTEN HEISST
UNIVERSITÄTSSTADT
AN DER RUHR
Gabriele Molitor
Leiterin der Abteilung für Kommunikation
Witten darf sich „Universitätsstadt an der Ruhr“ nennen.
Das hat der Wittener Stadtrat im Herbst 2015 beschlossen.
Das Innenministerium von Nordrhein-Westfalen erteilte
seine Zustimmung für diese Zusatzbezeichnung. Die Änderung der städtischen Satzung, die im übertragenen Sinne
so etwas wie ein Grundgesetz der Stadt bedeutet, wurde
ebenfalls vom Stadtrat verabschiedet. Auf den Briefköpfen
der Stadtverwaltung und der Bürgermeisterin findet sich
die Unterzeile bereits. Nun steht das Auswechseln der gelben Ortstafeln an.
Kritische Zeitgenossen könnten sagen: Was soll das? Für
so etwas ist Geld da. Haben die in Witten keine anderen
Probleme?
Ganz sachlich betrachtet markieren Ortsschilder laut Straßenverkehrsordnung Anfang und Ende einer geschlossenen Ortschaft, worunter der räumliche Zusammenhang von
(Wohn-)Häusern zu verstehen ist. Wenn nun die Wittener
Ratsvertreter entschieden haben, ihre Stadt Universitätsstadt zu nennen, so schwingt mit diesem Beschluss auch ein
gewisser Stolz mit. Zumindest jedoch das klare Bekenntnis
der Stadt zur Universität, die als charakteristisch für Witten
gilt.
Seit mehr als 33 Jahren besteht die Universität Witten/Herdecke. Von 1983 bis 1993 befand sich das Verwaltungsgebäude in der an der Ruhrstraße gelegenen Villa „Imhausen“. Dann zog die UW/H in einen schmucken Neubau
weiter außerhalb im Gewerbegebiet „Wullen“. Mithin
befindet sich die UW/H zwar innerhalb der Stadtgrenzen,
nicht aber im Zentrum. Das mag mit ein Grund dafür sein,
weshalb viele Wittener Bürgerinnen und Bürger zur UW/H
ein mitunter eher entrücktes Verhältnis haben.
Ja und ohne Frage war die UW/H in ihren Gründerjahren
sehr mit sich selbst beschäftigt. Die Beziehungspflege mit
den Wittenern stand nicht immer ganz oben auf der Agen-
064
da. Doch ohne die Unterstützung des ehemaligen Bürgermeisters Klaus Lohmann und zahlreicher Kommunalpolitiker
wäre die Universität nie nach Witten gekommen. Lohmann
unterstützte das zähe Ringen von Konrad Schily mit der
damaligen von Johannes Rau geführten Landesregierung.
Denn dass ausgerechnet Sozialdemokraten eine Universität
in privater Trägerschaft genehmigten, war alles andere als
naheliegend. Auf der Gründungsveranstaltung erläuterte
Lohmann seine Motivation, dass aus kommunalpolitischer
Sicht die Schaffung neuer Arbeitsplätze im tertiären Bereich
im Vordergrund der Überlegungen stand.
Diese Weitsicht hat sich gelohnt: Heute studieren an der
Universität Witten/Herdecke mehr als 2300 Studierende,
rund 500 Mitarbeiter sind an der Universität beschäftigt.
Studierende und Mitarbeiter sind bedeutsam für Handel,
Gewerbe, ortsansässige Wirtschaft sowie für den Wohnungsmarkt. Untersuchungen belegen, dass viele junge
Menschen nach dem Studium in der Region bleiben. In
einer älter werdenden Gesellschaft ist das ein erheblicher
Pluspunkt, den viele andere Städte in der Nachbarschaft
gerne ebenfalls für sich verbuchen würden.
Die Namenserweiterung steht als Symbol, wie Witten als
Ruhrgebietsstadt den Strukturwandel meistert. Es gibt eine
sehr vitale stahlverarbeitende Industrie: Die Wittener Edelstahlwerke sind einer der größten Arbeitgeber der Stadt.
Neben und an die Stelle von Kohle und Stahl sind jedoch
als neue Rohstoffe Bildung und Wissen hinzugekommen.
Das gesamte Ruhrgebiet hat sich zum Ziel gesetzt, eine
starke Wissenschaftsregion zu werden. Eine Zukunftsplanung, die an der dichten Hochschullandschaft anknüpft,
deren fester Bestandteil Deutschlands erste Universität in
freier Trägerschaft inzwischen ist.
Noch einmal zurück zu den Skeptikern. Die Kosten für das
Auswechseln der Ortstafeln gehen nicht zu Lasten des
Steuerzahlers. Gleich nach Bekanntwerden der Ratsentscheidung hat ein Wittener Unternehmer einen namhaften
Betrag zur Finanzierung der Aktion gespendet. Dass seine
Heimatstadt sich nun Universitätsstadt nennen darf, erfülle
ihn mit Stolz. Weitere Unterstützer will die Universitätsgesellschaft über eine Fundraisingkampagne gewinnen.
Die Bürgermeisterin verriet kürzlich, dass auf ihrer Visitenkarte schon lange die Zusatzbezeichnung aufgedruckt sei.
Sie weiß um die Bedeutung der Uni für ihre Stadt und ist
auch froh über die Planungen zu einer Image-Kampagne.
Mit deren Hilfe wollen Universität und Stadt auch in der
Wahrnehmung der Wittener Bürgerinnen und Bürger näher
zusammenrücken.
„Seit vielen Jahren arbeiten Universität Witten/Herdecke
und Stadt Witten eng zusammen“, sagt Sonja Leidemann.
„Die Arbeit der Universitätsgesellschaft und die Veränderungen in unserem Stadtbild wie beispielsweise die Entwicklung des Wiesenviertels sind gute Beispiele dafür. Diese gute und enge Zusammenarbeit findet einen vorläufigen
Höhepunkt in der neuen Beschilderung unserer Stadt, die
nunmehr Witten als Universitätsstadt ausweist. Allen Beteiligten und Unterstützern danke ich herzlich.“
Wie intensiv das Miteinander bereits ist, zeigen viele studentische Initiativen und kulturelle Events, mit der die
UW/H das städtische Leben bereichert. Konzerte, Theateraufführungen, Lesungen, Podiumsdiskussionen – die Liste
ist lang. Viele prominente Zeitgenossen besuchen die Uni
Witten/ Herdecke und suchen gern den Austausch mit Wissenschaftlern und Studierenden.
Im Wiesenviertel ist ein studentisch geprägtes Quartier entstanden, das sich nicht nur als Wohnviertel großer Beliebtheit erfreut. Studierende haben sich bei der Betreuung von
Flüchtlingen in Witten beteiligt und sind immer noch zur
Stelle, wenn es um die Integration der zu uns gekommenen
Menschen geht. Ein Filmforum wurde organisiert, zu Picknicks eingeladen und Behördengänge sowie Sprachkurse
mitermöglicht. Die Bürgeruni in Kooperation mit der Volkshochschule greift in lockerer Folge interessante Themen
auf. Dozentinnen und Dozenten treffen bei den Veranstaltungen auf ein wissbegieriges und interessiertes Publikum.
Stadt und Uni sind an vielen Stellen schon recht gut miteinander verwoben.
Am Bürgertag war die UW/H mit einem Aktionsstand in
der City vertreten und hat die Besucherinnen und Besucher
nach ihrer Meinung zum Thema „Witten wird Uni-Stadt“
gefragt. Der überwiegende Teil der Rückmeldungen war
positiv. Aber hie und da kam auch zum Vorschein, dass es
Menschen gibt, die nichts über die Universität in ihrer Stadt
wissen. Hier besteht offensichtlich noch Nachholbedarf.
„Nicht nur deshalb ist es sowohl für die Universität als auch
für die Stadt wichtig, dass der Schilderprototyp an der
Alfred-Herrhausen-Straße mit der Aufschrift „Witten – Universitätsstadt an der Ruhr“ kein Unikat bleibt.
WIR ZEIGEN HIER, WIE
STRUKTURWANDEL
ERFOLGREICH
VOLLZOGEN WERDEN
KANN.
Das ist eine Erfolgsgeschichte, die wir jeder Verkehrsteilnehmerin, jedem Verkehrsteilnehmer schon auf unseren
Ortsschildern gern mitteilen“, sagt UW/H-Präsident Prof.
Dr. Martin Butzlaff.
Rund um die Uni
065
DER GOTT DER LIEBE
LIESS MICH DICH FINDEN
Dass ich mich 2014 für ein Studium an der Uni Witten/Herdecke
entschied, lag an der für mich perfekten Konzeption des
Studiengangs „Philosophie, Kulturreflexion und kulturelle Praxis“.
Lara Venghaus
Studierende des B.A.-Studiengangs
Philosophie,Kulturreflexion und kulturelle Praxis im 4. Semester
Vielen Studiengängen in Deutschland, insbesondere im Bereich der Geisteswissenschaften, wird – meines Erachtens
zu recht – mangelnder Praxisbezug vorgeworfen, und so
überzeugte mich, dass in Witten ein eigenes künstlerisches
Projekt zentraler Bestandteil meines Studiengangs ist.
Als ausgebildete Sopranistin lag es für mich natürlich nahe,
eine Oper zu meinem Projekt zu machen: Im April 2017
werde ich Giuseppe Verdis „La Traviata“ an der Universität
meiner Heimatstadt Bielefeld aufführen – mit dem dortigen
Universitätsorchester, einem Projektchor, der Ballettschule
des dortigen Stadttheaters, Schulklassen, Flüchtlingen –
kurzum: An diesem Projekt darf und kann jeder mitwirken,
der einmal in die faszinierende Welt der Oper eintauchen
möchte. Mein Ziel: Laien jeden Alters durch aktives Mitgestalten Musik erfahrbar zu machen – im Prinzip also ein
künstlerisches Projekt im künstlerischen Projekt. Neben der
Projektleitung bin ich für die Inszenierung mitverantwortlich
und singe außerdem noch die Titelrolle. Eine große Freude
bereitet mir dabei die Zusammenarbeit mit meinem Partner
auf der Bühne: Der Detmolder Tenor Johann Penner, der
in
Witten
mittlerweile
durch seine
zahlreichen Auftritte mit dem Chor
und Orchester der Universität kein Unbekannter mehr ist,
ist mir zu einem festen Duettpartner geworden. In unseren
gemeinsamen Projekten beflügeln wir uns gegenseitig und
ermöglichen es uns immer wieder, unsere künstlerischen
Grenzen auszuloten und zu überschreiten. Einen Einblick in
diese Arbeit möchten wir auch dem Wittener Publikum nicht
vorenthalten: Gemeinsam geben wir am 16.11.16 um 19.30
Uhr in der großen Halle ein Konzert unter dem Titel „Der
Gott der Liebe ließ mich Dich finden“. Auf dem Programm
stehen Arien und Duette aus Mozarts Don Giovanni, Verdis
Aida, und, natürlich, der Traviata. Bereits in dieser Veranstaltung kann ich meine verschiedenen Funktionen miteinander verknüpfen, denn neben dem Singen und Spielen
wird am Ausgang eine Spende für die Umsetzung meines
künstlerischen Projektes erbeten. Begleitet werden wir in
diesem Benefizkonzert von Dr. Michael Hoyer am Flügel,
der uns beide immer wieder zu Höchstleistungen anspornt
und uns als dritter Triopartner komplettiert. Der Kapellmeister und Leiter des Bielefelder Universitätsorchesters
studierte
Musikwissenschaft, Philosophie, Germanistik und Sprachwissenschaft und beleuchtet
auf dieser Grundlage
im steten Dialog mit Johann Penner und mir die
Figuren der Opern nicht
nur musikalisch aus den
verschiedensten
Blickwinkeln. Lassen Sie sich
entführen auf eine Reise
in die Abgründe und Gipfel zwischenmenschlicher
Beziehungen!
066
AMNESTY
INTERNATIONAL
Philine Töpper
Studierende des M.A.-Studiengangs
Philosophie, Kulturreflexion und kulturelle Praxis
Amnesty International ist eine weltweit tätige Menschenrechtsorganisation. Seit Gründung der Organisation im Jahr
1961 setzt Amnesty sich durch Öffentlichkeitsarbeit und Recherche für den Schutz der Menschenrechte
rund um den Globus ein. Grundlage dafür
bilden alle die in der Allgemeinen Erklärung
der Menschenrechte formulierten Rechte,
die inhaltlichen Schwerpunkte werden in
jährlichen Versammlungen durch die Basismitgliedschaft
gesetzt. Mit über sieben Millionen Mitgliedern ist Amnesty somit die größte Organisation dieser Art, ihre Arbeit
wird bis auf ganz wenige Ausnahmen von ehrenamtlichen
Herlferinnen und Helfern durchgeführt. Neben der Aufbereitung von Inhalten führt Amensty gezielter Kampagnen
durch, von denen mindestesn ein Drittel erfolgreich sind.
Wie die gesamte Organistaion ist auch die Hochschulgruppe unabhängig von staatlicher Unterstützung und finanziert
sich vollständig aus privaten Spenden. Wie alle Ortsgruppen führt die Amnesty International Hochschulgruppe
Witten Informationsveranstaltungen durch, sammelt Unterschriften und erschafft Öffentlichkeit, denn nichts scheuen
Menschenrechtsverbrecher mehr als das Licht.“
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(BSG) erfüllt und wir für die Sicherheit keine Haftung übernehmen.
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Dienstag, 25.10.2016, um 20:00 Uhr im Raum [...], Wiesenstr.
25, statt.
Rund um die Uni
067
WIE SINGEN DAS LEBEN
VERÄNDERN KANN
PRESSESCHAU
Als Altistin steht Dagmar Linde (53) auf großen Bühnen und gibt
Gesangsunterricht für Studenten. Ruhe findet sie in ihrem Garten in Witten
Andrea Böhnke
veröffentlicht am 22. April 2016*
Das Selbstbewusstsein stärken, die eigenen Gefühle
ausdrücken und verarbeiten,
andere berühren – „Singen
macht ganz viel mit dem Menschen“, sagt die Altistin Dagmar Linde (53). „Es ist für mich
das Glücklichste, Wunderbarste auf der Welt, ein Teil
meiner Persönlichkeit.“ Wenn
die gebürtige Wittenerin die
Tangomesse des Argentiniers
Martín Palmeri anstimmt, ist
das zu spüren. Ihr Glaube an
Gott, ihre Hingabe für die Musik, die Erfahrungen, die sie im Leben gemacht hat. Die guten und die schlechten.
mer genau hinlausche.“ Mehrmals in der Woche bekommt
die 53-Jährige Besuch von Studenten der Universität Witten/Herdecke. „Seit 1999 bin ich Dozentin an der UW/H
und lehre Studenten das Singen.“ Der Unterricht gehöre
zum Studium fundamentale für die angehenden Mediziner,
Psychologen und Wirtschaftswissenschaftler. „Pro Semester habe ich etwa 15 bis 20 Gesangsschüler, aber es gibt
viel mehr Interessenten.“ Während der Vorlesungszeit hat
jeder von ihnen eine Stunde Unterricht pro Woche. „Singen
lernen geht nur im Einzelunterricht“, sagt die Altistin. „Ich
beobachte immer wieder, wie viel Freude das den jungen
Leuten bereitet und wie es ihr Selbstbewusstsein stärkt.
Viele finden im Gesang ihre eigene kleine Insel. So können
sie zum Beispiel einem Burn-out vorbeugen.“
„Die Tangomesse habe ich das erste Mal vor ein paar Jahren gesungen, mit einem befreundeten Bandoneonspieler.
Seitdem träumen wir davon, das Stück gemeinsam aufzunehmen.“ Am vergangenen Wochenende war es soweit:
Begleitet vom Bachchor Siegen, von Orchester und Flügel
– und natürlich ihrem Bekannten – hat Linde die Tangomesse in einer Siegener Kirche eingesungen. Produzent ist der
WDR.
Am 16. April hat ihr der Universitätsverein den Peter
Bartholmes-Teaching Award verliehen, „für herausragende
Lehre im Sinne der drei Grundwerte der Universität Witten/
Herdecke: Zur Freiheit ermutigen – soziale Verantwortung
fördern – nach Wahrheit streben“. „Ich liebe die Arbeit mit
den Studenten, sie halten mich jung“, sagt Dagmar Linde.
„Leider hat unsere Gesellschaft verlernt zu singen.“ Durch
Fernsehsendungen wie „Deutschland sucht den Superstar“
hätten viele einen Anspruch auf Perfektion, trauten sich
nicht, die eigene Stimme zu benutzen. „Aber es muss nicht
immer Kunst sein.“ Die Musik könne einen kräftigen, ein
gutes Gefühl machen, Erinnerungen wecken. „Das habe ich
vor allem in der Arbeit mit sterbenden und demenzkranken
Menschen erlebt.“ Wenn sie ihre Lieblingslieder hörten,
ginge es ihnen besser.
Im Juli wird die Wittenerin die Misa a Buenos Aires vor großem Publikum aufführen, auf dem Rheingau Musikfestival.
„Dann natürlich in Abendrobe“, lacht die Linde. Das Singen
ist ihr Lebensunterhalt. Und ihre Altersvorsorge. Ein schwieriges Business mit großem Konkurrenzdruck, aber die Mutter einer Tochter hat nie aufgegeben. „Ich habe mir mein
Auto und mein Haus selbst ersungen.“ Seit einigen Jahren
lebt Dagmar Linde am Ufer der Ruhr in Witten.
Einen Großteil ihrer Freizeit verbringt sie im Garten. „Ich
brauche die Erdung, die Ruhe der Natur als Ausgleich zu
meinem Beruf, bei dem ich immer in Schwingung bin, im-
DIE EIGENE STIMME BENUTZEN
„Singen ist kostenlos, ungefährlich und immer verfügbar“,
sagt Dagmar Linde und fängt zum Beweis an zu summen.
Kein großes Oratorium, sondern ein Volkslied aus der Kindheit.
*Wir danken der Tageszeitung WAZ Witten für die Erlaubnis des einmaligen Wiederabdrucks des Artikels in der Stufu-Zeitung.
068
AUS DER LAUDATIO AUF DAGMAR LINDE
Michael de Vries
Alumnus der UW/H
(...) Auch Peter Bartholmes war einer der Menschen, der die
frühen Jahre der Universität maßgeblich geprägt hat. Als
Experte für Pharmaforschung wurde er der erste Inhaber
des Lehrstuhls für Biochemie an der Medizinischen Fakultät
dieser Universität. Neben seiner Einbindung in die Lehre
baute er das Institut für Biochemie auf. Er war Prodekan
der Medizinischen Fakultät, Vorstandsvorsitzender des Universitätsvereins, Mitglied des Direktoriums der UW/H und
auch Prodekan der Naturwissenschaftlichen Fakultät. Er
war unternehmerisch tätig als Gründer der bitop AG, einem
der erfolgreichen Unternehmen im Netzwerk der Universität. Der von ihm mit erforschte Bioreaktor stellte für uns WiWis, die wir in den Jahren nach Tschernobyl hier studierten,
ein großes, immer wieder bewundertes Mysterium dar. In
meinen Jahren an der Universität war Peter Bartholmes das
Gesicht der Naturwissenschaftlichen Fakultät und äußerst
präsent an der Universität. Er verstarb 1998 viel zu jung im
Alter von 55 Jahren. Ihm ist der Peter Bartholmes Teaching
Award gewidmet, der herausragende Leistungen im Bereich der Lehre an der Universität auszeichnet.
In diesem Jahr wird der Peter Bartholmes Award an eine
Lehrkraft verliehen, deren Wirken nicht gerade ein Kernfach der Fakultäten an der Universität darstellt. Es geht also
nicht um Medizin, Zahnmedizin, Wirtschaft oder Philosphie,
auch nicht um Traditionelle Chinesische Medizin, Systemtheorie oder Familienunternehmen. Es geht um eines der
Momente, die diese Universität so besonders machen und
die unter anderem für den so wichtigen Klebstoff zwischen
den Fakultäten sorgen. Es geht um Musik. Musik spielt an
der Universität schon immer eine ganz besondere Rolle, ob
im Studium fundamentale oder in den verschiedenen Orchestern und Chören.
Seit 1999 ist die Altistin Dagmar Linde ein fester Bestandteil des musikalischen Lebens der Universität. Dagmar Linde hat zahlreiche Aufnahmen veröffentlicht. Ihr imposantes Repertoire reicht dabei von McCartney über Schubert
und Schumann zu Haydn, Mozart und Mahler und Verdi bis
hin zu Vivaldi und Bach. Doch es geht bei diesem Preis ja
nicht um musikalisches Können, sondern um Didaktik. Und
genau hier leistet Dagmar Linde Großes. Sie bündelt ihr
Know-How als Sängerin, Chorleiterin und Pädagogin und
vermittelt ihren Studierenden gleichzeitig Theorie und Praxis. Neben der körperlichen Erfahrung des Umgangs mit
der eigenen Stimme, lernen Studierende bei Ihr die physiologischen Grundlagen zur Stimmbildung, Musikgeschichte
und sogar die Hintergründe der dunklen Geschichte des
Richtersaals im Uni-Gebäude in Annen. Dabei erfahren die
Studierenden sehr viel, vor allen Dingen über sich selbst.
Die im Kurs gewonnenen Erfahrungen bereichern mindestens ihr Studium, häufig auch das ganze Leben. Ihre Studierenden bezeichnen Dagmar Linde als „Stufu-Goldstück“
und genau das möchten wir heute auszeichnen.
Rund um die Uni
WINTERAKADEMIE
FÜR ALLE STUDIERENDEN DER UW/H
Für alle – wirklich alle! – wintersportliebenden Studierenden
der UW/H gibt es auch 2017 wieder die Winterakademie,
wie immer bestens organisiert von der zahnmedizinischen
Fakultät und der Fakultät für Kulturreflexion. Wo? In Olang,
Südtirol. Wann? Vom 13. bis 20. Januar. Warum? Weil es die
alternativlos gute Verbindung von Ski, Snowboard und Stufu ist. Worüber? Der rote Themenfaden der allabendlichen
Stufu-Runden heißt diesmal: „Lebensentwürfe“. Wieviel?
Der Vollpensions- und Vollpistenspaß kostet für Studierende ca. 800,- und ist ganz sicher jeden Euro wert.
Anmeldung in UWE, vier Plenumtermine zur Bildung von
themenzentrierten Kleingruppe und Vorbereitung der Präsentationen mit Hilfe interner und externer von internen
Dozenten und Alumni. Ansprechpartner: Dr. Eckard Busche
(Department für Zahnmedizin), Prof. Matthias Kettner (KuRe-Fakultät).
Dr. Eckhard Busche, Prof. Matthias Kettner, M.A. Tobias
Vogel, weitere Dozenten und Alumni
069
070
TEMPORÄRE
BILDER EINES RAUMES
und der Weg in eine unmittelbare Wahrnehmung
Katinka Theis
Rund um die Uni
071
Im Hintergrund des Seminars „Raumzeichnungen“ stand die Frage nach der
unmittelbaren Wahrnehmung, die jeder künstlerischen Handlung vorausgeht,
ohne die es zu keiner Erneuerung kommt, weder im alltäglichen Leben, noch in
einer künstlerischen Vorgehensweise. Verdeutlicht man sich diesen Gedanken,
gilt es immer wieder, nach Wegen zu suchen, die es möglich machen, sich in einen
Prozess zu begeben, die eigenen Vorstellungen zu reflektieren und den eigenen
Standpunkt zu überprüfen.
Ob man mit seiner ganzen Aufmerksamkeit wirklich alles
wahrgenommen und einen mittelbaren Eindruck ausreichend hinterfragt hat, lässt sich durch kaum ein anderes
Medium besser erfahren als durch die Zeichnung. Mit jedem Strich wird Wesentliches oder Unwesentliches sichtbar, zeigt sich die Bereitschaft, sich ganz auf das Gegenüber einzulassen. Ist der Zeichner oder die Zeichnerin
mutig bei der Sache, entsteht Wesentliches, greift er oder
sie auf alte Sehgewohnheiten und Denkmuster zurück, so
offenbaren sich im Bild schematische Abbildungen. Die darauf folgende Unzufriedenheit ermutigt im besten Falle zu
einem neuen Versuch, sich von alten Vorstellungen zu lösen
und den scheinbar gewohnten Umraum so zu betrachten,
als hätte man ihn noch nie zuvor gesehen. Gelingt dieser
Schritt, ermöglicht er nicht nur die Präsenz einer individuellen Perspektive in der Zeichnung, sondern es wird auch
die Wahrnehmung für jegliche Art von lebendiger Struktur
geschärft.
Im Fokus unserer Betrachtungen stand der gegebene Raum.
In diesem Fall die Räume der Universität. Kaum ein anderer
Raum als die große Halle der Universität, mit all ihren organisch geformten Wegen und besonderen Raumsituationen,
hätte sich so gut dafür geeignet, in der Zeichnung keiner
schematischen Darstellung von Architektur zu verfallen. Die
von Tageslicht erhellten Räume inspirieren geradezu eine
zeichnerische Auseinandersetzung mit ihrer einzigartigen
Ausformung und Lichtstimmung zu suchen. Es ging jedoch
nicht nur um die Wahrnehmung der Gegebenheiten, sondern auch um die Überwindung ihrer physischen Grenzen.
Und so sind aus zeichnerischen Motiven und Perspektiven
temporäre Wandbilder entstanden, welche die jeweilige
räumliche Situation um eine imaginäre Ebene erweitert
haben. Mit den vorhandenen Overheadprojektoren war es
spielerisch möglich, Zeichnungen an die Wände zu projizieren und mit Hilfe von schwarzem Klebeband festzuhalten.
Aber wie soll man sich der Wirkung eines Raumes nähern,
wie seine Qualitäten verstehen? Proportionen, Lichtverhältnisse und nicht zuletzt die Atmosphäre einer räumlichen Situation in die Zeichnung bringen? Ganz im Sinne einer phänomenologischen Betrachtungsweise ging es darum, das
eigene Urteil über die äußere Welt zurück zu halten, um das
Wesen des betrachteten Gegenstandes aufzunehmen. Anhand des zeichnerischen Vorgangs lässt sich das Urteil wohl
am besten mit der schon gebildeten Vorstellung von den
Dingen ins Verhältnis setzen, die sich in der Betrachtung
der Bilder gut erkennen lässt. Denken wir die Rückseite der
Gegenstände unbewusst mit, ergeben sich in den Zeichnungen allerlei Verschiebungen. Verzichten wir bewusst auf
diese Art von Vorstellung, kommen wir ganz aus der direkten Erfahrungsperspektive zu erstaunlichen Ergebnissen. Es
wird ein Wahrnehmungsvorgang sichtbar, mit dem es sich
gut arbeiten lässt. Niemand muss schon zeichnen können,
um auf diese Weise eine
genaue Beobachtung zu
finden. Ist das Bewusstsein erst bei der Sache,
zeigt sich die individuelle
Herangehensweise von
ganz allein, und neben
allem errungenen Können ist es nicht zuletzt
das, was uns in Bildern
berührt.
�
ÖFFENTLICHE
VERANSTALTUNGEN
Öffentliche Veranstaltungen
17.10.2016
Stetes Wirtschaftswachstum – Fetisch des Kapitalismus
oder alternativlose Problemlösungsstrategie?
073
19.00 Uhr
Universität Witten/Herdecke
Halle
Eintritt frei
Die Bürgeruniversität – Vortragsreihe – Tobias Vogel, M.A.
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Praktische
Philosophie
20.00 Uhr
Haus Witten, Witten
27.10.2016
Frédéric Chopin und George Sand
„Eine Liebesgeschichte zwischen einem Komponisten
und einer Schriftstellerin“
14.11.2016
Anthroposophische Psychiatrie in der Zeit des Nationalsozialismus. Die Klinik Wiesneck/Buchenbach, 1933
– 1945
Eintritt frei
Vortragsreihe zum Thema „Bewusstseinsbildung und Ethik
anhand des Nationalsozialismus“
Prof. Dr. med. Peter Selg (UW/H)
20.00 Uhr
Universität Witten/Herdecke
Audimax
Eintritt frei
Lesung und Musik
Mit Blanche Kommerell und Helge Antoni
20.00 Uhr
Universität Witten/Herdecke
Audimax
16.11.2016
„Der Gott der Liebe ließ mich Dich finden“
Arien und Duette aus Mozarts „Don Giovanni“, „Verdis
Aida“ und „Traviata“
Eintritt frei
01.11.2016
Felix und Fanny Mendelssohn
„Möge das Publikum Dich nur mit Rosen bewerfen“
Das Geschwisterpaar in Wort und Musik
Eintritt frei
Konzert
Mit Lara Venghaus (Sopran)
Johan Penner (Tenor)
Michael Hoyer (Klavier)
19.30 Uhr
Universität Witten/Herdecke
Halle
Blanche Kommerell
Musik: Studierende von Helge Antoni
20.00 Uhr
Universität Witten/Herdecke
Audimax
13.11.2016
„Pas à pas – nulle part“
Hommage an György Kurtág anlässlich seines 90.
Geburtstages
Eintritt frei
Konzert
Enikö Ginzery (Cimbalom)
Frank Wörner (Bariton)
Sabine Kraut (Violine)
Katharina Friedrich (Viola)
Christian Pfeiffer (Violoncello)
Michael Kiedaisch (Schlagzeug, Vibraphon)
20.11.2016
War Shakespeare ein Italiener?
150 Jahre Spekulationen über die „wahre“ Identität des
Dichters
Eintritt frei
Veranstaltungsreihe: Geschichte in der Gegenwart – Entdecken – Wiederentdecken
Dr. Klaus Neuhoff (UW/H)
11.00 Uhr
Universität Witten/Herdecke
Audimax
074
25.11.2016
William Shakespeare
„Der Kaufmann von Venedig“
Eintritt:
Erwachsene: 10,00 €∙ Studierende: 5,00 €
Inszenierung
Theatergruppe UW/H
Leitung: Blanche Kommerell
20.00 Uhr
Universität Witten/Herdecke
Halle
26.11.2016
William Shakespeare
„Der Kaufmann von Venedig“
Eintritt:
Erwachsene: 10,00 €∙ Studierende: 5,00 €
Inszenierung
Theatergruppe UW/H
Leitung: Blanche Kommerell
20.00 Uhr
Universität Witten/Herdecke
Halle
28.11.2016
Von Fleischeslust und Höllenstrafen – Die albtraumhaften
Bilder des Hieronymus Bosch Versuch einer Annäherung
anlässlich des 500. Todestages des Malers
Eintritt frei
Die Bürgeruniversität - Vortragsreihe - Britta Koch, M.A.
Kunsthistorikerin
20.00 Uhr
Haus Witten, Witten
05.12.2016
Eduard Mörikes Novelle
„Mozart auf der Reise nach Prag“
Eintritt frei
Lesung mit musikalischer Begleitung
Blanche Kommerell
Musik: Nina Aristova
Ort und Zeit werden rechtzeitig bekannt gegeben
06.12.2016
Großes Klavierfest zu Nikolaus
Eintritt frei
27.11.2016
Warum ist Shakespeare immer noch der „Größte“?
Konzert
am Klavier: Helge Antoni
sowie Studierende der UW/H
Eintritt frei
Veranstaltungsreihe: Geschichte in der Gegenwart – Entdecken – Wiederentdecken
Prof. em. Dr. Hans-Dieter Gelfert (Berlin)
11.00 Uhr
Universität Witten/Herdecke
Audimax
27.11.2016
William Shakespeare
„Der Kaufmann von Venedig“
Eintritt:
Erwachsene: 10,00 €∙ Studierende: 5,00 €
Inszenierung
Theatergruppe UW/H
Leitung: Blanche Kommerell
20.00 Uhr
Universität Witten/Herdecke
Halle
19.30
Universität Witten/Herdecke
Halle
07.12.2016
Christa Wolf „MEDEA STIMMEN“
zum 5. Todestag
Eintritt frei
Lesung
Blanche Kommerell und Mitglieder des Theaters der UW/H
Ort und Zeit werden rechtzeitig bekannt gegeben
08.12.2016
Christa Wolf „KASSANDRA“
zum 5. Todestag
Eintritt frei
Öffentliche Veranstaltungen
Inszenierung
Blanche Kommerell und Mitglieder des Theaters der UW/H
Musik: Johanna Lamprecht (Viola)
075
Eintritt frei
Vortrag
Prof. Dr. Martin W. Schnell (UW/H)
Ort und Zeit werden rechtzeitig bekannt gegeben
11.12.2016
Joseph Haydn: „Die Jahreszeiten“
Oratorium für Soli, Chor und Orchester
Eintritt: 15,00 €
Schüler, Studierende und Geflüchtete: frei
20.00 Uhr
Universität Witten/Herdecke
Audimax
15.12.2016
„Kulturen der Unbescheidenheit. Zur Rhetorik des Manifests“
in der Vortragsreihe „Angewandte Kulturreflexion“
Konzert
Chor und Orchester der Universität Witten/Herdecke
Leitung: UMD Ingo Ernst Reihl
18.00 Uhr
Universität Witten/Herdecke
Halle
Vortrag
Prof. Dr. Stefan Rieger
18.30 Uhr
Universität Witten/Herdecke
E.110
12.12.2016
Ist Glück Zufall oder kann man Glücklich sein erlernen?
17.12.2016
Joseph Haydn: „Die Jahreszeiten“
Eintritt frei
Oratorium für Soli, Chor und Orchester
Die Bürgeruniversität – Vortragsreihe
Prof. Dr. med. Tobias Esch ∙ Professur für Integrierte
Gesundheitsversorgung und -förderung
Eintritt: 15,00 €
Schüler, Studierende und Geflüchtete: frei
20.00 Uhr
Haus Witten, Witten
14.12.2016
Joseph Haydn: „Die Jahreszeiten“
Oratorium für Soli, Chor und Orchester
Eintritt: 15,00 €
Schüler, Studierende und Geflüchtete: frei
Konzert
Chor und Orchester der Universität Witten/Herdecke
Leitung: UMD Ingo Ernst Reihl
19.30 Uhr
Erlöserkirche Witten-Annen, Westfeldstraße 81
14.12.2016
„Leben wir in der besten aller möglichen Welten?“
Vortrag anlässlich des 300. Todestages des Universalgenies
Gottfried Wilhelm Leibniz
Konzert
Chor und Orchester der Universität Witten/Herdecke
Leitung: UMD Ingo Ernst Reihl
19.30 Uhr
Henrichshütte Hattingen (LWL-Industriemuseum),
Werksstraße 31-33
07.01.2017
Symphoniekonzert
Ludwig van Beethoven: Ouvertüre zu „Coriolan“
Edward Elgar: Cellokonzert e-Moll
Giuseppe Verdi: Ouvertüre zu „Die Macht des Schicksals“
Ottorino Respighi: Pini di Roma
Amit Peled, Violoncello
Karten unter www.djo-nrw.de / für Schüler, Studierende und
Geflüchtete Eintritt frei
Konzert
das junge orchester NRW
Leitung: UMD Ingo Ernst Reihl
20.00 Uhr
Philharmonie Essen
076
08.01.2017
Symphoniekonzert
Ludwig van Beethoven: Ouvertüre zu „Coriolan“
Edward Elgar: Cellokonzert e-Moll
Giuseppe Verdi: Ouvertüre zu „Die Macht des Schicksals“
Ottorino Respighi: Pini di Roma
Amit Peled, Violoncello
Karten unter www.djo-nrw.de / für Schüler, Studierende und
Geflüchtete Eintritt frei
Konzert
das junge orchester NRW
Leitung: UMD Ingo Ernst Reihl
Blanche Kommerell und Studierende
Musik: Studierende von Helge Antoni
20.00 Uhr
Universität Witten/Herdecke
Audimax
April/Mai 2017
Dr. med. Ilse Rennefeld (1895-1984) und der Nationalsozialismus. Vom Lebensweg einer anthroposophischen
Ärztin jüdischer Herkunft
Eintritt frei
18.00 Uhr
Historische Stadthalle Wuppertal
26.01.2017
„Der Roman der Gesellschaft“
in der Vortragsreihe „Angewandte Kulturreflexion“
Vortrag
Dr. Ernst-Wilhelm Händler
18.30 Uhr
Universität Witten/Herdecke
E.110
29.01.2017
Symphoniekonzert
Ludwig van Beethoven: Ouvertüre zu „Coriolan“
Edward Elgar: Cellokonzert e-Moll
Giuseppe Verdi: Ouvertüre zu „Die Macht des Schicksals“
Ottorino Respighi: Pini di Roma
Joana Kröger, Violoncello
Vortragsreihe zum Thema „Bewusstseinsbildung und Ethik
anhand des Nationalsozialismus“
Prof. Dr. med. Peter Selg (UW/H)
Ort und Zeit werden rechtzeitig bekannt gegeben
vorauss. November 2017
Therapeutischer Widerstand. Ita Wegmann (1876-1943)
und ihr Vorgehen in der Zeit des Nationalsozialismus
Eintritt frei
Vortragsreihe zum Thema „Bewusstseinsbildung und Ethik
anhand des Nationalsozialismus“
Prof. Dr. med. Peter Selg (UW/H)
Ort und Zeit werden rechtzeitig bekannt gegeben
Karten unter www.djo-nrw.de / für Schüler, Studierende und
Geflüchtete Eintritt frei
Konzert
das junge orchester NRW
Leitung: UMD Ingo Ernst Reihl
18.00 Uhr
Stadttheater Bocholt
31.01.2017
Von Goethe bis .....
„Es war getan fast eh gedacht“
Eintritt frei
Abschlussabend des Kurses Freude am Sprechen
Alle Veranstaltungen finden Sie auch auf unserer
Homepage unter:
WWW.UNI-WH.DE/VERANSTALTUNGEN
„ Wir sind seit jeher der etwas andere Anbieter von Qualitätszahnersatz aus dem Ausland.
Als Inhaber geführte AG stehen wir für ehrlichen Service, ehrliche Qualität und ehrliche Preise.
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Seit Mai 2016 finden Sie uns auch direkt in der Uni Witten Herdecke (ZBZ Raum 3.T1.05) Wir
freuen uns auf Ihren Besuch.
Fakultät für Kulturreflexion
– Studium fundamentale –
Alfred-Herrhausen-Straße 50
58445 Witten
 (02302) 926 - 816
 (02302) 926 - 813
 [email protected]
01.10.2016 BIS 31.03.2017
STUDIUM FUNDAMENTALE
Veranstaltungsverzeichnis WS 16/17
GESUNDHEIT
WIRTSCHAFT
KULTUR
Impressum
Herausgeber
Fakultät für Kulturreflexion – Studium fundamentale, Universität Witten/Herdecke
Verantwortlich i.S.d.P.
Prof. Dr. rer. soc. Dirk Baecker, Prof. Dr. phil. Matthias Kettner,
Prof. Dr. phil. Claus Volkenandt
Redaktion
Marion Jacobs, Alexander Jakobidze-Gitman, Tobias Vogel
Gestaltung ∙ Layout ∙ Satz
SICHTFLUG MEDIEN ∙ Alfred-Herrhausen-Straße 45 ∙ 58455 Witten ∙ sichtflug-medien.de
Coverbild
Bild-Compositing: Christian Hilgers (Bild Kalender: © fotolia.com: a_kom)
1. Auflage
1000 Stück, Wintersemester 2016/2017
Alle Rechte vorbehalten, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung. Kein Teil der Schrift darf ohne schriftliche Genehmigung der Fakultät für
Kulturreflexion – Studium fundamentale reproduziert werden.
VERAN
STALTU
NGEN
&
KÖPFE
002
LEHRVERANSTALTUNGEN IM BEREICH B.A. KURE
B.A. PHILOSOPHIE
Prof. Dr. Gabriele Gramelsberger
Medienphilosophie (fortgeschr. B.A. KuRe Philosophie,
5 CPs + PPÖ als Modul P3/P90/P91/P97-5/6, 4 CPs od.
als Modul BP-PPh-1601/BP-WPh-1601/BP-WPo-1607/BPWPh-1607, 5 CPs)*
Was sind Medien? Diese Frage ist kaum zu beantworten und
bereits 1978 in Requiem für die Medien erteilt Jean Baudrillard der Frage danach eine Absage. Nichtsdestotrotz sind
wir mehr denn je von Medien umgeben, insbesondere erleben wir aktuell die umfassende Medialisierung von Technik durch die zunehmende Verschränkung von technischen
Objekten mit Algorithmen sowie durch deren Vernetzung.
Internet der Dinge, Industrie 4.0, „smart objects“, „mobile
technologies“, „affective computing“ sind Beispiele für die
Tendenz der Medialisierung von Technik. Das sorgt für den
Anlass, verschiedene Argumente respektive Philosophien
zu Medien neu zu diskutieren. Unter diesen Argumenten
lassen sich u.a. technikphilosophisch das Projektionsargument, medienphilosophisch das Zeitargument und medientechnisch das Supermediumargument anführen. Eine
Auswahl an klassischen Texten führt in diese Argumente
ein, die es anhand von Fallbeispielen zu hinterfragen gilt.
Teilnehmerbegrenzung: 20
*Teilnahme von Studierenden aus anderen Studiengängen
auf Anfrage bei G. Gramelsberger
mittwochs, 14:15 – 15:45 Uhr (außer am 02.11, 14.12.)
Raum siehe UWE
Nachholtermin:
Dienstag, 08.11.2016, 15:00 – 18:00 Uhr, Exkursion Hardware Medienkunstverein
Apl.-Prof. Dr. phil. Alfred Hirsch
Hannah Arendt: „Vita activa oder Vom tätigen Leben“
(B.A. KuRe Philosophie, 5 CPs + PPÖ als Modul P3-1/P19,
4 CPs od. als Modul BP-PPh-1601/BP-WIV-1601, 5 CPs)
Zweifelsfrei ist Hannah Arendt die wirkungsmächtigste
deutschsprachige Philosophin des 20. Jahrhunderts. Ihr
Werk ‚Vita activa‘, das erstmals 1958 in englischer Sprache
(1960 auf Deutsch) erschien, muss als zentraler Angelpunkt
ihres Denkens betrachtet werden.
Anders als Martin Heidegger legt Arendt den Schwerpunkt
menschlicher Existenz nicht auf den Tod als Endpunkt, sondern auf die Geburt. Mit der Geburt wird die Fähigkeit des
Menschen begründet, einen Anfang machen zu können.
Mit dem ‚Beginnenkönnen‘ verknüpft sich die Aufgabe, in
Verbindung mit anderen Menschen ‚Welt‘ zu schaffen und
zu gestalten. Die diesem zugrundeliegenden Kategorien menschlichen Lebens sind ‚Arbeiten‘, ‚Herstellen‘ und
‚Handeln‘.
Ausgehend von der griechischen Antike findet das ‚Arbeiten‘ im privaten Raum des Haushalts statt, während der entscheidende Ort des ‚Handelns‘ die ‚Agora‘, der öffentliche
Raum, ist. Dieser Ort eröffnet zugleich die Grundlage politischer Kommunikation und Gestaltung.
Literatur:
Hannah Arendt, Vita activa oder Vom tätigen Leben, München, Pieper
1992.
mittwochs, 12:00 – 13:30 Uhr
Raum siehe UWE
Apl.-Prof. Dr. phil. Alfred Hirsch
Sozialanthropologie der Gewalt (B.A. KuRe Philosophie,
5 CPs + PPÖ als Modul P3-1/P19, 4 CPs od. als Modul
BP-PPh-1601/BP-WIV-1601, 5 CPs)
Es scheint, als stelle sich die Frage nach dem, was Gewalt
sei, in jedem Jahrzehnt neu und auf unterschiedliche Weise. Die Erscheinungsformen der Gewalt wechseln, verändern sich und ähneln einander doch. Konstante aller bisher
bekannten Formen von Gewalt ist dabei, dass diese stets
zwischen Menschen, d.h. von Menschen gegen Menschen,
ausgeübt wird. Gewalt ist mithin eine auf menschliches
Wollen und Tun beschränkte Interaktion, die uns sehr viel
über Menschen und ihr Handeln verrät. Dabei gilt es, unterschiedliche graduelle Abstufungen von Gewalt in Betracht
zu ziehen. Vom verletzenden Wort bis zum Amoklauf haben
wir es mit verschiedenen Formen von Gewaltsamkeit zu
tun, wenngleich ihnen auch gewisse Strukturen und Bezüge
gemeinsam sind. So sind die vollzogene Verletzung oder
die sich ereignende Beziehung als Beziehung zwischen Täter und Opfer zentrale Merkmale von Gewaltbeziehungen.
Literatur:
u.a. Wolfgang Sofsky, Berhard Waldenfels, Heinrich Popitz, Hannah
Arendt, Emmanuel Levinas, Pascal Delhom u.a.
(Die Literatur wird zu Beginn des Semesters zur Verfügung gestellt.)
mittwochs, 15:00 – 16:30 Uhr
Raum siehe UWE
Sonja Knobbe
Was heißt Rationalität? Klassische und aktuelle Positionen in Philosophie und Ökonomik (B.A. KuRe Philosophie, 5 CPs + PPÖ als Modul P3-1, 4 CPs od. als Modul
BP-PPh-1602 + BP-WPh-1601, 5 CPs)
Veranstaltungsverzeichnis
003
seforschung im Phänomenbereich Extremismus/Terrorismus. In: ders.
Vernunft, Logos, Rationalität – diese Begriffe stehen seit
langem im Zentrum der Philosophie. Aber sie werden in
verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen und Traditionen sehr verschieden ausgelegt.
(ed.), Terrorismus und Extremismus – der Zukunft auf der Spur, München:
Luchterhand, 1-39
Mead, George Herbert (1934/1983): Mind, Self, and Society from the
Standpoint of a Social Behaviorist. Chicago, London: University of Chicago Press (Edited and with an Introduction by Charles W. Morris)
Im Seminar werden wir die wichtigsten Konzeptionen
kennenlernen und auf ihre Geltungsansprüche hin untersuchen: Die Zweck-Mittelrationalität und Wertrationalität in der Theorie des sozialen Handelns bei Max Weber;
die instrumentelle Rationalität, die in der Kritik besonders
der ersten Generation der Frankfurter Schule (Horkheimer,
Adorno) stand. Und nicht zuletzt die Nutzenmaximierungsrationalität des Homo oeconomicus Modells der Rational
Choice Theory, die Anwendung findet in der modernen
Ökonomik und anderen Sozialwissenschaften.
mittwochs, 12:15 – 13:45 Uhr
Raum 1.203 (außer am 09.11. >2.273)
Dr. Thomas Loer
„Die organisierte Gemeinschaft, die dem Einzelnen ein
einheitliches Selbst gibt“? – Analysen zur Anziehungskraft des Dschihadismus auf europäische Jugendliche
(B.A. KuRe Philosophie, 5 CPs + PPÖ als Modul P3, 4 CPs
od. als Modul BP-PPh-1601, 5 CPs)
Bei George Herbert Mead ist die Rede von „The organized community […] which gives to the individual his unity
of self“ (Mead 1934/1983: 154; vgl. mein Mead-Seminar).
Eine Frage, die im Seminar bearbeitet werden soll, lautet,
ob mit dieser Formulierung ein Erklärungsansatz formuliert
ist dafür, dass Jugendliche sich vom Dschihadismus anziehen lassen. Dabei stellt sich die weitere Frage, ob etwa
die immer wieder erfolgenden Hinweise auf die Labilität
der Attentäter (vgl. Geyer 2016), den Schluss plausibel erscheinen lassen: „Die sozialen Bindungen innerhalb der
Mikrosysteme von Gleichgesinnten scheinen von ungleich
höherer Bedeutung innerhalb des Radikalisierungsgeschehens als ideologische Komponenten.“ (Kemmesies 2006:
31) – oder ob nicht die Inhalte des Dschihadismus und etwa
die „ständige[n] Appelle an die Gehorsams- und Gefolgschaftspflicht“ im Koran (Oevermann 2006: 405) in einer
Passung zur spezifischen biographischen Konstellation der
‚Radikalisierten‘ stehen und für eine Erklärung unabdingbar
in den Blick zu nehmen sind. Im Seminar sollen im Hinblick
auf die Beantwortung der genannten Fragen Ausdrucksgestalten sowohl der Werber wie der Geworbenen (Bekennerschreiben, hinterlassene Botschaften von Attentätern,
biographische Daten, Werbebotschaften und -videos, …)
analysiert werden.
Oevermann, Ulrich (2006): Modernisierungspotentiale im Monotheismus und Modernisierungsblockaden im fundamentalistischen Islam. In:
Franzmann, Manuel; Gärtner, Christel; Köck, Nicole (ed.), Religiosität in
der säkularisierten Welt. Theoretische und empirische Beiträge zur Säkularisierungsdebatte in der Religionssoziologie, Wiesbaden: VS Verlag für
Sozialwissenschaften, 395-428
montags, 12:00 – 13:30 Uhr (Beginn: 24. Oktober)
Raum D.492
Dr. Thomas Loer
Sociology of the Present – George Herbert Mead als
klassischer Soziologe der Moderne (B.A. KuRe Philosophie, 5 CPs + PPÖ als Modul P3, 4 CPs od. als Modul
BP-PPh-1601, 5 CPs)
„Im Deutschen […] zerfällt das, was im Englischen mit ‚present‘ umfasst wird, in drei ganz verschiedene Aspekte […].
Zum einen in den zeitlichen Aspekt der Gegenwart, im
Deutschen das ‚Präsens‘, zum anderen in den räumlichen
Aspekt der Anwesenheit, im Deutschen die ‚Präsenz‘ und
schließlich drittens in den abstrakt sozialen, oder eben die
Sequentialität betreffenden Aspekt der Anwesenheit der
Totalität der ganzen Person, symbolisiert oder repräsentiert im passenden Geschenk, im Deutschen das ‚Präsent‘.
[…] Die drei Bedeutungen beziehen sich auf die zentralen
Eigenschaften einer sich vollziehenden lebenspraktischen
Sozialität.“ (Oevermann 2016: 79 f.) – In dieser Perspektive werden in Form eines Lektüreseminars zentrale Schriften bzw. post-hume (Vorlesungs-) Veröffentlichungen des
klassischen Soziologen George Herbert Mead besprochen;
Grundlage sind dabei die originalsprachlichen Texte.
Voraussetzung: Bereitschaft ein (oder ggf. mehrere) Sitzungsprotokoll(e) zu verfassen
Literatur:
Mead, George Herbert (1932/1980): The Philosophy of the Present. Chicago, London: University of Chicago Press (Edited by Arthur E. Murphy,
with prefatory remarks by John Dewey)
Mead, George Herbert (1934/1983): Mind, Self, and Society from the
Standpoint of a Social Behaviorist. Chicago, London: University of Chicago Press (Edited and with an Introduction by Charles W. Morris)
Mead, George Herbert (1964/1981): Selected Writings. Chicago, London:
The University of Chicago Press (Edited, with an Introduction, by Andrew
J. Reck)
Voraussetzung: Bereitschaft ein (oder ggf. mehrere) Sitzungsprotokoll(e) zu verfassen
Oevermann, Ulrich (2016): „Krise und Routine“ als analytisches Paradigma in den Sozialwissenschaften. In: Becker-Lenz, Roland; Franzmann,
Andreas; Jansen, Axel; Jung, Matthias (ed.), Die Methodenschule der
Literatur:
Objektiven Hermeneutik. Eine Bestandsaufnahme, Wiesbaden: Springer
Geyer, Christian (2016): Labil sind wir alle. Die Attentäterpsychologie
VS, 43-114
macht es sich zu leicht. In: FAZ: 23.7.2016
Kemmesies, Uwe E. (2006): Zukunftsaussagen wagen: Zwischen Verstehen
und Erklären – Methodologische und theoretische Notizen zur Progno-
montags, 14:00 – 15:30 Uhr (Beginn: 24. Oktober)
Raum E.109
004
Ph.D. Mango Meier
An Introduction to Aristotle: An Introduction to Philosophy (B.A. KuRe Philosophie, 5 CPs)
How many times have you been hopefully engaging in
small-talk at a cocktail party when some overbearing buzzkill in the circle drops a bomb like, “The priority of energeia
over dynamis manifests itself conspicuously in the preponderance of what is ‘at work’ over what is being worked on, in
the preponderance, which, in the ways of Nature, the eidos
has over hyle”? Say what?! You nod gravely because you
don’t want to blow your cover, but you can’t shake the uneasy suspicion that you might be being bamboozled.
To minimize our vulnerability to possible bamboozling, let’s
study together an interpretation of Aristotle’s interpretation
of how Nature and the World go about their business. By
that I mean, let us study Nature or the World or Being in the
way they were identified, labeled, ordered, and related by
Aristotle (384-322 BCE).
Let us read, study, and discuss “Aristotle, an Introduction”
by Jacob Klein. Yes, we will treat what might be construed
as secondary literature as our primary source. The essay is
difficult but not unclear or ambiguous. It is in English with
many Greek terms. I think it is extremely fertile ground as
an introduction to philosophy.
donnerstags, 14:00 – 15:30 Uhr
Raum 2.272
Prof. Dr. phil. Dirk Rustemeyer
Arabesken | 2: Kontexte (Stufu Philosophie, 2-4 CPs +
B.A. KuRe Philosophie, 5 CPs)
Das Seminar verfolgt die Idee der Arabeske weiter, wobei
dem Zusammenhang von Kontext und Form besondere
Aufmerksamkeit geschenkt wird. Arabesken erzeugen als
Ziel- und zwecklose Formen den Kontext mit, aus dem
heraus sie Bedeutung gewinnen. Der Weg führt an unterschiedlichen Texten, Bildern oder Filmen vorüber, die jeweils Gelegenheit bieten, Perspektiven einer philosophischen Poetik ins Auge zu fassen.
Natürlich sind Neueinsteiger willkommen.
donnerstags, 10:15 – 11:45 Uhr
Raum 1.153
derts wegweisenden Werk „Der Weg zur Knechtschaft“
(The Road to Serfdom) die Gefahr, die der Kollektivismus
für die freie Gesellschaft bedeute. Seine Analyse orientiert
sich an Gegensätzen wie Marktwirtschaft und Planwirtschaft, Demokratie und Totalitarismus sowie Freiheit und
Sicherheit. Hayek betont dabei die Wichtigkeit der individuellen ökonomischen Freiheit für Wirtschaftsprozesse und
politische Freiheit.
Die Lektüre seiner Schriften zu Freiheit und Kollektivismus,
ergänzt um Texte von John Stuart Mill und Milton Friedman, geben einen aufschlussreichen Einblick in liberales
Denken in politischer und ökonomischer Hinsicht.
mittwochs, 14:00 – 17:00 Uhr (26.10., 09.11., 23.11., 07.12.,
11.01., 25.01., 08.02.)
Raum 1.153
Prof. Dr. phil. Martin W. Schnell
Carl Schmitts Politische Philosophie (B.A. KuRe Philosophie, 5 CPs + M.A. KuRe Philosophie, 6 CPs, M.A. DC als
Modul A1/A2, 5-10 CPs)
„Nicht die Wahrheit, sondern die Autorität macht das Gesetz.“ Mit diesem Satz beruft sich Carl Schmitt (1888-1985)
auf Thomas Hobbes. Er meint damit, dass Gesetze, Regeln
und Normen nicht aufgrund ihrer Wahrheit gelten, sondern
kraft der Anerkennung der rechtsetzenden Instanz. Im Mittelpunkt des Werkes von Schmitt steht daher die Herausarbeitung des Verständnisses von Autorität, Souveränität und
Entscheidung. Auf diese Weise will Schmitt das Wesen des
Politischen fassen, ohne es auf Moral oder Recht zu reduzieren.
Schmitt ist lebenslang ein äußerst einflussreicher und auch
umstrittener Staatsrechtler gewesen, zumal er 1934 zum
Kampf gegen den sog. jüdischen Geist in der deutschen
Rechtswissenschaft aufgerufen hat. Um Anschlüsse an die
Gegenwart zu ermöglichen, werden wir zu ausgewählten
Themen Kommentare modernen Autoren einblenden (Helmuth Plessner, Norbert Elias, Niklas Luhmann, Hermann
Lübbe, Jacques Derrida, Pierre Bourdieu, Martin Walzer,
Claude Lefort, Chantal Mouffe, Herfried Münkler).
Das Seminar eignet sich für alle Studierende, die an einer
systematischen Einführung in die politische Philosophie
interessiert sind. Veranstaltungen dieser Art sollen in den
nächsten Semestern in loser Folge fortgesetzt werden.
dienstags, 13:00 – 14:30 Uhr
Raum siehe UWE
Nora Scheel
Freiheit, Wirtschaft und Kultur: Der Liberalismus von F.
