Nachrichten - OM Schweiz

OMSCHWEIZ.CH OKTOBER 2016
Nachrichten
Bildung Hilfe Hoffnung
Wärme und Licht für
kalte Tage
Zur Zeit und Unzeit
Verkauft, betrogen,
ausgenützt
Moldawien – Oft reicht
das Geld nicht mehr für
Brennholz
Türkei — Trotz Problemen
und Gefängnis die Gute
Nachricht verkündigen
Frankreich — Mathieu und
Anaïs bringen Hoffnung zu
Prostituierten in Nantes
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EDITORIAL
GUTE NACHRICHT — TÜRKEI
Überlastet – nichts geht mehr!?
Letzte Woche fuhr ich mit neun
unserer zwölf jungen Neu-Einsteigern mit dem Zug nach Holland
an die Einsteigerkonferenz. Alles
klappte hervorragend – bis wir
Mannheim erreichten.
Dort stiegen nochmals viele Leute hinzu,
so dass der Zug so voll wurde, dass Reisende in den Gängen standen. Offensichtlich
wollten viele auf den Flughafen, um in die
Ferien zu fliegen. Da meldete sich der Zugführer: «Wegen überlastetem Zug fahren
wir erst weiter, wenn genügend Leute den
Zug verlassen haben. Wir bieten jedem, der
dies tut den Betrag von 25 Euro.» Dieses
Angebot, kam nicht so gut an, denn 40 Minuten später standen wir immer noch am
selben Ort. Nichts ging mehr, bis ein Entlastungsschnellzug auf dem Gleis nebenan
hielt und viele der Reisenden mitnahm.
Doch in der Zwischenzeit hatten wir unseren nächsten Anschluss verpasst.
Nun, hier war es ein Zug, der überlastet
war (auch wenn es im Vergleich zu anderen
Ländern wie Indien oder Kongo noch viel
Platz gehabt hätte ). Doch – ist dies nicht
eine Parabel auf unser Leben? Ist es nicht
schon mir selber passiert? Zügig sind wir
unterwegs, alles scheint zu klappen, doch
je länger der Weg oder das Projekt, desto
mehr Last nehme ich auf – bis der Punkt
kommt, wo „mein System“ signalisiert:
Stopp, überlastet! Und dann stehe ich da
und weiss gar nicht mehr, wie ich da wieder herauskomme. Und nichts geht mehr.
Nein, keine Angst, ich bin selber nicht in
dieser Situation (ausser bei meiner kürzlichen Velo-Passfahrt über den Passwang
L) doch ich war oft nahe daran und weiss
von vielen Freunden, die Ähnliches erlebt
haben. Der Entlastungsschnellzug wird
uns eigentlich angeboten: Christus bietet
uns an, Lasten und Sorgen auf ihn zu werfen. Das heisst aber meistens, umzusteigen (oder umzudenken), Dinge loszulassen
und zu vertrauen, dass mich dieser Entlastungszug an den richtigen Ort bringt.
Wer im Leben zügig unterwegs ist, läuft
Gefahr, überlastet zu sein und es zu spät zu
merken. Ich wünsche uns die Fähigkeit, dies rechtzeitig zu erkennen und wenn nötig,
Dinge loszulassen und uns neu Jesus anzuvertrauen, der uns entlasten will.
Mit herzlichen Grüssen,
Euer Markus Flückiger
Leiter OM Schweiz
Jemand sein
Von OM International.
Wie ist es wohl, wenn man offiziell gar nicht existiert? Die Stadt
El Tejar in Guatemala hat offiziell
12‘500 Einwohner. Nicht mitge-
zählt werden Kinder, die nie amtlich registriert wurden – und das
sind viele! Nicht registrierte Kinder
dürfen aber nicht zur Schule, denn
sie existieren nicht!
Da sie niemand sind, fehlen sie auch
nicht, wenn sie verschwinden. Darum
werden sie oft Opfer des Menschenhandels. OMerin Rosie* berichtet: «Das
Problem ist, dass wenn ein Kind nicht
mehr heimkommt oder entführt wird, es
unmöglich ist, es zu identifizieren, oder
gar wieder zurückzuholen. Unsere Stadt
ist gefährlich und Vergewaltigungen sind
an der Tagesordnung.»
Hanna* ist Witwe und Mutter von
sechs Kindern. Sie und ihre Kinder
nehmen am OM Projekt „Rescue“ teil.
