Tanzend dauerhaft fest

Nr. 9
September 2016
INHALT
Die Auszeit
Bettag am Seeufer von
Hergiswil: Wer nimmt
sich am 18. September
eine Auszeit vom Sprung
ohne Fallschirm?
2
Unsere Talente
Wie Elmar und der
Schmetterling im Heimgruppenunterricht ihre
Talente fanden und
Mäuse und Frösche musizierten: Geschichten,
die Kinder und Grosseltern bewegen.
3
Die Not wenden
Pfarrerin Ruth Brechbühl
über innersyrische
Flüchtlinge und ihre Helferinnen. Eine Reportage
direkt aus dem Krisengebiet und ein Blick nach
Nidwalden.
2, 4+5
Die Pfarrerin
Sie wohnt in Stansstad,
hat in Zürich Theologie
studiert und wird im
­Michelsamt LU ihre
­erste Stelle als Pfarrerin
beginnen: Lilli HochuliWegmüller.
Letzte
Kirchen-News
Evangelisch-Reformierte Kirche Nidwalden
Tanzend
dauerhaft
fest­
machen
Mit der Wahl im November 2015
hat die Evangelisch-Reformierte
Kirche Nidwalden den Stanser
Pfarrpersonen Silke Petermannvon Grünigen und Dominik Flüeler ihr Vertrauen geschenkt. Mit
der Installation vom 11. September im Oeki Stansstad folgt der
letzte offizielle Schritt dieser gegenseitigen Vertrauenszusage.
Von links: Pfarrer Ulrich Winkler, Pfarrer Dominik Flüeler, Pfarrerin Silke Petermann-von Grünigen und Pfarrer Jacques Dal Molin. Thomas Vaszary
Nidwalden uns gegenüber, Bedingungen zu schaffen, unter denen wir unseren Verpflichtungen so gut wie möglich nachgehen können.
Wir freuen uns auf Sie und auf viele bereichernde, schöne und beseelende Momente hier auf der Weide in Nidwalden.
An der Installation vom 11. September
bestärken wir unser bedachtes und an
Erfahrungen gewachsenes «Ja» zur verbindlichen und persönlichen Präsenz in
Amt und Würden gegenüber der Kirchgemeinde.
Da wird etwas installiert, also dauerhaft festgemacht, zusammengebaut,
zusammengesetzt. Da geht es um Bestand, Andauerndes. Im alten pastoralen Bild des Hirten und seiner Herde
werden der Stall und der Weidezaun
wieder mit zwei Personen der Wachsamkeit und des Vertrauens besetzt.
Diese wollen ihre Aufgabe bewusst
und verantwortungsvoll wahrnehmen.
Schön, dass es sich in unserem Fall um
eine Hirtin und einen Hirten handelt.
Mit unserer Installation verpflichten
wir uns, Ihnen persönlich und individuell, aber auch der ganzen Kirchgemeinde, unser Bestes zu schenken: unseren
Glauben, unsere Aufmerksamkeit, Zeit,
Liebe, Achtung. Und wir lassen uns umgekehrt gerne von Ihnen beschenken,
von Ihren Ideen, Anliegen, Fragen, Anregungen. Gleichzeitig verpflichtet sich
die Evangelisch-Reformierte Kirche
Dominik Flüeler, Pfarrer
In den vergangenen anderthalb Jahren
lernten wir viele Menschen kennen.
Zahlreiche gemeinsame Veranstaltungen zeigten uns: Hier werden wir gebraucht, hier ist unsere Präsenz wichtig. Es ist schön in Stans zu leben und
zu arbeiten. Ich treffe zahlreiche Menschen, die mich anlachen und grüssen.
Darunter sind viele, mit denen ich auch
schon beruflich unterwegs war und
bin. Diese Offenheit für Neues, für
­Gemeinsames motiviert mich – miteinander diskutieren, schweigen, Gottesdienste feiern, sich gegenseitig
besuchen, singen, tanzen, für die «Kirchen-News» schreiben…
Mir geht es um das Miteinander von
Mündigkeit, Freiheit und Verbindlichkeit. Ich sehe mein Leben in der Nachfolge Jesu als einen Tanz. Tanzen benötigt Achtsamkeit und Verbindlichkeit
gegenüber denen, die sich mit mir bewegen. Ich kann nicht machen, was ich
will, was die Richtung und das Tempo
betrifft. Wenn ich mich nicht einfüge,
bringe ich die anderen aus dem Takt.
Ich höre nicht auf eine abstrakte Autorität, sondern alle meine Sinne richten
sich auf die Musik und die anderen, die
mit mir unterwegs sind, auf ihre Schritte, ihren Takt und ihr Tempo. Miteinander sind wir unterwegs.
Auszug und Interpretationen zu Madeleine Delbrêls Gedicht «Der Ball des Gehorsams»:
Um gut tanzen zu können – mit dir oder
auch sonst, / braucht man nicht zu wissen,
wohin der Tanz führt. / Man muss ihm nur
folgen, / Drauf gestimmt sein, / schwerelos
sein, / und vor allem: Man darf sich nicht
versteifen… / Man darf nicht um jeden Preis
vorwärtskommen wollen. / Manchmal
muss man sich drehen oder gar seitwärts
gehen. / Und man muss auch innehalten
können / oder gleiten, anstatt zu marschieren. / Und das alles wären ganz sinnlose
Schritte, / wenn die Musik nicht eine Harmonie daraus machte… / Gib, dass wir unser
Dasein leben, / nicht wie ein Schachspiel,
bei dem alles berechnet ist, / nicht wie
­einen Wettkampf, bei dem alles schwierig
ist, / nicht wie einen Lehrsatz, bei dem wir
uns den Kopf zerbrechen, / sondern wie ein
Fest ohne Ende, bei dem man dir immer
wieder begegnet, / wie ein Ball, / wie einen
Tanz, / in den Armen deiner Gnade / zu der
Musik allumfassender Liebe.
Silke Petermann-von Grünigen, Pfarrerin
Installation, Sonntag, 11. September
10 Uhr, Oeki Stansstad
Blick hinaus
«Käppi, Kutte,
­Krinoline»
Im Freulerpalast in Näfels ist bis Ende November Ulrich Zwinglis Messgewand (Kasel) aus
Seidengewebe ausgestellt, das der spätere
Reformator während seiner zehnjährigen Zeit als
katholischer Pfarrer in
Glarus trug (1506–1516).