A. Hayek (B.A. KuRe Philosophie, 5 CPs + PPÖ als Modul
P3 od. P61/62/63, 4 CPs od. als Modul BP-PPh-1603 +
BP-WPh 1603, 5 CPs)
Apl.-Prof. Dr. Tatjana Schönwälder-Kuntze
Denk-Methoden II (B.A. KuRe Philosophie, 5 CPs + PPÖ
als Modul P3, 4 CPs od. als Modul BP-PPh-1601, 5 CPs)
Friedrich August von Hayek beschreibt in seinem bis heute
einflussreichen und für den Liberalismus des 20. Jahrhun-
Das dem Seminar zugrunde liegende Philosophie-Verständnis lautet: Philosophie liefert unterschiedliche Model-
Veranstaltungsverzeichnis
le, d.h. immer auch unterschiedliche Wege oder Methoden, mit denen wir denkend die Veränderungen der Welt
ordnen – und damit auch auf bestimmte Weisen problematisieren. Im Anschluss an das Sommersemester werden im
Seminar weitere Texte zu drei maßgebenden, an Kant anschließende Methoden der Moderne gelesen: zu Husserls
phänomenologischem Einklammern, zu Austins performativem Bezeichnen und zu Derridas dekonstruktivem Fragen.
Literatur:
Edmund Husserl (1911): Philosophie als strenge Wissenschaft. FfM:
Klostermann
John L. Austin (1962/2002):Zur Theorie der Sprechakte. (How to do
things with Words). Stuttgart: Reclam (Auszüge: Erste und achte bis elfte
Vorlesung)
Jacques Derrida (1968): ‚Die différance‘ in: Ders. (1972/1999) Randgänge
der Philosophie. Wien: Passagen, 31-56
Bitte melden Sie sich unbedingt bis 01. Oktober per E-Mail
bei mir an: [email protected] Sie erhalten dann den
Seminarplan und können sich für eine Arbeitsübernahme
eintragen!
Teilnehmerbegrenzung: 24
(nach Zusage: Übernahme eines Arbeitsauftrages)
Fr., 21.10., 14:00 – 18:00 Uhr
Sa., 22.10., 09:00 – 18:00 Uhr
So., 23.10., 09:00 – 18:00 Uhr
Raum 1.153
Tobias Vogel, M.A.
Die Gemeinschaft der Menschenrechte – Zur Sozialphilosophie von Alan Gewirth (B.A. KuRe Philosophie, 5 CPs +
PPÖ als Modul P3-1, 4 CPs od. als Modul BP-PPh-1601/
BP-PPh-1603 od. BP-WPh-1601/BP-WPh-1601, 5 CPs)
Alan Gewirth ist ein amerikanischer Philosoph, der das ehrgeizige Ziel verfolgte, eine Letztbegründung für ethische
Sollens-Ansprüche zu liefern. Ein Problem derartiger Letztbegründungen besteht oft darin, dass sie nur sehr abstrakte Minimalwerte ableiten können, die sich schwer konkretisieren lassen. Eine derartige Konkretisierung unternimmt
Gewirth in seinem Werk „The Communitiy of Rights“. Nach
Gewirth basieren alle grundlegenden Rechte auf dem unbedingten Anspruch, menschliche Handlungsfähigkeit zu
wahren. Was heißt es, einen derartigen Rechtsinhalt konsequent von der Gesellschaft einzufordern? – Haben wir ein
Recht auf Privateigentum? Haben wir ein Recht auf Arbeit?
Haben wir neben dem Recht auf politische Demokratie auch
ein Recht auf Wirtschaftsdemokratie? Diesen und anderen
Fragen geht Gewirth in seinem Werk nach und berührt damit nicht nur gerechtigkeitstheoretische und wirtschaftsethische Themen, sondern unternimmt zugleich auch einen
Versuch, so unterschiedliche Klassiker wie Aristoteles, Kant
und Marx miteinander zu verbinden. Das Seminar wird sich
vor allem der Lektüre des englischsprachigen Buches „The
Community of Rights“ widmen.
005
Literatur:
Alan Gewirth: The Community of Rights, Chicago 1996.
mittwochs, 12:15 – 13:45 Uhr
Raum 1.156 (außer am 07.12 >2.316)
Tobias Vogel, M.A.
Entfremdung, Verdinglichung, Resonanz und Sozialismus
– Grundbegriffe kritischer Sozialphilosophie (B.A. KuRe
Philosophie, 5 CPs + PPÖ als Modul P3-1, 4 CPs od. als
Modul BP-PPh-1601/BP-PPh-1603 od. BP-WPh-1601/BPWPh-1601, 5 CPs)
Entfremdet zu sein, zeigt an, dass etwas, das uns nahe sein
sollte, fern und unverfügbar ist; es ist dadurch nicht einfach abwesend oder bedeutungslos, im Gegenteil: Es ist
nach wie vor wichtig für uns und deshalb leiden wir unter
der Fremdheit. In dieser Hinsicht bezeichnet Rahel Jaeggi Entfremdung als eine Beziehung der Beziehungslosigkeit. Verdinglichung gibt uns eine Deutung an die Hand,
warum etwas Bedeutungsvolles uns entgleitet: weil wir in
einer Gesellschaft leben, die unsere sozialen Beziehungen
versachlicht – in Form von Kapital, Geld und Waren. Marx
sprach in diesem Sinne von Warenfetischismus. Wenn sich
unser sozialer Zusammenhang in die Indifferenz sachlicher
Formen auflöst, bleiben wir als vereinzelte Einzelne zurück.
Lässt sich diesem entfremdeten und verdinglichten Weltverhältnis mit einem Konzept von Resonanz begegnen, wie
es Hartmut Rosa in seinem jüngsten Werk vorschlägt? Oder
käme es – nach Axel Honneth – vielmehr auf die Wiederbelebung sozialer Freiheit innerhalb eines reformulierten
Sozialismus an?
Diesen und weiteren Fragen wollen wir im Seminar nachgehen und uns dadurch Grundbegriffe der zeitgenössischen
Kritischen Theorie erschließen.
Literatur (Auswahl):
– Marx, Karl: Das Kapital, in: Marx-Engels Werke, Bd. 23, Berlin 1962.
– Rahel Jaeggi: Entfremdung, Frankfurt am Main 2005.
– Axel Honneth: Verdinglichung, Frankfurt am Main 2005.
– Axel Honneth: Die Idee des Sozialismus, Berlin 2015.
– Hartmut Rosa: Resonanz, Berlin 2016.
mittwochs, 14:15 – 15:45 Uhr
Raum E.061 Casino
B.A. SOZIOLOGIE
Prof. Dr. Dirk Baecker
Soziologische Theorie (B.A. KuRe Soziologie, 5 CPs +
PPÖ als Modul P4-1/P66-1, 4 CPs od. BP-PPo-1602/BPWPo-1602, 5 CPs)
Das Seminar diskutiert Grundbegriffe der Soziologie von
Handlung, Rolle, Gemeinschaft und Gesellschaft bis zu
Medien, Kommunikation, Feld, System und Netzwerk. Ziel-
006
setzung ist überdies ein Verständnis des Beitrags der Soziologie zur Theorie der modernen Gesellschaft und zum
Übergang von der modernen zu einer nächsten, nicht mehr
primär an Problemen des Buchdrucks, sondern des Computers orientierten Gesellschaft.
Literatur:
Sina Farzin und Stefan Jordan (Hrsg.), Lexikon Soziologie und Sozialtheo-
on deuten lassen. Um die Anschaulichkeit nicht zu verlieren,
werden wir die vorgestellten Theorien zudem mit Ergebnissen aus (eigenen) empirischen Studien (Buddhismus, Virtual
Reality) auf die Möglichkeit einer derartigen „Gegendressur“ des Habitus abtasten.
donnerstags, 10:15 – 11:45 Uhr
Raum 2.272
rie: Hundert Grundbegriffe, Stuttgart: Reclam, 2008.
mittwochs, 15:00 – 16:30 Uhr
Raum 1.152
Dr. phil. Jonathan Harth
Ethnografische Erkundungen virtueller Realitäten Teil 2
(B.A. KuRe Soziologie, 5 CPs + PPÖ als Modul P4-1, 4
CPs od. als Modul BP-PPo-1602, 5 CPs)
Die Fortführung des Seminars aus dem vergangenen Semester beschäftigt sich vor allem mit der Diskussion und
Auswertung der erhobenen Daten und Materialien. Hierzu
werden sowohl die Video- und Fotodokumentationen als
auch die Einzel- und Gruppeninterviews einer qualitativen
Analyse unterzogen. Insbesondere die neuartigen und nur
durch VR möglichen Selbst-, Körper- und Welterfahrungen
sollen auf diese Weise in den Blick genommen werden.
Auch wenn sich das Seminar vor allem als Fortführung versteht, ist es prinzipiell offen für Neueinsteiger. Hierfür wird
jedoch ein hohes Maß an Engagement vorausgesetzt, sich
schnell in theoretische und methodische Literatur einzulesen und eigene Fragestellungen wissenschaftlich zu verfolgen.
Blockseminar (2-3 Termine nach Abstimmung)
Dr. phil. Jonathan Harth
Habitustransformation und Bildungsprozesse (B.A. KuRe
Soziologie, 5 CPs + PPÖ als Modul P4-1, 4 CPs od. als
Modul BP-PPo-1602, 5 CPs)
Der Habitusbegriff hat innerhalb der Soziologie und vor
allem auch durch praxistheoretisch informierte Sozialforschung eine besondere Karriere hingelegt. Pierre Bourdieu
definiert mit dem Konzept des Habitus ein zugleich strukturiertes wie strukturierendes Prinzip der Verkörperung des
Sozialen. Es stellt sich jedoch die Frage, wie statisch oder
dynamisch das Prinzip konzipiert ist: Inwiefern kann sich der
Habitus eines Menschen im Laufe des Lebens verändern,
entwickeln oder gar gänzlich transformieren?
Im Seminar werden wir nach der Aufarbeitung und Klärung
des Habitusbegriffs nach Bourdieu versuchen, über zwei
Zugänge Antworten auf diese Fragen zu entwickeln: Mit
Hilfe von Winfried Marotzkis wegweisendem „Entwurf einer
strukturalen Bildungstheorie“ finden wir erste Hinweise auf
die Möglichkeit von umfassenden Bildungsprozessen, die
sich als Kontexturtransformation bzw. Habitustransformati-
Prof. Dr. biol. hum. Werner Vogd
Bruno Latours „Existenzweisen“ als zeitgemäße Sozialund Gesellschaftstheorie (B.A. KuRe Soziologie, 5 CPs
+ PPÖ als Modul P4-1/P4-2/P97-3, 4 CPs od. als Modul
BP-PPo1602/BP-PPo-1603/BP-WPo-1606, 5 CPs)
Fundamentalismen – Bruno Latour spricht hier vom epistemischen Trugschluss des von ihm so benannten „Doppelklicks“ – haben viele Gestalten. Sei es der Ökonomismus,
der Szientifizismus, der Objektivismus, die Evidenzbasierung oder das Missverstehen des Religiösen als einen Glauben, den man zu glauben hat – vielerorts treffen wir auf die
Haltung der reduktionistischen Essentialisierung einer bestimmten Existenzweise.
Wie kann aber nun auch in den Sozial- und Gesellschaftswissenschaften eine wissenschaftliche Beschreibung möglich werden, welche nicht nur die Kopräsenz unterschiedlicher Existenzweisen anerkennt, sondern darüber hinaus
nach den Arrangements ihrer Kreuzungen und den hieraus
entstehenden ethischen Implikationen fragen lässt? Latour
hat hier einen ebenso ernst zu nehmenden wie diskussionswürdigen Entwurf vorgelegt.
In diesem Seminar werden wir Latours Monografie „Existenzweisen“ studieren sowie an Fallstudien ausprobieren,
was sich hier, nicht zuletzt auch aus einer organisationsethischen Perspektive, lernen lässt.
mittwochs, 15:30 – 17:00 Uhr
Raum siehe UWE
Prof. Dr. biol. hum. Werner Vogd u.a. Dozenten
Einführung in qualitative Methoden (B.A. KuRe Soziologie, 5 CPs + PPÖ-Propädeutikum P1-1, 4 CPs od. als
Modul BP-PMe-1604, 5 CPs)
Die Veranstaltung besteht aus zwei Teilen:
1. Eine Vorlesung (5 Termine und einer abschließenden
Klausur) (siehe ausführlich unten).
2. Ein kleines Lehrforschungsprojekt, an dem vertiefend am
Beispiel von einer spezifischen Methodologie und einem
konkreten Erhebungsverfahren erste Erfahrungen in der
qualitativen Forschungspraxis gewonnen werden. Bei Teil 2
kann unter verschiedenen Optionen gewählt werden (siehe
ausführlich unten).
Veranstaltungsverzeichnis
Prof. Dr. biol. hum. Werner Vogd
Einführung in qualitative Forschungsmethoden Teil 1
[PPÖ als Modul P1-Teil 1] (B.A. KuRe Soziologie – nur im
Zusammenhang mit „Einführung in qualitative Forschungsmethoden Teil 2“, 2 CPs)
Diese Veranstaltung gibt eine erste, grundlegende Einführung in die Methoden der qualitativen Sozialforschung.
Insofern die Teilnahme nicht durch die Studienordnung
verpflichtend ist, können die Veranstaltungen bei Interesse
auch einzeln besucht werden.
1. Sitzung: Unterscheidung von hypothesentestenden und
rekonstruktiven Verfahren (Falsifikationspostulat, Abduktion, Induktion und Deduktion, Unterscheidung zwischen
Metatheorie und Gegenstandstheorie, komparative Analyse etc.)
2. Sitzung: Methoden (Inhaltsanalyse, Grounded Theorie,
Dokumentarische Methode, Diskursanalyse)
3. Sitzung: Erhebungsverfahren (Narratives Interview, Experteninterview, Gruppendiskussion, teilnehmende Beobachtung, Videografie, Bild- und Dokumentenanalyse)
4. Sitzung: Interpretation und Hermeneutik: rekonstruktive
Verfahren
5. Sitzung: Planung und Design einer Studie
6. Sitzung: Klausur
007
B.A. GESCHICHTE
Apl.-Prof. Dr. Friedrich Jaeger
Ist der Mensch, was er isst? – Zur Geschichte des Essens
und der Ernährung (B.A. KuRe Geschichte, 5 CPs + Stufu,
2-4 CPs)
Mit der Geschichte des Essens thematisiert das Seminar ein
Grundphänomen menschlicher Lebenspraxis, das zahlreiche Perspektiven eröffnet. Mögliche Themen sind: Ernährungspraktiken und Hungerkrisen von der Frühgeschichte
bis zur Gegenwart; Forschungsfelder einer Kulturanthropologie und Soziologie des Essens; die Rolle des Geschmacks
im Kontext einer kulturwissenschaftlichen Theorie der Sinne; die Geschichte der Genussmittel; die theologische Bedeutung des Abendmahls als einer kommunitären religiösen Praxis; die Rolle des Essens in Moralphilosophie und
politischem Denken; das Urban Gardening als neuer gesellschaftlicher Trend; die Bedeutung des Faktors Ernährung in
den ökologischen Debatten um Nachhaltigkeit, Fleischkonsum, Veganismus und Konsumentenethik u.a.m.
Literatur:
Barlösius, E., Soziologie des Essens. Eine sozial- und kulturwissenschaftliche Einführung in die Ernährungsforschung, 2012; Josuttis, M./Martin,
G.M. (Hg.), Das heilige Essen. Kulturwissenschaftliche Beiträge zum Ver-
donnerstags, 08:30 – 10:00 Uhr
(03.11., 10.11., 17.11., 24.11., 01.12., 15.12.)
Raum 2.273
ständnis des Abendmahls, 1980; Lemke, H., Politik des Essens. Wovon die
Welt von morgen lebt, 2012; Menninger, A., Genuss im kulturellen Wandel. Tabak, Kaffee, Tee und Schokolade in Europa (16.-19. Jahrhundert),
2008; Montanari, M., Der Hunger und der Überfluß. Kulturgeschichte der
Ernährung in Europa, 1993; Tannahill, R., Kulturgeschichte des Essens.
Prof. Dr. biol. hum. Werner Vogd, Anne Ostermann, M.A.,
Julian Wolf, M.A.
Einführung in qualitative Forschungsmethoden Teil 2, am
Beispiel der „Gruppendiskussion“ [PPÖ als Modul P1-1
Teil 2] (B.A. KuRe Soziologie – nur im Zusammenhang mit
„Einführung in qualitative Forschungsmethoden Teil 1“,
3 CPs)
Es soll eine kleine ethnografische Studie zu einem selbst
gewählten Thema durchgeführt werden. Ziel des Seminars
ist es, erste Erfahrungen mit der Methode der Gruppendiskussion, einschließlich der Verschriftlichung und Dokumentation zu gewinnen.
Ablauf:
1. Literaturstudium (Texte werden gestellt und sind vor der
ersten Sitzung zu lesen), 2. Einführung in die teilnehmende
Beobachtung, 3. Durchführung eines eigenen, kleinen Forschungsprojekts, 4. Präsentation, Diskussion und Reflexion
der Ergebnisse, 5. Abschließende Dokumentation.
Die volle CP-Anzahl kann nur in Kombination mit der erfolgreichen Teilnahme am ersten Teil der Veranstaltung
erworben werden (siehe vorherige Ankündigung). Die Veranstaltung ist grundsätzlich offen für Interessierte aller Studiengänge.
Donnerstag, 03.11., 18:00 – 21:00 Uhr, Raum 2.303
Freitag, 27.01., 12:30 – 18:00 Uhr, Raum 1.152
Von der letzten Eiszeit bis heute, 1973.
donnerstags, 17:30 – 19:00 Uhr
Raum 1.153
Prof. Dr. theol. habil. Dr. phil. Dr. h.c. Dieter Vieweger
Wem gehört Jerusalem? Der Nahostkonflikt - dargestellt
am Hotspot Jerusalem. (B.A. KuRe, 5 CPs + Stufu, 2-4
CPs)
Der gegenwärtige Konflikt um Palästina ist nur ein Höhepunkt der Auseinandersetzungen im Nahen Osten, die
diese Region während ihrer gesamten Geschichte begleitet haben. Hier spiegeln sich jahrhundertealte politische
Interessen, die zyklisch wiederkehrende Verständnislosigkeit von Orient und Okzident, vorgeschobene und echte
religiöse Interessen dreier monotheistischer Religionen an
einem Ort. – Jerusalem, die Heilige Stadt, wurde zum Inbegriff nationaler Identität zweier Völker, deren Ansprüche seit
dem 19. Jahrhundert im Widerstreit liegen.
Die Übung wird sich den religiösen und kulturellen Aspekten des vor unseren Augen ausgebrochenen Konflikts und
seiner Vorgeschichte widmen. Zu diesem Zweck werden
auch die am Konflikt beteiligten Völker und ihre allesamt
im Orient entstandenen Religionen vorgestellt sowie deren
gemeinsame Geschichte nachgezeichnet. Jenseits oberflächlicher Kommentare und pauschaler Schuldzuweisun-
008
gen wird eine tiefgründige Auseinandersetzung mit der
gegenwärtigen Situation angestrebt. Aus geschichtlichen
Beispielen werden Möglichkeiten für eine Bewältigung der
Gegenwart und der Gestaltung einer lebenswerteren Zukunft im Orient gesucht.
strategies under Repressive Regimes in Latin America, Ausst.-Kat. Zürich
2015/2016, Zürich 2016
Fr., 11.11., 16:00 – 20:00 Uhr
Sa., 12.11., 10:00 – 18:00 Uhr
Raum 2.273
Literatur:
Donner, Herbert: Geschichte des Volkes Israel und seiner Nachbarn in
Grundzügen I/II. Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht, 1984
Krämer, Gudrun: Geschichte Palästinas: Von der osmanischen Eroberung
Fr., 09.12., 16:00 – 20:00 Uhr
Sa., 10.12., 10:00 – 18:00 Uhr
Raum 1.203
bis zur Gründung des Staates Israel. München: Beck, 2002
Vieweger Dieter: Streit ums Heilige Land. Was jeder vom israelisch-arabischen Konflikt wissen sollte, Gütersloh 5. Auflage 2015.
donnerstags, 10:15 – 11:45 Uhr (Beginn: 03.11.)
Raum E.109 (außer am 24.11. >D.476, am 01.12., 19.01.,
26.01. >2.303)
B.A. KUNST-/MEDIENWISSENSCHAFT
Sarah Happersberger, M.A.
Ephemerer Protest? Kritische Interventionen in der
Aktions- und Performancekunst (B.A. KuRe Kunstwissenschaft, 5 CPs)
Von Yoko Ono bis zu Tania Bruguera, von der Guerilla Art
Action Group bis zu Christoph Schlingensief: Performances
und Aktionen ist vielfach ein kritisches Moment eingeschrieben. In ihren Auftritten hinterfragen Künstler und Kunstkollektive gesellschaftliche Normen, politische Verhältnisse
oder soziale Missstände. Mit Humor, symbolischen Gesten
oder offensivem Protest rufen sie die Öffentlichkeit dazu
auf, tradierte Handlungsmuster zu hinterfragen und für
Freiheit, Gerechtigkeit und Chancengleichheit einzutreten.
Im Seminar soll anhand von Beispielen untersucht werden,
mit welchen Techniken die Kritik zum Ausdruck gebracht
wird und in welcher Hinsicht der Protest orts- und zeitgebunden ist. Hierbei interessiert zum einen, inwiefern Gestaltungsform und situativer Kontext korrelieren, zum anderen, wie sich das kritische Potential der Werke bei einer
Rezeption aus zeitlicher und räumlicher Distanz verändert.
Zentral ist unter anderen die Frage, was mit dem kritischen
Moment einer Aktion passiert, wenn diese im Rahmen einer
Ausstellung wiederaufgeführt wird oder in Form von Dokumenten in eine museale Sammlung eingeht. Bei der Auswahl der Künstler werden bewusst auch weniger bekannte
Positionen aus Lateinamerika und Osteuropa einbezogen.
Das Seminar beinhaltet einen Besuch der Ausstellung „Wir
nennen es Ludwig“, in der das Kölner Museum Ludwig seine Sammlungsgeschichte von Künstlern aus aller Welt beleuchten lässt.
Literatur:
Dressler, Iris/Hans D. Christ (Hg.): Subversive Praktiken. Kunst unter
Prof. Dr. phil. Claus Volkenandt
Kriterien der Bildbetrachtung (B.A. KuRe
Kunstwissenschaft, 5 CPs)
Das Seminar will Kriterien der Betrachtung und Beschreibung von Kunstwerken erarbeiten. Im Kern heißt Bildbeschreibung die Übersetzung vom Visuellen ins Mündliche
oder Schriftliche, die je nach Werk und Gattung anders ausfällt. In diesem Sinne zielt das Seminar auf Analysekriterien
für Kunstwerke verschiedener Kunstgattungen. Sie sollen
über Bildbetrachtungen und Texte erschlossen, geübt und
reflektiert werden.
Literatur:
Gottfried Boehm / Helmut Pfotenhauer (Hgg.), Beschreibungskunst
– Kunstbeschreibung. Ekphrasis von der Antike bis zur Gegenwart.
München 1995
dienstags, 15:00 – 18:00 Uhr, (14-tägig)
(25.10., 15.11., 29..11., 13.12., 10.01., 24.01., 07.02.)
Raum siehe UWE
B.A. LITERATURWISSENSCHAFT
Prof. Dr. phil. Julia Genz, Ulrike Küchler
Digitale Literatur (B.A. KuRe Literaturwissenschaft, 5 CPs)*
Das Internet und der Computer bieten für Literatur ganz
neue Entwicklungsmöglichkeiten: Angefangen von neuen
Themen und Motiven über neue Produktions- und Verbreitungsmöglichkeiten bis hin zu einer aktiven Beteiligung des
Lesers und der Auflösung der Grenzen zwischen Literatur
– Spiel – Film. Wir werden im Seminar über die neue Rolle von Autor, Leser und Kunstwerk nachdenken, über neue
Poetiken, aber auch über die Grenzen digitaler Literatur.
Exemplarisch werden wir einige bereits „klassisch“ zu nennende Beispiele von Netzliteratur anschauen, aber auch
aktuelle Beispiele.
Voraussetzungen: Jede/r Teilnehmende sollte ein Notebook mitbringen.
*Teilnahme von Studierenden aus anderen Studiengängen
auf Anfrage bei J. Genz
Bedingungen politischer Repression. 60er-80er / Südamerika / Europa,
Ausst.-Kat. Stuttgart 2009, Ostfildern 2009
Munder, Heike (Hg.): Resistance performed: An Anthology on Aesthetic
Vorbesprechung am 21.10. von 10:15 – 11:45 Uhr, Raum
2.273
Veranstaltungsverzeichnis
freitags, 10:15 – 13:15 Uhr (28.10., 11.11., 25.11., 09.12.,
13.01., 27.01., 10.02.)
Raum siehe UWE
009
der „Winterreise“ stehen, an der sich bis heute zahlreiche
Interpreten, Schriftsteller, Wissenschaftler und Komponisten abarbeiten.
Literaturempfehlung:
B.A. PHÄNOMENOLOGIE DER MUSIK
Dr. Daria Baryshnikova
Musikalische Strukturen in literarischer Form (B.A. KuRe
Phän. der Musik, 5 CPs)
Die Geschichte der Beziehungen zwischen Musik und Literatur in Europäischen Kultur begann schon in der Antike,
aber an besonderer Bedeutung gewannen diese Beziehungen in der Romantik. Schon zum Ende des zwanzigsten
Jahrhunderts sind die Begriffe der Trans- und Intermedialität zu den Stichwörtern in der Reflexion über Literatur und
Kultur geworden. Und heute ist die Multimodalität, die voraussetzt, dass in einem Kunstwerk unterschiedliche Medien
verwendet werden, allgemein verbreitet. Im Rahmen des
Seminars werden wir die „Musikalität“ als eine mögliche
Eigenschaft eines literarischen Textes analysieren. Was ist
die „Musikalität“ und wie kann man darüber sprechen? Ist
dieser Begriff nur metaphorisch anwendbar? Diese Aufgabe geht auch der Frage nach, wie die musikalischen und
literarischen Werke (Texte) verglichen werden können. Somit ist der Fokus des Seminars das Problem der Ähnlichkeiten und Unterschiede von musikalischen und literarischen
Sprachen; Unmittelbarkeit der Musik und die genauen Bedeutungen der verbalen Sprachen. Ist es möglich, Musik
semiotisch zu analysieren? Wir werden darüber diskutieren,
wie man die Musik in die Literatur transformieren oder „umgestalten“ kann. Und schließlich, wozu ist die Interpretation
aller dieser musikalischen Strukturen in literarischen Werken? Alle diese Fragen werden nicht nur in der Theorie angesprochen, sondern auch durch Textbeispiele von E.T.A.
Hoffmann, Ludwig Tick, Thomas Mann, James Joyce, Paul
Celan, Samuel Beckett u.a. aufgeklärt.
Bostridge, Ian: Schuberts Winterreise. München: C. H. BeckH. Beck, 2016.
Hörempfehlung:
Christoph Prégardien (Tenor), Andreas Staier (Klavier), Teldec, 1997.
Musikalische Vorkenntnisse werden nicht vorausgesetzt.
donnerstags, 15:45 – 17:15 Uhr
Raum 1.152 (außer am 27.10., 24.11., 15.12., 12.01. >2.273)
PD Dr. phil. Steffen Schmidt
Politik des musikalischen Hörens (B.A. KuRe Phän. der
Musik, 5 CPs + Stufu, 2-4 CPs)
In der Veranstaltung stehen unterschiedliche Zugänge zum
musikalischen Hören zur Diskussion. Ausgangspunkt ist die
Forderung K. Stockhausens nach einem „kreativen Hören“.
Ein philosophischer Zugang, wie er durch J.L. Nancys „Zum
Gehör“ (Berlin Merve: 2014) ausgeführt ist, dient einer genaueren Lektüre. Zu dieser Lektüre vergleichend stehen
Autoren der Musikwissenschaft (Besseler, Georgiades,
Dahlhaus, Adorno, Stockhausen, Zender) sowie der Kulturwissenschaft (Barthes, Flusser).
Ziel der Veranstaltung ist es, eine „Ästhetik des Rezeptiven“
(Thomä) zu entwerfen, die dem derzeit viel diskutierten
Kreativitätsbegriff ergänzend an die Seite gestellt werden
kann. Studierende werden angeleitet, experimentelle Settings zum Hören zu entwickeln. Der Kurs wendet sich an alle
Studierenden der Universität und bietet die Möglichkeit,
Grundlagen der musikalisch ausgerichteten und phänomenologisch orientierten Kulturwissenschaft zu gewinnen.
Literatur:
Eine genauere Literatur- und Hörliste wird 2 Wochen vor Veranstaltungsbeginn an die Teilnehmer übermittelt.
mittwochs, 12:00 – 13:30 Uhr
Raum D.497 (außer am 07.12., 08.02. >2.273)
Dr. des. Alexander Gurdon., UMD Ingo Ernst Reihl
„Barfuß auf dem Eise“ – Schuberts „Winterreise“ als Prozess des Wandels und musikalischer Selbstreflexion
(B.A. KuRe Phän. der Musik, 5 CPs + Stufu, 2-4 CPs)
Franz Schuberts 24teilige „Winterreise“ nach Wilhelm Müller, die er selbst als einen „Zyklus schauerlicher Lieder“
bezeichnete, ist zu einem Sinnbild von kompositorischer
und dichterischer Auseinandersetzung mit Abschied und
Hoffnungslosigkeit geworden. Doch hinter allen Liedern
liegt eine ebenenreiche Schicht aus Selbstreflexion und
musikalischer Kommentierung, die Einblick in Schuberts
Dramaturgie und nuancenreiche Gestaltung gewährt. In
diesem Seminar soll somit neben der Annäherung an Wort
und Klang besonders die Auseinandersetzung mit jenem
Phänomen der auf sich selbst verweisenden Musiksprache
Fr., 11.11., 15:00 – 21:00 Uhr ∙ Sa., 12.11., 10:00 – 18:00 Uhr
Raum 1.203
Fr., 20.01., 15:00 – 21:00 Uhr ∙ Sa., 21.01., 10:00 – 18:00 Uhr
Raum 2.288
B.A. PROJEKTMANAGEMENT UND
PRAXISREFLEXION
Dr. Christian Esch
„Next Level“: Die Praxis der Digitalen Kunst und Kultur
(B.A. KuRe Projektmanagement und Praxisreflexion, 5
CPs)
Der digitale Wandel ist umfassend. Games und Robotik,
virtuelle und augmentierte Realität sind in der Kulturpraxis,
aber auch in der künstlerischen Produktion angekommen.
Der Terminus des „User Generated Content“ bezieht sich
010
zunehmend, über seinen Ursprung in den Games hinaus,
auf veränderte Formen von Produktion und Verständigung,
in fast allen Bereichen der Gesellschaft. Digitale Kultur
meint insoweit nicht nur den Einsatz von entsprechenden
Technologien in der kulturellen und künstlerischen Arbeit;
vielmehr ist damit die Veränderung des Kulturbegriffs verbunden, aber auch der künstlerischen Arbeit, der Autorschaft und der Ästhetik.
Manual für Alltagsphänomene in Form einer performativen
Dokumentation. Dabei spielen Körper, Geist und Raum
eine gleichwertige Rolle (!)
Der Wandel wird unterdessen auch von der Kulturpolitik
aufgegriffen: Im Kulturförderplan des Kulturministeriums
NRW wurde die Digitale Kultur als Förderbereich festgelegt. Das NRW KULTURsekretariat (nrw-kultur.de) arbeitet
mit Projekten und Förderungen seit vielen Jahren an diesem Thema, und nicht zuletzt hat vor einiger Zeit der Deutsche Kulturrat Computerspiele als Kulturgut anerkannt.
Das Seminar ist eine Kooperation der Uni Witten mit der
Urban School Ruhr – daher gibt es auch wieder Teilnehmer
aus anderen Wissensgebieten.
Im Seminar soll es aus der Perspektive von Kulturpraxis
und -politik um Antworten auf die Fragen gehen: Welche
Kultur meinen wir eigentlich, wenn wir von Digitaler Kultur
sprechen? In welchem Verhältnis steht sie zu kultureller und
politischer Bildung, zu Kreativwirtschaft und zur Kunstproduktion? Am Beispiel des Festivals für Games „Next Level
2016“, das im November in Düsseldorf all diese Bereiche
praktisch und kulturpolitisch verbindet, soll mit Blick auf die
Entwicklung der Großveranstaltung, ihrer Umsetzung und
ihrer Auswertung diesen Fragen nachgegangen werden,
in Form von Dialogen, Diskussionen und Workshops. Am
Ende wird es auch darum gehen, wie der Wandel das gesellschaftliche und schöpferische Subjekt verändert, das in
jener digitalen Zukunft handelt, die längst Gegenwart ist.
Max A. Irmer
Morgenstadt – Visionen für die Zukunft unserer Städte
(B.A. KuRe Projektmanagement und Praxisreflexion, 1-2
CPs)
Do., 03.11., 15:00 – 17:00 Uhr,
Exkursion – „Next Level 2016“ im NRW-Forum Düsseldorf
Fr., 04.11., 11:00 – 18:00 Uhr,
Exkursion – „Next Level 2016“ im NRW-Forum Düsseldorf
donnerstags, 17:00 – 19:00 Uhr
(17.11., 01.12., 15.12., 12.01., 26.01., 09.02.)
Raum 1.156 (außer am 09.02. >1.151)
Benjamin Foerster-Baldenius, Sabine Zahn
Abenteuer Alltag (B.A. Kure als Modul C: Projektmanagement und Praxisreflexion, 5 CPs)
Die urbanen Interventionen in Witten gehen in die zweite
Runde: Nachdem wir im letzten Semester die Regeln des
öffentlichen Raums untersucht und neuinterpretiert in die
Stadt getragen haben, machen wir im WS eine Expedition
in den Alltag. Und was gibt es da nicht alles zu entdecken:
fremde Tagesabläufe, heimliche Automatismen, unbekannte kulturelle Praxis, versteckte Arbeitsprozesse, private
Rückzugsräume, unberührte Gegenden!
Jeder Teilnehmer betrachtet Alltagsphänomene und dokumentiert sie.
In dieser Dokumentation steckt das eigentliche Neuland.
Denn wir schreiben nicht nur auf, was wir sehen, filmen
oder fotografieren und reflektieren anschließend darüber,
sondern entwickeln daraus eine eigene kulturelle Form: das
Zwei Experten stehen euch dabei zur Seite: eine Choreografin, die sich auf urbane Recherchen spezialisiert hat, und
ein darstellender Architekt, der an einer kulturellen Praxis
für die Stadt von morgen forscht.
Termine und Ort werden noch bekannt gegeben
Aktuell leben weit mehr als die Hälfte aller Menschen in
Städten. Im Jahr 2050 sollen es laut Schätzungen der Vereinten Nationen schon zwei Drittel sein. Zeitgleich nimmt
die soziale Ungleichheit zu: Laut Oxfam besitzen die 62
reichsten Menschen der Welt genau so viel wie die ärmere
Hälfte der Weltbevölkerung.
Im Rahmen des Projektseminars werden wir uns mit der
Zukunft unserer Städte beschäftigen. Wie können regenerative Energien eine zentrale Rolle spielen? Brauchen
wir bald Atemmasken wie in Peking? Und warum gibt es
nicht genügend Wohnungen für Geflüchtete? Dabei ist
die Komplexität des Themenblocks zentrales Element des
Seminars. Selbstverständlich können nicht alle Fragen beantwortet werden. Vielmehr geht es darum, Teilbereiche zu
bearbeiten und durch eine künstlerische sowie reflektierte
Arbeitsweise Visionen zu erschaffen. Das Ziel ist folglich der
Einblick sowie die (persönliche) Auseinandersetzung mit
Konzepten und Ideen für die kommenden Städte.
Dafür werden eingangs verschiedene Überlegungen und
Theorien besprochen. Anschließend erfolgt die intensive
Bearbeitung selbstgewählter Themenbereiche als Gruppe.
Diese Überlegungen werden dann in einem letzten Schritt
in Konzepte und Visionen für die Morgenstadt ausgearbeitet. Dabei wird das gesamte Seminar durch den Erwerb und
die Anwendung von Kreativmethoden, interdisziplinärer
Arbeitsweisen und Projektmanagement-Skills, wie Zeitmanagement und selbstorganisiertem und -verantwortlichem
Arbeiten, begleitet.
Fr., 13.01., 16:00 – 20:00 Uhr, Raum 1.203
Sa., 14.01., 10:00 – 20:00 Uhr, Raum 2.288
So., 15.01., 10:00 – 14:00 Uhr, Raum 1.203
Veranstaltungsverzeichnis
B.A. POLITIKWISSENSCHAFT
Dipl. Soz.-Wiss. Jens Lanfer
(Umkämpfte) Grundbegriffe der Politikwissenschaft (B.A.
KuRe Politikwissenschaft, 5 CPs + PPÖ als Modul P4-1/
P4-2, 4 CPs od. als Modul BP-PPo-1602/BP-PPo-1603, 5
CPs)
Die Politikwissenschaft findet ihre wissenschaftliche Identität in verschiedenen Teildisziplinen und deren Konfliktlinien
zur Beschreibung und Erklärung politischer Ordnungen,
Strukturen und Prozesse. Im Seminar werden diese Konfliktlinien anhand zentraler Begriffe wie Macht, Demokratie,
Staat, das Politische, politische Steuerung, Globalisierung/
Internationalisierung, Legitimität, Freiheit etc. thematisiert.
Dadurch bietet das Seminar einerseits eine allgemeine Einführung in die Politikwissenschaft und schafft andererseits
ein grundlegendes und vor allem facettenreiches Verständnis zentraler politikwissenschaftlicher Begriffe, die keinesfalls eindeutig sind oder einheitlich Verwendung finden.
dienstags, 16:00 – 17:30 Uhr (Beginn: 08.11.)
Raum 2.272
Prof. Dr. rer. pol. Reinhard Loske
Theorien der Nachhaltigkeit (B.A. KuRe Politikwissenschaft, 5 CPs + PPÖ als Modul P4-1, 4 CPs + PPÖ als
Modul BP-PPo-1602, 5 CPs + M.A. E&O, 5-10 CPs)
Das Konzept der nachhaltigen Entwicklung gilt heute vielen als die entscheidende Zukunftsstrategie. Allerdings
wird der Nachhaltigkeitsbegriff häufig in einer Weise genutzt, die sehr unverbindlich und wenig präzise ist. In dem
Seminar sollen die verschiedenen theoretischen Ansätze
der Nachhaltigkeit dargestellt und auf ihre Eignung geprüft
werden, als politisch und gesellschaftlich taugliche Handlungsoptionen zu dienen. Dabei wird sowohl die Geschichte der Begriffsbildung nachgezeichnet als auch die philosophische, kulturelle, politische und ökonomische Diskussion
reflektiert. Das Seminar soll im Wesentlichen auf der Grundlage der Bücher „Perspektiven nachhaltiger Entwicklung.
Theorien am Scheideweg“, herausgegeben von Judith C.
Enders und Moritz Remig, sowie „Politik der Zukunftsfähigkeit. Konturen einer Nachhaltigkeitswende“ von Reinhard
Loske stattfinden.
donnerstags, 12:00 – 13:30 Uhr
Raum 1.203 (außer am 17.11.> E.109)
Prof. Dr. rer. pol. Reinhard Loske
„Politik machen II“: Politik machen in und mit Nichtregierungsorganisationen: Wie geht das? (B.A. KuRe Politikwissenschaft, 5 CPs + PPÖ als Modul P4-2 und P4-3, 4
CPs od. als Modul BP-PPo-1603, 5 CPs + PPÖ als Modul
P66 und P67, 4 CPs od. als Modul BP-WPo-1603, 5 CPs +
M.A. E&O, 5-10 CPs)
011
Heute ist viel von „Politikverdrossenheit“ die Rede. Zurückgehende Wahlbeteiligungen und Mitgliederzahlen in Parteien werden als grassierendes Desinteresse an Parlamentarismus, Demokratie und Politik insgesamt wahrgenommen.
Wer und was ist schuld an dieser Depolitisierung unserer
Gesellschaft? Und trifft die Behauptung, zurückgehende
Wahlbeteiligung sei mit politischem Desinteresse und Politikverdrossenheit gleichzusetzen, überhaupt zu? Spricht
nicht das zunehmende, oft sehr intensive, wenn auch zeitlich meist befristete Engagement vieler Menschen in den
sogenannten Nicht-Regierungs-Organisationen eine ganz
andere Sprache? Haben wir es möglicherweise gar nicht
mit Politikverdrossenheit, sondern mit einem erfahrungsgesättigten Einstellungswandel zu tun, der zwar Parteien,
Parlamenten und Regierungen zunehmend skeptisch sieht,
aber dennoch großes Interesse an der zivilgesellschaftlichen Gestaltung von politischen Aufgaben hat und dafür
andere Ausdrucksformen sucht?
In diesem Seminar sollen die Formen politischen Engagements innerhalb und außerhalb des etablierten politischen
Systems theoretisch, aber auch anschaulich und praktisch
diskutiert werden. Das Seminar schließt an das Seminar
„Politik machen I: Politik machen in Parteien: Wie geht
das?“ aus dem Sommersemester 2016 an. Zwar ist der
Besuch von „Politik machen I“ keine zwingende Voraussetzung für die Teilnahme an „Politik machen II“, aber er
erleichtert den Zugang zur Fragestellung.
donnerstags, 14:00 – 15:30 Uhr
Raum 1.181
Prof. Dr. rer. pol. Reinhard Loske
Lobbyismus in der deutschen und europäischen Politik
(B.A. Kure Politikwissenschaft, 5 CPs + PPÖ als Modul
P4-2 und P4-4, 4 CPs od. als Modul BP-PPo-1601 und BPPPo-1603, 5 CPs + M.A. KuRe, 6 CPs + M.A. E&O, 5-10
CPs)
Im demokratischen System ist es selbstverständlich und legitim, dass sich Interessengruppen in Verbänden organisieren und so versuchen, sich bessere Durchsetzungschancen
im politischen Prozess zu verschaffen.
Dagegen ist nicht nur nichts einzuwenden, sondern die
gemeinsame Interessenvertretung kann für politische Entscheidungsträger sogar hilfreich sein, weil sie ein gewisses
Maß an Repräsentativität von Gruppeninteressen gewährleistet und Einzelinteressen unter Einigungszwang setzt.
Andererseits besteht die Gefahr, dass der Lobbyismus einzelnen Gruppen gegenüber Gemeinwohlinteressen einen
unverhältnismäßigen Einfluss verschafft, vor allem dann,
wenn Politik sich willfährig zeigt, Beeinflussungsgrenzen
nicht einhält oder es gar zu Verschmelzungen zwischen
dem politischen Sektor und dem Lobbysektor kommt, wofür Parteispenden oder der personelle Wechsel von Politikern in Unternehmen stehen können.
Im Seminar sollen die verschiedenen Formen des Lobbyismus auf nationaler und EU-Ebene untersucht und der Frage
012
unterzogen werden, welche Grenzen eingehalten bzw. neu
gezogen werden müssen.
freitags, 09:30 – 11:00 Uhr
Raum D.476 (außer am 04.11., 20.01.> 1.153)
Prof. Dr. phil. Georg Simonis
Die Zivilgesellschaft als Akteur globaler Klimagovernance
(Stufu, 2-4 CPs + B.A. KuRe Politikwissenschaft, 5 CPs
+ PPÖ als Modul P4-4/P67-2, 4 CPs od. als Modul BPPPo-1603 und BP-WPo-1601, 5 CPs)
Wir wollen untersuchen, welche Bedeutung die internationale Zivilgesellschaft für die Entstehung, die institutionelle
Entwicklung und für die Umsetzung des UN-Klimaregimes
besitzt. Zur Ermittlung der Funktionen und Leistungen der
Zivilgesellschaft werden im Seminar zunächst theoretische
Konzeptionen zur Definition und empirischen Vermessung
der Zivilgesellschaft erörtert. Im Verlauf des Seminars sollen
dann wichtige Akteure der internationalen Zivilgesellschaft
und vor allem die Netzwerke zwischen den Akteuren analysiert werden, um eine genauere Vorstellung des Konzepts
des transnationalen Regierens zu gewinnen. Ferner wird
behandelt, durch welche Aktivitäten (z.B. Submissions für
die Ausgestaltung des Verhandlungstextes, Workshops,
Demonstrationen) die Zivilgesellschaft ihre Ziele verfolgt
und in welcher Weise sie sich an der Umsetzung des Klimaregimes (z.B. in den USA und in Deutschland) beteiligt.
Literatur:
Dietz, M. Und H. Garrelts (Hrsg.) (2013), Die internationale Klimabewegung. Ein Handbuch. Wiesbaden: Springer VS; Desse, F. (2012), The Role
and Structure of Civil Society Organizations in National and Global Governance. Evolution and outlook between now and 2030. Projekt AUGUR.
Challenges for Europe in the world in 2030 (EU-Forschungsprojekt SSHCT-2009-244565, http://www.augurproject.eu/IMG/pdf/cso_note_provisional_draft5_june_2012.pdf).
donnerstags, 10:15 – 11:45 Uhr
Raum 1.181 (außer am 17.11., 24.11. >E.110)
Prof. Dr. phil. Georg Simonis
Die außenpolitische Bilanz von US-Präsident Barack
Obama (Stufu, 2-4 CPs + B.A. KuRe Politikwissenschaft,
5 CPs + PPÖ als Modul P4-4/P67-2, 4 CPs od. als Modul
BP-PPo-1603 und BP-WPo-1601, 5 CPs)
In dem Seminar wird danach gefragt, wie die von US-Präsident Barack Obama betriebene Außen- und Sicherheitspolitik beurteilt werden kann. Damit uns diese Aufgabe
auch nur annäherungsweise gelingt, müssen wir in einem
ersten Untersuchungsschritt, nach einem dafür geeigneten
Beurteilungsmaßstab Ausschau halten. Danach wollen wir
uns einzelne Entscheidungen (u.a. Abschluss des Nuklearvertrags mit Iran, Wiederaufnahme der diplomatischen
Beziehungen mit Kuba, Chemiewaffenabzug aus Syrien,
Scheitern des Nahost-Friedensprozesses, Beibehaltung
des Gefangenenlagers in Guantanamo, Verlagerung des
Schwerpunktes amerikanischer Außenpolitik nach Asien)
anschauen, um sie in den zuvor gewonnenen Bewertungsrahmen einzuordnen.
Nützlich für die Vorbereitung auf den Kurs ist der von Winand Gellner und Patrick Horst herausgegebene Band „Die
USA am Ende der Präsidentschaft Obamas. Eine erste Bilanz“, Heidelberg: Springer 2016.
donnerstags, 17:30 – 19:00 Uhr
Raum 1.181
Prof. Dr. phil. Martin Woesler
Massenkommunikation im Zeitalter neuer Medien in
Überwachungsstaaten am Beispiel Chinas (B.A. KuRe
Politikwissenschaft, 5 CPs + PPÖ als Modul BP-PPh-1603
und BP-WPo-1605 und BP-WFW-1601, 5 CPs)
Massenkommunikation entstand nicht erst mit den sozialen
Medien, sie ist schon seit Beginn von schriftlicher Überlieferung, etwa in Feldherren-Reden und dem Volk verlesenen
Edikten von Herrschern überliefert. In der Zeit des Dritten
Reiches haben wir leidvolle Erfahrungen mit den Manipulations-Möglichkeiten von Massenmedien machen können.
In heutigen (semi-)autoritären Regimen wie in der Türkei
und in autoritären wie in China sind die Mittel der Regierung zur Gleichschaltung und Kontrolle der Massenmedien ebenfalls sehr stark und werden restriktiv durchgesetzt.
Während das Internet scheinbar Anonymität garantiert und
pseudodemokratisch erscheint, da die ‚Masse‘ mit Meinungsführern (und Diktatoren) kommunizieren können,
sieht die Praxis in Überwachungsstaaten ernüchternd aus:
Das Netz bietet nicht nur viele Möglichkeiten der Kommunikation und des Meinungsaustausches, sondern auch
der Kontrolle, Zensur, Diffamierung (fake news, shitstorms,
‚gekaufte Follower‘ etc.), Werbung, Ausbeutung (crowdworking) und Restriktion. Moderne Propaganda wird über
Soziale Medien verbreitet (Verteidigung der Exil-Russen
durch ‚grüne Männchen‘, Werbefilme für den 13. Fünf-Jahres-Plan in China). Selbst Erdogan ruft über FaceTime zum
Niederschlagen des Militär-Putsches auf. Die Seminar-Teilnehmer untersuchen „hybride Kriege“, von Diktatoren wie
Dissidenten beanspruchte Begriffe wie „Verteidigung der
Demokratie“ etc. Der Schwerpunkt liegt auf China, weil der
Staat hier extrem viel Personal und Mittel in Internet-Polizei
und bezahlte Schreiber (z.B. im englischen Wikipedia) in die
Manipulation der Massenkommunikation, in Überwachung
und Verfolgung von Dissidenten steckt. Die Teilnehmer lernen zu erkennen, wie selbst deutsche Medien aus Russland
und China beeinflusst werden und wie chinesische Dissidenten selbst in Deutschland verfolgt werden.
freitags, 08:30 – 10:00 Uhr
Raum 2.272 (außer am 02.12. >1.152)
Veranstaltungsverzeichnis
B.A. RECHT
Dr. Kiyomi von Frankenberg
Punishment – For what Reason? (B.A. KuRe Recht, 5 CPs)
Ziel des Strafvollzugs ist laut Gesetz, Straftäter zu einem
straffreien Leben zu befähigen und die Allgemeinheit vor
weiteren Taten zu schützen. Das wirft viele Fragen auf:
Funktioniert Prävention? Schafft Strafe Gerechtigkeit?
Wie sieht die Situation in den Gefängnissen aus? Gibt es
Alternativen zur (Geld- oder Freiheits-)Strafe? Braucht unsere Gesellschaft Straftaten? Können nicht nur Menschen,
sondern auch Unternehmen bestraft werden (etwa wegen
Umwelt- oder Steuerstraftaten)? Was bedeutet „Therapie
statt Strafe“? Gemeinsam erarbeiten wir uns anhand kontroverser Strafrechts-Fälle, bekannter psychologischer Experimente und der gesetzlichen Grundlagen des deutschen
Strafrechtssystems einen Zugang zu der in Kriminologie,
Rechtswissenschaft und Rechtsphilosophie zentralen Frage: Warum Strafe?
013
Michael Kohlhaas bis zu Hobbes Leviathan – durch einen
Vortrag der Seminarleiterin oder durch Referate der Teilnehmer eingeleitet. Danach stehen Diskussion, Fragen und
Kritik im Vordergrund.
Zudem werden die Teilnehmer zu grundlegenden wissenschaftlichen Techniken befähigt, nämlich Literatur zu recherchieren, kritisch zu analysieren und korrekt zu zitieren.
Voraussetzung: Es wird erwartet, dass die Teilnehmer sich
Zeit zur Nutzung der Bibliotheken der Universität Bochum
sowie zum Lesen umfangreicher und komplexer Texte nehmen.
donnerstags, 17:30 – 19:00 Uhr (03.11., 01.12., 12.01.,
03.02.)
Raum 1.152 (außer am 12.01., 03.02. >E.109)
zusätzliche Blockveranstaltung
Sa., 10.12., 09:30 – 18:00 Uhr
So., 11.12., 09:30 – 18:00 Uhr
Raum 1.152
Dabei wird jeder Themenkomplex – vom Grundsatz „Im
Zweifel für den Angeklagten“ über den Fall Daschner und
LEHRVERANSTALTUNGEN IM BEREICH B.A. PPÖ:
KURE-ANTEILE
PPÖ: PRAKTISCHE PHILOSOPHIE 1
Prof. Dr. Gabriele Gramelsberger
Medienphilosophie (fortgeschr. B.A. KuRe Philosophie,
5 CPs + PPÖ als Modul P3/P90/P91/P97-5/6, 4 CPs od.
als Modul BP-PPh-1601/BP-WPh-1601/BP-WPo-1607/BPWPh-1607, 5 CPs)*
Was sind Medien? Diese Frage ist kaum zu beantworten und
bereits 1978 in Requiem für die Medien erteilt Jean Baudrillard der Frage danach eine Absage. Nichtsdestotrotz sind
wir mehr denn je von Medien umgeben, insbesondere erleben wir aktuell die umfassende Medialisierung von Technik durch die zunehmende Verschränkung von technischen
Objekten mit Algorithmen sowie durch deren Vernetzung.
Internet der Dinge, Industrie 4.0, „smart objects“, „mobile
technologies“, „affective computing“ sind Beispiele für die
Tendenz der Medialisierung von Technik. Das sorgt für den
Anlass, verschiedene Argumente respektive Philosophien
zu Medien neu zu diskutieren. Unter diesen Argumenten
lassen sich u.a. technikphilosophisch das Projektionsargument, medienphilosophisch das Zeitargument und medientechnisch das Supermediumargument anführen. Eine
Auswahl an klassischen Texten führt in diese Argumente
ein, die es anhand von Fallbeispielen zu hinterfragen gilt.
Teilnehmerbegrenzung: 20
*Teilnahme von Studierenden aus anderen Studiengängen
auf Anfrage bei G. Gramelsberger
mittwochs, 14:15 – 15:45 Uhr (außer am 02.11, 14.12.)
Raum siehe UWE
Nachholtermin:
Dienstag, 08.11.2016, 15:00 – 18:00 Uhr, Exkursion Hardware Medienkunstverein
Apl.-Prof. Dr. phil. Alfred Hirsch
Hannah Arendt: „Vita activa oder Vom tätigen Leben“
(B.A. KuRe Philosophie, 5 CPs + PPÖ als Modul P3-1/P19,
4 CPs od. als Modul BP-PPh-1601/BP-WIV-1601, 5 CPs)
Zweifelsfrei ist Hannah Arendt die wirkungsmächtigste
deutschsprachige Philosophin des 20. Jahrhunderts. Ihr
Werk ‚Vita activa‘, das erstmals 1958 in englischer Sprache (1960 auf Deutsch) erschien, muss als zentraler Angelpunkt ihres Denkens betrachtet werden. Anders als Martin Heidegger legt Arendt den Schwerpunkt menschlicher
Existenz nicht auf den Tod als Endpunkt sondern auf die
Geburt. Mit der Geburt wird die Fähigkeit des Menschen
begründet, einen Anfang machen zu können. Mit dem ‚Beginnenkönnen‘ verknüpft sich die Aufgabe, in Verbindung
mit anderen Menschen ‚Welt‘ zu schaffen und zu gestalten.
014
Die diesem zugrundeliegenden Kategorien menschlichen
Lebens sind ‚Arbeiten‘, ‚Herstellen‘ und ‚Handeln‘.
Ausgehend von der griechischen Antike findet das ‚Arbeiten‘ im privaten Raum des Haushalts statt, während der entscheidende Ort des ‚Handelns‘ die ‚Agora‘, der öffentliche
Raum ist. Dieser Ort eröffnet zugleich die Grundlage politischer Kommunikation und Gestaltung.
Literatur:
Hannah Arendt, Vita activa oder Vom tätigen Leben, München, Pieper
1992.
mittwochs, 12:00 – 13:30 Uhr
Raum siehe UWE
Apl.-Prof. Dr. phil. Alfred Hirsch
Sozialanthropologie der Gewalt (B.A. KuRe Philosophie,
5 CPs + PPÖ als Modul P3-1/P19, 4 CPs od. als Modul
BP-PPh-1601/BP-WIV-1601, 5 CPs)
Es scheint, als stelle sich die Frage nach dem, was Gewalt
sei, in jedem Jahrzehnt neu und auf unterschiedliche Weise. Die Erscheinungsformen der Gewalt wechseln, verändern sich und ähneln einander doch. Konstante aller bisher
bekannten Formen von Gewalt ist dabei, dass diese stets
zwischen Menschen, d.h. von Menschen gegen Menschen,
ausgeübt wird. Gewalt ist mithin eine auf menschliches
Wollen und Tun beschränkte Interaktion, die uns sehr viel
über Menschen und ihr Handeln verrät. Dabei gilt es, unterschiedliche graduelle Abstufungen von Gewalt in Betracht
zu ziehen. Vom verletzenden Wort bis zum Amoklauf haben
wir es mit verschiedenen Formen von Gewaltsamkeit zu
tun, wenngleich ihnen auch gewisse Strukturen und Bezüge
gemeinsam sind. So sind die vollzogene Verletzung oder
die sich ereignende Beziehung als Beziehung zwischen Täter und Opfer zentrale Merkmale von Gewaltbeziehungen.
ist dafür, dass Jugendliche sich vom Dschihadismus anziehen lassen. Dabei stellt sich die weitere Frage, ob etwa
die immer wieder erfolgenden Hinweise auf die Labilität
der Attentäter (vgl. Geyer 2016), den Schluss plausibel erscheinen lassen: „Die sozialen Bindungen innerhalb der
Mikrosysteme von Gleichgesinnten scheinen von ungleich
höherer Bedeutung innerhalb des Radikalisierungsgeschehens als ideologische Komponenten.“ (Kemmesies 2006:
31) – oder ob nicht die Inhalte des Dschihadismus und etwa
die „ständige[n] Appelle an die Gehorsams- und Gefolgschaftspflicht“ im Koran (Oevermann 2006: 405) in einer
Passung zur spezifischen biographischen Konstellation der
‚Radikalisierten‘ stehen und für eine Erklärung unabdingbar
in den Blick zu nehmen sind. Im Seminar sollen im Hinblick
auf die Beantwortung der genannten Fragen Ausdrucksgestalten sowohl der Werber wie der Geworbenen (Bekennerschreiben, hinterlassene Botschaften von Attentätern,
biographische Daten, Werbebotschaften und -videos, …)
analysiert werden.
