Presseaussendung der LPD NÖ zu den

Ermittlungserfolge des Landeskriminalamtes NÖ
Bedienstete der Diebstahlsgruppe des Landeskriminalamtes Niederösterreich klärten nach
akribischen und zum Teil monatelangen Ermittlungstätigkeiten, bei vier verschiedenen
Amtshandlungen eine Vielzahl an Eigentumsdelikten – Einbruchsdiebstähle und KfzDiebstähle, die von Tätergruppierungen aus Rumänien, Polen und Mazedonien begangen
wurden.
Mehr als 100 Delikte konnten den Tätergruppen zugeordnet werden.
Die Schadenssumme der geklärten strafrechtlichen Delikte beträgt rund eine halbe Million
Euro.
Nach den erfolgreichen Amtshandlungen befinden sich insgesamt zehn Beschuldigte in
Haft.
48 Einbrüche in NÖ, Burgenland und Wien geklärt
Bedienstete des Landeskriminalamtes Niederösterreich, Ermittlungsbereich Diebstahl, ermittelten
seit September 2015 gegen eine vorerst unbekannte Tätergruppe, die zahlreiche Einbruchsdiebstähle
im Bundesgebiet begangen hat.
Nach der Auswertung von an den Tatorten gesicherten Spuren konnte vorerst festgestellt werden,
dass mindestens zwei unbekannte Täter für mehrere Einbruchsdiebstähle seit dem 18. August 2015
verantwortlich sein dürften.
Am 28. November 2015, gegen 23.40 Uhr, erstattete ein Angestellter eines Lokals in Strasshof an der
Nordbahn, Bezirk Gänserndorf, via Notruf Anzeige, dass soeben in das benachbarte Autohaus
eingebrochen wurde. Der Zeuge beobachtete die Flucht zweier Täter.
Eine sofort ausgelöste örtliche Fahndung verlief vorerst negativ.
Gegen 02.45 Uhr nahmen Bedienstete der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität
des Landeskriminalamtes Niederösterreich zwei verdächtige Personen im Bereich der Bundesstraße 8
wahr. Mit Unterstützung von Polizeistreifen des Bezirks konnte eine der beiden Personen, ein
22-jähriger rumänischer Staatsbürger, in Süßenbrunn vorläufig festgenommen werden.
Die
weitere
Amtshandlung
wurde
von
der
Diebstahlsgruppe
des
Landeskriminalamtes
Niederösterreich übernommen.
Die Ermittler stellten fest, dass der Tätergruppe eine Holzhütte in 1200 Wien als Unterschlupf diente.
Am 29. November 2015 wurde die Hütte mit Unterstützung der WEGA, Polizeidiensthundestreifen
aus Wien und weiteren Polizeistreifen aus Niederösterreich durchsucht. Dabei konnte ein Mittäter,
ein 50-jähriger rumänischer Staatsbürger, vorläufig festgenommen und Diebesgut sichergestellt
werden.
Die beiden Festgenommen wurden auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien in die Justizanstalt
Wien-Josefstadt eingeliefert.
Nach den Beschuldigtenvernehmungen und weiteren Spurenauswertungen konnte der Haupttäter,
ein 31-jähriger rumänischer Staatsbürger, ermittelt werden. Weiters wurde festgestellt, dass an den
zahlreichen Einbruchsdiebstählen auch der Bruder des 31-Jährigen, ein 28-jähriger rumänischer
Staatsbürger, und eine 22-jährige rumänischer Staatsbürgerin beteiligt waren.
Nach Abschluss der intensiven Ermittlungen brachten die Ermittler der Diebstahlsgruppe bei der
Staatsanwaltschaft Wien insgesamt 48 Einbrüche zur Anzeige. Die Eigentumsdelikte wurden im
Zeitraum von August 2015 bis November 2015 begangen und konnten der rumänischen Tätergruppe
zugeordnet werden.
