Newsletter 03/2016 - AWARE

Newsletter 3/2016
Themen
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AWARE – Aktueller Stand
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Tipps und Informationen
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Screening im 2. Quartal 2016
Drei Fragen an…
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
heute versorgen wir Sie wieder mit aktuellen Informationen und Tipps rund um die AWAREStudie. In unserer neuen Rubrik stellen wir dieses Mal „Drei Fragen an …“
Studienkoordinatorin Dorothée Sturm am Universitätsklinikum Dresden.
die
AWARE – Aktueller Stand
Inzwischen konnten 395 Patienten in die Studie eingeschlossen werden. Wir danken allen
Prüfzentren, die dazu beigetragen haben!
Aktuell verzeichnen wir 36 aktive Prüfzentren, von denen bereits 32 Zentren Patienten in die
Studie einschließen konnten. Im Mai 2016 konnten wir das Team um PD Dr. Stephan
Gretschel der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie der Ruppiner Kliniken GmbH
initiieren. Wir begrüßen die Kollegen aus Neuruppin in der AWARE-Studie und wünschen
eine gute Rekrutierung!
Newsletter AWARE 03/2016, Juli 2016
AWARE – watchful waiting vs. repair of oligosymptomatic incisional hernias
Die Rekrutierung hat trotz der Ferienzeit im Juli wieder etwas zugenommen, dennoch liegt
die Rekrutierungsrate leider hinter der geschätzten Rate (N=548), wie die folgende Soll-IstKurve zeigt.
Ende
August
steht
wieder
der
nächste
Statusbericht
an
die
Deutsche
Forschungsgemeinschaft (DFG) an. Dieser ist ausschlaggebend für die weitere Finanzierung
der AWARE-Studie. Wir freuen uns, wenn Sie auch trotz der Ferienzeit weiterhin zahlreiche
Patienten screenen und bei Eignung in die Studie einschließen.
Rekrutierung
Grafik 1: Soll-Ist-Kurve, Stand: 31.07.2016.
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AWARE – watchful waiting vs. repair of oligosymptomatic incisional hernias
Grafik 2: Rekrutierung nach Zentrum, Stand: 31.07.2016.
Screening
Das Screening verlief im zweiten Quartal 2016 noch besser als im ersten Quartal 2016. Die
hohe Screeningsrate zeigt, dass die Narbenhernie nach wie vor ein großes Problem in der
Chirurgie zu sein scheint.
Im zweiten Quartal des Jahres 2016 wurden 233 Patienten gescreent, so dass für die Studie
nun insgesamt 2.857 Patienten in den Prüfzentren gescreent wurden. Davon konnten bis
zum 30. Juni 2016 385 Patienten (13,5 %) rekrutiert werden. Hauptausschlussgrund ist nach
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AWARE – watchful waiting vs. repair of oligosymptomatic incisional hernias
wie vor eine symptomatische Hernie (n = 1225), gefolgt von der Ablehnung der
Studienteilnahme
(n = 441) und der Präferenz der Patienten für einen der beiden Studienarme (n = 347). X
Offenbar ist auch das Fordern einer längeren Bedenkzeit bzgl. der Studienteilnahme seitens
der gescreenten Patienten ein Grund, diese nicht gleich in die Studie einzuschließen.
Hinweise zum Thema Screening finden Sie im Verlauf dieses Newsletters unter „Tipps und
Informationen“.
Grafik 3: Hauptausschlussgründe bei gescreenten Patienten, Stand: 30.06.2016
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AWARE – watchful waiting vs. repair of oligosymptomatic incisional hernias
Tipps und Informationen
Änderung im eCRF
Es ist selbstverständlich, dass der CRF so vollständig wie möglich ausgefüllt werden sollte.
Das gilt insbesondere für den primären Endpunkt (Schmerzen in Ruhe).
Wir haben dem Wunsch einiger Prüfzentren entsprochen und den Umgang mit Items
verändert, bei denen „keine Angabe“ durch den Patienten erfolgte. Das Regelwerk für
negative Werte im eCRF wurde entfernt. Bitte tragen Sie künftig im eCRF für „keine Angabe“
eine „-1“ (minus Eins) ein. Entsprechende Hinweise finden Sie nun auch in den jeweiligen
Formularen im eCRF.