Voraussetzung: Bereitschaft ein (oder ggf. mehrere) Sitzungsprotokoll(e) zu verfassen
Literatur:
Geyer, Christian (2016): Labil sind wir alle. Die Attentäterpsychologie
macht es sich zu leicht. In: FAZ: 23.7.2016
Kemmesies, Uwe E. (2006): Zukunftsaussagen wagen: Zwischen Verstehen
und Erklären – Methodologische und theoretische Notizen zur Prognoseforschung im Phänomenbereich Extremismus/Terrorismus. In: ders.
(ed.), Terrorismus und Extremismus – der Zukunft auf der Spur, München:
Luchterhand, 1-39
Mead, George Herbert (1934/1983): Mind, Self, and Society from the
Standpoint of a Social Behaviorist. Chicago, London: University of Chicago Press (Edited and with an Introduction by Charles W. Morris)
Oevermann, Ulrich (2006): Modernisierungspotentiale im Monotheismus und Modernisierungsblockaden im fundamentalistischen Islam. In:
Franzmann, Manuel; Gärtner, Christel; Köck, Nicole (ed.), Religiosität in
der säkularisierten Welt. Theoretische und empirische Beiträge zur Säkularisierungsdebatte in der Religionssoziologie, Wiesbaden: VS Verlag für
Sozialwissenschaften, 395-428
Literatur:
u.a. Wolfgang Sofsky, Berhard Waldenfels, Heinrich Popitz, Hannah
Arendt, Emmanuel Levinas, Pascal Delhom u.a.
montags, 12:00 – 13:30 Uhr (Beginn: 24. Oktober)
Raum DG 492
(Die Literatur wird zu Beginn des Semesters zur Verfügung gestellt.)
mittwochs, 15:00 – 16:30 Uhr
Raum siehe UWE
Dr. Thomas Loer
„Die organisierte Gemeinschaft, die dem Einzelnen ein
einheitliches Selbst gibt“? – Analysen zur Anziehungskraft des Dschihadismus auf europäische Jugendliche
(B.A. KuRe Philosophie, 5 CPs + PPÖ als Modul P3, 4 CPs
od. als Modul BP-PPh-1601, 5 CPs)
Bei George Herbert Mead ist die Rede von „The organized community […] which gives to the individual his unity
of self“ (Mead 1934/1983: 154; vgl. mein Mead-Seminar).
Eine Frage, die im Seminar bearbeitet werden soll, lautet,
ob mit dieser Formulierung ein Erklärungsansatz formuliert
Dr. Thomas Loer
Sociology of the Present – George Herbert Mead als
klassischer Soziologe der Moderne
(B.A. KuRe Philosophie, 5 CPs + PPÖ als Modul P3, 4 CPs
od. als Modul BP-PPh-1601, 5 CPs)
„Im Deutschen […] zerfällt das, was im Englischen mit ‚present‘ umfasst wird, in drei ganz verschiedene Aspekte […].
Zum einen in den zeitlichen Aspekt der Gegenwart, im
Deutschen das ‚Präsens‘, zum anderen in den räumlichen
Aspekt der Anwesenheit, im Deutschen die ‚Präsenz‘ und
schließlich drittens in den abstrakt sozialen, oder eben die
Sequentialität betreffenden Aspekt der Anwesenheit der
Totalität der ganzen Person, symbolisiert oder repräsentiert im passenden Geschenk, im Deutschen das ‚Präsent‘.
[…] Die drei Bedeutungen beziehen sich auf die zentralen
Veranstaltungsverzeichnis
Eigenschaften einer sich vollziehenden lebenspraktischen
Sozialität.“ (Oevermann 2016: 79 f.) – In dieser Perspektive werden in Form eines Lektüreseminars zentrale Schriften bzw. post-hume (Vorlesungs-) Veröffentlichungen des
klassischen Soziologen George Herbert Mead besprochen;
Grundlage sind dabei die originalsprachlichen Texte.
Voraussetzung: Bereitschaft ein (oder ggf. mehrere) Sitzungsprotokoll(e) zu verfassen
Literatur:
Mead, George Herbert (1932/1980): The Philosophy of the Present. Chicago, London: University of Chicago Press (Edited by Arthur E. Murphy,
with prefatory remarks by John Dewey)
Mead, George Herbert (1934/1983): Mind, Self, and Society from the
Standpoint of a Social Behaviorist. Chicago, London: University of Chicago Press (Edited and with an Introduction by Charles W. Morris)
Mead, George Herbert (1964/1981): Selected Writings. Chicago, London:
The University of Chicago Press (Edited, with an Introduction, by Andrew
J. Reck)
Oevermann, Ulrich (2016): „Krise und Routine“ als analytisches Paradigma in den Sozialwissenschaften. In: Becker-Lenz, Roland; Franzmann,
Andreas; Jansen, Axel; Jung, Matthias (ed.), Die Methodenschule der
Objektiven Hermeneutik. Eine Bestandsaufnahme, Wiesbaden: Springer
VS, 43-114
montags, 14:00 – 15:30 Uhr (Beginn: 24. Oktober)
Raum E.109
Apl.-Prof. Dr. Tatjana Schönwälder-Kuntze
Denk-Methoden II (B.A. KuRe Philosophie, 5 CPs + PPÖ
als Modul P3, 4 CPs od. als Modul BP-PPh-1601, 5 CPs)
Das dem Seminar zugrunde liegende Philosophie-Verständnis lautet: Philosophie liefert unterschiedliche Modelle, d.h. immer auch unterschiedliche Wege oder Methoden, mit denen wir denkend die Veränderungen der Welt
ordnen – und damit auch auf bestimmte Weisen problematisieren. Im Anschluss an das Sommersemester werden im
Seminar weitere Texte zu drei maßgebenden, an Kant anschließende Methoden der Moderne gelesen: zu Husserls
phänomenologischem Einklammern, zu Austins performativem Bezeichnen und zu Derridas dekonstruktivem Fragen.
Literatur:
Edmund Husserl (1911): Philosophie als strenge Wissenschaft. FfM:
Klostermann
John L. Austin (1962/2002):Zur Theorie der Sprechakte. (How to do
things with Words). Stuttgart: Reclam (Auszüge: Erste und achte bis elfte
Vorlesung)
Jacques Derrida (1968): ‚Die différance‘ in: Ders. (1972/1999) Randgänge
der Philosophie. Wien: Passagen, 31-56
Bitte melden Sie sich unbedingt bis 01. Oktober per E-Mail
bei mir an: [email protected] Sie erhalten dann den
Seminarplan und können sich für eine Arbeitsübernahme
eintragen!
Teilnehmerbegrenzung: 24
(nach Zusage: Übernahme eines Arbeitsauftrages)
015
Fr., 21.10., 14:00 – 18:00 Uhr
Sa., 22.10., 09:00 – 18:00 Uhr
So., 23.10., 09:00 – 18:00 Uhr
Raum 1.153
Tobias Vogel, M.A.
Die Gemeinschaft der Menschenrechte – Zur Sozialphilosophie von Alan Gewirth (B.A. KuRe Philosophie, 5 CPs +
PPÖ als Modul P3-1, 4 CPs od. als Modul BP-PPh-1601/
BP-PPh-1603 od. BP-WPh-1601/BP-WPh-1601, 5 CPs)
Alan Gewirth ist ein amerikanischer Philosoph, der das ehrgeizige Ziel verfolgte, eine Letztbegründung für ethische
Sollens-Ansprüche zu liefern. Ein Problem derartiger Letztbegründungen besteht oft darin, dass sie nur sehr abstrakte Minimalwerte ableiten können, die sich schwer konkretisieren lassen. Eine derartige Konkretisierung unternimmt
Gewirth in seinem Werk „The Communitiy of Rights“. Nach
Gewirth basieren alle grundlegenden Rechte auf dem unbedingten Anspruch, menschliche Handlungsfähigkeit zu
wahren. Was heißt es, einen derartigen Rechtsinhalt konsequent von der Gesellschaft einzufordern? – Haben wir ein
Recht auf Privateigentum? Haben wir ein Recht auf Arbeit?
Haben wir neben dem Recht auf politische Demokratie auch
ein Recht auf Wirtschaftsdemokratie? Diesen und anderen
Fragen geht Gewirth in seinem Werk nach und berührt damit nicht nur gerechtigkeitstheoretische und wirtschaftsethische Themen, sondern unternimmt zugleich auch einen
Versuch, so unterschiedliche Klassiker wie Aristoteles, Kant
und Marx miteinander zu verbinden. Das Seminar wird sich
vor allem der Lektüre des englischsprachigen Buches „The
Community of Rights“ widmen.
Literatur:
Alan Gewirth: The Community of Rights, Chicago 1996.
mittwochs, 12:15 – 13:45 Uhr
Raum 1.156 (außer am 07.12 >2.316)
Tobias Vogel, M.A.
Entfremdung, Verdinglichung, Resonanz und Sozialismus
– Grundbegriffe kritischer Sozialphilosophie (B.A. KuRe
Philosophie, 5 CPs + PPÖ als Modul P3-1, 4 CPs od. als
Modul BP-PPh-1601/BP-PPh-1603 od. BP-WPh-1601/BPWPh-1601, 5 CPs)
Entfremdet zu sein, zeigt an, dass etwas, das uns nahe sein
sollte, fern und unverfügbar ist; es ist dadurch nicht einfach abwesend oder bedeutungslos, im Gegenteil: Es ist
nach wie vor wichtig für uns und deshalb leiden wir unter
der Fremdheit. In dieser Hinsicht bezeichnet Rahel Jaeggi Entfremdung als eine Beziehung der Beziehungslosigkeit. Verdinglichung gibt uns eine Deutung an die Hand,
warum etwas Bedeutungsvolles uns entgleitet: weil wir in
einer Gesellschaft leben, die unsere sozialen Beziehungen
versachlicht – in Form von Kapital, Geld und Waren. Marx
sprach in diesem Sinne von Warenfetischismus. Wenn sich
unser sozialer Zusammenhang in die Indifferenz sachlicher
016
Formen auflöst, bleiben wir als vereinzelte Einzelne zurück.
Lässt sich diesem entfremdeten und verdinglichten Weltverhältnis mit einem Konzept von Resonanz begegnen, wie
es Hartmut Rosa in seinem jüngsten Werk vorschlägt? Oder
käme es – nach Axel Honneth – vielmehr auf die Wiederbelebung sozialer Freiheit innerhalb eines reformulierten
Sozialismus an?
Diesen und weiteren Fragen wollen wir im Seminar nachgehen und uns dadurch Grundbegriffe der zeitgenössischen
Kritischen Theorie erschließen.
Literatur (Auswahl):
P3 od. P61/62/63, 4 CPs od. als Modul BP-PPh-1603 +
BP-WPh 1603, 5 CPs)
Friedrich August von Hayek beschreibt in seinem bis heute
einflussreichen und für den Liberalismus des 20. Jahrhunderts wegweisenden Werk „Der Weg zur Knechtschaft“
(The Road to Serfdom) die Gefahr, die der Kollektivismus
für die freie Gesellschaft bedeute. Seine Analyse orientiert
sich an Gegensätzen wie Marktwirtschaft und Planwirtschaft, Demokratie und Totalitarismus sowie Freiheit und
Sicherheit. Hayek betont dabei die Wichtigkeit der individuellen ökonomischen Freiheit für Wirtschaftsprozesse und
politische Freiheit.
– Marx, Karl: Das Kapital, in: Marx-Engels Werke, Bd. 23, Berlin 1962.
– Rahel Jaeggi: Entfremdung, Frankfurt am Main 2005.
– Axel Honneth: Verdinglichung, Frankfurt am Main 2005.
– Axel Honneth: Die Idee des Sozialismus, Berlin 2015.
– Hartmut Rosa: Resonanz, Berlin 2016.
mittwochs, 14:15 – 15:45 Uhr
Raum E.061 Casino
PPÖ: THEORETISCHE PHILOSOPHIE 1
Sonja Knobbe
Was heißt Rationalität? Klassische und aktuelle Positionen in Philosophie und Ökonomik (B.A. KuRe Philosophie, 5 CPs + PPÖ als Modul P3-1, 4 CPs od. als Modul
BP-PPh-1602 + BP-WPh-1601, 5 CPs)
Vernunft, Logos, Rationalität – diese Begriffe stehen seit
langem im Zentrum der Philosophie. Aber sie werden in
verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen und Traditionen sehr verschieden ausgelegt.
Im Seminar werden wir die wichtigsten Konzeptionen
kennenlernen und auf ihre Geltungsansprüche hin untersuchen: Die Zweck-Mittelrationalität und Wertrationalität in der Theorie des sozialen Handelns bei Max Weber;
die instrumentelle Rationalität, die in der Kritik besonders
der ersten Generation der Frankfurter Schule (Horkheimer,
Adorno) stand. Und nicht zuletzt die Nutzenmaximierungsrationalität des Homo oeconomicus Modells der Rational
Choice Theory, die Anwendung findet in der modernen
Ökonomik und anderen Sozialwissenschaften.
mittwochs, 12:15 – 13:45 Uhr
Raum 1.203 (außer am 09.11. >2.273)
Die Lektüre seiner Schriften zu Freiheit und Kollektivismus,
ergänzt um Texte von John Stuart Mill und Milton Friedman, geben einen aufschlussreichen Einblick in liberales
Denken in politischer und ökonomischer Hinsicht.
mittwochs, 14:00 – 17:00 Uhr (26.10., 09.11., 23.11., 07.12.,
11.01., 25.01., 08.02.)
Raum 1.153
Tobias Vogel, M.A.
Die Gemeinschaft der Menschenrechte – Zur Sozialphilosophie von Alan Gewirth (B.A. KuRe Philosophie, 5 CPs +
PPÖ als Modul P3-1, 4 CPs od. als Modul BP-PPh-1601/
BP-PPh-1603 od. BP-WPh-1601/BP-WPh-1601, 5 CPs)
Alan Gewirth ist ein amerikanischer Philosoph, der das ehrgeizige Ziel verfolgte, eine Letztbegründung für ethische
Sollens-Ansprüche zu liefern. Ein Problem derartiger Letztbegründungen besteht oft darin, dass sie nur sehr abstrakte Minimalwerte ableiten können, die sich schwer konkretisieren lassen. Eine derartige Konkretisierung unternimmt
Gewirth in seinem Werk „The Communitiy of Rights“. Nach
Gewirth basieren alle grundlegenden Rechte auf dem unbedingten Anspruch, menschliche Handlungsfähigkeit zu
wahren. Was heißt es, einen derartigen Rechtsinhalt konsequent von der Gesellschaft einzufordern? – Haben wir ein
Recht auf Privateigentum? Haben wir ein Recht auf Arbeit?
Haben wir neben dem Recht auf politische Demokratie auch
ein Recht auf Wirtschaftsdemokratie? Diesen und anderen
Fragen geht Gewirth in seinem Werk nach und berührt damit nicht nur gerechtigkeitstheoretische und wirtschaftsethische Themen, sondern unternimmt zugleich auch einen
Versuch, so unterschiedliche Klassiker wie Aristoteles, Kant
und Marx miteinander zu verbinden. Das Seminar wird sich
vor allem der Lektüre des englischsprachigen Buches „The
Community of Rights“ widmen.
Literatur:
Alan Gewirth: The Community of Rights, Chicago 1996.
PPÖ: KULTUR- UND SOZIALPHILOSOPHIE I
Nora Scheel
Freiheit, Wirtschaft und Kultur: Der Liberalismus von F.
A. Hayek (B.A. KuRe Philosophie, 5 CPs + PPÖ als Modul
mittwochs, 12:15 – 13:45 Uhr
Raum 1.156 (außer am 07.12 >2.316)
Veranstaltungsverzeichnis
Tobias Vogel, M.A.
Entfremdung, Verdinglichung, Resonanz und Sozialismus
– Grundbegriffe kritischer Sozialphilosophie (B.A. KuRe
Philosophie, 5 CPs + PPÖ als Modul P3-1, 4 CPs od. als
Modul BP-PPh-1601/BP-PPh-1603 od. BP-WPh-1601/BPWPh-1601, 5 CPs)
Entfremdet zu sein, zeigt an, dass etwas, das uns nahe sein
sollte, fern und unverfügbar ist; es ist dadurch nicht einfach abwesend oder bedeutungslos, im Gegenteil: Es ist
nach wie vor wichtig für uns und deshalb leiden wir unter
der Fremdheit. In dieser Hinsicht bezeichnet Rahel Jaeggi Entfremdung als eine Beziehung der Beziehungslosigkeit. Verdinglichung gibt uns eine Deutung an die Hand,
warum etwas Bedeutungsvolles uns entgleitet: weil wir in
einer Gesellschaft leben, die unsere sozialen Beziehungen
versachlicht – in Form von Kapital, Geld und Waren. Marx
sprach in diesem Sinne von Warenfetischismus. Wenn sich
unser sozialer Zusammenhang in die Indifferenz sachlicher
Formen auflöst, bleiben wir als vereinzelte Einzelne zurück.
Lässt sich diesem entfremdeten und verdinglichten Weltverhältnis mit einem Konzept von Resonanz begegnen, wie
es Hartmut Rosa in seinem jüngsten Werk vorschlägt? Oder
käme es – nach Axel Honneth – vielmehr auf die Wiederbelebung sozialer Freiheit innerhalb eines reformulierten
Sozialismus an?
Diesen und weiteren Fragen wollen wir im Seminar nachgehen und uns dadurch Grundbegriffe der zeitgenössischen
Kritischen Theorie erschließen.
017
sieht die Praxis in Überwachungsstaaten ernüchternd aus:
Das Netz bietet nicht nur viele Möglichkeiten der Kommunikation und des Meinungsaustausches, sondern auch
der Kontrolle, Zensur, Diffamierung (fake news, shitstorms,
‚gekaufte Follower‘ etc.), Werbung, Ausbeutung (crowdworking) und Restriktion. Moderne Propaganda wird über
Soziale Medien verbreitet (Verteidigung der Exil-Russen
durch ‚grüne Männchen‘, Werbefilme für den 13. Fünf-Jahres-Plan in China). Selbst Erdogan ruft über FaceTime zum
Niederschlagen des Militär-Putsches auf. Die Seminar-Teilnehmer untersuchen „hybride Kriege“, von Diktatoren wie
Dissidenten beanspruchte Begriffe wie „Verteidigung der
Demokratie“ etc. Der Schwerpunkt liegt auf China, weil der
Staat hier extrem viel Personal und Mittel in Internet-Polizei
und bezahlte Schreiber (z.B. im englischen Wikipedia) in die
Manipulation der Massenkommunikation, in Überwachung
und Verfolgung von Dissidenten steckt. Die Teilnehmer lernen zu erkennen, wie selbst deutsche Medien aus Russland
und China beeinflusst werden und wie chinesische Dissidenten selbst in Deutschland verfolgt werden.
freitags, 08:30 – 10:00 Uhr
Raum 2.272 (außer am 02.12. >1.152)
PPÖ: INTERNATIONALE POLITIK I
Literatur (Auswahl):
– Marx, Karl: Das Kapital, in: Marx-Engels Werke, Bd. 23, Berlin 1962.
– Rahel Jaeggi: Entfremdung, Frankfurt am Main 2005.
– Axel Honneth: Verdinglichung, Frankfurt am Main 2005.
– Axel Honneth: Die Idee des Sozialismus, Berlin 2015.
– Hartmut Rosa: Resonanz, Berlin 2016.
mittwochs, 14:15 – 15:45 Uhr
Raum E.061 Casino
Prof. Dr. phil. Martin Woesler
Massenkommunikation im Zeitalter neuer Medien in
Überwachungsstaaten am Beispiel Chinas (B.A. KuRe
Politikwissenschaft, 5 CPs + PPÖ als Modul BP-PPh-1603
und BP-WPo-1605 und BP-WFW-1601, 5 CPs)
Massenkommunikation entstand nicht erst mit den sozialen
Medien, sie ist schon seit Beginn von schriftlicher Überlieferung, etwa in Feldherren-Reden und dem Volk verlesenen
Edikten von Herrschern überliefert. In der Zeit des Dritten
Reiches haben wir leidvolle Erfahrungen mit den Manipulations-Möglichkeiten von Massenmedien machen können.
In heutigen (semi-)autoritären Regimen wie in der Türkei
und in autoritären wie in China sind die Mittel der Regierung zur Gleichschaltung und Kontrolle der Massenmedien ebenfalls sehr stark und werden restriktiv durchgesetzt.
Während das Internet scheinbar Anonymität garantiert und
pseudodemokratisch erscheint, da die ‚Masse‘ mit Meinungsführern (und Diktatoren) kommunizieren können,
Prof. Dr. rer. pol. Reinhard Loske
Lobbyismus in der deutschen und europäischen Politik
(B.A. Kure Politikwissenschaft, 5 CPs + PPÖ als Modul
P4-2 und P4-4, 4 CPs od. als Modul BP-PPo-1601 und BPPPo-1603, 5 CPs + M.A. KuRe, 6 CPs + M.A. E&O, 5-10
CPs)
Im demokratischen System ist es selbstverständlich und legitim, dass sich Interessengruppen in Verbänden organisieren und so versuchen, sich bessere Durchsetzungschancen
im politischen Prozess zu verschaffen. Dagegen ist nicht nur
nichts einzuwenden, sondern die gemeinsame Interessenvertretung kann für politische Entscheidungsträger sogar
hilfreich sein, weil sie ein gewisses Maß an Repräsentativität
von Gruppeninteressen gewährleistet und Einzelinteressen
unter Einigungszwang setzt. Andererseits besteht die Gefahr, dass der Lobbyismus einzelnen Gruppen gegenüber
Gemeinwohlinteressen einen unverhältnismäßigen Einfluss verschafft, vor allem dann, wenn Politik sich willfährig
zeigt, Beeinflussungsgrenzen nicht einhält oder es gar zu
Verschmelzungen zwischen dem politischen Sektor und
dem Lobbysektor kommt, wofür Parteispenden oder der
personelle Wechsel von Politikern in Unternehmen stehen
können.
Im Seminar sollen die verschiedenen Formen des Lobbyismus auf nationaler und EU-Ebene untersucht und der Frage
unterzogen werden, welche Grenzen eingehalten bzw. neu
gezogen werden müssen.
018
freitags, 09:30 – 11:00 Uhr
Raum D.476 (außer am 04.11., 20.01.> 1.153)
Literatur:
Dietz, M. Und H. Garrelts (Hrsg.) (2013), Die internationale Klimabewegung. Ein Handbuch. Wiesbaden: Springer VS; Desse, F. (2012), The Role
and Structure of Civil Society Organizations in National and Global Go-
Prof. Dr. phil. Hajo Schmidt
Gewaltkonflikte im arabisch-islamischen Krisenbogen
- Analysen und Alternativen (Stufu, 2-4 CPs + PPÖ als
Modul P4-4, 4 CPs od. als Modul BP-PPo-1601, 5 CPs)
Kein Zweifel: Der allergrößte Teil der in Deutschland und
der EU Zuflucht und Zukunft suchenden Flüchtlinge stammt
aus dem Krisenbogen von Marokko bis Afghanistan. Doch
wie wird man zum Flüchtling? Welche Rolle spielt(e) westliche Politik (sc. von BRD, EU, NATO) bei der Produktion
und Allokation von Flüchtlingen? Und was wären moralisch-rechtlich angemessene Umgangsweisen mit diesen
Flüchtenden?
Ausgehend von den jüngsten einschlägigen Untersuchungen von Andreas Zumach (Globales Chaos – machtlose
UNO, Zürich 2015) und Michael Lüders (Wer den Wind
sät, München 2015), wollen wir das Konfliktpanorama insgesamt in den Blick nehmen und dann einzelne Konflikte
(etwa Afghanistan, Irak, Syrien, ‚Islamischer Staat‘) genauer
betrachten: Was sind deren Grundlagen und Auslöser, welche Widersprüche sorgen für ihre spezifische Dynamik, wer
sind die entscheidenden Akteure, welche Alternativen –
Konzepte, Institutionen, Instrumente betreffend – gab und
gibt es zu deren Vorgehen?
Teilnehmerbegrenzung: 50 (Studierende, die im Sommersemester wegen Überbelegung auf ihre Teilnahme verzichtet haben, werden als erste berücksichtigt.)
donnerstags, 17:30 – 19:00 Uhr
Raum 2.303 (außer am 03.11. >E.109)
Prof. Dr. phil. Georg Simonis
Die Zivilgesellschaft als Akteur globaler Klimagovernance
(Stufu, 2-4 CPs + B.A. KuRe Politikwissenschaft, 5 CPs
+ PPÖ als Modul P4-4/P67-2, 4 CPs od. als Modul BPPPo-1603 und BP-WPo-1601, 5 CPs)
Wir wollen untersuchen, welche Bedeutung die internationale Zivilgesellschaft für die Entstehung, die institutionelle
Entwicklung und für die Umsetzung des UN-Klimaregimes
besitzt. Zur Ermittlung der Funktionen und Leistungen der
Zivilgesellschaft werden im Seminar zunächst theoretische
Konzeptionen zur Definition und empirischen Vermessung
der Zivilgesellschaft erörtert. Im Verlauf des Seminars sollen
dann wichtige Akteure der internationalen Zivilgesellschaft
und vor allem die Netzwerke zwischen den Akteuren analysiert werden, um eine genauere Vorstellung des Konzepts
des transnationalen Regierens zu gewinnen. Ferner wird
behandelt, durch welche Aktivitäten (z.B. Submissions für
die Ausgestaltung des Verhandlungstextes, Workshops,
Demonstrationen) die Zivilgesellschaft ihre Ziele verfolgt
und in welcher Weise sie sich an der Umsetzung des Klimaregimes (z.B. in den USA und in Deutschland) beteiligt.
vernance. Evolution and outlook between now and 2030. Projekt AUGUR.
Challenges for Europe in the world in 2030 (EU-Forschungsprojekt SSHCT-2009-244565, http://www.augurproject.eu/IMG/pdf/cso_note_provisional_draft5_june_2012.pdf).
donnerstags, 10:15 – 11:45 Uhr
Raum 1.181 (außer am 17.11., 24.11. >E.110)
Prof. Dr. phil. Georg Simonis
Die außenpolitische Bilanz von US-Präsident Barack
Obama (Stufu, 2-4 CPs + B.A. KuRe Politikwissenschaft,
5 CPs + PPÖ als Modul P4-4/P67-2, 4 CPs od. als Modul
BP-PPo-1603 und BP-WPo-1601, 5 CPs)
In dem Seminar wird danach gefragt, wie die von US-Präsident Barack Obama betriebene Außen- und Sicherheitspolitik beurteilt werden kann. Damit uns diese Aufgabe
auch nur annäherungsweise gelingt, müssen wir in einem
ersten Untersuchungsschritt, nach einem dafür geeigneten
Beurteilungsmaßstab Ausschau halten. Danach wollen wir
uns einzelne Entscheidungen (u.a. Abschluss des Nuklearvertrags mit Iran, Wiederaufnahme der diplomatischen
Beziehungen mit Kuba, Chemiewaffenabzug aus Syrien,
Scheitern des Nahost-Friedensprozesses, Beibehaltung
des Gefangenenlagers in Guantanamo, Verlagerung des
Schwerpunktes amerikanischer Außenpolitik nach Asien)
anschauen, um sie in den zuvor gewonnenen Bewertungsrahmen einzuordnen.
Nützlich für die Vorbereitung auf den Kurs ist der von Winand Gellner und Patrick Horst herausgegebene Band „Die
USA am Ende der Präsidentschaft Obamas. Eine erste Bilanz“, Heidelberg: Springer 2016.
donnerstags, 17:30 – 19:00 Uhr
Raum 1.181
PPÖ: INSTITUTIONEN UND ORGANISATIONEN I / POLITIKFELDANALYSE I
Dipl. Soz.-Wiss. Jens Lanfer
(Umkämpfte) Grundbegriffe der Politikwissenschaft (B.A.
KuRe Politikwissenschaft, 5 CPs + PPÖ als Modul P4-1/
P4-2, 4 CPs od. als Modul BP-PPo-1602/BP-PPo-1603, 5
CPs)
Die Politikwissenschaft findet ihre wissenschaftliche Identität in verschiedenen Teildisziplinen und deren Konfliktlinien
zur Beschreibung und Erklärung politischer Ordnungen,
Strukturen und Prozesse. Im Seminar werden diese Konfliktlinien anhand zentraler Begriffe wie Macht, Demokratie,
Veranstaltungsverzeichnis
Staat, das Politische, politische Steuerung, Globalisierung/
Internationalisierung, Legitimität, Freiheit etc. thematisiert.
Dadurch bietet das Seminar einerseits eine allgemeine Einführung in die Politikwissenschaft und schafft andererseits
ein grundlegendes und vor allem facettenreiches Verständnis zentraler politikwissenschaftlicher Begriffe, die keinesfalls eindeutig sind oder einheitlich Verwendung finden.
dienstags, 16:00 – 17:30 Uhr (Beginn: 08.11.)
Raum 2.272
Prof. Dr. rer. pol. Reinhard Loske
„Politik machen II“: Politik machen in und mit Nichtregierungsorganisationen: Wie geht das? (B.A. KuRe Politikwissenschaft, 5 CPs + PPÖ als Modul P4-2 und P4-3, 4
CPs od. als Modul BP-PPo-1603, 5 CPs + PPÖ als Modul
P66 und P67, 4 CPs od. als Modul BP-WPo-1603, 5 CPs +
M.A. E&O, 5-10 CPs)
Heute ist viel von „Politikverdrossenheit“ die Rede. Zurückgehende Wahlbeteiligungen und Mitgliederzahlen in Parteien werden als grassierendes Desinteresse an Parlamentarismus, Demokratie und Politik insgesamt wahrgenommen.
Wer und was ist schuld an dieser Depolitisierung unserer
Gesellschaft? Und trifft die Behauptung, zurückgehende
Wahlbeteiligung sei mit politischem Desinteresse und Politikverdrossenheit gleichzusetzen, überhaupt zu? Spricht
nicht das zunehmende, oft sehr intensive, wenn auch zeitlich meist befristete Engagement vieler Menschen in den
sogenannten Nicht-Regierungs-Organisationen eine ganz
andere Sprache? Haben wir es möglicherweise gar nicht
mit Politikverdrossenheit, sondern mit einem erfahrungsgesättigten Einstellungswandel zu tun, der zwar Parteien,
Parlamenten und Regierungen zunehmend skeptisch sieht,
aber dennoch großes Interesse an der zivilgesellschaftlichen Gestaltung von politischen Aufgaben hat und dafür
andere Ausdrucksformen sucht?
In diesem Seminar sollen die Formen politischen Engagements innerhalb und außerhalb des etablierten politischen
Systems theoretisch, aber auch anschaulich und praktisch
diskutiert werden. Das Seminar schließt an das Seminar
„Politik machen I: Politik machen in Parteien: Wie geht
das?“ aus dem Sommersemester 2016 an. Zwar ist der
Besuch von „Politik machen I“ keine zwingende Voraussetzung für die Teilnahme an „Politik machen II“, aber er
erleichtert den Zugang zur Fragestellung.
donnerstags, 14:00 – 15:30 Uhr
Raum 1.181
Prof. Dr. rer. pol. Reinhard Loske
Lobbyismus in der deutschen und europäischen Politik
(B.A. Kure Politikwissenschaft, 5 CPs + PPÖ als Modul
P4-2 und P4-4, 4 CPs od. als Modul BP-PPo-1601 und BPPPo-1603, 5 CPs + M.A. KuRe, 6 CPs + M.A. E&O, 5-10
CPs)
019
Im demokratischen System ist es selbstverständlich und legitim, dass sich Interessengruppen in Verbänden organisieren und so versuchen, sich bessere Durchsetzungschancen
im politischen Prozess zu verschaffen. Dagegen ist nicht nur
nichts einzuwenden, sondern die gemeinsame Interessenvertretung kann für politische Entscheidungsträger sogar
hilfreich sein, weil sie ein gewisses Maß an Repräsentativität
von Gruppeninteressen gewährleistet und Einzelinteressen
unter Einigungszwang setzt. Andererseits besteht die Gefahr, dass der Lobbyismus einzelnen Gruppen gegenüber
Gemeinwohlinteressen einen unverhältnismäßigen Einfluss verschafft, vor allem dann, wenn Politik sich willfährig
zeigt, Beeinflussungsgrenzen nicht einhält oder es gar zu
Verschmelzungen zwischen dem politischen Sektor und
dem Lobbysektor kommt, wofür Parteispenden oder der
personelle Wechsel von Politikern in Unternehmen stehen
können.
Im Seminar sollen die verschiedenen Formen des Lobbyismus auf nationaler und EU-Ebene untersucht und der Frage
unterzogen werden, welche Grenzen eingehalten bzw. neu
gezogen werden müssen.
freitags, 09:30 – 11:00 Uhr
Raum D.476 (außer am 04.11., 20.01.> 1.153)
Prof. Dr. biol. hum. Werner Vogd
Bruno Latours „Existenzweisen“ als zeitgemäße Sozialund Gesellschaftstheorie (B.A. KuRe Soziologie, 5 CPs
+ PPÖ als Modul P4-1/P4-2/P97-3, 4 CPs od. als Modul
BP-PPo-1602/BP-PPo-1603/BP-WPo-1606, 5 CPs)
Fundamentalismen – Bruno Latour spricht hier vom epistemischen Trugschluss des von ihm so benannten „Doppelklicks“ – haben viele Gestalten. Sei es der Ökonomismus,
der Szientifizismus, der Objektivismus, die Evidenzbasierung oder das Missverstehen des Religiösen als einen Glauben, den man zu glauben hat – vielerorts treffen wir auf die
Haltung der reduktionistischen Essentialisierung einer bestimmten Existenzweise.
Wie kann aber nun auch in den Sozial- und Gesellschaftswissenschaften eine wissenschaftliche Beschreibung möglich werden, welche nicht nur die Kopräsenz unterschiedlicher Existenzweisen anerkennt, sondern darüber hinaus
nach den Arrangements ihrer Kreuzungen und den hieraus
entstehenden ethischen Implikationen fragen lässt? Latour
hat hier einen ebenso ernst zu nehmenden wie diskussionswürdigen Entwurf vorgelegt.
In diesem Seminar werden wir Latours Monografie „Existenzweisen“ studieren sowie an Fallstudien ausprobieren,
was sich hier, nicht zuletzt auch aus einer organisationsethischen Perspektive, lernen lässt.
mittwochs, 15:30 – 17:00 Uhr
Raum siehe UWE
020
PPÖ: GRUNDLAGEN D. WISS. ARBEITENS
UND DER EMP. FORSCHUNG
Prof. Dr. phil. Matthias Kettner + Dipl. Soz. Wiss. Jens
Lanfer + Prof. Dr. Dirk Sauerland + Prof. Dr. Andrea
Calabro
Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens und der
empirischen Forschung (PPÖ als Modul BP-PMe-1602
und BP-WMa-1601, 5 CPs - ggf. auch für B.A. KuRe sofern freie Plätze)
Die Veranstaltung besteht aus zwei Teilen:
Teil 1, Scientific Discourse, fokussiert auf die Fragen „Wie
gehe ich mit disziplinären und interdisziplinären Diskursen
um und profitiere auch von nichtwissenschaftlichen Informationsquellen?“, „Was zeichnet die wissenschaftliche
Verständigungs- und Forschungsform aus?“, „Wie lese ich
wissenschaftliches Material?“. Die Teilnehmerinnen und
Teilnehmer erkennen disziplinäre Denkstile und reflektieren
über Leitunterscheidungen wie Wert/Norm/Tatsache, Sinnerschließung-Beobachtung-Messung, Beweis/Hypothese,
Entdeckungskontext/Rechtfertigungskontext,
mögliche
Welten/wirkliche Welt, Forschungslogik und Forschungsethik, interdisziplinäre und disziplinäre Diskurse. Textverständnis und Argumentationsfähigkeit werden in dialogischen Situationen im Seminar gefordert und gefördert, am
Ende stehen Kleingruppen-Präsentationen.
Teil 2, Academic Writing, fokussiert auf die Fragen „Wie
gehe ich mit wissenschaftlichen Quellen um?“, „Wie produziere ich selber wissenschaftliche Arbeiten?“. Sie erwerben Schreibfähigkeit für Hausarbeiten und Seminararbeiten
und die dafür nötigen Recherche-Fähigkeiten.
mittwochs, 14:15 – 15:45 Uhr
Raum siehe UWE
zusätzlich ein Blockseminartermin bei Prof. Dr. Andrea Calabro
Fr., 20.01., 09:00 – 16:00 Uhr
Sa., 21.01., 09:00 – 13:00 Uhr
Raum 2.273
PPÖ: QUALITATIVE METHODEN
Prof. Dr. biol. hum. Werner Vogd u.a. Dozenten
Einführung in qualitative Methoden (B.A. KuRe Soziologie, 5 CPs + PPÖ-Propädeutikum P1-1, 4 CPs od. als
Modul BP-PMe-1604, 5 CPs)
Die Veranstaltung besteht aus zwei Teilen:
1. Eine Vorlesung (5 Termine und einer abschließenden
Klausur) (siehe ausführlich unten).
2. Ein kleines Lehrforschungsprojekt, an dem vertiefend am
Beispiel von einer spezifischen Methodologie und einem
konkreten Erhebungsverfahren erste Erfahrungen in der
qualitativen Forschungspraxis gewonnen werden. Bei Teil 2
kann unter verschiedenen Optionen gewählt werden (siehe
ausführlich unten).
Prof. Dr. biol. hum. Werner Vogd
Einführung in qualitative Forschungsmethoden Teil 1
[PPÖ als Modul P1-Teil 1] (B.A. KuRe Soziologie – nur im
Zusammenhang mit „Einführung in qualitative Forschungsmethoden Teil 2“, 2 CPs)
Diese Veranstaltung gibt eine erste, grundlegende Einführung in die Methoden der qualitativen Sozialforschung.
Insofern die Teilnahme nicht durch die Studienordnung
verpflichtend ist, können die Veranstaltungen bei Interesse
auch einzeln besucht werden.
1. Sitzung: Unterscheidung von hypothesentestenden und
rekonstruktiven Verfahren (Falsifikationspostulat, Abduktion, Induktion und Deduktion, Unterscheidung zwischen
Metatheorie und Gegenstandstheorie, komparative Analyse etc.)
2. Sitzung: Methoden (Inhaltsanalyse, Grounded Theorie,
Dokumentarische Methode, Diskursanalyse)
3. Sitzung: Erhebungsverfahren (Narratives Interview, Experteninterview, Gruppendiskussion, teilnehmende Beobachtung, Videografie, Bild- und Dokumentenanalyse)
4. Sitzung: Interpretation und Hermeneutik: rekonstruktive
Verfahren
5. Sitzung: Planung und Design einer Studie
6. Sitzung: Klausur
donnerstags, 08:30 – 10:00 Uhr
(03.11., 10.11., 17.11., 24.11., 01.12., 15.12.)
Raum 2.273
Prof. Dr. biol. hum. Werner Vogd, Anne Ostermann, M.A.,
Julian Wolf, M.A.
Einführung in qualitative Forschungsmethoden Teil 2, am
Beispiel der „Gruppendiskussion“ [PPÖ als Modul P1-1
Teil 2] (B.A. KuRe Soziologie – nur im Zusammenhang mit
„Einführung in qualitative Forschungsmethoden Teil 1“,
3 CPs)
Es soll eine kleine ethnografische Studie zu einem selbst
gewählten Thema durchgeführt werden. Ziel des Seminars
ist es, erste Erfahrungen mit der Methode der Gruppendiskussion, einschließlich der Verschriftlichung und Dokumentation zu gewinnen.
Ablauf:
1. Literaturstudium (Texte werden gestellt und sind vor der
ersten Sitzung zu lesen), 2. Einführung in die teilnehmende
Beobachtung, 3. Durchführung eines eigenen, kleinen Forschungsprojekts, 4. Präsentation, Diskussion und Reflexion
der Ergebnisse, 5. Abschließende Dokumentation.
Veranstaltungsverzeichnis
Die volle CP-Anzahl kann nur in Kombination mit der erfolgreichen Teilnahme am ersten Teil der Veranstaltung
erworben werden (siehe vorherige Ankündigung). Die Veranstaltung ist grundsätzlich offen für Interessierte aller Studiengänge.
Donnerstag, 03.11., 18:00 – 21:00 Uhr, Raum 2.303
Freitag, 27.01., 12:30 – 18:00 Uhr, Raum 1.152
PPÖ: POLITISCHE UND SOZIOLOGISCHE
THEORIEN I (PFLICHTBEREICH)
Prof. Dr. Dirk Baecker
Soziologische Theorie (B.A. KuRe Soziologie, 5 CPs +
PPÖ als Modul P4-1/P66-1, 4 CPs od. BP-PPo-1602/BPWPo-1602, 5 CPs)
Das Seminar diskutiert Grundbegriffe der Soziologie von
Handlung, Rolle, Gemeinschaft und Gesellschaft bis zu
Medien, Kommunikation, Feld, System und Netzwerk. Zielsetzung ist überdies ein Verständnis des Beitrags der Soziologie zur Theorie der modernen Gesellschaft und zum
Übergang von der modernen zu einer nächsten, nicht mehr
primär an Problemen des Buchdrucks, sondern des Computers orientierten Gesellschaft.
021
Dr. phil. Jonathan Harth
Habitustransformation und Bildungsprozesse (B.A. KuRe
Soziologie, 5 CPs + PPÖ als Modul P4-1, 4 CPs od. als
Modul BP-PPo-1602, 5 CPs)
Der Habitusbegriff hat innerhalb der Soziologie und vor
allem auch durch praxistheoretisch informierte Sozialforschung eine besondere Karriere hingelegt. Pierre Bourdieu
definiert mit dem Konzept des Habitus ein zugleich strukturiertes wie strukturierendes Prinzip der Verkörperung des
Sozialen. Es stellt sich jedoch die Frage, wie statisch oder
dynamisch das Prinzip konzipiert ist: Inwiefern kann sich der
Habitus eines Menschen im Laufe des Lebens verändern,
entwickeln oder gar gänzlich transformieren?
Im Seminar werden wir nach der Aufarbeitung und Klärung
des Habitusbegriffs nach Bourdieu versuchen, über zwei
Zugänge Antworten auf diese Fragen zu entwickeln: Mit
Hilfe von Winfried Marotzkis wegweisendem „Entwurf einer
strukturalen Bildungstheorie“ finden wir erste Hinweise auf
die Möglichkeit von umfassenden Bildungsprozessen, die
sich als Kontexturtransformation bzw. Habitustransformation deuten lassen. Um die Anschaulichkeit nicht zu verlieren,
werden wir die vorgestellten Theorien zudem mit Ergebnissen aus (eigenen) empirischen Studien (Buddhismus, Virtual
Reality) auf die Möglichkeit einer derartigen „Gegendressur“ des Habitus abtasten.
donnerstags, 10:15 – 11:45 Uhr
Raum 2.272
Literatur:
Sina Farzin und Stefan Jordan (Hrsg.), Lexikon Soziologie und Sozialtheorie: Hundert Grundbegriffe, Stuttgart: Reclam, 2008.
mittwochs, 15:00 – 16:30 Uhr
Raum 1.152
Dr. phil. Jonathan Harth
Ethnografische Erkundungen virtueller Realitäten Teil 2
(B.A. KuRe Soziologie, 5 CPs + PPÖ als Modul P4-1, 4
CPs od. als Modul BP-PPo-1602, 5 CPs)
Die Fortführung des Seminars aus dem vergangenen Semester beschäftigt sich vor allem mit der Diskussion und
Auswertung der erhobenen Daten und Materialien. Hierzu
werden sowohl die Video- und Fotodokumentationen als
auch die Einzel- und Gruppeninterviews einer qualitativen
Analyse unterzogen. Insbesondere die neuartigen und nur
durch VR möglichen Selbst-, Körper- und Welterfahrungen
sollen auf diese Weise in den Blick genommen werden.
Auch wenn sich das Seminar vor allem als Fortführung versteht, ist es prinzipiell offen für Neueinsteiger. Hierfür wird
jedoch ein hohes Maß an Engagement vorausgesetzt, sich
schnell in theoretische und methodische Literatur einzulesen und eigene Fragestellungen wissenschaftlich zu verfolgen.
Blockseminar (2-3 Termine nach Abstimmung)
Dipl. Soz.-Wiss. Jens Lanfer
(Umkämpfte) Grundbegriffe der Politikwissenschaft (B.A.
KuRe Politikwissenschaft, 5 CPs + PPÖ als Modul P4-1/
P4-2, 4 CPs od. als Modul BP-PPo-1602/BP-PPo-1603, 5
CPs)
Die Politikwissenschaft findet ihre wissenschaftliche Identität in verschiedenen Teildisziplinen und deren Konfliktlinien
zur Beschreibung und Erklärung politischer Ordnungen,
Strukturen und Prozesse. Im Seminar werden diese Konfliktlinien anhand zentraler Begriffe wie Macht, Demokratie,
Staat, das Politische, politische Steuerung, Globalisierung/
Internationalisierung, Legitimität, Freiheit etc. thematisiert.
Dadurch bietet das Seminar einerseits eine allgemeine Einführung in die Politikwissenschaft und schafft andererseits
ein grundlegendes und vor allem facettenreiches Verständnis zentraler politikwissenschaftlicher Begriffe, die keinesfalls eindeutig sind oder einheitlich Verwendung finden.
dienstags, 16:00 – 17:30 Uhr (Beginn: 08.11.)
Raum 2.272
022
Prof. Dr. rer. pol. Reinhard Loske
Theorien der Nachhaltigkeit (B.A. KuRe Politikwissenschaft, 5 CPs + PPÖ als Modul P4-1, 4 CPs + PPÖ als
Modul BP-PPo-1602, 5 CPs + M.A. E&O, 5-10 CPs)
Das Konzept der nachhaltigen Entwicklung gilt heute vielen als die entscheidende Zukunftsstrategie. Allerdings
wird der Nachhaltigkeitsbegriff häufig in einer Weise genutzt, die sehr unverbindlich und wenig präzise ist. In dem
Seminar sollen die verschiedenen theoretischen Ansätze
der Nachhaltigkeit dargestellt und auf ihre Eignung geprüft
werden, als politisch und gesellschaftlich taugliche Handlungsoptionen zu dienen. Dabei wird sowohl die Geschichte der Begriffsbildung nachgezeichnet als auch die philosophische, kulturelle, politische und ökonomische Diskussion
reflektiert. Das Seminar soll im Wesentlichen auf der Grundlage der Bücher „Perspektiven nachhaltiger Entwicklung.
Theorien am Scheideweg“, herausgegeben von Judith C.
Enders und Moritz Remig, sowie „Politik der Zukunftsfähigkeit. Konturen einer Nachhaltigkeitswende“ von Reinhard
Loske stattfinden.
donnerstags, 12:00 – 13:30 Uhr
Raum 1.203 (außer am 17.11.> E.109)
Prof. Dr. biol. hum. Werner Vogd
Bruno Latours „Existenzweisen“ als zeitgemäße Sozialund Gesellschaftstheorie (B.A. KuRe Soziologie, 5 CPs
+ PPÖ als Modul P4-1/P4-2/P97-3, 4 CPs od. als Modul
BP-PPo-1602/BP-PPo-1603/BP-WPo-1606, 5 CPs)
Fundamentalismen – Bruno Latour spricht hier vom epistemischen Trugschluss des von ihm so benannten „Doppelklicks“ – haben viele Gestalten. Sei es der Ökonomismus,
der Szientifizismus, der Objektivismus, die Evidenzbasierung oder das Missverstehen des Religiösen als einen Glauben, den man zu glauben hat – vielerorts treffen wir auf die
Haltung der reduktionistischen Essentialisierung einer bestimmten Existenzweise.
Wie kann aber nun auch in den Sozial- und Gesellschaftswissenschaften eine wissenschaftliche Beschreibung möglich werden, welche nicht nur die Kopräsenz unterschiedlicher Existenzweisen anerkennt, sondern darüber hinaus
nach den Arrangements ihrer Kreuzungen und den hieraus
entstehenden ethischen Implikationen fragen lässt? Latour
hat hier einen ebenso ernst zu nehmenden wie diskussionswürdigen Entwurf vorgelegt.
In diesem Seminar werden wir Latours Monografie „Existenzweisen“ studieren sowie an Fallstudien ausprobieren,
was sich hier, nicht zuletzt auch aus einer organisationsethischen Perspektive, lernen lässt.
mittwochs, 15:30 – 17:00 Uhr
Raum siehe UWE
PPÖ-W: AKTUELLE FRAGEN DER GEGENWARTSPHILOSOPHIE
Prof. Dr. Gabriele Gramelsberger
Medienphilosophie (fortgeschr. B.A. KuRe Philosophie,
5 CPs + PPÖ als Modul P3/P90/P91/P97-5/6, 4 CPs od.
als Modul BP-PPh-1601/BP-WPh-1601/BP-WPo-1607/BPWPh-1607, 5 CPs)*
Was sind Medien? Diese Frage ist kaum zu beantworten und
bereits 1978 in Requiem für die Medien erteilt Jean Baudrillard der Frage danach eine Absage. Nichtsdestotrotz sind
wir mehr denn je von Medien umgeben, insbesondere erleben wir aktuell die umfassende Medialisierung von Technik durch die zunehmende Verschränkung von technischen
Objekten mit Algorithmen sowie durch deren Vernetzung.
Internet der Dinge, Industrie 4.0, „smart objects“, „mobile
technologies“, „affective computing“ sind Beispiele für die
Tendenz der Medialisierung von Technik. Das sorgt für den
Anlass, verschiedene Argumente respektive Philosophien
zu Medien neu zu diskutieren. Unter diesen Argumenten
lassen sich u.a. technikphilosophisch das Projektionsargument, medienphilosophisch das Zeitargument und medientechnisch das Supermediumargument anführen. Eine
Auswahl an klassischen Texten führt in diese Argumente
ein, die es anhand von Fallbeispielen zu hinterfragen gilt.
Teilnehmerbegrenzung: 20
*Teilnahme von Studierenden aus anderen Studiengängen
auf Anfrage bei G. Gramelsberger
mittwochs, 14:15 – 15:45 Uhr (außer am 02.11, 14.12.)
Raum siehe UWE
Nachholtermin:
Dienstag, 08.11.2016, 15:00 – 18:00 Uhr, Exkursion Hardware Medienkunstverein
PPÖ-W: POLITISCHE UND SOZIOLOGISCHE
THEORIEN II (WAHLBEREICH)
Prof. Dr. Dirk Baecker
Soziologische Theorie (B.A. KuRe Soziologie, 5 CPs +
PPÖ als Modul P4-1/P66-1, 4 CPs od. als Modul BPPPo-1602/BP-WPo-1602, 5 CPs)
Das Seminar diskutiert Grundbegriffe der Soziologie von
Handlung, Rolle, Gemeinschaft und Gesellschaft bis zu
Medien, Kommunikation, Feld, System und Netzwerk. Zielsetzung ist überdies ein Verständnis des Beitrags der Soziologie zur Theorie der modernen Gesellschaft und zum
Übergang von der modernen zu einer nächsten, nicht mehr
primär an Problemen des Buchdrucks, sondern des Computers orientierten Gesellschaft.
Veranstaltungsverzeichnis
Literatur:
Sina Farzin und Stefan Jordan (Hrsg.), Lexikon Soziologie und Sozialtheorie: Hundert Grundbegriffe, Stuttgart: Reclam, 2008.
mittwochs, 15:00 – 16:30 Uhr
Raum 1.152
PPÖ: FOKUSMODUL
Apl.-Prof. Dr. phil. Alfred Hirsch, Dipl. Soz.-Wiss. Jens
Lanfer, Univ.-Prof. Dr. Dirk Sauerland
PPÖ-Fokusmodul P9: Fußball: mehr als ein Spiel?! (PPÖ
als Fokusmodul, 12 CPs
Im Fokusmodul, dem Theorielabor des PPÖ-Studiengangs,
soll anhand einer gesellschaftlich relevanten Problemstellung eine vergleichende Reflexion politischer, wirtschaftlicher und wissenschaftlicher Denkweisen und Paradigmen
stattfinden. Mit Dialogformen kann experimentiert, und
unterschiedliche Disziplinperspektiven können in eine produktive Beziehung zueinander gebracht werden. Als neue
inter- und transdisziplinäre Herausforderung werden wir
uns dem Thema „Fußball: mehr als ein Spiel?!“ zuwenden.
Dabei werden zunächst die grundlegenden Perspektiven
der Fachdisziplinen (Philosophie, Politikwissenschaft, Ökonomie) auf ‚Sport‘ und insbesondere ‚Fußball‘ geklärt, um
Berührungspunkte und Synergien ausfindig machen zu können. Das Seminar bezieht sich zwar auf das Rahmenthema
‚Fußball‘, aber es ist notwendig, dass hierzu eigenständige
Projekte gestaltet und entwickelt werden, die zu konkreteren Themenstellungen führen. Dabei wird ein bewusst offen
gehaltenes Format gewählt, bei dem die SeminarteilnehmerInnen ihr jeweiliges Bezugsthema frei wählen und durch
ein angeleitetes Selbststudium ausarbeiten können.
Für den ersten Seminartermin am 28.10.2016 soll die zur
Verfügung gestellte Seminarliteratur gelesen werden. Insbesondere für den Literaturzugang und für Informationen
über den Zeitplan des Seminars beachten Sie bitte die
E-Mail „Fokusmodul WS 2016/17“, die am 11.08.2016 an
sämtliche PPÖ-Studierende verschickt wurde.
Teilnehmerbegrenzung: 30 Personen
Freitag, 28.10., 12:00 – 17:30 Uhr, Raum 1.156
mittwochs, 16:30 – 20:00 Uhr (23.11. ,14.12., 11.01., 25.01.)
Raum siehe UWE
Mittwoch, 08.02., 12:00 – 17:30 Uhr, Raum E.110
PPÖ-W: POLITISCHE PHILOSOPHIE
(B.A. KuRe Philosophie, 5 CPs + PPÖ als Modul P3-1/P19,
4 CPs od. als Modul BP-PPh-1601/BP-WIV-1601, 5 CPs)
Zweifelsfrei ist Hannah Arendt die wirkungsmächtigste
deutschsprachige Philosophin des 20. Jahrhunderts. Ihr
Werk ‚Vita activa‘, das erstmals 1958 in englischer Sprache
(1960 auf Deutsch) erschien, muss als zentraler Angelpunkt
ihres Denkens betrachtet werden.
Anders als Martin Heidegger legt Arendt den Schwerpunkt
menschlicher Existenz nicht auf den Tod als Endpunkt sondern auf die Geburt. Mit der Geburt wird die Fähigkeit des
Menschen begründet, einen Anfang machen zu können.
Mit dem ‚Beginnenkönnen‘ verknüpft sich die Aufgabe, in
Verbindung mit anderen Menschen ‚Welt‘ zu schaffen und
zu gestalten. Die diesem zugrundeliegenden Kategorien menschlichen Lebens sind ‚Arbeiten‘, ‚Herstellen‘ und
‚Handeln‘.
Ausgehend von der griechischen Antike findet das ‚Arbeiten‘ im privaten Raum des Haushalts statt, während der entscheidende Ort des ‚Handelns‘ die ‚Agora‘, der öffentliche
Raum ist. Dieser Ort eröffnet zugleich die Grundlage politischer Kommunikation und Gestaltung.