Die Ausstellung «Käppi,
Kutte, Krinoline –
Kleidung als Statement»
zeigt Stoffe aus fünf
Jahrhunderten – von
Zwinglis Messgewand
bis Patrick Küngs SkiAbfahrtsdress 2015. Ob
Kleider wirklich Leute
machen oder dieser geflügelte Spruch nur ein
Werbeslogan der Modeindustrie ist?
freulerpalast.ch
Primadonnen wie
Eva, Maria und
Magdalena?
Aus dem Schatten der
Männer erheben sich am
Lucerne Festival die
Frauen noch bis 11. September; und hoffentlich
darüber hinaus. Das Thema «Primadonna» präsentiert unter anderen
auch elf Dirigentinnen.
Am Samstag, 3. September, um 22 Uhr spielt Iveta Apkalna aus Lettland,
die Königin der Orgelvirtuosen, im KKL-Konzertsaal. Zuvor findet im
Südpol «Young Familienkonzert» und im Pavillon
Tribschenhorn «Young Figurentheater» statt, in
der Lukaskirche zeitgenössische Musik für Violine und Harfe, im KKLKonzertsaal «Alte Musik»
mit Starsopranistin Cecilia Bartoli und am Donnerstag, 8. September,
spielen die Wiener Philharmoniker mit Emmanuelle Haïm und Sandrine Piau um 19.30 Uhr im
KKL-Konzertsaal Barockmusik von Händel.
lucernefestival.ch
vazy
2
Auszeit am See
Innehalten und für einen Tag eine Auszeit nehmen: Die kantonale Feier am Bettag vom 18. September am Seeufer in Hergiswil
passt bestens dazu.
Ulrich Winkler
Am Sonntag, 18. September, 10 Uhr, findet am Seeufer des Glasiareals ein kantonaler Gottesdienst statt, bei nassem
oder unsicherem Wetter in der reformierten Kirche Hergiswil.
Der Gottesdienst wird von den Pfarrern
Ulrich Winkler und Dominik Flüeler gestaltet. Für ein musikalisches Erlebnis
sorgen acht Bläserinnen und Bläser.
Sprung ohne Fallschirm
Inmitten unserer täglichen Probleme
übersehen wir, dass unsere eigentliche
Frage die nach dem Leben ist. Der Weise
Eckhart Tolle schildert das einmal so:
«Unser Leben gleicht einem Sprung ohne Fallschirm von einem hohen Felsen
herab. Während des Falles lachen und
streiten wir, machen Geschäfte mitein-
ander und reden über die Zukunftsaussichten. Nach etwa 80 Jahren Flug kommen wir unten an . . . »
18. September: Auszeit am Bettag
In unserem wohlhabenden Land haben
wir Zeit, über das Leben nachzudenken.
Von Zeit zu Zeit versuchen wir uns neu
auszurichten, uns selbst zu finden, unser
Leben in Ordnung zu bringen. Der eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag ist
tatsächlich eine dafür vom Staat angeordnete allgemeine Auszeit.
Bei unserer Suche nach dem Leben begegnen wir irgendwann Jesus Christus.
Dem Menschen, für den Leben unendliche Liebe ist und der seinen Auftrag darin sieht, uns das Leben zu bringen.
Im Anschluss an den Bettagsgottesdienst sind alle zu einem gemeinsamen
Mittagessen im Glasi-Restaurant eingeladen. Für das Mittagessen und die
Nutzung des ebenfalls kostenlosen
Bustransfers ist eine Anmeldung erforderlich mit dem auf dieser Seite eingehefteten Talon.
Minderjährige
Flüchtlinge
Im Herbst 2015 meldeten sich nach einem
Aufruf in den «Kirchen-News» Nidwaldnerinnen und Nidwaldner, um unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aufzunehmen. Laut Amt für Asyl und Flüchtlinge
Nidwalden befinden sich keine unbegleiteten Jugendlichen unter 14 Jahren in Nidwalden. Ein Koordinationstreffen mit
freiwilligen Personen habe noch nicht
stattgefunden, da aktuell für diese Personengruppe ausserkantonale Projekte erarbeitet würden. Zurzeit befinden sich 15
unbegleitete Minderjährige über 14 Jahre
in Nidwalden. Sie besuchen den Schulunterricht oder intensive Deutschkurse.
Die Unterbringungsform hänge von deren Alter, ihrem Geschlecht und der persönlichen, individuellen Situation ab;
wenn immer möglich sei die Einheit der
Familie zu wahren. So werde bei Jugendlichen mit Verwandten im Kanton geprüft,
ob eine gemeinsame Unterbringung
möglich sei, zusammen mit Geschwistern. Wer keine Verwandte habe im Kanton, werde in den kantonseigenen Unterkünften für Familien und Jugendliche
➞ S. 4 und 5
untergebracht. vazy
Kindergebete über Gott, Familie und Freunde
Im ökumenischen Unterricht von Religionslehrerin Esther De Clercq sind Kinder­
-
gebete entstanden. Die Primarschülerinnen und -schüler setzten die wiederholende
Rondell-Form ein. Im Mittelpunkt stehen
Gott, Familie und Freunde.
Nidwalden
Kirchen-News | Nr. 9 2016
Suche
deine
Talente
Aus dem
Kirchenrat
Im ökumenischen Heimgruppenunterricht (HGU) geht es zu wie
im echten Leben. In der guten Stube finden Generationen zusammen und entdecken ihre Talente;
wie Elmar und ein Schmetterling.
Ein Rückblick mit Ausblick.
Silke Petermann-von Grünigen
Im November geht es wieder los. Dabei
hatten erst vor den Sommerferien 20
Kinder im Oeki Stansstad den Abschluss
des ökumenischen Heimgruppenunterrichts Stansstad gefeiert. Die Religionslehrerinnen Carmen Keiser und Sandra
Oliva begrüssten zwei Gäste: Elmar, den
Elefanten, und einen Schmetterling. Der
verfing sich zwischen zwei Ästen und
Elmar befreite ihn mit seinem Rüssel.
Der Schmetterling bedankte sich und
sagte: «Vielleicht kann ich dir eines Tages auch mal helfen. Du brauchst mich
nur zu rufen.»
Elmar konnte sich jedoch nicht vorstellen,
dass ein Schmetterling einen Elefanten
retten kann. Doch eines Tages brach ein
Teil eines Pfades unter ihm weg und er
rief um Hilfe. Keine kam. Der Schmetterling jedoch holte die anderen Elefanten
und sie zogen Elmar mit einem Seil wieder hoch.
