PROFI. Alles stimmt. - Landwirtschaftskammer Schleswig

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Pflanze
BAUERNBLATT | 6. August 2016 ■
PROFI. Alles stimmt.
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Saatgutbeizung in Wintergetreide
Gute Qualität verhindert Abriebstäube
Weizenflugbrand: Statt Kornanlagen und Spelzen enthalten die Ähren braunschwarze Sporenlager, die zunächst von einem grauweißen Häutchen überzogen sind, das später aufreißt und die Sporenmasse freigibt.
In der Mittelpalette der für die
Saatgutbeizung in Wintergetreide zugelassenen Beizen gibt es
gegenüber dem Vorjahr keine Änderungen. Neu zugelassen wurde
kürzlich unter dem Namen Baytan 3 (Wirkstoffe Triadimenol,
Prothioconazol und Fluopyram)
eine neue Gerstenbeize, die aber
in dieser Saison noch nicht vermarktet wird. Die unter dem Namen Vibrance CT vorgesehene Zulassung eines weiteren Beizmittels
(Wirkstoffe Sedaxane, Fludioxonil,
Difenoconazol und Tebuconazol),
die über den Wirkstoff Sedaxane
aus der Gruppe der Pyrazol-Carboxamide auch eine Wirkung auf
Rhizoctonia cerealis, den Erreger
des Spitzen Augenflecks hat, liegt
noch nicht vor.
steht weiterhin die Beizqualität –
insbesondere die Vermeidung von
Abriebstäuben – besonders im Fokus. Die Saatgutbeizung von Raps
und Zuckerrüben darf nur noch in
professionellen SaatgutbehandNeben der Wirkung auf samen- lungseinrichtungen mit Qualitätsund bodenbürtige Krankheiten sicherungssystemen zur Staubmin-
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■ BAUERNBLATT | 6. August 2016
derung erfolgen. Auch bei Getreidesaatgut ist eine gute Beizqualität die Basis für eine gute Wirkung
auf die Schaderreger und den
Schutz von Anwendern und Naturhaushalt.
Neben der klassischen Saatgutbeizung mit fungiziden Wirkstoffen gibt es mit dem Verfahren der
Elektronenbehandlung des Saatgutes eine mögliche Alternative.
In diesem Verfahren erfolgt die Behandlung des Saatgutes durch niederenergetisch beschleunigte Elektronen. Außerdem sind zwei biologische Beizmittel zur Anwendung
im konventionellen und ökologischen Anbau zugelassen.
Hohe Anforderungen
an die Beizqualität
Kriterien für die Beizqualität sind
insbesondere die folgenden Parameter:
●●ein hoher Beizgrad und eine
gleichmäßige Einzelkornverteilung
●●eine gute Haftfestigkeit und ein
geringer Staubabrieb
●●gute Fließeigenschaften und da- eine
mit eine hohe Leistung der Beizund Absackanlage
Die Beizqualität ist in den letzten Jahren durch neue Zusatzstoffe deutlich verbessert worden. Neben einer höheren Haftfestigkeit
der Beize und weniger Abrieb liegen weitere Vorteile dieser Zusatzstoffe in einem besseren Beizbild
und einer besseren Einzelkornverteilung. Positiv sind auch die bessere Fließfähigkeit und die höhere
Absackleistung des Saatgutes. Einen besonders großen Einfluss auf
die Beizqualität hat die Reinigung
des Saatgutes vor der Beizung. Die
Abriebanteile können durch einen
Staubabscheider nach der Beizung
und vor der Absackung weiter reduziert werden.
Samenbürtige Krankheiten
im Blickpunkt
Im Schwerpunkt richtet sich die
Saatgutbeizung gegen samenbürtige Pilzkrankheiten. Verschiedene der am Saatgut anhaftenden
Krankheiten lassen sich nur durch
Saatgutbeizung erfassen.
Hierzu zählen der Steinbrand (Tilletia caries) und der Zwergsteinbrand (Tilletia controversa) an
Weizen, der Flugbrand an Weizen (Ustilago tritici) und Gerste
(Ustilago nuda), der Gerstenhart-
vor allem in Infektionen des Saatgutes mit dem Schneeschimmelerreger Monographella nivalis oder
mit Fusariumarten liegen. Von den
verschiedenen Fusariosen sind insbesondere Fusarium graminearum
und Fusarium culmorum von BeANZEIGE
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Für Höchstleistungen auf dem Acker bei früher Reife
brand (Ustilago hordei), die Streifenkrankheit an Gerste (Drechslera graminea) und der Roggenstängelbrand (Urocystis occulta). Neben den Standardbeizen gibt es
mit Latitude nur noch eine spezielle Beize gegen die Schwarz­
beinigkeit (Gaeumannomyces graminis).
