01 afagazette d - Afag Handhabungs

Afagazette
K u n d e n m a g a z i n
I
A u s g a b e
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INHALT: Im grünen Bereich 1 I Reine Schikane! 2 I Montageaufgaben wirtschaftlich lösen 3 I
Pharma- und Medizintechnik 3 I Zuführtechnik der anderen Art 4 I Hybrid-Handling 5 I Praktizierte
Zuführ-Flexibilität 6 I Variantenmontage 7 I Alles für die Zuführtechnik 8 I 50 Jahre Afag 8 I
azette
Sehr geehrte
Geschäftsfreunde
Soviel Zukunft gab es schon lange nicht mehr.
Eine Vielzahl an neuen Produkten sowohl
in der Handhabungstechnik als auch in der
Zuführtechnik, ein neuer Web-Auftritt, der
erfolgreiche Einstieg in die Medizinalbranche,
neue Vertriebswege, eine neue Werbekampagne und zudem noch ein solides Wirtschaftswachstum. Afag startet in das Jahr 2007
von einer ausgezeichneten Ausgangslage.
Mit der neuen Afagazette wollen wir jetzt
noch näher an unsere Kunden. Wir wollen Ihnen durch die Fachbeiträge aus dem
vergangen Jahr die verschiedensten Anwendungsmöglichkeiten unserer Produkte
aufzeigen und Ihnen weiterhin die neusten
Informationen über Afag zukommen lassen.
Sollten Sie Fragen zu den einzelnen Beiträgen
haben, bitten wir Sie, uns zu kontaktieren. Wir
werden Sie bestmöglich bei der Lösung Ihrer
Problemstellung unterstützen und würden
uns freuen, auch mit Ihnen zusammen einen
neuen Fachbeitrag zu schreiben.
Dr.-Ing. Martin Daniel
Geschäftsführer Afag AG
M e s s e kal e n d e r 2 0 0 7
In 50 Jahren zu einem der bedeutendsten
Anbieter von Handhabungs-, Zuführtechnik- und Automatisierungs-Lösungen in
der Montage.
Große Ereignisse werfen ihre Schatten
voraus. Afag entwickelt und fertigt seit
über 50 Jahren Montagekomponenten
und Zuführlösungen. Wie kaum ein
anderes Unternehmen der Handlingund Automatisierungsbranche hat Afag
es verstanden, aus kleinsten Anfängen
heraus ein umfassendes Produkt-Portfolio an kompatiblen Handling-Modulen
und Automatisierungs-Komponenten
zu entwickeln, das als die „Roten Module“ weltweit einen hervorragenden
Ruf genießt. Basierend auf der bekannt
hohen Schweizer Präzisionstechnik, sind
die Handling- und Automatisierungs-Komponenten kompakt, robust und leistungsgerecht ausgelegt, um Lastwechsel bis 40
Mio. Hübe problemlos zu verkraften. Die
reproduzierbar exakten Bewegungs- und
Positionierabläufe unterstützen die hohe
technische Verfügbarkeit der aufwändigen Montageanlagen, die mehrschichtig
bis rund um die Uhr im Einsatz sind. Afag
gehört heute zur schweizerischen Feintool-Gruppe und ist dort in der Business
Unit Feintool Automation Components
angesiedelt. Verteilt auf die vier Standorte
Huttwil (CH), Biberist (CH), Leonberg (D)
und Amberg (D), sind insgesamt 150 hoch
qualifizierte Fachkräfte mit der Entwicklung, der Produktion, dem Vertrieb und
dem Service von pneumatischen und elektrischen Handhabungs-Modulen sowie
Komponenten und Subsystemen für die
Montageteile-Zuführung beschäftigt.
Medtec in Stuttgart, DE
27. Februar - 1. März 2007
IKK in Madrid, ES
28. Februar – 3. März 2007 Euro expo in Helsingborg, SE
18. und 19. April 2007
Austrotec in Graz, AT
13. bis 15. Juni 2007
Automaatio in Helsinki, FI
4. und 5. September 2007
GO - Automation in Basel, CH
4. bis 7. September 2007
Euro expo in Norrköping, SE
19. und 20. September 2007
Motek in Stuttgart, DE
24. bis 27. September 2007
Oft kopiert – nie erreicht…
Assembly Show in Chicago, US
24. bis 28. September 2007
Die absolute Stärke von Afag liegt im
fein abgestimmten Modul-System an
Handling- und Automatisierungs-Komponenten, das für jedes noch so individuelle
oder schwierige Handlings-, Automatisie-
azette
Afag – mit „Rot“
immer im grünen Bereich
SA6-100 & SA3-100
rungs- oder Zuführproblem eine in jeder
Hinsicht optimale und leistungsfähige
sowie kostengünstige Lösung erlaubt. Die
Module sind nicht nur kompatibel was
den Anlagen-Aufbau betrifft, sondern im
Fall der Fälle auch schnell austauschbar.
Ein 24-Stunden-Lieferservice sorgt für
eine schnelle Verfügbarkeit der Module, wodurch sich die Stillstandzeiten der
Anlagen in engen Grenzen halten. Die
Weiterentwicklung der Produkte und
echte Innovationen gewährleisten, dass
die Kunden und Anwender technisch
immer auf dem neuesten Stand sind. Afag
ist sich ihrer Sache so sicher, dass auf jedes
Modul und ohne Einschränkungen eine
Funktions-Garantie von 2 Jahren gewährt
wird, was in der Branche einmalig ist.
„Rot“ fördert schneller und
zuverlässiger
Genauso einmalig wie das Liefer- und
Leistungsprogramm der Handlingmodule
stellt sich der Bereich Zuführtechnik dar.
Hier ist die spezifische Kompetenz sowohl
für Zuführtechnik-Komponenten als auch
für zuführtechnische Teil- oder Komplettlösungen gebündelt. Je nach Zuführ-Aufgabenstellung und Teilegröße kommen
die bekannten Vibrations-Wendelförderer
mit konventionell gestalteten Schikanen
oder CAD-konstruierte und dann CAM-gefräste Fördertöpfe aus Kunststoff, Aluminium bzw. Chromstahl zur Anwendung.
Einen deutlichen Unterschied gibt es auch
bei den Antriebssystemen für die
beiden Zuführ-Technologien,
nämlich zum einen den herkömmlichen Vibrationsförderer
oder zum anderen das innovative
System des Schwingkräfteausgleichs von Vibrationsförderern.
Letzteres gleicht die Vibration
durch eine Gegenschwingmasse
aus. Die dadurch reduzierten Störungsschwingungen bewirken einen
ruhigen Lauf, so dass auch Miniteile kon-
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tinuierlich und über definierte Schnittstellen zuverlässig zugeführt werden können.
Kompatibilität in jeder Hinsicht
Allen Handling-Modulen, Zuführ-Komponenten und Teilsystemen sowie Komplettlösungen gemein sind die kompakte
Bauweise, klar definierte mechanische,
pneumatische, elektrische und steuerungstechnische Schnittstellen, die damit
verbundene einfachere Systemintegration und die schnelle Austauschbarkeit.
Grundlage dafür sind die bewährte
Modul-Zentrierung und die StandardLochraster 20/20 oder 30/30 bzw. 48/48
und folgerichtig sind die pneumatischen
Module kompatibel zu den elektrischen
und dasselbe gilt umgekehrt auch. Des
Weiteren besteht die Handling- Peripherie
an den Teil- und Komplettlösungen für
die Zuführung ebenfalls aus StandardModulen, so dass die gesamten Handling-,
Automatisierungs- und Zuführsysteme für
die rationelle Montage- und Fertigungstechnik „nur“ aus einer verantwortlichen
Hand- eben von Afag – kommen kann.
Kundenmagazin
Polyamid-Zuführtopf
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Ausgabe
2007
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Reine Schikane!