„Rescue“ arbeitet mit Familien in El Tejar,
die von Armut, schlechter Ernährung,
fehlender Schulbildung und häuslicher
Nicht registrierte Kinder
dürfen nicht zur Schule —
sie existieren gar nicht
Gewalt geplagt werden. Als Rosie erfuhr,
dass fünf der sechs Kinder nicht registriert waren, wusste sie, dass sie etwas
unternehmen musste. Besonders die älteste, die 12-jährige Tochter Zoe*, machte
Rosie Sorgen, denn als angehender Teenager war sie besonders der Gefahr von
Missbrauch ausgesetzt. «Wir haben Zoe
auf die Gefahren des Menschenhandels
aufmerksam gemacht und begleiteten sie
jeden Nachmittag vor dem Eindunkeln
vom „Rescue“ Lokal nach Hause.
Mit der Hilfe eines Rechtsanwaltes
gelang es Rosie, alle fünf Kinder registrieren zu lassen. Auch der Schuldirektor
wurde informiert und die Kinder eingeschult, aber Zoe’s Lehrer wollte sie nicht
zu seiner Klasse zulassen. Rosie sagt: «Der
Lehrer kannte Zoe’s Situation, er wusste,
dass ihre Familie arm war. Er wusste auch,
dass Zoe des Lesens und Schreibens nicht
kundig war und darum ihre Rechte nicht
kannte. Er machte ihr klar, dass sie nicht
qualifiziert war, am Unterricht teilzunehmen.» Rosie fuhr weiter: «Ich sagte dem
Lehrer: Zoe kennt die Regeln nicht – aber
ich kenne sie; Zoe hat das Recht, zur Schule zu gehen!» *Namen geändert
OM Nachrichten OKTOBER 2016
BRENNHOLZ— MOLDAWIEN
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Wärme und Licht für kalte Tage
Seit der Unabhängigkeit von Russland im Jahr 1991 gilt Moldawien
als ärmstes Land Europas. Das kleine Binnenland, etwa 85% der Grösse der Schweiz, lebt vor allem von
der Landwirtschaft.
Ein grosser Teil des Volkseinkommens
kommt aber auch von der Million Moldawier, die in anderen Ländern Arbeit
gefunden haben und einen Teil ihres
Lohns nach Hause senden. Da etwa 2/3
dieser Emigranten aus ländlichen Regionen stammen, bleiben diese Regionen
zum Teil ohne Männer im arbeitsfähigen
Alter. Laut UN und World Fact Book
leben 30% der Bevölkerung in absoluter Armut. Weitere 21.9% müssen mit
$1.25 pro Tag überleben. Probleme sind
somit vorprogrammiert. Besonders leiden ältere Menschen, alleinerziehende
Mütter und Behinderte. Auch Tagelöhner sind im Winter oft monatelang ohne
Arbeit und somit ohne Einkommen.
OM Moldawien nimmt sich jeden Winter vieler dieser Menschen an und beliefert sie mit Brennholz. Wir möchten Euch
nach Moldawien mitnehmen um Euch
einige dieser Menschen vorzustellen.
chen. Da sie immer wieder ohnmächtig
wird und hinfällt, muss sie immer betreut
werden. Der Vater erholt sich von Tuberkulose und darf nicht arbeiten. Er kümmert sich um den Haushalt und bleibt
bei seiner ältesten Tochter. Die Mutter
Vadim: «Aber
Brennholz
kostet Geld und
das haben wir
nicht»
arbeitet temporär in einem Hühnerstall —
das bringt zwar etwas Geld, aber nicht viel.
OM bringt ihnen Brennholz und Hoffnung.
Vadim*
Dann besuchen wir Vadim.
Wir treffen ihn in seiner Wohnstube mit seinem 7-jährigen Sohn Ion*.
Vadim sitzt auf dem Sofa,
seine Bein- und Armprothese liegen neben ihm.
In einen schweren Unfall
rettete er das Leben seiner Kollegen und verlor
dabei einen Arm und ein
Bein. Daraufhin verliess
ihn seine Frau. Liebevoll
kümmert er sich um seinen Sohn. Er kocht, versorgt seinen Sohn, hält das
Haus ordentlich und wenn
möglich auch warm. Aber
«Petru, dein Wunsch wurde erfüllt!»
Brennholz kostet Geld,
welches er nicht hat, denn
die Rente reicht gerade
Vater darf nicht arbeiten
mal fürs Essen. Darum bringt OM auch
Wir besuchen unsere erste Familie, ein Vadim Brennholz und etwas Licht in ihr
Ehepaar mit drei Kindern, zwei Mädchen schweres Dasein.
und einem Buben. Der Knabe und die
jüngere Tochter gehen zur Schule, aber Anna* und ihre vier Kinder
ihre ältere Schwester hat eine Lernbe- Der nächste Besuch gilt Anna und ihren
hinderung und kann keine Schule besu- vier Kindern, drei Buben zwischen 7
OM Nachrichten OKTOBER 2016
und 15 und ein noch kleines Mädchen.
