Biologe gibt Einblick in die Unterwasserwelt

32. Jahrgang
GZA/PP 8048 Zürich, Post CH AG
Donnerstag, 14. Juli 2016
Nr. 28/29
Erscheint 1-mal wöchentlich, am Donnerstag Herausgeber: Lokalinfo AG, Buckhauserstrasse 11, 8048 Zürich Verlag Tel. 044 913 53 33, Fax 044 910 87 72 www.lokalinfo.ch
Biologe gibt Einblick in die Unterwasserwelt
Am Küsnachter Horn hatten
Anwohner die Möglichkeit,
mit dem Gewässerbiologen
Patrick Steinmann die grosse Artenvielfalt des Zürichsees zu erkunden.
Zürichsee ursprünglich gar nichts
verloren haben. In den letzen 10 bis
15 Jahren seien immer mehr Arten
aus den USA, Asien und dem Gebiet
ums Schwarze Meer eingeschleppt
worden, erklärt Steinmann.
Mit Frachtschiffen importiert
Leslie Haeny
Ausgerüstet mit Schnorchel und Taucherbrille, trafen sich die Teilnehmer
des Tauchgangs vergangenen Donnerstag im kleinen Park am See. Der
vom Naturnetz Pfannenstil organisierte Anlass «Abgetaucht» drehte
sich ganz um die Unterwasserwelt
des Zürichsees und um die über
1000 Arten an Lebewesen, die darin
heimisch sind. Gewässerbiologe Patrick Steinmann animierte die Teilnehmer – unter denen auch Gemeinderat Martin Wyss war –, den See,
insbesondere den Seegrund zu erkunden und alle gefundenen Gegenstände, Pflanzen und kleinen Lebewesen mit an Land zu bringen.
Nixenkraut,
Wandermuscheln,
Höckerflohkrebse, Algen und noch einiges mehr zogen die Schnorchlerinnen und Schnorchler aus dem See.
Der Fachmann wusste viel Spannendes über die Organismen zu berichten und räumte mit gängigen Klischees auf: «Die Pflanzen, die einen
zum Teil beim Schwimmen kitzeln,
sind weder Algen noch Schlingpflanzen und auch kein Seegras, sondern
Blütenpflanzen, die früher an Land
lebten und sich wieder ins Wasser
zurückentwickelt haben.» Es sei ein
Märchen, dass sich die Gewächse um
Beine oder Füsse wickelten und
Schwimmer so zum Ertrinken bringen könnten.
Während des Tauchgangs wurden Tierarten angetroffen, die im
Biologe Patrick Steinmann erklärt den Schnorchlern die Besonderheiten des Nixenkrauts.
Manche der Lebewesen, wie zum Beispiel die Erbsenmuschel, sind so
klein, dass man sie nur durch das Mikroskop richtig erkennen kann.
Fotos: Leslie Haeny
Gemeinderat Martin Wyss zog eine
Wasserpflanze aus dem See.
Einer der ersten dieser Einwanderer
ist die Wandermuschel, die sich an
Steinen und anderen Gegenständen
im See festsetzt und den Schwimmern oftmals die Füsse zerkratzt.
Diese Muschelart wurde in den
70er-Jahren eingeschleppt und gehört mittlerweile zu den am weitesten verbreiteten Spezies im Zürichsee. Die meisten dieser versehentlich importierten Tiere gelangen
über das Ballastwasser von Frachtschiffen in unsere Breitengrade.
Auch die oft thematisierten Entenflöhe kamen zur Sprache: So
handelt es sich bei diesem Tier nicht
um einen Floh, sondern um Wurmlarven. Diese sind im Wasser auf der
Suche nach einer Ente, bei der sie
sich unter die Haut bohren und bis
in den Darm gelangen können, wo
sie sich schliesslich zum Wurm entwickeln. «Dummerweise können die
Larven nicht zwischen Mensch und
Ente unterscheiden.» Gelange eines
der Tiere unter die menschliche
Haut, werde dieses sofort vom Immunsystem abgetötet, wodurch der
unangenehme Juckreiz entstehe.
Neben «Abgetaucht» organisiert
das Naturnetz Pfannenstil noch weitere Anlässe, welche die regionalen
Anwohner dazu animieren, die Natur vor der Haustür zu entdecken.
So findet am 31. August in Herrliberg ein Informationsabend über
Igel statt.
Weitere Informationen über das Naturnetz
Pfannenstiel und bevorstehende Veranstaltungen: www.naturnetz-pfannenstil.ch.
Die Meisterschaften gewinnen
Den Pfarrer verabschieden
Die Badis bewerten
Fünf Mal Gold, zwei Mal Silber und ein Mal Bronze. Die Juniorinnen und Junioren des Seeclubs Küsnacht gewannen bei
den Schweizer Rudermeisterschaften auf dem Rotsee in Luzern so viel Edelmetall wie noch nie.
Seite 5
Herrliberg war seine erste und einzige Stelle als Pfarrer.
Nach 16 Jahren voller Taufen, Abdankungen und Gottesdienste ist nun Schluss. Andreas Schneiter verlässt die Goldküste und zieht nach Oetwil am See.
Seite 6
Welche Badi hat den grössten Flirtfaktor? Wo gibt es die beste Auswahl im Gastrobereich? Wie sieht es mit der Sauberkeit aus? Das Duell zwischen dem Strandbad Mythenquai
und dem Seebad Utoquai.
Seite 9
Küsnacht ZH
Limousinenservice 24 h
Flughafentransfer Pauschalpreise:
bis 7 Pers./8 Koffer
Fr. 100.–
bis 4 Pers./2 Koffer
Fr.80.–
Zürichstrasse 101a, 8700 Küsnacht
Christos Charatsaris, 076 520 39 59
[email protected]
Bezahlung mit Kreditkarten möglich
2
Stadt Zürich
Nr. 28/29
14. Juli 2016
AKTUELL
Zürich Open Air: Für jedes Wetter gewappnet
Das letzte grosse Schweizer
Open-Air-Festival des Sommers in Rümlang bietet
gute Musik, tolle Stimmung, eine ausgefallene
Dekoration und nicht
zuletzt auch Schutz
vor Regenwetter.
Festivalpässe
zu gewinnen
Lokalinfo verlost 6 Viertages-Festivalpässe (im Wert von je 218
Franken) für das Zürich Open Air.
Mitmachen – und gewinnen – ist
einfach: Bis spätestens 25. Juli eine E-Mail mit Betreffzeile «ZOA»
und vollständigem Absender schicken an:
[email protected]
oder eine Postkarte an:
Lokalinfo AG
Wettbewerb «ZOA»
Buckhauserstrasse 11
8048 Zürich
Ronny Widmer
Jedes Jahr bemühen sich die Organisatoren des Zürich Open Airs, ein
unvergessliches Erlebnis zu bieten.
Mit The Chemical Brothers, Massive
Attack, Foals, Last Shadow Puppets,
Edward Sharpe & The Magnetic Zeros und Amy Macdonald hat das
Festival auch diesen Sommer wieder
einige musikalische Highlights im
Köcher. Für jeden Musikgeschmack
und für jede Stimmung lässt sich unter den mehr als 40 Acts etwas finden.
Keine Korrespondenz über den Wettbewerb. Rechtsweg ausgeschlossen.
Vorbereitung ist alles
Damit sich Interessierte auf das Festival vorbereiten können, haben sich
die Organisatoren dieses Jahr etwas
Besonderes einfallen lassen. Unter
dem Titel «Zürich Open Air» finden
sich auf Spotify und Youtube Playlists mit Bands, die am Festival in
Rümlang auftreten. Perfekt für Unentschiedene oder Musikbegeisterte,
die sich nichts entgehen lassen wollen. Mit 60 000 Musikbegeisterten
wird am Zürich Open Air gerechnet
– und mit viel Abfall. Mit einem De-
Gute Stimmung auf dem Festivalgelände am letztjährigen Zürich Open Air.
potsystem für Geschirr, PET und Abfallsäcke auf dem Campingareal sowie der Hilfe von vielen Freiwilligen,
die den Abfall regelmässig beseitigen, wird gewährleistet, dass das
Gelände sauber bleibt. Zurückgelassene Zelte in gutem Zustand und
verpackte Essensreste werden nach
dem Festival an gemeinnützige Organisationen vermittelt. Auch für
Foto: Eduard Meltzer
den Fall, dass der Zürcher Böögg
mit seiner Prognose recht behalten
und das Zürich Open Air eine nasse
Angelegenheit werden sollte, wurde
vorgesorgt. Bei schlechtem Wetter
bieten die Zeltbühne und das Zirkuszelt «Dance Circus» den Besuchern
Unterschlupf. Zudem wird es viele
überdachte Sitzmöglichkeiten geben,
und auf dem Gelände werden grosszügig Bodenplatten verlegt.
Das Zürich Open Air geht vom
Mittwoch, 24., bis Samstag, 27. August über die Bühne. Wer die Festivalsaison gebührend ausklingen lassen will, hat hier die Gelegenheit dazu. Denn es sind noch Tickets für alle Tage erhältlich, und auch Mehrtagespässe können noch ergattert werden.
Zürich Open Air, 24. bis 27. August, Rümlang. Weitere Informationen,detailliertes
Programm, Lageplan und Ticket auf:
www.zurichopenair.ch.
ANZEIGEN
Violinist und ZKO-Konzertmeister Willi Zimmermann, hat mit der Bratschistin Ruth Killius
Foto: Thomas Enzenroth
und dem Cellisten Daniel Haefliger das Trio Alexander gegründet.
Klein, aber fein: Die Serenaden im Park
Das Trio Alexander mit Werken von
Schubert, Mozart und Hindemith erwartet die Gäste an der Eröffnung
der musikalischen Sommerreihe
«Serenaden im Park».
Dank den traditionsreichen Serenaden im Park
der Villa Schönberg müssen Zürcher Musikliebhaber nicht im Sommerloch darben, wenn sich
Tonhalle und Opernhaus in ihren wohlverdienten Urlaub verabschieden. Bekannte und unbekannte Kammermusik in ganz unterschiedlichen Besetzungen wird sowohl von jungen wie
auch lang etablierten Musikern dargeboten.
Am Mittwoch, 20. Juli, bestreitet das neu
gegründete Trio Alexander sein Zürcher Debüt
mit Streichtrios von Schubert, Hindemith und
Mozart. Letzterer ist vertreten mit seinem wunderbaren Divertimento in Es-Dur, KV 563. Der
Konzertmeister des Zürcher Kammerorchesters
Willi Zimmermann hat sich mit der deutschen
Bratschistin Ruth Killius und dem in Genf
wohnhaften Cellisten Daniel Haefliger zusammengetan, um die sonst vernachlässigte
Wettbewerb
Lokalinfo verlost 3x 2 Tickets für das Konzert des Trios Alexander vom 20. Juli. Wer
dabei sein möchte, ruft am Freitag, 15. Juli,
von 14.00 bis 14.15 Uhr (und nur dann) folgende Nummer an :
Telefon 044 913 53 96
Keine Korrespondenz über den Wettbewerb.
Rechtsweg ausgeschlossen.
Streichtrio-Literatur zu pflegen; alle drei Musiker bringen langjährige Erfahrung als Solisten
und Kammermusiker mit.
Bei schlechtem Wetter finden die Konzerte
in der Kirche Enge statt (Auskunft nachmittags
unter www. chambermusic.ch). Unnummerierte Sitzplätze sind erhältlich im Vorverkauf bei
Musik Hug, Jecklin am Pfauen, der Post oder
auf www.ticketino. com sowie an der Abendkasse ab 18.30 Uhr. Weitere Serenaden folgen
jeweils mittwochs bis zum 10. August.
(pd./mai.)
Mittwoch, 20. Juli, 19.30 Uhr, Villa Schönberg, Gablerstrasse 14 (Tram 7 bis Museum Rietberg).
Küsnachter
AKTUELL
RPK-Wahl: Jositsch
portiert René Wider
René Wider (SP) erhält prominente Unterstützung: Ein Ständerat, eine Nationalrätin, ein Gemeinderat und eine
Parteisektions-Präsidentin empfehlen
den Wirt des Kunsteisbahn-Restaurants zur Wahl in die Rechnungsprüfungskommission (RPK).
So nüchtern und unspektakulär die
Amtsbezeichnung tönt, so eminent ist
die lokalpolitische Bedeutung: Die elf
Mitglieder der RPK bieten im Hintergrund Gewähr für das reibungslose
Funktionieren des Gemeindewesens.
Seit dem Wechsel des früheren RPKMitglieds Klemens Empting in die
Schulpflege ist ein RPK-Sitz vakant. Ulrich Sauter möchte ihn für die FDP
verteidigen, René Wider will ihn für die
Sozialdemokraten erobern.
Weil insbesondere in der bürgerlich
dominierten Goldküstengemeinde und
vor allem im sensiblen Bereich der
Ausgabenkontrolle auch eine linke
Stimme gehört werden muss, hat sich
ein namhaftes Unterstützungskomitee
für den SP-Mann Wider konstituiert:
Allen voran der Zürcher Ständerat und
Rechtsprofessor Daniel Jositsch (SP)
sowie Nationalrätin Chantal Galladé
(SP), auf der kommunalen Ebene Gemeinderat Gerhard Fritschi (SP) und
Heidi Häfeli, Präsidentin der SP-Sektion Küsnacht – sie alle stellen sich hinter die Kandidatur des ökonomisch
versierten und kulturell interessierten
Gastronomen.
«Gelernt knapp zu kalkulieren»
Wider ist sich bewusst, dass seine
Wahl den Bruch einer langen Tradition
bedeuten würde. Er macht sich keine
Illusionen: «Ich rechne mit einem umstrittenen Wahlkampf.» Und ist dennoch zuversichtlich: «Als Gastro-Unternehmer habe ich gelernt, knapp zu
kalkulieren. Ich sehe mich auch als
Vertreter der KMU-Interessen, der gut
vernetzt und über die Grenzen der SP
hinaus wählbar ist.» Wider, der früher
als Unterhaltungsmusiker am Schlagzeug sass, erreicht im kommenden
Jahr das Pensionsalter. Das sei allerdings kein Grund, sich zur Ruhe zu
setzen, sagt er – ganz im Gegenteil:
«Ich werde Zeit haben, mich für neue
Aufgaben einzusetzen, und das möchte
ich als Regionalpolitiker für das Wohl
meiner Mitbürger und Mitbürgerinnen
tun. Hier in Küsnacht, und vor allem
auch im Ortsteil Itschnach.» (pd.)
AUS DER KÜSNACHTER POLITIK
14. Juli 2016
3
APROPOS . . .
Küsnachter Politik bewegt sich weiter
liegen aufseiten der Politischen Gemeinde Rechnung zu tragen, allerdings ohne das Projekt zu verzögern.
Thomas Albert
Angesichts der diesjährigen Fussball-Europameisterschaft ist Bewegung in aller Munde. Ganz besonders
in sportlicher Hinsicht. Während
zwei Teams à 11 Fussballer versuchen, ein Spiel zu gewinnen, werden
bei uns fleissig Panini-Bilder gesammelt und Public-Viewing-Anlässe
(«Rudelgucken» ist gemäss Duden
seit 2011 das deutsche Synonym)
veranstaltet. Selbst das Züri Fäscht
musste sich behaupten.
