Abonnement Migros-Kulturprozent Saison 2016/2017 Programmheft

Abonnement
Migros-Kulturprozent
Saison 2016/2017
Programmheft
Luzerner Theater
VORWORT
Kultur bewegt
Die roten Sessel im Saal des Luzerner Theaters laden in der kommenden
Spielzeit 2016/2017 unter neuer Intendanz zu unterhaltsamen Abenden
ein. Für Migros-Kulturprozent-Abonnenten bedeutet das vor allem eines:
Drama! Leidenschaft! Und viel Bewegung. Nicht nur finden zwei von acht
Vorstellungen an neuen Schauplätzen statt, auch das Programm selber bietet mit Stücken aus den Sparten Tanz, Oper, Schauspiel und Musiktheater
bewegende Vorstellungen. Informationen zu den einzelnen Inszenierungen
finden Sie auf den nächsten Seiten.
Bewegend ist aber auch das MigrosKulturprozent, dank dem Genossenschafterinnen und Genossenschafter der Migros Luzern
im Theaterabonnement seit über 20 Jahren
von einer Reduktion von mindestens 35 Prozent gegenüber Einzelpreisen
profitieren. Schon Gottlieb Duttweiler, Gründer der Migros, wusste, dass
Bildung und Kultur wichtig sind für eine funktionierende Gesellschaft. Er
verankerte in den Statuten seiner Migros, dass mit einem Prozent des
Detailhandelsumsatzes Bildungs- und Kulturangebote von und für die
Gesellschaft unterstützt und möglich gemacht werden sollen. So investiert
die Genossenschaft Migros Luzern in Bildungsangebote an der Klubschule
Migros, in Sportanlässe für Jung und Alt, Konzerte auf der Wiese und in
Konzerthäusern oder in Vereinsaktivitäten in der ganzen Zentralschweiz.
Informationen zu den Engagements des Migros-Kulturprozent finden Sie auf
www.migros-kulturprozent.ch oder in allen Filialen beim Kundendienst.
Ob all dem Neuen darf nicht vergessen gehen: Wir freuen uns auf bekannte
Gesichter und danken Ihnen, werte/r Genossenschafter/in, für Ihre Treue.
Viel Vergnügen wünscht Ihnen
Ihr Migros-Kulturprozent
Verena Randall
Projektleiterin Kulturprozent
Andrea Hurni
Mitarbeiterin Kulturprozent
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ZUM
LUZERNER THEATER
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde des Luzerner Theaters,
es freut mich sehr, dass kommende Spielzeit gleich bei acht Stücken Abonnentinnen und Abonnenten des Migros-Kulturprozent-Abos unsere Gäste
sein werden!
Die kommende Spielzeit ist meine erste in dieser fast unwirklich schönen
Stadt Luzern. Fast hätte ich die Chance und Luzern verpasst, denn ein Brief
des Stiftungsrates lag 2014 einige Wochen lang ungeöffnet auf einem
falschen Schreibtisch im Bremer Theater – meiner letzten Wirkungsstätte.
Der Brief erreichte mich dann doch, ich reiste nach Luzern und entschloss
mich augenblicklich nach Luzern zu kommen.
Seit 2014 bin ich viel in dieser Stadt und froh, hier zu sein, denn die Stadt
und die Menschen empfangen uns mit offenen Armen, wir wurden unterstützt - moralisch, finanziell und tatkräftig. Auch durch das Engagement
von Gönnern steht nun eine kleine, sensationelle Neuerung vor unserer Tür:
die Box, eine neue Spielstätte, die aber auch ein offener Ort für alle
Luzerneinnen und Luzerner werden wird. Ein Ort, in dem nicht nur Kunst
gemacht werden soll, sondern in dem man sich begegnet, in dem geredet,
diskutiert und mal ein Glas Wein getrunken werden kann.
Auch das Innere unseres Hauses sieht zu Beginn, während eines Auftaktfestivals anders aus: Wir haben Bühne und Zuschauerraum in ein shakespearesches Globe verwandelt. Sie als Zuschauende sind entweder mitten
im Geschehen (wie in meiner Eröffnungsinszenierung „Prometeo“) oder
können von den Rängen herab aus einer völlig anderen Perspektive auf das
Geschehen schauen (wie in Tanz 22: Up/Beat).