Anna‘s Ehemann sitzt im Gefängnis und
wird bis im Juli 2018 dort bleiben müssen. Als Anna zur Tür kam, fragten wir sie
ob sie genügend Brennholz habe. Lange
schwieg sie — dann fragte sie «Wer hat
es euch gesagt? Warum wisst ihr es?»
Wir erklärten ihr, dass Gott es uns ans
Herz gelegt habe. Nach dem Abladen
rief sie ihrem 11-jährigen: «Petru*, dein
Wunsch wurde erfüllt!» Sie erzählte uns,
dass sie schon ganze zwei Tage kein Holz
mehr hatte, um ein Feuer anzuzünden.
Petru hätte noch heute Abend brennbares
Material suchen gehen müssen! «Wir danken allen, die uns nicht nur Brennholz ins
Haus, sondern auch Freude in unser Herz
gebracht haben». *Namen geändert
Geben
Wärme und Ermutigung
Wenn das Geld knapp ist, wird oft am
Brennholz gespart. Darum ist Winter
für viele ältere und ärmere Menschen in
Moldawien furchterregend!
Helft ihr mit, diesen Menschen mit einer Ladung Brennholz und guten Worten Hoffnung für den Winter 2016/17
zu bringen?
Brennholz für eine Familie kostet pro
Wintermonat CHF 65.Q
170 - Brennholz Moldawien
Spenden
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GUTE NACHRICHT — TÜRKEI
Zur Zeit und Unzeit
Von OM Deutschland
Auf die Frage, wieso Daniel* auch
in schwierigen Umständen die
Gute Nachricht weitergibt, antwortet er: «Jesus und Paulus mussten
Schlimmeres erleiden und machten
trotzdem weiter.»
«Die Liebe Christi in mir drängt mich,
zu predigen und zwar zur „Zeit und zur
Unzeit“ (2. Tim. 4,2), denn ich weiss, wie
viele Menschen in der Türkei leiden, weil
sie Christus nicht kennen und ich weiss,
wie viele im Moment offen sind für die
Gute Nachricht. Schliesslich weiss ich
auch, dass niemand und nichts mir etwas
antun kann ohne Erlaubnis des allmächtigen Retters.»
Im Gefängnis
Und Daniel weiss, wovon er spricht: 2008,
2009 und 2010 war er im Gefängnis, weil
er auf den Strassen der Türkei die Gute
Nachricht weitererzählte. Bei seinem
letzten Aufenthalt im 2010 war er neun
Tage in Haft, angeklagt wegen „Störung
des öffentlichen Friedens und Anstiftung
öffentlichen Ärgernisses“. Ihm drohte die
Abschiebung und er brachte seinen Fall
vors Gericht – und wurde in allen Anklagepunkten freigesprochen. «Missionar ist
für die meisten Türken ein böses Wort»,
erklärt Daniel , «gleichzeitig realisieren
viele moderne Türken, dass das Äussern
einer freien Meinung auch zu einer demo-
kratischen Gesellschaft gehört. Die Situation ist kompliziert, denn auf der einen
Seite möchte man uns nicht da haben,
aber auf der anderen Seite schützen uns
die Gesetze. Deswegen habe ich, wie
einige meiner Kollegen, meinen Fall vor
Gericht gebracht. Die Chancen waren
gut, denn bisher wurde immer im Sinne
der Religionsfreiheit entschieden.»
Gott ist gut
Daniel ist ein in Kanada geborener Amerikaner. Er kommt aus einer Familie, in der
Weltmission eine wichtige Rolle spielte.
1988 ging er mit OM nach Ungarn. Als er
später mit OM in Zentralasien bei einem
Gemeindegründungsprojekt mitarbeitete,
lernte er die Deutsche Ursula* kennen. Sie
heirateten 1998 und haben mittlerweile
fünf Kinder zwischen zehn und 16 Jahren.
Für Ursula und ihre Kinder war die Zeit
von Daniels Gefängnisaufenthalt 2010
nicht einfach. Doch erlebten sie Gottes
Trost und Beistand. «Ich erlebte, dass
die Gemeinde Gottes in der Türkei, aber
auch auf der ganzen Welt, einander hilft»,
erzählt Ursula . «Gott hat mir durch Klagelieder 3,25-27 Mut gemacht», berichtet sie. „Gut ist Jahwe zu denen, die auf
ihn hoffen, und zu dem, der seine Nähe
sucht. Gut ist es, schweigend auf die Hilfe Jahwes zu hoffen. Gut ist es für jeden,
schon in der Jugend ein Joch zu tragen.“
Ein dreimaliges Gut und die Zusage, dass
meine Kinder das alles nicht nur überstehen, sondern es gut für sie ist.»