4-Bahn-Zuführtopf für die Magazinhülsen
Angepasste Zuführtechnik für die
Reinraum-Montage medizintechnischer
Produkte
Die medizinischen und medizintechnischen Fortschritte verlängern nicht nur
unser Leben, sondern sie bringen auch
einen hohen Komfort zum Beispiel im Umgang mit chronischen Erkrankungen wie
Diabetes. Mussten früher die Blutwerte
immer wieder vergleichsweise umständlich ermittelt und bestimmt werden, um
dann die entsprechende MedikamenteDosierung vornehmen zu können, so hat
sich das Bild deutlich gewandelt. Heute
4-Bahn-Linearstrecke für die
Magazinhülsen
Bahn 1 und Bahn 2 des TrommelgehäuseFördersystems
genügt ein kleiner Piks mit modernen
Stechhilfen, die aber mit den bekannten
Blutentnahmespritzen früherer Verwendung so gut wie gar nichts mehr zu tun
haben. Für die Patienten bedeutet das
sehr viel mehr Lebensqualität, weil sie
bei Bedarf an fast jedem Ort einen Check
schmerzfrei durchführen und sich im
Normalfall weitgehend selbst versorgen
können. Der Erfolg dieser Instrumente
kommt demnach nicht von ungefähr,
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weshalb der Bedarf enorme zunimmt und
immer weiter steigt. Folgerichtig gilt es
diese Instrumente in relativ hohen Stückzahlen zu produzieren und das alles muss
aus Hygienegründen und entsprechender
Vorschriften natürlich unter ReinraumBedingungen stattfinden. Vor solch einem
anspruchsvollen „Aufgaben-Paket“ stand
wiederholt ein großer Hersteller von Systemen für die Blutwerte-Bestimmung von
Diabetikern, als es um den Aufbau einer
weiteren Instrumente-Massenproduktion
ging. Speziell für den Bereich „Massenmontage der Einweg-Stechhilfe“ suchte
der Hersteller die Kompetenz beim Spezialisten, einer Firma mit großer Erfahrung
in der Montage von kleinsten Komponenten, wie sie z. B. für Uhrwerke benötigt
werden. Der Sonder- und Montagemaschinen-Hersteller war als Generalunternehmen für die gesamte Projektierung,
Konstruktion, Realisierung und Installation der Montageanlage verantwortlich
und griff dann als Systemintegrator auf
am Markt in hoher Qualität verfügbare
Anlagen-Komponenten zurück.
Diffizile Kunststoffteile unter ReinraumBedingungen zuführen
Diese mussten und müssen auf Dauer
sowohl den montagetechnischen als
auch Reinraum-Anforderungen genügen,
weshalb eine ganze Reihe möglicher
Lieferanten für Komponenten oder Baugruppen sowie Teilsysteme von vorneherein ausschied, weil sie beispielsweise ihre
Produkte nicht auch in Edelstahl liefern
konnten. Nicht so die Firma Afag, die
als Hersteller von Handling- und Zuführtechnik weltweit einen sehr guten Ruf
geniesst und mit einem breiten Programm
an Komponenten, Baugruppen und
Teilsystemen für die rationelle Montage
aufwarten kann. Im vorliegenden Fall
war speziell die Zuführtechnik gefragt,
denn bei den Bauteilen für die Stechhilfe
handelt es sich um kleine, sehr leichte und
mit kritischen Konturen versehene Kunststoffteile, die als Schüttgut angeliefert
werden. Der Bereich Zuführtechnik bei
Afag konnte nach eingehender Analyse
der zu fördernden Produkte und Durchsatzmengen einen optimalen Lösungs-
vorschlag machen, weil das Liefer- und
Leistungsprogramm Zuführtechnik eigentlich auf zwei Säulen ruht. Zum einen ist
das die Konstruktion und Herstellung von
herkömmlichen Vibrationsförderern mit
konventionell gestalteten Schikanen aus
Blech, und zum anderen gibt es auch zunächst CAD- konstruierte und dann CAMgefräste Fördertöpfe und Schikanen, die
aus verschiedensten Werkstoffen wie Aluminium, Kunststoff oder auch Edelstahl
individuell gefertigt werden. Demnach
müssen die Afag-Anwendungstechniker
und damit die Kunden bzw. Anwender
keine Kompromisse eingehen, was sich
bezüglich Prozesssicherheit beim Zuführen
nur positiv auswirkt und die Wirtschaftlichkeit der gesamten Montage unterstützt. Für die Zuführung der beiden Teile
„Trommelgehäuse“ und „Magazinhülse“
, die zusammen die Baugruppe „Magazin
oder Drum“ ergeben, entschieden sich die
Techniker für bewährte Zuführsysteme
auf der Basis von Vibrationsfördertöpfen
aus Edelstahlblech und diese wurden mit
angepassten Schikanen ebenfalls aus Edelstahlblech ausgerüstet. Die Zuführsysteme
und auch im Wendelbereich auf engstem Raum eine 4-bahnige Ausführung
realisiert werden konnte. Die Schwierigkeiten lagen u. a. darin, dass nur in eng
eingegrenzten Bereichen des Fördertopfes
aus Edelstahlblech produktspezifische
Anpassungen vorgenommen werden
konnten und dass in Bezug auf die
Schweissapplikationen zuvor alle durch
Schweissarbeiten vorkommenden Eventualitäten eingehend bedacht und gecheckt
werden mussten. So galt es zum Beispiel
Spannungsrisse zu vermeiden, weil diese
im Vibrationsbetrieb nach unbestimmter
Zeit zur Zerstörung des Fördertopfes führen würden. Größere Probleme bereitete
zunächst auch die Sortierung und Selektierung gleichzeitig auf Bahnen bei engstem Raum sowie weitergehend auf allen
4 Bahnen die identische Fördermenge an
Teilen, um an den jeweiligen Entnahme-/
Übergabestationen an das MontageHandling die gleichmässige Bereitstellung
der Teile sicherzustellen, was wiederum
den Ausstoss der Baugruppe „Magazin
oder Drum“ wesentlich beeinflusst. Um
eventuellen Instabilitäten und um Un-
Detailausschnitt des Topfes für das Trommelgehäuse
von Afag und die Anlage des Montagemaschinen-Hersteller funktionieren so gut
und zuverlässig, dass auch das eingangs
erwähnte Folgeprojekt mit denselben Lieferanten realisiert wurde. Demnach sind
heute zwei Montageanlagen im Einsatz
und in diesen führen sowohl 2- als auch
4-bahnige Vibrationsfördersysteme die
Bauteile kontinuierlich zu.
wuchten vorzubeugen, wurden Streben
eingebaut und an bestimmten Positionen
exakt berechnete Gegengewichte genau
platziert.
Reproduzierbarer Produkt-Ausstoss dank
mehrbahniger Teile-Zuführung
Wie schon angedeutet gestaltete sich
die Auslegung der Fördertöpfe und der
Schikanen nicht ganz einfach, weil trotz
der kritischen Beschaffenheit der Kunststoffteile eine relativ hohe Förderleistung
und auch die gebotene Prozesssicherheit
gewährleistet sein muss. Bei der zuerst
gelieferten Anlage ist für die Magazinhülse ein 2-bahniger Vibrationsförderer im
Einsatz und dieser bringt pro Minute bis
zu 120 Bauteile lageorientiert und positionsgenau an die Entnahme- bzw. Übergabestation. Die jüngst gelieferte Anlage ist
mit einem 4-bahnigen Vibrationsförderern
ausgerüstet und dieser schafft pro Minute
ebenfalls 120 Teile. Das zweite gelieferte Förder- und Zuführsystem zeigt in
besonderem Maße die Lösungskompetenz
von Afag in der Zuführung von Montage-Bauteilen auf, weil hier im Fördertopf
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Kundenmagazin
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Ausgabe
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I n d i v i d u e l l e M o n t a g e a u f g ab e n
wirtschaftlich lösen
Rationeller Auf- und Umbau von
Montageanlagen mittels StandardHandling-Modulen und ZuführtechnikTeilsystemen
Wie so oft beißen auch in der industriellen Produktion den Letzten die Hunde,
sprich in der Montageabteilung kumulieren sämtliche Probleme, die aus einer
Vielfalt von Anforderungen wie breiter
Produktpalette, kleinerer Chargengrößen,
permanenten Änderungen, AuslastungsSchwankungen, lückenhafter Teileversorgung auf Grund von Liefer-Engpässen
und ähnliches mehr resultieren. Eigentlich
kommt jedoch dem “Vorletzten“ in der
Prozesskette eine Art Schlüsselstellung
zu, nämlich der hauseigenen Abteilung
Betriebsmittel- und Vorrichtungsbau
oder eben dem externen Lieferanten der
entsprechenden (Montage)Einrichtungen.