Ich bin im Ruhrgebiet geboren, es zieht mich an Orte, die von Industrialisierung geprägt sind. Die Viscosistadt, das aufstrebende “Luzern Nord”, dort,
wo vor nicht allzu langer Zeit Garn für Damenstrümpfe hergestellt wurde,
ist der Schauplatz des Opernkrimis „Rigoletto“ von Giuseppe Verdi. Hier
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stehen jetzt die Maschinen still, und der alte, böse und doch liebenswerte
Rigoletto tut alles dafür, seine Tochter Gilda zu bewahren und zu retten und liefert sie doch ans Messer.
Doch manchmal ist die räumliche Situation auch total normal und wie
gewohnt im Luzerner Theater, unserem Zuhause. Zur Weihnachtszeit beispielsweise öffnet sich mit Mozarts Märchenoper „Die Zauberflöte“ eine
Wunderkammer auf der Bühne des Luzerner Theaters, der Choreograph
Fernando Melo kreiert dort einen poetischen Tanzabend über den französischen Filmklassiker „Die Kinder des Olymp“, Molières „Menschenfeind“ verspritzt süffisant verbales Gift, Romeo liebt Julia, La Traviata liebt hingegen
den Falschen, und das Kinderstück der Saison rückt den Rächer der
Enterbten, Robin Hood, ins Theaterlicht.
Interessieren möchte ich Sie für einen weiteren Schwerpunkt unserer
Arbeit: Die Arbeit mit Laien und vor allem Jugendlichen. In „No Future
Forever“, einem Projekt, das sich ebenfalls im Abo-Angebot befindet,
entwickeln Jugendliche gemeinsam mit Profis Text und Musik für ein Stück,
das sich um unsere Regeln des Zusammenlebens dreht, um eine andere
gesellschaftliche Utopie und um die Frage, wie wir in Zukunft zusammen
leben möchten.
Wir möchten uns gemeinsam mit all unseren Besucherinnen und Besuchern in der kommenden Spielzeit in “Neue Räume”, neue Spielräume und
neue Räume des Denkens und Fühlens begeben. Wir möchten mit Ihnen
und für Sie berührendes Theater machen.
Ich freue mich, Sie im Herbst persönlich im Theater begrüssen zu dürfen!
Herzlichst,
Ihr
Benedikt von Peter
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ABONNEMENT MIGROS-KULTURPROZENT 2016/2017
Tanz 22: Up/Beat
Dienstag, 27.09.2016, 19.30 Uhr
Tanz
Mittwoch, 28.09.2016, 19.30 Uhr
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Dienstag, 04.10.2016, 19.30 Uhr
Spielort: Luzerner Theater, Globe
Rigoletto
Sonntag, 30.10.2016, 19.00 Uhr
Oper
Spielort: Viscosistadt (Pilothalle), Emmenbrücke
Der Menschenfeind
Freitag, 25.11.2016, 20.00 Uhr
Schauspiel
Spielort: Luzerner Theater
Die Zauberflöte
Montag, 19.12.2016, 19.30 Uhr
Oper
Spielort: Luzerner Theater
Tanz 23:
Samstag, 28.01.2017, 19.30 Uhr
Kinder des Olymp
Spielort: Luzerner Theater
Tanz
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Romeo & Julia
Donnerstag, 16.02.2017, 19.30 Uhr
Schauspiel
Spielort: Luzerner Theater
No Future Forever
Sonntag, 19.03.2017, 20.00 Uhr
Musiktheater
Spielort: Luzerner Theater
La Traviata
Dienstag, 30.05.2017, 19.30 Uhr
Oper
Spielort: Luzerner Theater
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Ausserhalb des Abonnements:
Robin Hood
Sonntag, 18.12.2016, 17.00 Uhr
Kinderstück
Spielort: Luzerner Theater
Robin Hood
Mittwoch, 21.12.2016, 13.30 Uhr
Kinderstück
Spielort: Luzerner Theater
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TANZ 22: UP/BEAT
Choreographie von Georg Reischl
Der uns vertraute Raum des Luzerner Theaters verwandelt sich in einen
Zuschauerraum, der Bühne und Auditorium miteinander verschmilzt, das
Raumgefühl neu definiert und andersartige Perspektiven schafft. Die
Zuschauer sitzen in den Rängen und schauen auf die Tänzer und Tänzerinnen herunter, eine Perspektive, die es so im Tanz in Luzern noch nicht gab
und welche ganz neue Möglichkeiten eröffnet. Der Choreograph des Abends,
Georg Reischl, ist ein geschickter Jongleur für solch neuartige Situationen
und bekannt für seine abstrakte und hoch energetische Arbeit, welche die
Fantasie und Konzentration des Betrachters ansprechen. Die Klarheit von
Struktur und detaillierter Körperlichkeit resultiert in Stücken, die Emotionen und einen schmalen Grat von Unvorhersehbarkeit und Intensität
hervorrufen, ohne eine lineare Geschichte zu erzählen.
