Drei Finger zeigen immer zurück

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Noch einmal deutsche Medien
und Nizza: "Drei Finger zeigen immer zurück"
g l o b a l n e w s 3 4 9 6 1 8- 0 7- 1 6 :
Jetzt nach dem Massenmord in Nizza zeigen die deutschen Medien wieder
kräftig nach Frankreich. Der Terror sei dort hausgemacht, weil man d i e
muslimische Bevölkerung nicht integriert habe. Auf dieser Linie haben deutsche Medien auch versucht, den Anschlag von Nizza zunächst allein einem wegen seiner sozialen Ausgrenzung erbitterten Einzeltäter in die Schuhe zu schieben und jeden terroristischen Zusammenhang mit dem IS anzuzweifeln.
D a b e i l e b t e d e r T ä t e r g a r nicht einmal ausgegrenzt in einer der Vorstädte sondern in einem Viertel der unteren Mittelschicht im Nordosten von Nizza, in
dem genauso die Einheimischen leben, und hatte einen Job.
Ein Artikel in der "ZEIT" vom Samstag weist eigens auf die Schlafstädte von Nizzae hin, die eigentlich keine Schlafstädte sind, weil s i c h f ü r d i e m e i s t e n muslimischen Nordafrikaner in diesen Vororten fast das ganze Leben abspielt.
Sicher hat Frankreich mit diesen grauen Vorstädten und ihrer Bevölkerung schon seit langen Z e i t e n r i e s i g e P r o b l e m e , a u c h a l s v o n d o r t v o r d e m I S n o c h
kein Massenterror ausging.
Was diese deutschen Journalisten bei ihrer These von der mangelnden
Integration muslimischer Bevölkerung in Frankreich allerdings vergessen: Auch in Deutschland leben große Teile der muslimischen Bevölkerung total abgetrennt und nicht integriert unter sich. Und wer so einfach mit dem Finger
auf Frankreich zeigt, vergißt daher die drei Finger, die immer zurückzeigen. Die Journalisten von der "ZEIT" müßten für etwas Anschauungsunterricht eigentlich nur mal in den Stadtteil Neukölln fahren, quasi um die Ecke. Sie brauchen auch nur mal in die Veröffentlichungen des Bundeskriminalamts über http://www.jjahnke.net - rundbr3496 - 18.7.16 - 1 / 4
die große Zahl der "Gefährder" zu schauen, also Personen, denen aufgrund ihrer extremistischen Einstellung jederzeit ein schwerer Terroranschlag
zugetraut wird. Derzeit zählt das Bundeskriminalamt bundesweit 497 sogenannte "Gefährder". Hinzu kommen noch 339 Islamisten, die als "Relevante Personen" eingestuft werden. Dabei handelt es sich um
Extremisten, die als mögliche Helfer und Sympathisanten von Terroristen gelten. Damit hat sich die Zahl der bekannten potenziellen Attentäter innerhalb eines Jahres noch einmal stark erhöht. Viele davon waren schon im Kampfeinsatz im Irak oder Syrien und haben Grausamkeiten und den Umgang
mit Waffen und Sprengstoffen gelernt. So belasten auch neu aufgetauchte
Personalunterlagen des IS zahlreiche deutsche Islamisten. Einige der in den
Papieren Genannten sind bisher auf freiem Fuß, weil ihnen eine Zugehörigkeit zum IS nicht nachgewiesen werden konnte.
Die Zahl der potenziellen Attentäter ist zwar nur ein Zehntel der entsprechend für Frankreich geschätzten Zahl. Doch jeder E i n z e l n e i s t e i n e r z u v i e l . U n d g a r
nicht erst gezählt werden die sogenannten "grauen Wölfe", die vom IS jederzeit zu aktivierenden unvernetzten und bisher total unverdächtigen
Einzeltäter. Im Vergleich zu Frankreich hat Deutschland im Übrigen noch das Glück, keine koloniale Vergangenheit zwischen sich und seiner muslimischen Bevölkerung zu haben.
D i e Integrationsmängel vor allem bei muslimischen Immigranten sind für Deutschland statistisch sehr einfach nachzuweisen und sollten jedem
Journalisten bekannt oder über das Internet a b r u f b a r s e i n . S o h a b e n n u r 2 7 %
der türkischen Männer und nur 18 % der türkischen Frauen einen berufsqualifizierenden Bildungsabschluß. Und Menschen ohne Berufsabschluß
sind in Deutschland zu etwa einem Fünftel arbeitslos, mit Migrationshintergrund wahrscheinlich noch sehr viel mehr (Abb. 19088). Nach
dem Mikrozensus von 2013 lebte nur ein Drittel der Menschen mit t ü r k i s c h e m Hintergrund überwiegend von eigener Arbeit, verglichen mit 45 % bei Menschen ohne Migrationshintergrund, die durchschnittlich älter und schon deshalb eher von der Rente l e b e n . F a s t 4 0 % a l l e r H a r t z- 4-E m p f än g e r w a r e n
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2014 Menschen mit Migrationshintergrund.
Die Hälfte der Türken lebt nach der neuen TIES-Studie der Universität Osnabrück in W o h n v i e r t e l n , i n d e n e n d e r A n t e i l d e r T ü r k e n b e i 5 0 % u n d höher liegt. Auch die Migrationswelle, die sich jüngst über Deutschland ergoß, wird in denselben Vierteln der immer selben Großstädte auslaufen, wo jetzt schon Menschen mit dem gleichen Bevölkerungshintergrund und meist muslimischer Religion schlecht oder gar nicht integriert, dafür aber
konzentriert leben.
Es ist ja schön, wenn Journalisten ihre deutschen Leser beruhigen wollen, als sei Terror vor allem ein Problem von jenseits des Rheines. Nach dem ersten
großen Massenanschlag in Deutschland werden sie es nicht wieder versuchen.
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