Denn erst wenn im Vorfeld alle Probleme
im Detail geklärt und wenn die Stückzahlen geplant bzw. der Kapazitätsbedarf
bekannt sind, kann der interne/externe
Lieferant den Montageeinrichtungen
quasi den letzten Schliff verpassen. Das allerdings hat dann schnell zu gehen, denn
schnelles Time-to-market bzw. schnelles
Reagieren auf die Änderungswünsche der
Endkunden und sofortige Lieferfähigkeit
stellen am Ende bares Geld dar. Taucht
die Frage auf, wie denn die Wünsche der
Produktions-/Montageabteilungen unter
dem Termin- und vor allem dem hohen
Kostendruck schnell erfüllt werden können, wobei sich diese zentrale Frage in der
Praxis sowohl der hauseigenen Abteilung
als auch dem externen Montagetechnik-Lieferer stellt. Wer weiß das besser
als Dipl.-Ing. Norbert Stöcken, Leiter
Betriebsmittelkonstruktion bei der Firma
Danfoss Compressors GmbH in Flensburg,
einem der weltweit größten Hersteller
von Kompressoren für Kühlschränke und
ähnliche Haushaltsgeräte. Allein in diesem
Geschäftsbereich sind an 3 Standorten
in Deutschland (Flensburg), Slowenien
und in der Slowakei rund 3.500 Personen
beschäftigt, die pro Jahr einige Millionen
Kompressoren herstellen.
von Afag als komplett installiert und montagefertig gelieferte Zuführsystem als
Teil-System der Danfoss-Anlage
auch komplette, anbaufertige Teilsysteme
zum Zuführen von Montage-Elementen.
In diesem Bereich zählt die Firma Afag zu
den langjährigen und bewährten Lieferanten. Afag bietet den Konstrukteuren
und Anwendern eine breite Palette an
pneumatischen und elektrischen Handlingmodulen sowie montagefertige
Baugruppen und komplette Systeme für
die zuverlässige Teile-Zuführung. Darüber
hinaus ist man bei Afag in der Lage, durch
die spezielle innovative Gestaltung und
Fertigung der Zuführteile-Fördertechnik
dem Kunden prozesssichere Komplettlösungen zu offerieren und ihm damit
einen Teil seiner Probleme abzunehmen.
Im Hause Danfoss-Flensburg führt Norbert
Stöcken dafür ein eindrucksvolles Beispiel
an, bei dem es um den Um- und Ausbau
eines in die Jahre gekommenen RundtaktMontagesystems für Kompressor-Baugruppen ging.
Module und Teilsysteme vereinfachen
Konstruktion, Aufbau und Umrüstung
Die Aufgabe bestand darin, die aus dem
Werk Mexiko zurückgeführte RundtaktMontageanlage für die Serienproduktion
in Deutschland auf Vordermann zu bringen und gleichzeitig einen hohen Ratio-
Handlingeinheit zur Lage-Orientierung des Bauteils an der Übergabe- Schnittstelle
vom Zuführsystem zur elektrischen Transfer-Portalachse
Veränderte Anforderungen im
Betriebsmittel-, Vorrichtungs- und
Montageanlagenbau
Um die Wirtschaftlichkeit im selten
einfachen Sondermaschinen- und Vorrichtungsbau darstellen und dem Termindruck begegnen zu können, setzt man
im Betriebsmittelbau bei Danfoss für die
Realisierung etwa von Montageanlagen
bevorzugt auf qualitativ hochwertige, am
Markt verfügbare Standard-Komponenten, beispielsweise Handling-Module oder
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Effekt zu erzielen. Gesagt getan, Norbert
Stöcken und seine Konstrukteure entschlossen sich zur Radikalkur und planten
den Anbau eines zentralen Teile-Zuführsystems, wodurch eine Person für die Beschickung der Anlage mit Montageteilen
eingespart werden sollte. Des Weiteren
sollte das Teile- und Baugruppen-Handling
zwischen den einzelnen Montagestationen und für die Ausgabe der IO-/NIOBaugruppen automatisiert werden, wofür
man weitere Handling-Komponenten
benötigte. Bezüglich der zentralisierten
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Teile-Zuführung wählten Stöcken und
Kollegen eine von Afag vorgeschlagene
3-fach Variante, bei der auf einer gemeinsamen Plattform drei verschiedene
Fördertöpfe und die zugehörigen Zuführschienen installiert sind. Die gesamte
Zuführ-Einheit wurde bei Afag konzipiert,
aufgebaut und getestet und dann der
Abteilung Betriebsmittelbau von Danfoss
als anbaufertiges Teil-System zugeliefert.
Ähnlich sah es bei den erwähnten Handling-Einheiten aus, denn auch hier wurden
unterschiedlichste Handling-Module zu
anbaufertigen Handlingsystemen zusammengebaut und als komplette Einheiten
angeliefert.
Mit Standard-Komponenten
termingerecht und Kosten günstig
zu pragmatischen Lösungen
Durch die Lageorientierung der Bauteile
mittels dem in die Zuführstation integrierten pneumatischen Handlinggerät
wird sichergestellt, dass die Bauteile vom
elektrischen Portalhandlingsystem einfach
und sicher aufgenommen und zusammen
mit den beiden anderen Bauteilen in die
Aufnahmen auf den Werkstückträgern des
Rundtakt-Schalttellers transferiert werden
können. Das elektrische Portalhandlingsystem ist dafür mit einem Kompaktschlitten
und 3 Parallelgreifern ausgerüstet. Durch
die analog zu den Auf- und Absetzpositionen angeordneten drei Parallelgreifer ist
es möglich, die Bauteile in einem Zyklus
flexibel und doch reproduzierbar exakt
zu transferieren. Nach Beendigung der im
Rundtakt stattfindenden Montage- und
Prüfvorgänge gelangt die fertige Baugruppe in die Entnahme-Station, aus der
das pneumatische Portalhandling, das mit
einem Kompaktschlitten und einer Drehgreifer-Kombination ausgestattet ist, die
Baugruppe entnimmt und nach IO-/ NIOKlassifizierung auf dem entsprechenden
Förderband ablegt. Sämtliche Komponenten für das Teile-Zuführsystem und das
Teile-/Baugruppen-Handling stammen aus
dem Afag-Katalog.
Norbert Stöcken vom Betriebsmittelbau
und die Kollegen in der Endmontage zeigen sich mit der Hybrid-Lösung aus „alter“
Basis und „neuer“ Automatisierung sehr
zufrieden. Die Montage-Taktzeit beläuft
sich jetzt auf schnelle 9,5 Sekunden pro
Baugruppe, es konnte wie geplant eine
Person eingespart werden, und seitens
der Handlingsysteme ist sogar noch ein
Zeitpolster vorhanden, wodurch sich der
Ausstoß bei Bedarf noch weiter erhöhen
ließe.
Afag in der
Pharma- und
M e d i z i n - Te c h n i k
Der wachsende Bedarf an Pharmazeutika
und Medizinprodukten, die durch Ärzte oder
auch selbst verabreicht werden können,
erfordert einen konsequenten Wandel von
der Individual- zur industriellen Serienproduktion. Entsprechend hoch sind
die Zusatz-Anforderungen an
die Produktionsstätten und
-einrichtungen, die ausschließlich in Reinräumen angesiedelt
sind. Zu den detaillierten
Vorgaben, hinsichtlich der
Verwendung spezieller,
reinigungsfreundlicher, abriebfester sowie die Inhaltsstoffe abweisender
Materialien, wie Edelstahl, Kunststoffe und
beschichtete/lackierte Metalle, kommt hinzu,
dass auch die verwendeten Maschinenelemente und Antriebskomponenten diesen Vorgaben in vollem Umfang entsprechen müssen.
Für die Hersteller von Automatisierungseinrichtungen bedeutet dies, sich neue Kompetenzen und ein anders gelagertes Know how
aneignen zu müssen.
Das international tätige Unternehmen Afag
hat diese Kompetenz und auch das spezifische
Know how. Basierend auf einem breiten
Erfahrungsschatz in der Automatisierung von
Mikrotechnik- und Feinwerktechnik-Montage,
wurden bereits in den letzten Jahren auch
zahlreiche Montagemaschinen und Produktionsstrecken für die Kanülen- und Einwegspritzen- sowie Drucksprüherproduktion mit
hochwertigen Handlingmodulen, Zuführeinrichtungen und Detaillösungen ausgerüstet.