Aber auch die Küsnachter Politik
bewegt sich weiter, ganz im Sinne
Galileo Galileis berühmten Zitats
«Eppur si muove». Aus freisinniger
Sicht war es überaus erfreulich, dass
die Jahresrechnungen 2015 sowohl
der Politischen Gemeinde als auch
der Schulgemeinde deutlich besser
als veranschlagt herausgekommen
sind. Die Jahresrechnung der Politischen Gemeinde schloss mit einem
Aufwandüberschuss von 1,7 Millionen Franken ab. Dies entspricht im
Vergleich zum budgetierten Defizit
von 8,2 Millionen Franken einem
deutlich besseren Ergebnis. Auch die
Schulgemeinde schloss mit einem Ertrag von 250 000 Franken um 4,65
Millionen Franken besser ab als erwartet. In beiden Fällen wirkten sich
vor allem höhere Steuererträge positiv aus.
Einheitsgemeinde bis 2018
Aber auch die Bestrebungen beider
Gemeinden, Ausgaben zu hinterfragen und Massnahmen einzuleiten,
scheinen Früchte zu tragen. Nach der
– auch innerhalb des Freisinns nicht
unumstrittenen – Steuererhöhung um
2 Steuerprozente bei der Schulge-
Freude über neuen RPK-Präsidenten
«Ich bin überzeugt,
dass die Einheitsgemeinde
für Küsnacht
der richtige Weg ist.»
Thomas Albert (FDP)
meinde im letzten Dezember dürften
fiskalpolitische Massnahmen nun
nicht mehr an der Tagesordnung
sein.
Ein anderes Thema, das von der
FDP Küsnacht im letzten Jahr wieder
angestossen und zusammen mit den
anderen Küsnachter Ortsparteien den
Behörden zugetragen wurde, ist die
Einheitsgemeinde. Ich bin überzeugt,
dass die Einheitsgemeinde für Küsnacht der richtige Weg ist, und ich
bin dezidiert der Meinung, dass diese
im Hinblick auf die Behördenwahlen
2018 ermöglicht werden sollte.
Selbstverständlich gilt es, den Bedenken aufseiten der Schulgemeinde,
aber auch den Bedürfnissen und An-
In diesem Zusammenhang hat es
mich anlässlich der letzten Gemeindeversammlung sehr gefreut, zu vernehmen, dass die konkreten Gespräche zwischen Gemeinderat und
Schulpflege im Gange sind und dass
die Küsnachter Bevölkerung voraussichtlich am 26. November 2017
über diese wichtige Vorlage abstimmen wird. Auch in personeller Hinsicht gab und wird es wieder Bewegung in der Küsnachter Politik geben.
Nach der Wahl des bisherigen RPKPräsidenten Klemens Empting in die
Schulpflege wurde David Doneda in
stiller Wahl als neuer Präsident der
Rechnungsprüfungskommission bestätigt. Es freut mich sehr, dass dieses wichtige Kontrollgremium weiterhin durch einen freisinnigen Vertreter präsidiert wird, und ich wünsche
ihm viel Erfolg und Befriedigung im
Amt.
Am 25. September gilt es dann, in
einer Ersatzwahl das noch fehlende
Mitglied der RPK zu bestimmen. Mit
Ulrich Sauter stellt die FDP Küsnacht
einen erfahrenen Fachmann zur
Wahl. Ulrich Sauter, Mitglied der Geschäftsleitung und General Counsel
eines führenden Finanzunternehmens in Zürich, wird die erfolgreiche
freisinnige Arbeit in der RPK fortführen und unsere Behörden in konstruktiver Weise kritisch begleiten.
Ich zähle auf die Unterstützung der
Küsnachterinnen und Küsnachter!
Thomas Albert ist Präsident der FDP Küsnacht.
WAS ZEIGT DIESES BILD?
Rekurs an der Florastrasse zurückgezogen
Die Besitzer des Hauses an der Florastrasse 4/6 möchten das bestehende
Gebäude abreissen und durch ein
neues Wohngebäude ersetzten. Anwohner Eduard Schnurrenberger hatte dagegen Rekurs eingelegt, da 90
Prozent des Vorgartens für Parkplätze
genutzt werden sollen. (Der «Küsnachter» berichtete am 30. Juni.)
Die beiden Parteien haben sich
nun aussergerichtlich geeinigt und
Schnurrenberger hat den Rekurs zurückgezogen. Als Gegenleistung verzichtet der Besitzer der Florastrasse
4/6 auf dem Dach eine Natelantenne
zu bauen. Dieser nicht geplante, aber
mögliche Bau hätte Schnurrenberger
ebenfalls gestört. Rechtlich dagegen
vorgehen hätte er allerdings nicht gut
können.
Schnurrenberger sieht die Einigung mit gemischten Gefühlen. Einerseits freue er sich, dass eine Antenne
an der Florastrasse 4/6 nun sicher
nicht geplant werden kann. «Dennoch
bin ich unglücklich, dass die Vorgartengestaltung bei einem weiteren
Haus unbefriedigend und schon gar
nicht schön wird, da sie zu 90 Prozent
privaten Zufahrten und Parkplätzen
dient», meint er weiter. (oli.)
Nr. 28/29
Annemarie
Schmidt-Pfister
In der Welt der Tablets, Laptops
und Smartphones herrscht längst
sprachlicher Shitstorm: Kein Tag,
da wir nicht unsere Computer
usen, Apps downloaden oder Mails
und News checken. Bei Bundesrat
Alain Berset würde eitel Freude
herrschen, wenn wir auch nur einen Bruchteil dieser Fremdsprachen-Energie fürs Lernen unserer
zweiten Landessprache bemühen
würden ...
Sprach-Güsel
Doch obgenannter Wortschatz
beschränkt sich längst nicht auf die
Social-Media-World. Man denke etwa an Swissness – unschweizerischer gehts ja gar nicht! Oder ans
Littering, das rund um Zürichs Seebecken und anderswo ausschliesslich auf Englisch stattfindet, obwohl
es nicht home made, sondern einfach hausgemacht ist. Oder, so lesen wir: Am Züri-Fäscht waren
kürzlich Menschenmassen und auf
ihren Spuren neu geschaffene
Crowd-Spotters unterwegs, um mit
einer eigens dafür entwickelten
App einen Durchblick durchs
Durchkommen zu gewinnen. Die
neuen Termini technici liessen sich
nicht
angemessen
übersetzen,
muss ich mir sagen lassen. Wirklich? Es müsste doch ein amüsantes Gesellschaftsspiel sein, für die
einen oder anderen Ausdrücke eine
deutsche Bezeichnung zu «developpen», ohne gleich in Deutschtümelei zu verfallen – die Isländer, für
die wir ja in den letzten Wochen
viel Sympathie entwickelt haben,
bildeten schon 1964 zur Vermeidung von Anglizismen ein spezielles Komitee, das für neue technische Errungenschaften isländische
Namen sucht oder erfindet, für den
Computer zum Beispiel. «Zählwerk», für das Telefon simpel
«Draht». Oder denken wir an denjenigen, der im Küsnachter Horn
die mit «Underground» beschrifteten Wegweiser zur unterirdischen
Abfallsammelstelle mit «GüselLoch» überschrieb und so, mit Verlaub, einen bemerkenswerten Beitrag gegen «Sprach-Littering» leistete. Die sprachwitzigen Hinweisschilder, die erst noch rundum verständlich sind – vielleicht hätte ja
sonst der eine oder andere die Untergrundbahn gesucht? –, durften
bleiben. Womit gleich doppelt
Punkte zu belobigen sind: nämlich
im Kampf gegen «gewöhnlichen»
wie auch gegen Sprach-Güsel.
IN EIGENER SACHE
«Küsnachter» alle 14 Tage
Ein Haus, das vermutlich in Küsnacht liegt. Die Postkarte trägt einen Stempel aus dem Jahr 1912 von Küsnacht. Das Ortsmuseum sucht weitere Informationen zu diesem Gebäude.
Foto: Archiv Ortsmuseum Küsnacht.
Das Ortsmuseum Küsnacht braucht
die Hilfe der «Küsnachter»-Leserinnen und -Leser. In den letzten Jahren
hat das Ortsmuseum nämlich sein gesamte Fotoarchiv mit rund 10 000
Fotos digitalisiert und inventarisiert.
Bei einigen Fotos fehlen aber weiterführende Informationen. Der «Küsnachter» veröffentlicht diese Fotos in
loser Folge. Gefragt sind Leserinnen
und Leser, die dazu Informationen
liefern können. (aj.)
Bild Nr. 35 540
Das Bild mit Inventarnummer
35 540 zeigt ein Haus, das vermutlich in Küsnacht liegt. Ein Poststempel verrät, dass die Ansichtskarte im
Jahr 1912 in Küsnacht versendet
wurde. Das Ortsmuseum möchte
wenn möglich Strasse und Hausnummer dieses Hauses erfahren.
Gerne nimmt es auch weitere Infor-
mationen zum Bild entgegen.
Wer etwas weiss, meldet sich unter Angabe der Inventarnummer per
Mail bei: [email protected] oder unter 044 910 59 70.
Das Museumsbüro ist erst ab
dem 17. August wieder besetzt. Das
Museum selbst ist während der
Sommerferien geöffnet. (aj.)
Während der Sommerferienzeit wechselt der «Küsnachter» wie gewohnt in
den Zweiwochenrhythmus. Die nächsten Nummern erscheinen am Donnerstag, 28. Juli, am 11. und am 28.
August. Nach den Sommerferien (ab
Woche 34) erscheint der «Küsnachter» wieder jeden Donnerstag.
Noch eine Bitte an alle Veranstalter während dieser Zeit: Senden Sie
uns Ihre Informationen und Vorschauen auf Anlässe bitte frühzeitig,
das heisst mindestens drei Wochen
vor dem Veranstaltungsdatum. Ansonsten können wir sie leider nicht
berücksichtigen.
Redaktion und Verlag
4
Nr. 28/29
14. Juli 2016
AMTLICHE ANZEIGEN / INFORMATION
Amtliche Publikationen
Bauprojekte
Bauherrschaft:
vertreten durch Architekturbüro Gianni La
Russa AG, Hanfländerstr. 3, 8640 Rapperswil
Projektverfasser: Architekturbüro Gianni La Russa AG, Hanfländerstrasse 3, 8640 Rapperswil SG
Objekt/Beschrieb: Abbruch Gebäude Vers.-Nr. 1853 und Neubau
eines Einfamilienhauses auf dem Grundstück
Kat.-Nr. 7692
Zone:
Wohnzone W2/1.40
Strasse/Nr.:
Lärchenweg 2, 8700 Küsnacht
Bauherrschaft:
Elisabeth Rüegg-Schwarzenbach, Goldbacherstrasse 39, 8700 Küsnacht
Projektverfasser: Thermogreen AG, Kaiserstuhlstrasse 2, 8154
Oberglatt
Objekt/Beschrieb: Am Wohnhaus angebaute Sitzplatzüberdachung am Gebäude Vers.-Nr. 1334, auf dem
Grundstück Kat.-Nr. 2834
Zone:
Wohnzone W2/1.20
Strasse/Nr.:
Goldbacherstrasse 39, 8700 Küsnacht
Die Bauakten liegen während 20 Tagen, vom Datum der Ausschreibung an, beim Bauamt der Gemeindeverwaltung Küsnacht auf.
Begehren um Zustellung baurechtlicher Entscheide können innert der gleichen Frist schriftlich bei der örtlichen Baubehörde
gestellt werden. E-Mail-Zuschriften erfüllen die Anforderungen
an die Schriftlichkeit in der Regel nicht. Wer das Begehren nicht
innert dieser Frist stellt, hat das Rekursrecht verwirkt. Die Rekursfrist läuft ab Zustellung des Entscheides (§§ 314–316 PBG).
14. Juli 2016
Die Baukommission
Amtliche Informationen
Berichte aus dem Gemeinderat
Sitzung vom 6. Juli 2016
Gemeinderat / Rücktritt Martin Bachmann / Stellungnahme zum
Entlassungsgesuch / Anordnung Ersatzwahl
Der Gemeinderat unterstützt das Gesuch von Martin Bachmann
auf Entlassung aus dem Gemeinderat bis spätestens 15. Dezember 2016. Vorbehältlich der Gutheissung des Entlassungsgesuches durch den Bezirksrat und sofern keine stille Wahl erfolgen kann, wird die Ersatzwahl auf den 27. November 2016,
ein allfälliger 2. Wahlgang auf den 12. Februar 2017 festgesetzt.
Stellungnahme zu den Angebotsstossrichtungen ZSG für das
Fahrplanverfahren 2018/19
Die Regionale Verkehrskonferenz Pfannenstiel hat ihre Delegierten zur Stellungnahme zu den Angebotsstossrichtungen
2018 und 2019 der Zürichsee Schifffahrt eingeladen. In Ergänzung zur Stellungnahme des Gemeinderates vom 8. Juni 2016
zu den Tarifmassnahmen ZVV 2017 beantragt der Gemeinderat:
– die Stärkung der Schifffahrtsquerverbindungen mit Erschliessungsfunktion als weiteres strategisches Ziel für die Angebotsstossrichtungen 2018 und 2019 zu formulieren und ein
entsprechendes Angebot zu gewährleisten;
– die Ankunfts- und Abfahrtszeiten an der Haltestelle «Küsnacht, Schiffsstation» zu optimieren, falls dies durch die vorgesehene Anpassung der Fahrzeiten nicht ohnehin bereits
erfolgt ist;
– im Sinne einer strategischen Stärkung der Querverbindungen
die Einführung von Direktkursen nach Thalwil am späten
Nachmittag zu prüfen;
– sowohl die Direktkurse als auch die Verbindungen via Heslibach-Erlenbach nach Thalwil so anzusetzen, dass im Bahnhof Thalwil gute Anschlüsse an die S8 bestehen.
Zweckverband Kindes- und Erwachsenenschutz Bezirk Meilen /
Erhöhung Stellenplan Behördenmitglieder Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB)
Der Gemeinderat hat der Stellenplanerhöhung der Kindes- und
Erwachsenenschutzbehörde des Bezirks Meilen um 50% zugestimmt.
Zweckverband Kindes- und Erwachsenenschutz Bezirk Meilen /
Genehmigung Jahresbericht 2015, Jahresrechnung 2015 und
Voranschlag 2017 KESB und FES
Der Gemeinderat hat den Jahresbericht 2015, die Jahresrechnungen 2015 und die Voranschläge 2017 KESB (Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde) und FES (Fachstelle Erwachsenenschutz) genehmigt.
In der zweiten Bauetappe, beginnend beim Knoten Goldbacher-/Boglerenstrasse bis Zumikerstrasse, wird das Elektrotrassee erweitert sowie die Strassenbeleuchtung und die
Strassenentwässerung erneuert. Die Umgestaltung des Knotens und die Sanierung der Boglerenstrasse bilden den letzten
Teil der Bauarbeiten. Die Arbeiten werden, je nach Wetterlage,
Mitte September 2016 abgeschlossen sein.
14. Juli 2016
Der Gemeinderat
Umleitung
Erste Bauetappe: Der Durchgangsverkehr wird in Fahrtrichtung
Zürich über die Bogleren-/Höhenstrasse geführt.
Zweite Bauetappe: Der Durchgangsverkehr wird in Fahrtrichtung Zürich über die Schiedhaldenstrasse geführt.
Amtliche Vermessung Kanton Zürich /
Bezugsrahmenwechsel LV95
Änderung von Grundstücksflächen
Das aktuelle Koordinatensystem der Schweiz LV03 genügt den
heutigen Genauigkeitsanforderungen nicht mehr. Das Bundesamt für Landestopografie (swisstopo) hat deshalb in den Jahren 1989 bis 1995 eine neue Landesvermessung durchgeführt
(LV95). Nach Art. 53 Abs. 2 der Verordnung des Bundes über
Geoinformation (SR 510.620) haben die Kantone die heute gültigen Koordinaten (LV03) durch die neuen Koordinaten (LV95) zu
ersetzen. Im Kanton Zürich wurden deshalb per 30. Juni 2016
alle Vermessungswerke durch eine sogenannte Transformation
in diesen neuen Lagebezugsrahmen LV95 überführt. Gestützt
auf die einschlägigen Vorschriften wurde aufgrund der neuen
Koordinaten eine neue Flächenberechnung durchgeführt, die
für viele Liegenschaften einen neuen Flächeninhalt ergab. Die
Vermarkung und dementsprechend die bestehenden Grenzen
bleiben unverändert.