Tatortauflistung:
•
38 Fakten in Niederösterreich (13 x Bezirk Gänserndorf, 5 x Bezirk Tulln, 4 x Bezirk
Korneuburg, 4 x Bezirk Mistelbach, 3 x Bezirk Baden, 3 x Bezirk Wien-Umgebung, 3 x Bezirk
Bruck an der Leitha, 1 x Bezirk Mödling, 1 x Bezirk Lilienfeld, 1 x Bezirk Schwechat),
•
9 Fakten in Wien (4 x 1200 Wien, 3 x 1220 Wien, 1 x 1210 Wien und 1 x 1140 Wien) und
•
1 Faktum im Burgenland (Bezirk Mattersburg)
Der Gesamtschaden beläuft sich auf rund 160.000 Euro, wobei der Wert des Diebesguts mit etwa
96.000 Euro beziffert wird. Beim Diebesgut handelt es sich hauptsächlich um Bargeld und Zigaretten.
Die Täter stiegen mehrfach über das Dach in die Einbruchsobjekte ein. Weiters wurden oftmals mit
vorgefundenen Betonplatten bzw. Steinen die Eingangstüren brutal eingeschlagen. Als Objekte
wählte die Tätergruppe Geschäfte wie z.B. Trafiken und Lokale, Institutionen wie z.B.
Arbeiterkammer, AMS und Vermessungsamt sowie auch Firmen wie z.B. Kfz-Werkstätten.
Gegen den 31-jährigen Haupttäter wurde von der Staatsanwaltschaft Wien ein EU-Haftbefehl
erlassen, worauf er am 21. April 2016 in Rumänien festgenommen werden konnte. Der 31-Jährige
verbüßt bis zu seiner Auslieferung nach Österreich eine Haftstrafe aufgrund mehrerer Gewaltdelikte
in seinem Heimatland.
Gegen die noch flüchtigen Beitragstäter, die 22-jährige Frau und den 28-jährigen Bruder des
Haupttäters, wurde eine nationale Festnahmeanordnung erlassen.
Fotos © LPD NÖ
68 Pkw-Diebstähle in NÖ und Wien geklärt
Ermittler des Landeskriminalamtes Niederösterreich, Ermittlungsbereich Diebstahl, führen seit
Jänner 2016 Erhebungen gegen eine polnische Tätergruppierung, wegen Verdacht des
gewerbsmäßigen Kraftfahrzeugdiebstahls.
Die Ermittler stellten fest, dass ein Pkw mit polnischem Kennzeichen als Begleitfahrzeug bei KfzDiebstählen im Bezirk Mödling verwendet wurde. Als Benutzer des Pkws forschten sie einen
einschlägig vorbestraften polnischen Staatsbürger aus. Der 47-Jährige wird bereits seit dem Jahr
2011 in Polen national wegen mehrfacher Einbruchsdiebstähle gesucht.
Durch die intensiven Ermittlungstätigkeiten konnten der 47-Jährige sowie ein zweiter Beschuldigter,
ein polnischer Staatsbürger im Alter von 46 Jahren, am 2. März 2016 in 1040 Wien festgenommen
werden.
Der 47-Jährige war in 1040 Wien wohnhaft, jedoch nicht dort gemeldet.
Bei der Durchsuchung der Wohnung wurde zahlreiches Equipment zur Vornahme von KfzEntfremdungen aufgefunden und sichergestellt. Dabei handelt es sich unter anderem um Ziehfix,
Polenschlüssel, Drucker zur Fälschung von Zulassungsdokumenten, GPS-Tracker, Schlüsselrohlinge,
OBD-Stecker und Notebooks.
Über Anordnung der Staatsanwaltschaft Wr. Neustadt erfolgte die Einlieferung der beiden
Beschuldigten in die Justizanstalt Wr. Neustadt.