Meldepflicht von Serious Adverse Events (SAE)
In Anlehnung an die Leitlinien zur Guten Klinischen Praxis (ICH-GCP) definieren wir für die
AWARE-Studie ein SAE als jedes unerwünschte medizinische Ereignis, das unabhängig von
der Behandlung, zum Tode führt, lebensbedrohlich ist, eine stationäre Behandlung des
Prüfungsteilnehmers oder eine Verlängerung des stationären Aufenthaltes erforderlich
macht und/oder zu bleibenden oder signifikanten Schäden/Behinderungen führt bzw. eine
angeborene Missbildung bzw. einen Geburtsfehler darstellt.
Der Prüfarzt bzw. die Prüfärztin unterrichtet den Studienleiter (über das KKS der Charité)
innerhalb von 3 Tagen (72 Stunden) über das Auftreten eines schwerwiegenden
unerwünschten Ereignisses nach Kenntnis und übermittelt ihm einen ausführlichen
schriftlichen Bericht. Bitte nutzen Sie dazu immer den SAE-Bogen aus Ihrem Investigator Site
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AWARE – watchful waiting vs. repair of oligosymptomatic incisional hernias
File. Tödliche oder lebensbedrohliche SAEs werden unverzüglich, das heißt innerhalb von 24
Stunden, nach Kenntnis gemeldet.
Leider kommt es in allen Studien vor, dass SAEs zu spät gemeldet werden. Die Studienärzte
können SAEs erst melden, wenn sie davon erfahren haben. Das ist meist erst bei der
nächsten Follow-up-Visite der Fall. Weisen Sie deshalb bitte den Patienten bei Einschluss
darauf hin, dass er Sie – also das Prüfzentrum – telefonisch von einem stationären
Aufenthalt in Kenntnis setzt, falls ihm das möglich ist. So kann das SAE zeitnah gemeldet
werden.
Ausschlussgründe bei Screening
Alle Patienten, die Sie für die AWARE-Studie in Betracht ziehen, tragen Sie bitte, wie
gewohnt, in die Screeningliste, die Sie in Ihrem Investigator Site File (ISF) finden oder
quartalsweise als Excel-Tabelle von der Studienzentrale geschickt bekommen. Ganz gleich ob
Sie den Patienten einschließen oder dieser ablehnt bzw. aus anderen Gründen nicht an
AWARE teilnimmt - alle gescreenten Patienten werden mit Kürzel und Geschlecht in die Liste
eingetragen. Es kam vor, dass als Ausschlussgrund „OP ärztlich empfohlen“ vermerkt wurde.
Eine OP-Indikation ist als Ausschlussgrund zu vage und sollte vermieden werden. Falls es sich
dabei um eine symptomatische Hernie handelt, geben Sie dies bitte als Ausschlusskriterium
an.
Abrechnung Fallgelder
Für das Durchführen der Visiten erhalten Sie ein Fallgeld. Bitte rechnen Sie die Fallgelder
immer nach jedem Meilenstein ab. Diese setzen sich wie folgt zusammen: Meilenstein 1
(Visite 1 = 250 €), Meilenstein 2 (Visite 2-5 = 150 €) und Meilenstein 3 (Visite 6-7 = 210 €).
Meilensteine können nur abgerechnet werden, wenn alle Daten fehlerfrei in das eCRF
übertragen wurden und keine offenen Queries (die ggf. bei einem Monitorbesuch gesetzt
wurden) bestehen. Bitte geben Sie bei jeder Rechnung die PatID an, so dass wir die
Datenbankeinträge überprüfen können. Fehlerhafte Rechnungen können leider nicht
beglichen werden.
Wie im Oktober letzten Jahres im Newsletter und im Dezember in einer Rundmail
hingewiesen wurde, können leider keine Meilensteine, die im ersten Bewilligungszeitraum
(also bis zum 31.12.2015) der AWARE-Studie entstanden sind, abgerechnet werden. Wurde
ein Meilenstein erst im Jahr 2016 komplettiert, können Sie diesen aber noch abrechnen.
