Festgottesdienst zum 80. Gaufest am 31.7.2016 in Unterwössen

Festgottesdienst zum 80. Gaufest am 31.7.2016 in Unterwössen
Liabe Festgäste,
trotz Terror und Konflikte vor da Haustür feiern mia as 80. Gaufesttrachtenfest.
Die Geschehnisse in letzter Zeit gehn a uns Nahe und unser Anteilnahme gilt den Betroffenen.
Radikale Weltverbesserer woin unsere Lebensgewohnheiten aushebeln, aber mia derfn
uns
de
Lebensfreunde von Terroristen mit menschenverachtendem Gedankengut net nehma lossn.
Wen mia heit mit`n Gaufest a no 125 Jahre „Achentaler“ Unterwössen feiern kinnan, zoagt doch des
eindrucksvoll Beständigkeit.
Auswirkungen durch die Trachtenbewegung sand heit im Ort deutlich spürbar, weil wos wären de vielen
kirchlichen und weltlichen Anlässen im Jahreskreis ohne de Trachtler oder wos waar Bayern ohne de Tracht
?
133 Jahren nach Gründung des ersten Trachtenvereins hot sie vui verändert, Neues ist entstanden und a
wieda verschwunden, de Trachtler aba gibt`s heit oiwei no, ja de Trachtenbewegung hot sich durchgsetzt !
250000 Trachtler, davon 100000 Kinder und Jugendliche, bemühen sich gegenwertig um die
Trachtenerhaltung und pflegen Volkskultur.
Wenn mia unsa bestes Gwand ohlegn, woaß ma, dass a bsunderer Tog is,
de Tracht gibt dem ganzen
an festlichen Rahmen.
De Freid mit Gleichgesinnten zu teilen prägt insa Gaufest und gibt dem Z`ammkemma ein gewisses Etwas,
es liegt a „Wir-Gefühl“ in da Luft.
Liabe Festgäste,
hätt`s koa organisierte Trachtenbewegung gebn, waar de Tracht, wia mas heit trogn, unwiederbringlich
verschwunden des bestätigen auch Trachtenforscher.
Die Vereine habn die Entwicklung der Tracht beeinflusst, dazua entstanden Trachtenbeschreibungen, um
Überliefertes zu erhalten, um Gemeinsamkeit zu erreichen und :
„Damit as Mitglied a woaß wann und wia de Vereinstracht zum oziaghn is!“
Um beim Gaufest ein sauberes Gesamtbild und Geschlossenheit zu schaffen gibt`s bei uns de
Trachtenbewertung. Vorgaben dazu basieren auf Beschlüsse der Vereine und „nur“ nach den Vorgaben der
Vereine, richten sich unsere Bewerter.
Die Trachtenbewertung ist eine Errungenschaft und a Werkzeug um ungewünschte Entwicklungen zu
beeinflussen, darauf zu verzichten hätte, meiner Meinung, Auswirkungen auf den Erhalt.
Richtlinien zur Vereinstracht derf ma net willkürlich auslegen, wiaß oam grod so paßt, weil dann muaß ma
sie im Klaren sei dass i mit`n Erhalt spiel und gegen die Sach arbeite.
Man sieght`s ja heit wieda dass net umra sunst is, as Herz geht oam grod so auf wen ma sieght wia vui si
bemiahn um dem Gesamten des Besondere zu geben:
„Liabe chiemgauer Trachtler an dera Stell, a Vergelt`s Gott,!“
Unsa Ziel muaß sei mündige Trachtler zum habn, de selber wissen wann`s wos zum jeweiligen Anlass
ohziagn, aba a warum`s a so is.
Wen i net mit`n Verein unterwegs bin, dafür gibt`s heit viele Möglichkeiten sich boarisch zu gwandn.As
steigende Angebot hierfür werd a genützt und bereichert de Gwandkultur,
des find i schee und hebt,
meiner Meinung, dadurch a den Stellenwert der Vereinstracht. Den Unterschied zu vermitteln is unsere
Aufgabe.
Liabe Festgäste,
mia sand Trachtenerhaltungsvereine und woin koan a Kleiderordnung aufzwengen, vorrangig muaß uns
treiben de „Tracht“ zu erhalten, weil dadurch erhoit ma a unsere Kultur.
Ois Gauvorstand liegt`s ma am Herzen oiwei wieda dafür Bewußsein zu schaffen, deswegen bitt i enk
oisammt:
„Hoit ma weida z`ammm“
nach unserem Motto :
„Jung und Oid miteinand“
Da Herrgott soit uns dabei begleiten.