Die Musik wird von dem jungen Schweizer Schlagzeuger Vincent Glanzmann komponiert und live gespielt. Er wird die Konstruktionselemente des
Globes nutzen, um mit und auf ihnen Musik zu machen.
Choreographie: Georg Reischl, Bühne: Natascha von Steiger, Kostüme: Georg Reischl,
Komposition und Schlagwerk: Vincent Glanzmann, Dramaturgie: Lucie Machan
«Tanz Luzerner Theater», Vincent Glanzmann
GEORG REISCHL
Georg Reischl kommt bereits zum vierten Mal als Choreograph nach Luzern. Mit «Tanz 1»
war er bei der Geburtsstunde des «Tanz Luzerner Theater» dabei.
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RIGOLETTO
Oper von Giuseppe Verdi
Das Luzerner Theater geht in die Viscosistadt und spielt dort, wo früher
industriell Garn gesponnen wurde und wo heute ein neues Kapitel Luzerner
Stadtgeschichte beginnt, einen Opernkrimi. Im Sinne eines Abschieds vom
alten Industriekapitel und eines Willkommenheissens des neuen Standorts
der Designhochschule findet die Produktion in Kooperation mit der Hochschule Luzern – Design & Kunst statt. An der Inszenierung des Hausregisseurs Marco Štorman sind Studenten des Studiengangs Video beteiligt, die
das Gelände rund um die Pilothalle und das neue Gebäude der Hochschule
zum Leben erwecken und in die Aufführung integrieren.
Verdis Oper konfrontiert Wünsche und Bedürfnisse einer Vätergeneration
mit den Träumen und dem Aufbruch der Jugend: Rigoletto trägt schwer am
Anderssein. Und muss seinen eigenen Abschied von der Welt mitansehen.
Er ist in eine fatale Isolierung geraten und zum Narren verkommen. Allein
seine Tochter Gilda ist ein Versprechen für eine Zukunft, die vielleicht
besser ist als das Gegenwärtige. Doch wird sie sich nie erfüllen. Gilda verliebt sich in Rigolettos Dienstherrn, den Herzog von Mantua. Und geht für
diesen am Ende sogar in den Tod. Rigoletto bleibt allein zurück. Als Relikt
einer untergehenden Epoche.
Auch der Ausflug des Luzerner Theaters in die Viscosistadt ist nach zwei
Monaten und sechzehn Vorstellungen vorbei: Die Pilothalle, Rigolettos Refugium, wird abgerissen.
Musikalische Leitung: Stefan Klingele, Inszenierung: Marco Štorman, Bühne: Frauke Löffel,
Kostüme: Anika Marquardt, Video: Bert Zander, Dramaturgie: Laura Schmidt
Solisten Herrenchor und Extrachor des Luzerner Theaters, Luzerner Sinfonieorchester
MARCO ŠTORMAN
Der neue Hausregisseur Marco Štorman arbeitete im Bereich Schauspiel und Oper u.a. in
Hamburg, Hannover, Düsseldorf, Lübeck, Bremen, Klagenfurt und Stuttgart. Am Luzerner
Theater inszenierte er bereits Katja Brunners «Ändere den Aggregatzustand deiner Trauer
oder Wer macht dir die Trauerränder weg?».
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DER MENSCHENFEIND
Komödie von Molière
Wie viel Ehrlichkeit verträgt der Mensch? Wie viel Ehrlichkeit verträgt eine
Gesellschaft? Molières Komödie «Der Menschenfeind» ist eine schonungslos
aberwitzige Abrechnung mit der realitätsstiftenden Kraft von Sprache und
unserer Sehnsucht nach Transparenz und Wahrhaftigkeit.