Dem 47-Jährigen wiesen die Ermittler der Diebstahlsgruppe nach weiteren umfassenden Erhebungen
insgesamt 68 Pkw-Diebstähle (Marken Toyota und Ford) nach, die im Zeitraum von Jänner 2014 bis
März 2016 verübt wurden. 58 Pkws wurden in Wien und zehn Pkws in Niederösterreich, davon neun
im Bezirk Mödling und einer im Bezirk Korneuburg, gestohlen.
Durch diese Tathandlungen entstand ein Gesamtschaden in der Höhe von mindestens 1.200.000
Euro (Zeitwert der Fahrzeuge).
Der 47-Jährige zeigte sich zu allen Fakten geständig.
Dem 46-Jährigen konnte die Beteiligung an elf Kfz-Entfremdungen nachgewiesen werden. Er zeigte
sich nicht geständig.
Die Beschuldigten sollen die gestohlenen Pkws zum Weiterverkauf nach Polen verbracht haben.
Ermittlungen zu möglichen weiteren Mittätern werden vom Landeskriminalamt Niederösterreich
fortgeführt.
Fotos © LPD NÖ
12 Wohnhauseinbrüche in NÖ, Burgenland, Steiermark und Kärnten geklärt
Wie bereits in zwei Presseaussendungen im April und August 2016 berichtet, ereignete sich in den
Mittagsstunden des 18. April 2016 ein versuchter Wohnhauseinbruch in Schwarzau am Steinfeld,
Bezirk Neunkirchen. Das Opfer betrat zwei unbekannte Täter auf frischer Tat, worauf diese mit einem
Pkw flüchteten. Beamte der Polizeiinspektion Laa an der Thaya-AGM nahmen aufgrund der
Fahndung nach dem Fluchtfahrzeug und nach einer Lenker- und Fahrzeugkontrolle in den
Vormittagsstunden des 19. April 2016 in Poysdorf, Bezirk Mistelbach, drei rumänische Staatsbürger
im Alter von 31, 33 und 38 Jahren fest.
Bedienstete des Landeskriminalamtes Niederösterreich, Ermittlungsbereich Diebstahl, übernahmen
die weitere Amtshandlung und ordneten den Beschuldigten drei vollendete Wohnhauseinbrüche im
März und April 2016 – zwei in Niederösterreich in Kirchberg am Wagram, Bezirk Tulln, und Baden
sowie einer im Burgenland in Nickelsdorf, Bezirk Neusiedl am See zu.
Die drei Männer befinden sich in der Justizanstalt Wr. Neustadt in Haft.
Die Ermittler der Diebstahlsgruppe führten die Ermittlungen intensiv fort und erhoben, dass sich der
38-jährige Beschuldigte bereits im Februar 2016 nach Österreich begab, um gemeinsam mit drei
weiteren rumänischen Staatsbürgern im Alter von 29, 34 und 48 Jahren Einbruchsdiebstähle in
Wohnhäuser zu verüben.
Dieser vierköpfigen Tätergruppe werden aufgrund der Ermittlungsergebnisse sowie zum Teil durch
DNA-Treffer im Zeitraum von 9. bis 22. Februar 2016 in den Bundesländern Kärnten (Klagenfurt),
Steiermark (Bezirk Bruck-Mürzzuschlag) und Niederösterreich (Wr. Neustadt, Bezirke Baden,
Neunkirchen und Mödling) gesamt sechs vollendete und zwei versuchte Wohnhauseinbrüche zur
Last gelegt.
Bei den Tatobjekten wurden Fenster oder Türen mit unterschiedlichen Werkzeugen gewaltsam
aufgebrochen und hauptsächlich Bargeld sowie Schmuck gestohlen. Die Schadenssumme beläuft
sich auf rund 100.000 Euro, wobei der Wert des Diebesguts mit ca. 80.000 Euro beziffert wird.
Gegen die drei Beschuldigten konnten EU-Haftbefehle der Staatsanwaltschaft Wr. Neustadt erwirkt
werden. Am 13. August 2016 wurde der 29-Jährige in Rumänien festgenommen und nach der
Auslieferung nach Österreich in die Justizanstalt Wr. Neustadt eingeliefert. Der 29-Jährige war bei
seiner Vernehmung nicht geständig.