Für die Auslegung und den Aufbau von speziell für die Pharma- und Medizin- oder auch
die Lebensmittelproduktion zugelassenen
Handlingmodule und Zuführeinrichtungen
kann der Kunde aus einem breiten StandardProgramm an Komponenten und Teilsystemen
wählen. Die Komponenten sind in der Regel
aus Edelstahl (rostfreier Stahl), aus Delrin, aus
oberflächenbehandeltem (eloxiert/lackiert/
pulverbeschichtet) Aluminium oder hochwertigen technischen Kunststoff gefertigt. Je nach
Einsatzzweck und Kontakt, sind die inneren
und äußeren Kontaktflächen der EdelstahlBauteile, wie zum Beispiel Sortiertöpfe, einem
aufwändigen Oberflächenfinish unterzogen
oder glanzpoliert. Bei der Konstruktion und
Fertigung sowie beim Zusammenbau werden
scharfe Kanten und Schmutznester grundsätzlich vermieden. Des Weiteren sind anzubauende Komponenten leicht zu demontieren und
zu reinigen. Zum Verbinden der Komponenten
werden Schrauben und Scheiben aus Edelstahl
oder aus Kunststoff verwendet. Abwaschbare
Schallisolationen und nach Schutzart IP 54 gekapselte Steuerungen sind genauso selbstverständlich wie die Verwendung von EdelstahlSchnellverschlüssen zum raschen Entfernen
von Abdeckungen ohne Werkzeug.
ein Ausschnitt aus einem Sortiertopf:
Verarbeitungsqualität auf höchstem Niveau
3
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komplett von Afag CAD-konstruierten und CAM-gefrästen Fördertopf aus Kunststoff
plus Krampen- spezifisch angefertigter Schikane aus Stahl
Zuführtechnik
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so die Anwender objektiv beraten und
optimal beliefern kann. Die konventionelle Zuführ-Technologie basiert auf
der herkömmlichen Konstruktion und
Herstellung von Vibrations-Fördertöpfen
und Schikanen aus Blechen. Die innovative Alternative dazu besteht aus zunächst
CAD-konstruierten und dann CAM-gefrästen Fördertöpfen und Schikanen aus
verschiedensten Werkstoffen wie Werkzeug- oder Edelstahl. Wurden die Zuführsysteme, bestehend aus Fördertöpfen und
Linearförderern, früher bei smb selbst
entwickelt und hergestellt, was einen
ziemlichen Engineering- und Produktionsaufwand mit sich brachte, so werden
heute vorwiegend Afag-Zuführsysteme
eingesetzt. Bis dahin war es aber ein recht
steiniger Weg, denn als sich Kai Hasselkuss
und Thomas Walter auf die Suche nach
einem geeigneten Lieferanten begaben, kassierten sie zunächst eine um die
andere Absage. Dazu meinte Kai Hasselkuss: „80% der von uns ausgesuchten
potenziellen Zuführtechnik-Lieferanten
zuckten beim Anblick der kleinen Reissverschlussteile zusammen und erklärten
sich außerstande bzw. als nicht lieferfähig.
Die Afag-Techniker jedoch hatten mit den
CAD-/CAM-gefertigten Präzisions-Fördertöpfen eine ideale Lösung parat, die
nur noch an unserer speziellen Anforderungen angepasst werden musste“.
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Leistungsfähige Präzisions-Zuführtechnik
für diffizile Reissverschluss-Bauteile
Thomas Walter führte dazu aus: „Ausgehend von den geforderten Produktionsleistungen der unterschiedlichsten
und zahlreichen Kunden müssen die
Reissverschluss-Hersteller flexible und
hoch produktive Maschinen einsetzen. Im
Klartext heißt das für ein Zuführsystem
von Afag, pro Minute zum Beispiel bis zu
800 Stück Präzisionskrampen vereinzeln,
lagerichtig orientieren und positionsgenau zuführen zu müssen. Klemmt eine
Krampe, steht die ganze Produktion still.
Für unsere Kunden, die in 46 Ländern
auf der ganzen Welt verteilt und einem
scharfen Wettbewerb unterworfen sind,
bedeutet das eine ziemliche Katastrophe,
weshalb wir von vorneherein auf höchste
Langzeit-Präzision und Zuverlässigkeit bei
den eigenen und natürlich auch bei den
zugelieferten Systemkomponenten setzen
müssen. Wann immer es notwendig ist,
bauen wir Afag-Zuführtechnik ein und
wissen uns damit auf der sicheren Seite“. Abschliessend sagte Thomas Walter:
„Die Afag-Zuführsysteme bieten als eine
kompakte Einheit die ideale Antriebs- und
Fördertopf-Kombination. Mit dieser Kombination sind wir sehr zufrieden, weil über
alle Bereiche des sich durch Zugabe bzw.
Entnahme verändernden Lastgewichts im
Fördertopf eine konstante Förderleistung
gegeben ist.
der anderen Art
Dem Zuführen von Bauteilen kommt im
Prozess der automatisierten Montage seit
jeher eine Schlüsselrolle zu. Störungen
beim Zuführen mehr oder weniger kritischer Teile beeinflussen die gesamte Produktivität und damit natürlich auch die
Wirtschaftlichkeit. Folgerichtig gilt es der
Zuführtechnik besondere Aufmerksamkeit
zu widmen, wobei es im vorliegenden Fall
um ein ganz spezielles Zuführteil geht ...
„Maschinen für die Welt des Reissverschlusses“ – so einfach und doch treffend
bezeichnet die Firma smb-Spezialmaschinenbau GmbH aus Stuttgart ihr Betätigungsfeld, das sich zunächst so gar nicht
nach Hightech anhört. Doch weit gefehlt,
denn was die 13 hoch qualifizierten Tüftler pro Jahr so an die 100 Mal auf die Beine stellen, ist Hightech pur. Gibt es schon
bei den Reissverschluss-Typen rein mechanisch betrachtet große Unterschiede, so
kommen in jeder Typenreihe nochmals
eine ganze Anzahl von Größen und Ausführungs-Varianten hinzu. Doch damit der
Schwierigkeiten bei der Herstellung von
Reissverschlüssen noch nicht genug, denn
die Produktion läuft unter Hochdruck ab,
und das bedeutet beispielsweise, dass ein
Einzelkrampen-Stanzautomat pro Stunde
90.000 Krampen, oder das ein Einzelkrampen-Aufsetzautomat pro Stunde 90 Meter
Einzelkette herstellt. Bei den standardisierten Metallkettenautomaten geht das
alles noch schneller vonstatten, nämlich
dergestalt, dass ein solcher Automat in
der Stunde einige Hundert Meter Doppelkette produziert und zwar qualitativ
so gut, dass der Reissverschluss auch nach
x-facher Betätigung und harten Belastungen immer noch perfekt und exakt
funktioniert. Doch damit der Herausforderungen immer noch nicht genug, denn
die einzelnen Krampen sind nur wenige
Millimeter klein, wiegen ein paar Milligramm (z. B. 300 Stück = 9,7 g) und sind
eigentlich gar nicht vernünftig zu handhaben, weshalb man sich schon fragen muss,
wie aus unzähligen Krampen am Ende ein
designtes und belastbares Qualitätsprodukt entsteht.
System-Know-how meets
Special-Know-how
ein so genannter Metall-EinzelkrampenReissverschluss, bestehend aus
(Krampen-)Kette, Anfangsteile, Schieber,
Endteile, Schneiden
4
Und hier nun schlägt die Stunde der
Ingenieure, Feinwerktechniker, Werkzeugmacher und Industriemechaniker
von smb, denn diese verfügen über das
Know-how und die Erfahrung von über
35 Jahren Sondermaschinenbau für die
Reissverschlussproduktion. Gleichzeitig
schlägt aber auch die Stunde kompetenter
Zulieferer oder besser von TechnologieZulieferern wie der Firma Afag, einem
bekannten und anerkannten Spezialisten
für die Entwicklung und Herstellung von
Handling-Modulen und Zuführtechnik im
Bereich Montage- und Produktionsautomatisierung. Im Fall smb kommt vor
allen Dingen das Know-how im Bereich
Zuführtechnik zum Tragen, weil Afag hier
als einziger Hersteller auf zwei verschiedene Technologien zurückgreifen und
mehrere Grundgeräte für Einzelkrampen-Aufsetzautomaten, im oberen Bereich sind
die als montagefertige Einheiten angelieferten Afag-Zuführsysteme zu sehen
:UFàHREND
!FAGSTEHTFàR4ECHNOLOGIE
FàHRERSCHAFTINDER:UFàHR
TECHNIKFàRTECHNISCHE+OM
PETENZàBERLEGENE3YSTEMLÚSUNGEN
UNDDIEEINZIGARTIGE:UVERLÊSSIGKEITDESFàHRENDEN
!NBIETERSINNOVATIVER(ANDLINGUND:UFàHRTECHNIK
WWWAFAGCOM
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Kundenmagazin
I
Ausgabe
2007
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„ H y br i d - Ha n d l i n g “ i n M o n tag e s y s t e m e n
Montagemaschinen und Produktionssysteme werden heute nach ganz anderen Kriterien konzipiert und beschafft als früher.
