PRESSEMITTEILUNG Staatliches Institut für Musikforschung stellt

Berlin, 18. Juli 2016
DIREKTION UND VERWALTUNG
KATRIN HERZOG
PRESSEMITTEILUNG
PRESSE- UND ÖFFENTLICHKEITSARBEIT
Tiergartenstraße 1
10785 Berlin
Staatliches Institut für Musikforschung stellt zwei Projekte vor:
Versuchsreihe zur audiovisuellen Wahrnehmung und interaktive
Karte zum Berliner Konzertleben
Telefon:
Telefax:
+49 30 254 81-129
+49 30 254 81-172
[email protected]
www.mim-berlin.de
Was geschieht, wenn man den Sound der Berliner Philharmonie hört und
dabei eine gotische Kirche sieht? Das Staatliche Institut für
Musikforschung (SIM) der Stiftung Preußischer Kulturbesitz startet eine
Versuchsreihe, um Empfindungen beim Hören und Sehen von Musik in
unterschiedlichen Umgebungen messen zu können. Im »optoakustischen
Forschungslabor« des SIM werden unter anderem das Empfinden von
Räumen, ästhetische Eindrücke, audiovisuelle Zuordnungen und
entsprechende Gedächtnisleistungen erforscht. In Verbindung mit einer
ausbalancierten Versuchsmethodik wird es so möglich sein, zu
untersuchen, was der Konzertbesucher sieht, wenn er hört – und
umgekehrt. Das Forschungsprojekt zur audiovisuellen Wahrnehmung von
Theater- und Konzerträumen ist Teil der von der Deutschen
Forschungsgemeinschaft geförderten Forschergruppe Simulation and
Evaluation of Acoustical Environments (SEACEN). Es wird in
Kooperation mit der Technischen Universität Berlin und der RWTH
Aachen ausgerichtet.
Außerdem geht eine interaktive Karte online, auf der sich das Berliner
Konzertleben zwischen 1880 und 1945 rekonstruieren lässt. Die Karte
steht seit heute unter der Domain www.topographie.simpk.de zur
Verfügung und verzeichnet etwa 250 historisch-geografische Orte wie
Konzertsäle, Ausbildungsstätten, Ministerien, Musikinstrumentenbauer,
Musikverlage sowie Wohnorte von Interpreten und Komponisten. Das
Topographie-Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zur Dokumentation
eines noch lückenhaft aufgearbeiteten Forschungsbereiches, die intuitive
Bedienung der Karte lädt aber auch zum Stöbern und Entdecken ein.
Ausgangsbasis sind Daten, die im Rahmen des SIM-Projekts »Archiv des
Konzertlebens« ermittelt wurden, das seit Sommer 2013 am SIM läuft.
Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger,
würdigte beide Projekte: »Mit dem Virtuellen Konzertsaal betreibt eine
SPK-Einrichtung Grundlagenforschung zur Wahrnehmungspsychologie.
Noch vor zehn Jahren war es nicht möglich, alle Reize für Augen und
Ohren so genau zu untersuchen, wie es jetzt möglich ist. Die Interaktive
Karte zum Berliner Konzertleben lässt digital das Klangleben einer der
bedeutendsten Musikmetropolen der Welt vom Ende des 19. bis Mitte
des 20. Jahrhunderts wiedererstehen. Das ist eine wunderbare
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Berlin, 18. Juli 2016
Möglichkeit für jeden Musikliebhaber, diese Kulturstadt neu zu
entdecken.«
Der Direktor des Staatlichen Instituts für Musikforschung, Thomas Ertelt:
»Beide Projekte sind gute Beispiele für die Neuausrichtung der Arbeit des
Instituts für Musikforschung. Im Mittelpunkt steht nicht mehr die immanente Auseinandersetzung mit musikalischen und musiktheoretischen
Quellen, sondern die Wirklichkeit der Musik im Konzertsaal, in
Geschichte und Gegenwart. Fragen der Aufführung und Interpretation
von Musik werden dabei unter einer Vielzahl von Aspekten historisch und
systematisch erforscht.«
Weiterführendes Informationsmaterial steht Ihnen unter:
http://www.sim.spk-berlin.de/aktuell_1584.html zur Verfügung.
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