Literatur:
Hannah Arendt, Vita activa oder Vom tätigen Leben, München, Pieper
1992.
mittwochs, 12:00 – 13:30 Uhr
Raum siehe UWE
Apl.-Prof. Dr. phil. Alfred Hirsch
Sozialanthropologie der Gewalt (B.A. KuRe Philosophie,
5 CPs + PPÖ als Modul P3-1/P19, 4 CPs od. als Modul
BP-PPh-1601/BP-WIV-1601, 5 CPs)
Es scheint, als stelle sich die Frage nach dem, was Gewalt
sei, in jedem Jahrzehnt neu und auf unterschiedliche Weise. Die Erscheinungsformen der Gewalt wechseln, verändern sich und ähneln einander doch. Konstante aller bisher
bekannten Formen von Gewalt ist dabei, dass diese stets
zwischen Menschen, d.h. von Menschen gegen Menschen,
ausgeübt wird. Gewalt ist mithin eine auf menschliches
Wollen und Tun beschränkte Interaktion, die uns sehr viel
über Menschen und ihr Handeln verrät. Dabei gilt es, unterschiedliche graduelle Abstufungen von Gewalt in Betracht
zu ziehen. Vom verletzenden Wort bis zum Amoklauf haben
wir es mit verschiedenen Formen von Gewaltsamkeit zu
tun, wenngleich ihnen auch gewisse Strukturen und Bezüge
gemeinsam sind. So sind die vollzogene Verletzung oder
die sich ereignende Beziehung als Beziehung zwischen Täter und Opfer zentrale Merkmale von Gewaltbeziehungen.
Literatur:
u.a. Wolfgang Sofsky, Berhard Waldenfels, Heinrich Popitz, Hannah
Arendt, Emmanuel Levinas, Pascal Delhom u.a.
Apl.-Prof. Dr. phil. Alfred Hirsch
Hannah Arendt: „Vita activa oder Vom tätigen Leben“
023
(Die Literatur wird zu Beginn des Semesters zur Verfügung gestellt.)
024
mittwochs, 15:00 – 16:30 Uhr
Raum siehe UWE
PPÖ-W: INTERNATIONALE POLITIK II
(WAHLBEREICH)
Prof. Dr. phil. Georg Simonis
Die Zivilgesellschaft als Akteur globaler Klimagovernance
(Stufu, 2-4 CPs + B.A. KuRe Politikwissenschaft, 5 CPs
+ PPÖ als Modul P4-4/P67-2, 4 CPs od. als Modul BPPPo-1603 und BP-WPo-1601, 5 CPs)
Wir wollen untersuchen, welche Bedeutung die internationale Zivilgesellschaft für die Entstehung, die institutionelle
Entwicklung und für die Umsetzung des UN-Klimaregimes
besitzt. Zur Ermittlung der Funktionen und Leistungen der
Zivilgesellschaft werden im Seminar zunächst theoretische
Konzeptionen zur Definition und empirischen Vermessung
der Zivilgesellschaft erörtert. Im Verlauf des Seminars sollen
dann wichtige Akteure der internationalen Zivilgesellschaft
und vor allem die Netzwerke zwischen den Akteuren analysiert werden, um eine genauere Vorstellung des Konzepts
des transnationalen Regierens zu gewinnen. Ferner wird
behandelt, durch welche Aktivitäten (z.B. Submissions für
die Ausgestaltung des Verhandlungstextes, Workshops,
Demonstrationen) die Zivilgesellschaft ihre Ziele verfolgt
und in welcher Weise sie sich an der Umsetzung des Klimaregimes (z.B. in den USA und in Deutschland) beteiligt.
Literatur:
Dietz, M. Und H. Garrelts (Hrsg.) (2013), Die internationale Klimabewegung. Ein Handbuch. Wiesbaden: Springer VS; Desse, F. (2012), The Role
and Structure of Civil Society Organizations in National and Global Governance. Evolution and outlook between now and 2030. Projekt AUGUR.
Challenges for Europe in the world in 2030 (EU-Forschungsprojekt SSHCT-2009-244565, http://www.augurproject.eu/IMG/pdf/cso_note_provisional_draft5_june_2012.pdf).
donnerstags, 10:15 – 11:45 Uhr
Raum 1.181 (außer am 17.11., 24.11. >E.110)
Prof. Dr. phil. Georg Simonis
Die außenpolitische Bilanz von US-Präsident Barack
Obama (Stufu, 2-4 CPs + B.A. KuRe Politikwissenschaft,
5 CPs + PPÖ als Modul P4-4/P67-2, 4 CPs od. als Modul
BP-PPo-1603 und BP-WPo-1601, 5 CPs)
In dem Seminar wird danach gefragt, wie die von US-Präsident Barack Obama betriebene Außen- und Sicherheitspolitik beurteilt werden kann. Damit uns diese Aufgabe
auch nur annäherungsweise gelingt, müssen wir in einem
ersten Untersuchungsschritt, nach einem dafür geeigneten
Beurteilungsmaßstab Ausschau halten. Danach wollen wir
uns einzelne Entscheidungen (u.a. Abschluss des Nuklearvertrags mit Iran, Wiederaufnahme der diplomatischen
Beziehungen mit Kuba, Chemiewaffenabzug aus Syrien,
Scheitern des Nahost-Friedensprozesses, Beibehaltung
des Gefangenenlagers in Guantanamo, Verlagerung des
Schwerpunktes amerikanischer Außenpolitik nach Asien)
anschauen, um sie in den zuvor gewonnenen Bewertungsrahmen einzuordnen.
Nützlich für die Vorbereitung auf den Kurs ist der von Winand Gellner und Patrick Horst herausgegebene Band „Die
USA am Ende der Präsidentschaft Obamas. Eine erste Bilanz“, Heidelberg: Springer 2016.
donnerstags, 17:30 – 19:00 Uhr
Raum 1.181
PPÖ-W: INSTITUTIONEN UND ORGANISATIONEN / POLITIKFELDANALYSE II (WAHLBEREICH)
Prof. Dr. rer. pol. Reinhard Loske
„Politik machen II“: Politik machen in und mit Nichtregierungsorganisationen: Wie geht das? (B.A. KuRe Politikwissenschaft, 5 CPs + PPÖ als Modul P4-2 und P4-3, 4
CPs od. als Modul BP-PPo-1603, 5 CPs + PPÖ als Modul
P66 und P67, 4 CPs od. als Modul BP-WPo-1603, 5 CPs +
M.A. E&O, 5-10 CPs)
Heute ist viel von „Politikverdrossenheit“ die Rede. Zurückgehende Wahlbeteiligungen und Mitgliederzahlen in Parteien werden als grassierendes Desinteresse an Parlamentarismus, Demokratie und Politik insgesamt wahrgenommen.
Wer und was ist schuld an dieser Depolitisierung unserer
Gesellschaft? Und trifft die Behauptung, zurückgehende
Wahlbeteiligung sei mit politischem Desinteresse und Politikverdrossenheit gleichzusetzen, überhaupt zu? Spricht
nicht das zunehmende, oft sehr intensive, wenn auch zeitlich meist befristete Engagement vieler Menschen in den
sogenannten Nicht-Regierungs-Organisationen eine ganz
andere Sprache? Haben wir es möglicherweise gar nicht
mit Politikverdrossenheit, sondern mit einem erfahrungsgesättigten Einstellungswandel zu tun, der zwar Parteien,
Parlamenten und Regierungen zunehmend skeptisch sieht,
aber dennoch großes Interesse an der zivilgesellschaftlichen Gestaltung von politischen Aufgaben hat und dafür
andere Ausdrucksformen sucht?
In diesem Seminar sollen die Formen politischen Engagements innerhalb und außerhalb des etablierten politischen
Systems theoretisch, aber auch anschaulich und praktisch
diskutiert werden. Das Seminar schließt an das Seminar
„Politik machen I: Politik machen in Parteien: Wie geht
das?“ aus dem Sommersemester 2016 an. Zwar ist der
Besuch von „Politik machen I“ keine zwingende Voraussetzung für die Teilnahme an „Politik machen II“, aber er
erleichtert den Zugang zur Fragestellung.
donnerstags, 14:00 – 15:30 Uhr
Raum 1.181
Veranstaltungsverzeichnis
PPÖ-W: ANGEWANDTE ETHIK
Sonja Knobbe
Was heißt Rationalität? Klassische und aktuelle Positionen in Philosophie und Ökonomik (B.A. KuRe Philosophie, 5 CPs + PPÖ als Modul P3-1, 4 CPs od. als Modul
BP-PPh-1602 + BP-WPh-1601, 5 CPs)
Vernunft, Logos, Rationalität – diese Begriffe stehen seit
langem im Zentrum der Philosophie. Aber sie werden in
verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen und Traditionen sehr verschieden ausgelegt.
Im Seminar werden wir die wichtigsten Konzeptionen
kennenlernen und auf ihre Geltungsansprüche hin untersuchen: Die Zweck-Mittelrationalität und Wertrationalität in der Theorie des sozialen Handelns bei Max Weber;
die instrumentelle Rationalität, die in der Kritik besonders
der ersten Generation der Frankfurter Schule (Horkheimer,
Adorno) stand. Und nicht zuletzt die Nutzenmaximierungsrationalität des Homo oeconomicus Modells der Rational
Choice Theory, die Anwendung findet in der modernen
Ökonomik und anderen Sozialwissenschaften.
mittwochs, 12:15 – 13:45 Uhr
Raum 1.203 (außer am 09.11. >2.273)
Nora Scheel
Freiheit, Wirtschaft und Kultur: Der Liberalismus von F.
A. Hayek (B.A. KuRe Philosophie, 5 CPs + PPÖ als Modul
P3 od. P61/62/63, 4 CPs od. als Modul BP-PPh-1603 +
BP-WPh 1603, 5 CPs)
Friedrich August von Hayek beschreibt in seinem bis heute
einflussreichen und für den Liberalismus des 20. Jahrhunderts wegweisenden Werk „Der Weg zur Knechtschaft“
(The Road to Serfdom) die Gefahr, die der Kollektivismus
für die freie Gesellschaft bedeute. Seine Analyse orientiert
sich an Gegensätzen wie Marktwirtschaft und Planwirtschaft, Demokratie und Totalitarismus sowie Freiheit und
Sicherheit. Hayek betont dabei die Wichtigkeit der individuellen ökonomischen Freiheit für Wirtschaftsprozesse und
politische Freiheit.
Die Lektüre seiner Schriften zu Freiheit und Kollektivismus,
ergänzt um Texte von John Stuart Mill und Milton Friedman, geben einen aufschlussreichen Einblick in liberales
Denken in politischer und ökonomischer Hinsicht.
mittwochs, 14:00 – 17:00 Uhr (26.10., 09.11., 23.11., 07.12.,
11.01., 25.01., 08.02.)
Raum 1.153
025
PPÖ-W: POLITISCHE UND GESELLSCHAFTLICHE TRANSFORMATION
Prof. Dr. phil. Martin Woesler
Massenkommunikation im Zeitalter neuer Medien in
Überwachungsstaaten am Beispiel Chinas (B.A. KuRe
Politikwissenschaft, 5 CPs + PPÖ als Modul BP-PPh-1603
und BP-WPo-1605 und BP-WFW-1601, 5 CPs)
Massenkommunikation entstand nicht erst mit den sozialen
Medien, sie ist schon seit Beginn von schriftlicher Überlieferung, etwa in Feldherren-Reden und dem Volk verlesenen
Edikten von Herrschern überliefert. In der Zeit des Dritten
Reiches haben wir leidvolle Erfahrungen mit den Manipulations-Möglichkeiten von Massenmedien machen können.
In heutigen (semi-)autoritären Regimen wie in der Türkei
und in autoritären wie in China sind die Mittel der Regierung zur Gleichschaltung und Kontrolle der Massenmedien ebenfalls sehr stark und werden restriktiv durchgesetzt.
Während das Internet scheinbar Anonymität garantiert und
pseudodemokratisch erscheint, da die ‚Masse‘ mit Meinungsführern (und Diktatoren) kommunizieren können,
sieht die Praxis in Überwachungsstaaten ernüchternd aus:
Das Netz bietet nicht nur viele Möglichkeiten der Kommunikation und des Meinungsaustausches, sondern auch
der Kontrolle, Zensur, Diffamierung (fake news, shitstorms,
‚gekaufte Follower‘ etc.), Werbung, Ausbeutung (crowdworking) und Restriktion. Moderne Propaganda wird über
Soziale Medien verbreitet (Verteidigung der Exil-Russen
durch ‚grüne Männchen‘, Werbefilme für den 13. Fünf-Jahres-Plan in China). Selbst Erdogan ruft über FaceTime zum
Niederschlagen des Militär-Putsches auf. Die Seminar-Teilnehmer untersuchen „hybride Kriege“, von Diktatoren wie
Dissidenten beanspruchte Begriffe wie „Verteidigung der
Demokratie“ etc. Der Schwerpunkt liegt auf China, weil der
Staat hier extrem viel Personal und Mittel in Internet-Polizei
und bezahlte Schreiber (z.B. im englischen Wikipedia) in die
Manipulation der Massenkommunikation, in Überwachung
und Verfolgung von Dissidenten steckt. Die Teilnehmer lernen zu erkennen, wie selbst deutsche Medien aus Russland
und China beeinflusst werden und wie chinesische Dissidenten selbst in Deutschland verfolgt werden.
freitags, 08:30 – 10:00 Uhr
Raum 2.272 (außer am 02.12. >1.152)
PPÖ-W: AKTUELLE FRAGEN DER POLITIK
Prof. Dr. biol. hum. Werner Vogd
Bruno Latours „Existenzweisen“ als zeitgemäße Sozialund Gesellschaftstheorie (B.A. KuRe Soziologie, 5 CPs
+ PPÖ als Modul P4-1/P4-2/P97-3, 4 CPs od. als Modul
BP-PPo1602/BP-PPo-1603/BP-WPo-1606, 5 CPs)
Fundamentalismen – Bruno Latour spricht hier vom epistemischen Trugschluss des von ihm so benannten „Doppel-
026
klicks“ – haben viele Gestalten. Sei es der Ökonomismus,
der Szientifizismus, der Objektivismus, die Evidenzbasierung oder das Missverstehen des Religiösen als einen Glauben, den man zu glauben hat – vielerorts treffen wir auf die
Haltung der reduktionistischen Essentialisierung einer bestimmten Existenzweise.
Wie kann aber nun auch in den Sozial- und Gesellschaftswissenschaften eine wissenschaftliche Beschreibung möglich werden, welche nicht nur die Kopräsenz unterschiedlicher Existenzweisen anerkennt, sondern darüber hinaus
nach den Arrangements ihrer Kreuzungen und den hieraus
entstehenden ethischen Implikationen fragen lässt? Latour
hat hier einen ebenso ernst zu nehmenden wie diskussionswürdigen Entwurf vorgelegt.
In diesem Seminar werden wir Latours Monografie „Existenzweisen“ studieren sowie an Fallstudien ausprobieren,
was sich hier, nicht zuletzt auch aus einer organisationsethischen Perspektive, lernen lässt.
mittwochs, 15:30 – 17:00 Uhr
Raum siehe UWE
Prof. Dr. phil. Martin Woesler
Massenkommunikation im Zeitalter neuer Medien in
Überwachungsstaaten am Beispiel Chinas (B.A. KuRe
Politikwissenschaft, 5 CPs + PPÖ als Modul BP-PPh-1603
und BP-WPo-1605 und BP-WFW-1601, 5 CPs)
Massenkommunikation entstand nicht erst mit den sozialen
Medien, sie ist schon seit Beginn von schriftlicher Überlieferung, etwa in Feldherren-Reden und dem Volk verlesenen Edikten von Herrschern überliefert. In der Zeit des
Dritten Reiches haben wir leidvolle Erfahrungen mit den
Manipulations-Möglichkeiten von Massenmedien machen
können. In heutigen (semi-)autoritären Regimen wie in der
Türkei und in autoritären wie in China sind die Mittel der
Regierung zur Gleichschaltung und Kontrolle der Massenmedien ebenfalls sehr stark und werden restriktiv durchgesetzt. Während das Internet scheinbar Anonymität garantiert und pseudodemokratisch erscheint, da die ‚Masse‘ mit
Meinungsführern (und Diktatoren) kommunizieren können,
sieht die Praxis in Überwachungsstaaten ernüchternd aus:
Das Netz bietet nicht nur viele Möglichkeiten der Kommunikation und des Meinungsaustausches, sondern auch
der Kontrolle, Zensur, Diffamierung (fake news, shitstorms,
‚gekaufte Follower‘ etc.), Werbung, Ausbeutung (crowdworking) und Restriktion. Moderne Propaganda wird über
Soziale Medien verbreitet (Verteidigung der Exil-Russen
durch ‚grüne Männchen‘, Werbefilme für den 13. Fünf-Jahres-Plan in China). Selbst Erdogan ruft über FaceTime zum
Niederschlagen des Militär-Putsches auf. Die Seminar-Teilnehmer untersuchen „hybride Kriege“, von Diktatoren wie
Dissidenten beanspruchte Begriffe wie „Verteidigung der
Demokratie“ etc. Der Schwerpunkt liegt auf China, weil der
Staat hier extrem viel Personal und Mittel in Internet-Polizei
und bezahlte Schreiber (z.B. im englischen Wikipedia) in die
Manipulation der Massenkommunikation, in Überwachung
und Verfolgung von Dissidenten steckt. Die Teilnehmer ler-
nen zu erkennen, wie selbst deutsche Medien aus Russland
und China beeinflusst werden und wie chinesische Dissidenten selbst in Deutschland verfolgt werden.
freitags, 08:30 – 10:00 Uhr
Raum 2.272 (außer am 02.12. >1.152)
PPÖ-W:
MANAGEMENT VON ORGANISATIONEN
Prof. Dr. phil. Matthias Kettner + Dipl. Soz. Wiss. Jens
Lanfer + Prof. Dr. Dirk Sauerland + Prof. Dr. Andrea
Calabro
Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens und der
empirischen Forschung (PPÖ als Modul BP-PMe-1602
und BP-WMa-1601, 5 CPs - ggf. auch für B.A. KuRe sofern freie Plätze)
Die Veranstaltung besteht aus zwei Teilen:
Teil 1, Scientific Discourse, fokussiert auf die Fragen „Wie
gehe ich mit disziplinären und interdisziplinären Diskursen
um und profitiere auch von nichtwissenschaftlichen Informationsquellen?“, „Was zeichnet die wissenschaftliche
Verständigungs- und Forschungsform aus?“, „Wie lese ich
wissenschaftliches Material?“. Die Teilnehmerinnen und
Teilnehmer erkennen disziplinäre Denkstile und reflektieren
über Leitunterscheidungen wie Wert/Norm/Tatsache, Sinnerschließung-Beobachtung-Messung, Beweis/Hypothese,
Entdeckungskontext/Rechtfertigungskontext,
mögliche
Welten/wirkliche Welt, Forschungslogik und Forschungsethik, interdisziplinäre und disziplinäre Diskurse. Textverständnis und Argumentationsfähigkeit werden in dialogischen Situationen im Seminar gefordert und gefördert, am
Ende stehen Kleingruppen-Präsentationen.
Teil 2, Academic Writing, fokussiert auf die Fragen „Wie
gehe ich mit wissenschaftlichen Quellen um?“, „Wie produziere ich selber wissenschaftliche Arbeiten?“. Sie erwerben Schreibfähigkeit für Hausarbeiten und Seminararbeiten
und die dafür nötigen Recherche-Fähigkeiten.
mittwochs, 14:15 – 15:45 Uhr
Raum siehe UWE
zusätzlich ein Blockseminartermin bei Prof. Dr. Andrea
Calabro
Fr., 20.01., 09:00 – 16:00 Uhr
Sa., 21.01., 09:00 – 13:00 Uhr
Raum 2.273
Veranstaltungsverzeichnis
027
LEHRVERANSTALTUNGEN IM BEREICH M.A. PHILOSOPHIE
UND KULTURREFLEXION
M.A./K: PHILOSOPHIE
Prof. Dr. Gabriele Gramelsberger
Historische Epistemologie (M.A. KuRe Philosophie, 6 CPs
+ M.A. DC als Modul A2, 5 CPs)
Das Nachdenken darüber, was wir wissen können, und vor
allem darüber, wie neues Wissen entsteht, ist Thema der
Epistemologie. Insofern diese die historischen Bedingungen und Mittel der Wissensgenerierung reflektiert, ist sie als
historische Epistemologie zu verstehen. Die Wissenschaft
als Ort der Generierung neuen Wissens mithilfe zunehmend komplexerer Mittel rückt dabei in den Mittelpunkt
der philosophischen Untersuchung. Der These Hans-Jörg
Rheinbergers folgend, dass die Historisierung der Epistemologie im 20. Jahrhundert dazu geführt hat, Wissenschaft
als Prozess und in ihrer Vielfalt zu untersuchen, wird diese
neue Sicht auf die Wissenschaft im Seminar näher betrachtet. Dazu werden Texten von Gaston Bachelard, Ludwik
Fleck, Edmund Husserl, Martin Heidegger, Michel Foucault,
Jacques Derrida, Ian Hacking und Bruno Latour analysiert.
Literatur:
Basislektüre: Hans-Jörg Rheinberger: Historische Epistemologie zur
Einführung, Junius: Hamburg 2007.
Teilnehmerbegrenzung: 5
Vorbesprechung am 07.12. von 16:00 – 18:00 Uhr,
Raum 2.272
Do., 16.02,. 10:00 – 18:00 Uhr
Fr., 17.02., 10:00 – 18:00 Uhr
Blockseminar an der TU Darmstadt
Prof. Dr. phil. Martin W. Schnell
Carl Schmitts Politische Philosophie (B.A. KuRe Philosophie, 5 CPs + M.A. KuRe Philosophie, 6 CPs, M.A. DC als
Modul A1/A2, 5-10 CPs)
„Nicht die Wahrheit, sondern die Autorität macht das Gesetz.“ Mit diesem Satz beruft sich Carl Schmitt (1888-1985)
auf Thomas Hobbes. Er meint damit, dass Gesetze, Regeln
und Normen nicht aufgrund ihrer Wahrheit gelten, sondern
kraft der Anerkennung der rechtsetzenden Instanz. Im Mittelpunkt des Werkes von Schmitt steht daher die Herausarbeitung des Verständnisses von Autorität, Souveränität und
Entscheidung. Auf diese Weise will Schmitt das Wesen des
Politischen fassen, ohne es auf Moral oder Recht zu reduzieren.
Schmitt ist lebenslang ein äußerst einflussreicher und auch
umstrittener Staatsrechtler gewesen, zumal er 1934 zum
Kampf gegen den sog. jüdischen Geist in der deutschen
Rechtswissenschaft aufgerufen hat. Um Anschlüsse an die
Gegenwart zu ermöglichen, werden wir zu ausgewählten
Themen Kommentare modernen Autoren einblenden (Helmuth Plessner, Norbert Elias, Niklas Luhmann, Hermann
Lübbe, Jacques Derrida, Pierre Bourdieu, Martin Walzer,
Claude Lefort, Chantal Mouffe, Herfried Münkler).
Das Seminar eignet sich für alle Studierende, die an einer
systematischen Einführung in die politische Philosophie
interessiert sind. Veranstaltungen dieser Art sollen in den
nächsten Semestern in loser Folge fortgesetzt werden.
dienstags, 13:00 – 14:30 Uhr
Raum siehe UWE
M.A./K: SOZIOLOGIE
Prof. Dr. Dirk Baecker
Kulturtheorie (M.A. KuRe, 6 CPs + M.A. DC als Modul
A1/A2, 5-10 CPs+ M.A. E&O, 5-10 CPs)
Im notorisch diffusen Kulturbegriff steckt ein harter operativer Kern. Seit Bronislaw Malinowski kann man sagen, dass
eine „Kultur“ komplexe Lagen von Körper, Bewusstsein,
Gesellschaft, Technik und Umwelt in einem grundsätzlich
streitbaren und konfliktreichen Gleichgewicht hält. Das gilt
auch und gerade dann, wenn man den funktionalen Begriff
der Kultur, den Malinowski vorgeschlagen hat, über ein biologisches Verständnis hinaus verallgemeinert.
Das Seminar diskutiert Motive für den Erfolg des Kulturbegriffs in den Kulturwissenschaften der 1920er Jahre, in den
Cultural Studies seit den 1980er Jahren und in aktuellen
Beiträgen zu einem postkolonialen Verständnis der Weltkultur inklusive vorherrschender Konfliktlinien zwischen liberalen und identitären Bewegungen.
Literatur:
Bronislaw Malinowski, Eine wissenschaftliche Theorie der Kultur und
andere Aufsätze, dt. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2005.
donnerstags, 15:45 – 17:15 Uhr
Raum 2.288
Prof. Dr. biol. hum. Werner Vogd
Organisation und Moral (M.A. KuRe Soziologie, 6 CPs +
M.A. E&O als Modul B1, 5 CPs + M.A. DC als Modul A1/
A2, 5 CPs)
028
Unter den gegenwärtigen Bedingungen in Organisationen
zu arbeiten, heißt vor allem, sich den multiplen, überfordernden und oftmals untereinander inkommensurablen
Ansprüchen einer funktional differenzierten Gesellschaft
stellen zu müssen. Dies ist in der Praxis jedoch nur möglich, wenn es Organisationen gelingt, die von Wirtschaft,
Recht, Politik und Wissenschaft an sie gestellten Ansprüche
sowohl zu affirmieren als auch auf Distanz zu halten. Hiermit ergibt sich ein Einfallstor für Moral, denn in Hinblick auf
die Frage des Arrangements, mit dem Organisationen ihre
ethischen Dilemmata bearbeiten, stellt sich immer auch die
Frage, wie dieses geschieht, also ob sie das gut machen.
Literatur:
Management und Organisation beleuchten.
Die Studierenden werden theoretische Aspekte durch Impulsreferate für die Seminargespräche verfügbar machen
und außerdem jeweils einen Essay verfassen.
Praktische Übungen und kleine Demonstrationen sollen
theoretische Inhalte erlebbar machen und zur Selbstreflexion anregen.
Gäste: Es ist geplant, einen Klienten und einen Berater mit
spezifischer Expertise (z.B. Aufstellungsarbeit, hypnosystemisches Coaching oder Körperarbeit) in das Seminar einzuladen.
Ortmann, G. (2010), Organisation und Moral, Weilerswist.
mittwochs, 13:30 – 15:00 Uhr
Raum siehe UWE
Prof. Dr. biol. hum. Werner Vogd
Forschungswerkstatt – Rekonstruktive Sozialforschung
(fortgeschrittene B.A. KuRe , 5 CPs + M.A. KuRe, 6 CPs
+ M.A. E&O als Modul C oder F, 5 CPs + M.A. DC als
Modul A1/A2, 5 CPs + fortgeschrittene PPÖ als Modul
P94/P95, 4 CPs)
Im Sinne der Unterscheidung zwischen Methodologie und
Methoden geht es in dieser Schulung weniger um die
kochbuchartige Vermittlung möglicher Erhebungs- oder
Auswertungsverfahren, sondern um die Fähigkeit, in reflektierter Weise eine qualitativ angelegte Studie zu konzipieren. Insbesondere Projekte der qualitativen Organisations-,
Kultur- und Religionsforschung sind derzeit vertreten.
Unabhängig davon: Die Forschungswerkstatt ist offen für
all jene, die ein qualitatives Forschungsprojekt durchführen
oder planen. Um eine vertrauensvolle Arbeitsatmosphäre
aufzubauen, wird eine regelmäßige Teilnahme erwartet.
freitags,09:00 – 12:00 Uhr, 14-tägig (21.10., 11.11., 09.12.,
13.01., 27.01., 10.02.)
Raum siehe UWE
Prof. Dr. biol. hum. Werner Vogd, Dr. Michael Rautenberg
Coaching und Dialog, systemtheoretisch reflektiert (M.A.
KuRe, 6 CPs + M.A. E&O, 5-10 CPs + M.A. DC als Modul
A1/A2, 5-10 CPs)*
Executive-Coaching ist inzwischen auch in Deutschland ein
weit verbreitetes Instrument der Führungskräfteentwicklung. Im Seminar wollen wir uns grundlegenden Aspekten
dieser Methode in Theorie und Praxis widmen und sie mit
der Kommunikationsform des Dialoges vergleichend reflektieren. Der Dialog wird seit Peter Senges „Fifth Discipline“
als Instrument des Managements und der Organisationsentwicklung gepriesen. Beide naturgemäß personenorientierte Verfahren, Coaching und Dialog, wollen wir vor dem
Hintergrund eines systemtheoretischen Verständnisses von
Teilnehmerbegrenzung: 15 (bitte neben der Anmeldung
per UWE ein kleines Motivationsschreiben per E-Mail an:
[email protected])
*Teilnahme von Studierenden aus anderen Studiengängen
auf Anfrage bei W. Vogd
freitags,09:30 – 12:30 Uhr (28.10., 04.11., 18.11., 25.11.,
02.12., 16.12.)
Raum 2.288
M.A./K: LITERATURWISSENSCHAFT
Prof. Dr. phil. Julia Genz
Urheberrecht und Literatur (M.A. KuRe Literaturwissenschaft, 6 CPs + M.A. DC als Modul A1/A2, 5-10 CPs)*
Die Entwicklung des Urheberrechts ist eng verbunden mit
technischen und medialen Veränderungen. Im 18. Jahrhundert war es die Erfindung von Papiermaschinen und
Schnelldruckpressen, die die Urheberrechtsdiskussion in
Gang setzte. Auch im 21. Jahrhundert sind es mediale Neuerungen, die es dringlich erscheinen lassen, über das bestehende Urheberrecht zu diskutieren und es anzupassen.
Wir werden im Seminar die historischen Diskussionen über
die allmähliche Herausbildung des Urheberrechts anschauen und nachvollziehen, was für Begründungen für Eigentum
und Urheberrecht genannt werden und dann übergehen zu
Urheberrechtsproblemen des 20. und 21. Jahrhunderts.
Auswahlliteratur:
Barudi, Malek (2013): Autor und Werk – eine prägende Beziehung?
Tübingen
Bosse, Heinrich (1981): Autorschaft ist Werkherrschaft. Über die Entstehung des Urheberrechts aus dem Geist der Goethezeit. Paderborn,
München, Wien.
Rigamonti, Cyrill P. (2001): Geistiges Eigentum als Begriff und Theorie des
Urheberrechts. Baden-Baden.
*Teilnahme von Studierenden aus anderen Studiengängen
auf Anfrage bei J. Genz
Veranstaltungsverzeichnis
donnerstags, 10:15 – 11:45 Uhr
Raum D.497 (außer am 27.10., 01.12. >D.492)
Prof. Dr. phil. Julia Genz
Kritiken schreiben (M.A. KuRe, 6 CPs + M.A. DC als Modul C1-C3, 5 CPs)*
Im Seminar beschäftigen wir uns mit literarischer Wertung
in Theorie und Praxis. Zunächst werden wir ausgewählte
Wertungstheorien und die Aspekte von Wertung kennen
lernen. Im zweiten Teil des Seminars werden wir aktuelle
Buchkritiken lesen, ihren Aufbau analysieren und ihre Wirkung auf potentielle Leser besprechen. Anhand von Schreibübungen werden wir uns auch praktisch dem Thema „Literaturkritik“ nähern. Ziel des Seminars ist es, eine eigene
Literaturkritik zu einem aktuellen Buch zu verfassen.
Literatur
Anz, Thomas (Hg.): Literaturkritik: Geschichte, Theorie, Praxis. München
2004.
Heydebrand, Renate von/Winko, Simone: Einführung in die Wertung von
Literatur. Systematik, Geschichte, Legitimation. Paderborn u.a. 1996.
Porombka, Stephan: Kritiken schreiben. Ein Trainingsbuch. Konstanz 2006.
Worthmann, Friederike: Literarische Wertungen. Vorschläge für ein deskriptives Modell. Wiesbaden 2004.
*Teilnahme von Studierenden aus anderen Studiengängen
auf Anfrage bei J. Genz
freitags, 14:15 – 15:45 Uhr
Raum D.476 (außer am 04.11., 09.12. >1.156, am 18.11.
>1.152)
029
Kunsthochschule für Medien Köln
Dienstag, 20.12.2016, 16:00 – 18:00 Uhr Diskussion,
Raum 1.151
PD Dr. Christian Grüny & super_filme
Film als diskursive Praxis: a taste of visualitiy (M.A. KuRe
Kunst-/Medienwissenschaft + M.A. DC als Modul B1/B2,
10-12 CPs)
Filme sind keine Texte. Trotzdem kann filmische Praxis diskursiv werden, weit über das Dokumentarische hinaus. Das
experimentelle Seminar wird sich den „material-diskursiven“ Praktiken des Films zuwenden. Dass dabei essayistische Techniken wie Assemblage und genealogische Methodiken entscheidend sind, ist kein Zufall: Filmische Praxis
ist ständig mit Theorie verflochten. Anstatt darüber Texte
zu schreiben, werden die Teilnehmenden im Verlauf des Seminars eigene Bewegtbild-Projekte entwickeln. Basis sind
dabei zweiwöchentliche Sitzungen, die von drei Blockseminaren mit drei verschiedenen Filmemacher_innen flankiert
werden (u.a. dabei sind Louis Henderson aus London und
Kerstin Schroedinger aus Zürich). Auch inhaltlich wird das
Seminar in drei Blöcke geteilt: 1. Block: Der Essayfilm, Politiken des Zeigens; 2. Block: Ethnografische Experimente,
Bildtechnologien und Akteurstypen; 3. Block: post-production.
Das zu lesende und schauende Text- und Bildmaterial umfasst sowohl Historisches als auch Zeitgenössisches. Voraussetzung für die Teilnahme ist neben umfassender Vorbereitung auch die Produktion eigener Bewegt-Bilder im
Verlauf des Seminars.
Teilnehmerbegrenzung: 15
M.A./K: KUNST-/MEDIENWISSENSCHAFT
Prof. Dr. Gabriele Gramelsberger
Digital Transformation Lab (M.A. KuRe Medienwissenschaft, 6 CPs + M.A. DC als Modul A2/B2/B3/C1, 5 CPs)
Im Kontext des neugeschaffenen Lehrstuhls für Philosophie
der digitalen Medien soll ein Medienlabor aufgebaut werden. Das Seminar lädt alle Interessierten ein, sich an der
Diskussion und Konzeption eines solchen Labs zu beteiligen. Exkursionen zum Hartware Medienkunstverein sowie
ins Lab3 der Kunsthochschule für Medien Köln dienen der
Diskussion mit externen Experten.
Teilnehmerbegrenzung: keine (Diskussion), 10 (Exkursion)
Dienstag, 25.10.2016, 16:00 – 18:00 Uhr Diskussion,
Raum 1.152
Dienstag, 08.11.2016, 15:00 – 18:00 Uhr Exkursion, Hartware Medienkunstverein (Dortmunder U)
Dienstag, 22.11.2016, 16:00 – 18:00 Uhr Diskussion,
Raum 1.153
Dienstag: 06.12.2016, 10:00 – 18:00 Uhr Exkursion Lab3
freitags, 09:00 – 12:00 Uhr (28.10., 04.11., 18.11., 02.12.,
16.12., 13.01., 27.01., 10.02.)
Raum siehe UWE
zusätzlich zwei Blockseminare
10.-11. Dezember, 20.-21. Januar
freitags 10:00 – 18:00 Uhr
samstags 10:00 – 16:00 Uhr
Ort: Raum von super_filme (Nr. 4), Bahnhofstr. 48, Witten
Prof. Dr. phil. Claus Volkenandt
Das Portrait in der zeitgenössischen Fotografie (M.A.
KuRe, 6 CPs + M.A. DC als Modul B1 und B2, 5 CPs)
Die aktuelle Diskussion um die Burka ist vor allem eine Diskussion über die Sicht- und Erkennbarkeit des Gesichts.
Dieses zeigt auf die zentrale Bedeutung des Gesichts
für die westlichen Individualitätskonzepte. Der Ort in der
Kunst, an dem diese Diskussion seit der Renaissance geführt wird, ist das Porträt. Das Seminar will den aktuellen
Stand des Porträts in der zeitgenössischen Fotografie erkunden und die mit ihn sich formulierenden Individualitätskonzepte diskutieren.
030
Literatur:
Patricia Drück, Das Bild des Menschen in der Fotografie. Die Porträts von
Thomas Ruff. Berlin 2004 und Hans Belting, Faces. Eine Geschichte des
Gesichts. München 2013
mittwochs, 09:30 – 11:00 Uhr
Raum 2.316
Prof. Dr. phil. Claus Volkenandt
Die Zukunft des Museums von der Vermittlung aus (M.A.
KuRe, 6 CPs + M.A. DC als Modul C1 und C2, 5 CPs)
Der im letzten Jahr erschienene Sammelband „Kritische
Szenografie“ enthält wichtige Beiträge zum Zustand und
zur Zukunft von Kunstmuseen und Kunstausstellungen. Er
bildet damit eine geeignet Grundlage, um die Diskussion
kritisch aufzurollen und auf dieser Basis eigene Überlegungen anzustellen. Besonders im Fokus soll dabei die Rolle
der Vermittlung für die Zukunft der Kunstmuseen stehen.
Literatur:
für die Alte Musik, das sich sowohl im Konzertleben als auch
in vielen Maßstab setzenden Aufnahmen der Rundfunkanstalten und der Schallplattenindustrie zeigt, mit dem stetig
absinkenden Allgemeininteresse für die Geschichte einhergeht? Warum kann eine Oper von Richard Wagner eine
besondere Aufmerksamkeit auf sich ziehen, wenn sie in historischer Aufführungspraxis präsentiert wird? Oder worin
besteht die Faszination von mittelalterlicher Musik, deren
Quellen nur von Experten interpretiert werden können?
Dr. Richard Lorber, der künstlerische Leiter eines der weltweit bedeutendsten Festivals für Alte Musik, der Tage Alter
Musik in Herne, erläutert den mit spannenden Paradoxien
beladenen Begriff und geht den Fragen der Klangästhetik,
Produktionsbedingungen, Festivaldramaturgie und Kulturberichterstattung nach und weiht die Studierenden in die
Geheimnisse des Veranstaltungsmanagements ein.
Als Teil des Seminars ist der gemeinsame Besuch des Festivals in Herne am 10.-13.11.16 mit Kurzeinführungen zu den
jeweiligen Konzerten und Backstagebesuchen eingeplant.
Engagierte SeminarteilnehmerInnen bekommen im Anschluss ein Praktikumsangebot, das ferner die Voraussetzungen für eine Modulprüfung gewährleisten soll.
Kai-Uwe Hemken (Hg.), Kritische Szenografie. Die Kunstausstellung im 21.
Jahrhundert. Bielefeld 2015
mittwochs, 11:30 – 13:00 Uhr
Raum 2.316
M.A./K: PHÄNOMENOLOGIE DER MUSIK
Dr. Richard Lorber, Dr. phil. Alexander Jakobidze-Gitman
Die Alte Musik im heutigen Musikleben – Eine Kooperationsveranstaltung mit den vom Kulturradio WDR 3
veranstalteten Tagen Alter Musik in Herne (M.A. KuRe
Phän. der Musik, 6 CPs + M.A. DC als Modul B3 od. als
Modul C2, 5 oder 10 CPs)*
*Teilnahme von Studierenden aus anderen Studiengängen
auf Anfrage bei R. Lorber od. A. Jakobidze-Gitman
Fr., 04.11., 16:00 – 19:00 Uhr
Sa., 05.11., 11:00 – 17:00 Uhr
Raum 2.272
Do., 10.11., vormittags – So., 13.11., nachmittags
Besuch des Festivals „Tage Alter Musik in Herne“
Fr., 18.11., 16:00 – 19:00 Uhr, Raum 2.272
Sa., 19.11., 11:00 – 17:00 Uhr, Raum E.110
Was meint man eigentlich, wenn man die Musik als „alte“
bezeichnet? Bedeutet dieser Ausdruck „veraltet“, „nicht
mehr aktuell“, „von Belang (nur) für Antiquitätensammler“
zu sein? Oder gerade das Gegenteil?! Wie ist es dann zu
verstehen, dass das seit 60 Jahren fortdauernde Interesse
LEHRVERANSTALTUNGEN IM BEREICH M.A. ETHIK UND
ORGANISATION
M.A./E&O: PHILOSOPHIE
Prof. Dr. phil. Matthias Kettner
Organisationsethik als Methode (M.A. E&O als Modul C3,
5 od. 10 CPs)
Wie können wir das Wissen der Organisationssoziologie,
die das Normative an der sozialen Realität leider ausklammern muss, mit dem explizit normativen Wissen der philosophischen Ethik so verbinden, dass wir die Empfänglichkeit und Verarbeitungskapazität von Kommunikations- und
Entscheidungsstrukturen in Organisationen gut verstehen
und mit Hilfe von Designalternativen sogar verbessern können? Und dies in einem moralisch qualifizierten Sinne von
Veranstaltungsverzeichnis
„besser“? Was sind hier einschlägige normative Maßstäbe
und wie sind sie begründet? – Nach der Rekapitulation gängiger organisationswissenschaftlicher Einsichten werden
wir anhand von charakteristischen Problemlagen von Gesundheitsorganisationen, Wirtschaftsorganisationen, politischen und kulturbetrieblichen Organisationen eine theoretisch fundierte ethische Analyse organisationaler Probleme
methodisch einüben. Sie beginnt natürlich mit der Verständigung darüber, was es für personale und organisationale
Akteure überhaupt heißt, „moralische Verantwortung“ zu
übernehmen und „moralische Probleme“ zu haben.
Ethik-Basistexte, die Interessenten digital zu Verfügung
gestellt werden: Matthias Kettner 2014: Wann haben wir
ein moralisches Problem? Matthias (S.25-44 in: Matthias
Maring, Hg.: Bereichsethiken im interdisziplinären Dialog.
Karlsruhe: KIT Scientific Publishing). Kettner 2001: Moralische Verantwortung in individueller und kollektiver Form.
(S.146-170 in: Josef Wieland, Hg.: Wirtschaftsethik und
Moralverantwortung. Heidelberg: Physica-Verlag). Matthias
Kettner 2014: Normative Anatomie von Institutionen. Ein
diskursethischer Ansatz zur Vermittlung von Organisation
und Moral. (Zeitschrift für Politikwissenschaft, Sonderband
Ethik und Politikmanagement, S.59-78).
Für Anfänger wird ein Selbstlern-Grundkurs „Ethik“ mit diversen Medien bereitgestellt, u.a. „Funkkolleg Ethik“ von
Karl-Otto Apel et al. sowie ein ZEIT-DVD-Kurs „Ethik“.
031
Literatur:
Bronislaw Malinowski, Eine wissenschaftliche Theorie der Kultur und
andere Aufsätze, dt. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2005.
donnerstags, 15:45 – 17:15 Uhr
Raum 2.288
Prof. Dr. biol. hum. Werner Vogd
Organisation und Moral (M.A. KuRe Soziologie, 6 CPs +
M.A. E&O als Modul B1, 5 CPs + M.A. DC als Modul A1/
A2, 5 CPs)
Unter den gegenwärtigen Bedingungen in Organisationen
zu arbeiten, heißt vor allem, sich den multiplen, überfordernden und oftmals untereinander inkommensurablen
Ansprüchen einer funktional differenzierten Gesellschaft
stellen zu müssen. Dies ist in der Praxis jedoch nur möglich, wenn es Organisationen gelingt, die von Wirtschaft,
Recht, Politik und Wissenschaft an sie gestellten Ansprüche
sowohl zu affirmieren als auch auf Distanz zu halten. Hiermit ergibt sich ein Einfallstor für Moral, denn in Hinblick auf
die Frage des Arrangements, mit dem Organisationen ihre
ethischen Dilemmata bearbeiten, stellt sich immer auch die
Frage, wie dieses geschieht, also ob sie das gut machen.
Literatur:
Ortmann, G. (2010), Organisation und Moral, Weilerswist.
Blockveranstaltung
Samstag, 15.10., 10:00 – 16:30 Uhr, Raum 2.272
freitags, 10:15 – 11:45 Uhr
Raum 2.272
M.A./E&O: SOZIOLOGIE
Prof. Dr. Dirk Baecker
Kulturtheorie (M.A. KuRe, 6 CPs + M.A. DC als Modul
A1/A2, 5-10 CPs+ M.A. E&O, 5-10 CPs)
Im notorisch diffusen Kulturbegriff steckt ein harter operativer Kern. Seit Bronislaw Malinowski kann man sagen, dass
eine „Kultur“ komplexe Lagen von Körper, Bewusstsein,
Gesellschaft, Technik und Umwelt in einem grundsätzlich
streitbaren und konfliktreichen Gleichgewicht hält. Das gilt
auch und gerade dann, wenn man den funktionalen Begriff
der Kultur, den Malinowski vorgeschlagen hat, über ein biologisches Verständnis hinaus verallgemeinert.
Das Seminar diskutiert Motive für den Erfolg des Kulturbegriffs in den Kulturwissenschaften der 1920er Jahre, in den
Cultural Studies seit den 1980er Jahren und in aktuellen
Beiträgen zu einem postkolonialen Verständnis der Weltkultur inklusive vorherrschender Konfliktlinien zwischen liberalen und identitären Bewegungen.
mittwochs, 13:30 – 15:00 Uhr
Raum siehe UWE
Prof. Dr. biol. hum. Werner Vogd
Forschungswerkstatt – Rekonstruktive Sozialforschung
(fortgeschrittene B.A. KuRe , 5 CPs + M.A. KuRe, 6 CPs
+ M.A. E&O als Modul C oder F, 5 CPs + M.A. DC als
Modul A1/A2, 5 CPs + fortgeschrittene PPÖ als Modul
P94/P95, 4 CPs)
Im Sinne der Unterscheidung zwischen Methodologie und
Methoden geht es in dieser Schulung weniger um die
kochbuchartige Vermittlung möglicher Erhebungs- oder
Auswertungsverfahren, sondern um die Fähigkeit, in reflektierter Weise eine qualitativ angelegte Studie zu konzipieren. Insbesondere Projekte der qualitativen Organisations-,
Kultur- und Religionsforschung sind derzeit vertreten.
Unabhängig davon: Die Forschungswerkstatt ist offen für
all jene, die ein qualitatives Forschungsprojekt durchführen
oder planen. Um eine vertrauensvolle Arbeitsatmosphäre
aufzubauen, wird eine regelmäßige Teilnahme erwartet.
freitags,09:00 – 12:00 Uhr, 14-tägig (21.10., 11.11., 09.12.,
13.01., 27.01., 10.02.)
Raum siehe UWE
032
Prof. Dr. biol. hum. Werner Vogd, Dr. Michael Rautenberg
Coaching und Dialog, systemtheoretisch reflektiert (M.A.
KuRe, 6 CPs + M.A. E&O, 5-10 CPs + M.A. DC als Modul
A1/A2, 5-10 CPs)*
Executive-Coaching ist inzwischen auch in Deutschland ein
weit verbreitetes Instrument der Führungskräfteentwicklung. Im Seminar wollen wir uns grundlegenden Aspekten
dieser Methode in Theorie und Praxis widmen und sie mit
der Kommunikationsform des Dialoges vergleichend reflektieren. Der Dialog wird seit Peter Senges „Fifth Discipline“
als Instrument des Managements und der Organisationsentwicklung gepriesen. Beide naturgemäß personenorientierte Verfahren, Coaching und Dialog, wollen wir vor dem
Hintergrund eines systemtheoretischen Verständnisses von
Management und Organisation beleuchten.
Die Studierenden werden theoretische Aspekte durch Impulsreferate für die Seminargespräche verfügbar machen
und außerdem jeweils einen Essay verfassen.
Praktische Übungen und kleine Demonstrationen sollen
theoretische Inhalte erlebbar machen und zur Selbstreflexion anregen.
Gäste: Es ist geplant, einen Klienten und einen Berater mit
spezifischer Expertise (z.B. Aufstellungsarbeit, hypnosystemisches Coaching oder Körperarbeit) in das Seminar einzuladen.
Teilnehmerbegrenzung: 15 (bitte neben der Anmeldung
per UWE ein kleines Motivationsschreiben per E-Mail an:
[email protected])
*Teilnahme von Studierenden aus anderen Studiengängen
auf Anfrage bei W. Vogd
freitags,09:30 – 12:30 Uhr (28.10., 04.11., 18.11., 25.11.,
02.12., 16.12.)
Raum 2.288
M.A./E&O: ORGANISATIONSETHIK UND
GESUNDHEIT
Prof. Dr. phil. Martin W. Schnell, Christine Dunger, M.Sc
Ethik im Gesundheitswesen (M.A. E&O als Modul D2, 10
CPs)
Krankenhäuser, Altenheime, ambulante Arztpraxen und
Pflegedienste sind Organisationen, die der Versorgung
kranker und pflegebedürftiger Menschen dienen. Sie unterliegen als Organisationen einer Eigenlogik und zugleich
einer allgemeinen Ausrichtung im Hinblick auf ethische
Normen und rechtliche Bestimmungen. Diese Doppelheit
macht die spezifische Spannung von Ethik und Organisation im Rahmen der Gesundheitsversorgung aus.
In der Veranstaltung soll nach einer Einführung in die Eigenarten von Organisationen der Gesundheitsversorgung
der Übergang von der philosophischen Ethik zur Ethik im
Gesundheitswesen vollzogen werden. Eine Einführung
in die empirische Ethikforschung wird zeigen, wie ethisch
relevante Vorgänge im Gesundheitswesen (z.B. Konflikte
und inhumanes Verhalten, die Arbeit von Ethikforen usw.)
aussagekräftig erfasst werden können. Schließlich besprechen wir, wie (im 4. des Masterstudiengangs Ethik und Organisation) der strukturierte und geleitete Einsatz in einer
ausgewählten Organisation der Gesundheitsversorgung
aussehen kann.
dienstags, 11:00 – 12:30 Uhr
Raum 2.316 (außer am 11.11. >2.288, am 18.11. >1.152)
M.A./E&O: VERTIEFUNGSFELD POLITIK
Prof. Dr. rer. pol. Reinhard Loske
Theorien der Nachhaltigkeit (B.A. KuRe Politikwissenschaft, 5 CPs + PPÖ als Modul P4-1, 4 CPs + PPÖ als
Modul BP-PPo-1602, 5 CPs + M.A. E&O, 5-10 CPs)
Das Konzept der nachhaltigen Entwicklung gilt heute vielen als die entscheidende Zukunftsstrategie. Allerdings
wird der Nachhaltigkeitsbegriff häufig in einer Weise genutzt, die sehr unverbindlich und wenig präzise ist. In dem
Seminar sollen die verschiedenen theoretischen Ansätze
der Nachhaltigkeit dargestellt und auf ihre Eignung geprüft
werden, als politisch und gesellschaftlich taugliche Handlungsoptionen zu dienen. Dabei wird sowohl die Geschichte der Begriffsbildung nachgezeichnet als auch die philosophische, kulturelle, politische und ökonomische Diskussion
reflektiert. Das Seminar soll im Wesentlichen auf der Grundlage der Bücher „Perspektiven nachhaltiger Entwicklung.
Theorien am Scheideweg“, herausgegeben von Judith C.
Enders und Moritz Remig, sowie „Politik der Zukunftsfähigkeit. Konturen einer Nachhaltigkeitswende“ von Reinhard
Loske stattfinden.
donnerstags, 12:00 – 13:30 Uhr
Raum 1.203 (außer am 17.11.> E.109)
Prof. Dr. rer. pol. Reinhard Loske
„Politik machen II“: Politik machen in und mit Nichtregierungsorganisationen: Wie geht das? (B.A. KuRe Politikwissenschaft, 5 CPs + PPÖ als Modul P4-2 und P4-3, 4
CPs od. als Modul BP-PPo-1603, 5 CPs + PPÖ als Modul
P66 und P67, 4 CPs od. als Modul BP-WPo-1603, 5 CPs +
M.A. E&O, 5-10 CPs)
Heute ist viel von „Politikverdrossenheit“ die Rede. Zurückgehende Wahlbeteiligungen und Mitgliederzahlen in Parteien werden als grassierendes Desinteresse an Parlamentarismus, Demokratie und Politik insgesamt wahrgenommen.
Wer und was ist schuld an dieser Depolitisierung unserer
Gesellschaft? Und trifft die Behauptung, zurückgehende
Wahlbeteiligung sei mit politischem Desinteresse und Po-
Veranstaltungsverzeichnis
033
litikverdrossenheit gleichzusetzen, überhaupt zu? Spricht
nicht das zunehmende, oft sehr intensive, wenn auch zeitlich meist befristete Engagement vieler Menschen in den
sogenannten Nicht-Regierungs-Organisationen eine ganz
andere Sprache? Haben wir es möglicherweise gar nicht
mit Politikverdrossenheit, sondern mit einem erfahrungsgesättigten Einstellungswandel zu tun, der zwar Parteien,
Parlamenten und Regierungen zunehmend skeptisch sieht,
aber dennoch großes Interesse an der zivilgesellschaftlichen Gestaltung von politischen Aufgaben hat und dafür
andere Ausdrucksformen sucht?
hilfreich sein, weil sie ein gewisses Maß an Repräsentativität
von Gruppeninteressen gewährleistet und Einzelinteressen
unter Einigungszwang setzt. Andererseits besteht die Gefahr, dass der Lobbyismus einzelnen Gruppen gegenüber
Gemeinwohlinteressen einen unverhältnismäßigen Einfluss verschafft, vor allem dann, wenn Politik sich willfährig
zeigt, Beeinflussungsgrenzen nicht einhält oder es gar zu
Verschmelzungen zwischen dem politischen Sektor und
dem Lobbysektor kommt, wofür Parteispenden oder der
personelle Wechsel von Politikern in Unternehmen stehen
können.
In diesem Seminar sollen die Formen politischen Engagements innerhalb und außerhalb des etablierten politischen
Systems theoretisch, aber auch anschaulich und praktisch
diskutiert werden. Das Seminar schließt an das Seminar
„Politik machen I: Politik machen in Parteien: Wie geht
das?“ aus dem Sommersemester 2016 an. Zwar ist der
Besuch von „Politik machen I“ keine zwingende Voraussetzung für die Teilnahme an „Politik machen II“, aber er
erleichtert den Zugang zur Fragestellung.
Im Seminar sollen die verschiedenen Formen des Lobbyismus auf nationaler und EU-Ebene untersucht und der Frage
unterzogen werden, welche Grenzen eingehalten bzw. neu
gezogen werden müssen.
freitags, 09:30 – 11:00 Uhr
Raum D.476 (außer am 04.11., 20.01.> 1.153)
donnerstags, 14:00 – 15:30 Uhr
Raum 1.181
Prof. Dr. rer. pol. Reinhard Loske
Lobbyismus in der deutschen und europäischen Politik
(B.A. Kure Politikwissenschaft, 5 CPs + PPÖ als Modul
P4-2 und P4-4, 4 CPs od. als Modul BP-PPo-1601 und BPPPo-1603, 5 CPs + M.A. KuRe, 6 CPs + E&O, 5-10 CPs)
Im demokratischen System ist es selbstverständlich und legitim, dass sich Interessengruppen in Verbänden organisieren und so versuchen, sich bessere Durchsetzungschancen
im politischen Prozess zu verschaffen. Dagegen ist nicht nur
nichts einzuwenden, sondern die gemeinsame Interessenvertretung kann für politische Entscheidungsträger sogar
LEHRVERANSTALTUNGEN IM BEREICH
M.A. DOING CULTURE
M.A./DC: REFLEXION – MODUL A1 / A2
Prof. Dr. Dirk Baecker
Kulturtheorie (M.A. KuRe, 6 CPs + M.A. DC als Modul
A1/A2, 5-10 CPs+ M.A. E&O, 5-10 CPs)
Im notorisch diffusen Kulturbegriff steckt ein harter operativer Kern. Seit Bronislaw Malinowski kann man sagen, dass
eine „Kultur“ komplexe Lagen von Körper, Bewusstsein,
Gesellschaft, Technik und Umwelt in einem grundsätzlich
streitbaren und konfliktreichen Gleichgewicht hält. Das gilt
auch und gerade dann, wenn man den funktionalen Begriff
der Kultur, den Malinowski vorgeschlagen hat, über ein biologisches Verständnis hinaus verallgemeinert.
Das Seminar diskutiert Motive für den Erfolg des Kulturbegriffs in den Kulturwissenschaften der 1920er Jahre, in den
Cultural Studies seit den 1980er Jahren und in aktuellen
Beiträgen zu einem postkolonialen Verständnis der Weltkultur inklusive vorherrschender Konfliktlinien zwischen liberalen und identitären Bewegungen.