Wer folgt ihm nach?
Elmar und der Schmetterling,
auch als e-Book und Hörbuch.
Jeder von uns hat eigene, einmalige Talente von Gott bekommen. Im Gottesdienst suchten alle Kinder und Erwachsenen ihre Talente und entdeckten ihre
Farben.
waren auch Frösche. Erst das gemeinsame Musizieren machte alle glücklich und
zufrieden. Wer wissen will, wohin die Reise im neuen Schuljahr geht, melde sich
beim Pfarramt seiner Wahl.
Heimgruppenunterricht:
ein Generationen-Projekt
Koordination KAN (Kath. Kirche Nidwalden), Benno Büeler, 041 611 04 56, benno.
[email protected]
Das Suchen und Entdecken ist auch im
regelmässigen Heimgruppenunterricht
während des Jahres der Fall. Neun Frauen,
Mütter, Grossmütter und ein Grossvater
erzählen Erstklässlern Geschichten aus
der Bibel, beten und singen mit ihnen und
basteln. Es ist eine schöne Tradition, Kinder bei ihren ersten Fragen und Überlegungen zu begleiten.
Letztes Schuljahr ging es in Stans bei
­Daniela Bühlmann um das Musizieren in
Gottes grossem Haus mit allen möglichen und unmöglichen Instrumenten.
Sogar fünf freche Mäuse machten Musik.
Doch der Weg zum grossen Mäuse-Konzert war weit und nicht einfach, denn da
Mithelfen und leiten
Wer Lust hat, beim Heimgruppenunterricht mitzuhelfen, kann sich gerne
im Pfarramt melden und Ideen mitbringen. Wer beim Schnuppern im
Verlaufe des Schuljahres Lust auf mehr
bekommt, kann den ökumenischen
Ausbildungskurs 2017 / 18 ins Auge fassen (kan.ch). Der aktuelle Ausbildungskurs hat am 27. August begonnen;
reinschnuppern erlaubt nach Voranmeldung. vazy
Dein Licht
Gesangbuch Nr. 169
Christus, dein Licht verklärt unsre
Schatten, lasse nicht zu, dass das
Dunkel zu uns spricht.
Alle sind eingeladen, miteinander
in diesen Choral aus Taizé einzustimmen. Hier können wir mehrstimmig singen und haben somit ein besonderes
Klang- und Gemeinschaftserlebnis.
Auch ist das zweisprachige Singen möglich. Mit ein wenig Mut und Aufwand
wird uns dies gelingen.
Die Aussagen dreier Bibelstellen (BigS)
sind:
Johannes 1, 6 – 7: Es entstand ein
Johannes 8, 12: Jesus redete nun wiederum mit ihnen und sagte: Ich bin das
Licht der Welt; die mir folgen, werden
nicht mehr in der Finsternis umherirren,
sondern das Licht des Lebens haben.
Johannes 9, 5: Wenn ich in der Welt bin,
bin ich Licht der Welt.
Engel von Paul Klee.
Mensch, von Gott gesandt, mit Namen
Johannes. Dieser kam, um Zeugnis abzulegen, um für das Licht zu zeugen, damit
alle durch ihn zum Glauben kämen.
Silke Petermann-von Grünigen
Welches ist Ihr Lieblingslied? Wünsche
bitte an [email protected],
041 610 21 16
Das letzte Amtsjahr von
Pfr. Jacques Dal Molin
ist bereits angebrochen.
Ende Mai 2017 wird er
pensioniert. Um seine
Nachfolge zu regeln, hat
der Kirchenrat eine Pfarrwahlkommission eingesetzt, bestehend aus
­Mitgliedern des Gemeindekreises Buochs und aus
Pfarrpersonen der anderen Gemeindekreise.
Vielleicht ist Ihnen unser
Inserat im Magazin
«bref» oder auf unserer
Webseite nw-ref.ch aufgefallen? Es ist quasi das
Ergebnis der ersten Kommissionssitzungen, welche Kernkompetenzen
wir für die Mitgestaltung
unserer Kirche als wichtig erachten: Nächstenliebe, Offenheit und Tatkraft. Trotz eines
Mangels an verfügbaren
Pfarrpersonen im Arbeitsmarkt generell
dürfen wir nach Ablauf
der Bewerbungsfrist zuversichtlich sein, dass
unsere Wünsche an die
Nachfolgeperson erfüllt
werden können. Im
­Laufe dieses Herbstes
werden wir u.a. Gespräche führen, Predigten
anhören, um uns so ein
möglichst breites Bild
der Pfarrpersonen zu
machen. Dies ermöglicht
uns, dem Kirchenrat eine
passende Nachfolgerin
bzw. einen passenden
Nachfolger für Jacques
Dal Molin vorzuschlagen.
Im Namen der Pfarrwahlkommission, Robert Arndt
3
In der Kirche und in der Not ein eingespieltes Team: Pfarrer Michel
und seine Frau Huda (rechts). Die junge Coco singt solo.
Nothilfe für innersyrische Kriegsflüchtlinge: Das Süsse in den Säcken freut auch
die Seele.
Der Not nicht
den Rücken zuwenden
„
Pfarrer Michel Boghos und seine Frau
Huda Madani sind ein eingespieltes
Team. Sie führen das Pfarramt in traditioneller Art: Er ist für das Liturgische zuständig, sie für das Diakonische. Wenn
Huda Not sieht, will sie sie wenden. Vor
mehr als fünf Jahren kam ihr Hilferuf:
«So viele Flüchtlinge sind hier bei uns
und es mangelt ihnen an allem!» Immer
mehr und mehr kommen in die Küstenregion, eine der sichersten Gegenden in
Syrien. Huda kümmert sich dank finanzieller Hilfe aus dem Ausland um die innersyrischen Flüchtlinge in ihrer Umgebung.
Huda, Michel und Tochter Elsa mit Ehemann Naji stehen mir nahe. Ich will mich
mit eigenen Augen überzeugen, dass es
ihnen allen gut geht – wie es in einem
Kriegsland eben möglich ist.
Einreise
Am Flughafen in Beirut erwarten mich
Michel und Elsa: sie freuen sich sichtlich.
Ich bin froh, begleitet über die syrische
Grenze zu fahren und weiss den Aufwand zu schätzen, den sie dafür treiben
müssen. Nur schon ein Tagesvisum für
den Libanon zu erhalten ist aufwändig.