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AWARE – watchful waiting vs. repair of oligosymptomatic incisional hernias
Personalie
Zum Ende des Sommers verlässt die Projektmanagerin Marja Leonhardt die Charité. Als
Nachfolgerin begrüßen wir Dr.med. von Berenberg im Team, die sich im nächsten Newsletter
ausführlich vorstellen wird.
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AWARE – watchful waiting vs. repair of oligosymptomatic incisional hernias
Drei Fragen an…
Diplom Biologin Dorothée Sturm, Studienkoordinatorin am
Universitätsklinikum Dresden
Was ist für Ihr Zentrum die besondere Herausforderung, an
der AWARE-Studie teilzunehmen?
Nach meiner Erfahrung ist es eine besondere Herausforderung,
Patienten mit asymptomatischen Narbenhernien für eine Teilnahme an der Studie zu
begeistern. Dies liegt
überwiegend
daran, dass der Großteil der potentiellen
Studienteilnehmer eine klare Meinung darüber hat, welche Therapie er bevorzugt. So z. B. ist
es schwierig, Patienten die keine Beschwerden aufgrund der Narbenhernie haben, von einer
(weiteren) Operation zu überzeugen. Hilfreich ist dabei, dass es vom Studiendesign her die
Möglichkeit des „Cross overs“ in die Beobachtungsgruppe gibt, für den Fall, dass die
Randomisierung eine chirurgische Behandlung vorsieht. (Anmerkung der Redaktion: Ein
Cross over sollte nur in letzter Instanz angewendet werden. Das Studiendesign sieht ein
solches zwar vor, jedoch sollten alle eingeschlossen Patienten von vorneherein mit der einer
Teilnahme in beiden Armen einverstanden sein.)
Wie rekrutieren Sie Ihre Studienteilnehmer?
Die Rekrutierung in unserem Zentrum erfolgt über die täglichen Sprechstunden der Poliklinik
sowie des Universitäts KrebsCentrum (UCC). Gelegentlich stellen sich Patienten auch
eigeninitiativ vor oder es gibt Zuweisungen der Charité Berlin, wenn sich Patienten aufgrund
von Berichterstattungen bzw. Artikeln dort initial vorstellen, aber vom Wohnort her näher
bei uns angebunden sind.
Wie sind Ihre Erfahrungen mit Cross over?
Bislang wurden in unserem Zentrum von 25 eingeschlossenen Patienten 13 für die Gruppe
„Surgical repair“ (SR) und 12 in den Beobachtungs-Arm (Watchful waiting) randomisiert.
Sechs Patienten, die initial der Operation zugewiesen wurden, entschieden sich für ein Cross
over, davon sind 50 Prozent Männer; alle Patienten waren zum Zeitpunkt des
Studienbeginns älter als 65 Jahre (Median: 70).
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AWARE – watchful waiting vs. repair of oligosymptomatic incisional hernias
Hauptgründe für einen Wechsel des Therapiearms sind zum einen Angst vor einer weiteren
Operation bzw. keine Belastung durch die Narbenhernie. Demgegenüber steht ein Cross
over von der Watchful waiting Gruppe in den SR-Arm aufgrund zunehmender Symptome. In
einem speziellen Fall kam es zu einem doppelten Gruppenwechsel: zunächst von Surgical
Repair zu Watchful waiting und zwei Monate später erfolgte dann doch die operative
Versorgung der Narbenhernie auf Patientenwunsch bei Beschwerden. Alle genannten
Patienten nehmen aber weiterhin an der Studie teil.
Vielen Dank!
Bei Fragen und Wünschen, melden Sie sich gerne in der Studienzentrale!
Mit herzlichen Grüßen aus Berlin
Ihr AWARE-Studienteam
Kontakt:
PD Dr. Johannes C. Lauscher
Studienleitung
Chirurgische Klinik I
Charité Campus Benjamin Franklin
Hindenburgdamm 30
12200 Berlin
Tel.:: 030 450 522 712
Fax::030 450 522 902
[email protected]
Newsletter AWARE 03/2016, Juli 2016
Katja Aschenbrenner
Study Nurse
Chirurgische Klinik I
Charité Campus Benjamin Franklin
Hindenburgdamm 30
12200 Berlin
Tel.: 030 84452948
Fax: 030 450 522 902
[email protected]
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