Literatur:
Bronislaw Malinowski, Eine wissenschaftliche Theorie der Kultur und
andere Aufsätze, dt. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2005.
donnerstags, 15:45 – 17:15 Uhr
Raum 2.288
034
Prof. Dr. phil. Julia Genz
Urheberrecht und Literatur (M.A. KuRe Literaturwissenschaft, 6 CPs + M.A. DC als Modul A1/A2, 5-10 CPs)*
Prof. Dr. Gabriele Gramelsberger
Historische Epistemologie (M.A. KuRe Philosophie, 6 CPs
+ M.A. DC als Modul A2, 5 CPs)
Die Entwicklung des Urheberrechts ist eng verbunden mit
technischen und medialen Veränderungen. Im 18. Jahrhundert war es die Erfindung von Papiermaschinen und
Schnelldruckpressen, die die Urheberrechtsdiskussion in
Gang setzte. Auch im 21. Jahrhundert sind es mediale Neuerungen, die es dringlich erscheinen lassen, über das bestehende Urheberrecht zu diskutieren und es anzupassen.
Wir werden im Seminar die historischen Diskussionen über
die allmähliche Herausbildung des Urheberrechts anschauen und nachvollziehen, was für Begründungen für Eigentum
und Urheberrecht genannt werden und dann übergehen zu
Urheberrechtsproblemen des 20. und 21. Jahrhunderts.
Das Nachdenken darüber, was wir wissen können, und vor
allem darüber, wie neues Wissen entsteht, ist Thema der
Epistemologie. Insofern diese die historischen Bedingungen und Mittel der Wissensgenerierung reflektiert, ist sie als
historische Epistemologie zu verstehen. Die Wissenschaft
als Ort der Generierung neuen Wissens mithilfe zunehmend komplexerer Mittel rückt dabei in den Mittelpunkt
der philosophischen Untersuchung. Der These Hans-Jörg
Rheinbergers folgend, dass die Historisierung der Epistemologie im 20. Jahrhundert dazu geführt hat, Wissenschaft
als Prozess und in ihrer Vielfalt zu untersuchen, wird diese
neue Sicht auf die Wissenschaft im Seminar näher betrachtet. Dazu werden Texten von Gaston Bachelard, Ludwik
Fleck, Edmund Husserl, Martin Heidegger, Michel Foucault,
Jacques Derrida, Ian Hacking und Bruno Latour analysiert.
Auswahlliteratur:
Barudi, Malek (2013): Autor und Werk – eine prägende Beziehung?
Tübingen.
Bosse, Heinrich (1981): Autorschaft ist Werkherrschaft. Über die Ent-
Literatur:
stehung des Urheberrechts aus dem Geist der Goethezeit. Paderborn,
Basislektüre: Hans-Jörg Rheinberger: Historische Epistemologie zur
München, Wien.
Einführung, Junius: Hamburg 2007.
Rigamonti, Cyrill P. (2001): Geistiges Eigentum als Begriff und Theorie des
Urheberrechts. Baden-Baden.
*Teilnahme von Studierenden aus anderen Studiengängen
auf Anfrage bei J. Genz
donnerstags, 10:15 – 11:45 Uhr
Raum D.497 (außer am 27.10., 01.12. >D.492)
Prof. Dr. Gabriele Gramelsberger
Digital Transformation Lab (M.A. KuRe Medienwissenschaft, 6 CPs + M.A. DC als Modul A2/B2/B3/C1, 5 CPs)
Im Kontext des neugeschaffenen Lehrstuhls für Philosophie
der digitalen Medien soll ein Medienlabor aufgebaut werden. Das Seminar lädt alle Interessierten ein, sich an der
Diskussion und Konzeption eines solchen Labs zu beteiligen. Exkursionen zum Hartware Medienkunstverein sowie
ins Lab3 der Kunsthochschule für Medien Köln dienen der
Diskussion mit externen Experten.
Teilnehmerbegrenzung: keine (Diskussion), 10 (Exkursion)
Dienstag, 25.10.2016, 16:00 – 18:00 Uhr Diskussion,
Raum 1.152
Dienstag, 08.11.2016, 15:00 – 18:00 Uhr Exkursion,
Hartware Medienkunstverein (Dortmunder U)
Dienstag, 22.11.2016, 16:00 – 18:00 Uhr Diskussion,
Raum 1.153
Dienstag: 06.12.2016, 10:00 – 18:00 Uhr Exkursion Lab3
Kunsthochschule für Medien Köln
Dienstag, 20.12.2016, 16:00 – 18:00 Uhr Diskussion,
Raum 1.151
Teilnehmerbegrenzung: 5
Vorbesprechung am 07.12. von 16:00 – 18:00 Uhr,
Raum 2.272
Do., 16.02,. 10:00 – 18:00 Uhr
Fr., 17.02., 10:00 – 18:00 Uh
Blockseminar an der TU Darmstadt
Prof. Dr. phil. Martin W. Schnell
Carl Schmitts Politische Philosophie (B.A. KuRe Philosophie, 5 CPs + M.A. KuRe Philosophie, 6 CPs, M.A. DC als
Modul A1/A2, 5-10 CPs)
„Nicht die Wahrheit, sondern die Autorität macht das Gesetz.“ Mit diesem Satz beruft sich Carl Schmitt (1888-1985)
auf Thomas Hobbes. Er meint damit, dass Gesetze, Regeln
und Normen nicht aufgrund ihrer Wahrheit gelten, sondern
kraft der Anerkennung der rechtsetzenden Instanz. Im Mittelpunkt des Werkes von Schmitt steht daher die Herausarbeitung des Verständnisses von Autorität, Souveränität und
Entscheidung. Auf diese Weise will Schmitt das Wesen des
Politischen fassen, ohne es auf Moral oder Recht zu reduzieren.
Schmitt ist lebenslang ein äußerst einflussreicher und auch
umstrittener Staatsrechtler gewesen, zumal er 1934 zum
Kampf gegen den sog. jüdischen Geist in der deutschen
Rechtswissenschaft aufgerufen hat. Um Anschlüsse an die
Gegenwart zu ermöglichen, werden wir zu ausgewählten
Themen Kommentare modernen Autoren einblenden (Helmuth Plessner, Norbert Elias, Niklas Luhmann, Hermann
Lübbe, Jacques Derrida, Pierre Bourdieu, Martin Walzer,
Claude Lefort, Chantal Mouffe, Herfried Münkler).
Das Seminar eignet sich für alle Studierende, die an einer
systematischen Einführung in die politische Philosophie
Veranstaltungsverzeichnis
interessiert sind. Veranstaltungen dieser Art sollen in den
nächsten Semestern in loser Folge fortgesetzt werden.
dienstags, 13:00 – 14:30 Uhr
Raum siehe UWE
Prof. Dr. biol. hum. Werner Vogd
Organisation und Moral (M.A. KuRe Soziologie, 6 CPs +
M.A. E&O als Modul B1, 5 CPs + M.A. DC als Modul A1/
A2, 5 CPs)
Unter den gegenwärtigen Bedingungen in Organisationen
zu arbeiten, heißt vor allem, sich den multiplen, überfordernden und oftmals untereinander inkommensurablen
Ansprüchen einer funktional differenzierten Gesellschaft
stellen zu müssen. Dies ist in der Praxis jedoch nur möglich, wenn es Organisationen gelingt, die von Wirtschaft,
Recht, Politik und Wissenschaft an sie gestellten Ansprüche
sowohl zu affirmieren als auch auf Distanz zu halten. Hiermit ergibt sich ein Einfallstor für Moral, denn in Hinblick auf
die Frage des Arrangements, mit dem Organisationen ihre
ethischen Dilemmata bearbeiten, stellt sich immer auch die
Frage, wie dieses geschieht, also ob sie das gut machen.
Literatur:
Ortmann, G. (2010), Organisation und Moral, Weilerswist.
mittwochs, 13:30 – 15:00 Uhr
Raum siehe UWE
Prof. Dr. biol. hum. Werner Vogd
Forschungswerkstatt – Rekonstruktive Sozialforschung
(fortgeschrittene B.A. KuRe , 5 CPs + M.A. KuRe, 6 CPs
+ M.A. E&O als Modul C oder F, 5 CPs + M.A. DC als
Modul A1/A2, 5 CPs + fortgeschrittene PPÖ als Modul
P94/P95, 4 CPs)
Im Sinne der Unterscheidung zwischen Methodologie und
Methoden geht es in dieser Schulung weniger um die
kochbuchartige Vermittlung möglicher Erhebungs- oder
Auswertungsverfahren, sondern um die Fähigkeit, in reflektierter Weise eine qualitativ angelegte Studie zu konzipieren. Insbesondere Projekte der qualitativen Organisations-,
Kultur- und Religionsforschung sind derzeit vertreten.
Unabhängig davon: Die Forschungswerkstatt ist offen für
all jene, die ein qualitatives Forschungsprojekt durchführen
oder planen. Um eine vertrauensvolle Arbeitsatmosphäre
aufzubauen, wird eine regelmäßige Teilnahme erwartet.
freitags,09:00 – 12:00 Uhr, 14-tägig (21.10., 11.11., 09.12.,
13.01., 27.01., 10.02.)
Raum siehe UWE
035
Prof. Dr. biol. hum. Werner Vogd, Dr. Michael Rautenberg
Coaching und Dialog, systemtheoretisch reflektiert (M.A.
KuRe, 6 CPs + M.A. E&O, 5-10 CPs + M.A. DC als Modul
A1/A2, 5-10 CPs)*
Executive-Coaching ist inzwischen auch in Deutschland ein
weit verbreitetes Instrument der Führungskräfteentwicklung. Im Seminar wollen wir uns grundlegenden Aspekten
dieser Methode in Theorie und Praxis widmen und sie mit
der Kommunikationsform des Dialoges vergleichend reflektieren. Der Dialog wird seit Peter Senges „Fifth Discipline“
als Instrument des Managements und der Organisationsentwicklung gepriesen. Beide naturgemäß personenorientierte Verfahren, Coaching und Dialog, wollen wir vor dem
Hintergrund eines systemtheoretischen Verständnisses von
Management und Organisation beleuchten.
Die Studierenden werden theoretische Aspekte durch Impulsreferate für die Seminargespräche verfügbar machen
und außerdem jeweils einen Essay verfassen.
Praktische Übungen und kleine Demonstrationen sollen
theoretische Inhalte erlebbar machen und zur Selbstreflexion anregen.
Gäste: Es ist geplant, einen Klienten und einen Berater mit
spezifischer Expertise (z.B. Aufstellungsarbeit, hypnosystemisches Coaching oder Körperarbeit) in das Seminar einzuladen.
Teilnehmerbegrenzung: 15 (bitte neben der Anmeldung
per UWE ein kleines Motivationsschreiben per E-Mail an:
[email protected])
*Teilnahme von Studierenden aus anderen Studiengängen
auf Anfrage bei W. Vogd
freitags,09:30 – 12:30 Uhr (28.10., 04.11., 18.11., 25.11.,
02.12., 16.12.)
Raum 2.288
M.A./DC:
INSZENIERUNG – MODUL B1 / B2 / B3 / B4
Prof. Dr. Gabriele Gramelsberger
Digital Transformation Lab (M.A. KuRe Medienwissenschaft, 6 CPs + M.A. DC als Modul A2/B2/B3/C1, 5 CPs)
Im Kontext des neugeschaffenen Lehrstuhls für Philosophie
der digitalen Medien soll ein Medienlabor aufgebaut werden. Das Seminar lädt alle Interessierten ein, sich an der
Diskussion und Konzeption eines solchen Labs zu beteiligen. Exkursionen zum Hartware Medienkunstverein sowie
ins Lab3 der Kunsthochschule für Medien Köln dienen der
Diskussion mit externen Experten.
Teilnehmerbegrenzung: keine (Diskussion), 10 (Exkursion)
036
Dienstag, 25.10.2016, 16:00 – 18:00 Uhr Diskussion, Raum
1.152
Dienstag, 08.11.2016, 15:00 – 18:00 Uhr Exkursion, Hartware Medienkunstverein (Dortmunder U)
Dienstag, 22.11.2016, 16:00 – 18:00 Uhr Diskussion, Raum
1.153
Dienstag: 06.12.2016, 10:00 – 18:00 Uhr Exkursion Lab3
Kunsthochschule für Medien Köln
Dienstag, 20.12.2016, 16:00 – 18:00 Uhr Diskussion, Raum
1.151
PD Dr. Christian Grüny & super_filme
Film als diskursive Praxis: a taste of visualitiy (M.A. KuRe
Kunst-/Medienwissenschaft + M.A. DC als Modul B1/B2,
10-12 CPs)
Filme sind keine Texte. Trotzdem kann filmische Praxis diskursiv werden, weit über das Dokumentarische hinaus. Das
experimentelle Seminar wird sich den „material-diskursiven“ Praktiken des Films zuwenden. Dass dabei essayistische Techniken wie Assemblage und genealogische Methodiken entscheidend sind, ist kein Zufall: Filmische Praxis
ist ständig mit Theorie verflochten. Anstatt darüber Texte
zu schreiben, werden die Teilnehmenden im Verlauf des Seminars eigene Bewegtbild-Projekte entwickeln.
Basis sind dabei zweiwöchentliche Sitzungen, die von drei
Blockseminaren mit drei verschiedenen Filmemacher_innen flankiert werden (u.a. dabei sind Louis Henderson aus
London und Kerstin Schroedinger aus Zürich). Auch inhaltlich wird das Seminar in drei Blöcke geteilt: 1. Block: Der
Essayfilm, Politiken des Zeigens; 2. Block: Ethnografische
Experimente, Bildtechnologien und Akteurstypen; 3. Block:
post-production.
Das zu lesende und schauende Text- und Bildmaterial umfasst sowohl Historisches als auch Zeitgenössisches. Voraussetzung für die Teilnahme ist neben umfassender Vorbereitung auch die Produktion eigener Bewegt-Bilder im
Verlauf des Seminars.
Teilnehmerbegrenzung: 15
freitags, 09:00 – 12:00 Uhr (28.10., 04.11., 18.11., 02.12.,
16.12., 13.01., 27.01., 10.02.)
Raum siehe UWE
zusätzlich zwei Blockseminare
10.-11. Dezember, 20.-21. Januar
freitags 10:00 – 18:00 Uhr
samstags 10:00 – 16:00 Uhr
Ort: Raum von super_filme (Nr. 4), Bahnhofstr. 48, Witten
Dr. Richard Lorber, Dr. phil. Alexander Jakobidze-Gitman
Die Alte Musik im heutigen Musikleben – Eine Kooperationsveranstaltung mit den vom Kulturradio WDR 3
veranstalteten Tagen Alter Musik in Herne (M.A. KuRe
Phän. der Musik, 6 CPs + M.A. DC als Modul B3 od. als
Modul C2, 5 oder 10 CPs)*
Was meint man eigentlich, wenn man die Musik als „alte“
bezeichnet? Bedeutet dieser Ausdruck „veraltet“, „nicht
mehr aktuell“, „von Belang (nur) für Antiquitätensammler“
zu sein? Oder gerade das Gegenteil?! Wie ist es dann zu
verstehen, dass das seit 60 Jahren fortdauernde Interesse
für die Alte Musik, das sich sowohl im Konzertleben als auch
in vielen Maßstab setzenden Aufnahmen der Rundfunkanstalten und der Schallplattenindustrie zeigt, mit dem stetig
absinkenden Allgemeininteresse für die Geschichte einhergeht? Warum kann eine Oper von Richard Wagner eine
besondere Aufmerksamkeit auf sich ziehen, wenn sie in historischer Aufführungspraxis präsentiert wird? Oder worin
besteht die Faszination von mittelalterlicher Musik, deren
Quellen nur von Experten interpretiert werden können?
Dr. Richard Lorber, der künstlerische Leiter eines der weltweit bedeutendsten Festivals für Alte Musik, der Tage Alter
Musik in Herne, erläutert den mit spannenden Paradoxien
beladenen Begriff und geht den Fragen der Klangästhetik,
Produktionsbedingungen, Festivaldramaturgie und Kulturberichterstattung nach und weiht die Studierenden in die
Geheimnisse des Veranstaltungsmanagements ein.
Als Teil des Seminars ist der gemeinsame Besuch des Festivals in Herne am 10.-13.11.16 mit Kurzeinführungen zu den
jeweiligen Konzerten und Backstagebesuchen eingeplant.
Engagierte SeminarteilnehmerInnen bekommen im Anschluss ein Praktikumsangebot, das ferner die Voraussetzungen für eine Modulprüfung gewährleisten soll.
*Teilnahme von Studierenden aus anderen Studiengängen
auf Anfrage bei R. Lorber od. A. Jakobidze-Gitman
Fr., 04.11., 16:00 – 19:00 Uhr
Sa., 05.11., 11:00 – 17:00 Uhr
Raum 2.272
Do., 10.11., vormittags – So., 13.11., nachmittags
Besuch des Festivals „Tage Alter Musik in Herne“
Fr., 18.11., 16:00 – 19:00 Uhr, Raum 2.272
Sa., 19.11., 11:00 – 17:00 Uhr, Raum E.110
Prof. Dr. phil. Claus Volkenandt
Das Portrait in der zeitgenössischen Fotografie (M.A.
KuRe, 6 CPs + M.A. DC als Modul B1 und B2, 5 CPs)
Die aktuelle Diskussion um die Burka ist vor allem eine Diskussion über die Sicht- und Erkennbarkeit des Gesichts.
Dieses zeigt auf die zentrale Bedeutung des Gesichts
für die westlichen Individualitätskonzepte. Der Ort in der
Kunst, an dem diese Diskussion seit der Renaissance geführt wird, ist das Porträt. Das Seminar will den aktuellen
Stand des Porträts in der zeitgenössischen Fotografie erkunden und die mit ihn sich formulierenden Individualitätskonzepte diskutieren.
Literatur:
Patricia Drück, Das Bild des Menschen in der Fotografie. Die Porträts von
Thomas Ruff. Berlin 2004 und Hans Belting, Faces. Eine Geschichte des
Gesichts. München 2013
Veranstaltungsverzeichnis
mittwochs, 09:30 – 11:00 Uhr
Raum 2.316
M.A./DC:
VERMITTLUNG – MODUL C1 / C2 / C3
Prof. Dr. phil. Julia Genz
Kritiken schreiben (M.A. KuRe, 6 CPs + M.A. DC als Modul C1-C3, 5 CPs)*
Im Seminar beschäftigen wir uns mit literarischer Wertung
in Theorie und Praxis. Zunächst werden wir ausgewählte
Wertungstheorien und die Aspekte von Wertung kennen
lernen. Im zweiten Teil des Seminars werden wir aktuelle
Buchkritiken lesen, ihren Aufbau analysieren und ihre Wirkung auf potentielle Leser besprechen. Anhand von Schreibübungen werden wir uns auch praktisch dem Thema „Literaturkritik“ nähern. Ziel des Seminars ist es, eine eigene
Literaturkritik zu einem aktuellen Buch zu verfassen.
Literatur
Anz, Thomas (Hg.): Literaturkritik: Geschichte, Theorie, Praxis. München
2004.
Heydebrand, Renate von/Winko, Simone: Einführung in die Wertung von
Literatur. Systematik, Geschichte, Legitimation. Paderborn u.a. 1996.
Porombka, Stephan: Kritiken schreiben. Ein Trainingsbuch. Konstanz 2006.
Worthmann, Friederike: Literarische Wertungen. Vorschläge für ein deskriptives Modell. Wiesbaden 2004.
*Teilnahme von Studierenden aus anderen Studiengängen
auf Anfrage bei J. Genz
freitags, 14:15 – 15:45 Uhr
Raum D.476 (außer am 04.11., 09.12. >1.156, am 18.11.
>1.152)
Prof. Dr. Gabriele Gramelsberger
Digital Transformation Lab (M.A. KuRe Medienwissenschaft, 6 CPs + M.A. DC als Modul A2/B2/B3/C1, 5 CPs)
Im Kontext des neugeschaffenen Lehrstuhls für Philosophie
der digitalen Medien soll ein Medienlabor aufgebaut werden. Das Seminar lädt alle Interessierten ein, sich an der
Diskussion und Konzeption eines solchen Labs zu beteiligen. Exkursionen zum Hartware Medienkunstverein sowie
ins Lab3 der Kunsthochschule für Medien Köln dienen der
Diskussion mit externen Experten.
037
Dienstag: 06.12.2016, 10:00 – 18:00 Uhr Exkursion Lab3
Kunsthochschule für Medien Köln
Dienstag, 20.12.2016, 16:00 – 18:00 Uhr Diskussion, Raum
1.151
Dr. Richard Lorber, Dr. phil. Alexander Jakobidze-Gitman
Die Alte Musik im heutigen Musikleben – Eine Kooperationsveranstaltung mit den vom Kulturradio WDR 3
veranstalteten Tagen Alter Musik in Herne (M.A. KuRe
Phän. der Musik, 6 CPs + M.A. DC als Modul B3 od. als
Modul C2, 5 oder 10 CPs)*
Was meint man eigentlich, wenn man die Musik als „alte“
bezeichnet? Bedeutet dieser Ausdruck „veraltet“, „nicht
mehr aktuell“, „von Belang (nur) für Antiquitätensammler“
zu sein? Oder gerade das Gegenteil?! Wie ist es dann zu
verstehen, dass das seit 60 Jahren fortdauernde Interesse
für die Alte Musik, das sich sowohl im Konzertleben als auch
in vielen Maßstab setzenden Aufnahmen der Rundfunkanstalten und der Schallplattenindustrie zeigt, mit dem stetig
absinkenden Allgemeininteresse für die Geschichte einhergeht? Warum kann eine Oper von Richard Wagner eine
besondere Aufmerksamkeit auf sich ziehen, wenn sie in historischer Aufführungspraxis präsentiert wird? Oder worin
besteht die Faszination von mittelalterlicher Musik, deren
Quellen nur von Experten interpretiert werden können?
Dr. Richard Lorber, der künstlerische Leiter eines der weltweit bedeutendsten Festivals für Alte Musik, der Tage Alter
Musik in Herne, erläutert den mit spannenden Paradoxien
beladenen Begriff und geht den Fragen der Klangästhetik,
Produktionsbedingungen, Festivaldramaturgie und Kulturberichterstattung nach und weiht die Studierenden in die
Geheimnisse des Veranstaltungsmanagements ein.
Als Teil des Seminars ist der gemeinsame Besuch des Festivals in Herne am 10.-13.11.16 mit Kurzeinführungen zu den
jeweiligen Konzerten und Backstagebesuchen eingeplant.
Engagierte SeminarteilnehmerInnen bekommen im Anschluss ein Praktikumsangebot, das ferner die Voraussetzungen für eine Modulprüfung gewährleisten soll.
*Teilnahme von Studierenden aus anderen Studiengängen
auf Anfrage bei R. Lorber od. A. Jakobidze-Gitman
Fr., 04.11., 16:00 – 19:00 Uhr
Sa., 05.11., 11:00 – 17:00 Uhr
Raum 2.272
Do., 10.11., vormittags – So., 13.11., nachmittags
Besuch des Festivals „Tage Alter Musik in Herne“
Fr., 18.11., 16:00 – 19:00 Uhr, Raum 2.272
Sa., 19.11., 11:00 – 17:00 Uhr, Raum E.110
Teilnehmerbegrenzung: keine (Diskussion), 10 (Exkursion)
Dienstag, 25.10.2016, 16:00 – 18:00 Uhr Diskussion, Raum
1.152
Dienstag, 08.11.2016, 15:00 – 18:00 Uhr Exkursion, Hartware Medienkunstverein (Dortmunder U)
Dienstag, 22.11.2016, 16:00 – 18:00 Uhr Diskussion, Raum
1.153
Prof. Dr. phil. Claus Volkenandt
Die Zukunft des Museums von der Vermittlung aus (M.A.
KuRe, 6 CPs + M.A. DC als Modul C1 und C2, 5 CPs)
Der im letzten Jahr erschienene Sammelband „Kritische
Szenografie“ enthält wichtige Beiträge zum Zustand und
038
zur Zukunft von Kunstmuseen und Kunstausstellungen. Er
bildet damit eine geeignet Grundlage, um die Diskussion
kritisch aufzurollen und auf dieser Basis eigene Überlegungen anzustellen. Besonders im Fokus soll dabei die Rolle
der Vermittlung für die Zukunft der Kunstmuseen stehen.
Literatur:
Kai-Uwe Hemken (Hg.), Kritische Szenografie. Die Kunstausstellung im 21.
Jahrhundert. Bielefeld 2015
mittwochs, 11:30 – 13:00 Uhr
Raum 2.316
KOLLOQUIEN
Prof. Dr. phil. Matthias Kettner
Doktorandenkolloquium
Das Kolloquium hat Werkstatt-Charakter. Es werden laufende Arbeiten vorgestellt und diskutiert. Interessierte Gäste
sind nach Anmeldung sehr willkommen. Das Programm
wird vorher angekündigt.
3 Blocktermine nach Absprache
freitags, 12:30 – 18:00 Uhr
Prof. Dr. phil. Matthias Kettner, Prof. Dr. phil. Dirk Rustemeyer, Prof. Dr. biol. hum. Werner Vogd
Masterkolloquium (M.A. KuRe + M.A. E&O)
Themen und Formate nach Absprache am Semesteranfang.
freitags, 12:30 – 14:00 Uhr
Raum 2.272
Prof. Dr. phil. Matthias Kettner, Prof. Dr. Birger Priddat
Wissenschaftliches Kolloquium für PPÖ-Bachelorabschlussarbeiten (PPÖ als Modul P10, 8 CPs unbenotet )
Das Seminar ist für PPÖ-Studierende nach alter Prüfungsordnung im 6. bis 8. Semester verpflichtend und dient der
Vorbereitung und Diskussion ihrer wissenschaftlichen Abschlussarbeiten. Die Studierenden erhalten Gelegenheit,
ihre Bachelorthese in Planung oder als work in progress vorzustellen, Feedback einzuholen, Anregungen zu entwickeln
und voneinander zu lernen.
mittwochs, 18:15 – 19:30 Uhr (02.11., 23.11., 30.11., 07.12.,
11.01., 25.01., Reserve: 08.02.)
Raum siehe UWE
Prof. Dr. phil. Claus Volkenandt
DC-Forschungskolloquium (M.A. DC Modul E, 5 CPs)
Das Kolloquium richtet sich vor allen an Studierenden des
M.A. „Doing Culture“. Es will Raum geben, aktuelle Arbeitsthemen und Projekte vorzustellen, sich aber ebenso
mit Grundlagenfragen von „Doing Culture“ zu beschäftigen.
freitags, 14-tägig (21.10., 04.11., 18.11., 02.12., 16.12.,
20.01., 03.02.)
Raum und Zeit siehe UWE
ORIENTIERUNGSSTUDIUM
Juana Eckhardt
Was (heißt) studieren? (Orientierungsstudierende, 5 CPs
fakultativ)
In der Veranstaltung geht es darum, praktisch mittendrin zu
sein, zu probieren, zu agieren, nachzudenken, wegzudenken, zu entdecken und in das Spannungsfeld zwischen Festlegung und Spielraum einzutauchen. Wir werden verschiedene Bildungseinrichtungen und Archive in umliegenden
Städten im Ruhrgebiet besuchen, Netzwerke kennenlernen
und uns mit unterschiedlichen Medien auseinandersetzen.
Mit Worten, Aktionen und Konfrontationen werden wir
Suchbewegungen im Möglichkeitsraum zwischen Theorie
und Praxis aufnehmen und das Gespräch mit Vertretern aus
verschiedenen Fachrichtungen suchen, ganz im Sinne der
Frage: Was (heißt) studieren?
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist für alle Orientierungsstudierende verpflichtend.
mittwochs, 18:00 – 19:30 Uhr
Raum Konferenzraum 5, FEZ
Veranstaltungsverzeichnis
039
LEHRVERANSTALTUNGEN IM BEREICH
STUDIUM FUNDAMENTALE
REFLEXIVE KOMPETENZ
STUFU: DIGITALE MEDIEN
Dr. des. Kathrin Friedrich
Digitale Medien der Medizin (Stufu, 2-4 CPs)
Graphische und haptische Benutzerschnittstellen, 3D-Darstellungen oder Augmented-Reality-Anwendungen bestimmen zunehmend medizinisch-therapeutische Handlungen.
Digitale Visualisierungen und entsprechende Softwareanwendungen bilden nicht mehr nur die Grundlage radiologischer Diagnostik, sondern gestalten als zentrale Schnittstelle zwischen Arzt und Patient insbesondere in chirurgischen
Praktiken Entscheidungsprozesse und Handlungsoptionen.
Ausgehend von Fallbeispielen aus der medizinischen Praxis
werden im Seminar die Bedingungen, Herausforderungen
und Effekte digitaler Medientechnologien analysiert. Thematische Schwerpunkte bilden die Untersuchung von digitalen Visualisierungen, Interfaces, robotischen Systemen
sowie mobilen Applikationen (z.B. Tablets und Head-mounted Displays). Um die Handlungsmächtigkeit solcherart digitaler Medien zu hinterfragen, ist die Beschäftigung mit
Positionen aus Medien- und Bildtheorie, Software und Interface Studies sowie der Science and Technology Studies
grundlegend.
Literatur:
Fuller, Matthew (2003): Behind the Blip: Software as Culture, In: ders.:
Behind the Blip. Essays on the Culture of Software, Brooklyn, NY: Autonomedia, S. 11-37.
Wasen, Kristian/Brierley, Meaghan (2013): The Visual Touch Regime:
Real-Time 3D Image-Guided Robotic Surgery and 4D and “5D” Scientific
Illustration at Work, In: Wasen, Kristian (Hg.): Emerging Health Technology: Relocation of Innovative Visual Knowledge and Expertise, Heidelberg/
New York: Springer, S. 21-52.
Vorbesprechung: Mittwoch, 30.11. von 16:00 – 18:00 Uhr,
Raum FEZ - Seminarraum
Fr., 27.01., 16:00 – 20:00 Uhr
Sa., 28.01., 09:00 – 18:00 Uhr
So., 29.01., 09:00 – 18:00 Uhr
Raum 2.272
jetzt revolutionieren sie die industrielle Produktion und
eröffnen den Architekten und Bauingenieuren neue Gestaltungs- und Umsetzungsmöglichkeiten. Aber auch die
Biologie und Medizin erhoffen sich vom 3D-Drucken von
DNA und Protozellen bis hin zu Organen einen Innovationsschub. Das Seminar untersucht an Fallbeispielen die Möglichkeiten und Grenzen der 3D-Drucktechnologien.
Teilnehmerbegrenzung: 15
donnerstags, 10:15 – 11:45 Uhr (27.10., 10.11., 24.11.,
08.12., 22.12., 19.01., 02.02.)
Raum 1.152 (außer am 27.10. >2.303, am 24.11. >1.226)
STUFU: DISABILITY STUDIES
Dr. phil. Carsten Rensinghoff
Disability Studie - Peer Support als Kulturwissenschaft
(Stufu, 2-4 CPs)
Behinderung wird aus der Perspektive der Disability Studies
betrachtet. Bei den Disability Studies handelt es sich um
eine recht junge Wissenschaft, die man mit Wissenschaft zu
oder über Behinderung oder als Behinderungswissenschaft
übersetzen kann. Den Disability Studies geht es darum die
Behinderungen aufzudecken, die Menschen mit Behinderung daran hindern ein barrierefreies Leben zu führen. Behinderung wird im Sinne der Disability Studies gesellschaftlich gemacht, also durch die Gesellschaft der Behinderer
konstruiert. Es gilt diese Behinderungen, die den Menschen mit Behinderung die Teilhabe am Leben erschweren bis verunmöglichen aufzudecken und so zu be- bzw.
verarbeiten, dass Menschen mit Behinderung dann doch
ein barrierefreies Leben in dieser Gesellschaft ermöglicht
wird. Menschen mit Behinderung sind so aus der von Paulo
Freire so bezeichneten Kultur des Schweigens, der Kultur
der Abhängigkeit, in welcher sich die Unterdrückten nicht
ausdrücken können/dürfen, herauszuholen.
Methodisch kommen u. a. kreative Methoden, wie die soziale Problemlösemethode Zukunftswerkstatt oder Open
Space zum Einsatz.
Literatur:
Hermes, Gisela / Rohrmann, E. (Hg.): Nichts über uns – ohne uns! Disabili-
Prof. Dr. Gabriele Gramelsberger
3D-Drucktechnologien (Stufu, 2-4 CPs)
3D-Drucktechnologien und additive Herstellungsverfahren
sollen in Zukunft Gebäude auf dem Mond drucken. Bereits
ty Studies als neuer Ansatz emanzipatorischer Forschung über Behinderung. AG SPAK Bücher, Neu-Ulm 2006.
donnerstags, 10:15 – 11:45 Uhr
(ausgenommen am 17.11. und 08.12.)
Raum D.476 (außer am 24.11. >D.492)
040
STUFU: GESCHICHTE
Literatur:
Barlösius, E., Soziologie des Essens. Eine sozial- und kulturwissenschaftliche Einführung in die Ernährungsforschung, 2012; Josuttis, M./Martin,
G.M. (Hg.), Das heilige Essen. Kulturwissenschaftliche Beiträge zum Ver-
Dr. Armin Flender
Geschichte und Gegenwart des Populismus (Stufu, 2-4
CPs)
Die Brexit-Kampagne in Großbritannien, der Front National
in Frankreich, Geert Wilders und die Partij voor de Vrijheid
in den Niederlanden, die MoVimento 5 Stelle-Bewegung in
Italien, Podemos in Spanien, die FPÖ in Österreich, die AfD
in Deutschland und nun Donald Trump als Präsidentschaftskandidat der Republikaner in den USA: Es ist ein massives
Erstarken von Strömungen, Parteien und Politikern zu beobachten, was mit üblichen politischen Kategorien von
„links“ und „rechts“, „konservativ“ und „progressiv“ nur
unzureichend gefasst werden kann. In der Frontstellung des
„wir gegen die da oben“ handelt sich es sich um ein Phänomen, das nicht nur in Europa, sondern weltweit zu beobachten ist und mit dem schillernden Begriff „Populismus“
umschrieben wird. Was ist damit gemeint und warum wird
Populismus als bedrohlich für die politische Ordnung angesehen? Wo liegen seine historischen Ursprünge, welche
Entwicklungen hat der Populismus genommen und worin
bestehen Unterschiede zu anderen Massenbewegungen
wie z.B. dem Faschismus? Diesen Fragen soll in dem Seminar nachgegangen und, mit Blick auf Europa, über Gefährdungspotentiale des Populismus diskutiert werden.
Literatur:
Decker, Frank: Parteien unter Druck. Der neue Rechtspopulismus in den
westlichen Demokratien, Opladen 2000.
Müller, Jan-Werner: Was ist Populismus? Berlin 2016 Priester, Karin:
Populismus. Historische und aktuelle Erscheinungsformen, Frankfurt am
Main 2007.
donnerstags, 17:30 – 19:00 Uhr
Raum 1.203
Apl.-Prof. Dr. Friedrich Jaeger
Ist der Mensch, was er isst? – Zur Geschichte des Essens
und der Ernährung (Stufu, 2-4 CPs + B.A. KuRe Geschichte, 5 CPs)
Mit der Geschichte des Essens thematisiert das Seminar ein
Grundphänomen menschlicher Lebenspraxis, das zahlreiche Perspektiven eröffnet. Mögliche Themen sind: Ernährungspraktiken und Hungerkrisen von der Frühgeschichte
bis zur Gegenwart; Forschungsfelder einer Kulturanthropologie und Soziologie des Essens; die Rolle des Geschmacks
im Kontext einer kulturwissenschaftlichen Theorie der Sinne; die Geschichte der Genussmittel; die theologische Bedeutung des Abendmahls als einer kommunitären religiösen Praxis; die Rolle des Essens in Moralphilosophie und
politischem Denken; das Urban Gardening als neuer gesellschaftlicher Trend; die Bedeutung des Faktors Ernährung in
den ökologischen Debatten um Nachhaltigkeit, Fleischkonsum, Veganismus und Konsumentenethik u.a.m.
ständnis des Abendmahls, 1980; Lemke, H., Politik des Essens. Wovon die
Welt von morgen lebt, 2012; Menninger, A., Genuss im kulturellen Wandel. Tabak, Kaffee, Tee und Schokolade in Europa (16.-19. Jahrhundert),
2008; Montanari, M., Der Hunger und der Überfluß. Kulturgeschichte der
Ernährung in Europa, 1993; Tannahill, R., Kulturgeschichte des Essens.
Von der letzten Eiszeit bis heute, 1973.
donnerstags, 17:30 – 19:00 Uhr
Raum 1.153
Aladdin Sarhan
Genese und Ideologie des Terrornetzwerks „Islamischer
Staat“ (Stufu, 2-4 CPs)
Während der letzten zwei Jahre konnte sich der so genannte Islamische Staat (IS) als ein einflussreiches Terrornetzwerk
etablieren und al-Qaida die Führung der internationalen
Jihadisten-Szene streitig machen. Durch Verbrechen gegen
die Menschheit in Syrien, Irak und Libyen zieht der IS immer
wieder die Aufmerksamkeit der Medien auf sich. Der Umstand, dass der IS bei Terrorakten in europäischen und außereuropäischen Staaten als Drahtzieher und/oder Anstifter
in Erscheinung tritt, sorgt darüber hinaus für ein Klima der
Angst und Verunsicherung. Obwohl die Mehrheit der Muslime die Denk- und Handlungsmuster des IS ablehnt, erklärt
sich der IS-Anführer Abu Bakr al-Baghdadi zum „rechtmäßigen Kalifen“ aller „wahrhaften“ Muslime. Er bringt damit
sein Ziel zum Ausdruck, die gesamte Staatengemeinschaft
den Rechtsnormen eines vermeintlich wahren Islam salafistischer Ausrichtung zu unterwerfen. Der Erfolg des IS lässt
sich u.a. darauf zurückführen, dass er sich einer mehrdimensionalen Kampfstrategie bedient und weiterhin Menschen
muslimischen Glaubens aus aller Welt – auch aus Deutschland – zum Kampf in seinen Reihen mobilisiert. In diesem
Zusammenhang erweisen sich seine Ideologie und Propaganda als effektive Mobilisierungsressourcen. Das Seminar
hat die Genese und Ideologie des IS zum Thema. Zudem
werden Beispiele für die IS-Propaganda diskutiert und mithilfe kulturwissenschaftlicher Methoden analysiert.
Sa., 14.01., 10:00 – 18:00 Uhr
Sa., 28.01., 10:00 – 18:00 Uhr
Sa., 04.02., 10:00 – 18:00 Uhr
Raum 1.203
Dr. Thomas Urban
Von der Quelle zur Erfolgsgeschichte? Die Historie von
Familienunternehmen und ihr Nutzen für die Zukunft
(Stufu, 2–4 CPs)
History matters! Aber trifft dies auch auf Familienunternehmen zu? Im Seminar wird es zum einen darum gehen, wie
sich ausgewählte Unternehmen seit ihrer Gründung im Generationen- und Zeitverlauf zu verschiedenen, nach wie vor
Veranstaltungsverzeichnis
hochaktuellen Themen (u.a. Einfluss der Frauen in der Unternehmerfamilie, Nachfolgefrage, Eigentumsstruktur, Umgang mit Krisen) positionierten und ihr Überleben sicherten
bzw. aufgeben mussten. Zum anderen stehen Fragen wie
diese im Fokus: Wie deuten Familienunternehmen heute
ihre Geschichte, und welchen Nutzen hat die Historie für
ihr künftiges Handeln? Wie wichtig sind Quellen, um „Geschichte schreiben“ zu können? Drohen Unternehmen im
digitalen Zeitalter „Gedächtnisverlust“ und Geschichtslosigkeit? Diese Aspekte sollen auch im Rahmen einer Exkursion zum Westfälischen Wirtschaftsarchiv in Dortmund
geprüft und diskutiert werden.
Literatur:
H. Berghoff: Moderne Unternehmensgeschichte. Eine themen- und
theorieorientierte Einführung, 2. Aufl. Berlin 2016; H. James: Familienunternehmen in Europa. Haniel, Wendel und Falck. München 2005; S.
Klein: Familienunternehmen, 2. Aufl. Wiesbaden 2004; A. Schug: History
Marketing. Ein Leitfaden zum Umgang mit Geschichte in Unternehmen.
041
Interessen, die zyklisch wiederkehrende Verständnislosigkeit von Orient und Okzident, vorgeschobene und echte
religiöse Interessen dreier monotheistischer Religionen an
einem Ort. – Jerusalem, die Heilige Stadt, wurde zum Inbegriff nationaler Identität zweier Völker, deren Ansprüche seit
dem 19. Jahrhundert im Widerstreit liegen.
Die Übung wird sich den religiösen und kulturellen Aspekten des vor unseren Augen ausgebrochenen Konflikts und
seiner Vorgeschichte widmen. Zu diesem Zweck werden
auch die am Konflikt beteiligten Völker und ihre allesamt
im Orient entstandenen Religionen vorgestellt sowie deren
gemeinsame Geschichte nachgezeichnet. Jenseits oberflächlicher Kommentare und pauschaler Schuldzuweisungen wird eine tiefgründige Auseinandersetzung mit der
gegenwärtigen Situation angestrebt. Aus geschichtlichen
Beispielen werden Möglichkeiten für eine Bewältigung der
Gegenwart und der Gestaltung einer lebenswerteren Zukunft im Orient gesucht.
Bielefeld 2003.
Literatur:
Teilnehmerbegrenzung: 20
Donner, Herbert: Geschichte des Volkes Israel und seiner Nachbarn in
Grundzügen I/II. Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht, 1984
verbindliches Planungstreffen: Do., 27. Oktober 2016,
09:00 – 10:00 Uhr, Raum 1.153
Fr., 25.11., 09:00 – 15:00 Uhr, Raum wird noch bekannt
gegeben
Sa., 26.11., 10:00 – 16:00 Uhr, Raum 1.203
Fr., 09.12., 10:00 – 16:00 Uhr,
(Westfälisches Wirtschaftsarchiv Dortmund)
Sa., 10.12., 10:00 – 16:00 Uhr, Raum 1.153
Prof. Dr. theol. habil. Dr. phil. Dr. h.c. Dieter Vieweger
Keine Posaunen vor Jericho? Biblische Geschichten und
Geschichte - ein kritischer Vergleich (Stufu, 2-4 CPs)
Erwartet wird die aktive Teilnahme an einer Prüfung biblischer und altorientalischer Texte sowie von Funden, die
die Geschichte der ersten Hälfte des 1. Jahrtausends vor
Christus in Palästina erhellen. Was wissen wir von dieser
Geschichte – und was wird im Alten Testament berichtet?
Literatur:
Vieweger, Dieter: Archäologie der biblischen Welt. 4. Aufl. Gütersloh
2012.
donnerstags, 08:30 – 10:00 Uhr (Beginn: 03.11.)
Raum 2.272
Prof. Dr. theol. habil. Dr. phil. Dr. h.c. Dieter Vieweger
Wem gehört Jerusalem? Der Nahostkonflikt - dargestellt
am Hotspot Jerusalem. (B.A. KuRe, 5 CPs + Stufu, 2-4
CPs)
Der gegenwärtige Konflikt um Palästina ist nur ein Höhepunkt der Auseinandersetzungen im Nahen Osten, die
diese Region während ihrer gesamten Geschichte begleitet haben. Hier spiegeln sich jahrhundertealte politische
Krämer, Gudrun: Geschichte Palästinas: Von der osmanischen Eroberung
bis zur Gründung des Staates Israel. München: Beck, 2002
Vieweger Dieter: Streit ums Heilige Land. Was jeder vom israelisch-arabischen Konflikt wissen sollte, Gütersloh 5. Auflage 2015.
donnerstags, 10:15 – 11:45 Uhr (Beginn: 03.11.)
Raum E.109 (außer am 24.11. >D.476, am 01.12., 19.01.,
26.01. >2.303)
STUFU: KÜNSTLERISCHE FORSCHUNG
Prof. Dr. Constanze Schulze
Forschungsperspektiven und Zugänge zur Kinderzeichnung (Stufu, 2-4 CPs)
Kinder malen und zeichnen, um verschiedenste Erfahrungen, emotionales Erleben, spontane Assoziationen und Zukunftsvisionen mittels bildnerisch-symbolischer Mittel auszudrücken und aktiv zu gestalten. Folglich scheint sich die
Kinderzeichnung hervorragend für ein erweitertes Verstehen u.a. kindlicher Wahrnehmungs- und Erlebnisweisen mit
Blick jeweils auf die individuellen Ausprägungen zu eignen.
Die bis heute entwickelten Interpretationsmodelle verweisen deutlich darauf, welche Potenziale Kinderzeichnungen
und deren Gebrauch in den unterschiedlichsten therapeutischen und pädagogischen Anwendungsbereichen, aber
auch zu Forschungszwecken bieten. Dabei sind vor allem
die ästhetischen Dimensionen, die implizite Mehrdeutigkeit
und Perspektivenvielfalt dieses speziellen Ausdrucksmediums zu berücksichtigen. Faszinierend für Forschungszusammenhänge ist u.a., dass die zeichnerische Entwicklung
offensichtlich unabhängig von kulturellen Vorgaben, bei
Kindern und Jugendlichen annähernd gleich verläuft (vgl.
u.a. Glas 2011).
042
Anhand vorliegender und eigens gesammelter Kinderzeichnungen aus verschiedenen alltäglichen, therapeutischen,
pädagogischen und interkulturellen Entstehungskontexten
sollen im Seminar gemeinsam Forschungsfragen entwickelt
und kritisch diskutiert werden im Hinblick auf weitere forschende Auseinandersetzungen.
Sa., 05.11., 14:00 – 17:00 Uhr, Raum 1.151 (Vorbesprechung)
So., 06.11., 12:00 – 18:00 Uhr, Exkursion – Folkwang Museum Essen
Sa., 03.12., 12:00 – 17:00 Uhr, Raum E.110
So., 04.12., 12:00 – 17:00 Uhr, Raum E.110
Das Seminar will Forschungsansätze und -perspektiven mit
den folgenden Schwerpunkten thematisieren:
Termin wird rechtzeitig über UWE bekannt gegeben: Exkursion Folkwang Museum Essen; Gespräch mit Kurator Florian Ebner
•
•
•
•
Entwicklung des bildnerisch-symbolischen Ausdrucksverhaltens von Kindern & Jugendlichen,
Spezielle Phänomene und Besonderheiten in der Kinderzeichnung und im jugendkulturellen Ausdruck,
Mehrdimensionale Interpretationsmodelle der Kinderzeichnung,
Kinderzeichnung als Forschungsinstrument.
Teilnehmerbegrenzung: 25
Fr., 20.01., 15:45 – 20:00 Uhr, Raum 2.303
Sa., 21.01., 09:00 – 15:30 Uhr, Raum D.492
Fr., 03.02., 15:45 – 20:00 Uhr
Sa., 04.02., 09:00 – 15:30 Uhr
Raum 2.303
STUFU: KUNSTWISSENSCHAFT
Sarah Sandfort, M.A.
Dancing with Myself – Selbstporträt und Selbsterfindung
in der zeitgenössischen Kunst (Stufu, 2-4 CPs)
Im Herbst präsentiert das Museum Folkwang Werke aus der
Sammlung François Pinault in der Ausstellung „Dancing
with Myself. Selbstporträt und Selbsterfindung“. Als gemeinsamen Ausgangspunkt der gezeigten Arbeiten benennen die Kurator/innen Martin Bethenod, Florian Ebner und
Anna Fricke in der Pressemitteilung den eigenen Körper
der Künstlerin oder des Künstlers, um die Auseinandersetzung mit dem Selbst jenseits des klassischen Selbstporträts
zu thematisieren: Die leibliche Präsenz im eigenen Werk,
der Körper, soziale oder sexuelle Identität, Humor oder
Melancholie sind Akteur oder Material für die künstlerische
Arbeit.
Im Seminar werden wir die Ausstellung im Museum
Folkwang besuchen und uns mit Werken aus den Gattungen
Malerei, Fotografie, Skulptur und Video auseinandersetzen.
Bei Künstler/innen wie Cindy Sherman, Gilbert & George,
Adel Abdessemed oder Lili Reynaud-Dewar fragen wir nach
der Inszenierung des Selbst’ und beschäftigen uns in den
Blockveranstaltungen mit Geschichte und Theorie künstlerischer Selbstdarstellung. Ein Gespräch zur Ausstellung,
ihrem Thema und ihren Hintergründen mit Kurator Florian
Ebner rundet im Dezember unsere Erkundungen ab.
Teilnehmerbegrenzung: 20
Prof. Dr. h .c. Walter Smerling
Luther und die Avantgarde. Die Auswirkungen der Reformation auf die Bildende Kunst (Stufu, 2-4 CPs)
Martin Luther hat die Welt verändert. Er hatte eine feste
Haltung, die er mit absoluter Überzeugung artikulierte. Anlässlich des 500. Reformationsjubiläums nehmen wir diesen
so wesentlichen Charakterzug zum Anlass, den Blick auf die
Kunst als Gradmesser für Reflexion, Haltung und kritisches
Vordenken zu richten und die avantgardistische Rolle bei
heutigen KünstlerInnen zu hinterfragen. Wie ist ihre Haltung? Was verändern sie?
Das Seminar vermittelt Einblicke in Theorie und Praxis bei
der Umsetzung des Ausstellungsvorhabens „Luther und die
Avantgarde“. Schwerpunktbereiche sind: Kuratierung, Ausstellungsgestaltung, Ausstellungsorganisation und Marketing.
Fr., 25.11., 14:00 – 20:00 Uhr, Raum 1.153
Sa., 26.11., 10:00 – 17:00 Uhr, Raum E.061 Casino
Fr., 16.12., 14:00 – 20:00 Uhr
Sa., 17.12., 10:00 – 17:00 Uhr
Raum 2.273
Prof. Dr. phil. Claus Volkenandt
Die Kunst der „Goldenen Zwanziger“ (Stufu, 2-4 CPs)
Die Kunst der 1920er Jahre zeichnet sich durch eine Vielzahl
von Kunstrichtungen aus. Es ist die Epoche der „Ismen“:
Dadaismus, Expressionismus, Konstruktivismus, Verismus
(Neue Sachlichkeit), Surrealismus … Ebenso aber gehören
die politische Collage und der Film fest in diese Zeit. Das
Seminar versucht exemplarisch Einblick in die verschiedenen Kunstrichtungen zu geben, um sich auf die Weise eine
Physiognomie der Zeit zu erarbeiten.
Literatur:
Uwe M. Schneede (Hg.)., Die zwanziger Jahre. Manifeste und Dokumente
deutscher Künstler. Köln 1979 und Gottfried Boehm e.a. (Hgg.), Canto
d’amore. Klassizistische Moderne in Musik und bildender Kunst 1914 –
1935. Basel/Bern 1996
donnerstags, 14:00 – 15:30 Uhr
Raum 2.288
Veranstaltungsverzeichnis
STUFU: LITERATURWISSENSCHAFT
Prof. Dr. phil. Julia Genz
Kafka: Der Proceß (Stufu, 2-4 CPs)
Kafkas 1914-15 entstandener Roman Der Proceß wirkt auf
den ersten Blick fertiger und klarer als manch andere Kafka-Fragmente: Es gibt einen Anfang und einen Schluss,
die Schuld von Josef K. steht von Anfang an fest, auch das
tödliche Ende ist absehbar. Dazwischen aber bleibt vieles
rätselhaft und unklar: Worin besteht die Schuld? Wer ist der
Urheber des Prozesses? Was hat es mit dem Besuch von
Josef K. im Dom auf sich? Wir werden uns dem Text über
ein close reading-Verfahren nähern und dabei die historisch-kritische Ausgabe von Malcolm Pasley zu Rate ziehen,
denn die bekannte Ausgabe von Max Brod weist viele Korrekturen auf, die der Freund Kafkas eigenmächtig am Text
vorgenommen hat. Kafka lesen heißt auch, den Text genau
zu lesen, sich der vielen Widersprüche bewusst zu werden
und in ihrer Widersprüchlichkeit zu deuten.
Bitte anschaffen und vorher lesen: Der Proceß. Herausgegeben von Malcolm Pasley. Frankfurt/Main 2002 (auch als
Taschenbuch erhältlich)
donnerstags, 14:00 - 15:30 Uhr
Raum 2.273 (außer am 10.11., 17.11. >1.152)
Dr. phil. Morton Münster
Queer in der Literatur (Stufu, 2-4 CPs)
In dieser Veranstaltung wollen wir uns der ‚queeren‘ Literatur systematisch annähern. Denn nicht nur das Motiv queer
in der Literatur, das sich mal nur im Verborgenen, mal sehr
deutlich zeigt, sondern auch die Motivation hinter dieser
Literatur sind zu beleuchten. Dabei werden wir versuchen,
anhand exemplarischer Werke eine Entwicklung queerer Literatur nachzuzeichnen.
Wichtigste Primärtexte zur Lektüre vor Veranstaltungsbeginn:
Armistead Maupin „Stadtgeschichten“, Edward Albee „Wer hat Angst vor
Virginia Woolf“, Patricia Nell Warren „Der Langstreckenläufer“, Federico
García Lorca „Yerma“.
Fr., 25.11., 16:00 – 19:30 Uhr
Sa., 26.11., 10:00 – 15:00 Uhr
Raum 2.288
Fr., 13.01., 16:00 – 19:30 Uhr
Sa., 14.01., 10:00 – 15:00 Uhr
Raum 2.272
Fr., 03.02., 16:00 – 19:30 Uhr
Sa., 04.02.., 10:00 – 13:00 Uhr
Raum 2.272
043
STUFU: MEDIZIN
Prof. Dr. med. vet. Jan Ehlers, Hubert Truebel, Thomas
Mondritzki, Philip Boehme
„Digital Medicine - how data will change the way we
treat“ (Stufu, 1 CP)
Personalisierte und integrierte Gesundheitsversorgung ist
nicht nur der Schwerpunkt der Universität Witten, sondern
auch eines der führenden Themen im gesamten Gesundheitsmarkt. Zusammen wollen wir über die Chancen und
Herausforderungen der zunehmenden Digitalisierung in
der Medizin diskutieren. Dabei werden immer mehr auch
sogenannte „Wearables“ (z.B. Armbänder zur Überwachung von Vitalparametern oder der Aktivität) eingesetzt,
die es dem Arzt ermöglichen, dezentral 24 Stunden den
Patienten zu überwachen. So könnte es in der Zukunft
möglich sein, dass Patienten aus dem Krankenhaus immer
früher nach Hause verlegt werden, wo sie mittels moderner Technologie weiter betreut werden können und so die
stationäre Versorgung entlastet wird. Ist dies eine Chance,
Patienten trotz Krankheit in ihrem sozialen Umfeld zu belassen und vor multiresistenten Krankenhauskeimen zu schützen oder sinkt hierdurch die medizinische Versorgungsqualität? Hierzu könnten digitale Visiten und Versorgung
durch mobile Krankenpflege genutzt werden. Gerade auch
strukturschwache Regionen mit schlechter Versorgung
könnten profitieren. Doch wie schafft man es, die Arzt-Patienten-Beziehung in den Mittelpunkt zu stellen? Das Projekt
„gesundes Kinzigtal“, von Helmut Hildebrandt ins Leben
gerufen, könnte ein Beispiel sein. Kürzlich wurde Herr Hildebrandt für seinen Einsatz um eine verstärkte integrierte
Versorgung mit der Ehrendoktorwürde der Fakultät für Gesundheit der UW/H geehrt. Die Entwicklung, weg von einer
fragmentierten Versorgung hin zu einer wirklich integrierten
Versorgung, könnte z.B. durch die Digitalisierung mit Abbau von Barrieren zwischen den Schnittstellen durch besseren Informationsfluss beschleunigt werden. Doch schafft
man es, die Daten sicher zu verwahren und die Privatsphäre
zu schützen? Was könnte die zunehmende Digitalisierung
für Entwicklungsländer bedeuten? Werden sie abgehängt
oder ergeben sich durch eine größere Flexibilität bei dem
Einsatz digitaler Strukturen gar Chancen? Welche Rolle
werden Versicherungen in Zukunft spielen? Werden Sie uns
durch Einsatz von Telehealth-Technologien in Zukunft dauerhaft überwachen, um so unsere Police individuell anpassen? Ist das gefährlich für unser solidaritätsbasiertes Gesundheitssystem oder schafft es mehr Gerechtigkeit durch
eine Risikoanpassung?
Genau über diese Fragen wollen wir mit Euch und mit Experten diskutieren. Dazu werden wir gemeinsam die diverse
Literatur sichten und interessante Referenten aus Industrie
und von Universitäten einladen, die Projekte vorstellen und
zusammen beleuchten, welche Veränderungen die zunehmende Datennutzung für unsere Gesundheitsversorgung
bringen wird.