Bezüglich der Grundstücksflächen ergeben sich durch diese
technische Verbesserung des Vermessungswerkes keine materiellen, sondern lediglich formelle Veränderungen, die den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechen; es besteht daher
gegen die Flächenänderung keine Einsprachemöglichkeit.
Gestützt auf § 14 der kantonalen Verordnung über die amtliche
Vermessung vom 27. Juni 2012 (KVAV) erfolgt die Orientierung
wie folgt:
Die Vermessungsaufsicht legt gestützt auf § 35 KVAV den Bezugsrahmen LV95 (Bezugssystem 1903+) als Lagebezugssystem für den gesamten Kanton Zürich ab dem 1. Juli 2016 fest.
Die Vergleichsliste der alten und neuen Fläche aller betroffenen Grundstücke sowie alle Liegenschaftsbeschriebe (Flächenverzeichnis) können beim Nachführungsgeometer der
Gemeinde zu den normalen Büroöffnungszeiten eingesehen
werden. Ab dem 20. Juli 2016 können die aktuellen Flächen zudem im kantonalen GIS-Browser unter maps.zh.ch in der Karte
«Amtliche Vermessung s/w» jederzeit abgefragt werden.
Die neu bestimmten Flächenmasse werden dem Grundbuchamt
mitgeteilt und im Grundbuch ohne weitere Anzeige an den/die
Grundeigentümer/in nachgeführt.
14. Juli 2016
Die Baudirektion Kanton Zürich
Amt für Raumentwicklung
Goldbacher-/Boglerenstrasse
Hohl Gässli bis Zumikerstrasse
Damit Sie auch in Zukunft von einer einwandfrei funktionierenden Infrastruktur profitieren können, erneuert die Gemeinde
Küsnacht die Goldbacher- und Boglerenstrasse im Abschnitt
Hohl Gässli bis Zumikerstrasse. Mit den Bauarbeiten wird das
Elektrotrassee erweitert und werden die Randabschlüsse sowie die Strasse erneuert.
Die Bauarbeiten beginnen am Montag, 18. Juli 2016 und dauern
bis Mitte September 2016.
In der ersten Bauetappe, beginnend beim Hohl Gässli bei Haus
Nr. 78 bis vor Knoten Goldbacher-/Boglerenstrasse, werden die
alten Ableitungen der Strassenentwässerung abgebrochen und
erneuert. Anschliessend werden die Randabschlüsse und der
Belag eingebaut. Die Arbeiten der ersten Bauetappe werden,
je nach Wetterlage, gegen Mitte August 2016 abgeschlossen
sein.
Gemeindehaus Obere Dorfstrasse 32 8700 Küsnacht T 044 913 11 11 www.kuesnacht.ch
14. Juli 2016
Die Abteilung Tiefbau / Strassen
Feuerbrand
Melden Sie sich bei Feuerbrandverdacht
Feuerbrand ist eine bakterielle Pflanzenkrankheit, die grossen
Schaden an Kernobst anrichten kann. Zu den Wirtspflanzen gehören unter anderem Cotoneaster, Scheinquitte, Feuerdorn,
Vogelbeere und Weissdorn. Eine vollständige Wirtspflanzenliste
und viele weitere lnformationen zum Feuerbrand sind unter
www.feuerbrand-zh.ch zu finden.
Wie erkennen Sie Feuerbrand?
Vom Stielgrund her verfärben sich Blüten und Blätter braun bis
schwarz. Oft krümmt sich die Spitze befallener Äste hakenförmig. Äste bis hin zur ganzen Pflanze sterben ab.
Was tun bei Befallsverdacht?
Feuerbrand ist meldepflichtig. Wenden Sie sich bei einem Verdachtsfall an Ihre Gemeindeverwaltung Küsnacht, Öffentliche
Anlagen, Tel. 044 910 88 04, direkt an den Gemeindekontrolleur,
Tel. 079 603 24 36, oder an [email protected]. Er
verfügt über die nötigen Kenntnisse, wie im entsprechenden
Fall am besten vorzugehen ist.
Wichtig: Bitte berühren Sie absterbende Zweige und Pflanzenteile nicht, sondern melden Sie diese unverzüglich. Bei Nichtbeachtung dieser Hygienemassnahme besteht grosse Verschleppungsgefahr.
Wir danken für Ihre Mithilfe bei der Bekämpfung des Feuerbrands.
14. Juli 2016
Die Abteilung Tiefbau
Bestattungen
Gutzler geb. Bolliger, Rita, von Baden AG, wohnhaft gewesen in
8700 Küsnacht ZH, Alterswohnheim am See, Seestrasse 264,
geboren am 13. April 1921, gestorben am 5. Juli 2016.
14. Juli 2016
Das Bestattungsamt
Ortsmuseum Küsnacht
Öffnungszeiten:
Mittwoch, Samstag und Sonntag, 14–17 Uhr
An Feiertagen können spezielle Öffnungszeiten gelten,
mehr unter: www.ortsmuseum-kuesnacht.ch
Ortsmuseum Küsnacht, Tobelweg 1, 8700 Küsnacht
Telefon 044 910 59 70
www.facebook.com/ortsmuseumkuesnacht
K I R C H E / VE R E I N E
Küsnachter
Nr. 28/29
14. Juli 2016
5
Zug um Zug zu mehr Spenden für Aids-Kranke
Mit Schwimmen Gutes
tun: Mit einem SponsorenSchwimmen sammelten die
Firmanden der Kantorei
St. Georg für die Aids-Hilfe
in Afrika. Das Ergebnis
kann sich sehen lassen.
Annina Just
Während die einen nach getaner Arbeit die Abendsonne auf dem Dach des
Seeretterhäuschens genossen, wollten
andere nicht mehr aus dem Wasser
steigen. «Drei Kilometer habe ich mir
zum Ziel gesetzt», erklärte Firmandin
Tea. Damit wurde sie nur noch von Ronan überboten, der die etwas über 50
Meter lange Strecke im See 40 Mal absolvierte. Angespornt hat die Jugendlichen, die im November ihre Firmung
feiern werden, die Aussicht, mit ihrer
sportlichen Leistung, aidskranken
Menschen in Tansania zu helfen. Aber
auch, wer auf den Sprung ins noch
kühle Nass verzichtete und auf dem
Dach Kuchen oder Würste verkaufte,
beteiligte sich an der Sammelaktion
zugunsten des Projekts «Dream».
Fabienne und Luana haben das
Schwimmen bereits hinter sich.
Auch auf dem Paddelboard absolvierte Längen zählten – auf dem unruhigen See jedoch eine grosse Herausforderung. Für die Sicherheit der jungen Schwimmer waren permanent vier Seeretter vor Ort.
Über 4000 Franken gesammelt
Seit Pfarrer Karl Wolf in Küsnacht tätig ist, unterstützt die katholische Kirche Küsnacht-Erlenbach das Programm «Dream», das von der Gemeinschaft Sant’ Egidio ins Leben gerufen wurde und in zehn afrikanischen Ländern aktiv ist. «In Afrika leben südlich der Sahara über 23 Millionen HIV-infizierte Menschen», erzählt
Wolf. Die umfangreiche Tätigkeit von
«Dream» umfasst das Betreiben medizinischer Zentren, in denen auf höchstem Standard HIV-Infizierte behandelt
werden. Betroffene können Tests machen und erhalten Medikamente. Der
Schwerpunkt liegt auf der Prävention
von Mutter-Kind-Übertragung.
Mit den zurückgelegten Schwimmkilometern haben die Firmanden laut
Jugendarbeiter Dominik Dozza 3500
Franken gesammelt. Dazu kommen
rund 600 Franken aus Spenden und
dem Verkauf von Essen und Trinken.
Diese kommen den «Dream»-Zentren
in Tansania zugute. «Es ist ein Projekt, das für die Jugendlichen gut fassbar ist. Daher zeigen sie auch grossen
Einsatz», lobt Wolf.
Die Organisatoren und Jugendarbeiter Dominic Dozza
und Valentina Sousa mit Pfarrer Karl Wolf (v.l.).
Fast 80 Meter betrug die abgesteckte Länge von der
Boje bis zum Steg neben dem Seeretterhäuschen.
Esther Stampfer, Pastoralassistentin bei der Pfarrei St. Georg (l.), und
Jugendarbeiter Dominik Dozza (Mitte) mit Firmanden und Firmandinnen.
Auch am Grill waren fleissige Helferinnen gefragt.
Mit einem Abendessen vom Grill sowie ausreichend Sonnenschein und
Musik fand der Abend einen genussvollen Ausklang.
Fotos: Annina Just
Schweizer Meisterschaften: Küsnachter Ruderer stauben ab
Die Küsnachter Ruderer
brillierten an den Schweizer
Meisterschaften. So viele
Medaillen wie dieses Jahr
gab es noch nie.
Annina Just
Alle Medaillengewinner aufzulisten
wäre fast nicht möglich, denn der Seeclub Küsnacht (SCK) gewann dieses
Jahr so viel Edelmetall wie noch nie
an Schweizer Meisterschaften: Bei den
Junioren und Juniorinnen waren es
fünf goldene, zwei silberne und eine
bronzene. Dazu kommen mehrere
Gold- und Silbermedaillen in der Kategorie Masters, der Kategorie, in der
die über 26-Jährigen antreten.
ner-Boot bei den U19-Juniorinnen gelungen, während sich Petertil in einer
Renngemeinschaft mit drei Kolleginnen vom Ruderclub Thalwil in derselben Alterskategorie den Titel im Doppelvierer geholt hat.
Wie Petertil sagt, war für sie der
Erfolg im Doppelvierer keine Überraschung, da das Team die ganze Saison
über ungeschlagen war. Den Sieg im
Doppelzweier hätte sie hingegen weniger erwartet: «Es war dieses Jahr
unser erstes gemeinsames Rennen
überhaupt», sagt Petertil über ihre
Renngemeinschaft mit Ella von der
Schulenburg. Weil diese oft mit dem
Nationalkader unterwegs sei, ist es in
diesem Jahr noch nie zu dieser erfolgreichen Kombination gekommen.
Weltmeister als Trainer
Auch bei den jungen Herren gab es eine Goldmedaille für den SCK: Andrin
Gulich gewann im Doppelzweier in der
Kategorie U19-Junioren in einer Renngemeinschaft. Ebenfalls in einer sol-
chen ruderte die U17-Juniorin Anne
Sophie Leunig zu Gold für den Seeclub
Küsnacht.
Der grosse Erfolg des ganzen Clubs
schreibt Robin Petertil vor allem ihrem
Trainer Joachim Drews zu. Der ehemalige Weltmeister aus Deutschland
trainiert seit rund zehn Jahren die
Küsnachter Ruderer. «Nun trägt seine
gute Arbeit Früchte», meint das Nachwuchstalent Petertil. Doch auch sie investiert ganz schön viel in den Sport:
Neun bis zehn Trainings absolviert die
17-Jährige pro Woche. Die Ruderbegeisterung liegt sowohl bei Petertil wie
auch bei Von der Schulenburg in der
Familie. Beide Väter waren an der
Schweizer Meisterschaft ebenfalls mit
von der Partie – und das sehr erfolgreich. Nicolas von der Schulenburg gewann in der Kategorie Masters Mixed
Gold, Tom Petertil holte sich in der Kategorie Masters Doppelvierer den
Schweizer-Meister-Titel. Dabei sass er
zusammen mit Ex-Weltmeister und
Trainer Joachim Drews im Boot.
Erstes gemeinsames Rennen
Vor allem die ältesten Nachwuchsfahrerinnen hatten an den Wettkämpfen
Ende Juni auf dem Rotsee in Luzern
für Furore gesorgt: Die beiden Küsnachterinnen Ella von der Schulenburg und Robin Petertil gewannen in
der Kategorie U19 den SchweizerMeister-Titel im Doppelzweier. Gleiches ist Von der Schulenburg im Ei-
U19-Schweizer-Meisterinnen: Robin Petertil (rechts)
Fotos: zvg.
und Ella von der Schulenburg.
Die Küsnachter Master-Gewinner: Trainer Joachim Drews und Tom Petertil (Erster resp.
Zweiter von links) mit Kollegen aus Neuchâtel sowie vom Grasshopper Club.
6
Küsnachter
Nr. 28/29
14. Juli 2016
K I R C H E / VE R E I N E
Ein «Frontkämpfer» verlässt Herrliberg
Erst mit über 40 Jahren
trat Andreas Schneiter in
Herrliberg seine erste Stelle
als Pfarrer an. 16 Jahre
später verabschiedet er
sich in den Ruhestand.
nachgekommen, auch wenn sie mit
einem Mehraufwand verbunden waren» blickt der 62-Jährige zurück.
Für Schneiter war es immer wichtig, nicht nur in der Kirche zu predigen, sondern auch «Frontarbeit», wie
er es selbst nennt, zu verrichten. Dies
tat er vor allem während seines halbjährigen Sabbaticals vor gut vier Jahren. Als Pfarrer unterstützte er damals Randständige im Sune-Egge,
dem Fachspital für Sucht- und Aidskranke der Sozialwerke von Pfarrer
Sieber. Ausserdem war er in Santiago
de Chile. Dort half er im Projekt
«Fundación Christo Vive» mit, das
sich um Kinder, Behinderte, Alkoholiker und Drogensüchtige kümmert.
Oliver Linow
Die letzte Predigt ist gehalten, die
Kartons sind gezügelt: Nach 16 Jahren als Pfarrer der reformierten Kirche Herrliberg verlässt Andreas
Schneiter die Goldküste und zieht mit
seiner Frau Cornelia nach Oetwil am
See. Den Sommer hindurch bleibt der
62-Jährige der Gemeinde aber noch
erhalten. Er vertritt sich selbst, bis
sein Nachfolger die Arbeit aufnimmt.
Einen Sonntagsgottesdienst wird
Schneiter aber nicht mehr leiten.
Für die Zeit danach gibt es bisher
nur einen Fixpunkt. Der Theologe
geht mit seiner Frau zwei Monate auf
Pilgerfahrt, von Sevilla nach Santiago
de Compostela: 1000 Kilometer quer
durch Spanien. «Machen, was ich
will», darauf freut sich Schneiter. Mit
Konfirmationsunterricht,
Gottesdiensten, Abdankungen und anderen
Verpflichtungen hatte er als Pfarrer
viele Termine, denen er nachkommen musste. Dennoch war oft Spontanität gefordert. Wenn jemand starb,
musste sich Schneiter plötzlich ein
bis drei Tage voll darauf fokussieren.
«Je älter ich werde, desto schwieriger wird es, diese Flexibilität aufzubringen», erklärt er.
Was nach seiner Rückkehr aus
Spanien passiert, weiss der 62-Jährige nicht: «Ich lasse es auf mich zukommen.» Vorstellen kann sich der
Schneiter eine Freiwilligenarbeit, beispielsweise im Projekt «Senioren im
Schulzimmer», bei dem sich Senioren
Sehr spät zum Theologiestudium
16 Jahre ging er hier ein und aus: Andreas Schneiter vor dem Pfarrhaus in Herrliberg.
um Schüler mit Defiziten kümmern.
Ausserdem möchte er reisen und
wandern. Für Vertretungen steht er
ebenfalls gerne zur Verfügung.
