fremdenfeindlichen Motiv

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549/2016
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Dresden,
27. September 2016
Landeshauptstadt Dresden
Zwei Sprengstoffanschläge in der Landeshauptstadt - Erstinformation
Zeit:
Ort:
26.092016, 21.53 Uhr und 22:19 Uhr bei der Polizei bekannt
Dresden
In der vergangenen Nacht ereigneten sich in Dresden zwei
Sprengstoffanschläge. Ziel der Anschläge waren eine Moschee an der
Hühndorfer Straße sowie das Internationale Congress Center Dresden an der
Devrientstraße. Personen wurden nicht verletzt. Es entstand Sachschaden in
unbekannter Höhe.
21.53 Uhr erhielt die Dresdner Polizei über die Rettungsleitstelle die
Information, dass es an der Moschee an der Hühndorfer Straße zu einer
Explosion gekommen war. Im Rahmen der Tatortarbeit stellten die Ermittler
Reste eines selbstgebauten Sprengsatzes als Ursache der Explosion fest.
Zum Zeitpunkt der Detonation befanden sich der Imam mit seiner Frau und
seinen beiden Söhnen in dem Objekt. Sie alle blieben unverletzt. Durch die
Druckwelle wurde jedoch die Eingangstür nach innen gedrückt und im Haus
entstanden Verrußungen.
Kurze Zeit später, gegen 22.19 Uhr, informierte die Rettungsleitstelle die
Dresdner Polizei über eine weitere Explosion. Betroffen war diesmal das
Internationale Congress Center Dresden an der Devrientstraße. Am Tatort, die
Freiterrasse zwischen Hotel und Congress Centrum mit Blickrichtung Elbe,
fanden Ermittler ebenfalls Reste eines selbstgebauten Sprengsatzes. Durch die
Hitze der Detonation zersplitterte die Seite eines Glasquaders, der als
Gestaltungselement Bestandteil der Freiterrasse diente.
Im Zuge der Tatortsicherung wurde die Hotelbar evakuiert. Gleichzeitig forderte
die Polizei alle Gäste, die ein Zimmer mit Blick in Richtung der Terrasse
bewohnen, auf, sich nicht am Fenster aufzuhalten.
Polizeipräsident Horst Kretzschmar: „Beiden Anschläge stehen zeitlich im
Zusammenhang. Auch wenn uns bislang kein Bekennerschreiben vorliegt,
müssen wir von einem fremdenfeindlichen Motiv ausgehen. Gleichzeitig sehen
wir auch eine Verbindung zu den Feierlichkeiten anlässlich des Tages der
deutschen Einheit am kommenden Wochenende.“
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Noch in der Nacht stimmte Dresdens Polizeipräsident den Schutz islamischer
Einrichtungen in Dresden mit dem türkischen Generalkonsul ab. Ab sofort werden die
beiden Dresdner Moscheen an der Hühndorfer Straße und der Marschnerstraße
Einsatzkräfte bewacht. Das islamische Zentrum am Flügelweg wird zusätzlich intensiv
bestreift.
Polizeipräsident Horst Kretzschmar: „Die Ereignisse haben natürlich Auswirkungen
auf unsere laufenden Einsatzvorbereitungen. Ab sofort arbeiten wir im Krisenmodus!
So werden wir in einem ersten Schritt weitere Objekte hinsichtlich ihrer Gefährdung neu
bewerten und gegebenenfalls weitere Objektschutzmaßnahmen treffen.“
In der Nacht waren über 50 Polizeibeamte im Einsatz, darunter die Tatortgruppe des
Landeskriminalamtes Sachsen, zivile Fahnder, ein Mantrailer sowie Ermittler des
operativen Abwehrzentrums der sächsischen Polizei.
Die weiteren Ermittlungen hat das Operative Abwehrzentrum der sächsischen Polizei
übernommen. (tg)
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