Darüber hinaus ist die Auflaufsicherung des Getreides für einen
gezielten Bestandsaufbau besonders wichtig. Die Ursache für einen schlechten Feldaufgang kann
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deutung, die die Getreidekörner
bereits während der Kornbildung
auf dem Feld infizieren können
(partielle Taubährigkeit).
Gegen folgende Krankheiten ist
eine Beizung unbedingt erforderlich:
●●Steinbrand und Schneeschimmel
an Winterweizen
●●Streifenkrankheit an Wintergerste
●●Schneeschimmel an Winterroggen und Triticale
●●Flugbrand an Weizen und Gerste
für die Saatguterzeugung
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Die wichtigsten derzeit zugelassenen Beizmittel für Getreide sind in der Tabelle aufgeführt.
Die Beizmittel unterscheiden sich hinsichtlich
der zugelassenen Anwendungsgebiete (Indikationen). Auch die zugelassenen beziehungsweise empfohlenen Aufwandmengen differieren
zum Teil je nach Kultur und Schaderreger.
die Saatgutbeizung werden die negativen Auswirkungen auf die Wintergerste in Form von
Pflanzenverlusten deutlich vermindert und die
Überwinterung der Bestände gesichert.
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neue Erregerrassen durchbrochen werden.
In Winterweizen, Winterroggen und Triticale ist eine sichere Wirkung gegen Schneeschimmel und Fusariumarten zur Auflaufsicherung
besonders wichtig. Mit den gegen Schneeschimmel und Fusarium culmorum zugelassenen Beizmitteln ist eine gute auflaufsichernde Wirkung
zu erzielen.
Auch gegenüber Strobilurinen sind weniger
sensitive Pathotypen des Schneeschimmelerregers festgestellt worden. In die Gebrauchsanleitung des Produktes EfA ist deshalb folgender
Hinweis aufgenommen worden: „Bei Auftreten
von gegenüber Strobilurinen (auch Fluoxastrobin) weniger sensitiven Pathotypen des Schneeschimmelerregers (Monographella nivalis) kann
es zu Minderwirkungen bei dieser Indikation kommen“. Das Gesamtrisiko wird allerdings
durch das Vorhandensein eines weiteren, den
Schneeschimmel erfassenden Wirkstoffes (Prothioconazol) in der Beize verringert. Nach derzeitigen Erkenntnissen hat es im norddeutschen
Raum bisher aber noch keine Probleme mit entsprechenden Minderwirkungen gegeben.
Im Weizen muss auch der Weizensteinbrand
(auch Stinkbrand genannt wegen der nach Heringslake riechenden Brandbutten) sicher erfasst werden. Schon geringer Befall kann ganze Erntepartien unverwertbar machen. In Beständen zur Saatgutvermehrung ist außerdem
eine Flugbrandwirkung wichtig. Landor CT verfügt als einzige Beize zusätzlich über eine sichere Wirkung auf den Zwergsteinbrand (Tilletia controversa). Nach gegenwärtigem Kenntnisstand tritt der Zwergsteinbrand aber bisher
nur in Süddeutschland auf.
Im Winterroggen sollte neben dem Schneeschimmel auch der Roggenstängelbrand bei
der Auswahl des Beizmittels stärker beachtet
werden.
Flugbrand und
Streifenkrankheit
In der Wintergerste ist bei der Beizung auf
eine sichere Wirkung auf Flugbrand und Streifenkrankheit zu achten. Daneben ist zur Auflaufsicherung auch eine Wirkung auf samenbürtigen Schneeschimmelbefall empfehlenswert. Eine konkrete Zulassung gegen diesen Erreger haben Landor CT und Orius Universal. Bei
Rubin TT besteht eine Nebenwirkung.
Baytan Universal Flüssigbeize hat als einzige Gerstenbeize auch eine Zulassung gegen
die Typhula-Fäule. Typhula incarnata ist ein
Schwächeparasit, der zu deutlichen Schäden
führt, wenn die Gerste durch ungünstige Einflüsse wie Staunässe oder Frost zusätzlich geschwächt wird. Auch sehr frühe Aussaattermine
können den Typhula-Befall begünstigen. Durch
Roggenstängelbrand: Während der Schossphase
erscheinen an Halmen, Blattscheiden und Blättern
graue, streifenförmige Auftreibungen, die Brandsporenlager.