Frischer Wind für Reformen
Vermissen werde er es vor allem, gebraucht zu werden, so Schneiter. «Als
Pfarrer habe ich viel Dankbarkeit von
den Menschen gespürt, das wird mir
fehlen» erzählt er mit einem Anflug
von Wehmut in der Stimme.
Dennoch erachtet der Theologe
den Zeitpunkt für seinen Abschied als
richtig. Alles, was er sich vorgenommen hatte, konnte er realisieren. So
zum Beispiel das Projekt «in Stille sitzen – offen für Heilung». Seit dreieinhalb Jahren bietet Schneiter dieses
Profil einmal im Monat an. In einer
Gruppe von sieben bis zwanzig Personen sollen die Teilnehmer mit sich
selbst ins Reine kommen.
Zudem ist Schneiter der Meinung,
dass frischer Wind der Gemeinde
guttun würde. Dies gerade im Bezug
auf Reformen, die anstehen, weil alle
Zürcher Kirchgemeinden im Rahmen
von «KirchgemeindePlus» dabei sind,
die Zusammenarbeit neu zu definieren. «Diesen Prozess sollte ein jüngerer Pfarrer begleiten, der der Gemeinde noch lange erhalten bleibt.»
Für Hochzeiten ins Tessin
Seit Schneiter vor 16 Jahren das Amt
übernommen hat, sind vor allem die
Bedürfnisse der Leute individueller
geworden. Früher gingen die Leute
einfach am Sonntag in die Kirche. In
Foto: O. Linow
Herrliberg gab es damals sogar jeweils einen Doppelgottesdienst: Einen in der Kirche Tal und anschliessend in Wetzwil. Heute nutzen viele
Leute Angebote wie das oben erwähnte «in Stille sitzen – offen für
Heilung» oder die Taizé-Gottesdienste, in denen der Gesang im Vordergrund steht. Zu Taizé hat Schneiter
eine ganz spezielle Beziehung. Dreizehn Mal besuchte er die dort ansässige «Communauté des frères» mit
Konfirmanden.
Daneben sind auch die Wünsche
bei bestimmten Veranstaltungen anspruchsvoller geworden. Schneiter
erinnert sich vor allem an ein Paar,
das unbedingt in einer katholischen
Kirche im Tessin heiraten wollte.
«Solchen Wünschen bin ich immer
Schneiters Stelle in Herrliberg war
zwar seine erste als Pfarrer, die Religion beschäftigt ihn aber seit der
Kindheit. «Meine Mutter war Kirchenpflegerin und meine Eltern haben mir die christlichen Werte vorgelebt» so Schneiter. Dennoch entschied er sich nach der Matur vorerst
gegen ein Theologiestudium und für
die Ausbildung zum Lehrer. Anschliessend arbeitete er aals Reiseleiter und als Delegierter des IKRK in
Afrika und Lateinamerika. Zudem
war er zwei Jahre als Sozialarbeiter
tätig, bevor er sich 1990 doch noch
für ein Theologiestudium entschied.
Ausschlaggebend dafür waren
mitunter Begegnungen mit katholischen Missionaren in Afrika. Ihre
Art, den Glauben und die Unterstützung armer Menschen zu verbinden,
hätten in ihm die Neugier nach dem
christlichen Glauben weiter entfacht,
so Schneiter. «Ohne die katholische
Missionierung wäre ich also vermutlich nie reformierter Pfarrer geworden» schliesst Andreas Schneiter laut
lachend.
Die Kleiderbörse ist auch ein Kummerkasten
Durchzogenes letztes
Jahr für den BCKE
Quartiertreff, Spielecke und
Kummerkasten: Die Kinderkleiderbörse Itschnach ist
mehr als nur eine Börse.
Die Mitgliederzahl im Basketballclub
Küsnacht-Erlenbach (BCKE) ist letztes
Jahr bei den Aktiven auf 145 gewachsen, davon sind 102 Junioren. Dies
bestätigte der Jahresbericht, den Vereinspräsident Robert Gerritsma an der
Generalversammlung
präsentierte.
Nachdem es in den letzten 10 Jahren
bei 13 Meistertiteln und 12 Aufstiegen
nur einen Abstieg zu beklagen gab,
musste die Vereinsführung Ende letzter Saison vor allem aus hallentechnischen Gründen die Herren- und
Damenmannschaft aus der Nationalliga B zurückziehen. Nun will man die
Juniorenförderung konsequenter vorantreiben und Lösungen für das Hallenproblem auf der Leistungsebene in
Küsnacht und Erlenbach finden. Erfreulich war die Teilnahme der U19Junioren an der höchsten nationalen
Meisterschaft sowie der unglaubliche
Aufstieg der U14 vom nationalen Rang
154 auf 9 in nur zwei Jahren.
Der Präsident verkündete ausserdem die Schaffung einer BCKE-Geschäftsstelle und eine neue Kooperation mit dem BC Wetzikon, wodurch
die nachhaltige Förderung des Mädchenbasketballs gewährleistet werden
soll. Der Vorstand wurde bis auf Präsident Robert Gerritsma vollständig erneuert. Neu werden André Beetschen
(Geschäftsstelle), Kirsten Klein (Offizielle), Tresor Quidome (Junioren) und
Daniel Rohrbach (Finanzen) dem Verein vorstehen. Nach dem Ausscheiden
aus dem Vorstand wurde Oliver Lyhs
für seinen ausserordentlichen Einsatz
einstimmig zum Ehrenmitglied ernannt. Die Rechnung, das Budget und
der Saisonrückblick wurden angenommen. (oli./e.)
Das Problem dabei: Im Auto schlief
noch ein Kind! Kurzerhand fuhr Karin
Jäger mit der Kundin nach Hause, um
den Ersatzschlüssel zu holen. Das
Kind bekam von der Aktion Gott sei
Dank nichts mit. «Fest steht, dass ohne mein Team und die Seniorchefin
der Laden nicht so gut funktionieren
würde», unterstreicht Jäger.
Birgit Schlieper
Seit 48 Jahren gibt es die Kinderkleiderbörse in Itschnach. Hier werden
Kinder- und Erwachsenenkleider verkauft und das Leben kommt mit all
seinen Facetten vorbei. «Wir kriegen
hier viel mit: Geburten, Krankheiten
und ganze Familiengeschichten», erzählt Karin Jäger, Tochter der Seniorchefin Vreni Müller. Sie hat eine klare
Philosophie: «Behandle andere Menschen so, wie du selber behandelt
werden möchtest.» Und das schaffen
sie und ihre Mitarbeiterinnen wirklich.
Ärgerliche Momente bleiben nicht
aus. «Wir halten uns aber an das
Sprichwort von Ringelnatz: ‹Humor ist
der Knopf, der verhindert, dass uns
der Kragen platzt.›» Mit Freude stellt
das Team fest, dass immer öfters auch
männliche Kunden – Väter oder Teenies – an dem breit gefächerten Sportangebot interessiert sind.
Karin Jäger erinnert sich an den
Mann, der offenbar beauftragt war,
Ski mit dem Sohn zu kaufen. Sie kniete vor ihm auf den Boden und passte
die Bindung an. So praktisch: «Dann
können Sie den anderen Ski ja auch
gleich einstellen», befand der Mann
von oben. Karin Jäger stimmte freudig
zu, und der Vater merkte langsam,
dass das wohl unpassend war. «Manche Kunden muss man sich börsentauglich erziehen», so Karin Jäger.
Ein ganzes Zimmer entleert
Damit die Mamis und Papis in Ruhe stöbern können, gibt es auch eine
Spielecke, in der sich die Kleinen die Zeit vertreiben können.
Was viele nicht wissen: Es wird nicht
nur während der Öffnungszeiten gearbeitet, sondern auch dann, wenn die
Tür zu ist. Nach den Sport- und
Sommerferien türmen sich die Taschen und grossen Ikea-Säcke. Das ergibt nicht selten 50 oder gar 60 Arbeitsstunden pro Woche. Die Kleider
und Spielsachen müssen gesichtet und
etikettiert werden.
Die tote Maus im Skischuh
Dabei kommt es immer mal zu interessanten Überraschungen, von der
Flasche Wein zwischen den Kleidern
bis zur toten Maus im Skischuh.
Manchmal steckt auch noch Geld in
den Hosen- und Jackentaschen. Kleinere Beträge werden der Organisation
«Sternschnuppe» gespendet. Ab fünf
Franken bekommt es der Kunde zurück. Die Preise legen die Mitarbeite-
rinnen anhand ihrer langjährigen Erfahrung fest oder mittels der neuen
Technologie, die auch in der Börse
Einzug gehalten hat. Beinahe 3000
Verkäufer sind mittlerweile in den
Karteikästen der Börse verzeichnet.
Auf einige Kunden kommt in zwei
Jahren – wenn das 50-Jahr-Jubiläum
gefeiert wird – eine Neuerung zu. Man
kann die Ware dann nicht mehr zurückerhalten, wenn sie nicht verkauft
wurde. Der Aufwand sei einfach zu
gross, dazu kommt ein permanentes
Platzproblem.
Den Wechsel der Generationen von
jungen Eltern, die früher als Kinder
bereits in der Börse eingekleidet wurden, mitzuerleben, mache viel Spass,
so Karin Jäger. Manchmal müsse man
aber auch zur Retterin werden. Zum
Beispiel, als der Autoschlüssel einer
Kundin plötzlich unauffindbar war.
Aber auch, wenn es um Secondhand
gehe, wünscht sie sich eine wertschätzende Atmosphäre. Secondhand sei
mitten in der Gesellschaft angekommen und mache ökologisch und ökonomisch Sinn. Sie legt Wert auf Qualität, Gebrauchsspuren dürfe es natürlich geben. Manchmal aber habe sie
den Eindruck, als sei einfach ein ganzes Kinderzimmer in eine Tüte entleert worden. Dabei hat das Börsenteam den Anspruch, nur Spielwaren
zu verkaufen, die auch funktionieren.
Bei der Puzzle-Kontrolle helfen eifrige Senioren aus dem Haus mit. Was
bei den Mitarbeiterinnen allerdings
ein Augenrollen hervorruft, sind die
«Knuddler». Kunden, die Shirts oder
Pullis aus dem Regal ziehen, begutachten und dann wieder ins Regal
stopfen. Trotz alledem überwiegen die
schönen und spannenden Momente.
Das zeigen auch die Fotos von Geburtstagen, Anlässen und Ausflügen.
Die Frauen von der Itschnacher Börse
sind mehr als Angestellte im Verkauf.
Sie sind wirklich ein Team.
Kinderkleiderbörse Itschnach, Im Dörfli 2,
Küsnacht. Öffnungszeiten: Dienstag bis
Donnerstag: 9 bis 11 Uhr und 14 bis 18
Uhr. Mehr Informationen unter www.kinderkleiderboerse-zh.ch/de.
Küsnachter
AKTUELL
Die Entwicklung vom
Familien- zum Mehrgenerationenwohnen
In den letzten Jahrzehnten haben
sich die Familienstrukturen in der
Schweiz verändert. Familien wurden
immer kleiner und es gibt zahlreiche
Menschen, die nach einer ersten Beziehung alleine oder in einer neuen
Beziehung leben. Diese Veränderungen und die Tatsache, dass die Menschen immer älter werden und
trotzdem noch aktiv und mobil sein
wollen, haben dazu geführt, dass
sich auch die Wohnraumbedürfnisse
verändert haben.
Die Altersforscherin Simone Gatti
aus Wallisellen und die Zürcher Architektin Claudia Thiesen haben das
am Anlass zum Thema Mehrgenerationenwohnen der GLP KüsnachtZollikon und Zumikon aufgezeigt. In
der Stadt Zürich und in deren Agglomeration sind in den letzten Jahren
neue Siedlungen gebaut worden, die
den neuen Bedürfnissen entgegenkommen. Diese Siedlungen eignen
sich gleichermassen für jüngere und
ältere Menschen. Ihnen gemeinsam
ist, dass eine freudige Offenheit gegenüber den übrigen Bewohnenden
gepflegt wird und dass sich die Bewohnerinnen und Bewohner als Gemeinschaft verstehen. Beispielsweise werden durch eine durchdachte
Gestaltung der Zugänge zu den Wohnungen Begegnungen begünstigt.
Nr. 28/29
14. Juli 2016
7
150 Meter Schlemmen in Erlenbach
Zum ersten Mal fand am vergangenen
Samstag auf der Bahnhofstrasse die
Erlenbacher Tavolata statt. Beinahe
20 Restaurants und Firmen verköstigten die Besucherinnen und Besucher
an einer insgesamt 150 Meter langen
Tafel. Das Angebot reichte von Raclette und Grillfleisch über Lasagne und
Calamari bis zu Thai-Food.
Vor allem bei den Kindern für
grosses Interesse sorgte das Malergeschäft Fundinger und Simeth. Neben
einem Grill und einem Stand mit
Fruchtbowlen hatten die Standbetreiber eine Art Zentrifuge aufgebaut.
Darin drehte sich eine kleine Leinwand, die mit Farbe bespritzt werden
konnte und auf der sich verschiedene
Muster bildeten. Für die Kinder stand
ausserdem eine Spielecke zur Verfügung. Für die musikalische Unterhaltung sorgten Raffaele Logiurato an der
Handorgel und Saverio Benz am Keyboard. Der Ustermer Logiurato war in
diesem Jahr bei den «Grössten
Schweizer Talenten» im Schweizer
Fernsehen aufgetreten. Koordiniert
wurde das kulinarische Fest vom
Handels- und Gewerbeverein Erlenbach. (oli.)
Über 150 Meter zogen sich die Tische durch die Erlenbacher Bahnhofstrasse.
In Zollikon besteht Interesse
Dass dieses Zusammenleben auch
heute noch im kleineren Massstab in
einer Grossfamilie möglich ist, hat
Gemeinderat Sascha Ullman auf
sympathische Weise erläutert. Es
braucht dazu lediglich eine kleine
Portion Rücksichtnahme auf die unterschiedlichsten Bedürfnisse der
Beteiligten. Der Lohn ist eine persönliche Bereicherung, die einem
der berufliche Alltag nicht bieten
kann. Zudem lässt sich in solchen
Wohnsituationen meistens leicht eine Person finden, die beispielsweise
bei unvorhergesehenen Abwesenheiten auf die Kinder aufpassen
könnte..
Die vom GLP-Vorstandsmitglied
Christine Hoff geleitete Diskussion
im Anschluss an die Präsentationen
hat gezeigt, dass auch in Zollikon
das Interesse für solche neue Wohnformen vorhanden ist, beispielsweise im Beugi, und daher auch dieser
Aspekt berücksichtigt werden sollte.
Am besten wird dies gemäss den Referentinnen durch einen frühzeitigen
und partizipativen Einbezug interessierter Kreise noch während der
Planung erreicht. Während des
Sommer-Apéros im lauschigen Garten des Ortsmuseums Zollikon wurden dazu gleich erste Pläne geschmiedet. (e.)
Raffaele Logiurato (links) und Saverio Benz sorgten für die Musik.
Bei schönstem Wetter: Die Besucher genossen den Abend im Freien.
ANZEIGEN
Das Malergeschäft Fundinger und Simeth servierte kühle Fruchtbowlen …
… und heisses Fleisch.
In einer Art Zentrifuge konnten die Besucher ihre ei- Diego Sigrist und Sarah Kaminski
genen Bilder kreieren.
präsentieren ihre Werke.
Die Spielecke für Kinder war am frühen Abend doch
Fotos: O. Linow
eher spärlich besucht.