Alceste, der Menschenfeind, hat die Schönfärberei und falsche Freundlichkeit der besseren Gesellschaft satt. Er verpflichtet sich zur bedingungslosen
Ehrlichkeit gegenüber seinen Mitmenschen – ohne Rücksicht auf deren
Gefühle und Befindlichkeiten. Als ihn ein Gelegenheits-Dichter bittet, eines
seiner Sonette zu beurteilen, schont Alceste den Poeten nicht und kränkt
ihn tief. Das kümmert Alceste wenig, viel stärker ist sein Unbehagen, dass
seine geliebte Célimène es mit der Ehrlichkeit nicht genau nimmt. Sie
lästert über Menschen, denen sie später schmeichelt. Alceste sieht so lange
über ihre Ausfälle hinweg, bis er selber Opfer ihrer Doppelzüngigkeit wird.
Nun muss er sich entscheiden: für seine Liebe oder für seine Prinzipien.
Inszenierung: Niklaus Helbling, Bühne: Elke Auer, Kostüme: Kathrin Krumbein,
Musik: Felix Huber, Dramaturgie: Hannes Oppermann
NIKLAUS HELBLING
Der Zürcher Regisseur Niklaus Helbling hat u.a. am Wiener Burgtheater, dem Schauspielhaus Zürich, dem Theater Basel und dem Schauspiel Köln gearbeitet. Er ist Mitbegründer
der interdisziplinären Schweizer Theater- und Künstlergruppe «Mass & Fieber», mit der er
2012 «Tell / Zahhak» für die Altdorfer Tell-Festspiele inszenierte.
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DIE ZAUBERFLÖTE
Oper von Wolfgang Amadeus Mozart
Was kostet es, erwachsen zu werden? Welche Prüfungen muss man bestehen? Wem darf man trauen? Und wie fühlt sich die erste grosse Liebe an?
Mozarts «Zauberflöte» hat Generationen für das Genre Oper sozialisiert und
ist selbst ein Stück über Sozialisation und Initiation: Prinz Tamino und sein
neuer Freund Papageno finden sich plötzlich in einer unbekannten Welt
wieder, in einem Irrgarten voller Prüfungen, Manipulation und Täuschung.
Während die Königin der Nacht versucht, die beiden für ihre Rache an
Sarastro zu instrumentalisieren, entpuppt sich dieser als Autoritätsperson.
«Die Zauberflöte» überrascht aufgrund ihrer Doppelbödigkeiten immer
wieder aufs Neue. Klare Zuschreibungen von Gut und Böse lassen sich
nicht treffen. Beeindruckende Vielstimmigkeiten in Text und Musik machen
sie zu einem menschlichen Stück für Herz und Verstand, das dem Dualismus der Dinge auf den Grund geht.
Der belgische Regisseur Wouter Van Looy, im Musiktheater für Kinder und
Jugendliche genauso zu Hause wie im Musiktheater für Erwachsene, inszeniert zur Weihnachtszeit Mozarts Märchenoper als grossen Bilderbogen für
die ganze Familie. Auf der Reise in das ungewisse Land des Erwachsenseins
werden Tamino, Pamina, Papageno und Papagena von den Knaben der
Luzerner Kinderkantorei begleitet.
Musikalische Leitung: Clemens Heil, Musikalische Assistenz und Nachdirigat: Gabriel
Venzago, Inszenierung: Wouter Van Looy, Bühne: Freija Van Esbroeck und Wouter Van
Looy, Kostüme: Johanna Trudzinsky, Video: Kurt d’Haeseleer, Dramaturgie: Laura
Schmidt
Solisten Luzerner Sängerknaben, Chor des Luzerner Theaters, Luzerner Sinfonieorchester
KOOPERATION MIT DEM MUZIEKTHEATER TRANSPARANT, BELGIEN
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TANZ 23: KINDER DES OLYMP
Tanzstück von Fernando Melo nach dem Filmklassiker «Les Enfants du
Paradis»
Basierend auf dem französischen Film «Les Enfants du Paradis» (1945) von
Marcel Carné, kreiert der brasilianische Choreograph Fernando Melo
gemeinsam mit seinem britischen Kostüm- und Bühnenbildner Patrick
Kinmonth einen circensischen, melancholischen und humorvollen Abend.