Auf der Fahrt erzählt mir Elsa aus dem
Alltag: Alles kostet heute etwa zehnmal
4
mehr als vorher. Es ist wie wenn ein Liter
Milch in der Schweiz nun 20 statt 2 Franken kosten würde . . .
Unterwegs kaufen wir Brot ein: Syrien
produzierte einst Weizen im Überfluss,
die militärische Besetzung der Felder
macht ihn so rar, dass er importiert werden muss. Das Mehl wird neu «gepanscht» und das Brot schmeckt etwas
nach Sägemehl. «Auch Waschmittel
werden gestreckt», beklagt sich Elsa.
Ich erhalte mein Visum dank der Vorarbeit von Elsa an der Grenze und erreiche
das kleine Dorf Al-Yazdiéh, das mein
Mann und ich einfach gern haben.
Angekommen
Der Samstag beginnt wie üblich: Nachbarinnen kommen am Vormittag auf einen
kurzen Kaffee und einen Schwatz vorbei,
um mich willkommen zu heissen. Huda
hat meine Zeit verplant. Wir werden zwei
Tage später in nahgelegene Dörfer fahren, damit sie die Personalien der neuen
Flüchtlinge aus Idlib aufnehmen kann.
Dadurch lernt sie die Altersstruktur der
Familien kennen und weiss, ob es an Windeln, Trockenmilch und Schulheften oder
an Medikamenten mangelt.
Das Kreuz von Idlib
Elias ist ein junger IT-Student aus Idlib. Er
erzählt Huda, wie schwierig es für ihn in
den letzten Wochen war, überhaupt zur
Universität zu kommen: unterirdisch, via
Polizeistation… Und er erzählt von seinem Onkel, der als Christ einen Laden
mit Alkoholika hatte. Vor den Augen des
Neffen wurde der Onkel erschossen, die
Leiche ins Geschäft gelegt, das Geschäft
in Brand gesteckt. «Du bist der Nächste»,
sei ihm gedroht worden. Er habe Idlib
fluchtartig verlassen. «Ich gehe! Ich habe genug Blut und Leichen gesehen, genug Bomben gehört, ich gehe! Ich will
leben, ich will mit Kollegen zusammen
sein und mit ihnen ein Bier trinken! Ich
gehe!!! Kannst Du mich nicht mitnehmen?», fragt er mich. Ich kann nicht. Das
tut weh.
Elias zeigt mir Fotos der Kirche in Idlib:
«Sie haben die Kirche zerstört und sogar
das Kreuz zerbrochen!» Auf dem Foto
haben sich die Christinnen und Christen
am Karfreitagabend 2015 mit Lichtern in
der Hand auf dem Fundament in Form
eines Kreuzes aufgestellt. Das Bild beeindruckt tief.
Der Krieg spaltet Familien:
Flüchtlingsfamilie aus
Qusair mit Kind, Vater und
Grossmutter. Die Mutter,
Ehefrau und Schwiegertochter fehlt auf dem Bild.
Die verpflanzte Eiche
Eine weitere Familie besteht aus alten
Eltern mit Tochter. Beide Frauen weinen.
Die Mutter erzählt, dass sie Idlib vor vier
Jahren schon verlassen wollte. Ihr Mann
weigerte sich. Als schliesslich eine Bombe im Schlafzimmer einschlug, musste
auch er sich fügen und fliehen. Vor mir
sitzt ein alter verstummter Mann, der
alles verloren hat, was sein Leben ausgemacht hatte. «Einen so alten Menschen
sollte man nicht verpflanzen», meint
Huda. Er wird sich in seinem neuen Leben als Flüchtling kaum zurechtfinden.
Ein ganz normaler Sonntag
Wie üblich kommen nach dem Gottesdienst Besucherinnen und Besucher ins
Pfarrhaus, auch ein Mann mit Sohn und
eigener Mutter. Die Familie stammt aus
Qusair. Der Mann ist hier, um zu klagen:
Seine Frau lebe ihr Leben weiter als
«Grande Dame», obwohl kein Geld mehr
da sei. «Sie hat noch nicht gemerkt, dass
sie nicht mehr die Frau ist, die sie vor
dem Krieg war», stellt Huda fest. Und sie
konstatiert: «Der Krieg spaltet Familien.»
Das Dorf hilft mit
Der Kirchgemeindesaal ist voll von Nahrungs- und Putzmitteln. Öl, Getreide,
Milchpulver, Bulgur, Hygieneartikel, aber
auch Süsses und Dosenfleisch wird in
schwarze Plastiksäcke verpackt. Huda
gibt den Freiwilligen aus dem Dorf Anweisungen, was und wie viel in ein Hilfspaket gehört. Gerne hätte ich selbst
Hand angelegt, doch ich bin im Dorf bei
einem Tierarzt und seiner Familie eingeladen, Flüchtlingen aus Qusair.
Gedankenverloren mache ich mich nach
dem Znacht zu Fuss auf den Rückweg. Das
Dorf ist stockfinster, denn die Elektrizität
wird jeweils – streng nach Plan – drei
Stunden ein- und wieder für drei Stunden
ausgeschaltet. Wobei: Wenn kein Strom
da ist, dann ist sicher kein Strom da. Wenn
aber Strom da sein sollte, ist nicht sicher,
ob er wirklich da ist. Prompt gehe ich den
Hügel zu weit hoch. Unterwegs versichere ich mich und frage einen Spätheimkehrer, ob die evangelische Kirche etwa dort
unten sei. Etwas erstaunt, eine Touristin
zu sehen, bestätigt er es.
Zurück in der Schweiz
Ein letzter Tag im Pfarrhaus, denn am
Freitag geht es schon wieder zurück in
den Libanon. Wieder kommt viel Besuch,
um mich zu verabschieden. Ein Nierentransplantierter fragt mich, ob ich ihm
aus der Schweiz Medikamente schicken
könnte: Der Staat stellt sie ihm gratis zur
Verfügung, doch kriegsbedingt erhält er
sie nicht immer rechtzeitig.
Nicht nur mein Gepäck hat Übergewicht, auch mein Herz wiegt schwer. Ich
packe aus: die Lorbeerblätter aus dem
Dorf, die Za’atar-Mischung, die Huda für
mich geröstet hat, selbstgemachte Süs­
sigkeiten… – es ist überwältigend.