8
Küsnachter
Nr. 28/29
14. Juli 2016
Die Gewerbeseiten 2016 erscheinen: Woche 11 vom 17. 3., Woche 20 vom 19. 5.,
Woche 28/29 vom 14. 7., Woche 42 vom 20. 10., Woche 49 vom 8. 12. 2016
widmer
elektro
Bahnhofstrasse 24
8703 Erlenbach
Tel. 044 910 60 77
Fax 044 910 60 88
Neubau, Umbau
Reparaturen, Telefon
E-Mail: [email protected]
Ihr Partner für gelungene
Lokal-Werbung!
Heidi Haltiner
Tel. 079 459 36 14
Züriberg
B AD I - TE S T
Nr. 28/29
14. Juli 2016
9
Strandbad Mythenquai: Das Familienparadies
Die Badi am Mythenquai
eignet sich besonders für
Familien und Ruhesuchende.
Badi-Test
Flirt-Faktor:
Andrea Kehl
Zwei Redakteurinnen der Lokalinfo
sind derzeit unterwegs, um Strandbäder am Zürichsee zu testen. Dabei
nehmen sie die Sauberkeit, das Angebot, den Flirtfaktor sowie die Auswahl im Gastro-Bereich genauer unter die Lupe. Wer in den verschiedenen Punkten die Nase vorne hat, erfährt man in dieser Serie.
Den Gastro-Bereich des Strandbads Mythenquai prägt das Hiltl, das
seit der Saison 2014 zusammen mit
der Metzgerei Keller die Gäste bewirtet. Das erfreut natürlich besonders
die Vegi-Liebhaber. In der bekannten
Form als Buffet hat es hier für jeden
Geschmack etwas dabei. Egal ob Vegi- oder Fleischliebhaber, der Besuch
lohnt sich. Die Speisen vom Buffet
schmeckten ausgezeichnet, die Pommes frittes allerdings waren fast kalt.
Wer dennoch lieber von zu Hause etwas mitnehmen möchte, kann das
auf jeden Fall tun. Es gibt einen
Grillplatz mit Tischen und Sitzbänken.
250 Meter langer Sandstrand
Die Anlage ist besonders grosszügig
mit einer Liege- und Spielwiese ausgestattet. Über die vielen Angebote
wie Tischtennis, Stand-up-PaddlingBoards sowie Fussballtische kann
man sich nicht beklagen. Die kleinen
Badi-Besucher können sich im
Planschbecken mit Wasserspielen
vergnügen, das zudem mit Sonnenschirmen ausgerüstet ist. Was besonders heraussticht, ist der 250 Meter
lange Sandstrand mit direktem See-
«Fritten»-Faktor:
SauberkeitsFaktor:
Preis-Leistungs-Faktor:
Familien-Faktor:
Badi Mythenquai: Sehr familienfreundlich mit einem grossen Planschbecken.
Fotos: Andrea Kehl und Leslie Haeny
Signete: Fotolia
Aussenansicht des Hiltl-Restaurants.
Der Sprungturm für die Mutigen.
Betriebsleiter Franco Seiler.
Fritten: Wenn der Hunger ruft.
zugang. Für die Mutigen hat es eine
1-, 3- und 5-Meter-Sprungplattform.
Zusätzlich bietet die Anlage einen
Spielplatz
mit
Schaukelspielen.
Schattenplätze findet man genug, da
es viele Bäume hat.
Das Strandbad Mythenquai ist
ideal für diejenigen, die Ruhe suchen
um zum Entspannen. Aus diesem
Grund hält sich hier der Flirtfaktor
zurück. Es ist ein Ort, der dazu einlädt, den ganzen Tag in der Badi zu
verbringen. Für die Wertsachenschliessfächer erhält man gegen 2
Franken Depot einen Schlüssel. Die
Garderoben sind ebenso wie die gesamte Anlage sehr sauber, und das
Wasser ist klar. Es hat zudem einen
Wickeltisch für die Kleinen unter uns.
Dies wird sehr gelobt von den BadiBesucherinnen.
Die Personalplanung sei wetterabhängig und sehr anspruchsvoll zu
managen, schildert Betriebsleiter
Franco Seiler. «Unsere Hauptaufgabe
ist es, die Sicherheit zu gewährleisten, alles andere kommt nachher.»
Die Gäste können mit dem Auto
direkt vor der Anlage parkieren. Mit
dem öV ist es hingegen etwas umständlicher, da sich die Haltestellen
nicht in der Nähe befinden: Entweder
mit dem Tram 7 bis Brunaustrasse
oder mit dem Bus 161/165 bis Sukkulentensammlung respektive mit
dem Limmatschiff bis Hafen Enge.
Das Fazit: Die Badi Mythenquai eignet sich sehr gut für Familien. Es ist
eine saubere, schöne, grosszügige
Anlage mit verlockendem Sandstrand
und einem guten Gastro-Angebot.
Der Flirtfaktor ist sehr gering.
Serie
Mit diesen Artikeln startet eine
kleine Serie über Strandbäder am
Zürichsee. Am 28. Juli folgen Berichte über die Strandbäder Tiefenbrunnen und Wollishofen.
Strandbad Mythenquai, Mythenquai 95.
Die Öffnungszeiten: 9–11 Uhr bei jeder
Witterung. 11–20 Uhr je nach Wetter. Einzeleintritt: Fr. 8.–, 6.– (IV und Jugendliche
ab 16) respektive 4.– (Kinder ab 6. J).
Seebad Utoquai: Das historische Juwel
Das Seebad Utoquai ist
der ideale Treffpunkt für
Singles. Familien werden
hier selten gesichtet.
Badi-Test
Flirt-Faktor:
«Fritten»-Faktor:
Andrea Kehl
An heissen Sommertagen zieht das
Seebad Utoquai eine Vielzahl Stammgäste an. Bademeisterin Sandra Bischof erläutert: «Hier teilt man das
Glück mit sehr vielen Leuten auf sehr
kleinem Raum. An intensiven Tagen
sieht man vor lauter Badetüchern das
Holz nicht mehr. Dann teilen sich im
Lauf eines Tages über 2000 Menschen 900 Quadratmeter.»
Dieses Strandbad hat einen historischen Hintergrund. Es ist das drittälteste in Zürich. Zu den Extras zählen die getrennten Sonnenterrassen
für Männer und für Frauen. Die Anlage ist dreigeteilt: rechts das Frauenabteil, links die Männerzone und
mittendrin die gemischten Decks.
Das Restaurant darf von allen Gästen
genutzt werden, und auch der See
und die Holzflosse kennen keine Geschlechtertrennung. Der Flirtfaktor
ist hier besonders gross. Da gilt Sehen und Gesehen-Werden.
Täglich frisches Buffet
Das Gastro-Angebot ist sehr vielseitig, es reicht von den Tagessuppen
über Burger bis zu hausgemachten
Tapas und bietet täglich ein frisches
Buffet. Wer hier jedoch Fritten sucht,
wird nicht fündig. Es lohnt sich, die
vielseitige Auswahl zu kosten, das
Preis-Leistungs-Verhältnis ist definitiv gut. Die Badi verzeichnet eine
treue Kundschaft, es gibt sogar viele
SauberkeitsFaktor:
Preis-Leistungs-Faktor:
Familien-Faktor:
Aufgestelles Trio der Badi Utoquai (v.l.): Adel Imran al Sous, Barbara Bischof und Andi Vogel.
Fotos: Andrea Kehl
Signete: Fotolia
Aussenansicht des Seebads Utoquai.
Sonneterrasse zum Entspannen.
Vielseitiges Anti-Pasti-Angebot.
Eingang des Seebads Utoquai.
Touristen, die immer wieder kommen. Kinder bekommt man hier selten zu Gesicht. Es ist auch nicht der
passende Ort für Familien, da es weder eine Spielwiese noch ein Planschbecken gib. Auf die Sauberkeit wird
sehr geachtet.
Den Unterschied zu anderen
Strandbädern macht der Charme aus
dem 19. Jahrhundert. Letztes Jahr
feierte das Seebad Utoquai das 125-
Jahr-Jubiläum. Zu den Schwimmangeboten: Es gibt zwei Nichtschwimmerbecken (eines für Männer, eines
für Frauen), Sprungbretter mit 1,8
und 3,2 Metern (Männerseite) sowie
drei Flosse. Mieten kann man Badekleider (Fr. 3.–), Badetücher (3.–), Tageskabine (6.– plus Depot), Kleiderkasten (eigenes Vorhängeschloss mitbringen), Wertsachenfach (gratis, Fr.
2.– Depot). Zudem gibt es eine Sauna
(Clubmitgliedschaft), die seit Januar
2016 jeweils am Samstag auch für
Nichtmitglieder geöffnet ist, Standup-Paddling sowie eine Sport-Therapie.
Die Gäste gelangen zu Fuss entlang der schönen Seepromenade zum
Seebad Utoquai. Parkplatzmöglichkeiten: Opéra beim Opernhaus (ca.
500 Meter) oder in den Parkhäusern
Utoquai. Das Fazit: Das Seebad Uto-
quai ist der ideale Ort, um sich vom
Alltagsstress zu erholen. Es ist sauber und freundlich und bietet feine
Tapas. Für Familien ist es eher nicht
geeignet. Der Flirtfaktor ist dafür besonders gross.
Seebad Utoquai, Utoquai. Öffnungszeiten:
7–20 Uhr (bei jedem Wetter). Bei schönem
Wetter bis Sonnenuntergang. Einzeleintritt: Fr. 8.–, 6.– (IV und Jugendliche ab
16) respektive 4.– (Kinder ab 6 Jahren).
10
Küsnachter
Nr. 28/29
14. Juli 2016
HINTERGRUND
Braucht es separate Zugabteile
für Frauen wegen Grapscher?
AUF EIN
WORT . . .
Pauline Broccard
Springt die SBB auf den
Zug mit den Frauenabteilen
auf? Deutschland und
Österreich haben dies
bereits getan. Sexuelle
Belästigung in öffentlichen
Verkehrsmitteln ist auch in
der Schweiz ein Thema.
Extra-Zugabteile wegen sexueller
Belästigung? Wie im nebenstehenden Beitrag thematisiert, wurden
in Deutschland in der Mitteldeutschen Regiobahn kürzlich separate Frauenabteile eingeführt. Auch
in Österreich gibt es diese seit
2003. Offenbar scheint das dort
ein Bedürfnis zu sein – in der
Schweiz hingegen noch nicht.
Jedoch gibt es zu diesem neuen Trend auch eine Gegenmeinung. Frauen und Männer reagieren im Internet empört. Beispiele
aus Kommentaren und Twitternachrichten:
«Frauenabteile
heisst: ‹Die Welt gehört dem
Mann, er darf sich frei bewegen.
Für Frauen gibt es Sonderräume.›» – «Eine Frau, die sich dort
Pauline Broccard
«Männer, die sich extra schräg gegenüber hinsetzen, damit sie sich vor
mir einen runterholen können. Mehrmals erlebt.» – «Gruppe Männer belästigt mich. Bitte Schaffner um Hilfe,
er, augenzwinkernd: ‹Burschen, jetzt
seids ein bissl lieb zu der Dame.›» –
«Typ am Nebensitz reibt sein Bein an
meinem. Erst nach Ellbogen in die
Seite hört er auf.» Drei Beispiele aus
der angeregten Twitterdiskussion unter dem Hashtag #imZugpassiert. Angeblich sind sexuelle Belästigungen
im öffentlichen Verkehr nichts Aussergewöhnliches. Täglich stören sich
Frauen an unangebrachten Bemerkungen, aufdringlichem Flirten und
Begrapschen. Auch in der Schweiz:
«17-Jährige im Zug nach Schaffhausen belästigt» berichtet der Blick im
Januar.
Frauenabteile sind
der «neue Minirock»
In Deutschland und Österreich
schon im Reisealltag integriert
Sexuelle Belästigung in Zügen: Auch
Deutschland reagiert. Seit kurzem
fahren zwischen Leipzig und Chemnitz Frauenwagen in der Mitteldeutschen Regiobahn (MRB). In Österreich gibt es die Einrichtungen bereits seit 2003. Die MRB teilt auf Anfrage mit, dass sie noch keine Erhebung durchgeführt habe: «Die Frauenabteile sind erst seit kurzer Zeit im
Einsatz – aus diesem Grund ist es
noch zu früh, um über Erfahrungen
hinsichtlich der Nutzung durch unsere Fahrgäste zu sprechen.» Der Auslandsender Deutschlands, Deutsche
Welle, schreibt, dass viele befragte
Gäste der MRB den Frauenwagen befürworten. Die Initiative sei gut und
vor allem nachts wichtig, kommentiert eine junge Frau in einem Frauenabteil der MRB.
Die Frauenabteile in der Österreichischen Bundesbahn (ÖBB) sorgen
Trotz erhöhten Zahlen an Sexualdelikten sind Frauenabteile für die Schweiz noch nicht angesagt.
für Komfort und Privatsphäre. Tagsüber benutzen sie meistens Mütter
mit Babys, die ungestört stillen wollen. Michael Braun, Pressesprecher
der ÖBB-Holding AG, sagt auf Anfrage: «Etwa 30 Prozent der allein reisenden Frauen buchen diese Bereiche in den Nachtzügen. Unser Angebot ist sehr beliebt, und weil es sich
immer stärker herumspricht, steigt
auch die Nachfrage.» Die ÖBB-Railjets bieten ebenfalls Grossraumwagen mit Mutter-Kind-Abteilen an.
Trotzdem kein Thema für die SBB
Obwohl die Erfahrungen mit den
Frauenabteilen gut scheinen, sagt die
SBB nein. «Die Einführung von speziellen Frauenabteilen und Frauenwa-
gen ist nicht geplant, da es keinem
Wunsch unserer Kundinnen entspricht», so SBB-Sprecher Oli Dischoe. Im Jahr 2002 wurde in den
Zürcher S-Bahnen ein Treffpunktwagen konzipiert. Dischoe: «Die Idee
war, dass Personen, die abends nicht
gerne alleine reisen, zusammen mit
anderen Personen in diesen Wagen
reisen können.» Wie Dischoe betont,
sei dies aber nie konkret für Frauen
umgesetzt worden. Den Treffpunktwagen diente sowohl den Frauen als
auch den Männern. Jedoch entpuppte sich diese Idee als Flopp und der
Treffpunktwagen landete im Zugdepot. Fakt ist, dass die SBB zu sexuellen Belästigungen in Zügen keine Statistik führen, obwohl Millionen von
Foto: pb.
Leuten den öffentlichen Verkehr täglich nutzen. Zahlen aus der Kriminalstatistik der Zürcher Kantonspolizei
zeigen jedoch, dass Sexualdelikte innerhalb von fünf Jahren deutlich zugenommen haben. 2010 waren es
noch 137 Straftaten im öffentlichen
Raum. 2015 wurden bereits 191 Anzeigen registriert.
Diesen Trend bestätigt auch eine
Untersuchung von Killias Research
und Consulting. In ihrer Studie zur
Kriminalität und Opfererfahrungen
der Bevölkerung in Biel untersuchten
sie sexuelle Übergriffe unter anderem
in öffentlichen Verkehrsmitteln. Gemäss ihren Ergebnissen haben sich
diese Übergriffe seit 2011 beinahe
verdoppelt.
Wenn es unangenehm wird: Stopp sagen
Helena Trachsel, Leiterin
der Fachstelle für Gleichstellung von Frau und Mann
des Kantons Zürich, antwortet auf Fragen zum Thema
sexuelle Belästigung.
Helena Trachsel, was ist eine sexuelle
Belästigung?