Bereits 2014 verführte das Team das Publikum mit einem virtuosen, originellen «Don Juan», der einer Zeitreise in eine barocke Welt gleichkam. Auch
mit der Adaption des französischen Filmklassikers in ein zeitgenössisches
Tanzstück dürfen wir uns auf eine aufregende Reise in die Vergangenheit
freuen.
Wir befinden uns im Paris des 19. Jahrhunderts, im Milieu der Gaukler,
Gauner, Pantomimen und Komödianten. Vier sehr unterschiedliche Männer
begehren die schöne Garance und versuchen vergeblich, ihr Herz zu gewinnen. Die Angebetete verschwindet von einem Tag auf den anderen und
hinterlässt nichts als Liebeskummer und verzweifelte Liebhaber. Nach
Jahren kehrt sie zurück, alte Wunden brechen auf und reissen die gereiften
Charaktere zurück in einen Strudel aus Eifersucht, Herzschmerz und
Melancholie.
Gemeinsam mit dem Luzerner Sinfonieorchester unter der Leitung von
Rolando Garza Rodríguez begeben wir uns auf die Spuren der Hauptfiguren
Baptiste und Garance und folgen ihnen in die verzaubernde Welt von Artisten und Bohemiens, unterlegt mit faszinierenden Melodien aus Kompositionen verschiedener Jahrhunderte.
Musikalische Leitung: Rolando Garza Rodríguez, Choreographie: Fernando Melo, Bühne
und Kostüme: Patrick Kinmonth, Dramaturgie: Lucie Macha
«Tanz Luzerner Theater», Luzerner Sinfonieorchester
KOOPERATION MIT TAK –THEATER LIECHTENSTEIN
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ROMEO & JULIA
Tragödie von William Shakespeare
Shakespeares schönstes Stück über die Liebe. Selbstredend:
Zwei Häuser, beide gleich an Rang und Stand
Hier in Verona, wie ihr’s gleich erlebt,
Entfachen alten Hass zu neuem Brand,
Bis Bürgerblut an Bürgerhänden klebt.
Vom unheilschwangren Schoss der Feinde spriesst
Ein Liebespaar, von bösem Stern bedroht.
Sein elend unglücklicher Sturz beschliesst
Den Streit der Eltern mit dem eigenen Tod.
Der Liebe Todesglanz, ihr Leidensgang,
Und wie der Eltern langer Hass zerfiel
Und erst im Tod der Kinder spät verklang,
Zeigt euch zwei Stunden unser Bühnenspiel;
Und wir, wobei wir sehr auf Nachsicht zählen,
Wolln das verbessern, was dem Text mag fehlen.
Inszenierung: Nina Mattenklotz, Bühne: Johanna Pfau, Kostüme: Lena Hiebel,
Dramaturgie: Regula Schröter
NINA MATTENKLOTZ
Während ihres Regiestudiums an der Theaterakademie Hamburg waren die Arbeiten von
Nina Mattenklotz unter anderem zum Körber Studio Junge Regie und dem Heidelberger
Stückemarkt eingeladen. Inzwischen inszeniert sie am Schauspielhaus Wien, Schauspielhaus Zürich, Schauspielhaus Graz und dem Theater Bremen.
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NO FUTURE FOREVER
Musiktheater von Luzerner Jugendlichen
Es heisst, es sei ein Nimmerland, voller junger Menschen aus Stadt und
Region, die dort ihre eigenen Rituale begingen, ihre eigene Sprache hätten,
ihre Feste feierten, Geschichte und Geschichten schrieben. Ihre Geschichten und die eines Landes, das man nicht auf den Landkarten dieser Welt
findet, ein Reich der Fantasie. Man sagt, die Mauern des Luzerner Theaters
seien die Grenzen des Paralleluniversums. Doch nicht einmal dessen
Mitarbeiter können darauf schwören. Denn die Flaggen werden nur nachts
gehisst. Und der Ausstieg geprobt.
Dreissig Luzerner Jugendliche und das Zentralschweizer Jugendsinfonieorchester (ZJSO) besetzen das Luzerner Theater und erzählen von ihrer Welt.
Über einen Zeitraum von sechs Monaten setzen sie sich mit dem Hausregisseur Marco Štorman und seinem Team, dem jungen Luzerner Komponisten
Silvan Koch, Autor Jakob Nolte und mehreren «Lucerne Festival»-Alumni
mit ihren Realitäten und möglichen Gegenentwürfen auseinander. Sie
entwickeln gemeinsam Klang- und Wortwelten, eine Vision einer Zukunft,
die vielleicht einen radikalen Abschied von allem Gewesenen bedeutet.