Die Türkei heute
Daniel ist ein Theologe. Sein Herz schlägt
für die Verbreitung der Guten Nachricht. Er
ist Leiter des Bibelkorrespondenzkurses**,
leitet eine Männergebetsgruppe und ein
OM-Team, das einmal pro Woche auf die
Strasse geht. Er beobachtet, «dass immer
mehr Türken genug haben vom Islam und
woanders nach Antworten suchen. Doch
traurigerweise reagieren die christlichen
Gemeinden nicht darauf und erzählen
ihnen die Gute Nachricht nicht.»
Da Daniel und Ursula nicht anders
können, werden sie weiterhin – trotz aller
Sorgen, Spannungen und Probleme – den
Türken die Gute Nachricht „zu jeder Zeit
und zur Unzeit“ verkündigen.
Betet
Daniel und Ursula bitten um Gebet: «Bitte
betet, dass wir erfüllt von seinem Geist nah
bei Jesus bleiben, dass wir Möglichkeiten
ergreifen, die Gute Nachricht zu allen
Zeiten und Unzeiten mutig und frei zu verkündigen. Betet, dass wir tief in Jesus Liebe verankert sein dürfen, damit wir nicht
für uns selbst, sondern für ihn leben. Betet
auch für unsere Kinder und die wunderbaren Mitarbeitenden und Helfer.»
*Namen geändert
**Durch den Bibelkorrespondenzkurs
kommen Türken, die Interesse am
Christentum zeigen, in Kontakt mit
Christen. Sie werden in der Nachfolge
Jesu ermutigt und bekommen christliche
Bücher. www.bccturkey.org
Viele sind im Moment offen für die Gute Nachricht
OM Nachrichten OKTOBER 2016
IM EIGENEN HAUS — PAZIFIK & AFRIKA
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Haushalthilfe
Von OM Schweiz und OM MENA
Vor kurzem las ich in einem Rundbrief von Freunden, dass sie
endlich eine Waschmaschine kaufen konnten und somit nicht
mehr auf eine Haushalthilfe angewiesen seien. Ein grosser Fortschritt! Ist es wirklich?
Meine Gedanken gingen einige Jahrzehnte zurück: Als junger, lediger Mann
begann ich meine Arbeit in den Bergen von Papua Neuguinea. Schon in der
ersten Woche kam einer der Dorfältesten mit einem Jungen – der mein
„Haushalthelfer“ werden sollte. Dankend lehnte ich ab. Eine Haushaltshilfe
schien mir ebenso extravagant, wie unnötig. Ein Jahrzehnt später. Verheiratet, drei kleine Kinder: Wir leben ausserhalb der Küstenstadt Lae. Wieder
wird uns von der Gemeindeleitung eine Haushalthilfe offeriert. Immer noch
scheint es extravagant. Die Kinder geben zwar Arbeit und auch sonst gibt es
viel zu tun – darum wurde die Offerte diesmal angenommen und die Haushalthilfe namens Ruth* angestellt. Von diesem Zeitpunkt an verbrachte Ruth
einen Tag jede Woche mit uns. Sie wusch schimmlige Wände, faltete Kleider
und brachte die Fensterscheiben zum Glänzen. Sie arbeitete langsam und
oft fragte sich meine Frau, ob diese „Hilfe“, auch wirklich eine Hilfe sei, denn
viel Zeit wurde mit Kaffeetrinken verbracht. Dann wurde geredet. Meine
Frau lernte viel über die Kultur, sie lernte, wie die lokalen Leute denken.
Sie erfuhr viel über unser Quartier und was die Nachbarn beschäftigte. Es
wurde auch über den Glauben gesprochen, auch über schwierige Themen
diskutiert. Ruth wurde für uns ein wichtiges Bindeglied zu den 30 Familien,
mit denen wir unser eingezäuntes Quartier teilten.
Wenn unser Leben zum Buch wird
2016. Ich lese den Bericht einer Mitarbeiterin im nördlichen Afrika: Zwanzig
Jahre schon putzen die gleichen zwei Frauen Bethanys* Haus. Sowas schien
nach westlichem Verständnis extravagant, aber in afrikanischem Kontext macht die Anstellung einer Haushalthilfe absolut Sinn. Afrikanisches
Wüstenklima macht das Reinigen zur endlosen Arbeit. Angestellte, mit ihren
angepassten Hilfsmitteln geben Bethany freie Zeit für ihre Hauptaufgabe,
die Einsätze. Lokale Frauen einzustellen zeigt Liebe und Mitgefühl: «Es gibt
jemandem ein Einkommen, der sonst keines hätte,» sagt Bethany. «Ein weiterer Grund, jemand im Haus arbeiten zu lassen ist, jemandem Einblick zu
gewähren und Anteil an unserem Leben zu geben, wie man das sonst nie
tun würde.» Bethanys Hausangestellte sind, wie die meisten, schlechter
gestellten Afrikanerinnen, des Lesens und Schreibens unkundige. «Sie gingen nie zur Schule, reagieren schlecht auf Theologie und wissen wenig über
den Islam.» Darum sind persönliche Begegnungen so wichtig. «Sie reagieren
stark auf das, was sie sehen und auf Freundlichkeit.»
