Umgesetztes Volumen von Mikro-Wohnanlagen

Analyse von Savills
Umgesetztes Volumen von Mikro-Wohnanlagen
auf Rekordhoch
Das in Deutschland umgesetzte Volumen von Mikro-Wohnanlagen ist auf den höchsten jemals
registrierten Wert angestiegen. In den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres
wechselten Objekte für rund 440 Millionen Euro den Eigentümer, womit bereits die
Gesamtjahresergebnisse der beiden vergangenen Jahre deutlich überschritten wurden. Die
Savills-Analyse hat den Markt betrachtet und Gründe gefunden, warum die Nachfrage auch
weiter steigen wird.
In der aktuellen Debatte um die Wohnungsknappheit in den Ballungszentren wird auch dem Thema
Mikro-Wohnungen eine immer größere Bedeutung beigemessen. So versucht etwa das
Bundesbauministerium mit seinem Förderprogramm „Variowohnungen“ die Entwicklung und den
Bau kleiner Wohneinheiten zu fördern. Und in der Tat, es besteht eine hohe Nachfrage nach genau
solchen kleinen Wohneinheiten von etwa 25 Quadratmeter bis 35 Quadratmeter Größe.
Das Segment des Mikro- Wohnens bewegt sich dabei oftmals im Spannungsfeld zwischen Wohnen
und Beherbergung und umfasst beispielsweise Wohnapartmenthäuser, Studentenwohnanlagen, aber
auch Serviced Apartments. Insbesondere letztere bewegen sich aufgrund ihrer vielfältigen
Service-Angebote bereits im Beherbergungs- und Hotelsegment.
Am Investmentmarkt ist feststellbar, dass die Nachfrage nach Mikro-Wohnanlagen in den letzten
zweieinhalb Jahren deutlich zugenommen hat, vor allem nach Studentenwohnanlagen.
Dementsprechend stieg das in Deutschland umgesetzte Volumen von Mikro-Wohnanlagen auf den
höchsten jemals registrierten Wert an. So wechselten in den ersten sieben Monaten des laufenden
Jahres Objekte für rund 440 Millionen Euro den Eigentümer, womit bereits die
Gesamtjahresergebnisse der beiden vergangenen Jahre (331 Millionen Euro in 2014
beziehungsweise 371 Mio. Euro in 2015) deutlich überschritten wurden.
Auch weltweit betrachtet floss angesichts eines Transaktionsvolumens von rund 16,5 Milliarden
Euro noch nie so viel Kapital in Mikro-Wohnanlagen wie im letzten Jahr. Der deutsche
Investmentmarkt bleibt im Hinblick auf das Volumen zwar noch deutlich hinter Großbritannien,
dem reifsten Markt, zurück, die Wachstumsrate in Deutschland ist jedoch beträchtlich (plus 139
Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres).
Zum Thema
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Studenten, Pendler oder schlicht Mieter, die zu einem überschaubaren Preis zentral wohnen wollen –
sie alle suchen Mikro-Apartments. Doch das Angebot ist knapp. Die Ein-Zimmer-Wohnungen
werden darum auch bei Investoren immer beliebter.
Das steigende Interesse in- und ausländischer Investoren an deutschen Mikro-Wohnanlagen lässt
sich mit dessen positiven Zukunftsprognosen erklären. So dürfte die Nachfrage nach kleinen
Wohneinheiten aus mehreren Gründen weiter ansteigen:
1. Die Zahl der Ein-Personen-Haushalte stieg seit 1992 bundesweit um durchschnittlich
210.000 Haushalte pro Jahr an und laut Prognosen wird ihre Zahl bis zum Jahr 2030 um
weitere 1,1 Millionen ansteigen (gegenüber 2012).
2. Die Zahl der Studierenden hat mit 2,75 Millionen ein neues Allzeithoch erreicht. Trotz
langfristig leicht rückläufiger, aber anhaltend hoher Studienanfängerzahlen, gehen wir
aufgrund der steigenden Mobilität der Studierenden sowie der angespannten
Wohnungsmärkte von einer steigenden Nachfrage nach Studentenapartments aus. Die
ebenfalls steigende Zahl ausländischer Studierender sorgt für zusätzliche Nachfrage.
3. Auch in der Berufswelt steigt die Mobilität an. So stieg die Zahl der Fernpendler zwischen
2004 und 2014 um 28 Prozent.
Weil das Segment des Mikro-Wohnens somit von diversen Langfristtrends profitiert, suchen immer
mehr langfristig agierende Akteure nach Investmentmöglichkeiten. Dementsprechend zeichneten
Fondsmanager und offene Spezialfonds im bisherigen Jahresverlauf für etwa 49 Prozent
beziehungsweise 40 Prozent des Transaktionsvolumens verantwortlich. Hinter vielen dieser Fonds
stehen institutionelle Investoren wie etwa Versicherungen oder Pensionskassen. Insgesamt entfielen
78 Prozent des Volumens auf ausländische Käufer, was zeigt, dass deutsche Mikro- Wohnungen
auch im Ausland sehr gefragt sind.
Angesichts des rapiden Angebotswachstums, etwa bei Studentenwohnanlagen, wird sich auch der
investierbare Bestand und damit das Transaktionsvolumen deutlich erhöhen. Mit zunehmender Reife
dieses Marktes dürfte zudem das Liquiditätsrisiko für Investoren weiter abnehmen und für
mittelfristig noch mehr Investitionen sorgen.
Dieser Artikel erschien am 19.08.2016 unter folgendem Link:
http://www.dieimmobilie.de/analyse-von-savills-umgesetztes-volumen-von-mikro-wohnanlagen-auf-rekordhoch-14
71592886/
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