Der 34-Jährige und der 48-Jährige sind noch flüchtig.
7 Geschäftseinbrüche in NÖ und Steiermark geklärt
In der Filiale eines Discounters für Bürobedarf in Waidhofen an der Thaya, Bezirk Waidhofen an der
Thaya, kam es am 4. September 2016, gegen 01.50 Uhr, zu einer Alarmauslösung. Die
einschreitenden Polizistinnen und Polizisten stellten fest, dass die Schiebetüre beim Eingang
aufgedrückt war und ein vollendeter Einbruchsdiebstahl verübt wurde.
Die Diebstahlsgruppe des Landeskriminalamtes Niederösterreich führte bereits Ermittlungen gegen
unbekannte Täter, da es vermehrt zu Einbrüchen in Filialen der betroffenen Firma kam.
Im Zuge der landesweiten Fahndung nach den Tätern konnte eine Polizeistreife in Gmünd einen
verdächtigen Pkw wahrnehmen. Der Pkw fuhr gegen 02.30 Uhr in unmittelbarer Nähe zur dortigen
Filiale derselben Firma mit geringer Geschwindigkeit und ohne Licht. Nachdem der Lenker das
Polizeifahrzeug wahrnahm, flüchtete er mit hoher Geschwindigkeit nach Ehrendorf. Sämtliche
Anhalteversuche mit eingeschaltetem Blaulicht ignorierte der Lenker. Auf der Gmünder Straße in
Ehrendorf bog das Fluchtfahrzeug in eine Sackgasse ein. Am Ende der Sackgasse fuhr der Pkw eine
Böschung hinab, rammte einen Maschendrahtzaun und stieß gegen eine Sandkiste. Da das Fahrzeug
nicht mehr bewegt werden konnte, stieg der Lenker aus und flüchtete zu Fuß weiter. Beamte der
Polizeiinspektion Gmünd hielten den Flüchtigen nach kurzer Verfolgung an.
Der Verdächtige, ein bosnisch-mazedonischer Doppelstaatsbürger im Alter von 36 Jahren, wurde
vorläufig festgenommen. Im Fluchtfahrzeug, wobei es sich um ein Mietfahrzeug handelte, wurde
zahlreiches Diebesgut (Mobiltelefone und Tablets), Einbruchswerkzeug und Maskierung vorgefunden
und sichergestellt.
Bedienstete des Landeskriminalamtes Niederösterreich, Ermittlungsbereich Diebstahl, übernahmen
die Amtshandlung und vernahmen den Beschuldigten, der sich umfassend geständig zeigte.
Gemäß Anordnung der Staatsanwaltschaft Krems an der Donau wurde der 36-Jährige in die dortige
Justizanstalt eingeliefert.
Insgesamt klärten die Ermittler sieben Geschäftseinbrüche, die jeweils in den Nachtstunden verübt
wurden:
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Einbruchsdiebstahl am 26. August 2016 in Graz (Steiermark)
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Einbruchsdiebstahl am 27. August 2016 in Fürstenfeld, Bezirk Hartberg-Fürstenfeld
(Steiermark)
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versuchter Einbruch am 28. August 2016 in Deutsch-Wagram, Bezirk Gänserndorf
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Einbruchsdiebstahl am 28. August 2016 in Gänserndorf, Bezirk Gänserndorf
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versuchter Einbruch am 3. September 2016 in Horn, Bezirk Horn
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Einbruchsdiebstahl am 3. September 2016 in Zwettl, Bezirk Zwettl
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Einbruchsdiebstahl am 4. September 2016 in Waidhofen an der Thaya, Bezirk Waidhofen an
der Thaya
Der verursachte Gesamtschaden dürfte bei etwa 25.000 Euro liegen.
Fotos © LPD NÖ