Hilfreiche «Schoggi»
Beseelt vom Wunsch, etwas «zu tun»,
kaufe ich die versprochenen Medikamente und schicke sie brav deklariert
einer Syrerin nach Deutschland. Sie
muss sie beim Zoll abholen. Dort wird ihr
gesagt, sie erhalte das Paket nicht, denn
es sei verboten, Medikamente über die
schweizerisch-deutsche Grenze zu schicken. So kommt alles wieder zu mir zurück. Ich lerne. Huda findet in Belgien
eine Frau, die nach Al-Yazdiéh reist und
die «Schoggi» mitnimmt.
Gerne hätte ich ein gemeinsames Konto
mit Huda eröffnet, um den Geldtransfer
zu vereinfachen. Unser Bankengesetz
untersagt es. Ich bin traurig. Aber wir geben nicht auf und werden immer neue
Wege finden, um Not zu wenden.
Ruth Brechbühl
Elias (links) ist
dem Tod entronnen und will weg
aus Syrien.
­Neben Elias sitzen Ruth Brechbühl, eine seiner
­Cousinen, Huda
und seine Tante.
Mittlerweile ist
Elias in Europa
angelangt.
Die Autorin Ruth Brechbühl
([email protected],
079 689 59 35) war von 1984
bis 1997 Pfarrerin in Nidwalden und amtet jetzt in Engelberg. Sie lebt in Stansstad.
Seit ihrem Studienurlaub
1992 im Libanon kennt sie
Syrien und bereist es seither
fast jährlich. Seit ihrer Reise
1994 mit Nidwaldner und
Luzerner Kirchgemeinden
kennt sie das kleine Dorf AlYazdiéh, das 22 Kilometer
nördlich der libanesischen
Grenze und 25 Kilometer östlich des Mittelmeers liegt .
Ruth Brechbühl ist mit dem
presbyterianischen Pfarrer
Michel Boghos, seiner Frau
Huda Madani und deren
Tochter Elsa befreundet. Seit
Ausbruch des Krieges hat sie
die Familie vier Mal besucht:
2011, 2013, 2015 und 2016.
5
Veranstaltungen
CHILETAXI
Die «Chiletaxis» stehen für Besuche der
Gottesdienste gratis zur Verfügung.
Buochs: ABC Taxi 041 620 03 03
Stans / Hergiswil: Taxi 041 622 00 00
Anmeldung samstags bis 19 Uhr
sonntags 7.30 – 8 Uhr
«WIR BERGLER…»
Dienstag, 13. September
Stansstad, Oeki, 14 Uhr
Filmnachmittag
«Wir Bergler in den Bergen sind eigentlich nicht
schuld…», Dokumentarfilm aus dem Jahre 1974
von Fredi M. Murer über
das Arbeiten und Leben
der Urner Bevölkerung in
drei nebeneinander existierenden Entwicklungsstadien. Anschliessend
an den Film servieren
Heinz Lüthi und Silke Petermann-von Grünigen
ein Dessert. Anmeldung
bis 6.9. ans Pfarramt
Stans, Buochserstrasse 16,
6370 Stans oder an
­sekretariat.pfarramt.
[email protected]
EVA – ERSTE FRAU
Mittwoch, 21. September,
19.30 – 21.30 Uhr
reformierte Kirche Stans
Eva – ihre und unsere
Geschichte: Eva und
Adam sind uns vertraut.
Aber der Bibeltext handelt nicht von zwei Individuen, sondern von Rollen. Eva als Verführerin,
eine gefährliche Person,
die schuld ist an allem
Übel der Welt. Welches
christliche Frauenbild
entstand dadurch bis in
unsere heutige Zeit? Wie
sieht unsere Eva aus?
Pfarrerin Silke Petermann-von Grünigen
führt durch den Abend.
BILDERBOGEN
«BAD WÖRISHOFEN»
Donnerstag, 29. September, 18 Uhr, Oeki Stansstad, Rückblick Seniorenferien Bad Wörishofen:
geselliger Austausch
schöner Erlebnisse bei einem kleinen Imbiss, Fotoschau, Begrüssung von
Neuinteressenten;
Pfr. Dominik Flüeler und
Diakon Arthur Salcher
6
GOTTESDIENST
Fällt euch Reichtum zu, dann hängt das
Herz nicht daran. (Psalm 62,11)
Buochs: Sonntag, 4. September, 10 Uhr
mit ­Taufe, Pfr. F. Gloor; Kirchenkaffee
Hergiswil: Sonntag, 4. September, 10 Uhr
ökumenischer Gottesdienst am Seeufer
des Glasiareals bei schönem Wetter (sonst
in der kath. Kirche), mit Pfr. U. Winkler und
dem kath. Seelsorge-Team Steffen Michel
und Fabienne Eichmann sowie dem
­Hergiswiler Jodelklub Echo vom Pilatus
Stans: Sonntag 4. September, 10 Uhr
Pfr. D. Flüeler, U. Sulzer-Scherrer, Orgel;
Kirchenkaffee
Stansstad: Sonntag, 11. September, 10 Uhr
Installation: Kantonaler Gottestdienst zur
feierlichen Einsetzung von Pfrn. Silke Petermann-von Grünigen und Pfr. Dominik
Flüeler, Musikformation Distelfinken und
U. Sulzer-Scherrer, Orgel; Apéro ➞ S. 1
Hergiswil: Sonntag, 18. September, 10 Uhr
Kantonaler Gottesdienst zum Eidgenössischen Bettag, Pfr. U. Winkler und
Pfr. D. Flüeler ➞ S. 2
Hergiswil: Samstag, 24. September, 19 Uhr
Pfr. U. Winkler, H-J. Studer, Orgel
Buochs: Sonntag, 25. September, 10 Uhr
Pfr. J. Dal Molin, Monika Brand, Gesang,
Francesca Cacciatori, Orgel
Stans: Sonntag, 25. September, 10 Uhr
Abendmahl, 9.30 Uhr Einsingen,
Pfrn. S. Petermann-von Grünigen,
U. Sulzer-Scherrer, Orgel
Buochs: Sonntag, 2. Oktober, 10 Uhr
Pfr. Hans Winkler, Ursula Meyer, Orgel;
Kirchenkaffee
Stansstad: Sonntag, 2. Oktober, 10 Uhr
Pfrn. S. Petermann-von Grünigen;
U. Sulzer-Scherrer, Orgel
ANDACHT
Stansstad: Freitag, 9. September, 10.30 Uhr
Alterssiedlung Riedsunnä, Pfr. D. Flüeler;
U. Sulzer-Scherrer, Piano
Hergiswil: Samstag, 10. September, 11 Uhr
Andachtsraum Seniorenzentrum Zwyden,
Pfr. U. Winkler
Kirchen-News | Nr. 9 2016
MEDITATION