Wir müssen beten
Es war eine lange Reise bis Sana*, eine der Haushaltangestellten, den Glauben an Jesus fand. Ein Erlebnis führte dann zum Durchbruch: Die Hochzeit
ihres Sohns sollte im Freien stattfinden. Sie hatte Angst, dass Regen ihren
Plänen einen Strich durch die Rechnung machen könnte, darum rief sie
ihre Jesus-gläubige Schwester und ihre älteste Tochter Aisha*. «Wir müssen
beten,» sagte sie. Zusammen beteten sie, dass Jesus den Regen bis nach der
Hochzeit zurückhalten möge. Die Braut kam, Essen wurde serviert und die
Hochzeit gefeiert. Kaum hatte der letzte Gast sie verlassen, fing es an zu
regnen. «Wenn so etwas Praktisches auf ein Gebet hin passiert, macht das
einen sehr tiefen Eindruck auf Nordafrikaner,» sagt Bethany.
Eine neue Waschmaschine ist etwas Wunderbares. Wenn sie aber Menschen ersetzt, mit denen man eine Beziehung pflegen könnte, kann sie aber
auch unserer Arbeit im Wege stehen. *Name geändert
OM Nachrichten OKTOBER 2016
Zum Danken
5
Guatemala - Jemand sein 2
Moldawien - Wärme und Licht
3
Türkei - Zur Zeit und Unzeit
4
Pazifik & Afrika - Haushalthilfe 5
Südafrika - Wahre Freiheit 6
Dass Rosie mit Hilfe des Rechtsanwaltes
die fünf Kinder registrieren konnte
Dass Vadim, Anna und anderen letztes
Jahr mit Brennholz geholfen werden konnte
Dass auch ein Gefängnis Daniel nicht
aufhält die Gute Nachricht weiterzugeben
Dass Gott Bethany‘s Haushalthilfe durch
ein Wunder Glauben finden liess
Dass sich 16 Häftlinge für Jesus entschieden
Logos Hope - Hoffnung für Säuglinge6
Dass Elaine Säuglinge retten darf
Frankreich - Verkauft, betrogen
7
Naher Osten - Bibelschule 7
Indien - Ausweg aus der Armut 8
Dass die junge Frau den Ausstieg gewagt
und die nötigen Papiere dazu erhalten hat
Dass im kriegsversehrten Land eine
Bibelschule eröffnet werden konnte
Dass der Neubau gut voran kommt
Zur Fürbitte
Guatemala - Jemand sein 2
Moldawien - Wärme und Licht
3
Türkei - Zur Zeit und Unzeit
4
Pazifik & Afrika - Haushalthilfe
5
Südafrika - Wahre Freiheit
6
Für das Projekt „Rescue“ und den Schutz der
Kinder vor Missbrauch und Menschenhandel
Dass OM Moldawien genug Mitarbeitende
und Geld haben um dieses Jahr weiterzuhelfen
Für Schutz und Sicherheit der Familie in
der Türkei
Dass sich jeder Mitarbeitende bewusst ist,
dass sein Leben von vielen beobachtet wird
Für den Pastor, der im Gefängnis von
Empangeni die Nacharbeit übernehmen wird
Logos Hope - Hoffnung für Säuglinge 6
Dass für jedes dieser verlassenen Kinder
ein passendes Zuhause gefunden werden kann
Frankreich - Verkauft, betrogen
Für die OMer, die den Afrikanerinnen auf
den Strassen Nantes Hoffnung bringen
7
Irak - Bibelschule im Nahen Osten 7
Für Frieden im Land und dass viele Christen ausgebildet werden können
Indien - Ausweg aus der Armut
8
Dass durch diese Schule viele Dalitkinder
aus dem Armutszyklus ausbrechen können
6
GUTE NACHRICHT — TÜRKEI
6
LANDEINSATZ – LOGOS HOPE
Wahre Freiheit
«Ich bin heute hier, weil ich euch sagen will, dass Gott wirklich
existiert», erklärte Abraham Moxen aus Neuguinea, als er den
Häftlingen im Gefängnis von Empangeni erzählte, wie er als
Strassenkind fast im Gefängnis gelandet wäre.
Ein Legat
Gutes bewirken
über das eigene Leben hinaus
OM Schweiz
gibt gerne Auskunft:
Tel. 044 832 83 83, [email protected]
Besuchsreise Logos Hope
2.–10. März 2017
Gehe in der Karibik an Bord der Logos Hope
und werde für eine Woche Teil der multi­
kulturellen Schiffsmannschaft.