Gefordert sind u. a., neben hohem Ausstoß
sowie hoher Anwendungs- und NutzungsFlexibilität, vor allem auch geringstmögliches Investment, maximale technische
Verfügbarkeit und schnelle Realisierung.
Dass darüber die Produkte-Qualität, ausgehend von der Prozesssicherheit, trotz
verstärkter Integration von Prozessen,
nicht vernachlässigt werden darf, versteht
sich wohl von selbst.
Der klassische Sondermaschinenbau ist tot
– es lebe der innovative Sondermaschinenbau! So ungefähr lässt sich die aktuelle
Situation bei den Herstellern von Montagemaschinen und Produktionseinrichtungen
charakterisieren, natürlich eingeschlossen
die entsprechenden Betriebsmittel- und
Vorrichtungsbau-Abteilungen in Produktionsunternehmen.
Wurden im Sondermaschinenbau früher
so gut wie alle Bauteile, Komponenten
und Baugruppen selbst gefertigt, so wäre
das heute a.) nicht mehr bezahlbar und
b.) auch gar nicht mehr notwendig. Denn
es gibt am Markt einbaufertige Maschinenelemente und Baugruppen in hoher
Qualität.
Von der Eigenfertigung hin zu
hochwertigen Zulieferprodukten
Ein äußerst wichtiger Bereich in Montageund Produktionsmaschinen sind pneumatische und elektrische Handlinggeräte zum
Beschicken, Positionieren und Platzieren
sowie Entnehmen und Weitergeben von
Montageteilen, Werkstücken oder Montagebaugruppen. Solche Geräte, bzw. die
Linear-, Hub-, Schwenk- Rotations- und
Greifmodule dafür, sind gegenüber früher
heute zumeist standardisiert. Aus wenigen
Einzelmodulen lassen sich damit angepasste zwei- und mehrachsige Handhabungsgeräte oder Handlingsysteme erstellen. Doch
manche Anbieter gehen noch einen oder
gar mehrere Schritte weiter und unterstützen die Hersteller von Montage- und
Produktionsmaschinen nicht nur durch
standardisierte Module. Von diesen Vorteilen, von der sprichwörtlichen Langzeit-Präzision der „Roten Module“ sowie von der
offerierten konstruktiven Unterstützung
ließ sich auch der Schweizer Automotive-Zulieferer Mühlemann AG in Biberist
überzeugen, als es um den Aufbau eines
Hochleistungs-Montagesystems für eine
elektromechanische Steckerbaugruppe
ging. Der hauseigene Betriebsmittel- und
Vorrichtungsbau favorisierte eine Rundtaktanlage mit diversen voll integrierten
Handling-, Füge-, Prozess- und Prüfstationen und informierte sich am Markt
über entsprechend qualitativ geeignete
Systemkomponenten. Als besondere Herausforderungen stellten sich die zum Teil
sehr verschiedenen Prozess-Detaillösungen
dar, weil hier je nach Handhabungsaufgabe völlig unterschiedliche Zeitabläufe,
Genauigkeiten und Umsetzoperationen zu
bewältigen sind. Darüber hinaus laufen auf
der Rundtaktanlage innerhalb der Produktfamilie unterschiedliche Typen, so dass die
Handlingsysteme entsprechend flexibel
agieren bzw. ohne großen Aufwand umgerüstet werden müssen.
Individuelle Handling-Lösungen aus
dem Standard-Baukasten
Aufbau einer Prüfstation für Steckverbinder; das hochdynamische und sehr präzise
elektrische Linearmodul positioniert den Prüfkopf in verschiedenen Prüfstellungen
und im Handlingzyklus „schnell-langsam-schnell
Die Anwendungs-Techniker von Afag
konnten auch hier eine perfekte Lösung
aus dem Standard-Baukasten bieten,
nämlich indem sie die Kombination aus
pneumatischen und elektrischen Handlingmodulen vorschlugen. Die bereits
erwähnte garantierte Kompatibilität der
pneumatischen und elektrischen Module erweist sich auch hier als ideal. Denn
somit ist es möglich, zum Beispiel einen
Prüfkopf für die elektrische Prüfung, oder
für Funktionstests, entsprechend der verschiedenen Baugruppen-Konfigurationen,
individuell und schnell in acht verschiedene
(mögliche) Positionen zu bringen. Während
die Grund-Positionierung „Kontakte der
Stecker-Baugruppe zum Prüfkopf“ mittels
programmiertem elektrischem Handlingmodul vorgenommen wird, erfolgen die
Hub-/Senk-Bewegungen des Prüfkopfs
für den elektrischen Prüfkontakt über ein
pneumatisches Handlingmodul. Allerdings
gibt es auch eine Prüfstation, in der keine
elektrische Prüfung stattfindet, sondern die
Stiftlängen vermessen werden. Mit einem
2OTHÊLTLÊNGER
7ENNDIE0RODUKTIONàBER
*AHRZEHNTELÊUFTUNDLÊUFT
UNDLÊUFTSIEHTMANROT$AS
2OTDERWELTWEITBEWÊHRTEN
PNEUMATISCHEN(ANDLINGMODULEVON!FAG
DEMFàHRENDEN!NBIETERINNOVATIVER(AND
LINGUND:UFàHRTECHNIK
pneumatischer CS-Compactschlitten
im Einsatz als Portal, das zur
Positionierung (in den beiden
Endlagen...) einer Prüfkamera dient
elektrischen Hubmodul ließ sich dieses Problem elegant lösen, denn das elektrische
Handlingmodul fungiert hier gleichzeitig
quasi als „Messsystem“.
Doch damit der Herausforderungen für
den Vorrichtungsbau von Mühlemann AG
noch nicht genug, denn die vergleichsweise
WWWAFAGCOM
Afagazette
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Kombination elektrisches Linearmodul
(Portalachse) mit pneumatischem
Drehmodul sowie Greifermodul zum Beund Entladen des Rundtisches
klein bauenden Stecker verlangen für die
Montage der entsprechend kleinen Bauteile nach einerseits präzisen und hochleistungsfähigen und andererseits auch nach
entsprechend kompakten Handlingmodulen. Und wieder stellte sich die besagte
Modul-Kompatibilität als Lösungsbasis dar,
denn mit dem standardisierten Lochraster
von Afag konnten die pneumatischen und
elektrischen Linear-, Hub-, Rotations- und
Greifmodule aller Baureihen nicht nur mit
ihresgleichen, sondern ganz einfach auch
mit den hochpräzisen und äußerst kompakten CS-Modulen kombiniert werden.
Pneumatische und elektrische
Handlingmodule nach Bedarf zum
„Hybrid-Handling“ kombiniert
Mit denen ist auch unter beengten Platzverhältnissen hochpräzises Teile- und Baugruppen-Handling realisierbar, so dass die
Handlingsysteme für die Rundtakt-Montageanlage von Mühlemann AG bis auf die
teilespezifische Anpassung der Greiferbacken aus Standard-Komponenten von Afag
erstellt werden konnten. In Kombination
mit weiteren Standard-Modulen ist festzuhalten, dass die Rundtakt-Montageanlage
zu einem ganz erheblichen Teil aus am
Markt erhältlichen Komponenten und
Baugruppen besteht. Was sich zum einen
in Bezug auf die Kosten und zum anderen
hinsichtlich Realisierungs-Zeitraum äußerst
postiv auswirkte.
Nicht unerwähnt bleiben sollte auch, dass
die sofortige Verfügbarkeit der StandardHandlingmodule zur weiteren Kostendämpfung beiträgt, weil die schnelle
Verfügbarkeit die Kapitalbindung reduziert
und die Module erst dann angeliefert
werden, wenn der Anlagenaufbau beginnt. Da auch den Anlagen-Konstrukteuren
von Mühlemann AG die Daten für ihre
CAD-Konstruktion schon frühzeitig zur
Verfügung standen, und weil die Afag-Anwendungstechniker ebenfalls schon früh
in die Lösungsfindung einbezogen waren
und konstruktive Hilfe vermitteln konnten,
ließ sich die Rundtakt-Montageanlage auch
termingerecht und kostengünstig erstellen.