Hergiswil: Samstag, 10. September, 19 Uhr
Pfr. U. Winkler
KLEINKINDERFEIER
Stans: Samstag, 24. September, 10 Uhr
Oberes Beinhaus, ökumenisch
MORGENBESINNUNG
Stans: Mittwoch, 14. September, 9 Uhr
ref. Kirche, Regina Clavadetscher
SENIORINNEN & SENIOREN
Hergiswil: Dienstag, 13. September
ab 14 Uhr bis 17 Uhr, Pavillon bei der
ref. Kirche; Seniorentreffen: jassen,
spielen, miteinander plaudern, Kaffee und
Kuchen geniessen
INNEHALTEN
kloster-st-klara-stans.ch
Stans: Samstag, 3. und Sonntag,
18. September, 17.30 Uhr, Klosterkirche
St. Klara; offene Vesper für Männer und
Frauen; anschliessend am 3.9. Apéro mit
der Schwesterngemeinschaft
Stans: Dienstag, 20. September, 20–20.45 Uhr
Klosterkirche St. Klara; Musik und Meditation: Fenster zum Glück, Texte: Sr. MarieElisabeth und Sr. Franziska; Musik: Familienensemble Näpflin, Beckenried; offen
für Männer und Frauen
FRIEDENSGEBET 2016
vks-nw.ch und nw-ref.ch
Stans: Freitag, 2. September, 19–19.30 Uhr
Kapuzinerkirche
Stans: Freitag, 16. September, 19–19.30 Uhr
ref. Kirche
KINDER & JUGENDLICHE
CHILÄ FIR DIÄ CHLEYNÄ
Buochs: Samstag, 10. September, 10 Uhr
ref. Kirche, Simone Fux und Karin Wyss;
Sirup, Kaffee, Tee und Gebäck im Aa-Treff
BIKI BIBELKISTE
Buochs: Mittwoch, 14. September,
14.30–16.30 Uhr, Aa-Treff, für Kinder von
4 bis ca. 8 Jahren; Geschichten hören,
­singen, basteln und ein Zvieri; Leitung
und Info: Maya Weekes 079 338 17 71
KONFIRMATION 2017
Stans: Donnerstag, 15. September, 19.30 Uhr
ref. Kirche, Buochserstrasse 16, Infoabend
für Konfirmandinnen und Konfirmanden
des Gemeindekreises Stans mit ihren Eltern und Erziehungsberechtigten über das
Konfjahr und das Konflager, Pfr. D. Flüeler.
Aufruf: Wer keine Einladung erhalten hat,
melde sich bei Pfr. D. Flüeler, 041 610 21 32
KIK-TREFF
Stans: Samstag, 17. September, 9.30–11.30 Uhr
für Kinder aus dem ganzen Kanton ab
fünf Jahren (grosser Kindergarten)
Anmeldung nicht erforderlich
Info Rita Zimmerli 041 620 08 72
KINDER-CAFÉ
Stans: Donnerstag, 22. September, 9–11 Uhr
kath. Pfarreiheim, neues Angebot des
Treffs ­aktiver Mütter (Frauen- und
Mütter­gemeinschaft Stans) als Ersatz für
den Kinderhort; fmgstans.ch
Stansstad: Dienstag, 13. September, 14 Uhr
Oeki, Filmnachmittag: Wir Bergler in den
Bergen sind eigentlich nicht schuld…,
Dokumentarfilm (1974) von Fredi Murer,
anschliessend an den Film servieren wir
ein Dessert; Einladung folgt
Buochs: Dienstag, 27. September, 14 Uhr
Aa-Treff, DOCU Pass: Patientenverfügung,
Vorsorgeauftrag – nützliches Wissen im Alter: Die Pro Senectute Nidwalden ist unser
Gast; Fahrdienst Gemeinde Ennetbürgen
041 620 48 47, übrige Gemeinden 041 620
44 80 oder im Sekretariat 041 620 14 29
Stansstad: Donnerstag, 29. September
18 Uhr, Oeki, Rückblick Seniorenferien
Bad Wörishofen, Pfr. Dominik Flüeler und
Diakon Arthur Salcher; mit Imbiss
STRICKNACHMITTAG
Buochs: Montag, 5. und 19. September
14–17 Uhr, Kirchgemeindehaus
Strandweg 2; Trudi Blättler 041 620 22 81
Stans: Montag, 12. und 26. September
14–16 Uhr, ref. Kirche;
Käthi Gfeller 041 610 51 08
Stansstad: Dienstag, 13. und 27. September
14–17 Uhr, in der «Stube» im Oeki;
Brida Weber 041 612 04 04
MITTAGSTISCH
Stans: Dienstag, 6. und 20. September
12 Uhr, ref. Kirche; Anmeldung bis 9 Uhr;
041 610 56 53 oder
[email protected]
SPIEL & BILDUNG & BEGEGNUNG
SPIELNACHMITTAG
Buochs: Dienstag, 6. September, 14–16.30 Uhr
Aa-Treff Kirche; für Erwachsene jeden Alters, die gerne spielen: Karten- und Würfelspiele, Dog, Hornochsen…. (kein Jassen);
Info Ursula Feitknecht 041 620 66 67
AKTUREL
akturel.ch
Endingen – Lengnau AG: Tagesausflug
Sonntag, 11. September, 8.30–ca. 18 Uhr
Kennen Sie Melnitz? Unterwegs auf dem
jüdischen Kulturweg, Begleitung Maria
Weibel und Delf Bucher; 25 Franken (ohne
Fahrt und Verpflegung), Anmeldung bis
5.9. [email protected]
Veranstaltungen
Stans: Mittwoch, 21. September,
19.30–21.30 Uhr, ref. Kirche, Eva – ihre und
unsere Geschichte: Die e
­ rste Frau der Bibel erzählt (auch Männern) ihre Geschichte, Leitung Pfrn. S. Petermann-von Grünigen
BIBEL TEILEN
Stans: Mittwoch, 14. September, 16.30 Uhr
ref. Kirche, Pfrn. S. Petermann-von Grünigen
GLOBALL
Stans: Sonntag, 25. September, 15–17 Uhr
Sportanlagen Kollegium St. Fidelis,
interkultureller Ballsport
BISTRO INTERCULTUREL
bistro-interculturel.ch
Stans: immer freitags, 19–20.30 Uhr
Berufsfachschule, HipHop Dance,
Kinder ab 11 Jahren (ab 50 Franken)
Stans: Dienstag, 27. September,
19.30–21.30 Uhr, und Samstag, 1. Oktober,
15–16.30 Uhr; Trachtenstube St. Klararain 1
Chlefele, Löffele, Bäsele: Perkussion in der
Volksmusik, ein Workshop für Migrantinnen, Migranten und Einheimische mit anschliessender öffentlicher Stubete von
17–18 Uhr; Anmeldung bis 24.9. info@
bistro-interculturel.ch oder 079 622 15 54