Leitung: Markus Flückiger
Kosten: CHF 500.– (exclusive Flug)
Information und Buchung:
[email protected] Tel. 044 832 83 83
Schiffsfahrplan
Logos Hope
18.11. – 29.11.
Las Palmas,
Gran Canaria
Santa Cruz
Las Palmas
9.11. – 14.11.
Mindelo,
Praia Cape Verde
Tema
1.11. – 8.11.
Praia, Cape Verde Takoradi
Mindelo
www.omships.org
Hoffnung für Säuglinge
29.11. – 9.12.
Santa Cruz
De Tenerife
3.9. – 4.10.
Tema, Ghana
5.10. – 25.10.
Takoradi, Ghana
Gebetstreffen
Gemeinschaft – Information – Gebet
Basel
26.9. / 31.10. / 28.11.: 19.15 – 20.30 Uhr
Kontakt: Tel. 061 302 25 69
Langenthal
3.10. / 7.11 / 5.12.: 20.00 – 21.30 Uhr
in der FEG, Weissensteinstrasse 7
Kontakt:Tel. 032 636 30 26
Zürich
27.9. / 25.10.: 18.15 – 20.00 Uhr
Evangelische Gemeinde Albisrieden,
Albisriederstrasse 399
Kontakt: Tel. 044 832 83 83
Alle sind herzlich willkommen!
«Er kennt dich bei deinem Namen und du bist ihm wichtig. Er will dir ein
Leben geben und eine Zukunft, auf die du dich freuen kannst.» Am Ende
von Abrahams Botschaft standen sechs Häftlinge auf und entschieden sich
für Jesus Christus als ihren Gott und Retter. In den Einzelgesprächen im Anschluss
wollten dies zehn weitere Häftlinge tun.
Einer der Wachmänner, der gleichzeitig der Pastor des Gefängnisses ist, war
tiefbewegt von den Reaktionen und der
Gegenwart Gottes an diesem Vormittag.
Er wird die Nacharbeit übernehmen und
sich darum kümmern, dass die 16 Häftlinge weiter im Glauben wachsen können.
«Ich hatte noch ein Gefühl der Beklemmung, als ich das Gefängnis betrat», erinnert sich Teamleiter Dyfan Graves aus
Wales, der zum ersten Mal ein Gefängnis
besuchte. «Aber wir bringen wahre FreiFreiheit für Menschen
heit - die Freiheit, die Christus schenkt
im Gefängnis
- an einen Ort, an dem Menschen unfrei
sind.»
Von einer Logos Hope Mitarbeiterin
Vor vielen Jahren fiel Elaine Brenkman in ihrem Garten in Südafrika ein frischer Erdhaufen auf. Sie begann darin zu graben
und fand ein Baby, das noch verzweifelt um seinen Atem rang.
Seit diesem Tag widmete Elaine ihr Leben Frauen in Krisenschwangerschaften und gibt ungewollten Säuglingen in ihrem „Heim für ausgesetzte
Babys“ ein Zuhause.
Als ein Team von der Logos Hope das Heim besuchte, freute es sich,
selber Säuglinge pflegen zu dürfen. Sie halfen beim Füttern, Baden und
Spielen. Als Elaine ihnen jedoch die Geschichte eines jeden Babys in
seiner harten Lebensrealität erzählte, traf es sie tief. Mancher Säugling
wurde direkt nach seiner Geburt misshandelt und oftmals sogar richtig weggeworfen. Andere Babys leiden wegen ihrer drogenabhängigen
Mutter selbst an Drogenabhängigkeit. Dass sie überlebt haben, ist ein
richtiges Wunder. Elaine meint: «Ich glaube, dass Gott Grosses vorhat
mit ihren Leben.» Jeden Tag werden Säuglinge in Müllhalden, Mülltonnen
oder Gräben deponiert oder im besten Fall nach der Geburt in Elaines
Heim abgegeben.
Elaine betet, dass jedes Kind in seine Herkunftsfamilie zurückkehren
kann, und dort von jemandem gut versorgt wird. Die anderen werden zur
Adoption in liebevolle Familien abgegeben. Auch die Schiffsmitarbeitenden beten dafür, dass jedes dieser Babys später einmal den Teufelskreis
des Bösen zu durchbrechen vermag und in seiner Generation Veränderung bewirken kann.
OM Nachrichten OKTOBER 2016
MENSCHENHANDEL – FRANKREICH
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Verkauft, betrogen, ausgenützt
Von Mitarbeitenden, OM Frankreich
«Das südliche Tor zur Bretagne –
Nantes – ist ein Phänomen unter
allen französischen Städten. Das
einmalige Kultur- und Tourismusangebot wird Sie überraschen!»
sagt die Tourismus Website.