5
K u n d e n m a g a z i n
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P ra k t i z i e r t e
Zuführ-Flexibilität
Zuführeinheiten auf Basis eines modularen Konzepts und standardisierter
Komponenten realisieren, und dabei
für mehr Performance und Flexibilität
beim Sortieren, Ausrichten, Vereinzeln, und Zuführen unterschiedlichster
Montage-Bauteile sorgen – was lange
als nicht wirtschaftlich realisierbar
galt, steht den Konstrukteuren und
Anwendern von Produktions- und
Montageanlagen längst praktisch zur
Verfügung.
Gesamtansicht einer Comet-Anlage
Mit modular konzipierten Handling- und
Zuführtechnik-Lösungen, die weitestgehend auf der Basis von standardisierten
Handling-Komponenten und Zuführeinheiten entstehen, setzt der Schweizer
Hersteller Afag, im Bereich der Produktions- und Montage-Automatisierung
seit vielen Jahren Maßstäbe. Ob einzelne Handlingmodule oder mehrachsige
Handlingsysteme, ob Vibrationsförderer in
konventioneller Bauweise mit Fördertöpfen aus Blech oder innovative CAD-konstruierte und CAM-gefertige Fördertöpfe
aus Kunststoff sowie auch komplette
Zuführ-Stationen, die dann nur noch in
eine Montageanlage integriert werden
müssen, das Handling- und Zuführtechnik-Programm von Afag wird dank seiner
Modularität so gut wie allen Anforderungen gerecht. Den Anforderungen der
Anlagenbauer oder Systemintegratoren
sowie der Anwender nach schnelleren
Anlagen-Realisierungszeiten und geringerem Investment folgend, hat Afag mit der
Zuführeinheit „Saturn“ schon vor Jahren
eine integrationsfähige „Stations-Lösung“
in Form eines kompletten Teilsystems
entwickelt, die sich bis heute als sehr
erfolgreich erweist. Um den Kunden und
Anwendern künftig noch mehr Leistung
und Flexibilität bieten zu können, wurde
nun neu das Komplett-Zuführsystem „Comet“ entwickelt, das seinen Vorgänger in
punkto Leistung, Flexibilität und Qualität
weit übertrifft, und das bei einfacher Programmierung und Bedienung. Das Konzept des Komplett-Zuführsystems Comet
basiert auf der kontinuierlichen Abnahme
von Montage-Bauteile von einem LinearFörderband, wobei die Losgröße keine
Rolle spielt. Die Montageteile werden
sortiert, ausgerichtet, vereinzelt und dann
exakt positioniert zugeführt bzw. gefügt,
wie es die Abnahme-/Übergabesituation
im Einzelnen verlangt. Um eine maximale
Nutzung- und Anwendungs-Flexibilität
6
zu gewährleisten, geschieht die SystemProgrammierung für jeweils neue oder
zusätzliche Montageteile im Teach-in-Verfahren.
Mit Standard-Komponenten
zu individuellen Zuführlösungen
Die flexible Zuführtechnik-Zelle Comet
hat als Basis eine geschlossene Grundeinheit mit Sicherheitsverkleidung. Des
Weiteren besteht sie je nach Produkt-Anforderungen aus einem oder zwei Sortiertöpfen, einer oder zwei Nachfüllvorrichtungen, einem Abnahme-Förderband,
einem oder zwei Rückführ-Förderbänder,
einem Linearrobotersystem, kombiniert
aus drei elektrischen Linearachsen (X, Y, Z)
ergänzt durch einen produktspezifischen
oder auch multifunktionalen elektrischen
Greifer, einem Bildverarbeitungsystem
mit Kamera sowie der Steuerung und
Software. Als Herzstücke der Zelle oder
genauer des hier angewandten Prinzips
„Conveyer Tracking“ (Abgreifen der Montageteile ab laufendem Abnahme-Förderband) sind das Linearroboter- und das
Bildverarbeitungssystem anzusehen. Das
Conveyer Tracking ermöglicht einen konstanten Taktzyklus, so dass die kontinuierliche Versorgung der Abnahmestation
bzw. des Montagesystems gewährleistet
ist. Die Pick- bzw.
Ausbringungsleistung ist bis 60 Stück pro
Minute und darüber hinaus können in
einer Zelle eine oder auch zwei Zuführeinheiten installiert werden. Der modulare
Aufbau erlaubt die individuelle Ausführung für verschiedenste Aufgabenstellungen innerhalb einer Bauteile-Familie. Die
Bewegungsabläufe des Linearroboters
werden in den Hauptachsen X, Y, Z wie
erwähnt mit elektrischen Achsen realisiert und sind somit frei programmierbar.
Sowohl der Roboter als auch das Visionsystem und die Bandverfolgung werden
zentral mittels eines leistungsfähigen
Controllers gesteuert, welcher außerdem
die schon erwähnte einfache Teile-Programmierung per Teach-in erlaubt. Die
automatische Rückführung von nicht
ausgelesenen oder auch mit Fehlern
behafteten Montageteilen hilft Störungen
zu vermeiden, so dass auch verschiedenste
Bauteile mit hoher Prozesssicherheit zugeführt werden. Die Zuführeinheit
Comet weist mit 1.400 x 1.400 x 1.800 mm
(L x B x H) kompakte Abmessungen auf
und lässt sich problemlos in den Materialfluss des Montagesystems integrieren. Je
nach Auslegung und 1- oder 2-bahniger
Ausführung variieren die Zellen in Länge
und Breite, jedoch bleiben die standardisierten Basis-Komponenten ein und
dieselben. Umrüstungen gehen einfach
und schnell vonstatten, nämlich durch
Austausch des Greifersystems und des
Arbeitsprogramms.
Mit der Investition in ein solches „ZuführGrundsystem“, das in der Philosophie
einem Universal-Bearbeitungszentrum
zur Herstellung verschiedenster Metallwerkstücke nicht unähnlich ist, erhält der
Anwender eine sehr hohe Nutzungs-Flexibilität sowie Investitions-Sicherheit.
Detailansicht Linearroboter mit Greifer
Eine kleine Bewährungsprobe, aber
keine echte Herausforderung ...
Von all diesen Vorteilen liess sich auch die
norwegische Firma Kongsberg Automotive überzeugen, als es um eine Montageanlage für unterschiedlichste O-Ringe
ging. Für die kontinuierliche Zuführung
von 17 verschiedenen O-Ringen, die einen
Durchmesserbereich von 3 und bis 17
mm haben und vollautomatisch zugeführt und montiert werden sollen, suchte
man nach einer entsprechend flexiblen
Fördertopfauslauf
Zuführlösung. Nach eingehender Analyse
und Beratung durch den Afag-Vertriebspartner vor Ort, Jarle Zetterstrom von
Stang Maskin AS in Billingstad, fiel die
Entscheidung zugunsten einer Zuführeinheit Comet von Afag. Als weitere Vorgabe
sollten pro Minute ca. 33 O-Ringe sicher
zugeführt werden, um die Leistungen
der Montageanlage nicht einzuschränken. Die von Afag gelieferte Zuführeinheit weist zwei Sortiertöpfe auf, so dass
Hauptzeit- parallel umgerüstet werden
Afagazette
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kann. Während der eine Fördertopf in
Betrieb ist, wird der zweite Fördertopf mit
einem anderen O-Ring-Typ befüllt und in
Wartestellung gesetzt. Da der eingesetzte
elektrische 3-Backen-Greifer alle O-Ringe
von 3 bis 17 mm Durchmesser aufnehmen
kann, ist hier keine Umrüstung erforderlich. Der Ablauf beim Zuführen gestaltet
sich wie folgt: Die O-Ringe werden per
Sortiertopf auf das Förderband transportiert. Das Bildverarbeitungssystem erkennt
mittels Kamera den Typ und die Lage des
jeweiligen O-Rings. Die ermittelten und
ausgewerteten Daten bringen über den
3-Achsen-Linearroboter den Greifer über
dem laufenden Band in Aufnahmeposition. Der Greifer holt sich den O-Ring ab,
der Linearroboter verfährt in die Absetzposition und legt dort den O-Ring in eine
spezielle Aufnahme. O-Ringe, die sich auf
dem Förderband befinden und nicht aufgenommen werden, gelangen über ein
Rückführband wieder in den Sortiertopf.
Die Steuerung des Linearroboters und des
Zuführsysteme sowie die Bandverfolgung
erfolgen über einen Roboter-Controller.
Zur einfachen Bedienung der Anlage ist
ein herkömmlicher Industrierechner mit
Flachbildschirm installiert. Mit der Zuführeinheit Comet verfügt der Kunde Kongsberg Automotive über ein langfristig und
flexibel nutzbares Grundsystem, das sehr
schnell und einfach sowie kostengünstig
auch für ganz andere Einsatzfälle sprich
Montage-Komponenten umgerüstet werden kann.