Stans: Deutsch-Treff für Asylsuchende
Termine bistro-interculturel.ch (Angebote)
HELLO WELCOME
Luzern: flüchten – ankommen – Heimat
finden: Treffpunkt für Flüchtlinge, Asyl­
suchende, Migrantinnen und Ein­
heimische; Kauffmannweg 9 in Luzern;
Öffnungszeiten auf hellowelcome.ch
KONZERT & GESANG
OFFENES SINGEN
Buochs: Donnerstag, 1., 8., 15., 22. und
29. September, 18–19 Uhr
ref. Kirche; «Wo man singt, da lass dich
­ruhig nieder»; Leitung und Info Lukas
Reinhardt 041 620 14 14
FRAUEN
ZYT NÄH – ZYT GÄH
Stans: Samstag, 3. September
und 1. Oktober, 9–11 Uhr, Dora Zweifel
FRAUENVEREIN NIDWALDEN
Stans–Dallenwil–Niederrickenbach:
Mittwoch, 7. September, Nachmittag,
Besichtigung Benediktinerinnenkloster
Maria-Rickenbach und Weberei,
Treffpunkt: 13.40 Uhr, ref. Kirche Stans
(Fahrgemeinschaften), Abfahrt Luftseilbahn Dallenwil-Niederrickenbach um
14.10 Uhr, Führung um 14.30 Uhr,
anschlies­send Einkehr im Pilgerhaus;
Kosten Bahn und Führung CHF 16.40
(Halbtax); Anmeldung bis 5.9. bei Theres
Bernasconi, 041620 48 47
Kirchen-News | Nr. 9 2016
Evangelisch-­
Reformierte
Kirche Nidwalden
FRAUENPARLAMENT
Bern: Sonntag, 25. September, 10–17.30 Uhr
Haus der Religionen, «Stand up!»: aufstehen, sich erheben, einstehen, Verantwortung übernehmen; Inter­religiöses Frauenparlament, Anmeldung unter mission-21.org
Postfach 301, 6371 Stans
sekretariat.kirchenrat@
nw-ref.ch, 041 610 34 36
nw-ref.ch
MÄNNER
Luzern: 8., 15., 22. und 29. November
jeweils 19.45 bis 21.45 Uhr, Hirschmattstr. 30b, Vater bleiben – auch nach der
Trennung, elbe, Marco Achermann, Fach­
psychologe, Anmeldefrist 2.11., 150 Franken
Präsident: Wolfgang Gaede
[email protected]
041 610 83 63
Öffnungszeiten Sekretariat
DI / MI / DO: 8.15 bis 12 und
13.30 bis 17 Uhr
GESPRÄCH & AUSTAUSCH
TREFFPUNKT FÜR TRAUERNDE
Stans: Montag, 5. September
19–ca. 20.30 Uhr, ref. Kirche, mit Christine
Dübendorfer, dipl. Sterbe- und Trauerbegleiterin, 079 769 79 21; Teilnahme kostenlos, Anmeldung nicht erforderlich; Einzelbegleitung nach telefonischer Vereinbarung
Gemeindekreis Buochs
Buochs, Ennetbürgen,
Beckenried, Emmetten
Pfarramt Buochs
Strandweg 2, 6374 Buochs
Pfarrer Jacques Dal Molin
[email protected]
041 620 14 29
AMTSHANDLUNGEN
TAUFEN
19. Juni: Alexandra Fasciati aus Stans
3. Juli: Livio Wüest aus Dallenwil
3. Juli: Maurus Stalder aus Stans
3. Juli: Janina Malin Brönnimann aus Luzern
31. Juli: Paulina Sophie Lindemann
aus Ennetbürgen
sekretariat.pfarramt.
[email protected]
041 620 14 29
Präsident: Robert Arndt
041 530 32 52
Gemeindekreis
Hergiswil
BESTATTUNGEN
23. Juni: Konrad Wild-Autenried
aus Ennetbürgen (1946)
7. Juli: Philippe-Jacques Goël-Föhn
aus Oberdorf (1947)
18. August: Frieda Zingg-Stucki
aus Stans (1921)
Pfarramt Hergiswil
Büelstrasse 21, 6052 Hergiswil
Pfarrer Ulrich Winkler
[email protected]
041 630 19 15
KOLLEKTEN
5. Juni: CHF 155.85 Stiftung Theodora,
Clowns für unsere Kinder im Spital
12. Juni: CHF 247 Verein Spuntan, Stans
19. Juni: CHF 128.40 Schweizerische
­Muskelgesellschaft
26. Juni: CHF 656.20 elbe, Fachstelle für
Lebensfragen Luzern, Ob- und Nidwalden
3. Juli: CHF 176 Internet-Seelsorge;
CHF 88.20 Ökumenisches Institut Bossey
(SEK-Kollekte); CHF 251.10 Haus für Mutter
und Kind, Hergiswil
10. Juli: CHF 371.25 Stiftung Theodora,
Clowns für unsere Kinder im Spital
17. Juli: CHF 44.60 traversa, Netzwerk für
Menschen mit psychischer Erkrankung
24. Juli: CHF 128.20 Philipp Neri Stiftung
(soziale/finanzielle Hilfe für in Not geratene Menschen aus der Circus-, Markthändler- und Schaustellerwelt)
31. Juli: CHF 135 Terre des hommes Kinderhilfe, Arbeitsgruppe Ob- und Nidwalden
Präsident: Niels Fischer
079 635 73 40
Gemeindekreis Stans
Stans, Stansstad (Kehrsiten,
Fürigen, Obbürgen, Bürgenstock), Ennetmoos, Oberdorf
(Büren, Niederrickenbach),
Dallenwil (Wiesenberg,
Wirzweli), Wolfenschiessen
(Oberrickenbach, Grafenort)
Pfarramt Stans
Buochserstrasse 16
6370 Stans
Pfarrerin Silke Petermannvon Grünigen
[email protected]
041 610 21 16
Pfarrer Dominik Flüeler
[email protected]
041 610 21 32
sekretariat.pfarramt.stans@
nw-ref.ch, 041 610 56 53
KIRCHGEMEINDE-VERSAMMLUNG
Stansstad: Oeki
Montag, 21. November, 20 Uhr
Robert Fischlin, Foto Studio Fischlin Stans
Präsidentin: Andrea Lappe
041 612 06 73
7
Nr. 9
September 2016
Evangelisch-Reformierte Kirche Nidwalden
Kirchen-News
Jetzt bin ich am Ziel meiner Ausbildung
­angelangt und Pfarrerin! Im Lernvikariat
habe ich während eines Jahres das «Pfarrerinnen-Handwerk» kennengelernt und das
Gemeindeleben mitgestaltet, sei dies in
Gottesdiensten, im Unterricht, in der Seelsorge, in vielen Gesprächen bei Besuchen
und im Kirchenkaffee. Bis nächsten Sommer werde ich als «Verbi Divini Ministra»
oder als «Dienerin am göttlichen Wort» in
der reformierten Kirchgemeinde Sursee
tätig sein.