Fotos: Dr. Hans-Joachim Gleser
E-PURA: Elektronenbehandlung
als Alternative
Unter dem Namen E-PURA (www.e-pura.de)
wird als Alternative zu der chemischen Saatgutbeizung die Elektronenbehandlung von Saatgut angeboten. Es handelt sich um ein physikalisches Verfahren zur Bekämpfung samenbürtiger Schaderreger, bei dem die biozide Wirkung
niederenergetisch beschleunigter Elektronen
genutzt wird. Dieses Verfahren bietet grundsätzliche Vorteile, da es ohne chemische Wirkstoffe funktioniert, keine Abriebstäube auftreten und entsprechend behandeltes Saatgut
auch verfüttert werden kann. Die Beizstaubfreiheit ist auch sehr vorteilhaft für den Anwender.
In mehrjährigen Versuchen konnte die Wirkung dieses Verfahrens bestätigt werden. Brandkrankheiten wie der Weizensteinbrand und der
Roggenstängelbrand werden besonders gut
erfasst. Es gibt aber auch Wirkungslücken beziehungsweise Wirkungsschwächen, die zu beachten sind. Flugbrande und bodenbürtige Pathogene wie Fusariumarten und Schneeschimmel (Monographella nivalis) werden nicht beziehungsweise nicht ausreichend erfasst. Auch
bei der Streifenkrankheit der Gerste werden die
Wirkungsgrade der klassischen Saatgutbeizung
nicht erreicht. Unter Beachtung der genannten
Wirkungslücken beziehungsweise -schwächen
ist eine Behandlung von Z-Saatgut gut möglich,
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Tabelle: Beizmittel und Indikationen in Wintergetreide – zugelassene/empfohlene Aufwandmengen (ml/dt) Stand: 6.6.2016
Schwarzbeinigkeit*
NH 677/678
150
-
-
-
NH 677/679
- 200 200 200 - 200 200 200 200
200 - 150 150 150 150
-
-
-
200 200 160 160 160
-
200 200
160 160
-
150 150 - 150
120 120 120 -
-
150 150
200 200
-
200
-
-
-
-
200 200 200 200 200 200
200 200
200 200
-
200
-
-
-
-
-
200 200 200
200 200 200
250 250
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
Schneeschimme**
-
Stängelbrand
160
Zwergsteinbrand
-
Flugbrand
150 150
-
Steinbrand
-
Typhula-Fäule*
200 200
-
Rhynchosporium*
-
Stängelbrand
Fusarium culmorum**
-
Schneeschimmel**
120
Schwarzbeinigkeit*
-
Septoria nodorum**
Fusarium culmorum**
NH 677/679
NT 679
- 200 200 200
400 500 500 400 -
Echter Mehltau*
Schneeschimmel**
-
-
160 160 160
Auflagen
(fett =
bußgeld­
bewehrt)
-
-
Netzflecken*
Flugbrand
400 400
Triticale
Fusarium culmorum**
Tebuconazol 5 + Fludioxonil 25
Fuberidazol 9 + Imazalil 10
+ Triadimenol 75
Celest
Fludioxonil 25
EfA
Fluoxastrobin 37,5 + Prothioconazol 25
+ Tebuconazol 3,75 + Triazoxid 10
Landor CT
Tebuconazol 5 + Difenconazol 20
+ Fludioxonil 25
Latitude
Silthiofam 125
Orius Universal
Tebuconazol 15 + Prochloraz 60
Rubin TT
Prochloraz 38,6 + Pyrimethanil 42
+ Triticonazol 25
Zardex G
Imazalil 20 + Cyproconazol 5
*nur zur Befallsminderung, **samenbürtiger Befall
Winterroggen
Schneeschimmel**
Arena C
Baytan UFB
Winterweizen
Steinbrand
Wintergerste
Wirkstoffe und -gehalte
in g pro l
Streifenkkrankheit
Präparate
(Auswahl)
150 150
-
- 200
200 NH 677/679
150 -
NH 677/679
Diese Tabelle ersetzt nicht die genaue Beachtung der Gebrauchsanleitung.
Erläuterungen zu der Tabelle Beizmittel in Wintergetreide (rot/fett = bußgeldbewehrt):
NT 679Das Mittel ist giftig für Vögel; deshalb dafür sorgen, dass kein Saatgut offen liegen bleibt. Vor dem Ausheben der Schare Dosiereinrichtung rechtzeitig abschalten, um N
­ achrieseln zu vermeiden.