Mathieu* und Anaïs* kennen noch eine
andere Seite von Nantes: Prostitution,
Menschenhandel, Unterdrückung, aber
auch Hoffnung.
«Es ist Freitag,» sagt Mathieu, «und wir
gehen heute Nacht wieder auf die Strasse.» 2009 hatte Mathieu die Vision, den
Opfern des Frauenhandels auf Nantes‘
Strassen Freiheit zu bringen. Jesus sagte in
der Vision: «Geh, finde meine Töchter, die
in Sklaverei gefallen sind. Erzähle ihnen,
dass sie von ihrem himmlischen Vater
geliebt sind und dass er sie nicht vergessen hat. Zeige ihnen meine Liebe. Erzähle
ihnen, dass sie betrogen werden und ihre
Peiniger lügen, wenn sie behaupten, dass
sie auf die Strasse gehören. Sag ihnen,
dass ich mein Leben auch für sie gegeben habe, so dass sie rein und frei werden
können. Sag ihnen, dass ich eine Zukunft
und Hoffnung für sie habe.» Mathieu und
Anaïs sind seither dieser Vision gefolgt.
Seit sieben Jahren besuchen sie junge
Frauen. Sie versuchen, Vertrauen aufzubauen. Sie erzählen auch die Nachricht der
Hoffnung. Wenn der Moment gekommen
ist, helfen sie diesen jungen Frauen, aus
ihrem aufgezwungenen Gewerbe auszusteigen. Das ist meist alles andere als einfach, denn viele dieser Afrikanerinnen sind
gebunden: einige durch afrikanischen Zauber und praktisch alle durch riesige, nicht
selbst verschuldete Darlehen. Aussteigerinnen müssen ein sicheres, geschütztes
Zuhause erhalten, einen Beruf erlernen
und sich an einen neuen Lebensrhythmus
gewöhnen. Es sind nicht viele, die den
Ausstieg wagen, denn damit bringen sie
ihr Leben und dasjenige ihrer Familien in
Afrika in Gefahr.
Trotzdem wagen es einige. Eine junge
Frau — sie genoss in ihrem Heimatland
nur sehr wenig Schulbildung — schreibt in
gebrochenem Französisch: «Hi, wie geht
es dir heute? Ich habe Identitätsdokumente erhalten. Sie sind 10 Jahre gültig.
Ich bin glücklich. Ich darf arbeiten und bin
Französin und spreche ein bisschen Französisch. Danke vielmal dass du mir gehol-
Sie erzählen die Nachricht
der Hoffnung
fen hast, von der Strasse wegzukommen.
„F“ hat für mich eine Wohnung gefunden.
Du und deine Frau, bitte kommt mich
besuchen. Danke viel, viel mal. Ich lege
diesem Brief einige Bücher bei. Gib sie den
Mädchen auf der Strasse, damit auch sie
erfahren, dass Prostitution nicht gut ist für
sie. Es gibt Auswege. Danke, dass du den
Strassenmädchen hilfst! Ich freue mich,
dich bald zu treffen.»
Betet für Mathieu, Anaïs und die Afrikanerinnen auf Nantes‘ Strassen.
*Namen geändert
Bibelschule im Nahen Osten
Von OM Mitarbeitenden im Nahen Osten
Seit 2012 sammelt OM Schweiz
Nothilfe für syrische Flüchtlinge
im Nahen Osten. Auch heute noch
ist Lebensmittelhilfe notwendig –
vielleicht mehr denn je, denn die
Ersparnisse der Flüchtlinge sind
aufgebraucht.
Flüchtlinge, die keine Zukunft mehr
sehen, sind bereit, den gefährlichen Weg
nach Europa einzuschlagen. OM Mitarbeitende berichten aus einem Containercamp «Es besteht kein Zweifel, dass diese
Nothilfe für die Flüchtlinge viel bedeutet.
Obwohl Lebensmittelpakete nur sporadisch verteilt werden, decken sie doch
einen Teil des täglichen Bedarfs ab. Für
Kinder ist ein Geschenk und aufmerksames Zuhören viel wert, es gibt ihnen ein
Gefühl von Vertrauen und Achtung. Nach
OM Nachrichten OKTOBER 2016
der Verteilung besuchen wir einige Familien in ihren Containern. Sie teilen ihre
Sorgen mit uns und sind dankbar, wenn
wir mit ihnen beten. Eine Frau stimmte
sogar ein Lied zum Dank an Gott an.»