Kundenmagazin
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Ausgabe
2007
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R a t i o n e l l - f l e x i b l e Var i a n t e n m o n t a g e
Der Begriff oder besser das Zauberwort Flexibilität geistert seit vielen
Jahren durch alle Produktions- und
Montagehallen. Doch was damit in der
Praxis tatsächlich gemeint ist, nämlich
Produktions- oder Montage-Flexibilität, Auslegungs- und Gestaltungs-Flexibilität, Nutzungs- und AnwendungsFlexibilität, oder Rüst-, Umrüst- und
Wiederverwendungs-Flexibilität,
interpretiert wiederum jeder höchst
flexibel für sich selbst aus.
Mit der Alternative „elektrische Handlingmodule“ stehen nunmehr standardisierte
Montageanlagen-Komponenten zur Verfügung stehen, die sich, im Gegensatz zu
pneumatisch-mechanischen Handlingmodulen, ohne mechanische Umrüstungen
(bis auf die Greifer...) durch einfaches Programmieren neuen Aufgaben anpassen.
X-Y-Z-Handlingsystem mit zwei für
Kreuzaufbauten optimierten LME Linearmodulen; im Vordergrund ist ein Vibrationsförderer AFAG zum Zuführen von
Montage-Kleinteilen installiert
Umdenken erforderlich ...
Doch damit der praktischen Vorteile
noch lange nicht genug, denn elektrische
Module werden als montagefertige
Baugruppen geliefert, sind auf Grund
ihrer standardisierten Abmessungen und
technischen Daten schnell und einfach in
Anlagen-Konstruktionen zu integrieren,
und vor allem auch steuerungs- und softwaretechnisch problemlos einzubinden.
Wer weiß das besser als die Handling-Spezialisten der Firma AFAG, den Erfindern
der „Roten Module“, die schon vor einigen Jahren elektrische Handlingmodule
entwickelten und damit den Herstellern
von Montageanlagen oder auch den
Anwendern ganz neue Anlagenbau-Möglichkeiten eröffneten. Mit standardisierten Automatisierungs-Bausteinen wie
den elektrischen Handlingmodulen LME
(Linearmodul), ZME (Z-Achsen-Hub-/Senkmodul), PME (Portalmodul) sowie freien
Kombinationen von elektrischen PME-,
LME- und ZME-Modulen plus pneumatischen Greif- und Rotationsmodulen
(GM und RM) können aus dem Baukasten
Pick-and-Place- sowie Koordinaten- oder
auch Portal-Handlingsysteme aufgebaut
werden.
Von all diesen Vorteilen ließ sich auch
die Firma Siemens AG, Geschäftsbereich
Automation and Drives, Werk Amberg,
überzeugen, als für die flexible Variantenmontage von Magnetpaketen im
Geschäftsgebiet Low-Voltage Controls
and Distribution, Geschäftszweig ControlComponents, eine entsprechend flexible
Montageanlagen-Lösung gesucht wurde.
Dazu sagte Johann Hofrichter, zuständiger
Projektleiter der Abteilung Manufacturing
Equipment Amberg, hauseigener Hersteller Produktions- und Montagetechnik-Systeme: „Wir bekamen die Aufgabe, für die
Magnetpaketmontage eine hochflexible
und dabei hocheffiziente Anlage zu bauen, die neben einer breiten Variantenvielfalt auch schnell auf wechselnde Stückzahlen und Auftrags-Prioritäten umgestellt
werden kann. Wir wählten erstmals dafür
ein Modulkonzept und ordneten den
Modulen, entsprechend der Montageprozessfolge, die Funktions-Einheiten zu, die
sich künftig entweder austauschen oder
2OTISTSCHNELLER
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TECHNIK
WWWAFAGCOM
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außerhalb der Montageanlage anpassen
lassen können.
Elektrische Handlingmodule für
höchste Positionier-Flexibilität
Gestartet als klassisches SE-Projekt (Simultaneous Engineering), folgten dem Pflichtenheft diverse Veränderungen, Anpassungen und die Integration zusätzlicher
Aufgaben, die aber am Grundkonzept keine wesentlichen Änderungen mehr auslösten. Zu berücksichtigen war auch, dass
die Anlagen einen sehr hohen Wiederverwendungsgrad aufweisen sollen, eine
hohe Installations- und Demontage-Flexibilität gewährleistet sein musste, und ein
„Wildwuchs“ an Antrieben, Steuerungen,
Ersatzteilen und Ähnlichem vermieden
werden sollte. Doch Johann Hofrichter
und seine Kollegen gingen noch ein paar
Schritte weiter, um die interne Strategie
der Standardisierung von Betriebsmitteln
konsequent weiterzutreiben. So wurde
der Einsatz von elektrischen Komponenten auch deshalb favorisiert, weil man
sich damit unabhängig von der Druckluftversorgung machen kann, EnergieKosteneinsparungen zu erzielen sind, die
vollelektrische Ausstattung der Module
eine „lose und dabei frei flutende“ Werkstückträger-Tansportverkettung zwischen
den einzelnen Modulen erlauben, sowie
auch die lückenlose MDE-/BDE-Erfassung
gestatten, die Einführungsdauer um 50%,
die Schallemission auf <74dB(A) und sich
zu guter Letzt der Anteil an mechanischen
Sondermaschinen-Komponenten extrem
reduzieren lassen. Darüber hinaus bieten
die elektrischen Handlingmodule über
eine dynamische Offset-Korrektur die
geforderte absolut reproduzierbare Positionier- und Wiederholgenauigkeit, und sie
lassen sich im Ernstfall sehr einfach und
schnell austauschen. Insgesamt wurden
von AFAG für die Montage-Anlage 21
elektrische, davon 8 LME 100-, 9 LME
200- und 4 ZME-Handlingmodule, weitere
7 pneumatische Handlingmodule (5 CSCompactschlitten und 2 GM-Greifmodule)
sowie außerdem 4 Vibrationsfördertöpfe
für die Zuführung von Montage-Kleinteilen geliefert. Die LME Achsen wurden
für den Betrieb mit der Antriebssteuerung Sinamics von Siemens optimiert und
die ZME-Achsen sogar mit Motoren von
Siemens ausgestattet. Dank des flexiblen
Motorenkonzepts können die elektrischen
Afag Achsen auf einfache Art mit der Siemens Steuerungswelt betrieben werden.
Y-/Z-Handlingsystem, bestehend aus einem Linearmodul LME und einem Z-Achsenmodul ZME plus zwei pneumatischen
Greifersystemen GM
Standardausrüstung mit 21
elektrischen und 7 pneumatischen
Handlingmodulen
Sowohl das Anlagenkonzept als auch die
AFAG-Handlingmodule bieten entsprechende Reserven, den angestrebten
Mehr-Durchsatz ohne weiteres bewältigen zu können. Für Johann Hofrichter,
seine Kollegen und Vorgesetzten schließt
sich damit der Kreis, denn die Anlage
bewährt sich heute schon im hochflexiblen Einsatz und verdient jeden Tag
bzw. in jeder Schicht ihr Geld. Kommen
weitere Magnetpaketvarianten hinzu,
müssen lediglich die Werkstücknester und
eventuell der eine oder andere Teilegreifer angepasst werden. Ansonsten gilt es
nur die entsprechenden Programme zu
laden. Damit kommt die Montage-Anlage
dem Ideal der universell einsetzbaren und
flexibel nutzbaren Multifunktions-Montagelinie schon sehr nahe.
ein 2-Achsen- Handlingsystem in der
Montage-Anlage; die Achsen X (kurzer
Längsweg) und Z (Vertikalbewegung)
sind elektrisch (LME- und ZME Linearmodule) während die Greifer pneumatisch betrieben werden.
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A LLE S
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für d i e Z uführt e ch n ik
Mit konventioneller und innovativer Zuführtechnik aus dem Baukasten zu individuellen und prozesssicheren Lösungen
konventioneller
Vibrationswendelförderer...