Jetzt bin ich Pfarrerin!
Lilli Hochuli-Wegmüller. Ich habe als
Betriebsassistentin bei der Post gearbeitet und als Juristin bei IV und Suva. Gott
und der christliche Glaube faszinieren
mich seit der Sonntagsschule. So habe ich
vor acht Jahren mit dem Theologiestudium an der Universität Zürich begonnen.
Die erste Hürde war die Hebräisch-Prüfung. Mit 40 eine semitische Sprache zu
lernen, stellte eine grosse Herausforderung dar. Für uns Reformierte gilt ja der
Grundsatz «sola scriptura» – allein die
Schrift. Da ist es unerlässlich, die biblischen Texte in den Originalsprachen analysieren zu können.
Weitere Höhepunkte im Studium waren
Vorlesungen über die Reformationsgeschichte und die Theologie Dietrich Bonhoeffers. Er ist für mich ein Vorbild im
Glauben. Dass Bonhoeffer 1945, nur drei
Wochen vor Kriegsende, wegen seines
Glaubens sterben musste, erschüttert
mich noch heute.
Seines Geistes Kind
AZB
6370 Stans
Ein Blick auf Huonders Vorvorgänger
Wolfgang Haas macht dies klar. Der
damalige Protest in Form eines Menschenteppichs vor der Churer Kathedrale und Wolfgang Haas’ Schleichgang durch die Hintertür waren
starke Symbole, die um die Welt gingen. Nachhaltig weh tat Chur aber,
dass die Nidwaldner den Geldhahn
zudrehten und weitere Kantone
folgten. Ob die Macht des Geldes
auch diesmal wieder Wirkung zeitigt? Es ist ein offenes Geheimnis,
dass Vitus Huonder 2012 mit der Abschaffung der Kirchensteuer für juristische Personen geliebäugelt hat,
um die finanzielle Macht der Lan-
Lilli Hochuli-Wegmüller
Pfarrerin Lilli Hochuli-Wegmüller (49)
wohnt mit ihrem Mann in Stansstad. Sie
wuchs in Allschwil BL auf, studierte Rechtswissenschaften in Basel und 20 Jahre später
Theologie in Zürich. Die Ordination fand am
21. August in der Lukaskirche Luzern statt.
IMPRESSUM
GRITZ
Bischof Vitus Huonders Plan ist gescheitert, mit einer Aufsplitterung
seines Bistums in mehrere Bistümer
viele seiner Gefolgsleute platzieren
zu können. Nun setzt er voll und ganz
auf seines Geistes Kind als Nachfolger in Chur. Bringt er den einen durch,
wird sich das auch auf die Reformierten in Nidwalden auswirken.
Mich erwarten nicht nur Religions- und
Konfirmationsunterricht mit den Jugendlichen im Pfarramt Michelsamt, sondern
auch Gottesdienste, Taufen und Beerdigungen. Wie lässt sich das Evangelium
heute verkündigen? Was spricht die Menschen an? Auf diese Fragen will ich Antworten suchen und finden. Ich freue mich
auf die Begegnungen und den Austausch –
mit Gottes Hilfe.
deskirchen zu schwächen und seine
bischöfliche Macht zu stärken.
Die Rechnung bezahlen in jedem Fall
die Schäfchen, deren Hirte längst
nicht mehr auf der Weide weilt und
dem Wolf sogar das Anheulen des
Vollmondes streitig macht. Huonders
Nachfolger muss wieder auf die Weide zurück, die blockierten Drehkreuze
zwischen den reformierten und katholischen Weiden öffnen und den
einen und anderen Zaun einreissen.
Damit die stagnierende Oekumene
wieder glaubwürdig für ein christliches Miteinander steht. Diskussionen
wie Burka-Verbote sind willkommene
Ablenkung, um nicht vor der eigenen
Türe wischen zu müssen. Der «neue
Churer Besen» darf daher nicht aus
dem alten Schrank kommen.
Thomas Vaszary
«Gritz» ist Grütze, gemahlene Getreidekörner und Verstand. («Nidwaldner
Mundart» von Ernst Niederberger)
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Kirchen-News
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Herausgeberin: nw-ref.ch
Evangelisch-Reformierte Kirche Nidwalden
Redaktion: Thomas Vaszary (vazy), Leiter;
Dominik Flüeler (üe); Jacques Dal Molin (JDM);
Silke Petermann-von Grünigen (sp),
Ulrich Winkler (uw)
Veranstaltungen: Eveline Bachmann, Stans;
Vreni Gerber, Buochs; Ulrich Winkler, Hergiswil;
Barbara Merz, Nidwalden; Robert Fischlin, Fotos
An dieser Nummer haben mitgearbeitet:
Robert Arndt, Esther De Clercq, Ruth Brechbühl, ­
Lilli Hochuli-Wegmüller
Lektorat und Korrektorat:
Andrea Lappe und Theres Bernasconi
Layout/Druck: PrintCenter Hergiswil AG
printcenterag.ch
Vertrieb: Stiftung Weidli, weidli-stans.ch
Auflage: 3 500 Exemplare, zehnmal im Jahr,
an die Mitglieder der Evangelisch-Reformierten
Kirche Nidwalden und Abonnenten; Leserbriefe an
[email protected] oder Redaktionsadresse
PERFOR MANCE
neutral
Drucksache
No. 01-16-676784 – www.myclimate.org
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