Teilnehmerbegrenzung: 25
044
Prüfungsmodus: regelmäßige Anwesenheit (max. eine Fehleinheit) und Abgabe einer kompakten schriftlichen Ausarbeitung als Gruppenarbeit
Donnerstags, 18:00 – 20:00 Uhr im zweiwöchigen Abstand
Ort: Bayer Forschungszentrum Wuppertal (Apratherweg
18, 42113 Wuppertal) und online Übertragung
Diethard Tauschel, Dr. med. Friedrich Edelhäuser, Nicolas
Aschoff
Ringvorlesung: Weltgesundheit – Soziale Verantwortung
global denken (Stufu, 1-2 CPs)
Nur einem Bruchteil der Weltbevölkerung steht medizinische und psychologische Betreuung, wie sie bei uns für
selbstverständlich erachtet und gelehrt wird, zur Verfügung.
Warum ist das so?
Was macht Wohlstand mit der Gesundheit und umgekehrt?
Was Armut?
Wie ist die medizinische Situation in anderen Teilen der
Welt?
Wie begegne ich eigentlich völlig anderen Auffassungen
von Medizin, Gesundheit, Krankheit und Menschlichkeit?
Welche Möglichkeiten der Begegnung und des Von-Einander-Lernens und welche Wege zum Ausgleich mit Menschen in anderen Kulturkreisen und Lebenssituationen gibt
es?
Wie weit geht soziale Verantwortung und wie viel soziale
Verantwortung geht aus der Freiheit hervor in einem der
wohlhabendsten und einflussreichsten Länder der Welt studieren zu dürfen?
Die Initiative Weltgesundheit, eine Kooperation zwischen
dem Integrierten Begleitstudium Anthroposophische Medizin und dem gemeinnützigen Verein L’appel Deutschland e.V. will Studierende einladen, eigene Antworten auf
diese Fragen zu finden. Hauptarbeitsfeld wird das Studium Fundamentale sein. In dessen Rahmen führen wir die
Vortrags- und Seminarreihe „Ringvorlesung – Ansteckend
neue Wege in der Medizin“ unter dem Titel „Soziale Verantwortung global denken“ fort. Fakultätsübergreifend
werden die Themen humanitäre Hilfe, Global Health, globale Aspekte der mentalen Gesundheit und die Reflektion
der eigenen Geisteshaltung (Privilegienbewusstsein, Rassismuskritik) behandelt.
STUFU: ÖKONOMIE
Prof. Dr. Sabine Bohnet-Joschko
Healthcare Innovation Camp: Apps for Health (Stufu, 2-4
CPs)
Die Digitalisierung hat längst Einzug in das Gesundheitswesen gehalten, hier bieten sich viele unternehmerische
Chancen für die Verbesserung der Gesundheitsversorgung
durch den Einsatz mobiler Kommunikationstechnologien.
Bei akuten und chronischen Erkrankungen können mHealth-Anwendungen ein besseres Selbstmanagement unterstützen, neue Kommunikationswege mit Ärzten und
Therapeuten erschließen, Peer-Beratung in Selbsthilfe-Communities erleichtern.
Präventiv liefern sie Gesundheitsinformationen, sie fördern
gesunde Ernährung, zählen unsere Schritte für mehr Bewegung, vielleicht erinnern sie an Vorsorgetermine, leiten zu
Achtsamkeit an oder joggen unser Gehirn.
Auch der Trend zur Gamification macht vor der Gesundheitswirtschaft nicht Halt: „Games for Health“ können spielerisch von Schmerzen ablenken, das Training motorischer
Fähigkeiten unterstützen und Gesundheitswissen unterhaltsam vermitteln.
Das Healthcare Innovation Camp „Mobile Health“ bietet
25 ausgewählten Studierenden von NRW-Hochschulen die
Möglichkeit, sowohl Grundwissen zur Gesundheitswirtschaft und „Mobile Health“ zu erwerben als auch erste Erfahrungen im Gründungsprozess zu sammeln.
Teilnehmen können Studierende aller Fachrichtungen und
Semester.
Interesse und Begeisterung sind erforderlich, spezifische
Vorkenntnisse nicht.
Die Wittener Gründerwerkstatt „Mobile Health“ wird von
der Walcker-Stiftungsprofessur für Management und Innovation im Gesundheitswesen der Universität Witten/Herdecke in Zusammenarbeit mit dem EZW Entrepreneurship
Zentrum ausgerichtet:
Kontakt: [email protected]
Zeit: 07. - 09. Oktober (Beginn und Raum werden rechtzeitig über UWE bekanntgegeben)
Termine und Ort entnehmen Sie bitte UWE
Prof. Dr. Sabine Bohnet-Joschko
Gründerwerkstatt (Stufu, 4-8 CPs)
(Hintergrund: Durch Umstellung der Studiengänge wird
die langjährig etablierte Gründerwerkstatt in der Fakultät
für Wirtschaftswissenschaft zukünftig das Absolvieren einer
Reihe von BWL-Pflichtveranstaltungen voraussetzen – da-
Veranstaltungsverzeichnis
045
mit ist das Veranstaltungsformat für Nicht-Managementstudierende quasi nicht mehr zugänglich. Für Entrepreneurship-Interessenten aller anderen Studiengänge wird diese
Gründerwerkstatt eröffnet.)
Literaturempfehlung:
Unternehmerisches Denken findet sich in allen Fakultäten
der Universität Witten/Herdecke. In der Stufu-Gründerwerkstatt entwickeln Studierende durch die Ausarbeitung
einer eigenen Gründungsidee ein erstes Verständnis für
betriebswirtschaftliche Zusammenhänge und für die Herausforderungen des Unternehmertums. In einem strukturierten Prozess werden Teams von der Ideenfindung über
Markterkundung, Finanzierung, Rechtsfragen bis zum Pitch
der Gründungsidee vor einem Expertengremium begleitet.
Musikalische Vorkenntnisse werden nicht vorausgesetzt.
donnerstags, 14:00 – 17:00 Uhr
Raum 1.153
Prof. Dr. Sabine Bohnet-Joschko
Corporate Social Responsibility (Stufu, 2-4 CPs)
Interdependenzen zwischen Unternehmen und ihrer Umwelt werden gesellschaftlich verstärkt kritisch wahrgenommen. Seit Anfang der 90er Jahre werden die daraus resultierenden Herausforderungen für Unternehmen unter dem
Begriff der „Corporate Social Responsibility“ diskutiert.
Die Veranstaltung gibt einen Überblick zu grundlegenden
Konzepten, zeigt anhand von Fallstudien die praktische Relevanz der Thematik für Unternehmen verschiedener Branchen und Größen und gibt Einblick in Entwicklungstrends.
Fr., 27.01., 15:00 – 19:00 Uhr, Raum 1.203
Sa., 28.01., 09:00 – 18:00 Uhr, Raum 2.288
So., 29.01., 09:00 – 18:00 Uhr, Raum 1.203
STUFU: PHÄNOMENOLOGIE DER MUSIK
Dr. des. Alexander Gurdon., UMD Ingo Ernst Reihl
„Barfuß auf dem Eise“ – Schuberts „Winterreise“ als Prozess des Wandels und musikalischer Selbstreflexion
(Stufu, 2-4 CPs + B.A. KuRe Phän. der Musik, 5 CPs)
Franz Schuberts 24teilige „Winterreise“ nach Wilhelm Müller, die er selbst als einen „Zyklus schauerlicher Lieder“
bezeichnete, ist zu einem Sinnbild von kompositorischer
und dichterischer Auseinandersetzung mit Abschied und
Hoffnungslosigkeit geworden. Doch hinter allen Liedern
liegt eine ebenenreiche Schicht aus Selbstreflexion und
musikalischer Kommentierung, die Einblick in Schuberts
Dramaturgie und nuancenreiche Gestaltung gewährt. In
diesem Seminar soll somit neben der Annäherung an Wort
und Klang besonders die Auseinandersetzung mit jenem
Phänomen der auf sich selbst verweisenden Musiksprache
der „Winterreise“ stehen, an der sich bis heute zahlreiche
Interpreten, Schriftsteller, Wissenschaftler und Komponisten abarbeiten.
Bostridge, Ian: Schuberts Winterreise. München: C. H. BeckH. Beck, 2016.
Hörempfehlung:
Christoph Prégardien (Tenor), Andreas Staier (Klavier), Teldec, 1997.
donnerstags, 15:45 – 17:15 Uhr
Raum 1.152 (außer am 27.10., 24.11., 15.12., 12.01. >2.273)
Dr. phil. Alexander Jakobidze-Gitman
Musikalische Inszenierung der Sujektivität (Stufu, 2-4 CPs)
Die Musik ist die Kunst, die am engsten mit der Seele des
Menschen, mit seinen Gedanken und Empfindungen, verknüpft wurde und wird. Da man seit dem Deutschen Idealismus unter dem Subjekt das erkennende Ich (aber auch das
erlebende oder empfindende) versteht, ist es kein Wunder,
dass, sobald die Epoche ein Interesse an Subjektfragen
fasste, eine Resonanz mit der musikalischen Produktion, Reproduktion und Rezeption nicht ausblieb. Wer könnte aber
als ein „musikalisches Subjekt“ fungieren? Die meisten würden hier zunächst an den Komponisten – und etwa seltener
an den Interpret denken: Bruckner spricht zum lieben Gott,
Tschaikowsky über sein unglückliches Privatleben, Beethoven über seine Kämpfe. Allerdings zählt für eine „kulturwissenschaftlich informierte Denkweise“ die Ansicht, die Musik drücke die menschlichen Gefühle oder die Innerwelt des
Komponisten aus, zu den banausischen Irrtümern. Subjektivität bzw. das individuelle Bewusstsein sei ja keine Naturanlage, sondern das Produkt einer sozialen „Erziehung“, das
kulturell bedingt ist und sich u.a. anhand der Musik künstlich konstruieren lässt. Das Seminar geht der Frage nach,
wie durch die Musik Subjektivität oder Individualität gebildet, inszeniert und geäußert werden können. Praktisch werden wir uns mit Musikstücken unterschiedlicher Epochen
und Stilen, philosophischen und kulturhistorischen Texten,
sowie mit den Texten von Philosophen, Kulturhistorikern
und vor allem Komponisten (deren Briefe, Manifesten oder
Aufsätze) befassen. Musikalische Vorkenntnisse werden
nicht unbedingt vorausgesetzt.
donnerstags, 12:00 – 13:30 Uhr
(bis zu den Weihnachtsferien)
Raum E.110 (außer am 01.12. >E.061 Casino)
zusätzlich ein Blockseminar
Sa. 14.01.17., 09:00 – 16:00 Uhr, Raum E.061 Casino
PD Dr. phil. Steffen Schmidt
Politik des musikalischen Hörens (Stufu, 2-4 CPs + B.A.
KuRe Phän. der Musik, 5 CPs)
In der Veranstaltung stehen unterschiedliche Zugänge zum
musikalischen Hören zur Diskussion. Ausgangspunkt ist die
Forderung K. Stockhausens nach einem „kreativen Hören“.
Ein philosophischer Zugang, wie er durch J.L. Nancys „Zum
Gehör“ (Berlin Merve: 2014) ausgeführt ist, dient einer genaueren Lektüre. Zu dieser Lektüre vergleichend stehen
046
Autoren der Musikwissenschaft (Besseler, Georgiades,
Dahlhaus, Adorno, Stockhausen, Zender) sowie der Kulturwissenschaft (Barthes, Flusser).
Literatur:
Ralf Konersmann (2003). Kulturphilosophie. Zur Einführung.
Hamburg: Junius.
Dirk Baecker, Matthias Kettner & Dirk Rustemeyer (Hg.) (2008). Über
Ziel der Veranstaltung ist es, eine „Ästhetik des Rezeptiven“
(Thomä) zu entwerfen, die dem derzeit viel diskutierten
Kreativitätsbegriff ergänzend an die Seite gestellt werden
kann. Studierende werden angeleitet, experimentelle Settings zum Hören zu entwickeln. Der Kurs wendet sich an alle
Studierenden der Universität und bietet die Möglichkeit,
Grundlagen der musikalisch ausgerichteten und phänomenologisch orientierten Kulturwissenschaft zu gewinnen.
Literatur:
Eine genauere Literatur- und Hörliste wird 2. Wochen vor Veranstaltungsbeginn an die Teilnehmer übermittelt.
Fr., 11.11., 15:00 – 21:00 Uhr
Sa., 12.11., 10:00 – 18:00 Uhr
Raum 1.203
Fr., 20.01.., 15:00 – 21:00 Uhr
Sa., 21.01., 10:00 – 18:00 Uhr
Raum 2.288
STUFU: PHILOSOPHIE
Dr. phil. Kerrin Jacobs
Philosophie als Kulturreflexion (Stufu, 2-4 CPs)
In diesem Seminar werden wir uns auf den Begriff der Kulturreflexion einlassen und die philosophische Praxis als
eine besonderen Modus der Kulturreflexion, neben möglichen anderen wie z.B. der Kunst, genauer beleuchten. Es
lässt sich statuieren, dass Kulturreflexion die eigentümliche
Produktivität von Kulturprozessen thematisiert, und diese
Reflexion selbst eine dringend erforderliche Ressource zur
Beschreibung und Kritik moderner Gesellschaften darstellt.
Wir werden zusammen nachvollziehen, warum Kulturpraxis
zu reflektieren auch bedeuten muss, die gewonnenen Erkenntnisse im kritischen Sinne nutzbar zu machen für eine
Diskussion um globales und ökologisch kluges Agieren.
Philosophieren im Sinne der Kulturreflexion fordert uns immer dazu auf, Vergleiche anzustellen, d.h. (eigne) kulturelle
Praktiken und Zustände in Relation zu anderen Kulturpraktiken und Reflexionsparadigmen zu setzen. Entsprechend
ist es auch ein Ziel dieses Seminars über das der Kulturreflexion eingeschriebene, interdisziplinär-wissenschaftliche
Forschungsprogramm eines Einklangs einer „Kultur der
Gründe“ mit den spezifischen „Begründungen von Kultur“
nachzudenken. Wir werden also nicht nur unterschiedliche
Kulturbegriffe und entsprechende theoretische Modellierungen von Kultur kennenlernen, sondern zusammen das
Kulturreflexive von Kritik und das Kritische der Kulturreflexion anhand von ausgewählten Schriften (z.B. Cassirer, Bourdieu, Colson, Luhmann, Douglas etc.) erarbeiten.
Kultur. Theorie und Praxis der Kulturreflexion. Berlin: transcript.
donnerstags, 12:00 – 13:30 Uhr
Raum 2.303 (außer am 24.11. >1.181, am 12.01. >E.109)
Dr. phil. Kerrin A. Jacobs
Religionsphilosophie - Eine kleine Typologie der Frage
nach dem „großen Plan“ (Stufu, 2-4 CPs)
In diesem Seminar wird es u.a. um eine systematische Erschließung von religionshistorischen Fragestellungen gehen, die sich (z.B. mit Winfried Löffler 2006) typologisieren
lassen: (1) werden wir uns der Analyse religiöser Gefühle
widmen (z.B. als existenzieller Gefühle mit Ratcliffe 2009),
die den Selbst- und Weltbezug von Personen prägen können, (2) fragen wir uns, was religiöse Phänomene wesentlich
auszeichnen soll und worin (3) entsprechend die Eigenarten religiöser Erklärungsmuster für lebensweltliche Praxis
bestehen. Ziel ist es, einen Strukturbegriff von Religion zu
erarbeiten, der sich einerseits vom Verständnis der Philosophie als Wissenschaft absetzt, was nicht zuletzt der religionskritischen Funktion der Philosophie geschuldet ist, zum
anderen genau die Schnittstellen zu markieren, wo eine religiöse (oder: spirituelle) Weltanschauung philosophischen
Gehalt bekommen kann.
Literatur:
Paul Copan & Chad Meister (Hg.). (2007). Philosophy of Religion. Classic
and Contemporary Issues. VCH: Wiley.
Winfried Löffler (2006). Einführung in die Religionsphilosophie.
Darmstadt: Wiss. Buchgesellschaft.
Saskia Wendel (2010). Religionsphilosophie. Reclam.
donnerstags, 14:00 – 15:30 Uhr
Raum E.110 (außer am 01.12., 19.01. >2.303)
Prof. Dr. Matthias Kettner
Ethik-POL für alle: Übungen zur Bildung moralischer
Urteilskraft (Stufu 2-4 CPs)
Die Vielfalt moralischer Probleme in allen Bereichen
menschlicher Praxis, von intimen Sozialbeziehungen und
professionellen Klientenbeziehungen bis hin zu Großkrankenhäusern und Terrorismusbekämpfung, verlangt neben
Faktenwissen vor allem Sensibilität, Unterscheidungsvermögen und geschulte normative Urteilskraft.
Ziel des Seminars ist die Bildung moralischer Urteilskraft
durch problemorientiertes Lernen. Den Leitfaden bilden
moralische Irritationen (Konflikte, Dilemmata, Entscheidungsprobleme) in konkreten Fallgeschichten, die wir teils
gemeinsam teils in Gruppen diskutieren werden. Die Teilnehmer können und sollen eigene Problemfälle einbringen,
egal aus welchem Erfahrungsbereich. Unterwegs werden
wir uns auch mit der verhexten Frage beschäftigen, „woher
Veranstaltungsverzeichnis
unserer Moral kommt“, und die nach heutigem Diskussionstand besten Antworten kennenlernen (Michael Tomasello: A Natural History of Morality (2015), gibt eine kulturgeschichtliche Antwort; Lawrence Kohlberg: Die Psychologie
der Moralentwicklung (1996), gibt eine entwicklungspsychologische Antwort). Der einfache Ausgangspunkt unserer
Übungen ist der vernünftige Kern der Alltagsmoral, wie ihn
der Philosoph Bernard Gert in Form von 10 moralischen Regeln artikuliert hat (Gert 2007: Common Morality. Deciding
What To Do).
Keine Vorkenntnis erforderlich, aber aktives Interesse am
Diskurs über Moralfragen.
donnerstags, 15:45 – 17:15 Uhr
Raum 1.181
Antonia Rohwetter
Zwischen Essentialismus und Cyberfeminismus
Genealogische Streifzüge durch feministische Positionen
in Kunst, Aktivismus und Theorie (Stufu, 2-4 CPs)
Wovon sprechen wir, wenn wir von Feminismus sprechen?
Was meinen wir, wenn wir Frau sagen? Während der politische Kampf um die Gleichberechtigung zwischen Mann
und Frau noch auf die Stärkung der Kategorie „Frau“ angewiesen war (und ist?), geht es spätestens seit Judith Butler
ebenso darum, nach der Konstituiertheit von Geschlecht
überhaupt zu fragen und diese in ihrer performativen Herstellung zu verorten. Wenn wir Geschlecht als etwas denken, das durch verkörperte Praktiken immer wieder aufs
Neue hervorgebracht wird, erscheinen die (performativen)
Künste als prädestinierter Ort, um in diese konventionalisierten Praktiken einzugreifen und zu erforschen, welche
Materialitäts- und Körperbegriffe uns das Paradigma der
Performativität überlässt. Im 21. Jahrhundert können wir
bereits auf ein breites Feld an künstlerischen Arbeiten zurückblicken, die in explizit (queer-)feministischen Kontexten
entstanden sind. Sie lassen die Unterdrückung von Frauen
und Queers sichtbar werden, fordern die normativen Repräsentationsformen des Weiblichen und Männlichen heraus und/oder spekulieren post-identitär auf die Möglichkeiten eines Lebens abseits vom binären Geschlechtermodell.
In diesem Seminar werden wir feministische und queer-feministische Positionen in theoretischer, politischer und
künstlerischer Praxis übereinanderlegen, miteinander und
gegeneinander lesen: Wie ist das post-Identitäre überhaupt denk- oder erfahrbar (ästhetisch?)? Wo bleiben wir
angewiesen auf die Erfahrungsräume, die untrennbar mit
unserer spezifischen Subjektivität verknüpft sind? Muss
ein politisch relevanter Feminismus nach den Resten von
identitären Bindungen fragen, um partikulare Ungerechtigkeiten äußern zu können? Welche Möglichkeiten bietet
das Performative als Strategie und schließt es aus, „dem
Materialismus die Treue zu halten“ (wie Donna Haraway ihr
feministisches Projekt formuliert)? In genealogischen Streifzügen von Essentialismus zu Cyberfeminismus wenden wir
uns künstlerischen, aktivistischen und theoretischen Strategien der Dekonstruktion von Geschlechterrollen zu, um
047
gemeinsam eine Perspektive für einen zeitgenössischen
Feminismus zu entwerfen.
Fr., 09.12., 17:00 – 20:00 Uhr, Raum 1.181
Sa., 10.12., 11:00 – 16:00 Uhr, Raum 1.151
So., 11.12., 10:00 – 15:00 Uhr, Raum 1.151
Fr., 13.01., 17:00 – 20:00 Uhr, Raum 2.303
Sa., 14.01., 11:00 – 16:00 Uhr, Raum D.497
So., 15.01., 10:00 – 15:00 Uhr, Raum 2.303
Prof. Dr. phil. Dirk Rustemeyer
Arabesken 2: Kontexte (Stufu Philosophie, 2-4 CPs + B.A.
KuRe Philosophie, 5 CPs)
Das Seminar verfolgt die Idee der Arabeske weiter, wobei
dem Zusammenhang von Kontext und Form besondere
Aufmerksamkeit geschenkt wird. Arabesken erzeugen als
Ziel- und zwecklose Formen den Kontext mit, aus dem
heraus sie Bedeutung gewinnen. Der Weg führt an unterschiedlichen Texten, Bildern oder Filmen vorüber, die jeweils Gelegenheit bieten, Perspektiven einer philosophischen Poetik ins Auge zu fassen.
Natürlich sind Neueinsteiger willkommen.
donnerstags, 10:15 – 11:45 Uhr
Raum 1.153
Prof. Dr. phil. Martin W. Schnell, Christine Dunger, M.Sc
Sex and the Ruhrgebiet II (Stufu, 2-4 CPs)
„Sex and the City“ ist bekannt als Fernsehserie, die auf
dem gleichnamigen Buch von Candace Bushnell basiert.
Erschaffen wurde „Sex and the City“ jedoch im November
1994 als Kolumne, die zwei Jahre lang im New Yorker Observer veröffentlicht wurde und den jeweiligen „Talk of the
Town“ thematisierte. Dadurch trug sie zur Beschreibung
und Selbstreflexion der urbanen Lebensform New York City
bei.
Das Ruhrgebiet wiederum ist ein Ballungsgebiet, in dem
auf engstem Raum unterschiedliche Kulturen in unterschiedlichen historischen Segmenten koexistieren: Bäuerliches Leben, Industrie, Werbewirtschaft und Strukturwandel
oder andere Existenzformen sind hier zu beobachten.
Ganz im Sinne einer Kolumne und zugleich orientiert am
Leitfaden der Ethnographie als Methode der Sozialforschung, sollen die Teilnehmer an ausgesuchten Orten im
Ruhrgebiet Beobachtungen durchführen, verschriftlichen
und die daraus entstandenen Texte auf einer Abendveranstaltung vorlesen.
Diese Lehrveranstaltung ist die Fortsetzung vom Sommersemester 2016 – es sind keine weiteren Anmeldungen möglich.
Termine sind bereits bekannt!
048
Prof. Dr. phil. Jürgen Werner
Das menschliche Wort. Sprachphilosophie
(Stufu, 2-4 CPs)
Das Erstaunen, mit dem das Philosophieren nach alter
Überzeugung eingesetzt haben soll, ist die heilsame Form
des Erschreckens. Wer sich wundert, ertappt sich dabei,
den bedrohlichen Anteil seiner Verstörungen durch eine
Erklärung nachhaltig zu mildern. Nur so gewinnt man Erkenntnis. Wahrscheinlich ist es Menschen ähnlich ergangen, als sie erstmals mit der Kraft ihrer Laute Bekanntschaft
machten. Worte besitzen die Macht, auf Distanz Handlungen zu erzeugen, sie können stimulieren, ermutigen, bereichern, verletzen, zerstören, töten. Jedes Nachdenken
über Sprache hat also mit diesen „göttlichsten Taten“ zu
tun, als die Gorgias die schöpferischen oder vernichtenden
Wirkungen der Worte kennzeichnete. Die Veranstaltung will
in der Auseinandersetzung mit philosophischen Texten und
Theorien eine Art Grammatik des menschlichen Handelns
entwickeln. Mehr dazu in der ersten, einführenden Sitzung.
donnerstags, 12:00 – 13:30 Uhr
Raum 2.273 (außer am 10.11., 17.11. >1.181)
STUFU: POLITIKWISSENSCHAFT
Prof. Dr. rer. pol. Reinhard Loske
Grundeinkommen und Ökonomie des Teilens – Formen
einer solidarischen Gesellschaft? (Stufu, 2- 4 CPs)
Das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) wird zunehmend als sozialpolitische Alternative zum gegenwärtigen
Sozialstaatsmodell diskutiert. Der Grundgedanke: Jede
Staatsbürgerin und jeder Staatsbürger erhält als Bürgerrecht einen grundgesetzlich zugesicherten und bedingungslos gewährten Anteil am gemeinsam Erwirtschafteten einer Gesellschaft. Dadurch könne, so das hinter
dem Konzept liegende Menschenbild, sich jedes Gesellschaftsmitglied, den ihm angemessen erscheinenden Mix
aus Erwerbsarbeit, Eigenarbeit, Familienarbeit, sozialem
Engagement oder kulturellem Schaffen frei von Druck und
Zwängen zusammenstellen. In dem Seminar soll gefragt
werden, ob das angenommene Menschenbild realistisch
ist, welche BGE-Modelle diskutiert werden, ob und wie sie
finanziert werden können und vor allem, welche wirtschaftsund gesellschaftspolitischen Folgen diese neue Sozialstaatsmodell hätte. Ein besonderes Schwergewicht wird auf
die Frage gelegt, ob das BGE eine Ökonomie des Teilens
befördern würde und zu einer solidarisch(er)en Wirtschaft
und Gesellschaft führen könnte.
Da das Seminar in Kooperation mit der Fachhochschule
Dortmund durchgeführt wird, genauer: dem Masterstudiengang „Soziale Nachhaltigkeit und demografischer Wandel“, finden die Sitzungen als Blöcke alternierend in Witten
und Dortmund statt.
Teilnehmerbegrenzung: jeweils 15 – 20 Studierende aus
Witten und Dortmund
Erste Vorbesprechung: Freitag, 28.10. um 11:00 Uhr, Raum
2.273
Freitag, 04.11., 14:00 – 18:00 Uhr, Raum 2.273
Freitag, 18.11., 14:00 – 18:00 Uhr, Fachhochschule Dortmund
Freitag, 02.12,. 14:00 – 18:00 Uhr, Raum E.110
Freitag, 16.12., 14:00 – 18:00 Uhr, Fachhochschule Dortmund
Freitag, 13.01., 14:00 – 18:00 Uhr, Raum 2.273
Prof. Dr. rer. pol. Reinhard Loske, Dr. Ray Cunningham
Was bedeutet der Brexit für die Zukunft der EU und der
deutsch-britischen Beziehungen? (Stufu, 2- 4 CPs)
Durch das Votum der britischen Bevölkerung vom Juni
2016, die EU zu verlassen, ist im Vereinigten Königreich und
in Europa eine schwierige und noch offene politische Situation entstanden. Ist Großbritannien auf dem Weg zu einem
gefährlichen Isolationismus, der sich den Realitäten des 21.
Jahrhunderts versperrt? Oder ist das Brexit-Votum eher als
verzweifeltes Stoppsignal für eine ungezügelte Deregulierung und Liberalisierung zu verstehen? Schneidet sich das
Vereinigte Königreich mit seiner Abkehr von der europäischen Integration politisch wie ökonomisch ins eigene
Fleisch? Oder hat die Europäische Union es vielleicht mit
ihren Steuerungsambitionen in die Nationalstaaten hinein
vielleicht doch übertrieben? Bleibt der Brexit ein europäischer Unfall oder wird er Nachahmer in anderen europäischen Mitgliedsstaaten finden? Wie wird sich der britische
Ausstiegsprozess konkret darstellen und wie kann die EU
diesen so gestalten, dass sie dabei glaubwürdig bleibt?
Diese und andere Fragen sollen in dem Seminar vertieft
behandelt werden. Es wird gemeinsam von Prof. Reinhard
Loske und dem britisch-deutschen Politikexperten Ray
Cunningham durchgeführt.
Das Seminar findet in englischer Sprache statt.
Fr., 27.01., 13:00 – 20:00 Uhr
Sa., 28.01., 09:00 – 18:00 Uhr
Raum E.110
zusätzlich drei Vorbereitungssitzungen (genaue Termine
und Ort werden rechtzeitig über UWE bekannt gegeben)
Dr. Norbert Malanowski
Das bedingungslose Grundeinkommen im Spiegel der
Arbeitspolitik (Stufu, 2-4 CPs)
Das bedingungslose Grundeinkommen bzw. Bürgergeld
ist bei politischen Akteuren in Deutschland – aber auch in
anderen Ländern – ein vieldiskutiertes und kontroverses
Thema. Jede Bürgerin und jeder Bürger soll diesem Ansatz nach eine gesetzlich festgelegte, finanzielle Zuwen-
Veranstaltungsverzeichnis
dung vom Staat erhalten, ohne dafür eine Gegenleistung
erbringen zu müssen. Wer jedoch über mehr Einkommen
verfügen möchte, soll dies über (klassische) bezahlte Arbeit
erreichen können.
Das Blockseminar hat zum Ziel, Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Widersprüche in den Positionen der etablierten Parteien in Deutschland bezüglich des bedingungslosen Grundeinkommens herauszuarbeiten. Darüber hinaus
werden die Positionen der Sozialpartner (Gewerkschaften
und Arbeitgeber) zum bedingungslosen Grundeinkommen
im Spiegel der Arbeitspolitik und des derzeitigen Diskurses
zu zukünftiger Arbeit reflektiert. Das Seminar wird – nach
einführenden Impulsreferaten – an allen drei Veranstaltungstagen einen ausgeprägten Workshop-Charakter haben, d.h. eine kritische Lektüre der Seminarliteratur und
eine engagierte Mitarbeit sind notwendig.
Literatur:
Schlussbericht der Enquete-Kommission (2013), „Wachstum, Wohlstand,
Lebensqualität – Wege zu nachhaltigem Wirtschaften und gesellschaft-
049
Teilnehmerbegrenzung: 50 (Studierende, die im Sommersemester wegen Überbelegung auf ihre Teilnahme verzichtet haben, werden als erste berücksichtigt.)
donnerstags, 17:30 – 19:00 Uhr
Raum 2.303 (außer am 03.11. >E.109)
Prof. Dr. phil. Hajo Schmidt
Friedensjournalismus (Stufu, 2-4 CPs)
„Friedens-“ resp. „konfliktsensitiver Journalismus“ nennt
sich ein einwöchiges Blockseminar, das von Claus Eurich
(TU Dortmund) und mir im Wintersemester vom 06. – 10.
Februar 2017 in der Ev. Akademie Schwerte-Villigst durchgeführt wird. Neben der medienerfahrenen Gruppe der
Studentinnen und Studenten des Instituts für Journalistik
der TU Dortmund können auch diesmal politik- und medieninteressierte, ggf. auch journalistisch erfahrene Stufu-Studierende der UW/H teilnehmen.
lichem Fortschritt in der Sozialen Marktwirtschaft“ (Kapitel Arbeit und
Nachhaltigkeit, S. 671-708), IW policy paper 11/2016: „Bedingungsloses Grundeinkommen - Vision, Fiktion oder Illusion?“ und WSI-Report
24/2015: „Das bedingungslose Grundeinkommen: Chancen und Risiken
einer Entkoppelung von Einkommen und Arbeit“.
Diese Texte finden sich im www. Darüber hinaus werden weitere Texte vor
Beginn des Blockseminars zur Verfügung gestellt.
Fr., 11.11., 13:00 – 20:00 Uhr, Raum 2.303
Fr., 25.11., 13:00 – 20:00 Uhr, Raum E.109
Fr., 13.01., 13:00 – 20:00 Uhr, Raum D.497
Prof. Dr. phil. Hajo Schmidt
Gewaltkonflikte im arabisch-islamischen Krisenbogen
- Analysen und Alternativen (Stufu, 2-4 CPs + PPÖ als
Modul P4-4, 4 CPs od. als Modul BP-PPo-1601, 5 CPs)
Kein Zweifel: Der allergrößte Teil der in Deutschland und
der EU Zuflucht und Zukunft suchenden Flüchtlinge stammt
aus dem Krisenbogen von Marokko bis Afghanistan. Doch
wie wird man zum Flüchtling? Welche Rolle spielt(e) westliche Politik (sc. von BRD, EU, NATO) bei der Produktion
und Allokation von Flüchtlingen? Und was wären moralisch-rechtlich angemessene Umgangsweisen mit diesen
Flüchtenden?
Ausgehend von den jüngsten einschlägigen Untersuchungen von Andreas Zumach (Globales Chaos – machtlose
UNO, Zürich 2015) und Michael Lüders (Wer den Wind
sät, München 2015), wollen wir das Konfliktpanorama insgesamt in den Blick nehmen und dann einzelne Konflikte
(etwa Afghanistan, Irak, Syrien, ‚Islamischer Staat‘) genauer
betrachten: Was sind deren Grundlagen und Auslöser, welche Widersprüche sorgen für ihre spezifische Dynamik, wer
sind die entscheidenden Akteure, welche Alternativen –
Konzepte, Institutionen, Instrumente betreffend – gab und
gibt es zu deren Vorgehen?
Das Seminar behandelt Leitfragen wie: Was sind zentrale
politik- und friedenswissenschaftliche Grundlagen für den
konfliktsensitiven Journalismus? Welche friedenspolitisch
relevanten normativen Anforderungen an Medien und
Journalismus gibt es, national wie international? Welche sozioökonomischen Macht- und Beziehungsgeflechte prägen
die journalistische Arbeit? Gibt es Beispiele für deeskalierenden Journalismus? Was bedeutet das konkret für unsere
Arbeit und Medienrezeption?
Das Seminar, das nur als ganzes (Montagvormittag bis Freitagmittag - Achtung: letzte Vorlesungswoche!) besucht
werden kann, bietet Raum für die eigene Weiterbildung,
für eigene Versuche und neue Erfahrungen und auch Gelegenheit für die Absprache spezieller Themen für mündliche
oder schriftliche Leistungsnachweise im Stufu-Programm.
Vorbesprechung für mögliche UW/H-TeilnehmerInnen am
Donnerstag, 20.10. beim MdM
1. vorbereitende Sitzung an der TU Dortmund (zwecks
Seminarübersicht und Arbeitsverteilung)
Dienstag, 25.10., 18:00 Uhr, Raum 3.510 (im Institut für
Journalistik / Fakultät für Kulturwissenschaften der TU DO,
Emil-Figge-Str. 50, 44221 Dortmund)
Mo.,06.02., vormittags – Fr., 10.02., nachmittags
Ev. Akademie Schwerte-Villigst
Prof. Dr. phil. Georg Simonis
Die Zivilgesellschaft als Akteur globaler Klimagovernance
(Stufu, 2-4 CPs + B.A. KuRe Politikwissenschaft, 5 CPs
+ PPÖ als Modul P4-4/P67-2, 4 CPs od. als Modul BPPPo-1603 und BP-WPo-1601, 5 CPs)
Wir wollen untersuchen, welche Bedeutung die internationale Zivilgesellschaft für die Entstehung, die institutionelle
050
Entwicklung und für die Umsetzung des UN-Klimaregimes
besitzt. Zur Ermittlung der Funktionen und Leistungen der
Zivilgesellschaft werden im Seminar zunächst theoretische
Konzeptionen zur Definition und empirischen Vermessung
der Zivilgesellschaft erörtert. Im Verlauf des Seminars sollen
dann wichtige Akteure der internationalen Zivilgesellschaft
und vor allem die Netzwerke zwischen den Akteuren analysiert werden, um eine genauere Vorstellung des Konzepts
des transnationalen Regierens zu gewinnen. Ferner wird
behandelt, durch welche Aktivitäten (z.B. Submissions für
die Ausgestaltung des Verhandlungstextes, Workshops,
Demonstrationen) die Zivilgesellschaft ihre Ziele verfolgt
und in welcher Weise sie sich an der Umsetzung des Klimaregimes (z.B. in den USA und in Deutschland) beteiligt.
Literatur:
Dietz, M. Und H. Garrelts (Hrsg.) (2013), Die internationale Klimabewegung. Ein Handbuch. Wiesbaden: Springer VS; Desse, F. (2012), The Role
Inhaltlich werden wir uns mit den rechtstechnischen
Grundlagen, der Sprache der Juristen, den Personen und
Gegenständen im Rechtsverkehr, dem Recht der Schuldverhältnisse, dem Verbraucherschutz, dem Sachen- und
Familienrecht, dem Erbrecht und vor allem auch mit dem
Strafrecht befassen.
Dieses Seminar ist natürlich kein Jurastudium light; aber Sie
werden wie Examenskandidaten entlassen mit dem Wissen,
dass es nicht immer eindeutige Lösungen gibt und Sie deshalb Unsicherheiten ertragen müssen.
Teilnehmerbegrenzung: 30
Fr., 28.10., 15:30 – 19:30 Uhr
Sa., 29.10., 09:30 – 19:00 Uhr
So., 30.10., 09:30 – 19:00 Uhr
Raum E.110
and Structure of Civil Society Organizations in National and Global Governance. Evolution and outlook between now and 2030. Projekt AUGUR.
Challenges for Europe in the world in 2030 (EU-Forschungsprojekt SSHCT-2009-244565, http://www.augurproject.eu/IMG/pdf/cso_note_provisional_draft5_june_2012.pdf).
donnerstags, 10:15 – 11:45 Uhr
Raum 1.181 (außer am 17.11., 24.11. >E.110)
STUFU: RECHT
Brigitte Koppenhöfer
Alles, was Recht ist – eine Einführung ins Recht
(Stufu, 2-4 CPs)
Recht ist keine abstrakte Wissenschaft, aber auch keine
konkrete Handlungsanweisung. Rechtskunde jedenfalls ist
wichtig, da uns rechtliche Normen von der Wiege bis zur
Bahre begleiten, ob wir wollen oder nicht. Vor allem aber
schult die rechtliche Methodik den Blick auf die gesellschaftlichen Realitäten. Wir Juristen arbeiten nämlich – anders als z.B. Volkswirtschaftler – nicht mit Modellen, sondern mit Fällen und deren Lösungen.
Deswegen werden wir uns in diesem Seminar mit relevanten Sachverhalten und Normen, aber auch mit der Methodik beschäftigen, so dass Sie anschließend in der Lage
sein werden, die roten Ampeln nicht nur auf der Straße zu
erkennen. Sie werden Mord und Totschlag unterscheiden
können und nachvollziehen, dass Verträge etwas mit dem
Verb „sich vertragen“ zu tun haben. Sie werden Leihe,
Miete und Darlehen definieren und Sie werden verstehen,
warum jeder ärztliche Heileingriff tatbestandsmäßig eine
Körperverletzung darstellt, aber auch, warum daraus allein
keine Bestrafung resultiert. Sie werden sich nach dem Seminar fragen, ob Sie einen Ehevertrag abschließen sollen
und Sie werden wissen, ob Sie unbestellt zugesandte Waren zurücksenden müssen. Wir werden uns damit beschäftigen, ob und unter welchen Umständen Manager haften
oder sogar ins Gefängnis müssen. Wir werden auch über
Gerechtigkeit diskutieren müssen.
Fr., 11.11., 15:30 – 19:30 Uhr
Sa., 12.11., 09:30 – 19:00 Uhr
So., 13.11., 09:30 – 19:00 Uhr
Raum E.109
STUFU: SOZIOLOGIE
Prof. Dr. Dirk Baecker
Kommunikation (Stufu, 2-4 CPs)
Mit dem statistischen Begriff der Information wird die Kommunikationstheorie von Claude E. Shannon und Warren
Weaver zu einem zentralen Begriff der Wissenschaft im
20. Jahrhundert. Im Gegensatz zum jahrhundertelang vorherrschenden Begriff der Kausalität, der Beziehungen der
Abhängigkeit zwischen Ursache und Wirkung postuliert,
beschreibt der Begriff der Kommunikation Beziehungen
der Abhängigkeit zwischen prinzipiell unabhängigen, zumeist komplexen Einheiten. Beziehungen der Kommunikation sind soziale Beziehungen. Der Begriff ist allgemeiner
als jener der Beziehung zwischen Menschen. Das Seminar
diskutiert Grundbegriffe der Kommunikation von Shannon
und Weaver über Michel Serres und Jürgen Habermas bis
zu Niklas Luhmann und untersucht Anwendungsfelder des
Begriffs von der Interaktion über Organisation, Teams und
Projekte bis zur Gesellschaft. Möglicherweise gelingt es
überdies, eine Brücke vom Begriff der Kommunikation zu
Ludwig Wittgensteins Interesse an Sprachspielen zu schlagen.
Literatur:
Dirk Baecker, Kommunikation, Leipzig: Reclam, 2005.
donnerstags, 14:00 – 15:30 Uhr
Raum 1.203
Veranstaltungsverzeichnis
Prof. Dr. Thomas Kron
Gewalt – eine soziologische Übung (Stufu, 2-4 CPs)
Gewalt gilt als einer jener sozialen Phänomene, welche
trotz ihrer Relevanz kaum eindeutig zu fassen sind. Neben
den verschiedenen Arten von Gewalt (strukturelle Gewalt,
sexualisierte Gewalt, psychische Gewalt, physische Gewalt,
virtuelle Gewalt usw.) existieren in den Sozialwissenschaften auch unterschiedliche Zugänge zu dieser Thematik. So
geht die eine Seite davon aus, dass es vor allem soziale
Strukturen sind, die Gewalt disponieren, während andere
unter Gewalt ausschließlich den erzwungenen Eingriff in
den Körper verstehen wollen.
In dem Seminar werden diese verschiedenen Zugänge präsentiert und kritisch diskutiert. Zudem wird in einem Praxisteil eingeübt, wie man Gewaltsituationen erkennt, sich
in solchen Situationen selbst behaupten und gegen unterschiedliche Bedrohungen verteidigen kann.
Damit wird in Verbindung von Theorie und Praxis den Ergebnissen der empirischen Sozialforschung Rechnung
getragen, die u.a. davon ausgeht, dass etwa jugendliche
Gewalttäter durch mangelnde Wertschätzungs- und Ohnmachtserfahrungen zur Gewaltanwendung kommen. Es gilt
deshalb präventiv die Entwicklung eines solchen Habitus,
welcher mit aggressiven, gewaltvollen bis hin zu lebensbedrohlichen Situation umzugehen vermag – angefangen bei
ritualisierten Formen der Gewalterkennung über verschiedene Techniken der (kommunikativen) Deeskalation bis hin
zur reinen Selbstverteidigung etwa gegen Schläge, Würge-,
Messer- Pistolenangriffe oder gegen Vergewaltigungen.
051
Ort und Zeit werden rechtzeitig über UWE bekannt gegeben
Prof. Dr. biol. hum. Werner Vogd
Alte und neue Gurus. Religiöse und spirituelle Lehrer im
Horizont von Gesellschaft und Gemeinschaft (Stufu, 2-4
CPs)
Wider der Aufklärung und der Rede von der säkularisierten Gesellschaft: Die Religion ist nicht verschwunden. In
der Auseinandersetzung mit dem Religiösen gelangen wir
einerseits zu den heilenden „Engeln“, welche die „Träger
von Erschütterungen der Seele sind“ (Bruno Latour). Andererseits begegnen wir jenen dunklen Gefilden, die aus der
religiösen Empfindung ihre Energie für die Genese problematischer, teilweise auch faschistoider Bewegungen gewinnen.
In diesem Seminar wird es zunächst darum gehen, sich dem
Phänomen der Religion aus dem Blickwinkel unterschiedlicher soziologischer und anthropologischer Erklärungsangebote zu nähern. Im zweiten Teil wird es dann darum
gehen, Kreuzungen bzw. Fusionen von Religion und Macht
zu betrachten.
donnerstags, 10:15 – 11:45 Uhr
Raum 2.273
LEHRVERANSTALTUNGEN IM BEREICH
STUDIUM FUNDAMENTALE
NATURWISSENSCHAFTEN / ANTHROPOLOGIE
KOOPERATIONS-VERANSTALTUNG
ZWISCHEN INTEGRIERTEM BEGLEITSTUDIUM ANTHROPOSOPHISCHE MEDIZIN
(IBAM) UND STUDIUM FUNDAMENTALE
Dr. med. Siegward-M. Elsas
Hirnfunktion bei Meditation (Stufu + IBAM, 1-4 CPs)
Meditation und Achtsamkeit sind in unserem Kulturkreis
gerade im Kommen. Dabei haben sie in vielen Kulturen
eine lange Tradition. In den vergangenen Jahrzehnten hat
sich zudem eine weiterhin wachsende Forschung zu diesen
Themen entwickelt, mit einem Schwerpunkt im Bereich des
Zentralnervensystems bzw. der Neurowissenschaften.
Das Seminar ermöglicht Theorie und Praxis der meditativen Konzentration und Entspannung aus verschiedenen
Richtungen. Anhand von Ergebnissen der (neuro)wissen-
schaftlichen Forschung werden Einsichten in die Wirkungen auf den Organismus in verschiedenen Organen und
Systemen erarbeitet und Fragen zum z.B. bewussten Denken und Willensfreiheit im Verhältnis zur Hirnfunktion diskutiert. In einem experimentellen Setting werden mittels
Neurofeedback physiologische Wirkungen gemessen und
live mittels Beamer sichtbar gemacht. Schließlich werden
therapeutische Anwendungsmöglichkeiten der erlernten
Meditationstechniken und deren Bedeutung in einer Therapie besprochen.
Die praktischen Anteile finden in der Gesamtgruppe statt.
Bitte bringen Sie eine Yoga- oder Isoliermatte, ersatzweise eine Decke zum Draufliegen mit! Die physiologischen
Messungen werden als Demonstration an einzelnen TeilnehmerInnen durchgeführt, welche von der Gesamtgruppe
beobachtet werden können.
Meditationstechniken, Messmodalitäten und praktische Aspekte siehe UWE.
052
Persönliche Voraussetzungen: Interesse an wissenschaftlichen Grundlagen, Offenheit für verschiedene Zugangswege, Fragestellungen zum Verhältnis Gehirn – Geist und zur
Willensfreiheit, Ernsthaftigkeit im Umgang mit dem Thema
Meditation
Forschung hat das Ziel, die molekularen Grundlagen von
Krankheit und Gesundheit zu verstehen und stellt eine
Schnittstelle zwischen Biologie und Medizin dar. Anschließend sollen die Erkenntnisse auf möglichst direktem Weg
in die klinische Anwendung gebracht werden.
Formale Voraussetzung: Neben der Anmeldung über UWE
ist es notwendig, dass Sie eine zusätzliche Email mit Ihrer
individuellen Kursmotivation an [email protected] senden. Bitte beantworten Sie in dieser
Email folgende Fragen: (1) Warum genau möchten Sie an
dieser Veranstaltung teilnehmen? (2) Welche Fragen und
Anliegen bringen Sie mit?
In dieser Ringvorlesung sollen ausgewählte Themen der
personalisierten Medizin von forschungsaktiven Dozenten vorgestellt werden. Dazu gehören die Organisation
des menschlichen Genoms, Gentherapie, Epigenetik und
Krankheiten, Molekulare Diagnostik, Stammzelltherapie,
Krebs, Zellmigration, Apoptose, Personalisierte Medizin,
Wundheilung und Molekulare Medizin in der Kardiologie.
Teilnehmerbegrenzung: 35
Die Veranstaltung ist für Hörerinnen und Hörer aller Fakultäten mit Grundkenntnisse in der Biologie geeignet.
Fr., 20.01.,19:00 – 21:00 Uhr
Sa., 21.01., 09:15 – 19:00 Uhr
So., 22.01., 09:15 – 13:00 Uhr
Raum 1.203
Univ.-Prof. Dr. med. Peter Heusser, MME,
Dr. med. René Ebersbach
Anthroposophie als Geisteswissenschaft
(Stufu + IBAM, 2-4 CPs)
In diesem Kurs geht es um die wissenschaftliche Fundierung und kulturgeschichtliche Kontextualisierung der von
Rudolf Steiner (1861-1925) begründeten Anthroposophie
und ihrer Grundkonzepte über Mensch, Natur und Kosmos,
die den zahlreichen bekannten Kulturleistungen der anthroposophischen Bewegung in Ökologie, Landwirtschaft,
Pädagogik, Heilpädagogik, Medizin, Architektur, Kunst,
Ökonomie, Sozialgestaltung und Hochschulwesen zugrunde liegen. Dabei werden die erkenntniswissenschaftliche
und methodische Basis der Anthroposophie und ihr Verhältnis zur Lebenspraxis immanent-kritisch reflektiert sowie
mit analogen oder konträren wissenschaftlichen Positionen
der Gegenwart und der europäischen Geistesgeschichte in
den Diskurs gestellt.
Vorkenntnisse werden nicht vorausgesetzt, hingegen die
Bereitschaft zu empirischem Beobachten, stringentem
Denken und aktivem Mitgestalten des Seminars, ohne Benutzung von Smartphones und Laptops während der Seminarstunden.
donnerstags, 15:45 – 17:15 Uhr
Raum 1.203
Teilnehmerbegrenzung: 40
donnerstags, 10:15 – 11:45 Uhr
Raum 1.203 (außer am 17.11. >D.476)
PD Dr. rer. med. Melanie Neumann
Wie kann ich eine positivere Haltung entwickeln?
Reflektieren und Ausprobieren unterschiedlicher Methoden zur Wahrnehmung von Stärken, Lebensfreude und
Selbstliebe (Stufu + IBAM, 2-4 CPs)
In diesem Kurs haben Sie die Möglichkeit, eine positivere
Haltung zu entwickeln, um den Alltag selbstbewusster, entspannter und mit mehr Freude zu erleben. Denn manchmal
verlieren wir den Blick für das Positive und für unsere vielen
Stärken. Dies kann z.B. dazu führen, dass unser Selbstwertgefühl leidet, dass wir an uns zweifeln und uns dann zu stark
auf das Negative bei uns oder bei anderen Menschen konzentrieren. In diesem Kurs haben Sie die Möglichkeit, durch
unterschiedliche reflexive Angebote, die Fülle Ihrer individuellen Stärken (wieder) kennenzulernen und zu erspüren.
Durch praktische Übungen, den Austausch in der Gruppe
und durch gemeinsame Reflexion können Sie lernen, sich
selbst mehr zu lieben und das Positive in Ihrem Leben besser wahrzunehmen.
Ein weiteres Thema wird die praktische Reflexion der folgenden Fragen sein: Was will ich eigentlich wirklich, was
begeistert mich, und wofür stehe ich morgens eigentlich
auf? Ein lösungsorientierter Umgang mit Krisen und schwierigen Situationen wird ebenso Bestandteil dieses reflexiven
Kurses sein. Durch die Entwicklung einer positiveren Haltung werden Sie souveräner mit Misserfolgen und Stress
umgehen können, aber vor allem ein positiveres Lebensgefühl bekommen.
Jun.-Prof. Dr. Wing-Kee Lee
Ringvorlesung „Molekulare Medizin“
(Stufu + IBAM, 2 CPs)
Persönliche Voraussetzungen: Interesse an persönlicher
Weiterentwicklung, Offenheit für Neues, Bereitschaft zur
Selbstreflexion und Gruppenarbeit
Erkenntnisse und Methoden der modernen Biologie erlangen zunehmend Bedeutung in der Diagnostik und in der
Therapie menschlicher Erkrankungen. Biomedizinische
Formale Voraussetzung: Neben der Anmeldung über UWE
ist es notwendig, dass Sie eine zusätzliche Email mit Ihrer
individuellen Kursmotivation an [email protected]
Veranstaltungsverzeichnis
053
de senden. Bitte beantworten Sie in dieser Email folgende
drei Fragen: (1) Warum genau möchten Sie an diesem Seminar teilnehmen? (2) Welche Fragen und Anliegen bringen
Sie mit? und (3) Was möchten Sie in diesem Kurs machen?
Ziel in der Lernwerkstatt ist, Schritte auf dem Weg zum effektiven, eigenständigen und selbstgesteuerten Lernen zu
gehen und dabei den eigenen Lernweg reflektierend zu
begleiten.
Teilnehmerbegrenzung: 16
In einem interprofessionellen Team aus Dozenten und Studierenden beschäftigen wir uns mit grundlegenden Voraussetzungen und Variablen erfolgreichen Lernens. Hierzu gehören physiologische Faktoren wie Chronobiologie,
Schlafen, Pause, Bewegung, Ernährung, psychologische
Dimensionen wie Motivation, innere Antreiber, Umgang
mit aufschiebenden Verhalten und geistige Aspekte wie
Zielorientierung, Metakognition, Strukturierung, Kontrolle
und Steuerung.
donnerstags, 10:15 –13:15 Uhr,
(27.10., 10.11., 24.11., 01.12., 15.12., 19.01., 26.01)
Raum 1.156 (außer am 24.11. >E.061)
PD Dr. Bernd Rosslenbroich, Dr. Susanna Kümmell
Evolution und Freiheitsfähigkeit des Menschen
– ein Widerspruch? (Stufu, IBAM, 2–4 CPs)
Innerhalb naturwissenschaftlicher Konzepte wird der
Mensch häufig durch seine evolutive Geschichte, durch
seine genetische Ausstattung oder durch molekulare Prozesse als determiniert angesehen. Demgegenüber ist unser
Selbstverständnis als Person und als Teil der Gesellschaft
stark davon geprägt, dass wir uns als weitgehend autonome und freiheitsfähige Individuen erleben, was auch in
vielen philosophischen Theorien behandelt und begründet
wird. Ist dieser Gegensatz auflösbar? Wir werfen einen neuen Blick auf die Evolution des Menschen und seiner fossilen Vorläufer und diskutieren diesen Gegensatz anhand
der beschreibbaren Phänomene sowie einer ganzen Reihe
neuerer Evolutionskonzepte.
Literatur:
Auswahl während des Kurses, je nach Interesse.
Persönliche Voraussetzungen: Interesse an naturwissenschaftlichen und philosophischen Fragen
donnerstags, 10:15 – 11:45 Uhr (außer am 10.11.)
Raum 2.288
Diethard Tauschel, Miriam Thye, MSc., Prof. Dr. med. vet.
Jan Ehlers und Studierende
Weiterkommen! - Lernwerkstatt (Stufu + IBAM, 2-4 CPs)
Lernen steht im Zentrum jeder Bildung. Lernen als Fähigkeit scheint dem Menschen mit der Geburt mitgegeben
zu sein. Ist jedoch das aktuelle Paradigma „lebenslanges
Lernen“ gültig?
Um ein hohes Niveau der Lernfähigkeit zu erreichen,
braucht es einerseits Wissen – um aus den aufgenommenen Informationen zum Verstehen zu gelangen, sind andererseits Strategien, „Handwerkszeug“ sowie ein Prozess der
ständigen Weiterentwicklung erforderlich. Lernen erfolgt
dabei durch die sich abwechselnden Kernschritte Reflexion
und Sammeln von Erfahrung. Zudem vollzieht sich Lernen
in einem soziokulturellen Kontext – diesen gilt es zu erfassen und in der Entwicklung der eigenen Lernfähigkeiten zu
integrieren. Im akademischen Umfeld betrifft dies insbesondere das Spannungsfeld zwischen fachspezifischen und
allgemeinen Lernzugängen.
Wissenserwerb, Reflexion, Planung und Adaptation im
Lernprozess werden an vielen Themen gemeinsam theoretisch und praktisch erarbeitet.
Nähere Angaben zu den Teilnahmevoraussetzungen, zum
Prüfungsmodus und der Auswahl an Themen entnehmen
Sie bitte in UWE.
Blockseminar
Sa. 29.10., 09:15 – 19:00 Uhr, Raum 2.303
donnerstags, 10:15 – 11:45 Uhr (03.11, 10.11., 17.11.,
24.11., 08.12, 15.12., 22.12.)
Raum: 2.303 (außer am 24.11. >1.181)
PD Dr. rer. hort. Hans-Christoph Vahle
Pflanzensoziologie (Stufu + IBAM, 2 CPs)
Nachdem im Feldbotanik-Basiskurs des Sommers 2015
die Pflanzenarten-Kenntnis geschult wurde, geht es in diesem Kurs „Pflanzensoziologie“ um die nächste Stufe zum
Verständnis der Pflanzenwelt. Da Pflanzen draußen in der
Landschaft nicht für sich alleine wachsen, sondern jeweils in
Gesellschaft mit anderen Pflanzenarten, ist es sinnvoll und
notwendig, den Blick nun auf diese Pflanzengesellschaften zu richten. Denn die Gesellschaften sind nichts Zufälliges, sondern folgen übergeordneten Gesetzmäßigkeiten.