Sexuelle Belästigung ist eine Missachtung der persönlichen Grenzen, die
jeder für sich bestimmt. Das geltende
Recht kann mit Worten, Gesten oder
Taten verletzt werden. Darunter fallen anzügliche Bemerkungen, sexistische Sprüche und Witze, unerwünschter Körperkontakt und aufdringliches Verhalten, Annäherungsversuche oder Einladungen, die mit
Vorteilen locken oder mit Androhen
von Nachteilen, Vorzeigen, Aufhängen, Auflegen von pornografischem
Material sowie sexuelle und körperliche Übergriffe.
nicht weiterkommen, an eine entsprechende Fachstelle oder an die
Schlichtungsbehörde nach Gleichstellungsgesetz. Ausserhalb des Arbeitsplatzes wenden Sie sich an die Polizei, sobald physische Handgreiflichkeiten, Übergriffe bis hin zur Nötigung ausgeübt werden. Falls jemand
nicht zur Polizei gehen will, kann
sich die Person auch an unsere Fachstelle wenden.
Was lasse ich mir noch gefallen, wann
sage ich Stopp?
Lassen Sie sich nichts gefallen – sobald Sie das Gefühl haben, Sie lassen
sich etwas gefallen, ist es nicht mehr
angenehm –, sondern sagen Sie
Stopp, sobald es für Sie unangenehm
wird. Sexuelle Belästigung beginnt an
dem Punkt, an dem sich eine Person
belästigt fühlt.
Wie reagiere ich auf eine sexuelle Belästigung, wenn ich zum Beispiel im Zug
sitze?
Wenn Sie im Zug belästigt werden,
teilen Sie der Person klar mit, dass
sein oder ihr Verhalten unerwünscht
ist und er oder sie aufhören soll.
Wechseln Sie eventuell das Abteil
oder wenden Sie sich eventuell an eine mitreisende Person und, wenn
vorhanden, ans Zugpersonal und fordern Sie Unterstützung ein. Informieren Sie die Bahnpolizei oder die Polizei telefonisch. Wichtig ist, wenn wir
als Mitreisende einen übergriffigen
Helena Trachsel.
Foto: zvg.
Vorfall beobachten, dass wir der angegriffenen Person Unterstützung anbieten und wenn nötig Zugpersonal,
Bahnpolizei oder Polizei informieren.
Wann erstatte ich Anzeige?
Am Arbeitsplatz können Sie sich in
jedem Fall an Ihre Vorgesetzten, Personalabteilung oder interne Vertrauensperson wenden und, falls Sie dort
Wann hört Flirten auf, wann beginnt sexuelle Belästigung?
Flirten ist für beide Seiten angenehm,
erfreulich, aufbauend – sobald es für
eine Seite zu viel, unangenehm, übergriffig, sprich: unerwünscht, wird,
beginnt die Belästigung. Dann ist es
angebracht, dies mitzuteilen und die
andere Person aufzufordern, aufzuhören. (pb.)
Fachstelle für Gleichstellung von Frau und
Mann des Kantons Zürich, Neumühlequai
10, 8090 Zürich, Tel. 043 259 54 53,
www.ffg.zh.ch.
hinsetzt, wo die Platzreservierung
sie hinverschlägt, erklärt sich ja
quasi zum Freiwild durch Nichtbenutzung
des Frauenabteils.
Nach dem Moto: ‹Wenn du nicht
angeglotzt werden willst, geh doch
ins Frauenabteil.›» – «Frauen fühlen sich immer weniger sicher in
unseren Zügen, was können wir
tun?» «Hmm, sie wegsperren?»
«Hervorragende Idee.›» – «Ich
empfinde es als Rückschritt und
Diskriminierung, auch gegen mich
als Frau.»
Hat sich denn die Gesellschaft
schon mit sexueller Belästigung in
Zügen abgefunden? Ein Tweet
scheint dies anzudeuten: «Gruppe
Männer belästigt mich. Bitte
Schaffner um Hilfe, er, augenzwinkernd: ‹Burschen, jetzt seids ein
bissl lieb zu der Dame!›»
Trotzdem scheinen meiner
Meinung nach Frauenabteile ein
falscher Ansatz zu sein, und da
kann ich mich mit einigen Kommentaren einverstanden erklären.
Es ist paradox, Frauen an den
Rand der Gesellschaft zu drängen,
um sie zu schützen. Soll das Frauenabteil der «neue Minirock» werden? Die Gefahr besteht darin,
dass «Sie hätte keinen Minirock
tragen sollen, dann wäre sie auch
nicht vergewaltigt worden» zu
«Du hättest ins Frauenabteil gehen können» wird. So scheint mir
die Benutzung der separaten Zugabteile keine freie Wahl mehr zu
sein. Mit der Einführung der Frauenabteile wird auf dem falschen
Gleis gefahren. Nicht das Wegsperren der Frauen wird die inakzeptable Situation lösen. Die sexuelle Belästigung muss bekämpft
werden, indem sich die Gesellschaft wandelt.
Ihre Meinung?
Als G. S. (Name der Redaktion bekannt) im Nachtzug von Holland
nach Zürich fährt, betritt ein
Mann das Schlafabteil. Der Unbekannte fragt die junge Frau, ob
sie mit ihm schlafen wolle. Als sie
auch bei der zweiten Nachfrage
wieder verneinte, bot er ihr 50
Euro an. Da verliess die 21-Jährige die Schlafkabine.
Teilen auch Sie uns ihre Erfahrung und Meinung mit: [email protected] oder per
Post an Redaktion «Küsnachter»,
Buckhauserstr. 11, 8048 Zürich.
Stadt Zürich
Nr. 28/29
14. Juli 2016
11
Die schönsten Fluss- und Seebäder in Zürich
abendlicher Barbetrieb gestattet, zu dem auch
Männer Zutritt haben. Das heisst dann «Barfuss-Bar». Seitdem finden hier kulturelle Veranstaltungen statt und das Frauenbad kann für
private Anlässe gemietet werden.
Die Zürcher Frauenbadi zählt zu
den schönsten Freibädern Europas,
findet sogar das deutsche Magazin
«Der Spiegel». Die fast 130 Jahre
alte Anlage ist aber nicht der einzige Open-Air-Pool der Stadt Zürich.
Bis 1837 war in Zürich das öffentliche Baden
für Frauen verboten. Nach Wegfall des Verbots
richtete die Stadt im gleichen Jahr am Stadthausquai ein «Badhaus für Frauenzimmer»
ein. Da es damals in vielen Häusern Zürichs
noch kein fliessendes Wasser gab, war das
Frauenbad zunächst nur zur Körperpflege gedacht und nicht als Schwimmbad. 1888, also
vor fast 130 Jahren, wurde das Bad in der bis
heute bestehenden Form im damals modernen
Jugendstil erneuert. Es handelt sich seitdem
um einen kastenförmigen, hölzernen Gebäudekomplex, der auf der Limmat schwimmt und
am Ufer festgemacht ist. Das Bauwerk ist von
einer Kuppel gekrönt und hat vier Ecktürmchen. Seit Ende des Zweiten Weltkriegs gibt es
im Frauenbad auch einen Kiosk, der kleine
Speisen anbietet. 1997 wurde zusätzlich ein
Das älteste Bad von Zürich
Die Zürcher Frauenbadi ist im damals modernen Jugendstil erbaut worden.
VON MENSCHEN
FÜR MENSCHEN
ZOLLINGER
WWW.RADIOZOLLINGER.CH • [email protected]
FORCHSTRASSE 213 • 8032 ZÜRICH • 044 381 60 58
MEHR SENDER • MEHR SCHÄRFE • MEHR FREUDE • JETZT PROFITIEREN
VERKAUF • SERVICE • INSTALLATION • BERATUNG • LIEFERUNG
F: Zürich Tourismus.
Neben der Frauenbadi gibt es in Zürich weitere
zehn Fluss- und Seebäder – entlang der Limmat
und am Ufer des Zürichsees. Auch wenn es an
Sommertagen oft wie in Rimini zu und her geht,
viele der Fluss- und Seebäder bieten Orte der Erholung. Ein berühmtes Beispiel ist die Männerbadi von 1864 am Schanzengraben. Das älteste
Bad in Zürich ist bis heute tagsüber Männern
vorbehalten, abends verwandelt es sich für alle in
die Rimini-Bar mit Open-Air-Kino und Konzerten.
Viele der traditionellen Bäder bieten auch Massagen und Wellness an, wie der «Spiegel» kürzlich
fast schon euphorisch berichtete. Das Seebad Enge am Mythenquai lockt mit der bekannten Sauna am See. So nobel wie in Luxushotels sind die
öffentlichen Bäder aber nicht.
Eines der schönsten Spas der Stadt liegt im
Hürlimann-Areal. Es eignet sich vor allem für jene Tage, an denen die Sonne in Zürich nicht
scheint. (ls.)
12
Küsnachter
Nr. 28/29
14. Juli 2016
A K TU E L L / M A R K T P L AT Z
Publireportage
LESERBRIEFE
«Vorgärten voller Autos
sind keine Lösung»
«Anwohner rekurriert wegen Vorgarten», «Küsnachter» vom 30. Juni
re, wenn man die Autos unbedingt
will. Vorgärten voller Autos sind jedenfalls keine befriedigende Lösung,
auch nicht für die scheinbar zunehmenden «Einzelfälle».
Felix Thyes, Küsnacht
An der Florastrasse 4 in Küsnacht
soll statt eines zweigeschossigen
Baus mit ausgebautem Dach und angebauter Werkstatt ein Neubau mit
vier Vollgeschossen plus Dachgeschoss erstellt werden. Mit sieben
Wohnungen sowie Gewerbe im EG,
jedoch unter Verzicht auf eine Tiefgarage. Die Konsequenz daraus sind
der Verlust des Vorgartens und bis zu
zehn Autos vor dem Haus, wenn alles
vollgestellt ist – verständlich bei der
erlaubten Dichte, unverständlich vom
Strassenbild her. 90 Prozent des Vorgartens sollen entfallen. Im Artikel
wird ein ähnlicher, vor kurzem bewilligter Fall an der Oberen Wiltisgasse
erwähnt. Zehn solche «Fälle» (und
die sind schnell erreicht) entsprechen
dem gesamten Parkplatz Zürichstrasse, der von einigen als hässlich angesehen wird.
Man muss sich fragen, ob die hohe
Dichte der Bebauung in Bahnhofnähe
nicht zum Verzicht auf Parkplätze für
die Wohnungen führen müsste, oder
ob nicht eine unterirdische Garage mit
Autolift an Stelle des Carports für ein
Auto im Erdgeschoss angebracht wä-
deren diejenige in der Anlage Bogleren, wo an schönen Sommertagen
und -abenden recht viele Menschen –
Alt und Jung – dem Baden und Grillieren frönen.
Uns wurde vorgeschlagen, die
Toiletten in der Kusenanlage zu benützen. Diese sind aber etwa 300 Meter
entfernt, man muss dazu die stark befahrene Seestrasse entlang, wo zudem
eine Stelle wegen Bauarbeiten abgesperrt ist und Autos auf dem Trottoir
parkieren. Als weitere Alternative
wurden die WCs in der Goldbachanlage vorgeschlagen. Sie sind etwa 500
Meter entfernt.
Wir sind mit den Ersatzangeboten
nicht zufrieden, reklamierten jedoch
ohne Erfolg. Schon jetzt sieht man
menschliche Hinterlassenschaften.
Agnes Biro, Küsnacht
Die Confiserie Freytag
serviert in ihrem Café und
im Garten ein neues Glaceund Coupe-Erlebnis. Alle
«Wir haben ohne Erfolg sommerlichen Spezialitäten
werden in der hauseigenen
reklamiert»
Confiserie ohne ZusatzstofDas Küsnachter Tiefbauamt hat in der fe und Konservierungsmittel
letzten Zeit einige WC-Anlagen aus
Spargründen geschlossen. Unter an- hergestellt.
Blues & Soul für gute
Zwecke in Küsnacht
Peter Fierz, Inhaber der Confiserie
Freytag im Seefeld, ist stolz auf sein
neues Dessertsortiment. Er präsentiert die neue Glace- und Coupekarte
und betont: «Bei deren Gestaltung haben wir darauf geachtet, dass die abgebildeten Coupes genauso aussehen,
wie sie dem Gast serviert werden. Basis ist hausgemachte Glace in verschiedenen Geschmacksnoten. Für
unsere Glaces wird neben besten Rohstoffen wie Rahm, Edelschokolade
und frischen Kaffee auch Fruchtmarkt
aus ausgereiften frischen Früchten
verwendet.»
Bei der Confiserie Freytag kann
der Gast Glace-Spezialitäten hautnah
erleben. Peter Fierz erwähnt die Fitness-Coupe aus Joghurtglace mit frischen Früchten und Beeren, die mit
Peter Fierz mit einer von ihm kreierten Coupe im Gartenrestaurant.
Rahm garniert ist. Ein anderes Highlight ist die Exotic-Coupe aus Erdbeer-, Mango- und Zitronenglace. Diese Köstlichkeit ist mit frischem
Fruchtsalat und Schlagrahm garniert.
Fierz schwärmt vom etwas anderen
Eiskaffee: «Wir offerieren die MoccaVariation. Ein kräftiger Espresso, eine
hausgemachte Kugel Moccaglace und
ein Schälchen Schlagrahm erlauben
dem Gast, seinen eigenen Eiskaffee zu
zelebrieren.» Ähnlich wird auch der
Schokoladentraum serviert. Zur Schokoladenglace gehört ein lauwarmes
Schokoladenküchlein mit Tonkabohnen und einer Mangosauce mit exoti-
F: ch.
schen Gewürzpfeffer. Klassiker wie
der Coupe Dänemark und der Bananasplit sowie ein bunter Kindercoupe
sind weitere kühle Erfrischungen, die
– neben anderen – bei Freytag angeboten werden. Peter Fierz betont: «Alle Eissorten werden im Haus hergestellt. Sie erhalten weder Zusatzstoffe
noch Konservierungsmittel.» Geniessen kann man die Freytag-Glaces im
kleinen Gartenrestaurant oder im Café
an der Seefeldstrasse. (ch.)
Conditorei-Confiserie Freytag, Peter und
Daniela Fierz, Seefeldstrasse 144, 8008
Zürich. Telefon 044 383 62 67. Mehr Infos: www.cafe-freytag.ch.
Publireportage
35 Mal um die Erde mit Tixi
Gabi Gubser ist eine von 2200 Fahrgästen, die mit Tixi im
Kanton Zürich unterwegs sind. Sie ist froh, dass es Fahrer wie Patrick Fischer gibt, die sich in ihre Freizeit für
Tixi hinters Steuer setzen. So kann sie trotz ihrer Krankheit wöchentlich zum Reitstall fahren. «Das beste Bewegungstraining hilft nur, wenn man es auch machen kann.
Es gibt für mich keine Alternative zu Tixi», meint Gabi
Gubser. Damit der Fahrdienst für Menschen mit Behinderung rollt, braucht es neben der Freiwilligenarbeit die
Unterstützung der Spender und Spenderinnen. Mit 29
rollstuhlgängigen Fahrzeugen und privaten Autos der
Fahrer führte Tixi im vergangenen Jahr über 63 000
Fahrten aus. Die zurückgelegten Kilometer würden reichen, um die Erde 35 Mal zu umrunden.
Tixi und seine Fahrgäste sagen Danke für ehrenamtliche Einsätze und Spendengfelder. (pd.)
Schon mal in die Agenda eintragen
sollte man sich das Küsnachter Benefizkonzert «An intimate Blues & Soul
Night» im August. Auf der Bühne werden die beiden Blues- und Soulgrössen Philipp Fankhauser und Lilly Martin stehen. Die Moderation des Anlasses übernehmen die bekannte TVFrau Sandra Studer und der Küsnachter Pfarrer Andrea Bianca.