I
Ob Zuführung auf konventionelle Art
mittels Vibrationswendelförderer, oder
Zuführung der innovativen Art
auf Basis von CAD-/CAM-gefrästen Förderelementen und
Schwingkräfte-Kompensation
der Fördereinrichtung – in
jedem Fall bietet Afag den
Kunden und Anwendern betriebsbereite Lösungen aus einer verantwortlichen Hand. Und
zwar ab der Analyse und Machbarkeitsstudie über die Anlagen-Realisierung und bis hin zur weiteren
Schikanen- und Ersatzteil-Lieferung. Als weltweit anerkannter
Spezialist für die Handhabungsund Zuführtechnik in Fertigung
und Montage ist Afag auch als
einziger Lieferant in der Lage,
auf Grund des alle Technologien
umfassenden Liefer- und Leistungsprogramms die Kunden objektiv und neutral
zu beraten und ohne Kompromisse die
optimale Lösung zu offerieren.
Je nach Zuführ-Aufgabenstellung und
Größe der zu fördernden Teile kommen
demnach die bekannten Vibrationswendelförderer mit konventionell gestalteten
Schikanen oder eben CAD- konstruierte
und CAM-/5-Achsen- gefräste Fördertöpfe
aus Kunststoff, Aluminium und Edelstahl
zum Einsatz. Außerdem unterscheiden
sich die beiden Zuführtechnologien
durch die völlig verschiedenen Antriebssysteme. Einerseits handelt es sich dabei
um einen Vibrationswendelförderer mit
klassischem Antrieb, andererseits kommt
ein Vibrations-Antriebssystem mit speziellem Schwingkräfteausgleich zur Verwendung. Die Vibrationen werden hier durch
eine Gegenschwingmasse ausgeglichen.
Dadurch reduzieren sich die Störungsschwingungen und dies wiederum führt
zu einem ruhigen Lauf, so dass auch Miniteile kontinuierlich und über definierte
Schnittstellen zuverlässig zuzuführen sind.
Nicht unbeachtet sollte auch der Aspekt
bleiben, dass auf ein und demselben
Unterbau mehrere Vibrationsförderer
mit Schwingkräfteausgleich aufgebaut
werden können, ohne dass sich diese
gegenseitig beeinflussen. Dies ermöglicht
eine kompaktere und Kosten sparende
Bauweise von Zuführ- Einrichtungen als
flexibel andockbare Peripheriesysteme für
Montageanlagen.
Nach dem Plug-and-Produce-Prinzip,
ist es somit in der Praxis machbar, Zeit
optimiert komplette Zuführeinrichtungen
in der Werkstatt vorzubereiten, auszutesten und dann bei Bedarf schnell an
das Montagesystem anzudocken. Die
fest angeschraubten Linearförderer als
Zwischenglied für den Transport der
Montageteile vom Fördertopf zur Übergabeposition fungieren dabei als definierte
Schnittstelle. Das Variieren förderspezifischer Parameter wie Federanstellwinkel
und Federsteifigkeit erlaubt flexibles
Anpassen an unterschiedlichste Zuführund Förderprobleme. Durch eine genau
bestimmte Förderschwingung mit geringem Federwinkel werden die Vibrationsförderer nahe an der optimalen „Gleitförderung“ betrieben, was die wirksame
und zuverlässige Nutzung selbst kleinster
Orientierungsmerkmale zum Ordnen und
Sortieren gestattet. Oftmals kann somit
auf teure Visionssysteme und zusätzliche
Einrichtungen zur Lageorientierung
verzichtet werden, was ebenfalls Kosten
sparen hilft.
Für den Aufbau kompletter Zuführsysteme als Teil-Systeme für Fertigungs/Montageanlagen bietet Afag sowohl die
Zuführtechnik-Komponenten als auch
Handlingmodule für die Übergabe und
zum Fügen der Montage-Komponenten
im Montagesysteme. Bis auf die speziell
pro Zuführproblem anzufertigenden
Zuführ- und Greiferkomponenten entstehen die Zuführsysteme und Montageanlagen demnach weitgehend aus dem
Afag-Baukasten. Dadurch ist eine schnelle
Anlagenrealisierung gegeben und die
Standardisierung hilft die Kosten für den
Basis-Anlagenbau niedrig zum halten.
Ni e d e rla s s u n g e n
Hauptsitz - Produktion und Vertrieb Schweiz
Afag AG
Fiechtenstrasse 32
CH-4950 Huttwil
Verkauf Handling: +41 (0)62 959 87 02
Verkauf Zuführtechnik: +41 (0)62 959 87 05
Verkauf LTS: +41 (0)62 959 87 02
Fax: +41 (0)62 959 87 87
Produktion Deutschland
Afag GmbH
Wernher-von-Braun-Strasse 5a
D-92224 Amberg
Tel.: +49 (0)9621 650 27-0
Fax: +49 (0)9621 650 27-390
Vertrieb Deutschland
Afag GmbH
Hertichstrasse 70
D-71229 Leonberg
Tel.: +49 (0)7152 6008-0
Fax: +49 (0)7152 6008-10
sales @afag.com
www.afag.com
Kontakt Weltweit
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I mpr e s s um
Herausgeber:
Afag AG
Fiechtenstrasse 32
CH-4950 Huttwil
Text: Edgar Grundler, Freier Fachjournalist
Redaktion: Anja Wittwer
[email protected]
Tel.: +41 (0)62 959 87 11
Fax: +41 (0)62 959 87 87
Satz & Druck: Struncova.cz
5 0 Jahre Afag
– Erfi n d e r d e r „ R ot e n M o d ul e “
Von Textilmaschinenteilen zum Marktführer bei Handling-Modulen und Zuführtechnik – die Afag AG feiert im Jahr 2006
ihr 50. Jubiläum.
weit einziger Hersteller von Handlingmodulen und Zuführtechnik auf alle Module
eine Garantie von 40 Millionen Lastwechseln bzw. 2 Jahren gewährt.
50 Jahre Afag AG sind 50 Jahre schweizerische und auch europäische Industriegeschichte. Waren die ersten Anfänge im
Jahr 1956 vor allem durch die Entwicklung
und den Bau von Komponenten für Textilmaschinen gekennzeichnet, so änderte
sich das Produktportfolio im Jahr 1962
nachhaltig, nämlich in Richtung Zuführund Handlingsgeräte für die Schweizer
Uhrenindustrie. Spätestens mit dem
damaligen Zusammenbruch der Textilmaschinenindustrie und bald darauf auch der
Uhrenindustrie musste sich Afag dann ein
neues Betätigungsfeld suchen, was aber
nicht besonders schwer fiel, denn man
konnte ja schon auf die Erfahrungen mit
Zuführsystemen für die Uhrenproduktion
zurückgreifen. Die hohen Anforderungen
sowie die erforderliche höchste Zuverlässigkeit für die wirtschaftliche Produktion
von Uhren prägt bis heute das QualitätsBewusstsein aller Afag-Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter, weshalb Afag als welt-
Diese Garantie bezieht sich vor allen
Dingen auf die in der Branche bestens
bekannten und hunderttausendfach eingesetzten „Roten Module“, die ab Anfang
der 80er Jahre in Produktion gingen.
Basierend auf einem durchgängigen, standardisierten Baukastensystem, sind alle bis
heute produzierten Afag-Module garantiert miteinander kompatibel und werden
über ein spezielles Zentrierhülsensystem
positionsgenau und exakt fixiert miteinander verbunden. Für die Anwender hat
dies den Vorteil, im Verschleißfall oder
auch bei Nachrüstungen, einzelne Module
einfach austauschen zu können, ohne
dass eine aufwändige Neu-Justierung der
Module erforderlich ist. Das Produkt- und
Leistungsprogramm von Afag umfasst
heute die bekannten „Roten Module“
in Linear-, Hub-, Dreh-, Rotations- und
Greifer-Ausführung plus elektrische
Handlingmodule sowie pneumatische und
elektrische Linear-Portalachsen.
Afagazette
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Neben Handlingmodulen nimmt in einem
zweiten Geschäftsbereich das Thema Zuführtechnik einen sehr breiten Raum ein.
Hier werden anhand von standardisierten
Komponenten wie Vibrations-Fördertöpfen und -Förderrinnen in konventioneller
Bauweise aus Blechen sowie in hoch innovativer Bauweise aus Kunststoff-Vollmaterial, nämlich als CAD-/CAM-Konstruktion
programmiert und mit 5-Achsen-Bearbeitungszentren gefräst, hergestellt.
Das Unternehmen Afag AG zählt heute zur Feintool-Gruppe und ist dort im
Geschäftsbereich Feintool Automation angesiedelt. Entwickelt und produziert wird
an den Standorten Huttwil in der Schweiz
sowie Amberg in Deutschland. Die Afag
AG beschäftigt insgesamt 150 Personen.
Kundenmagazin
I
Ausgabe
2007