NH 677 Auf Packungen mit gebeiztem Saatgut ist folgende Kennzeichnung anzubringen: „Verschüttetes Saatgut sofort zusammenkehren und entfernen.“
NH 678Auf Packungen mit gebeiztem Saatgut ist folgende Kennzeichnung anzubringen: „Das Mittel ist giftig für Kleinsäuger; deshalb dafür sorgen, dass kein Saatgut offen liegen bleibt. Vor dem Ausheben der
Schare Dosiereinrichtung rechtzeitig abschalten, um Nachrieseln zu vermeiden.“
NH 679Auf Packungen mit gebeiztem Saatgut ist folgende Kennzeichnung anzubringen: „Das Mittel ist giftig für Vögel; deshalb dafür sorgen, dass kein Saatgut offen liegen bleibt. Vor dem Ausheben der Schare
Dosiereinrichtung rechtzeitig abschalten, um Nachrieseln zu vermeiden.“
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Gerstenflugbrand: Wie beim Weizenflugbrand werden statt Kornanlagen und Spelzen braunschwarze
Sporenlager gebildet. Die Brandsporen stäuben bei Wind aus und infizieren in der Blüte gesunde Ähren.
eine Anwendung bei Nachbausaatgut ist aber
nicht zu empfehlen.
Die Elektronenbehandlung ist für alle Getreidearten umfassend erprobt. Dem unterschiedlichen Aufbau des Korns (zum Beispiel Dicke der
Samenschale, Vorhandensein von Spelzen) wird
durch die spezielle Bemessung der Elektronenenergie Rechnung getragen. Das Saatgut ist
nach der Elektronenbehandlung äußerlich unverändert, mit dem Verfahren der Photolumineszenz ist ein Nachweis der Behandlung möglich. Der schnellere Feldaufgang kann bei späteren Aussaatterminen von Vorteil sein.
Die Aussaatmenge muss nicht verändert werden. Bei der Einstellung der Drillmaschine ist allerdings zu beachten, dass die Fließfähigkeit des
Saatgutes deutlich höher ist, als bei chemisch
gebeiztem Saatgut. Elektronenbehandeltes
Saatgut wird zum gleichen Preis wie chemisch
gebeiztes Saatgut angeboten.
Bakterien als biologische
Saatgutbeize
Neben den klassischen Saatgutbeizen und der
Elektronenbehandlung sind auch zwei biologische Beizmittel zur Anwendung im konventionellen und ökologischen Anbau zugelassen. Sie enthalten beide als aktive Substanzen Bodenbakterien der Gattung Pseudomonas. Die beiden Formulierungen unter den Handelsnamen Cedomon
und Cerall wurden speziell für Getreide mit und
ohne Spelzen entwickelt. Bei Cedomon handelt
es sich um eine Formulierung auf Rapsölbasis mit
einer Zulassung gegen Fusarium-Arten, die Streifenkrankheit und die Netzfleckenkrankheit an
Gerste sowie gegen Steinbrand an Dinkel.
Cerall ist auf Wasserbasis formuliert und gegen Fusarium-Arten in Roggen, Triticale und
Weizen sowie gegen Septoria nodorum und
Steinbrand in Weizen zugelassen. Diese beiden Beizmittel wurden in Schleswig-Holstein in
den Demonstrationsbetrieben zum Integrierten
Pflanzenschutz im Vergleich zu den konventionellen Beizmitteln und der Elektronenbehandlung getestet. Hier gab es keine besonderen
Auffälligkeiten. Weitere Versuchserfahrungen
liegen aber nicht vor.
Maßnahmen
gegen Blattläuse
Als insektizid wirkende Beize hat derzeit lediglich Contur Plus (Wirkstoff 125 g/l beta-Cyfluthrin) gegen die Getreidebrachfliege im Winterweizen mit 60 ml/dt eine Zulassung. Contur
Plus wird zusammen mit dem Haftmittel Inteco
vertrieben. Damit wird eine bessere Anhaftung
am Korn sowie eine Verminderung von Abriebstäuben erreicht. Eine Saatgutbeize gegen
Blattläuse als Virusvektoren steht in Deutschland weiterhin nicht zur Verfügung.
Die Virusübertragung muss daher durch
pflanzenbauliche Maßnahmen (Beseitigung
von Ausfallgetreide, spätere Aussaattermine)
sowie gezielte Insektizidbehandlungen nach
dem Auflaufen des Getreides verhindert werden. Mit einer verzögerten Aussaat lässt sich
das Risiko früher Blattlausinfektionen deutlich
reduzieren. Nach dem Auflaufen müssen die
Bestände dann regelmäßig auf Blattläuse kontrolliert werden, bei entsprechendem Blattlausbefall (Schwellenwert 10 % besiedelte Pflanzen)
sind umgehend gezielte Behandlungen mit einem zugelassenen Insektizid durchzuführen.
Dr. Hans-Joachim Gleser
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