Alle Erträge gehen vollumfänglich
an den Gönnerverein Kispex – Kinderspitex Kanton Zürich. (mai.)
Freitag, 26. August, Türöffnung für Apéro
& Essen um 18.30 Uhr, Konzertbeginn um
20 Uhr. FCK-Zelt, Parkplatz Alte Landstrasse, Küsnacht. www.singersandsongs.ch.
Die Confiserie Freytag ist auf dem Weg
zur Glacé-Erlebnis-Gastronomie
Blueser Philipp Fankhauser. Foto: zvg.
Tixi Zürich, Fahrdienst für Menschen mit Behinderung, Mühlezelgstrasse 15, 8047 Zürich. Infos: 044 404 13 80, www.tixi.ch.
Tixi-Kundin Gabi Gubser und Patrick Fischer.
Foto.: zvg.
ANZEIGEN
Infolge Platzbedarfs Verkauf von
Deko-Gegenständen aus Bali
(Holzschnitzereien/Bilder).
Auch Garagenverkauf mit Kleinmöbeln, Lampen u. a. m.
15. bis 17. Juli, 17–19 Uhr
Alte Landstrasse 35, Küsnacht
Bushaltestelle Goldbacherstrasse.
STELLEN
Auf einen Blick
Bäckerei-Konditorei
Von Burg, Allmendstrasse 4
Küsnacht
044 910 42 75
Kehrichtabfuhr/ Tankstelle
Rudolf Günthardt AG, Seestrasse 89
Küsnacht
044 914 70 80
Messerschmied/Stahlwaren
Rasenmäher/Schleiferei
Teppiche/Parkett
Vorhänge/PVC-Beläge
M. Kürsteiner, Langägertenstr. 3
Seit 1952, Zollikerberg 044 391 62 62
Schmidli Innendekoration, Drusbergstr.
18, Erlenbach
044 910 87 42
Storenfabrik
Umzüge
Hausräumungen
Kästli Storen AG, Leimbachstrasse 46
Zürich-Leimbach
044 482 36 81
www.kaestli-storen-ag.ch
Rudolf Günthardt AG, Seestrasse 89
Küsnacht
044 914 70 80
Für Ihre Eintragungen
in unserer Rubrik
«Auf einen Blick»:
Frau H. Haltiner
berät Sie gerne.
Telefon 044 910 88 26
14
Küsnachter
Nr. 28/29
14. Juli 2016
Veranstaltungen & Freizeit
Was, wann, wo – Tipps für Anlässe in der Region
BUCHTIPP
Donnerstag, 14. Juli
Die Bibliothek Küsnacht empfiehlt:
Übermässige Liebe
Andrea Fischer
Schulthess hat
ihrem Debütroman «Motel
Terminal» den
Leitgedanken
«Die
Gesetze
fragen
wenig
nach den Beweggründen» von Henrik Ibsen
vorangestellt. Dieser beschreibt
das Verhalten von Nora, der
Hauptfigur im Roman, ausserordentlich gut. Nora ist eine attraktive Frau Anfang dreissig und
führt ein geheimnisvolles Doppelleben. Aus übermässiger Liebe
hält sie ihre Tochter Meret seit
der Geburt in einem heruntergekommenen Wohnhaus eingesperrt. Dieses Haus gehört zu einem Motel, und man findet es
noch heute neben dem Ortsschild
Spreitenbach. Noras zweites Leben findet in Zürich statt. Dort ist
sie mit einem wohlhabenden
Banker verheiratet, dem sie
nichts von ihrem Kind erzählt.
Wie lange kann Nora dieses Doppelleben aufrechterhalten?
Andrea Fischer Schulthess ist
mit «Motel Terminal» eine spannende Mischung aus Familienroman und Thriller gelungen. Die
Autorin hat an der Universität
Zürich Zoologie studiert und anschliessend die Ringier-Journalistenschule absolviert. Seither arbeitet sie als freie Journalistin.
Andrea Fischer Schulthess. Motel Terminal.
Salis Verlag, Zürich, 2016.
Völlig abgeschottet
Deborah Feldmann gibt in
ihrer biografischen Erzählung «Unorthodox»
einen
Einblick in das
Leben einer ultraorthodoxen
jüdischen Glaubensgemeinschaft.
Ihre Familie gehört der Satmarer
Gemeinde im New Yorker Stadtteil Brooklyn an. Diese hat etwa
12 000 Mitglieder und ist die
grösste chassidische Gruppe in
den Staaten. Deborah Feldmann
wuchs bei ihren Grosseltern auf,
fernab von Fernsehen und Zeitungen und völlig abgeschottet.
Im Alltag wird nur Jiddisch gesprochen, Englisch gilt als verbotene und unreine Sprache. Bücher muss sie heimlich lesen, und
wenn sie in einem hellblauen
Rock zur Schule kommt, gilt dies
als Provokation. Mit 17 Jahren
wird sie verheiratet. Vor der
Hochzeit durfte sie ihren Mann
drei Mal treffen, und das erste
Ehejahr verlief katastrophal. Kurz
vor dem dritten Geburtstag ihres
Sohns verlässt sie die Gemeinde
und reicht die Scheidung ein. Die
Autorin erzählt ihre Geschichte
packend, und der Leser erfährt
viel über das Leben in einer fundamentalen Gruppe. Die Biografie
führte in den USA sofort die Bestsellerliste an. Heute lebt die Autorin mit ihrem Sohn in Berlin.
Deborah Feldmann. Unorthodox. Secession
Verlag für Literatur, Zürich, 2016.
14.00 Jassplausch: im Kirchgemeindezentrum St.
Agnes, Seestrasse 81, Erlenbach.
18.15-19.15 Turnen für alle: Gesundheits- und Fitnesstraining für Jung und Alt unter der Leitung
von Bruno Dümmler, dipl. Turn- und Sportlehrer.
Jeden Donnerstag ausser in den Schulferien. Garderoben stehen zur Verfügung. Unkostenbeitrag
oder Jahresbeitrag beim Leichtathletikclub Küsnacht. Schulhaus Zentrum, Rigistrasse, Küsnacht.
Dienstag, 19. Juli
11.30–13.30 Mittagsgrill: Für diesen Anlass ist eine Reservation erforderlich, Tel. 044 396 12 42.
Restaurant Rondo, Sennhofweg 23, Zollikerberg.
Herrliberger «Blüemlisalp» ein. Treffpunkt: Allmend (Parkplatz), Küsnacht.
15.00 Diavortrag: Leventina, unbekanntes Alpental, mit Samuel Haldenmann. Zwischen Airolo
und Biasca erstreckt sich ein Tal, das wir nur als
Durchgangspassage erfahren. Aber es gibt noch
viel anderes zu entdecken. Alterszentrum Rebwies, Schützenstrasse 31, Zollikon.
ist am Bahnhof (Perron) in Küsnacht.
15.00 Schlagernachmittag: «Die Stimme, die das
Herz berührt». Yvonne Suter singt bekannte und
beliebte Schlager und Melodien, die Herz und
Seele erfreuen. Alterszentrum Rebwies, Schützenstrasse 31, Zollikon.
Dienstag, 26. Juli
14.30–15.30 Führung: Blick in die Urzeit. Faszinierende Zeitreise von den ersten Tieren und Pflanzen bis zum modernen Menschen. Kulturama,
Englischviertelstrasse 9, 8032 Zürich.
12.30–13.00 Führung: Patumbah-Park – ein historischer Garten aus gärtnerischer und botanischer
Sicht, ein Beitrag zum Gartenjahr 2016. Heimatschutzzentrum, Villa Patumbah (Vorplatz), Zollikerstrasse 128, 8008 Zürich.
Mittwoch, 27. Juli
Mittwoch, 20. Juli
12.30–12.55 Mittagskonzert: Jürg Brunner, ehemals
Heiliggeistkirche Bern, spielt auf der grossen Orgel
Werke von Robert Schumann. Eintritt frei, Kollekte. Fraumünster, Münsterhof 2, 8001 Zürich.
18.30 Orgelspiele: Els Biesmanns aus Antwerpen
spielt Werke von Johann Sebastian Bach und
Franz Tunders (Sofia). Grossmünster, Zwingliplatz, 8001 Zürich.
Donnerstag, 21. Juli
14.00 Senioren-Wanderung: Der Senioren-Verein
Küsnacht lädt die älteren Küsnachter und Küsnachterinnen zur traditionellen Wanderung zur
12.30–12.55 Mittagskonzert: Frank Mehlfeld,
Stadtkirche St. Johann, Rapperswil/Jona, spielt
auf der grossen Fraumünster-Orgel Werke von
Cesar Frank, Alexandre Guilmant und Louis Vierne. Eintritt frei, Kollekte. Fraumünster, Münsterhof 2, 8001 Zürich.
18.30 Orgelspiele: Roman Summereder aus Wien
spielt Werke von Max Reger, Johann Sebastian
Bach, Siegfried Reda und Johann Nepomuk David.
Grossmünster, Zwingliplatz, 8001 Zürich.
Donnerstag, 28. Juli
12.35 Geselliges Wandern: mit Agnes Müller-Lustenberger. Bräteln am Seleger Moor. Treffpunkt
Letzte Tage: Sonderausstellung
über das Älterwerden
Letzte Gelegenheit zum Besuch der
Sonderausstellung «Altern – eine
Ausstellung über das Älterwerden
für Jung und Alt» im Ortsmuseum
Zollikon: Am Sonntag, 17. Juli, 15
Uhr findet anlässlich der Finissage
mit Apéro der letzte öffentliche
Rundgang durch die Sonderausstellung statt. Noch hängen die 46 Porträts der über 64-jährigen Bewohnerinnen und Bewohner von Zollikon
an den Wänden. Anlässlich der Finissage der Sonderausstellung sind
die Porträtierten eingeladen, ihr Bild
abzuhängen und mitzunehmen.
Nach der Sommerpause wird
sich das Ortsmuseum in eine kreative Werkschau verwandeln: Unter
dem Titel «JungFormat Zollikon»
werden an den Wänden Kunstwerke
Porträt von Bettina Coninx in der
Sonderausstellung «Altern».
Sonntag, 31. Juli
Montag, 1. August
14.00–18.00 1.-August-Grillparty: Das Ländlertrio
«fiin + gmüetli» begleitet durch den Nationalfeiertag. Ab 16.30 Uhr Gutes und Feines vom Grill.
Für auswärtige Gäste 15 Franken. Alterszentrum
Rebwies, Schützenstrasse 31, Zollikon.
Mittwoch, 3. August
12.30–12.55 Mittagskonzert: Marc Fitze, Heiliggeistkirche Bern, spielt auf der grossen Fraumünster-Orgel Werke von Johann Jakob Mendel,
Antonio Lopez de Almagro und Alexandre Guilmant. Eintritt frei, Kollekte. Fraumünster, Münsterhof 2, 8001 Zürich.
18.30 Orgelspiele: Gereon Krahforst aus Maria
Laach spielt Werke von Franz Schmidt, Gereon
Krahforst, Clifford Demarest und Max Reger.
Grossmünster, Zwingliplatz, 8001 Zürich.
KIRCHEN
Katholisches Pfarramt
Küsnacht-Erlenbach
Reformierte Kirchgemeinde
Küsnacht
Küsnacht, St. Georg
16. Sonntag im Jahreskreis
Samstag, 16. Juli
17.00 Eucharistiefeier
Sonntag, 17. Juli
10.30 Eucharistiefeier
Sonntag, 17. Juli
10.00 Kirche Zollikon, Rösslirain 2
Sommerkirche 2016 zum Thema
«Träume»
Pfr. Simon Gebs
Musik: Christina Jaccard
und Dave Ruosch
10.15 Pflegeresidenz Bethesda
Heimgottesdienst
Pfrn. Katharina Zellweger
Sonntag, 24. Juli
10.00 Kirche Küsnacht
Sommerkirche 2016 zum Thema
«Träume»
Pfrn. Judith Wyss
Musik: Jürg Tobler
10.15 Pflegeresidenz Bethesda
Heimgottesdienst
Pfrn. Katharina Zellweger
Itschnach
Friedhofkapelle Hinterriet
Sonntag, 17. Juli
9.00 Eucharistiefeier
Foto: Thomas Entzeroth, 2015
von Kindern und Jugendlichen zum
Thema «Zoom» hängen. (pd./ mai.)
Ortsmuseum Zollikon, Oberdorfstrasse 14.
Geöffnet Sa/So, 14 bis 17 Uhr.
Erlenbach
Kirchenzentrum St. Agnes
Samstag, 16. Juli
18.30 Eucharistiefeier
ANZEIGEN
Erscheint 1-mal wöchentlich, am Donnerstag
Auflage: 12’327 (Wemf beglaubigt)
Jahresabonnement: Fr. 90.–
Inserate: Fr. 1.07/mm-Spalte
Anzeigenschluss:
Freitagmorgen, 10 Uhr
Geschäftsleitung/Verlag:
Liliane Müggenburg
Redaktion: Annina Just (aj.),
Oliver Linow (oli.)
E-Mail: [email protected]
Redaktionelle Sonderthemen:
Pia Meier (pm.), Lisa Maire (mai.), Pascal
Wiederkehr (pw.)
Ständige Mitarbeiter:
Willy Neubauer (wn.),
Annemarie Schmidt-Pfister (asp.)
Sport: Hanspeter Rathgeb (hr.)
Anzeigenverwaltung: Andrea Kehl,
Mayjoy Föhn, Tel. 044 913 53 33
Anzeigenverkauf:
Heidi Haltiner, Tel. 044 910 88 26,
[email protected]
Produktion: AZ Verlagsservice AG, 5001 Aarau
Abonnementsdienst: Tel. 044 913 53 33,
[email protected]
Redaktion/Verlag, Vertrieb: Lokalinfo AG,
Buckhauserstrasse 11, 8048 Zürich, Tel. 044
913 53 33, Fax 044 910 87 72
E-Mail: [email protected],
www.lokalinfo.ch
Druck: St. Galler Tagblatt AG, St. Gallen-Winkeln
Küsnachter
Veranstaltungen & Freizeit
Die Sommerkirche lädt zu Träumen ein
Während der Sommerferien
wird mit den «5+»-Kooperations-Gemeinden jeweils
in einer der Gemeinden
der Sonntags-Gottesdienst
gefeiert. Die Predigten widmen sich den Träumen.
Jeder schlafende Mensch träumt.
Meistens entfallen einem die Bilder
und Geschichten der Träume so
schnell, dass sie beim Erwachen
nicht mehr aufrufbar sind. Distanzen
aus dem realen Leben werden im
Traum zusammengeschrumpft oder
schier unendlich gedehnt, es begegnen einem übernatürliche Fabelwesen oder Engel. Kurz: Im Traum erscheint uns eine Welt, die unsere wache Realität übersteigt.
Wegen dieser überrealen Anmutung der Träume liegt es nahe, sie als
religiös auszulegen. Die Religionsgeschichte ist denn auch voll von
Deutungen, die meinen, im Traum sei
eine göttliche Botschaft verpackt oder
Gott selbst offenbare sich durch den
Traum.
Spätestens mit der Aufklärung
nimmt man Abstand von diesem Verständnis. Träume sind für das in die
Vernunft vernarrte Aufklärungszeitalter irrationale Versatzstücke unseres
Geistes, die keine grosse Beachtung
verdienen. Erst mit Sigmund Freud
erfährt der Traum wieder grössere
Aufmerksamkeit. Freud versteht den
Traum allerdings nicht mehr als göttliche Botschaft, sondern als Ausdruck
der psychischen Verhältnisse des
Menschen. Im Traum komme das zur
Sprache, was im Wachzustand ver-
Gut gefüllt: Der erste gemeinsame Gottesdienst, der an Pfingsten in Küsnacht stattfand, brachte viele Leute in die Kirche.