Diese Logik verstehen zu lernen, ist Ziel des Kurses. Das
Verständnis von Pflanzengesellschaften ist wichtig für mehrere ganzheitlich arbeitende Berufsfelder: Im Ökolandbau
können mit Hilfe des pflanzensoziologischen Wissens neue
heilsame, qualitätssteigernde Impulse gesetzt werden (z.B.
Heilkräuter-Wiesen).
In der Umweltbildung können mit Hilfe des „pflanzensoziologischen Blickes“ neue Wahrnehmungsfelder und Wahrnehmungs-Schulungsmöglichkeiten entwickelt werden.
In der Medizin und Pharmazie können auf pflanzensoziologischem Hintergrund die Heilpflanzen aus ihren Gesellschaften heraus neu verstanden und neue Heilpflanzen für
neue Krankheitsbilder gefunden werden.
Auf diese Zusammenhänge wird im Verlauf des Kurses immer wieder hingewiesen, der Fokus liegt jedoch auf den
Grundlagen, nämlich auf der pflanzensoziologischen Systematik.
054
Prüfungsmodus: regelmäßige Anwesenheit
(mind. 3 vollständig besuchte Wochenend-Seminare)
Voraussetzungen: Teilnahme am Feldbotanik-Kurs des SS
2015 oder SS 2016.
Literatur
Vahle, H.-C.: Die Pflanzendecke unserer Landschaften. – Verlag Freies
Das Seminar befähigt zum eigenständigen Co-Counseln. In
einem strukturierten Ablauf wird erlernt, eigene Gedanken
und Gefühle genau wahrzunehmen (assoziatives Sprechen),
wahrgenommene Emotionen körperlich auszudrücken (Katharsis), Gefühle und Gedanken authentisch und wertschätzend zu kommunizieren und eigene (Verhaltens-)Muster
und Glaubenssätze zu analysieren und ggf. reflektiert zu
verändern.
Geistesleben 2007.
Teilnehmerbegrenzung: 15
Wochenenden: 18.-19. November, 02.-03. Dezember, 14.15. Januar, 10.-11. Februar, 10.-11. März
freitags 14:00 – 22:00 Uhr
samstags 09:00 – 17:00 Uhr
Ort: Richtersaal in der Stockumer Straße 10 (außer am
18./19.11., Raum siehe UWE)
Dipl. Psych. Siglind Willms, Stefania Andriolo
Grundkurs Co-Counselling – Training in emotionaler Kompetenz (Stufu + IBAM, 2-4 CPs)
Das Co-Counselling möchte die TeilnehmerInnen zu einem
bewussten und kompetenten Umgang mit dem Zusammenspiel von Denken, Fühlen und Handeln befähigen. Wir
üben in diesem Seminar die Wahrnehmung der emotionalen Ebene und lernen sie aktiv zu gestalten.
Für den beruflichen Kontext bedeutet dies etwa, dass innere Gegensätze, Stress- und Angstauslöser in Teamsituationen nicht übergangen und oberflächlich „geglättet“
werden müssen, um Sachlichkeit und Handlungsfähigkeit
zu wahren. Das Co-Counselling zielt darauf ab, die gesamte Persönlichkeit in Handlungen zu integrieren, sodass man
sich anderen Menschen gegenüber klar und authentisch
verhalten kann. Daraus kann neue Kraft und Kreativität für
die (Team-)Arbeit entstehen, Konflikte können vermieden
bzw. konstruktiv bewältigt werden.
Nach abgeschlossenem Kurs besteht die Möglichkeit zweimal wöchentlich im Unikat zu counseln und am Aufbaukurs
teilzunehmen.
Prüfungsmodus: Ausarbeitung eines reflektierendes Berichtes; Prüfungsmodus: regelmäßige Anwesenheit (2 CPs); bei
Notengebungsbedarf zusätzlich reflektierender Bericht; bis
zu 2 CPs zusätzlich möglich bei schriftlichen Ausarbeitungen.
Voraussetzungen: Interesse an persönlicher Weiterentwicklung des eigenen Denkens, Fühlens und Handelns, Einhaltung der Schweigepflicht zur Wahrung der Privatsphäre der
Counsel-PartnerIn
Unkostenbeitrag: 35,00 €
Literatur:
Siglind Willms & Johannes Risse: Zum Frieden befreien. Selbsthilfe durch
Co-Counselling. Sozio-Publishing 2011.
Teilnehmerbegrenzung. 15, Zuteilung Fixplatz erfolgt nach
Überweisung des Kostenbeitrages.
Fr., 06.01., 16:00 – 22:00 Uhr,
Sa., 07.01., 10:00 – 22:00 Uhr,
So., 08.01., 09:30 – 17:00 Uhr,
Ort: Haus Kloppenburg, Münster
LEHRVERANSTALTUNGEN IM BEREICH
STUDIUM FUNDAMENTALE
KOMMUNIKATIVE KOMPETENZ
Dipl. oec. Kirein Franck
Entwicklung eines Konzepts für die nächste Free Witten
Academy (Stufu, 2-4 CPs)
An Pfingsten 2016 hat vom 13.-16.5.2016 die erste Free
Witten Academy für Alumni und aktuell Studierende an der
Universität Witten/Herdecke stattgefunden. Ihr Thema war
„Zur Freiheit ermutigen“. Die Free Witten Academy ist der
Versuch, mit Studenten und Alumni drei Tage lang Universität zu machen und in ein Gespräch zu kommen. Die Resonanz der Teilnehmer ist überwältigend: Viele sind begeistert und haben sich überschwänglich bedankt.
Nähere Informationen zum Verlauf der Free Witten Academy finden Sie unter http://www.studienfonds.de
Jetzt ist die Frage, wie es weiter geht. Hierfür wollen wir gemeinsam mit Studierenden und Alumni ein Konzept entwickeln. Dabei können wir anknüpfen an die Erfahrungen mit
der ersten Free Witten Academy; dennoch wird es darum
gehen, sie noch einmal neu zu erfinden.
Diese Neuerfindung wollen wir mit Studierenden zusammen leisten; auch interessierte Alumni werden wir zu dem
Seminar einladen. Wir hoffen, dass im Seminar ein Orga-
Veranstaltungsverzeichnis
nisationsteam entsteht, bei dem einzelne Studierende und
Alumni entsprechend ihren individuellen Möglichkeiten für
die Realisierung der Free Witten Academy Verantwortung
übernehmen.
Beginn: Donnerstag, 27.10.2016, 16:00 – 18:00 Uhr
Raum E.110, danach nach Vereinbarung
055
Wir bedienen uns unter anderem Techniken aus der Con­
tact-Improvisation, der integrativen Tanztherapie, dem Bewegungstheater und dem Bodywork.
Zur Teilnahme benötigst du keine Vorkenntnisse oder
spezifische Bewegungserfahrungen. Am besten trägst du
sportliche Kleidung, die du als bequem empfindest!
Teilnehmerbegrenzung: 15
Christa Greshake-Ebding, Julia Ebner, Prof. Dr. phil. Matthias Kettner
Deutsch Lehren Lernen (Stufu, 2-4 CPs)
Kulturelle Fremdheit und Befremdlichkeit können wir nur im
Medium kommunikativen Handelns zwanglos auflösen. Wir
müssen miteinander handeln, wir müssen dazu miteinander
reden, wir müssen hinreichend gut eine gemeinsame Sprache beherrschen. Sprachkompetenz befreit und ermächtigt.
Sprachlosigkeit macht unfrei und hilflos. Wer sich engagiert
und Zeit aufbringen möchte, um in Witten angekommenen
Migranten Deutschkenntnisse zu vermitteln, kann in dieser
Stufu-Veranstaltung lernen, wie das am besten geht. Denn
Deutsch als Muttersprache zu beherrschen reicht in der Regel nicht aus, um Deutsch als Fremdsprache zu lehren.
Der Kurs ist als Fortsetzung bzw. Vertiefung des Kurses
im WS 2015/16 angelegt, ist aber so konzipiert, dass auch
neue interessierte Studierende teilnehmen können.
montags, 11:30 – 13:00 Uhr
Raum siehe UWE
Alex Hofmann
Embody your mind (Stufu, 1 CP)
Warum entschuldigen wir uns, wenn wir andere versehentlich berühren? Gibt es in Afrika andere typische Bewegungsmuster als in Asien? Inwiefern prägen Bildung, Erziehung und die Gesellschaft die Körperidentität von Kindern?
Und was verbinden wir mit dem Begriff „Gewicht“?
Das alles sind Fragen, die unseren Alltag unbewusst maßgeblich mitgestalten – und die wir uns genau deshalb bewusst stellen sollten. Im ersten Schritt schaffen wir uns einen
körperlich, kreativen Freiraum, der dir erlaubt zu erforschen
und zu erfahren. Lerne deinen Körper fernab von Werten
wie „gut“ oder „schlecht“ oder „oben“ und „unten“ durch
Bewegungs-Experimente anders zu entdecken.
Die Thematik „Körper“ stellt uns viele Fragen: Im zweiten
Schritt geht es deshalb darum, deine neuen Eindrücke zu
reflektieren. Sie sollen dich inspirieren das eigene Körperverständnis zu begreifen, aber auch den Körper im Kontext
von Variablen wie Gesellschaft, Bildung und Gesundheit zu
verstehen.
Das Wichtige für unsere Arbeit: einen wertungsfreien Raum
kreieren, dessen schützende Funktion erlaubt zu experimentieren und zu spielen – und vor allem, zu hinterfragen!
Sa., 12.11., 11:00 – 16:00 Uhr
So., 13.11., 11:00 – 16:00 Uhr
Raum Spiegelsaal, unikat(club) Westfalenstr. 19, Witten
Moritz Klenk, M.Sc
Wissenschaftliches Podcasten (Stufu, 2-4 CPs)
Podcasts erleben – glaubt man aktuellen Berichten – einen
zweiten Hype. Jedoch auch jenseits der Aufmerksamkeit in
den aussterbenden Massenmedien sind Podcasts ein hochinteressantes Medium, gerade für den Bereich der Wissenschaft(skommunikation). Sie können mit einfachen Mitteln
und ohne großen finanziellen Aufwand von jedem und jeder mit der Bereitschaft, sich in die Materie einzuarbeiten,
erstellt und angeboten werden. Leicht aufgenommen und
kostenlos bereitgestellt sind sie darüber hinaus ein Medium
der Nische. Für die etablierten Massenmedien stellt diese
Entwicklung große Herausforderungen bereit, die wiederum von der Wissenschaft verstanden werden wollen.
Das Seminar bietet eine Einführung ins Podcasten, speziell
im wissenschaftlich/akademischen Kontext. Wir diskutieren
konzeptionelle, technische und produktionsbezogene Fragen, und erlernen praktisch die Erstellung eines Podcasts
in allen Bereichen, von der Planung und Vorbereitung, der
Aufzeichnung und Postproduction, der Soft- und Hardware,
bis zur Veröffentlichung und der Einbindung ins eigene
Weblog, den Eintrag in Podcastverzeichnisse, usw.
Voraussetzungen: Im Optimalfall verfügen die Teilnehmer*innen über ein eigenes Laptop. Alle weiteren technischen Voraussetzungen werden im Seminar besprochen
und ggf. an die vorhandenen Ressourcen angepasst. Weitere Kenntnisse sind nicht erforderlich – jede Erfahrung mit
mobilen oder festen Aufnahmesituationen aber sehr willkommen.
Das Seminar wird als Blockveranstaltung an zwei Wochenenden und einer selbstständig durchgeführten Feldphase
stattfinden. Praktischer Gegenstand des Seminars ist die
Erstellung eine Podcasts, der sich selbst kritisch mit dem
Medium und den Fragen der Wissenschaftskommunikation
in politisch und gesellschaftlich schwierigen Zeiten auseinandersetzt.
Sa., 10.12., 09:00 – 20:00 Uhr
So., 11.12., 09:00 – 16:00 Uhr
Raum 1.153
Sa., 10.12., 09:00 – 20:00 Uhr
So., 11.12., 09:00 – 16:00 Uhr
Raum 2.303
056
Blanche Kommerell
Freude am Sprechen – Lebendige Sprache
(Stufu, 2-4 CPs)
Der gesamte Kurs von 8.30 Uhr bis 13.30 Uhr ist in drei inhaltlich verschiedene Seminare aufgeteilt, die als Einzelaber auch als Gesamtseminar besucht werden können.
Der erste Kurs von 8.30 bis 10.00 Uhr beinhaltet ein AtemKörper- Stimmtraining. Es werden Übungen zum eigenen
Bedarf entwickelt und Entdeckungen gemacht, was man
mit der Stimme alles ausdrücken und vermitteln kann.
Der zweite Kurs von 10.15. Uhr bis 11.45 Uhr ist den Fortgeschrittenen und den Liebhabern von Lyrik und den Vorlesebegeisterten vorbehalten. Dort werden vor allem Artikulationsübungen im Mittelpunkt stehen und das Erlernen einer
guten Vortragskunst. (Themen: Ingeborg Bachmann, Paul
Celan, Marina Zwetajewa, Rainer Maria Rilke und Wunschtexte).
Der dritte Kurs von 12.00 Uhr bis 13.30 Uhr ist wieder ein
Atem-Körper-Stimmkurs, bei dem die Präsentation und die
Körpersprache im Mittelpunkt stehen. Wir untersuchen das
Wechselverhältnis von Stimme, Aussprache und Körperhaltung.
Der Kurs richtet sich an alle Studierenden, die die Freude
an einer guten Aussprache erfahren wollen, die das Besondere ihrer eigenen Stimme entdecken und die Präsenz ihrer
Person verbessern möchten.
Bei regelmäßiger Teilnahme an den leider unregelmäßigen
Terminen kann ein Teilnahmeschein erworben werden. Ein
Leistungsnachweis erfolgt nach 15 Einheiten und einer 15minütigen Präsentation mit 4 CPs (mögliche Prüfungstermine: 31. Januar oder 02. Februar 2017).
dienstags, 11:00 – 14:00 Uhr (25.10., 15.11., 22.11., 29.11.,
29.11., 06.12., 10.01., 24.01., 31.01.)
Raum siehe UWE
donnerstags, 08:30 – 13:30 Uhr (27.10., 17.11., 24.11.,
08.12., 12.01., 26.01., 02.02.)
Raum siehe UWE
um Probleme zu lösen oder eigene kulturelle Fragmente zu
schaffen? Schließlich stellt sich die Frage nach den Grenzen
der Computer. In diesem Überblickskurs werden wir uns mit
den zentralen Ideen der Informatik
•
•
•
•
Rechnerarchitektur
Programmierung
Algorithmik
Berechenbarkeitstheorie
befassen. Ziel der Veranstaltung ist, dass Studierende, die
den Computer bislang vor allem als Nutzer kennen gelernt
haben, einen Einblick in die Welt hinter den Kulissen der
Anwendungsprogramme gewinnen. Die Veranstaltung wird
in drei Blöcken ausgerichtet, die sich wie folgt gliedern: Im
ersten Block befassen wir uns mit dem Aufbau eines Computers, einigen grundlegenden Algorithmen und der Frage ob ein Computer grundsätzlich jede Frage beantworten kann. In der zweiten Sitzung soll die Programmierung
im Mittelpunkt stehen. Anhand der visuellen Lernsprache
Scratch soll ein Einblick in die Konzepte der Programmierung gewährt und ein eigenes digitales Artefakt erstellt
werden. Der dritte Block dient der Vertiefung von Themen
aus der Informatik, je nach Interessen der Studierenden,
mögliche Themen sind
•
•
•
•
Künstliche Intelligenz
Routenplanung mit Graphen
Datenübertragung in Netzwerken
Verschlüsselung & Datensicherheit
Es wird darum gebeten, zum zweiten Veranstaltungstermin
einen Laptop mitzubringen, damit jeder Teilnehmer die
Möglichkeit hat, Erfahrungen mit Scratch zu sammeln.
Teilnehmerbegrenzung: 25
Sa., 17.12., 10:00 – 17:00 Uhr
So., 18.12., 10:00 – 16:00 Uhr
Raum 1.151
Sa., 28.01., 10:00 – 16:00 Uhr
So., 29.01., 10:00 – 16:00 Uhr
Raum 2.273
Aufteilung in 3 Gruppen
Sebastian Küpper
Informatik: Eine Einführung in Programmierung, Algorithmik und Grenzen der Computer-Wissenschaft
(Stufu, 2-4 CPs)
Digitale Medien haben das Kulturschaffen und -erleben
in den vergangenen Jahrzehnten gewandelt. Nachrichten
werden in Windeseile über das Internet verbreitet und diskutiert, bekannte Ausdrucksformen wie Film und Fotografie
durch digitale Techniken ergänzt und auch gänzlich neue
Kulturgüter wie Videospiele sind durch den Eintritt in das
digitale Zeitalter aufgekommen. Doch wie arbeitet überhaupt ein Computer, wie kann man einen Computer nutzen
Max Liebscht
Vision und Werkzeuge digitaler Wissenschaftskommunikation (Stufu, 1-2 CPs)
Eine gute Entscheidung treffen mit dieser LV alle jene Studierenden, welche die Auseinandersetzung mit Fragen wie
diesen als reizvoll empfinden: Was heißt „Wissenschaftskommunikation“ Anfang des 3. Jahrtausends? Wie können
wir ihre Leistungsfähigkeit steigern, wenn ökologische und
soziale Probleme unserer Weltgesellschaft schneller zunehmen als sie gelöst werden? An welchen Kriterien machen wir Leistungsfähigkeit fest? Welche gesellschaftlichen
Funktionen müssen Hochschulen einlösen, welche können
sie dank Digitalisierung delegieren? Welche Chancen eröffnet die Digitalisierung, sich einzumischen? Wie gestaltet
Veranstaltungsverzeichnis
sich künftig das Verhältnis von Science und Citizen Science?
Welche in anderen Kontexten bewährten Formate, Tools,
Kommunikationsarchitekturen können wir umnutzen, damit
Wissenschaft agiler und transformativer wird? Welche Gestaltungsoptionen gewinnen wir bspw. für Projektmanagement, Lehre, den Aufbau von Hochschulwebseiten, wenn
wir Wissenschaft als Lernprozess begreifen und als Prozessroutine vorprogrammieren? Wie politisch kann das Paradigma „IT 4 change“ sein?
Die Studienleistung kann wahlweise in Form einer Theoriearbeit oder eines Prototypen – Projektwebseite, e-Magazine, Tool X für angehende Wissenschaftler bzw. Teams – erbracht werden.
Literatur:
Unbedingte Universitäten (Hrsg.): Was passiert?: Stellungnahmen zur
Lage der Universität. Zürich: diaphanes, 2010.
http://nachhaltigewissenschaft.de
057
des Bewusstseins für die Patienten und die Bedeutung des
Wohlbefindens für den Heilungsprozess, welcher in der
heutigen Schulmedizin zu häufig vernachlässigt wird. Die
Studierenden sollen sich ein eigenes Bild hierüber machen
und dies im Seminar kritisch mit den anderen Teilnehmern
diskutieren. Im Rahmen des Seminars können auch Fragen
diskutiert werden, wie bspw. „Muss ein Arzt emotionslos
gegenüber den Patienten sein, um seine Arbeit gut machen zu können?“ oder „Welche Auswirkungen hatte das
Vorlesen auf die kleinen Patienten?“.
Insgesamt können die Studierenden im Rahmen dieses Seminars die Bedeutung von Achtsamkeit, Mitgefühl, Liebe,
Friede und Gerechtigkeit im Umgang mit kranken Menschen lernen und auf diesem Wege die Humanität und
Ganzheitlichkeit in der Medizin reflektieren. Als weiteren
positiven Nebeneffekt erhalten die Kinder einen Zugang zu
prägenden Werken der Kinderliteratur, vor allem jene Kinder, denen ansonsten nur selten vorgelesen wird.
solve.mit.eduk
Teilnehmerbegrenzung: 15
Sa., 05.11., 09:00 – 17:00 Uhr, Raum 2.273
Sa., 26.11., 09:00 – 17:00 Uhr, Raum D.476
Sa., 10.12., 09:00 – 17:00 Uhr, Raum D.492
Ph.D. Mango Meier
Woolf, Forster and Fitzgerald: Writing Between the Wars
– Reading and Writing in English (Stufu, 2-4 CPs)
We will read, consider, and discuss three famous novels
from the mid-1920s: Virginia Woolf’s Mrs Dalloway, E.M.
Forster’s A Passage to India, and F. Scott Fitzgerald’s The
Great Gatsby. Students in the course will be expected to
participate vigorously in class discussions. Students shooting for CPs in the course will be expected to do written
work in the form of, say, an essay or a seminar paper. This
is not a literature course in any usual sense. It is much more
an opportunity to practice reading, speaking, and writing in
English in a fairly relaxed setting. The course will be conducted entirely in English.
donnerstags, 15:45 – 17:15 Uhr
Raum 2.272
Dr. Thomas Pijanowski
Kindern vorlesen (Stufu, 2-4 CPs)
Die Teilnehmer des Seminars besuchen während des Semesters regelmäßig Kinder im Krankenhaus, um ihnen aus
Büchern vorzulesen. Bei den Büchern handelt es sich um
Kinderbücher, welche den Kindern Mut, Kraft und Inspiration geben sollen, um den Krankenhausaufenthalt zu erleichtern und den Heilungsprozess zu beschleunigen. Ganz im
Sinne von Patch Adams geht es bei der Heilung nicht nur
um die körperliche, sondern auch um das psychische und
seelische Wohlbefinden. Im Rahmen der vier Reflexionsseminare berichten die Studierenden dann von ihren Erlebnissen und tauschen sich hierzu aus. Ziel ist die Schärfung
Sa., 29.10., 10:00 – 11:30 Uhr, Raum 2.272
Sa., 10.12., 10:00 – 13:00 Uhr, Raum 1.156
Do., 19.01., 16:00 – 19:00 Uhr, Raum 1.151
zusätzlich 9 Termine zum Vorlesen im Krankenhaus (Termine
werden individuell abgestimmt)
Mari Sawada, Marion Weber
Transparente, achtsame Kommunikation (Stufu, 2-4 CPs)
In diesem Blockseminar machen wir Erfahrungen in der
transparenten, achtsamen Kommunikation. Dabei entsteht
die Transparenz nicht nur dadurch, dass ich so ehrlich und
authentisch wie möglich kommuniziere, sondern auch dadurch, dass ich mich in die Erfahrungswelten anderer Menschen einstimme und diese erfasse. Durch die Verfeinerung
und Erweiterung unserer Wahrnehmung im physischen Körper, der emotionalen Innenwelt und dem Denken entsteht
ein klareres Bewusstsein für die Vielschichtigkeit unserer
Kommunikationsvorgänge.
Wir werden die intrapersonalen, interpersonalen und transpersonalen Aspekte der Kommunikation übend erforschen.
Das Intrapersonale beinhaltet all das, was in mir selbst vor
sich geht: die Körperempfindungen, Gefühle und Gedanken. Im Interpersonalen kommt zu meinem Erfahrungsinnenraum auch die Innenwelt meines Gegenübers und der
Raum dazwischen hinzu. Im Transpersonalen werden Bewusstseinsebenen mit einbezogen, die über das Alltags-Ich
hinaus gehen.
Wir werden auch über persönliche Themen sprechen, wobei
jede Person selbst bestimmt, wie viel sie von sich preisgeben möchte. Somit enthält dieses Seminar einen Selbsterfahrungsaspekt. In einem geschützten Übungsraum können
die neuen Kommunikationselemente ausprobiert werden.
Teilnehmerbegrenzung: 30
058
Fr., 09.12., 14:00 – 20:00 Uhr, Raum 1.151
Sa., 10.12., 09:00 – 20:00 Uhr, Raum Richtersaal,
Stockumer Str. 10
So., 11.12., 09:00 – 16:00 Uhr, Raum Richtersaal,
Stockumer Str. 10
Jeremy Stockwell
WOW, NOW, & WHAT IT IS (Stufu, 2-4 CPs)
This new empowering course will help you develop greater and more successful inter-personal communication and
presentation.
It offers a range of new skills and techniques. And it encourages you to communicate with greater confidence, authenticity, and ease. It also creates conditions to engage
with greater integrity, and a renewed sense of truth, trust,
engagement, and clarity of purpose - thereby improving
your chances of personal and professional success.
flektierenden Umgang in und mit Gruppen, mit einzelnen
Menschen aber auch mit Organisationen unterschiedlicher
Organisationskulturen.
Ihre Anwendung findet die Gruppenanalyse in der stationären und ambulanten Gruppenpsychotherapie, in der TeamGruppen-Supervision, in der Organisationsberatung und
als Kulturtheorie.
Aktuelle wissenschaftliche Entwicklungen aus der Hirnforschung oder den Sozialwissenschaften befördern eine kontinuierliche Auseinandersetzung und Weiterentwicklung.
In einem 3-tägigen Einführungsseminar können wir uns mit
einigen Fragen beschäftigen:
Was ist eine Gruppe?
Wie wirken Gruppen?
Welchen Einfluss haben die äußeren Bedingungen auf
gruppendynamische Prozesse?
Wie leiten wir Gruppen?
Warum sind Gruppen ein wirksames Medium in den o.g.
Feldern?
The course also invites you to •
•
•
•
•
Realise greater awareness and creative engagement.
Let go of inhibiting and restrictive habits.
Think and respond in new directions.
Improve your confidence.
Inspire yourself and others.
It combines philosophical, practical, and physical means by
which you can sustain and communicate your ideas and actions with greater delight and impunity. The WOW, NOW, &
WHAT IT IS workshop offers firm foundations and clear principles of inter-personal communication and presentation. It
will help unlock your potential and maximise your success.
Please bring a light heart, an open mind, and leave what
you think you know at the door. There are no observers.
And video, audio, or other recording is strictly prohibited
unless agreed in advance with Jeremy Stockwell.
Please note, this course will be given English
Sa., 12.11., 10:00 – 16:00 Uhr
So., 13.11., 10:00 – 16:00 Uhr
Raum 2.303
Sa., 10.12., 10:00 – 16:00 Uhr
So., 11.12., 10:00 – 16:00 Uhr
Raum 2.288
Katrin Stumptner, Dr. Stephan Alder
Einführung in die Gruppenanalyse (Stufu, 2-4 CPs)
In diesem Seminar möchten wir Ihnen einen Einblick in die
Theorie und Praxis der Gruppenanalyse geben.
Gruppenanalyse fördert die Kommunikation und den re-
Wir werden zusammen mit Ihnen als Gruppe arbeiten und
uns u.a. mit Konzepten wie das Unbewusste, Übertragung
und Gegenübertragung, die Matrix, Resonanz- und Spiegelphänomene in einem gemeinsamen Gruppenprozess
auseinandersetzen.
Eigene innere Bilder von Gesellschaft, Großgruppe, Kleingruppe und Individuum verbunden mit dem inneren Gegenüber werden dabei bedeutsam sein.
Transgenerationelle und transkulturelle Perspektiven werden die gemeinsame Reflexion erweitern.
In diesem Seminar werden wir an den o.g. Themen als geschlossene Seminargruppe miteinander in einem Gruppenprozess arbeiten und laden Sie ein, mit uns offen in einen
Denk- und Kommunikationsprozess einzusteigen.
Neben dem für einen Stufu-Kurs üblichen Eintrag bei UWE
ist zusätzlich eine weitere Anmeldung bei Frau Stumptner ([email protected]) und Herrn Alder ([email protected]) erforderlich.
Teilnehmerbegrenzung: 20
Fr., 27.01., 16:00 – 20:30 Uhr, Raum 2.303
Sa., 28.01., 09:00 – 18:00 Uhr, Raum E.109
So., 29.01., 09:00 – 18:00 Uhr, Raum E.109
Prof. Dr. phil. Jürgen Werner
Rhetorik und Wahrheit - Seminar und Übung
(Stufu, 2-4 CPs)
Wenn Wahrheit der Rede wert ist, gilt es Rechenschaft abzulegen. Sagen zu können, was man gesehen hat, gehört
Veranstaltungsverzeichnis
allerdings zu den schwierigeren Übungen im Denken. Dass
viele mehr sprechen, als sie zu sagen hätten, und manche
mehr entdeckt haben, als sie mitteilen können, ist das Los
von Menschen, deren Welt sich zwar im Wort erst erschließt,
aber durch die Sprache auch verborgen wird. Schon in der
Antike traten Männer auf, die sich diesen Mangel zunutze
gemacht haben: Täuschungen, Manipulationen, Demagogie und Desinformation – sie bilden den Kontext, in dem
Rhetorik sich bis heute legitimieren muss. Nur wo um Wahrheit zu streiten sich lohnt, kann eine Rede freilich Verbindlichkeit beanspruchen, eine Erkenntnis Geltung behaupten.
Der Kurs übt in Sprech- und Denkformen ein – in Techniken,
die „technisch“ gar nicht genannt werden sollten, wie Argumentation, Debatte, Dialektik, freie Rede – und ist für alle,
die mehr wollen, als etwas und sich gut zu präsentieren.
Teilnehmerbegrenzung: 12
Vorbesprechung: 03. November 13:45 Uhr, Raum 1.152
Die Auswahl der Teilnehmer erfolgt nur während dieser
Sitzung.
Kein Losverfahren, keine Rangliste nach UWE.
Zeit: 16. - 18. Dezember. Beginn Freitagabend, Ende
Sonntagabend.
Ort: Kloster Engelthal/Altenstadt-Wetterau
Kosten: 135 Euro
Prof. Dr. phil. Martin Woesler
Erstbegegnungen zwischen fremden Kulturen und erste
Literatur-Übersetzungen am Beispiel Chinas
(aus deutscher/europäischer Perspektive) (Stufu, 2-4 CPs)
059
In der Geschichte gibt es spannende Erstbegegnungen: So
wie sich der Neandertaler und der homo sapiens sapiens
begegnet sind, so gibt es auch für viele Kulturen eine Erstbegegnung mit einer anderen Kultur. Mit der heutigen Reisefreiheit und Mobilität, der Globalisierung des Arbeitens
und selbst der Entdeckung von etwas Fremdem im Internet gibt es auch heute noch zahlreiche Erstbegegnungen,
wenn auch teils auf der Micro-Ebene. Auch die Erstbegegnung mit einer künstlichen Intelligenz oder einer außerirdischen Lebensform hat die Fantasie der Menschen seit
den Science Fiction-Romanen Jules Vernes bis zu heutigen
Hollywood-Produktionen angeregt. So wie Kolumbus die
ersten ‚Wilden‘ in seinem Bordbuch beschrieb, so wurden
auch die ersten Chinesen in Europa auf Kaffeekränzchen
herumgereicht. Heute ist der Heiratsmarktwert westlicher
Männer in China hoch. Der Reiz und die Faszination am
Anderen, Exotischen, konnte aber auch schon vor diesen
Begegnungen durch den Austausch von Kulturgütern (etwa
über die Seidenstraße) und durch übersetzte Literatur empfunden werden.
Dieses Seminar geht der Frage nach, warum die ersten literarischen Übersetzungen aus Europa ins Chinesische und
die ersten aus dem Chinesischen in europäische Sprachen
sich mit dem Thema „Liebesheirat vs. Zwangsheirat“ beschäftigten. Die Teilnehmer behandeln Texte, ordnen sie
in zeithistorische Kontexte ein und beschäftigen sich mit
grundsätzlichen Fragestellungen, wie: welchen Ursprung
Gemeinsamkeiten und Unterschiede haben, wie unabhängig Kulturen entstanden sind und ob der generelle Trend
eher ist, dass sich Kulturen annähern, oder dass sie sich weiter ausdifferenzieren und entfernen.
donnerstags, 14:00 – 15:30 Uhr
Raum D.476 (außer am 27.10. > E.109)
LEHRVERANSTALTUNGEN IM BEREICH
STUDIUM FUNDAMENTALE
KÜNSTLERISCHE KOMPETENZ
STUFU: MUSIK
Helge Antoni
Klavier-Workshop & öffentliche Meisterklassen
(Stufu, 1-2 CPs)
Im Einzelunterricht am Klavier (Solo-Klavier und/oder in
kammermusikalischen Formationen) beim internationalen
Konzertpianisten Helge Antoni steht die Erarbeitung eines tieferen musikalischen Verständnisses und des eigenen
musikalischen Ausdrucks im Vordergrund. Methoden des
Übens und das Verständnis musikalischer Strukturen sind
ebenso wie die handwerkliche Anleitung Teil des Unterrichts.
Wichtige Voraussetzung für die Teilnahme am Seminar sind
ein oder mehrere vorbereitete Stücke eigener Wahl. Eine
Teilnahme am Nikolauskonzert kann sich aus dem Unterricht ergeben, ist aber nicht verpflichtend.
Zusätzlich zu den Unterrichtsstunden findet an den ersten
beiden Wochenenden jeweils eine öffentliche Meisterklasse statt, die für interessierte Musiker und Beobachter der
künstlerischen Praxis frei zugänglich sind.
Interessenten für die Unterrichtsstunden und teilnehmende
Musiker an den Meisterklassen melden sich bitte zur Abstimmung der Termine unter [email protected] und
melden sich parallel in UWE an.
CP-Vergabe entsprechend einer Präsentation/Prüfung.
060
Für die Unterrichtsstunden ist ein Kostenbeitrag zu entrichten.
Trio etc. auftreten. Ideen entstehen im Laufe der Seminararbeit.
Mehr Informationen zu Helge Antoni unter
www.helgeantoni.com
Teilnehmerbegrenzung: 25. Teilnahmemöglichkeit bitte im
Gespräch mit dem Dozenten besprechen.
Sa., 22.10., 09:00 - 18:00 Uhr, Raum Audimax
Einzelunterricht
So., 23.10., 09:00 - 15:00 Uhr, Raum Audimax
Einzelunterricht
So., 23.10., 15:00 - 18:00 Uhr, Raum AudimaxMeisterklasse
Sa., 12.11., 09:00 - 18:00 Uhr, Raum E.061 Casino
Einzelunterricht
So., 13.11., 09:00 - 15:00 Uhr, Raum Audimax
Einzelunterricht
So., 13.11., 15:00 - 18:00 Uhr, Raum AudimaxMeisterklasse
Sa., 03.12., 09:00 - 18:00 Uhr, Raum Audimax
Einzelunterricht
Do., 27.10., 09:00 – 20:00 Uhr, Raum E.109 + E.061 Casino
Fr., 28.10., 09:00 – 14:00 Uhr, Raum E.061 Casino
Do., 10.11., 09:00 – 20:00 Uhr, Raum E.061 Casino
Fr., 11.11., 09:00 – 14:00 Uhr, Raum E.109 + E.061 Casino
Do., 08.12., 09:00 – 20:00 Uhr, Raum E.109 + E.061 Casino
Fr., 09.12., 09:00 – 14:00 Uhr, Raum wird noch bekannt
gegeben
Do., 26.01., 09:00 – 22:00 Uhr, Raum wird noch bekannt
gegeben
Fr., 27.01., 09:00 – 15:00 Uhr, Raum Richtersaal, Stockumer
Str. 10, ab 20:30 Uhr musicclub
Helge Antoni
Erarbeitung eines Konzertabends (Stufu, 1-2 CPs)
Michael Kiedaisch
Neue Musik spielend Hören lernen – Freie Improvisation
(Stufu, 1-2 CPs)
In einer eintägigen Blockveranstaltung wird gemeinsam
von Helge Antoni, studentischen Musikern und Studierenden das Nikolauskonzert am 6. Dezember erarbeitet. Neben der Ausarbeitung des Konzerts stehen Kompetenzen
zur künstlerischen Anmoderation, Bühnenpräsenz und dem
Umgang mit Nervosität im Vordergrund. Das Seminar richtet sich sowohl an die beim Konzert spielenden studentischen Musiker sowie an Studierende, die an der künstlerischen Gestaltung eines Konzertabends mitwirken möchten.
Voraussetzung ist ein grundlegendes Interesse an der Musik. Ein vorheriger Besuch mindestens einer Meisterklasse
wird gewünscht.
Die Musik zeitgenössischer, avantgardistischer Komponistinnen und Komponisten stellt für unsere Ohren meist ein
ungewohntes Klangerlebnis dar. Eine Möglichkeit in die
Welt der Neuen Musik einzutauchen bietet die Freie Improvisation. Im spielerischen Experimentieren mit Klängen
und musikalischen Abläufen, über elementare gemeinsame
Improvisationsübungen, nähern wir uns einer Klangwelt,
die uns losgelöst von bisherigen Hörgewohnheiten neue
Hörperspektiven eröffnet. Auch werden wir uns in diesem
Semester mit Spielkonzepten von John Cage beschäftigen.
Aus dieser Arbeit werden wir am Ende eine Klangperformance für die Halle konzipieren.
Mehr Informationen zu Helge Antoni unter
www.helgeantoni.com
So., 04.12., 09:00 - 18:00 Uhr, Raum Audimax
Michael Kiedaisch
Improvisation & Jazz (Stufu, 1-2 CPs)
Das Seminar Improvisation & Jazz bietet die Möglichkeit,
sich mit Improvisation – stilistisch flexibel und mit jedem
beliebigen Instrument oder der Stimme – auseinanderzusetzen. Sind Erfahrungen vorhanden, so können sie vertieft
werden. Ansonsten finden wir einen geeigneten Weg für
den Einstieg. Mit elementaren Improvisationsübungen wird
begonnen und dann in einer gemeinsam gewählten Stilistik
weitergegangen. Der Unterricht wird in Einzelstunden oder
in zusammen passenden Gruppen abgehalten.
Ende des Semesters findet der Musicclub an der Uni statt.
Hier können die TeilnehmerInnen die Ergebnisse ihrer Arbeit im Seminar auf der Bühne präsentieren. Man kann in
der Musicclubcombo mitspielen, einer Band, die sich jedes
Semester neu formiert. Man kann aber auch eine Solodarbietung erarbeiten oder in einer kleinen Besetzung, Duo,
Mi., 26.10., 17:00 – 21:00 Uhr, Raum Richtersaal,
Stockumer Str. 10
Fr., 11.11., 17:00 – 21:00 Uhr, Raum E.061 Casino
Sa., 12.11., 10:00 – 14:00 Uhr, Raum E.110
Mi., 07.12., 17:00 – 21:00 Uhr, Raum Richtersaal,
Stockumer Str. 10
Mi., 11.01., 17:00 – 21:00 Uhr, Raum Richtersaal,
Stockumer Str. 10
Do., 12.01., 18:00 – 21:00 Uhr, Klangperformance n. (Halle)
Roland Kleinschmidt
Orchester Tutorium (Stufu, 2-4 CPs)
Zusätzlich zu den wöchentlichen Orchesterproben bietet
das Tutorium interessierten Streichern (Schwerpunkt Geige
und Bratsche) die Möglichkeit des begleiteten Einzelübens.
Terminabstimmung mit dem Dozenten erforderlich, bitte
erst danach bei UWE anmelden.
donnerstags, 15:45 – 19:00 Uhr
Raum E.061 Casino (außer am 27.10., 10.11., 08.12.
>E.109; am 02.02. >E.110)
Veranstaltungsverzeichnis
freitags, 15:00 – 17:00 Uhr
Raum E.061 Casino
Dagmar Linde
Gesangsunterricht (Stufu, 1-2 CPs)
Technische Grundlagen zum gesunden, tragfähigen Umgang mit dem eigenen stimmlichen Potential zur Gestaltung der verschiedenen künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten im Gesang. Zu diesem Angebot ist ein Kostenbeitrag
zu entrichten.
Informationen: [email protected]
Termine nach Vereinbarung!
montags, 17:00 – 22:00 Uhr
donnerstags, 10:00 – 13:00 Uhr und 17:00 – 22:00 Uhr
Raum: Richtersaal, Stockumer Str. 10
(Ausnahmen siehe UWE)
061
Ein Probespiel zur Aufnahme in das Orchester ist nicht geplant. Interessierte – besonders Oboen und Trompeten –
sind herzlich willkommen!
Neben dem für einen Stufu-Kurs üblichen Eintrag bei UWE
ist zusätzlich eine weitere Online-Anmeldung erforderlich:
Unter www.uni-wh.de/orchesteranmeldung gibt es alle Informationen.
Achtung: Auch in diesem Semester finden die wöchentlichen Orchesterproben wieder im großen Saal des FEZ
statt!
donnerstags, 19:30 – 22:00 Uhr, Beginn: 20.10.
Raum FEZ (großer Saal, 3. Obergeschoss), Alfred-Herrhausen-Str. 44, Witten
UMD Ingo Ernst Reihl
Chor der Universität Witten/Herdecke (Stufu, 2 CPs)
Stimmbildung: Jolita Svilpiene, Almas Svilpa
UMD Ingo Ernst Reihl
Orchester der Universität Witten/Herdecke (Stufu, 2 CPs)
Mitarbeit: Heike Dinter, Hanna Meister, Barbara Nettmann
und Reinhard Sasse
Dozent: UMD Prof. Ingo Ernst Reihl
Mitarbeiter: Mitja Buchner, Dr. des. Alexander Gurdon und
Roland Kleinschmidt
In diesem Semester studieren wir das große Oratorium
„Die Jahreszeiten“ von Joseph Haydn ein, welches wir dreimal zusammen mit drei Solisten, einem Schauspieler und
dem Orchester der Universität Witten/Herdecke aufführen
werden.
In diesem Semester studieren wir das große Oratorium „Die
Jahreszeiten“ von Joseph Haydn ein, welches wir dreimal
zusammen mit drei Solisten, einem Schauspieler und dem
Chor der Universität Witten/Herdecke aufführen werden.
Besetzung:
2 Flöten/Piccolo, 2 Oboen, 2 Klarinetten in A und B, 2 Fagotte, 1 Kontrafagott, 4 Hörner, 2 Trompeten, 3 Posaunen, 3
Pauken/Schlagwerk und großes Streichorchester.
Neben den wöchentlichen Donnerstagsproben gibt es folgende Sondertermine:
Sa, 05.11.2016, 15:00 bis 22:00 Uhr Sonderprobe
Sa, 19.11.2016, 15:00 bis 22:00 Uhr Sonderprobe
Fr., 25.11. bis So. 27.11.2016:
Probenwochenende in der Jugendherberge Wipperfürth
Do., 08.12.2016, 19:00 Uhr:
Hauptprobe in der Universität Witten/Herdecke
Sa., 10.12.2016, 18:00 Uhr
Generalprobe in der Universität Witten/Herdecke
So., 11.12.2016, 18:00 Uhr
1. Konzert in der Universität Witten/Herdecke
Mi., 14.12.2016, 19:30 Uhr
2. Konzert in der Erlöserkirche Witten-Annen
Sa., 17.12.2016, 19:30 Uhr
3. Konzert in der Henrichshütte Hattingen
Bleistifte bitte mitbringen.
Neben den wöchentlichen Mittwochsproben gibt es folgende Sondertermine:
Fr., 25.11. bis So., 27.11.2016
Probenwochenende in der Jugendherberge Wipperfürth
Do., 08.12.2016, 19:00 Uhr
Hauptprobe in der Universität Witten/Herdecke
Sa., 10.12.2016, 18:00 Uhr
Generalprobe in der Universität Witten/Herdecke
So., 11.12.2016, 18:00 Uhr
1. Konzert in der Universität Witten/Herdecke
Mi., 14.12.2016, 19:30 Uhr
2. Konzert in der Erlöserkirche Witten-Annen
Sa., 17.12.2016, 19:30 Uhr
3. Konzert in der Henrichshütte Hattingen
Bleistifte bitte mitbringen.
Noten als Einzelstimmen werden verliehen. Auf Wunsch
können in den Proben privat Klavierauszüge erworben werden.
Ein Vorsingen zur Aufnahme in den Chor ist nicht geplant.
Interessierte – besonders Tenöre und Bässe – sind herzlich
willkommen!
Neben dem für einen Stufu-Kurs üblichen Eintrag bei UWE
ist zusätzlich eine weitere Online-Anmeldung erforderlich:
062
Unter www.uni-wh.de/choranmeldung gibt es alle Informationen.
Achtung: Auch in diesem Semester finden die wöchentlichen Chorproben wieder im großen Saal des FEZ statt!
mittwochs, 19:30 – 22:00 Uhr, Beginn: 26.10.
Raum FEZ (großer Saal, 3. Obergeschoss), Alfred-Herrhausen-Str. 44, Witten
STUFU: BILDENDE KUNST
Iris Daub
Die Suche nach dem eigenen künstlerischen Weg VII
(Stufu, 1-2 CPs)
In diesem Seminar werdet Sie damit beschäftigt sein, Ihren
eigenen individuellen künstlerischen Prozess zu finden und/
oder weiterzuentwickeln. Ausgehend von dem, was Sie gerade interessant finden, wo Sie nicht weiterkommen, was
Sie längst schon mal anfangen wollten ..., wird jede/r mit
den Materialien seiner Wahl seinen eigenen Weg beginnen.
Wir üben nicht bestimmte Techniken, sondern wir fangen
direkt mit der künstlerischen Arbeit an. Wir bearbeiten auch
kein Thema, sondern lassen uns von den Prozessen leiten.
Die notwendigen Techniken lernt ihr dabei im konkreten
Tun.
Jede/r arbeitet, in seiner eigenen Geschwindigkeit und
nach seinen eigenen Bedürfnissen und Möglichkeiten.
Wichtig dabei sind die Erkenntnisse die jede/r für sich gewinnt, also für diese vielen Fragen und Ungereimtheiten,
denen Sie begegnen:
Wie finde ich das Richtige und mit welchem Material beginne ich? Was passiert, wenn ich meine Idee realisiere, was
funktioniert, wo habe ich Schwierigkeiten? Woran orientiere ich mich, ob ich den richtigen Weg eingeschlagen habe?
Wie teile ich jemanden verständlich mit, womit ich gerade
beschäftigt bin? Wie weit komme ich, wenn ich zuhause alleine arbeite? Wann ist eine Arbeit fertig und wie geht es
weiter?
Meine Arbeit besteht u.a. darin verschiedene Lösungsmöglichkeiten anzubieten, damit ein Prozess ins Rollen kommt
oder aus einer Sackgasse herausführt.
donnerstags, 10:15 – 11:45 Uhr
Ort: KUNSTwerkstatt über TAGE, Hauptstr. 30, 58452
Witten
Anne Oberste-Padtberg
„Kunst beginnt da, wo der Geschmack aufhört“ (Jean
Christophe Ammann) (Stufu, 1-2 CPs)
In meinem Seminar bleibt es Ihnen frei überlasen, was Sie
erarbeiten – von Malerei bis zu konzeptionellen Projekten;
alles ist möglich.
Entscheidend wird der künstlerische – nicht allein der kreative – Prozess sein.
Wie und welche Strategien finden Sie, um einem sinnlich
wahrnehmbaren „Denkgegenstand“ zu entwickeln?
Arbeitsmaterial, wie z. B. Farbe, Papier, Stifte, Pinsel etc.
sind mitzubringen!
Teilnehmerbegrenzung: 17
donnerstags: 14:00 – 17:15 Uhr (27.10., 03.11., 10.11.,
17.11., 24.11., 01.12., 08.12.)
Ort: VHS Witten, Holzkampstraße 7, 58453 Witten
Susanne Stähli
Das Gesicht (Stufu, 1-2 CPs)
Über das reine Abbild und die Frage nach der „Ähnlichkeit“ hinausgehend bietet das Thema vielfältige Möglichkeiten der künstlerischen Umsetzung.
Zu Beginn erarbeiten wir uns am Modell einige Grundbegriffe zur Proportion eines Portraits. Dabei verwenden wir
unterschiedliche bildnerische Mittel und Sie können verschiedene Herangehensweisen ausprobieren.
Ob eher zeichnerisch-minimalistisch oder farbig-malerisch,
als Karikatur oder großes Gemälde – im Laufe des Seminars
werden Sie selbst herausfinden, worin Ihr Interesse an dem
Thema liegt und was Sie vertiefen und umsetzen wollen.
Material (Kohle, Kreide, Stifte, Acrylfarbe), teilweise auch
Papier ist vorhanden, Zeichenblöcke (DIN A3 und größer),
evtl. Leinwände bitte selbst mitbringen. Und einen Spiegel!
Unkostenbeitrag: 5,00 €
Teilnehmerbegrenzung: 16
donnerstags, 08:30 – 11:45 Uhr (27.10., 03.11., 10.11.,
17.11., 24.11., 01.12., 08.12.)
Ort: VHS Witten – Kreativraum, Holzkampstr. 7, 58453
Witten
Katinka Theis
Raumzeichnungen (Stufu, 1-2 CPs)
Linie definiert Raum. Sie ist eine ästhetische Form, der wir
im Alltag stetig und überall begegnen. Durch Linienfahrpläne, Partituren, architektonische Formen oder durch die kahlen Zweige einer Winterlandschaft, die sich schwarz gegen
den Himmel abzeichnet. Allein durch die präzise Andeutung weniger Striche kann ein imaginärer Raum sichtbar
werden, eine Komposition hörbar, eine Idee denkbar. Rich-
Veranstaltungsverzeichnis
tet man seine Aufmerksamkeit einmal auf das Zeichenhafte
im Raum, lassen sich überall „Zeichnungen“ erkennen.
Dieser Betrachtungsweise werden wir in dem Seminar folgen und reale Gegenstände und Räume zeichnerisch auf
ihr Verhältnis von Fläche und Raum untersuchen. Es wird
darum gehen, unterschiedliche Wege kennen zu lernen,
in einer Zeichnung räumliche Tiefe zu erzeugen: Entweder
durch die präzise Geometrie weniger Linien oder die Verdichtung eines ganzen Linienzusammenhangs, der Schraffur. Dadurch kann die Qualität von Licht und räumlicher
Tiefe entstehen.
Ein weiterer Schritt kann vollzogen werden, in dem nicht
länger das Papier als Format für die Zeichnung dient, sondern der Raum selbst Gegenstand einer Zeichnung wird.
Mit Klebeband als Zeichenmaterial ist es einfach möglich,
eine Zeichnung in den Raum zu übertragen und somit auf
eine spezifische Raumsituation einzugehen. Der jeweilige
Raum wird so um eine imaginäre Ebene erweitert und kann
damit eine neue Bedeutung erhalten.
Materialkostenbeitrag: 10,00 €
Teilnehmerbegrenzung: 14
Sa., 10.12,. 10:00 – 16:00 Uhr
So., 11.12., 10:00 – 16:00 Uhr
Raum 2.303
Sa., 14.01,. 10:00 – 16:00 Uhr
So., 15.01., 10:00 – 17:00 Uhr
Raum 2.273
STUFU: FOTOGRAFIE
Prof. Dr. med. Gebhard Reiss
Menschenfotografie, Anfänger-Kurs Fotografie
(Stufu, 1-2 CPs)
Wir nutzen heute viele verschiedene Möglichkeiten, unsere Umwelt in Bild und Ton festzuhalten und zu archivieren.
Von der Hand bis hin zu digitalen Kameras stehen uns dafür Geräte zur Verfügung, die wir regelmäßig nutzen. Aber
hat unser fotografisches Auge mitgelernt? Wie baut sich
ein solches Bild auf, welche Technik steckt dahinter? Wie
überzeuge ich mit meinen Menschenbildern, wie halte ich
Stimmungen fest, wie den Körper selbst? Als Fotograf mit
reichlich Studio- und Outdoorerfahrung möchte ich den
Seminarteilnehmern von der Technik bis zur Lichtsetzung,
vom sehenden Auge und Bildaufbau, von rechtlichen Fragen ums Bild bis hin zum fertig bearbeiteten Bild einen
praxisorientierten Kurs anbieten, der Fragen rund um die
Fotografie des Menschen ebenso beantwortet wie er als
Sehschule vom Portrait bis Akt das Auge schult. Etwas
Vorerfahrungen sind hilfreich, eine eigene oder dauerhaft
geliehene Kamera sinnvoll, aber ich spreche gerade die
Anfänger an, denen ich helfen möchte, sich schnell in die-
063
sem Metier zurecht zu finden, und die ihre Begeisterung für
die digitale anspruchsvolle Fotografie entdecken möchten.
Theorie, Studio, Locations, Outdoor, Bildbearbeitung. Max.
8 Teilnehmer.
Eine erfolgreich gelöste fotografische Aufgabe als Voraussetzung der Kursteilnahme wird nach Anmeldung allen Interessenten mitgeteilt.
donnerstags, 14:00 – 17:00 Uhr (27.10., 10.11., 24.11.,
08.12., 12.01., 26.01., 09.02.)
Raum 2.303
STUFU: TANZ
Dr. Bettina Rutsch
Tanz-Theater-Seminar: Improvisation und Choreographie
(Stufu, 1-2 CPs)
Wie entsteht eine Choreographie? Wie kommt man dazu,
zeitgenössische tänzerische Formen zu entwickeln und in
eine wiederholbare Reihenfolge zu bringen? Und welche
künstlerischen Wege eröffnet demgegenüber die Improvisation? In diesem Seminar geht es darum, mit den verschiedenen Möglichkeiten und Verknüpfungen von frei
improvisierter und choreographisch festgelegter Bewegung zu spielen. Dabei werden die Teilnehmer/innen auf
der Grundlage ihrer individuellen Bewegungssprache
Tanz-Theater-Szenen zu unterschiedlicher Musik und diversen Themen erarbeiten, die teils von der Dozentin, teils von
den Studierenden selbst mitgebracht werden. Tänzerische
Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Interesse am Tanz und
Experimentierfreude sind unbedingte Voraussetzung für
die Teilnahme an dem Seminar.
Bitte Trainingskleidung und Socken mitbringen.
Teilnehmerbegrenzung: 12
Fr., 13.01., 14:00 – 19:00 Uhr
Sa., 14.01., 10:00 – 17:00 Uhr
Raum Spiegelsaal, unikat(club) Westfalenstr. 19, Witten
Fr., 20.01., 14:00 – 19:00 Uhr
Sa., 21.01., 10:00 – 17:00 Uhr
Raum Spiegelsaal, unikat(club) Westfalenstr. 19, Witten
STUFU: THEATER
Christoph Falke
Präsenz und Spiel – Werkstattprojekt 2016/17 (Stufu, 2-4
CPs)
Das Seminar konzentriert sich auf eine Bearbeitung des
Hörspiels „Die lächerliche Finsternis“ von Wolfram Lotz,
064
mit dessen Hilfe Fragen individueller und gesellschaftlicher
Relevanz herausgearbeitet werden.
Ein gemeinsames Körpertraining mit physischen Übungen
aus dem Theater ist Ausgangspunkt der Proben. Dabei wird
auf praktisch-sinnliche Weise die Frage nach Bühnen-Präsenz gestellt und für das kreative Spiel nutzbar gemacht.
Das Seminar arbeitet ergebnisoffen, es versteht sich als
eine Werkstatt, die verschiedene Arbeitsweisen aus Performance und Theater vorstellt, erprobt und verbindet. Hierfür
ist eine regelmäßige Teilnahme notwendig.
Bringt bitte bequeme und weite Trainingskleidung mit.
Christoph Falke ist künstlerischer Leiter von Studio 7, Theaterwerkstatt Schwerte.
Die Teilnehmerzahl ist auf 15 begrenzt.
donnerstags, 19:30 – 21:00 Uhr (Das erste Treffen am 20.
Oktober ist eine Einführungsveranstaltung)
Raum: unikat(club)
Blanche Kommerell, Ursula Maria Berzborn
Theaterarbeit (Stufu, 2-4 CPs)
Nun beginnen wieder die Endproben zu dem Stück, das
im November Premiere haben wird. Wir haben im Sommersemester begonnen, im August weiter geprobt und beginnen wieder Anfang Oktober an unserem Shakespeare
„Kaufmann von Venedig“. Das Sommersemester beendeten wir auch mit dem erfolgreichen Gastspiel im Gerhart
Hauptmann Theater Görlitz während des ViaThea mit „Die
Physiker“.
Für neue interessierte Theaterstudenten gibt es die Möglichkeit an einigen Theaterwochenenden mit zu trainieren.
Am Wochenende vom 28.10. bis 30.10. wird Ursula Maria
Berzborn mein Training der Sprache und des Theater-Handwerks mit einem Bewegungstraining unterstützen. Zeiten
und Orte werden noch bekannt gegeben.
Außerdem bitte ich alle Neulinge den Kurs FREUDE AM
SPRECHEN zu besuchen als Voraussetzung für die Mitarbeit an der neuen Inszenierung.
Bitte meldet Euch bei mir persönlich unter [email protected] oder 0177-4432784.
Die Arbeit an der ANTIGONE beginnt im Januar. Das Trainingswochenende ist vom 13.01. bis 15.01.
Wieder werden Übungen (Wahrnehmung, Körper, Sprache, Impro, Szenenstudium) am Anfang stehen, um dann
im neuen Semester schon in die Inszenierungsarbeit über
zu gehen.
