AWO|INKLUSIV – Praxisbeispiele für eine inklusivere Gesellschaft Ein Urlaubsort der niemanden ausschließt Das AWO Arber-Feriendorf Zwiesel im Bayerischen Wald Die Idee Das AWO Arber-Feriendorf in Zwiesel ist ein Urlaubsort, der für alle offensteht. Menschen mit Behinderung oder Pflegebedarf und Familien mit wenig Geld sind hier genauso willkommen wie alle anderen Gäste. Um Urlaub auch für Menschen mit besonderen Bedürfnissen möglich machen zu können bietet das Feriendorf barrierefreie Wohnmöglichkeiten und eine Reihe an zusätzlichen Leistungen und Angeboten. »Die behindertengerechten Wohnungen hier sind wirklich topp!« Ein Gast aus einer Reisegruppe mit Menschen mit Behinderung im Interview Urlaub im AWO Arber-Feriendorf Zwiesel Das AWO Arber-Feriendorf in Zwiesel wurde 1975 gegründet. Von Anfang an bestand die Zielsetzung darin, einen Urlaubsort zu schaffen, der möglichst allen Menschen offenstehen soll. Mit Blick auf die besonderen Anforderungen von Menschen mit Gehbehinderungen und Rollstuhlfahrern wurde ein Teil der Häuser barrierefrei geplant und ausgestattet. Alle Gemeinschaftsbereiche wie der Speisesaal und das „Dorfstüberl“ sind ebenfalls vollständig barrierefrei zugänglich. Familien mit niedrigem Einkommen können für ihren Aufenthalt staatliche Zuschüsse beantragen. Um dies möglich zu machen, arbeitet das AWO Arber-Feriendorf nach den Vorgaben und Richtlinien der „Bundesarbeitsgemeinschaft Familienerholung“ und ist als gemeinnützige Familienferienstätte anerkannt. Für Gäste, die gemeinsam mit ihren pflegebedürftigen Angehörigen ihren Urlaub im AWO Arber-Feriendorf verbringen wollen, kann in Kooperation mit dem örtlichen ambulanten Pflegedienst der AWO eine pflegerische Versorgung und Betreuung sichergestellt werden. So werden die pflegenden Angehörigen entlastet und können auch eigene Wege gehen ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Über die besonderen Strukturen und Angebote bietet das AWO Arber-Feriendorf auch für Menschen, denen der Weg zu anderen Urlaubsorten aus ganz unterschiedlichen Gründen nur schwer möglich oder ganz versperrt ist, schöne Urlaubserlebnisse und entspannte Tage in der Natur. Die Gemeinschaftsangebote im Feriendorf, wie das Brotbacken im Holzofen oder die Grillabende und Dorffeste sind dabei so angelegt, dass die unterschiedlichen Gästegruppen selbstverständlich miteinander in Kontakt kommen. Auf diese Weise lernen sich auch Menschen kennen, die sich in ihrem normalen Alltag kaum begegnen würden. 1 Das AWO-Feriendorf Zwiesel als Beispiel inklusiver Praxis Das AWO Arber-Feriendorf in Zwiesel ist ein Ort, der für möglichst viele Menschen offen und zugänglich sein soll. Diese Offenheit spiegelt sich in den einzelnen Angeboten, aber auch in der Gestaltung des Gesamtareals wieder. Die AWO betreibt auf dem Gelände des Feriendorfes auch einen Kinderhort und in der direkten Nachbarschaft des Feriendorfes ein Kinderhaus mit mehr als 100 Plätzen. Die verschiedenen Einrichtungen sind bewusst weder durch Zäune noch durch andere bauliche Maßnahmen voneinander abgegrenzt sondern gehen fließend ineinander über. Die Kinder aus dem Kinderhaus und die Gäste des Feriendorfes nutzen dieselben Wege und denselben Spielplatz, der auch öffentlich zugänglich ist. Zu den regelmäßigen Dorffesten sind ebenfalls alle eingeladen: die unterschiedlichen Gästegruppen aus dem Feriendorf, die Kinder aus dem Kinderhaus und ihre Eltern und die Menschen aus der Nachbarschaft. So entstehen Kontakträume, in denen die Unterschiede der Einzelnen – seien es körperliche Merkmale oder die Angewiesenheit auf ein Hilfsmittel wie einen Rollstuhl – zur Normalität werden. »Die Finanzierung des Feriendorfes ist nicht einfach. Aber wir wollen die Preise trotzdem niedrig halten, damit auch Familien mit geringen finanziellen Mitteln weiter die Möglichkeit haben, hier Urlaub zu machen.« Franz Köppl, Kreisvorsitzender AWO Regen Weiter gedacht Die Barrieren, die Menschen von der vollen Teilhabe am gesellschaftlichen Leben abhalten, können ganz unterschiedlich aussehen. Manchmal sind sie baulicher Natur und ganz unmittelbar greifbar wie die Treppenstufen, die einem Rollstuhlfahrer den Weg in ein Gebäude versperren. Manchmal sind sie finanzieller Natur, wenn die Teilnahme an einem bestimmten Angebot für Menschen mit wenig Geld schlicht nicht bezahlbar ist. Und manchmal fehlt einfach nur das passende Unterstützungsangebot, dass das Mitmachen möglich macht. In den letzten beiden Fällen sind die Teilhabebarrieren eher unsichtbar, wirken sich aber genauso behindernd und ausschließend aus wie Barrieren aus Stein oder Beton. Damit Menschen mit einem besonderen Unterstützungsbedarf trotzdem am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können braucht es Orte und Angebote, die bewusst und systematisch barrierefrei oder zumindest barrierearm gestaltet sind. Unterschiedlichen Gruppen von Menschen wird so die Möglichkeit geboten, einander kennenzulernen und im besten Fall den eigenen Horizont um die Perspektiven der anderen zu erweitern. Gleichzeitig wird über diese konkreten Beispiele deutlich, dass die Barrieren, die an anderen Orten gemeinsame Aktivitäten verhindern, nicht naturgegeben sind, sondern angegangen und verändert werden können. 2 Kontakt Weitere Informationen AWO Arber- Feriendorf Zwiesel Karl-Herold-Straße 9 94227 Zwiesel Weitere Informationen zum AWO Arber-Feriendorf Zwiesel und seine Angebote finden Sie auf der Homepage des Feriendorfes unter www.ferienwohnung-in-zwiesel.de. Franz Köppl (Kreisvorsitzender) Günter Pausenberger (Geschäftsführer) Informationen zu Fördermöglichkeiten für den Aufenthalt im Feriendorf finden sie auf dem Anfrageportal der Bundesarbeitsgemeinschaft Familienerholung unter www.urlaub-mit-der-familie.de. Telefon: 09922 / 500 499-30 E-Mail: [email protected] AWO Kreisverband Regen e.V. www.awo-zwiesel.de 3
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