Foto: zvg.
drängt wird, die Seele aber hintergründig weiterhin umtreibe.
Heute wird auch diese Sicht der
Dinge angefochten. Wie unsere Träume im Einzelnen zu verstehen sind,
ist umstritten und offen.
Tagträume verändern die Welt
Der Mensch ist nicht nur im schlafenden, sondern auch im wachen Zustand dazu fähig, eine die gegenwärtigen Verhältnisse übersteigende Welt
zu imaginieren. Martin Luther King
etwa überschreibt seine berühmte Rede von 1963, in der er sich den amerikanischen Staat ohne Rassendiskriminierung vorstellt, mit «I have a dream». Natürlich meint er einen Tagtraum, der die Kraft hatte, die Welt
auch in die Richtung des Erträumten
zu verändern. Das Christentum hat
immer Tagträume gehabt. Seit seinen
Anfängen träumt es von der Verwirklichung des Gottesreichs auf Erden
und davon, dass der Einzelne seiner
göttlichen Bestimmung gerecht werden kann. Ob das Christentum eines
Tages die Kraft hat, diese Träume zu
verwirklichen, bleibt offen.
In den Sommerferien wird es in
den «5+»-Gemeinden eine Predigtreihe geben, die dieser doppelten Bedeutung des Traums nachgeht. Vom
17. Juli bis zum 14. August findet jeweils ein Gottesdienst statt. Die fünf
Kirchgemeinden träumen davon,
dass die Besucher in den Gottesdiensten zu einer lebendigen «5+»Gemeinde zusammenwachsen. Dass
dieser Traum nicht realitätsfern ist,
konnte man an Pfingsten schon beim
gemeinsamen Gottesdienst in Küsnacht erleben. (e.)
Die Sommerkirche in den jeweiligen Gemeinden: 17. Juli, 10.15 Uhr, Zollikon, 24.
Juli, 10 Uhr, Küsnacht, 31. Juli, 10 Uhr,
Zumikon, 7. August, 10 Uhr, Erlenbach,
14. August, 10.30 Uhr, Herrliberg.
Naturfreunde wandern in der Ostschweiz
Die Naturfreunde begeben
sich für zwei Wanderungen
in die Ostschweiz. Die erste
führt aufs Jägglisch Horn,
die andere auf den Speer.
Die erste Wanderung findet am
Samstag, 23. Juli, statt. Gestartet
wird bei der Bergstation Madrisa in
Klosters. Von da aus folgen die Teilnehmenden via Untersäss dem Prättigauer Höhenweg nach Zastia. Auf
sanften Alpweiden an Hürschicalanda vorbei erreicht die Wandergruppe den herrlichen Aussichtspunkt
Jägglisch Horn auf 2290 Meter über
Meer. Anschliessend steht der Abstieg nach St. Antönien an.
Die Wanderung mit dem Schwierigkeitsgrad T2 dauert ungefähr 4½
Stunden. Auf dem Aufstieg müssen
die Wanderer 670 Höhenmeter bewältigen, auf dem Abstieg sind es
1150 Meter. Geplant ist Verpflegung
aus dem Rucksack. Gute Wanderschuhe, alpine Ausrüstung und Wanderstöcke sind empfehlenswert. Das
Billett ist folgendermassen zu lösen:
vom Wohnort nach Klosters Dorf
und zurück ab St. Antönien Platz.
Abfahrt in Erlenbach um 6.14
Uhr mit der S6 Richtung Zürich HB.
Von dort geht es um 6.37 Uhr weiter
nach Landquart, wo die Teilnehmenden die Tourenleiter treffen. Um
7.47 fährt die Gruppe in Richtung
Klosters Dorf weiter. Interessierte
müssen sich bis Mittwoch, 20. Juli,
bei Hansueli Forrer, Tel. 081 756 43
84 oder [email protected], anmelden. Auskunft, ob die Wande-
Die Naturfreunde wandern durch die Ostschweiz. Hoffentlich bei genauso
Foto: Archiv/ajm.
gutem Wetter wie hier auf dem Bunderspitz.
rung durchgeführt wird, gibt es ab
Freitag, 22. Juli, um 18 Uhr unter
081 756 43 84.
Zum «König der Voralpen»
Der zweite Ausflug, eine anspruchsvolle Bergwanderung, findet am
Donnerstag, 28. Juli, statt und führt
auf den Speer, den «König der Voralpen». Von Amden geht es zuerst gemütlich mit dem Sessellift hinauf
nach Niederschlag auf 1292 Meter
über Meer. Von dort führt der Weg
über die Hintere Amdener Höhe, die
Alp Oberchäseren und einen ziemlich steilen Zick-Zack-Weg weiter
zum Speergipfel auf 1950 Meter
über Meer. Anschliessend folgt der
Abstieg über den Mattstock nach
Amden. Die Wanderung mit dem
Schwierigkeitsgrad T3 dauert rund 5
Stunden. Während des Aufstiegs
sind ungefähr 700 Höhenmeter zu
bewältigen, auf dem Abstieg sind es
1090 Meter. Die Wanderer verpflegen sich aus dem Rucksack und sollten genügend Getränke mitnehmen.
Ausserdem benötigen sie feste Bergschuhe und Wanderstöcke. Das Billett muss vom Wohnort nach Amden
Post und retour gelöst werden.
Abfahrt in Erlenbach ist um 6.44
Uhr mit der S6. Die Gruppe besammelt sich um 7 Uhr beim Treffpunkt
im Zürcher Hauptbahnhof. Um 7.12
Uhr fährt der Zug nach Chur ab. Interessierte müssen sich bis Montag,
25. Juli, bei Fritz Burkhalter, Tel.
052 346 16 14 oder [email protected], anmelden. Fritz
Burkhalter gibt am Mittwoch, 27.
Juli, zwischen 10 und 12 Uhr Auskunft, ob die Wanderung durchgeführt werden kann. (e.)
Nr. 28/29
14. Juli 2016
15
16
Küsnachter
Nr. 28/29
14. Juli 2016
K U LT U R
Aussenseiter-Brücken in die Romandie
Ein besonderes Konzept
liegt der neuen Ausstellung
im Musée Visionnaire zugrunde: «Go West» wurde
von Jugendlichen aus dem
Kreis 4 kuratiert.
Lisa Maire
Das Musée Visionnaire, die Zürcher
Plattform für «Art brut» oder «Outsider Art» unter Leitung von Rea Furrer, geht bei der Ausstellungsgestaltung innovative Wege: «Bilderwahl»
heisst das Konzept. Es bedeutet, dass
regelmässig museumsexterne Gruppen eingeladen werden, an den Ausstellungen kuratorisch mitzuwirken.
So sind an der aktuellen Schau «Go
West» Schülerinnen und Schülern
der multikulturell geprägten Schule
Feld im Kreis 4 beteiligt. Sie haben
aus den Arbeiten der Berner und
Westschweizer Kunstschaffenden Rosalina Aleixo, Isabelle Gay, Heinz
Lauener, Sabrina Renlund, Pascal
Vonlanthen und Clemens Wild eine
individuelle Bilderwahl getroffen und
diese kommentiert. Sämtliche Texte
sind in einer Begleitpublikation zur
Ausstellung enthalten. Einige von ihnen konnte man sich kürzlich an einer Lesung zur Vernissage der Publikation zu Gemüte führen.
Abseits von Konventionen
des Kunstbetriebs
Bevor die 12- bis 13-Jährigen zur Bilderwahl schritten, hätten sie eine
Einführung erhalten, erklärt Cinzia
Marti vom Museumsteam. Die Jugendlichen erfuhren dabei nicht nur,
was Museumsarbeit bedeutet, sondern diskutierten auch über die Frage, was Kunst überhaupt ist, welchen
Sinn sie hat und wo man sie überall
findet. Und natürlich war auch der
Begriff des «Aussenseiters» ein Thema. Viele Art-Brut-Künstler, so präzisiert Marti in ihrer Einleitung zur
Blick in die Ausstellung: Skulpturen von Fred Lauener, Schriftbilder von Pascal Vonlanthen, Form- und Farblabyrinthe von Rosalie Aleixo ( v.l.).
Ausstellung, hätten eine schwierige
Vita und lebten als gesellschaftliche
Aussenseiter. «Doch wie wissen wir,
wer ein Aussenseiter ist, ohne zuerst
Innen und Aussen zu definieren?»,
fragt sie. Und: «Wer setzt diese Grenze und was macht einen Künstler
zum Outsider (-Artist)?» Gerade ArtBrut-Künstler sind es, die Grenzen
sprengen, indem sie sich um keine
Konventionen kümmern. Ist es daher
nicht paradox, sie als Outsider festmachen zu wollen?»
Eines steht jedenfalls fest: Outsider-Kunst, aus einem inneren, schöpferischen Drang heraus entstanden,
zeichnet sich aus durch eine eigenwillige, komplexe, ästhetische und oft
poetische Ausdruckskraft, die viele
Betrachter fasziniert. Bei ihrer persönlichen Wahl fühlten sich die 45
jungen Kuratoren offenbar besonders
von den Arbeiten des Berner Künst-
lers Heinz Lauener angesprochen:
Fast die Hälfte von ihnen liess sich
von seinen kleinen, vielgestaltigen,
bunten Skulpturen inspirieren. So
weckt etwa eine Mutter-Kind-Figur
bei der Schülerin Arin Erinnerungen
an die eigene glückliche Zeit «im gemütlichen Kinderwagen», während
eine «Samba-Tänzerin» bei Ana
Sehnsucht nach ihrer fernen Heimat
auslöst. Die Skulptur animierte die
Schülerin sogar zu einem Schnüffeltest. Ergebnis: Die «gut gelaunte Dame» kocht gerade «eine südamerikanische Spezialität, die ein wenig
scharf ist».
Interessant auch die Beobachtung
von Harishan, der im gemalten Porträtbild «Anjuli» von Clemens Wild sofort eine Tamilin im Sari und in deren Gesichtsausdruck «eine wütende,
gereizte Frau» erkannt hat. Wenn er
das Bild anschaue, höre er typische
hinduistische Musik, schmecke Reis
im Mund und spüre das Kleid seiner
Mutter, das er früher angefasst habe,
schreibt der Schüler mit Wurzeln in
Sri Lanka. Gross auch die Vorstellungskraft von Alex: Im Bild «Eglise»
von Rosalina Aleixo, einer formal
dicht verwobenen Stadtlandschaft,
hört er die Menschen reden. «Die Gefühle, die ich habe, sind überwältigend, weil ich ein so schönes Bild
noch nie gesehen habe», begeistert
sich der Schüler über die freihändig
gezogenen geometrischen Linien.
Fotos: mai.
Doppelte Brücke
len Kuratorenstimmen in der Broschüre können auch als zusätzliches
Juwel der Ausstellung gesehen werden. Jedenfalls wirken die Kommentare oft herrlich erfrischend, manchmal gar poetisch – und vielleicht auf
eine ganz bestimmte Weise auch eingängiger und inspirierender als manche Beschreibung aus der Feder professioneller
Kunstkritik.
Damit
kommt den «unverbildeten» Bildbeschreibungen eine eigene fröhlicheinladende Brückenfunktion zu – in
einer Ausstellung, die sich ihrerseits
als Brücke zur lebendigen «Outsider»-Kunst der Romandie begreift.
Mit der Idee, Kunst von Aussenseitern auch von Aussenseitern der
Kunstkritik besprechen zu lassen,
leistet das kleine, von einem NonProfit-Verein
getragene
Museum
mehr als nur erstklassige Bildungsarbeit. Die 45 jungen, multikulturel-
Musée Visionnaire, Predigerplatz 10, 8001
Zürich. Ausstellung bis 23. Oktober. Geöffnet Mi–So 14–18 Uhr. Nächste Führungen:
heute, Donnerstag, 7. Juli, 18 Uhr., Do 4.
August, 18 Uhr, Sa 6. August, 11 Uhr.
museevisionnaire.wordpress.com.
Wer bewahrt den Nachlass von Werner Büchi?
Werner Büchi war einer der
ganz grossen Karikaturisten
der Schweiz. Jetzt sucht
seine Tochter Lilly Brodersen-Büchi jemanden, der
oder die den Nachlass ehrt
und sicher bewahrt.
Lorenz Steinmann
Werner Büchi («Büechi» ausgesprochen) gehörte zu den bekanntesten Illustratoren und Karikaturisten der
Schweiz. Er selber, der sein ganzes
Leben im Zürcher Quartier Wollishofen verbrachte, nannte sich «innenpolitischer Karikaturist». Er wirkte seit
1936 für den «Nebelspalter», seit
1940 für die «Schweizer Illustrierte»,
später auch für den «Tages-Anzeiger»
(als Vorgänger des nicht minder bekannten Nico), ebenso wie auch fürs
«Zürich 2». Woche für Woche erschienen seine mit spitzer Feder, aber nie
persönlich beleidigendem Stift gezeichneten Karikaturen, wie 1999 im
Nachruf im «Brückenbauer» der
Leimbacher Peter P. Riesterer schrieb.
Büchi war Verfechter einer feinfühligen Kritik, die sich sowohl gegen Verbands- und Amtswillkür, als auch gegen kleinkariertes Bürgertum richtete.
Büchi starb am 12. April 1999. Er
wäre dieses Jahr 100 Jahre alt geworden. Seine Tochter Lilly BrodersenBüchi, die in Zürich-Affoltern lebt, hat
gute Erinnerungen an ihren Vater: «Er
Thema Zweitwohnungsbau, immer
noch aktuell.
Das Arbeitsreich des bekannten Karikaturisten Werner Büchi in einer
Aufnahme aus den 40er-Jahren.
zeichnete mir immer sehr originelle
Karten, auf die Geburtstage, auf meine Fahrprüfung und das Flugbrevet
hin.»
Heilig waren die Radionachrichten
um halb eins. Da liess sich Büchi für
seine Karikaturen inspirieren. «Das
Einzige, was mich als Kind störte, war
seine immer rauchende Tabakpfeife»,
lacht Brodersen-Büchi. Die Familie
habe ein gutes Auskommen gehabt,
pro abgedruckte Zeichnung bekam
Büchi in der Hochblüte seines Wirkens 300 Franken. «Einmal brach er
sich bei einem Autounfall einen Finger, da mussten wir einige Monate
sparen», erinnert sich die sehr engagierte Tochter. Sie ist ans «Zürich 2»
gelangt, weil sie eine Person oder eine
Organisation sucht, die sich um den
umfassenden Nachlass ihres berühmten Vaters kümmert. «Wichtig ist mir,
dass die rund 1300 Originale zusammenbleiben und nicht einfach einzeln
verkauft werden», betont BrodersenBüchi. Wenn die Nachkommen etwas
für den Nachlass bekäme, wäre ihr
das auch recht. Infrage käme etwa
das Grafische Archiv der ETH, das
Schweizerische Staatsarchiv als auch
die Stadt Zürich. Dort verweist man
Brodersen-Büchi auf das Schweizerische Institut für Kunstwissenschaft
(SIK). Dieses sei spezialisiert auf solche Anliegen, wie es auf Anfrage
heisst. Lilly Brodersen-Büchi hofft nun
zuerst einmal auf Reaktionen aus der
Leserschaft.
Lilly Brodersen-Büchi, Tel. 044 371 37 85,
E-Mail [email protected].
Einbürgerungen
Schweizer?
Lilly Brodersen-Büchi sichtet die Originale ihres Vaters.
nur
für
Norm-
Fotos: ls./zvg.