Bis zum 31.Januar 2017 wird nach dem großen Erfolg des
Balladenabends am Ende des Sommersemester 2016 mit
Studierenden meiner Kurse ein neues Programm erarbeitet
werden mit Interessierten an Sprache und Darstellung.
Die Proben werden in der Theatergruppe „Kaufmann“ gesondert angegeben.
Premiere ist am 25. November um 20.00 Uhr.
Proben und Zeiten nach Absprache
STUFU: SCHREIBEN
Ulrich Land
Die Russen kommen – Hörspiel selbst gemacht
(Stufu, 2-3 CPs)
Jetzt sind es bereits sieben StudentInnen, die sich beobachtet und angegriffen fühlen. Und dann ein Achter. Aber
der kann sich nicht mehr fühlen, weder beobachtet noch
angegriffen. Der nämlich liegt eines Morgens in der Cafete auf dem Frühstückstisch: eine Sichel im Magen, einen
Hammer im Schädel. – Die Russenmafia an Bord der Uni?
Abgesandte des Putin-Imperialismus? Oder ist die Drahtzieherin eine frustrierte Kugelstoßerin aus Moskau, bis zum
Kragenknopf vollgestopft mit hochwirksamen Mittelchen?
– Was geht hier vor? Und vor allem: Wie geht das weiter?
Soweit das Setting des Hörspiels, das in diesem zweisemestrigen Seminar gemeinsam realisiert werden soll. Das
Hörspiel wird wie im wirklichen Leben in allen Produktionsschritten entwickelt: vom „Drehbuch“ aus eigener Feder
übers schauspielerische Umsetzen der Szenen bis hin zum
Einkleiden mit Akustikkulissen und zum Komponieren von
Sound- und Musiktracks – vom Schreiben bis zum Abmischen! Der Handlungsablauf und die ersten Szenen werden
im Wintersemester erarbeitet; im folgenden Sommersemester dann geht es darum, das Ganze zu vollenden und
zum echten Hörerlebnis werden zu lassen. Anfang Juli 2017
soll das Hörspiel dann auf CD gebrannt und öffentlich präsentiert werden.
Teilnehmerbegrenzung: 35
Fr., 18.11., 17:00 – 21:00 Uhr
Sa., 19.11., 10:00 – 19:00 Uhr
So., 20.11., 10:00 – 19:00 Uhr
Raum: Richtersaal, Stockumer Str. 10
Präsentationsabend
Anfang Juli 2017 von 19:00 – 22:00 Uhr
Raum: unikat(club)
Veranstaltungsverzeichnis
Ulrich Land
Das Haus der schrägen Vögel – Selber schreiben (Stufu,
2-3 CPs)
Merkwürdige Wörter bewohnen die Zimmer des Hauses.
In den verschiedenen Räumen die verschiedensten Typen,
einer schräger als der andre. Und was wollen uns die goldgelben Nebelschwaden im Treppenhaus sagen? Schon bemerkt, dass unter dieser einen verschlossenen Tür immer
ein kalter Lufthauch hindurchstreicht? Und neben den Bekenntnissen eines Voyeurs kreuzen sich am schwarzen Brett
Katastrophentexte mit Glücksbotschaften – und zwar von
Hand und selbst geschrieben! Schreiben kann schließlich
jede(r). Seit dem 1. Schuljahr. Aber hier eben Texte, die
einem das Herz höher schlagen lassen, die Sprache nicht
einfach nur hinnehmen, sondern formen, bearbeiten und
ausarbeiten, feilen und ausfeilen, in den Dienst raffinierter
literarischer Auseinandersetzungen mit dem Thema Liebe
und Co stellen. Zum Beispiel „spekulative“ Übersetzungen
isländischer Liebesgedichte, szenische Bearbeitungen von
Lovestorys, SMS-Poesie, literarische Musik-Anklänge, Texte
aus Textbausteinen, Lyrik aus Chats. Und die literarischen
Texte, die im Zuge dieses Seminars entstehen, werden am
Semesterende öffentlich präsentiert: in Form eines Booklets und im Rahmen einer Lesung am Donnerstag, dem 17.
Januar 2017.
Fr., 04.11., 17:00 – 21:00 Uhr
Sa., 05.11., 10:00 – 19:00 Uhr
So., 06.11., 10:00 – 19:00 Uhr
Raum: Richtersaal, Stockumer Str. 10
Präsentationsabend
Do., 17.01.2017 von 19:00 – 22:00 Uhr
Raum: unikat(club)
STUFU: GARTEN
Ralf Lilienthal
Gärtnern (Stufu, 1-2 CPs)
Nein, Säen, Gießen oder Ernten sind im Wintersemester kein Thema. Stattdessen heißt es – je nach Witterung
– Hacken, Graben oder Boden modellieren, Gehölze und
Hecken schneiden und formen, Bauen und Werke(l)n. Aber
auch: Stauden und Gehölze pflanzen. Und wenn uns Frost
oder Schnee die Geräte aus der Hand nehmen, vertiefen
wir die Praxis durch ein wenig mehr grüne und ästhetische
Theorie.
Hinweis: Bei großer Teilnehmerzahl werde ich den Kurs zeitlich splitten. Näheres teile ich per Mail mit (nach der Anmeldung bei UWE).
donnerstags, 14:00 – 15:30 (Beginn: 27.10.)
Treffpunkt: Der VHS-Pavillon unterhalb des Wittener Rathauses (Hauptstraße/Ecke Wideystaße)
065
FREIE INITIATIVEN
Lara Venghaus
Projektchor „La Traviata“
Einmal in Kostüm und Maske auf der Bühne stehen und
eine Oper von Innen heraus miterleben? Aus vollem Herzen
singen – und das nicht nur unter der Dusche? Sich selbst
neu entdecken und künstlerisch verwirklichen? In Zusammenarbeit mit der Universität Bielefeld und als künstlerisches Projekt im Rahmen des Kulturreflexions-Studiums
besteht die Möglichkeit, an der Aufführung der Oper „La
Traviata“ von Giuseppe Verdi mitzuwirken. Was dafür nötig ist? Spaß daran zu haben, etwas Neues zu entdecken
und sich selbst auszuprobieren – Vorkenntnisse sind nicht
erforderlich! Neben der Einstudierung der Chorpartie wird
eine fundierte Stimmbildung angeboten, die auch Studierenden ohne Chorerfahrung den Einstieg leicht macht. Darüber hinaus wird auch der Regisseur der Produktion einige
Proben mitgestalten, Gesang und Schauspiel miteinander
zu verknüpfen.
Die Probentermine werden bei einem ersten gemeinsamen Treffen festgelegt, die Aufführungen finden am
21., 22. und 24. April 2017 in Bielefeld statt.
Kontakt: [email protected]
Erstes Treffen:
20. Oktober, 18.30 Uhr,
Raum:unikat(club)
Dem Unikat ist es ein Anliegen in den Bereichen Kultur,
Leben und Club aktiv zu sein und möchte für die Studierenden im Witten Raum für Kultur und Veranstaltungen
schaffen. Wir veranstalten selber Events, aber unterstützen
auch die Verwirklichung von studentischen Ideen und Projekten, Partys und gemütlichen Abenden. Außerdem gibt
es bei uns ein großes Angebot an Sportveranstaltungen
des Hochschulwerk Witten/Herdecke.
Mit einem neu gegründeten Verein und einem neuen Konzept, möchten wir unsere Location wieder fit für Parties und
vieles mehr machen…
Checkt uns aus auf fb.com/Unikatclub, www.unikat.events
oder jeden Mittwoch am BIERABEND ab 19 Uhr.
Euer Unikat-Team
Dr. med. Christian Brodowski
Traditionelles Teakwon-Do
Körperliche und geistige Gesundheit ist ein wichtiger Bestandteil für das Glücklichsein.
Während der Ausübung des Taekwon-Do wird der Körper
gekräftigt, er wird geschmeidig, elastisch und stark. Neben
dem körperlichen Wohlbefinden stellt sich eine geistige
066
positive Haltung ein, es vollzieht sich ein geistiger Prozess.
Taekwon-Do schult gleichermaßen Körper und Geist. Die
Philosophie des Training besteht darin konkurrenzlos und
ohne Leistungsdruck zu trainieren. Es geht nicht darum, wer
der Schnellste, der Stärkste oder der Beste ist, sondern darum in allem, was man tut, sein Bestes zu geben und unermüdlich an sich zu arbeiten. Das Training ist so ausgelegt,
dass es jedem Einzelnen ermöglicht, die optimale Entwicklung zu erhalten.
Dr. med. Christian Brodowski - 3. Dan Taekwon-Do
[email protected]
0176/64617716
Trainingszeiten:
dienstags, 18:30 – 19:30 Uhr im unikat(club)
donnerstags, 18.30 – 19.30 Uhr in der Werkstadt (Mannesmannstr. 6, Witten) - auch während der Semester- und
Schulferien (nach Absprache).
Mai Bui & Palle Jürgensen
ADD ACTION
Seid Ihr sportlich und voller Tatendrang? Seht auch Ihr im
Thema Übergewicht eine ernst zu nehmende Volkskrankheit, die das Gesundheitssystem belastet und die es zu bekämpfen gilt? Dann seid Ihr richtig bei der Initiative ADD
ACTION!
ADD ACTION hat es sich zur Aufgabe gemacht, in kleinem
Rahmen Adipositas (Übergewicht) schon im Kindes- und
Jugendalter entgegen zu wirken. Mit unserem Projekt wollen wir möglichst frühzeitig in der Entwicklung von Kindern
und Jugendlichen Impulse setzen, die zur aktiveren Freizeitgestaltung, zu einem Ernährungsbewusstsein sowie zur
sozialen Integration und Stärkung des Selbstbewusstseins
der Kinder beitragen.
Wie? Unsere Aufgabe besteht nicht in der Therapie von
übergewichtigen Kindern, sondern vielmehr in der Prävention. Jeden Donnerstagnachmittag von 14:15 – 15:45 Uhr
fährt eine Gruppe von Studierenden des ADD ACTION
Teams zur 5. Klasse der Nelson-Mandela-Schule in Bochum,
um die Kids mit Gesundheits- und Ernährungsfragen zu
konfrontieren, aktiv zu werden und sinnvolle Anregungen
für die Freizeit zu geben, u.a. durch Trips zum Kletterpark
oder ins Tanzstudio.
Wir freuen uns auf Euch! Euer ADD ACTION Team
Kontakt: [email protected], [email protected]iwh.de, addaction.com
donnerstags, 14:15 – 15:45 Uhr (Besuch in der Nelson-Mandela-Schule)
jeden 3.Mittwoch, 19:15 Uhr (Teamtreffen)
Sirin Czygan, Vivian Thompson, Hannah Erzinger
Future Doctors Network
„Future Doctors Network“ ist eine freie Initiative im Studium
Fundamentale. Unsere Aufgabe ist die Verbesserung der
praktischen Medizinerausbildung in Albanien. Unsere Seminare sind mittlerweile Bestandteil der extrauniversitären
Ausbildung und sollen aufgrund unserer Nachhaltigkeitsarbeit in das Curriculum der Universität Tirana integriert werden. Thematische Schwerpunkte sind die praktischen Untersuchungskurse in den Fächern Orthopädie, Innere Medizin,
Neurologie und Notfallmedizin. Darüber hinaus erleben wir
einen intensiven kulturellen Austausch mit den albanischen
Studenten und bekommen einen wertvollen Einblick in eine
sich entwickelnde Gesellschaft. Im August 2013 konnten wir
schon zum zweiten Mal einer Studentengruppe aus Tirana
die Möglichkeit geben, uns in Deutschland zu besuchen
und ein zehntägiges medizinisches, sowie kulturelles Angebot wahrzunehmen. Bei unseren regelmäßigen Treffen
arbeiten wir an dem Kontakt nach Albanien, organisieren
die nächsten Seminare und planen die in Zukunft vorgesehenen Summerschools in Deutschland und Albanien.
Bei Interesse und Fragen: [email protected]
Treffen alle zwei Wochen donnerstags um 17:30 Uhr; Ort
wird jeweils bekannt gegeben
Erstes Treffen: 20.10.2016 um 17:30 Uhr im Café „Raum“
(Wiesenstr. 25, Witten)
Andrea Kreisel, Karoline Rhein
WORTSTARK
„Guten Tag, wie geht es dir?“ sagen, einen Kaffee beim
Bäcker bestellen oder kleine Unterhaltungen führen. Dies
sind nur die ersten Schritte, die Studierende der Initiative
WORTSTARK gemeinsam mit geflüchteten Menschen versuchen. Deutsch als Zweitsprache vermitteln ist eine spannende, herausfordernde und sehr freudige Aufgabe, bei
der alle Beteiligten viel über Sprache, Geduld und aufeinander Eingehen lernen und zudem viel Spaß haben.
In der Volkshochschule Witten/Annen werden auch dieses
Semester wieder wöchentliche Sprachkurse stattfinden,
montags und mittwochs von 15:30 bis 17:00 Uhr. Für jeden
dieser Tage werden zwei Studierende und ein_e Springer_
in zum Unterrichten gesucht.
Wer Lust hat, eine Gruppe zu begleiten, ab und an einzuspringen oder neue Ideen rund ums Deutsch Lernen einzubringen und umzusetzen, sollte am Dienstag, den 18.Oktober um 15:00 Uhr in den [...] raum (Wiesenstr. 25) kommen.
Wer an diesem Tag nicht kann, findet uns bei den studentischen Initiativen auf dem MdM am Donnerstag.
Bei Fragen könnt ihr euch an [email protected]
oder [email protected] wenden.
Der Unterricht beginnt am 24.Oktober.
Veranstaltungsverzeichnis
Ardiana Wagner, Anne Strapatsas
AlSalam
AlSalam- das ist Arabisch und bedeutet Frieden und ist genau das wonach sich viele Menschen, die aus Kriegsländern
stammen gerade sehr sehnen. Oft wird uns der Wert von
Frieden und Sicherheit erst bewusst, wenn wir unmittelbar
mit dem Gegenteil konfrontiert werden. Und obwohl bzw.
gerade weil die meisten von uns in politischer Stabilität
aufgewachsen sind, stellen wir uns folgende Fragen: Was
wollen wir tun? Was können wir für diese Menschen tun?
Mit der studentischen Initiative „AlSalam Help Foundation“
möchten wir es uns zum Ziel machen zum Einen Aktionen
zu planen und durchzuführen mit denen wir (Sach)-Spenden
sammeln können. Zum Anderen möchten wir dann genau
diese zusammen mit einer jordanischen Gruppe von Medizinstudenten der Universität bei Amman persönlich an syrische Flüchtlinge verteilen, die direkt vor Ort an der Grenze
ankommen.
Dabei soll somit Studierenden ebenso die Möglichkeit gegeben werden an ‚Humanitarian & Medical Missions‘ mit
Organisationen vor Ort teilzunehmen und in Camps oder
Grenzdörfern direkt Flüchtlingshilfe leisten zu können. In
dem letzten Jahr konnten wir uns so schon bis zu vier Mal
Gruppen wie zum Beispiel den ‚Flying Doctors of America‘ und Ähnlichen anschließen, Kontakte knüpfen und tätig
werden.
Wir möchten planen, organisieren, durchführen und helfen. Wir freuen uns auf die Ideen jedes Einzelnen von euch,
ganz gleich, was ihr studiert!
Bei Interesse bitte melden bei: [email protected]
de; [email protected]
Treffen: Nach Absprache und alle zwei Wochen.
Johanna, Laila, Barbara und Camilla
Wie (er)leben wir Tanzkunst?
Wir TANZEN.*
*Elemente der Improvisation, des zeitgenössischen Tanzes,
der Contact-Improvisation und alle spontanen Tanz- und
Performance-Impulse können sich im Raum entfalten; Ein
künstlerischer Prozess, der aus- und durch den Körper fließt
– durch den wir gemeinsam fließen.
Unser Tanz-Laboratorium findet nun seit gut 2 Semestern
jeden Donnerstag für zwei Stunden statt. In Achtsamkeit
und mit gegenseitiger Wertschätzung beschäftigen wir uns
mit verschieden Bewegungsqualitäten, inneren Bildern und
tänzerischen Fragestellungen.
Als studentische Initiative möchten wir gerne eine Plattform sein, auf der Tanzbegeisterte der UWH und Umgebung miteinander in Kontakt kommen können. Wir sehen
unsere Treffen dabei als Basis für weitere, mögliche Tanzprojekte, wie beispielsweise die monatliche Contact-Improvisations-JAM in Witten (siehe weiter unten). Hast auch Du
etwas Spannendes zum Thema Tanz zu verbreiten oder Interesse an Tanzveranstaltungen und Co. , dann nimm Kontakt zu uns auf.
Unser Gruppenfindungstreffen zum Semesterstart findet
am Donnerstag,
den 27. Oktober 2016 von 15:30-17:30 Uhr statt. Treffpunkt:
Unikat, Spiegelsaal.
Wir freuen uns auf Dich. Schreibe uns eine E-Mail, wenn du
tanzen möchtest.
[email protected]
Wir TANZEN.
Wittener Contact-Improvisations-JAM
Jeden 4. Sonntag im Monat findet im Unikat-Spiegelsaal
ein Tanz-Improvisations-Nachmittag nach der Idee der
Contact Improvisation statt. Im Konzept der Contact Improvisation dient eine JAM als Übe-und Forschungsraum von
freiem Improvisations-Tanz mit und ohne Berührung, wobei
es als Bereicherung gesehen wird, wenn alle Erfahrungslevels sich im Tanz begegnen. Abgesehen davon macht es
einfach riesig Spaß und bringt Körper und Seele in Fluss!
Diese JAM ist mit den vielen weiteren JAMs im Ruhrgebiet
verlinkt und erfreut sich seit Oktober 2014 vieler Bewegungsbegeisterten der UWH sowie aus Witten und Umgebung. Besonderheit der Wittener JAM ist die Begleitung
mit Live-Musik. Wechselnde Dozenten aus der Umgebung
starten die JAM mit einer einstündigen Einführung, welche
neugierigen Neulingen sowie erfahrenen Tänzern einen
Einstieg, und Inspiration für das gemeinsame Tanzen vermitteln kann.
Termine: Einführung jeweils 16:00 – 17:00 Uhr; JAM 17:0019:30 Uhr
Sonntag, 23. Oktober
Sonntag, 27. November (davor Wochenend-Workshop
von Barbara Pfundt – siehe unten)
Dezember ist Weihnachtspause
Sonntag, 22. Januar
Sonntag, 26. Februar
Sonntag, 26. März
Bei Fragen - [email protected]
Wenn Du Lust hast, dabei zu sein, brauchst Du keine professionelle Tanzerfahrung. Körperbewusstsein in der Bewegung und Improvisationserfahrung sind jedoch gute
Mitbringsel. Wir wünschen uns Deine Hingabe an den gemeinsamen Prozess. Dieser setzt Deine wöchentliche Präsenz voraus.
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068
WORKSHOP Contact-Improvisation mit Barbara Pfundt
aus Hildesheim
Antworten zu finden. Sie schafft Raum für Begegnung und
für Tätigkeit von Wittenern für Witten als einem Ort der
Menschlichkeit.
„how to lift and not to lift“ – 26. & 27. November in Witten
In diesem Workshop werden wir uns der Bewegung nach
oben widmen und uns mit Möglichkeiten von Lifts beschäftigen. Gibt es Prinzipien für die Kontaktaufnahme für den
Lift? Wie kann ein Transportieren, Schweben, Fliegen mit
Leichtigkeit und im Bewegungsfluß geschehen?
Lifts entstehen im Wechselspiel des gemeinsamen Miteinanders, jeder ist mal oben mal unten und jede „Position“ ist
notwendig für die andere. Insofern stellen wir uns den Fragen: wie wir den Kontakt zwischen zwei Körpern auch auf
dem Weg nach oben behalten können, was uns Sicherheit
gibt beim Rollen über die Schulter, wie ich Fläche anbiete,
damit sich mein Partner ausbreiten, sich auch in der Höhe
sicher fühlen und weiter bewegen kann und wie wir den
gemeinsamen Bewegungsfluss auch in den oberen Ebene
aufrecht erhalten können?
Ebenso interessant dabei ist auch der Aspekt des „Nicht-liftens“, wann ist es besser zu unterlassen, was tue ich, was
nicht und kann ich weiterhin im Lauschen, Nicht-Wollen, im
Jetzt sein? Ein Wochenende mit contact skills, forschen, fliegen, spielen, schmelzen, miteinander und noch viel mehr.
Voraussetzung: Gute Basiskenntnisse in Contact-Improvisation
Samstag von 12:00-18:00Uhr
Sonntag von 10:00-15:30Uhr
Ort: Spiegelsaal des Unikatclubs,
Westfalenstraße 19, Witten
Kosten - early bird bis 15.November: 95€/ erm. 60€ (Studierende) - incl. monatl. CI-JAM & Einführung zu JAM am
Sonntag ab 16:00Uhr! Nach 15.November 105€/ erm.70€
Anmeldung via E-mail & Platz per Überweisung sichern:
[email protected]
In was für einer Stadt wollen wir leben? Diese Frage soll
in einer Aktion vom 22. Oktober an mit möglichst vielen
Wittenern bewegt werden. Wir wollen dazu an so vielen
Wittener Orten wie möglich (in Geschäften, in Bibliotheken,
Schwimmbädern, Fitnessstudios, Kneipen, Restaurants…)
mit Plakaten und Flyern auf dafür hergestellten Aufstellern
auffordern, Stellung zu beziehen.
Zunächst einmal ganz einfach: Die Unterkunft für hilfesuchende, geflohene Menschen wurde abgebrannt. Unsere
Antwort ist: Wir bauen wieder auf, mit neuen Ideen und
Impulsen, und versuchen, uns dadurch der Situation zu stellen. Wir wollen auch ein Zeichen setzen, aber in erster Linie
wollen wir etwas versuchen. Der Versuch ist hier Methode,
weil wir Neues ermöglichen wollen. Unsere erste Frage an
jeden einzelnen Wittener Bürger ist schlicht: Wie stehen
Sie zu diesem Unternehmen? Weitere Fragen wollen noch
identifiziert werden. Vielleicht können wir so mithelfen, zu
einer menschenfreundlichen Identität der Stadt Witten beizutragen. Vielleicht und hoffentlich ergibt sich Manches daraus, wovon wir noch gar nicht wissen.
Wir brauchen und wünschen uns Hilfe von Studierenden
der UWH und vom Institut für Waldorf-Pädagogik. Kreative Köpfe und praktische Hände bei der Durchführung der
Aktion in der Stadt sind gesucht; Menschen, die Spaß haben an der Planung und Durchführung einer stadtweiten
sozialkünstlerischen Aktion, die mit an Texten für Plakate
und Flyer feilen wollen und die Lust haben, die Aktion auszuwerten und vielleicht danach Ideen für nächste Schritte
haben. Auch an eine wissenschaftliche Begleitung des Projektes ist gedacht.
Kontakt: [email protected]
Kennenlern-Treffen :
Donnerstag, 15.09., 20:00 Uhr
Ort: Cafe „Raum“ im Wiesenviertel.
Teilnehmerzahl stark begrenzt – First come, first serve!
Stephan Nussbaum
In welcher Stadt wollen wir leben?
Durch Tätigkeit Stellung beziehen, das war der Impuls, der
nach dem Brand der Flüchtlingsunterkunft auf dem Gelände des Institut für Waldorf-Pädagogik am Annener Berg zur
Gründung der „Bauhütte Witten“ führte. Die Initiative will
mit breiter Unterstützung der Wittener Bürgerinnen und
Bürger am Ort der abgebrannten Unterkunft ein Wohnhaus
für 25 Flüchtlinge und 10 Studierende errichten, das zudem
5 Hotelzimmer und Räume für Seminare und künstlerische
Aktivitäten haben soll.
Die „Bauhütte Witten“ sucht damit auf die aktuellen gesellschaftlichen Fragen, die das mit den Flüchtlingsströmen verbundene Zeitgeschehen stellt, menschenwürdige
Tabea Gregory, Milan Lose
Mal so improvisiert
wir suchen nach authentischen, komischen, berührenden,
verrückten Geschichten, die auf der Bühne aus dem Moment kreiert werden - Wir spielen Improvisationstheater!
Wenn Du mit uns in die Realität des Augenblicks eintauchen willst und mit viel Spielfreude zum Teamkollegen,
Regisseur und Schauspieler zugleich werden willst, dann
melde dich bei uns!
Da wir uns auf eine Aufführung vorbereiten wollen, freuen
wir uns besonders über Teilnehmer, die schon etwas Erfahrung mit Improvisation oder Theater mitbringen. Für ganz
frische Neulinge gibt es im Hochschulsport einen Kurs für
Improvisationstheater, wo die Basics geübt werden können.
(Kontakt: [email protected])
Veranstaltungsverzeichnis
Zeit: Wir trainieren wöchentlich 2,5 Stunden, der Tag wird
immer zu Semesterbeginn festgelegt.
Ansprechpartner bei Fragen und Interesse:
Milan Liose ([email protected])
Tabea Gregory ([email protected])
Students Health Dialogue – Mit Sicherheit – verliebt
Sexalphabet, Kondom-Rallye und Fragestunde – der MSV
klärt Wittens Schüler auf. Aber was bedeutet eigentlich diese Abkürzung? MSV steht für „Mit Sicherheit verliebt“ und
ist eine studentische Initiative unserer Uni in einem bundesweiten Projekt für HIV-Prävention und Leistung sexueller
Aufklärung an Schulen.
HIV und AIDS sind trotz medizinischen Fortschritts nicht
heilbar und die Neuansteckungsrate stieg zuletzt wieder
dramatisch an. Rund 10 Neuinfektionen gibt es pro Tag allein in Deutschland!
Aber mit dem Lehrer über Liebe, Sexualität und Verhütung
reden? Das geht gar nicht, finden viele Jugendliche! Und
an diesem Punkt setzen wir an! Wir sind fest überzeugt von
der Idee, durch gezielte Aufklärung und altersgerechte
Schulung das Bewusstsein bei jungen Menschen nachhaltig verändern zu können – und damit Verständnis für den
verantwortungsvollen Umgang mit dem eigenen Körper
zu schaffen. Unser Konzept besteht darin, dass wir Studierende in Schulen gehen und einen Vormittag lang mit den
Schülern Fragen rund ums Thema behandeln. Wir sind ein
buntes, lustiges Team mit Studierenden aus allen Fakultäten – und: Wir freuen uns auf Euch!
donnerstags, 17:30 – 18:30 Uhr
Treffpunkt: Rotes Sofa
Das Initiativ-Labor: Mehr Engagement, mehr Projekte,
mehr Nachhaltigkeit, mehr Gemeinsam!
Du findest auch, dass studentisches Engagement ein enorm
wichtiger Bestandteil des Studiums in Witten ist? Du fragst
dich, was die anderen Initiativen so machen? Ob sie vielleicht auch vor ähnlichen Fragen oder Herausforderungen
stehen? Du willst mehr davon?
Wenn wir Projekte gemeinsam angehen, können wir viel
voneinander lernen und manchmal auch mehr bewirken.
Durch gemeinsame Coachings, Treffen und Projekte wollen
wir die vielseitigen studentischen Initiativen mehr zusammenbringen und gleichzeitig in den Dialog mit der Stadt
Witten und ihren BürgerInnen treten, um auch mehr lokale
Projekte anzustoßen.
Außerdem wollen wir unsere eigene Universität unter die
Lupe nehmen, um zu schauen, wie nachhaltig sie eigentlich
im alltäglichen Betrieb ist und wo wir dort etwas verbessern
können.
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Wenn dir gesellschaftliches Engagement und Nachhaltigkeit auch so sehr am Herzen liegen, bring dich ein und hilf
dabei, das Initiativ-Labor zu einem dauerhaft sprudelnden
Ort für Projekte zu machen, die einen Beitrag zu einer engagierten Uni, einer sozialen Stadt und einer grünen Umwelt leisten! Wir freuen uns auf dich!
Domenik und Milan
[email protected];[email protected]
Initiative WORTSTARK
Fabiola Heuer
Rock Your Life!
Wir sind eine studentische Initiative mit mittlerweile 49
Standorten in ganz Deutschland und der Schweiz! Rock
Your Life ist ein Mentoring-Programm zwischen Hauptschülern und Studenten, dass sich für mehr Bildungsgerechtigkeit, Chancengleichheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzt.
Das Mentoring findet im Rahmen einer eins zu eins-Beziehung statt und ist über einen Zeitraum von zwei Jahren angedacht. Alle unsere Hauptschüler besuchen die Freiligrath
Schule in Witten-Annen. Als Mentor begleitest du deinen
Schüler auf seinem Weg in den Beruf und unterstützt ihn
bei der Umsetzung seiner Träume und Visionen für die Zukunft– stets mit Blick auf seine individuellen Fähigkeiten
und Vorstellungen. Teil des strukturierten Mentoring-Prozesses sind regelmäßige Treffen bei denen ihr euch und die
Lebenswelt des jeweils anderen kennenlernt. Dadurch sind
in der Vergangenheit beidseitige und einzigartige Freundschaften erwachsen. In deinem Engagement als Mentor
unterstützen wir dich durch eine professionelle Mentoring-Ausbildung (3 Wochenendseminare über die gesamte
Beziehung) sowie kontinuierliche Betreuung und Fortbildungsmöglichkeiten, auch gemeinsam mit deinem Schüler.
Außerdem veranstalten wir während des Semesters Rock
Your Life Treffen mit allen Schülern, Mentoren und dem Orga-Team um einen gemeinschaftlichen Austausch zwischen
allen Parteien zu gewährleisten. Wir, das Orga-Team kümmern uns um die Betreuung der Programmteilnehmer und
um Themen wie Fundraising und Eventmanagement sowie
der allgemeinen Koordination der Initiative. Hier suchen
wir ebenfalls noch Unterstützung! Also falls du Interesse
hast als Mentor oder Mitglied im Orga-Team dabei zu sein
dann melde dich gerne unter [email protected]
Wir freuen uns auf dich!
070
Julia Ebner
Flüchtlingsinitiative „Willkommen in Witten“
Motivation und Ziele:
Die Flüchtlingsinitiative hat sich mit dem Ziel gegründet
Flüchtlingen aus Witten bei der Integration und beim Ankommen zu unterstützen. Diese sollen durch unsere Plattform besseren Zugang zu gesellschaftlichen Aktivitäten erhalten. Dabei stehen das Erlernen der deutschen Sprache,
Hausaufgabenbetreuung von Schulkindern, Freizeitangebote für sowohl Kinder, als auch Frauen oder Männer und
die Unterstützung bei alltäglichen (auch bürokratischen)
Hürden im Vordergrund.
Langfristig wollen wir ein diverses und nachhaltig bestehendes Angebot für Flüchtlinge schaffen. Außerdem
wollen wir auch eine nachhaltige und stabile Struktur der
ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit in Witten aufbauen und
mitgestalten. Ausgangspunkt ist die Idee einer inkludierenden und vernetzenden Arbeit. Wir wollen viele Menschen
zu dauerhaftem, ehrenamtlichen Engagement motivieren.
Es sollen Räume entstehen, in denen sich geflüchtete Menschen, Studierende und langjährige Wittener Bürger_innen
begegnen können. Eine Verknüpfung der Universität Witten/ Herdecke und der Stadt wird somit befördert.
Umsetzung:
Die Flüchtlingsinitiative umfasst derzeit sechs Gruppen, die
in unterschiedlichen Themenfeldern aktiv sind: Organisation, Freizeit, Sprachen, Patenschaften, Recht und Frauen.
Zusätzlich zu den Gruppentreffen finden monatlich zwei
Treffen statt, bei denen es vorrangig um den Austausch unter den Arbeitsgruppen und die Evaluation der Angebote
geht. Diese Termine sind zusätzlich Anknüpfungsmöglichkeiten für Interessierte, die die Arbeit der Initiative kennen
lernen wollen.Zur Zeit erreichen wir insgesamt ca. 70 Flüchtlinge – durch bestehende kostenfreie Sprachkurse an der
Volkshochschule, durch Hausaufgabenbetreuung an der
Bruch-, der Overberg- und der Freiligrathschule, durch wöchentlich statt findende offene Picknicke, Sportangebote
und nicht zuletzt durch Besuche von Flüchtlingsheimen. In
Planung ist noch eine Frauengruppe, der Ausbau von kostenfreien Sprachkursen und von regelmäßiger Hausaufgabenbetreuung und nicht zuletzt ein vergrößertes Freizeitangebot für Kinder, Männer und Frauen.
Kontaktaufbau:
Wir bemühen uns um eine Flächendeckende Vernetzungsarbeit, um sowohl die Flüchtlinge, als auch potentiell interessierte Ehrenamtliche zu erreichen. Wir bieten in konstanten Abständen offene Informations-veranstaltungen für alle
an. Verschiedene Flüchtlingsunterkünfte werden regelmäßig von uns gesucht, um Kontakte zu Flüchtlingen herzustellen und zu pflegen. Nicht zuletzt dienen unsere diversen
Freizeit-veranstaltungen zur Etablierung von Kontakten.
Unsere Aktivitäten können über unseren online Newsletter,
als auch über verschiedene Social Media Plattformen verfolgt werden. Nicht zuletzt bemühen wir uns mit verschiedenen Initiativen der Stadt, Kirchengemeinden und Sportvereinen Kontakt zu halten und zu kooperieren.
Wirkung: Wir wollen durch unser Engagement die Zivilgesellschaft stärken und das Zusammenwachsen zwischen
neuen und alt eingesessenen Bewohner_innen Wittens unterstützen. Den Flüchtlingen soll eine Plattform zur Integration geben werden. Nicht zuletzt wollen wir durch unsere
Angebote eine intensive Willkommenskultur schaffen.
Philine Töpper
Amnesty International
Amnesty International ist eine weltweit tätige Menschenrechtsorganisation. Seit Gründung der Organisation im
Jahr 1961 setzt Amnesty sich durch Öffentlichkeitsarbeit
und Recherche für den Schutz der Menschenrechte rund
um den Globus ein. Grundlage dafür bilden alle die in der
Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte formulierten
Rechte, die inhaltlichen Schwerpunkte werden in jährlichen
Versammlungen durch die Basismitgliedschaft gesetzt. Mit
über sieben Millionen Mitgliedern ist Amnesty somit die
größte Organisation dieser Art, ihre Arbeit wird bis auf ganz
wenige Ausnahmen von ehrenamtlichen Herlferinnen und
Helfern durchgeführt. Neben der Aufbereitung von Inhalten führt Amensty gezielter Kampagnen durch, von denen
mindestesn ein Drittel erfolgreich sind.
Wie die gesamte Organistaion ist auch die Hochschulgruppe unabhängig von staatlicher Unterstützung und finanziert
sich vollständig aus privaten Spenden. Wie alle Ortsgruppen führt die Amnesty International Hochschulgruppe
Witten Informationsveranstaltungen durch, sammelt Unterschriften und erschafft Öffentlichkeit, denn nichts scheuen
Menschenrechtsverbrecher mehr als das Licht.“
Ein Kennenlerntreffen für alle Interessierten findet am
Dienstag, 25.10.2016, um 20:00 Uhr im Raum [...], Wiesenstr. 25, statt.
Max Hansen & Lukas Leicht
Mit Sicherheit Verliebt
Habt ihr auch den Eindruck, dass sich heutzutage vieles
auf Sex bezieht? Dass vor allem Kinder immer früher durch
Pornos beeinflusst werden und so mit ihrer Sexualität konfrontiert werden? Denkt auch ihr, dass Eltern und Lehrer gar
nicht mehr in der Lage sind, die Kinder auf ein „normales“
und verantwortungsbewusstes Sexualleben vorzubereiten?
Genau das sehen wir als unsere Aufgabe und du bist bei
uns richtig!
Durch Schulungen in vor allem Klassenstufen 6 und 7 setzen wir uns zusammen mit den Schülern mit den Themen
„Pornografie“, „Verhütung“, „Geschlechtskrankheiten“
und dem „Ersten Mal“ auseinander. Im Mittelpunkt steht
dabei vor allem das Ziel, dass die Kinder spielerisch in einer vertrauensvollen Umgebung lernen, offen über Sexualität zu sprechen. Sie sollen lernen, verantwortungsvoll
damit umzugehen, eigene Meinungen zu entwickeln und
Veranstaltungsverzeichnis
die Möglichkeit haben, persönliche Fragen zu stellen und
somit viel über sich und ihren eigenen Körper sowie dessen
Bedürfnisse herauszufinden.
Haben wir dein Interesse geweckt? Dann melde dich bei
uns:
[email protected] oder finde uns auf Facebook
Wir treffen uns alle zwei Wochen, immer donnerstags
jeweils um 17:15 Uhr. Der Ort wird am Anfang des Semesters bekanntgegeben.
Wir freuen uns auf dich!
071
verbessern wollen.
Wir werden Themen aus der Gesundheit und Wirtschaft visuell aufarbeiten und aufbereiten, um es besser verstehen
und behalten zu können. Für Studium, Prüfung, Arbeit oder
Präsentation.
Ziel ist es, ein selbstgewähltes Thema visuell auszuarbeiten
und sich ein Bild davon zu machen. Dazu muss man nicht
unbedingt zeichnen können, kreatives Vorstellungsvermögen wäre jedoch hilfreich.
Wir werden Konzepte entwickeln, Storyboards ausarbeiten,
Skizzen erstellen und verschiedene technische Möglichkeiten zur Umsetzung kennenlernen.
Dein MSV-Team
Christoph Lüdemann, Jakob Skatulla, Nicolas Aschoff
L‘appel Deutschland e.V:
Augen öffnen. Zukunft schaffen.
L’appel – der Appell. Unser Name ist ein Weckruf an die
Gesellschaft und ein Aufruf zur Mithilfe. Wir leisten Hilfe
zur Selbsthilfe. L’appel Deutschland e.V. ist eine Organisation der Entwicklungszusammenarbeit, die ihre Projekte in
den Bereichen Gesundheit, Bildung und Infrastruktur nach
den Bedürfnissen und Notwendigkeiten jener Menschen
ausrichtet, mit denen sie die Projekte in Afrika gemeinsam
realisiert. Die Mitglieder des Vereins sind Studierende und
junge Leute aus Witten, Köln und Lüneburg, die ihre Expertise ehrenamtlich zur Verfügung stellen. Dadurch wird die
Arbeit von einem sehr hohen Maß an Leidenschaft, Effektivität und Professionalität geprägt. Grundlegende Bedingungen für ein Projekt von L‘appel sind die Langfristigkeit,
Unabhängigkeit und die Notwendigkeit des Vorhabens.
L’appel möchte sich als Entwicklungshilfeorganisation nach
der Unterstützungsphase so früh wie möglich aus den Projekten zurückziehen, damit die Bevölkerung vor Ort Ihre
Projekte eigenverantwortlich weiterführen kann.
DIE ORGANISATION
L’appel ist ein Non-Profit StartUp (IMAGO?) in der Entwicklungszusammenarbeit. Es wurde 2013 gegründet und besteht mittlerweile aus mehr als 35 ehrenamtlichen Mitarbeitern in Deutschland, Ruanda und Sierra Leone. L’appel ist
ein universeller Anbieter von Entwicklungszusammenarbeit
und arbeitet sowohl eigenständig als auch im Netzwerk mit
anderen NGOs. L’appel wächst und ist ständig auf der Suche nach Verstärkung.
Patrick Rebacz
„Lernen mit Bildern: Gesundheit und Wirtschaft sehen
und verstehen.“
Liebe Freunde der visuellen Kommunikation. Die Initiative
„Lernen mit Bildern“ richtet sich an alle, die sich für kreative Wissensvermittlung interessieren und Ihren Lernprozess
Die fertigen Werke werden ausgestellt. Zudem bieten wir
an, Erklärvideos zu produzieren. Die Ausrüstung und das
Knowhow dazu sind vorhanden.
Ansprechpartner: Patrick Rebacz
Kontakt und Anmeldung unter: [email protected]
www.Visionom.de
Youtube Channel: Visionom
072
SPRACHKURSE WS16/17
Wie bereits in den vergangenen Semestern können Sie
als UW/H-Studierende auch im Wintersemester 2016/17
das breit gefächerte Sprachkursangebot des Zentrums für
Fremdsprachenausbildung (ZFA) an der Ruhr-Universität
Bochum nutzen.
Bitte informieren Sie sich auf den Internetseiten des ZFA
(http://www.ruhr-uni-bochum.de/zfa/) über die Kurszeiten
und Termine für die Einstufungstests. Sie finden dort auch
einen Link zur Anmeldung, der extra für die UW/H Studierenden eingerichtet wurde (http://bewerbung.zfa.rub.de/
UWH).
Bitte beachten Sie unbedingt den Anmeldeschluss zum 19.
Oktober 2016, 23:59 Uhr.
Weitere Informationen zum Angebot Sprach-Tandem oder
Deutschkurse finden Sie unter http://www.uni-wh.de/international/sprachen/.
Anfragen richten Sie gerne an [email protected] oder an
Dr. Sigrun Caspary, Referentin Internationales, Fakultät für
Kulturreflexion, Fakultät für Wirtschaftswissenschaft, ERASMUS+ ([email protected]).
Courses in English
Prof. Dr. rer. pol. Reinhard Loske, Dr. Ray Cunningham
Was bedeutet der Brexit für die Zukunft der EU und der
deutsch-britischen Beziehungen? (Stufu, 2- 4 CPs)
Ph.D. Mango Meier
An Introduction to Aristotle: An Introduction to Philosophy (B.A. KuRe Philosophie, 5 CPs)
Ph.D. Mango Meier
Woolf, Forster and Fitzgerald: Writing Between the Wars
- Reading and Writing in English
(Stufu, 2-4 CPs)
Jeremy Stockwell
WOW, NOW, & WHAT IT IS (Stufu, 2-4 CPs)
Veranstaltungsverzeichnis
073
STUFU PLUS
Angewandte Ethik / Ethik in Organisationen
Corporate Social
Responsibility
S. BohnetJoschko
Ist der Mensch, was er isst? – Zur
Geschichte des Essens und der Ernährung
F. Jaeger
Ethik-POL für alle: Übungen zur Bildung moralischer Urteilskraft
M. Kettner
Disability Studie - Peer Support als
Kulturwissenschaft
C. Rensinghoff
Gewaltkonflikte im arabisch-islamischen Krisenbogen - Analysen und
Alternativen
H. Schmidt
Friedens- und Konfliktforschung
Sozialanthropologie der Gewalt
A. Hirsch
„Die organisierte Gemeinschaft,
die dem Einzelnen ein einheitliches
Selbst gibt“? – Analysen zur Anziehungskraft des Dschihadismus auf
europäische Jugendliche
Th. Loer
Von der Quelle zur Erfolgsgeschichte? Die Historie von Familienunternehmen und ihr Nutzen für die
Zukunft
Th. Urban
Kunstvermittlung und Bildbetrachtung
Dancing with Myself – Selbstportrait S. Sandfort
und Selbsterfindung in der zeitgenössischen Kunst
Die Kunst der „Goldenen Zwanziger“
C. Volkenandt
Kriterien der Bildbetrachtung
(auf Basis persönlicher Anmeldung)
C. Volkenandt
Methoden der Sozialforschung
Bei Interesse: Sprechen Sie mit Werner Vogd in Hinblick
auf geeignete Veranstaltungen. ([email protected])
Organisationstheorie und
Organisationsforschung
Bei Interesse: Sprechen Sie mit Werner Vogd in Hinblick
auf geeignete Veranstaltungen. ([email protected])
Musikvermittlung
Genese und Ideologie des Terrornetz- A. Sarhan
werks „Islamischer Staat“
Klavier-Workshop & öffentliche Meisterklassen
H. Antoni
Gewaltkonflikte im arabisch-islamischen Krisenbogen - Analysen und
Alternativen
H. Schmidt
Improvisation & Jazz
M. Kiedaisch
M. Kiedaisch
Friedensjournalismus
H. Schmidt
Neue Musik spielend Hören lernen –
Freie Improvisation
Wem gehört Jerusalem? Der Nahostkonflikt - dargestellt am Hotspot
Jerusalem
D. Vieweger
„Barfuß auf dem Eise“ – Schuberts
„Winterreise“ als Prozess des Wandels und musikalischer Selbstreflexion
I.E. Reihl,
A. Gurdon
Kulturmanagement und Kulturpolitik
Erarbeitung eines Konzertabend
H. Antoni
Entwicklung eines Konzepts für die
nächste Free Witten Academy
K. Franck
Sex and the Ruhrgebiet II
M. Schnell,
C. Dunger
Politik des musikalischen Hörens
St. Schmidt
Theaterarbeit und Sprache
Theaterarbeit
B. Kommerell,
U. M. Berzborn
Freude am Sprechen – Lebendige
Sprache
B. Kommerell
Präsenz und Spiel – Werkstattprojekt
2016/17
C. Falke
074
KÖPFE
DEKAN
Prof. Dr. rer. soc. Dirk Baecker
DEKANATSSEKRETARIAT
Sandra Schwarz
DEKANATSREFERENTIN
Dana Mell (Dipl. Medienberaterin)
PRODEKAN FÜR FORSCHUNG
Prof. Dr. phil. Matthias Kettner
PRODEKAN FÜR LEHRE
Prof. Dr. phil. Claus Volkenandt
SEKRETARIATE
Linda Hagedorn
Marion Jacobs
Britta Koch
Kerstin Pospiech
Sandra Schwarz
KULTURBEAUFTRAGTE
Dr. rer. pol. Klaus Neuhoff
Klaus-Bernhard Tetzlaff
GESCHICHTE
Prof. em. Dr. phil. Jörn Rüsen
Prof. Dr. phil. Friedrich Jaeger
Prof. Dr. theol. habil. Dr. phil. Dr. h. c.
Dieter Vieweger (Gastprofessor)
KULTURTHEORIE UND MANAGEMENT
Prof. Dr. rer. soc. Dirk Baecker
Moritz Klenk, M.Sc. (Wiss. Mitarbeiter)
KUNSTWISSENSCHAFT
Prof. Dr. phil. Claus Volkenandt
Prof. Dr. h. c. Walter Smerling (Honorarprofessor)
Dr. phil. David Hornemann v. Laer
(Wiss. Projektmitarbeiter)
LITERATURWISSENSCHAFT
Prof. Dr. phil. Julia Genz (Vertretungsprofessur)
Prof. em. Dr. phil. Angela Martini
PD Dr. phil. Richard Weihe (z.Zt. beurlaubt)
LITERATUR UND KOMMUNIKATION IN CHINA
Prof. Dr. phil. Martin Woesler
PHÄNOMENOLOGIE DER MUSIK
Prof. Elmar Lampson (z.Zt. beurlaubt)
PD Dr. phil. Steffen A. Schmidt
Dr. phil. Alexander Jakobidze-Gitman (Wiss. Mitarbeiter)
PHILOSOPHIE
Prof. Dr. phil. Matthias Kettner
Prof. Dr. phil. Dirk Rustemeyer (Gastprofessor)
Prof. Dr. phil. Martin W. Schnell
Prof. Dr. phil. Jürgen Werner (Honorarprofessor)
Apl.-Prof. Dr. phil. Alfred Hirsch
PD Dr. phil. Christian Grüny
PD Dr. phil. Guido Ipsen (z.Zt. beurlaubt)
PD Dr. phil. Kazuma Matoba (z.Zt. beurlaubt)
PD Dr. phil. Diego Rios
Christine Dunger, M.Sc. (Wiss. Mitarbeiterin)
Tobias Vogel, M.A. (Wiss. Mitarbeiter)
PHILOSOPHIE DER DIGITALEN MEDIEN
Prof. Dr. phil. Gabriele Gramelsberger
POLITIKWISSENSCHAFT
Prof. Dr. rer. pol. Reinhard Loske
Prof. Dr. phil. Hajo Schmidt (Gastprofessor)
Prof. Dr. phil. Georg Simonis (Gastprofessor)
Jens Lanfer, Dipl. Soz.-Wiss. (Wiss. Mitarbeiter)
SOZIOLOGIE
Prof. Dr. biol. hum. Werner Vogd
Martin Feißt, B.A. (Wiss. Projektmitarbeiter)
Jonathan Harth, Dipl.-Soz. (Wiss. Projektmitarbeiter)
Kaspar Molzberger, Dipl.-Soz. (Wiss. Projektmitarbeiter)
Dr. phil. Ulrike Selma Ofner (Wiss. Projektmitarbeiterin)
Anne Ostermann, M.A. (Wiss. Projektmitarbeiterin)
Sarah Becker, Dipl.-Oec. (Wiss. Projektmitarbeiterin)
Julian Wolf, M.A. (Wiss. Mitarbeiter)
CHOR UND ORCHESTER
Universitätsmusikdirektor Prof. Ingo Ernst Reihl
EHRENDOKTOREN
Prof. Dr. phil. Dr. h. c. Saul Friedländer
Dr. h. c. Ralph Peer II.
EHRENMITGLIEDER DER FAKULTÄT
Prof. em. Dr. phil. Alfred Anger
Prof. em. Dr. phil. Reinhardt Habel †
Prof. em. Dr. phil. Jörn Rüsen
ASSOZIERTE MITGLIEDER
Prof. Dr. rer. soc. Hans-Jürgen Lange
ENTPFLICHTETE DOZENTEN
Prof. Wolfgang D. Salewski Dipl.-Psych.
(Honorarprofessor)
VERTRETER DER FAKULTÄT IM SENAT
(BIS ZUM 31.10.2016)
Prof. Dr. phil. Claus Volkenandt (Vorsitz Senat)
Prof. Dr. Dirk Baecker (Dekan)
Jens Lanfer, Dipl. Soz.-Wiss. (Wiss. Mitarbeiter)
Verena Schusser, stud. phil.
Veranstaltungsverzeichnis
075
DOZENTEN
Alder, Stephan, Dr.
[email protected]
Genz, Julia,
Prof. Dr. phil.
[email protected]
Gramelsberger,
Gabriele, Prof. Dr.
gabriele.gramelsberger
@uni-wh.de
Antoni, Helge,
Konzertpianist
[email protected]
Aschoff, Nicolas
[email protected]
Bader, Markus
[email protected]
Greshake-Ebding,
Christa
[email protected]
Baecker, Dirk, Prof. Dr.
[email protected]
Grüny, Christian, PD Dr.
[email protected]
Baryshnikova, Daria, Dr.
alexander.jakobidze-gitman
@uni-wh.de
Gurdon, Alexander,
Dr. des.
alexander.gurdon
@tu-dortmund.de
Berzborn, Ursula Maria
ubeborn
@grotest-maru.de
Happersberger, Sarah,
M.A.
sarah.happersberger
@googlemail.com
Bohnet-Joschko, Sabine,
Univ.-Prof. Dr.
sabine.bohnet-joschko
@uni-wh.de
Harth, Jonathan,
Dr. phil.
[email protected]
Calabro, Andrea
[email protected]
Heusser, Peter, Univ.Prof. Dr.
[email protected]
Cunningham, Ray, Dr.
[email protected]
Daub, Iris, Malerin
[email protected]
Hirsch, Alfred,
Apl.-Prof. Dr. phil.
[email protected]
Dunger, Christine, M.Sc.
[email protected]
Hofmann, Alexandra
Eckhardt, Juana
[email protected]
Edelhäuser, Friedrich,
Dr. med.
Ehlers, Jan,
Prof. Dr. med.
Elsas, Siegwad, Dr. med.
[email protected]
siegward.elsas
@klinik-arlesheim.ch
[email protected]
Falke, Christoph
[email protected]
Flender, Armin, Dr.
[email protected]
Foerster-Baldenius,
Benjamin
[email protected]
Franck, Kirein, Dipl.-oec.
[email protected]
Friedrich, Kathrin,
Dr. des.
Hornemann v. Laer,
David, Dr. phil.
[email protected]
Irmer, Max
[email protected]
Jacobs, Kerrin A.,
Dr. phil.
kerrin.jacobs
@phil.uni-goettingen.de
Jaeger, Friedrich,
Apl.-Prof. Dr. phil.
[email protected]
Jakobidze-Gitman,
Alexander, Dr. phil.
alexander.jakobidze-gitman
@uni-wh.de
Kettner, Matthias,
Prof. Dr. phil.
[email protected]
[email protected]
Esch, Christian, Dr.
Frankenberg von,
Kiyomi, Dr.
alexandra.hofmann
@uni-wh.de
Kiedaisch, Michael, Musiker und Komponist
[email protected]
Kleinschmidt, Roland,
Bratschist
roland.kleinschmidt
@uni-wh.de
Klenk, Moritz, M.Sc.
[email protected]
[email protected]
[email protected]
076
Knobbe, Sonja, M.A.
sonja.knobbe
@tu-dortmund.de
Kommerell, Blanche,
Schauspielerin und Regisseurin
[email protected]
Koppenhöfer, Brigitte,
Richterin
brigittekoppenhoefer
@yahoo.de
Kron, Thomas, Prof. Dr.
[email protected]
Küchler, Ulrike
[email protected]
Kümmel, Susanna, Dr.
Küpper, Sebastian
Priddat, Birger,
Prof. Dr. rer. pol.
[email protected]
Rautenberg, Michael,
Dr. oec.
michael.rautenberg
@uni-wh.de
Reihl, Ingo Ernst, UMD
[email protected]
Reiss, Gebhard, Prof. Dr.
[email protected]
Rensinghoff, Carstem, Dr. [email protected]
Rohwetter, Antonia
[email protected]
[email protected]
Rosslenbroich, Bernd,
Dr. Prov. Doz.
bernd.rosslenbroich
@uni-wh.de
sebastian.kuepper
@uni-due.de
Rustemeyer, Dirk,
Prof. Dr. phil.
[email protected]
Land, Ulrich, Autor
[email protected]
Rutsch, Bettina, Dr. phil.
[email protected]
Lanfer, Jens,
Dipl. Soz.-Wiss.
Sandfort, Sarah, M.A.
[email protected]
[email protected]
Sarhan, Aladdin
[email protected]
Lee, Wing-Kee,
Jun.-Prof. Dr.
[email protected]
Sauerland, Dirk, Prof. Dr.
[email protected]
Liebscht, Max
[email protected]
Sawada, Mari
[email protected]
Lilienthal, Ralf, Gärtner
[email protected]
Scheel, Nora
nora.s[email protected]
Linde, Dagmar, Sängerin
[email protected]
Schmidt, Hajo,
Prof. Dr. phil.
hajoschmidt1
@googlemail.com
Loer, Thomas,
PD Dr. phil.
[email protected]
Schmidt, Steffen,
PD Dr. phil.
[email protected]
Lorber, Richard, Dr.
[email protected]
Schnell, Martin W.,
Prof. Dr. phil.
[email protected]
Loske, Reinhard,
Prof. Dr. rer. Pol.
[email protected]
Malanowski, Norbert, Dr.
[email protected]
Schönwälder-Kuntze,
Tatjana, Apl.-Prof. Dr
tatjana.schoenwaelder
@lrz.uni-muenchen.de
Meier, Mango, Ph. Dr.
mango.meier
@praktischphilosophie.de
Schulze, Constanze,
Prof. Dr. phil.
[email protected]
Münster, Morton, Dr.
[email protected]
Simonis, Georg,
Prof. Dr. phil.
georg.simonis
@fernuni-hagen.de
Neumann, Melanie,
PD Dr. rer. med.
[email protected]
Smerling, Walter,
Prof. Dr. h.c.
[email protected]
Oberste-Padtberg, Anne, a.oberste-padtberg
Malerin
@isag-gmbh.de
Stähli, Susanne, Malerin
[email protected]
Ostermann, Anne, M.A.
Stockwell, Jeremy
[email protected]
Stumpner, Karin
[email protected]
Tauschel, Diethard
[email protected]
[email protected]
Pijanowski, Thomas, Dr.
thomas.pijanowski
@isn-dortmund.de
Veranstaltungsverzeichnis
Theis, Katinka
[email protected]
Thye, Miriam
[email protected]
Urban, Thomas, Dr.
[email protected]
Vahle, Hans-Christoph,
PD, Dr. rer.hort.
[email protected]
Vieweger, Dieter,
Prof. Dr. theol. habil. Dr.
phil. Dr. h.c.
[email protected]
Vogd, Werner,
Prof. Dr. biol.hum.
[email protected]
Vogel, Tobias, M.A.
[email protected]
Volkenandt, Claus,
Prof. Dr. phil.
[email protected]
Weber, Marion
[email protected]
Werner, Jürgen,
Prof. Dr. phil.
[email protected]
Willms, Siglind
willms.kloppenburg
@jowinet.de
Woesler, Martin,
Univ. Prof. Dr. phil.
[email protected]
Wolf, Julian, M.A.
[email protected]
Zahn, Sabine
[email protected]
077
Fakultät für Kulturreflexion
– Studium fundamentale –
Alfred-Herrhausen-Straße 50
58445 Witten
 (02302) 926 - 816
 (02302) 926 - 813
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