Gott tut Grosses im Nahen Osten:
«Wir können nur dankbar staunen:
Das erste evangelische Bibelinstitut im
ganzen Land wurde eingeweiht! An dieser Schule werden in Zukunft Menschen
in Musik, Seelsorge, Englisch, Computer,
Management und anderen Gebieten ausund weitergebildet. Hier werden Kirchenleiter für ihre Aufgabe zugerüstet! Wir
freuen uns, dass dieses Ziel nach relativ
kurzer Bauzeit erreicht werden konnte
trotz der vielen Nöte und Schrecken, von
denen täglich in den Nachrichten berichtet wird. Wir beten oft intensiv für Frieden im Land, für unsere Regierung, für die
Kämpfer an der Front und die Flüchtlinge
in den Lagern. Dann stehen wir wieder
in einem Camp, wo Menschen leben, die
den Verlust von mehreren Familienangehörigen, meist Töchtern, nie überwinden können. Sie leben in zermürbender
Ungewissheit, ob diese noch am Leben
sind. Unter diesen Flüchtlingen sind
Menschen, die ihre Hoffnung auf Jesus
setzen. Auch wenn sie oft ihren Glauben
nicht frei bezeugen können, sind sie doch
Botschafter Jesu und trösten, wo Trost
nötig ist.»
8
Ausweg aus der Armut
www.omschweiz.ch
IMPRESSUM
Herausgeber:
OM Schweiz
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8304 Wallisellen
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CH13 0025 7257 7573 9040 G
Bilder:
OM International
S.2: Kenneth & Joanne Tsang
S.8: OMIF, India
Die OM Nachrichten erscheinen
10mal jährlich.
Abonnementspreis: CHF 16.—
Redaktion & Layout: OM Schweiz
Druck: Eugster Druck AG,
9410 Heiden
hergestellt aus 100% Altpapier
OM Schweiz ist Mitglied der
Arbeitsgemeinschaft Evangelischer
Missionen (AEM) und hat auch den
Ehrenkodex SEA unterzeichnet.
DALITSCHULE – NORDINDIEN
Arjun*, neun Jahre alt, verbringt
seine Kindheit in einer guten, aber
sehr armen Familie. Ihr Haus ist
klein und heruntergekommen, das
Essen einfach und oft wenig. Auch
Arjun‘s Kleider zeugen von seiner
ärmlichen Herkunft.
Grund für die Armut ist das indische
Kastensystem. Arjun‘s Familie gehört zu
den Dalits, kastenlose, die von allen verachtet sind. Sie gelten als Ausgestossene.
Die meisten besser bezahlten Arbeitsstellen bleiben Dalits verwehrt. Darum arbeitet Arjun‘s Vater auch als schlechtbezahlter Taglöhner. Auch Arjun wäre kaum eine
andere Karriere geblieben, hätte er nicht
die Gelegenheit bekommen, in unsere
englischsprachige Schule aufgenommen
zu werden. Arjun, mittlerweile in der fünften Klasse, gibt sich viel Mühe und ist nun
einer der besten Schüler an der ganzen
Schule. Er weiss jetzt schon, dass diese
Schule ihm die Möglichkeit gibt, aus dem
Zyklus der Armut seiner Eltern auszubrechen.
Platz für weitere Schüler
AZB
CH-8304 Wallisellen
PP-Journal
Anfangs dieses Jahres haben viele von
Euch mitgeholfen, ein zweites Stockwerk
mit weiteren sieben Klassenzimmern, in
unserer Schule in Nordindien aufzubauen. Gleichzeitig wird auch, zur Sicherheit
der Schüler und Lehrer, eine Mauer um
das Schulareal gebaut. Die Arbeit an die-
Geschenkshop
Sinnvolle Geschenke,
die 3fach Freude machen
•
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zum Geburtstag
zum Jubiläum
als Dank zur bestandenen Prüfung
oder einfach so
oder stellt Euch selber einen Geschenktisch für Euer Fest zusammen und lasst
Eure Gäste auswählen
www.geschenkshop.omschweiz.ch
Wir arbeiten an der Decke der
letzten zwei Klassenzimmer
sen Projekten verläuft planmässig. Unser
Vertreter schreibt: «Alle Pfeiler sind fertig
gegossen. Die Decke, welche gleichzeitig
als Dach dient, ist über fünf der Klassenzimmer fertig, wir arbeiten zur Zeit an
den letzten zwei. In vier Zimmern sind
die Fenster- und Türrahmen komplett,
die Wände verputzt. Elektrische Installationen, Wasser und Malerarbeiten müssen
noch ausgeführt werden.
Etwa 380 Meter der Sicherheitsmauer sind fertig gebaut, etwa 15 Meter und
das Einfahrtstor fehlen noch. Wir hoffen,
dass das ganze Projekt bis Ende November fertig ist.»
Bald ist es soweit! Bald können weitere Schüler wie Arjun die ersten der neugebauten Klassenzimmer beziehen. Bald
ermöglicht die Schule weiteren Dalitkindern den Ausweg aus dem System der
Armut und Unterdrückung.