Im Zentrum der Produktion, deren Bühnenbild, Kostüme und Video von den
Jugendlichen mit entwickelt werden, stehen die Reflexion über die Bedingungen, unter denen junge Menschen heute leben, und das Träumen
darüber, unter welchen sie gerne leben möchten. Der Freiheitsbegriff ist
kompliziert geworden. Also lasst das Theater zu einem Ort der Freiheit
werden und Regeln sprengen! Wenigstens für ein paar Tage.
PARTIZIPATIONSPROJEKT
Inszenierung: Marco Štorman, Text: Jakob Nolte, Komposition und Musikalische Leitung:
Silvan Koch, Bühne und Video: Demian Wohler, Kostüme: Silvana Arnold, Dramaturgie:
Laura Schmidt, Produktionsleitung: Melanie Dörig
KOOPERATION MIT DEM SCHWEIZERISCHEN ARBEITERHILFSWERK SAH ZENTRALSCHWEIZ UND DEM ZENTRALSCHWEIZER JUGENDSINFONIEORCHESTER ZJSO
KOPRODUKTION MIT LUCERNE FESTIVAL
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LA TRAVIATA
Oper von Giuseppe Verdi
Für das Luzerner Theater richtet Benedikt von Peter seine Inszenierung von
«La traviata» neu ein. Die Arbeit wurde für die Staatsoper Hannover entwickelt und sorgte bei Publikum und Presse für überregionales Aufsehen.
Die Zuschauer erleben eine berührende Ein-Frau-Studie: Die bekannte Sopranistin Nicole Chevalier, der die Inszenierung auf den Leib geschrieben ist,
befindet sich den gesamten Abend über alleine auf der Vorbühne – in
unmittelbarer Nähe zum Publikum.
Wie durch ein Vergrösserungsglas schauen wir dem Passionsweg einer
liebenden Frau zu, die nicht nur ihren Körper, sondern auch ihre Gefühle
vor uns und für uns verbrennt. Kann sich ihr grosses Liebeswollen überhaupt erfüllen oder vermeidet sie nicht gerade durch die Suche nach
Transzendenz die Realität von gelebter Alltagsliebe?
Und immer wieder schimmert hinter der Fassade einer «LiebesProfessionalität» dieser berühmtesten Kurtisane der Operngeschichte eine
grundtiefe Einsamkeit durch – die Sehnsucht, in der «Wüste von Paris» auf
jemanden zu treffen, der sie wirklich liebt, der sie nicht nur als Objekt der
Begierde in ihrer Liebesleistung oder als überhöhtes, quasi religiöses Bild
begehrt, sondern als Mensch erkennt.
Musikalische Leitung: Clemens Heil, Inszenierung: Benedikt von Peter, Bühne: Katrin
Wittig, Kostüme: Geraldine Arnold, Dramaturgie: Sylvia Roth und Brigitte Heusinger
Solisten Chor und Extrachor des Luzerner Theaters, Luzerner Sinfonieorchester
NICOLE CHEVALIER
«Man geht nicht zu weit, wenn man Nicole Chevalier als die bestmögliche Besetzung für
diese Deutung bezeichnet. Es ist schlichtweg umwerfend und zugleich erschütternd, mit
welcher Intensität und Variabilität diese Sängerdarstellerin agiert. Hier tobt die wahre,
echte, grausame Leidenschaft, nicht nur die vorgeführte.» Süddeutsche Zeitung
NACH EINER PRODUKTION DER STAATSOPER HANNOVER
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Aboverkauf
Genossenschaft Migros Luzern
Geschäftssitz Dierikon
Migros-Kulturprozent
Postfach
6031 Ebikon
Tel. 041 455 73 58 (jeweils Montag und Mittwoch)
E-Mail: [email protected]
Verkauf Einzelkarten
(jeweils 1 Monat vor der Vorstellung)
Luzerner Theater
Theaterstrasse 2
6003 Luzern
Montag 14.00 bis 18.30 Uhr, Dienstag – Samstag 10.00 bis 18.30 Uhr
Tel. 041 228 14 14
E-Mail: [email protected]